VfL Wolfsburg – FC Bayern München 4:1 (2:0)

Am Abend des 30. Januar 2015 stand der Rückrundenauftakt in der Bundesliga an. Der FC Bayern München trat beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg an, zum ersten Mal seit 1966 gab es wieder die Konstellation Erster gegen Zweiter zum Rückrundenstart. Die Partie geriet vor dem Anpfiff allerdings zur Nebensache. Mit einer Choreografie und einer ‘Klatschminute’ für den tödlich verunglückten Junior Malanda ehrten die Wolfsburger ihren ehemaligen Mitspieler. Wolfsburg hatte zuvor die letzten 14 Heimspiele in Folge nicht verloren, die letzte Niederlage gab es beim 1:6 gegen den FC Bayern München im Frühjahr 2014.

Falls Ihr es verpasst habt

Der FC Bayern musste auf Franck Ribery und Rafinha verzichten. Beide verletzten sich im Training und fielen kurzfristig aus, ersetzt wurden sie von Sebastian Rode und David Alaba. Pep Guardiola schickte seine Elf mit einer nominellen Viererkette ins Spiel, bestehend aus Bernat, Dante, Boateng und Rode. Auf der Sechs agierte Alonso, davor Alaba und Schweinsteiger in den Halbräumen. Flankiert wurden beide von Müller und Robben. Im Sturm spielte Lewandowski.

Der FC Bayern hatte in den ersten vier Minuten gewohnt viel Ballbesitz. Eine Flanke von Müller verunglückte und konnte in der Zentrale von Naldo abgefangen werden. Danach ging es schnell – die Münchner wurden bereits früh mustergültig ausgekontert. Über Caligiuri gelang der Ball zu De Bruyne, der wiederum zu Dost weiterleitete, welcher trocken zum 1:0 einschob. Die Fehler? Zum einen konnte Dante Caligiuri nicht in einen Zweikampf verwickeln, zum anderen war Boateng zu passiv und Rode zu weit aufgerückt, um in dieser Szene noch eingreifen zu können.

Wenig geschockt vom Rückstand hatte der Rekordmeister zwischen der 10 und 20 Spielminute seine beste Phase. Über mehrere Standardsituationen konnten einige Chancen kreiert werden, die Größte vergab Schweinsteiger, der Naldo anköpfte. Ansonsten plätscherte das Spiel über weite Strecken dahin. Der FC Bayern hatte 67 % Ballbesitz in der ersten Halbzeit, kam aber mit dem Defensiven 4-4-2 der Wölfe nicht zurecht. Alonso wurde phasenweise von De Bruyne in Manndeckung genommen und so am Spielaufbau gehindert. Schweinsteiger und Alaba standen derweil zu offensiv, weshalb Dante häufig die Spielaufbau übernehmen musste. Nicht die beste Entscheidung. So lief das Spiel oft über Links – Arjen Robben war dadurch de facto aus dem Spiel genommen.

Wolfsburg hingegen nutzte die vielen Fehlpässe für schnelle Konter. Vor allem der schnelle de Bruyne bespielte immer wieder die Bayernabwehr über die eigene linke Abwehrseite. Bernat, eigentlich defensiv gebunden, rückte oftmals zu stark auf und öffnete so Räume, die der VfL sehr gut bespielte. Boateng und vor allem Dante waren sehr passiv im Zweikampfverhalten. So kamen Dost, Caligiuri und De Bruyne schon gegen Ende der ersten Halbzeit zu gefährlichen Abschlussaktionen.

In der 45+1. Minute foulte Dante Arnold unnötig und es gab einen Freistoß aus dem Halbfeld. Der von Knoche bedrängte Lewandowski konnte den Ball nur in die Mitte klären. Aus 16 Meter zog Dost ab, der Ball rutschte über seinen Schlappen und landete direkt im Kreuzeck. Nicht unverdient ging der FC Bayern mit einem 0:2 Rückstand in die Kabine.

Fast unverändert geht es aus der Kabine. Lediglich Alaba und Bernat tauschten die Positionen. Aber es waren wieder die Wolfsburger, die mit einfachsten Kontern auf die Siegerstraße gelangten. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld spielte Arnold einen vertikalen Pass auf De Bruyne, der die komplette Abwehr aushebelte. Der Belgier ließ Neuer im Abschluss keine Chance. Nur 120 Sekunden der Anschlusstreffer: Lewandowski mit einer starken Ballannahme und Weiterleitung auf Juan Bernat, der sich das Leder zunächst zu weit vorlegt, dann aber von einer schwachen Rettungsaktion von Naldo profitiert und aus drei Metern sein erstes Bundesligator erzielt. In der 70. Minute holte Lewandowski gegen Naldo einen Freistoß raus, den jedoch Benaglio mit einer überragenden Aktion vereiteln konnte und so ein mögliches Kippen des Spiels verhinderte.

Nur zwei Minuten später war es wieder Arnold, der mit einen überragenden Ball auf De Bruyne den Raum öffnete. Der Belgier diesmal im 1:1 gegen Dante – mit Hilfe von zwei simplen Körpertäuschungen vernascht er den Brasilaner, der zu allem Überfluss den Schuss noch unglücklich zum 4:1 abfälscht. Gut 10 Minuten später rettete erneut Benaglio gegen Robben und auch Pizarro konnte den Ball nicht mehr ins leere Tor drücken. Das Spiel war da aber bereits entschieden.

3 Dinge, die auffielen

1. Verengung der Halbräume

Das Wolfsburger 4-4-2 mit den zwei sehr engen Ketten und der Mannorientierung verengte die Halbfelder geschickt und behinderte vor allem in der ersten Halbzeit komplett den Spielaufbau der Bayern. Alaba und Schweinsteiger waren so aus dem Spiel genommen, aber auch das Abkippen von Alonso zwischen die beiden Innenverteidiger verpuffte oftmals, da dieser von De Bruyne gut zugestellt wurde. Die Folge war, dass der gesamte Spielaufbau auf den Schultern von Dante lastete – was alles andere als glücklich war, da dieser meist das Spiel auf die linke Seite verlagerte und damit Bernat und Alaba in zu offensive Positionen zwang. Ein weiteres Problem, welches dadurch entstand: Die Schnelligkeit von Arjen Robben war über weite Strecken aus dem Spiel genommen. Die Raumverengung der Wolfsburger führte zwar zugleich zu großen Räumen auf den Flügelpositionen, diese wurden aber von Rode und Alaba/Bernat nur unzureichend bespielt. Die Flügelpositionen verwaisten zusehends, Flanken als Optionen wurden nicht wahrgenommen oder wurden schlecht ausgeführt.

2. Fehlende Konterabsicherung

Das Mittelfeldduo Alonso und Schweinsteiger als Konterabsicherung schlug fehl. Leichte Ballverluste im Mittelfeld öffneten riesige Räume zwischen Mittelfeld und Abwehr – teilweise 30 Meter zwischen den beiden Ketten – die aufgrund des mangelnden Tempos von Schweinsteiger und Alonso nicht nachhaltig genug abgesichert werden konnten. Wolfsburg nutzte diese Räume durch vertikale Pässe von Arnold und Caligiuri auf De Bruyne. So fielen 1:0, 3:0 und 4:1 durch simpelste Kontertore, weil die Mitte nicht gut genug abgedeckt wurde und die Bayern-Verteidiger in Duelle mit schnellen Spielern gezwungen wurden. Aber auch die Innenverteidiger Dante und Boateng, die oftmals ähnliche Situationen im Herbst durch gutes Stellungsspiel antizipieren konnten, waren über weite Strecken machtlos. Die Konterabsicherung, die in der Hinrunde fast kein Thema war, versagte in diesem Spiel völlig. Die Anzahl der Gegentore in der Bundesliga wurde so innerhalb eines Spiels verdoppelt.

3. Das Momentum

Kevin De Bruyne, einem der besten Freunde von Junior Malanda, gelang an diesem Abend alles. Seine Bilanz nach 90 Minuten: 2 Tore (3 Torschüsse) und 1 Torvorlage. Hinzu kamen zwei weitere Torschussvorlagen – und dies bei gerade mal 50 Ballkontakten. Die 50 % gewonnenen Zweikämpfe unterstreichen eine exzellente taktische Leistung. Der VfL Wolfsburg verstand es, den Belgier mustergültig einzusetzen. Seine Schnelligkeit und seine Fähigkeiten im Dribbling, sowie sein gutes Passspiel prägten den Abend. Der junge Rotschopf nutzte geschickt die bayrische Passivität aus und bewarb sich nachhaltig für höhere Aufgaben. Dem FC Bayern dagegen gelang an diesem Abend fast nichts. Dieselben Fehler, die auch beim Champions-League-Aus im Halbfinale gegen Real Madrid eine Rolle gespielt haben, wurden auch an diesem Abend wieder aufgedeckt. Den Münchnern fehlte es an einem Konzept die beschriebenen Punkte 1 & 2 zu lösen. Hinzu kam eine unzureichende Chancenverwertung, zumindest ab Mitte der zweiten Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel aber bereits zugunsten der Wolfsburger entschieden.

Der FC Bayern muss schleunigst die eigenen Fehler aufarbeiten. Die taktischen Ideen und die Mittel, um auf den Ribery- und Rafinha-Ausfall zu reagieren, verpufften vollends. Müller war auf der linken Außenposition verschenkt, für Alaba kam der Einsatz von Anfang an wohl noch zu früh, er konnte das Mittelfeld nicht wie gewohnt prägen. Zudem fehlte völlig die Abstimmung mit Schweinsteiger und Alonso. Pep Guardiola muss sich die Frage stellen, ob das Duo Alonso und Schweinsteiger gegen konterstarke Mannschaften die nötige Schnelligkeit mitbringen. Darüber hinaus konnte sich auch Dante nicht nachhaltig um einen Startelfeinsatz empfehlen. Unnötige Fehler im Spielaufbau und unzureichende Zweikampfführungen machten es den Wolfsburgern sehr einfach. Auch das Gegenpressing fiel an diesem Abend in die Kategorie “stets bemüht”.

Die Zeit für große Veränderungen ist aber kurz, das nächste Spiel steht bereits am kommenden Dienstag gegen Schalke 04 auf dem Programm.

VFL WOLFSBURG – FC BAYERN 4:1 (2:0)
VfL WolfsburgBenaglio – Vieirinha, Naldo, Knoche, Rodriguez – Luiz Gustavo, Arnold – Caligiuri (86. Hunt), De Bruyne, Perisic (80. Schäfer) – Dost (83. Bendtner)
BankGrün, Jung, Klose, Seguin
FC BayernNeuer – Rode (51. Weiser), Boateng, Dante, Bernat – Schweinsteiger, Alonso, Alaba – Robben, Lewandowski (71. Pizarro), Müller (71. Götze)
BankReina, Benatia, Badstuber, Gaudino
Tore1:0 und 2:0 Dost (4., 45.+2), 3:0 De Bruyne (53.), 3:1 Bernat (55.), 4:1 De Bruyne (73.)
KartenGelb: Arnold, Gustavo / Alonso, Schweinsteiger
SchiedsrichterTobias Welz (Wiesbaden)

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Leserkommentare
  1. DasDing

    Verletzugen hin, schlechtes Wintertrainingslager her – 4 Gegentore gegen eine Mannschaft, die im internationalen Vergleich (und dieser ist für Bayern von primärer Relevanz) letztlich nur biederen Durchschnitt repräsentiert, sind eine Katastrophe. Falls Leute in Barcelona, London oder Madrid (dort, wo die eigentlich als Referenzmaßstab für Bayern geltenden Mannschaften zu Hause sind) dieses Spiel gesehen haben, liegen sie jetzt wahrscheinlich immer noch vor Lachen unterm Tisch.

    Erschreckend fand ich vor allem, dass es der Mannschaft heute wirklich zu keinem Zeitpunkt gelang, das für die Bayern unter Pep charakteristische, spielerische und taktische Programm in einer angemessenen Art und Weise umzusetzen. Beispiel Gegepressing: Wieso gelang es der Mannschaft nach Ballverlusten nie, den ballführenden Gegenspieler sofort zu isolieren und zum Fehlpass in der eigenen Hälfte zu zwingen? Hätte man hier auch nur halbwegs (!) Hinrundenniveau erreicht, wäre ein Großteil der wolfsburger Angriffe überhaupt nicht zustande gekommen. So aber konnte der Gegner einfach kontrolliert hinten rausspielen, ein absolutes Unding. Die zu großen Abstände Mittelfeld/Abwehr wurden im Artikel ja angesprochen.

    Klar fehlt gegen einen auf das FCB-Mittelfeld gut eingestellten Gegner vielleicht ein Lahm, der auch unter Druck und auf engem intelligente Lösungen findet. Klar hätte auch Martinez mit seinem Antizipationsvermögen und seiner Physis gegen die Konter geholfen. Aber darf das als Ausrede gelten? Wir haben hier nicht gegen Madrid gespielt, sondern gegen Wolfsburg, und da darf es unter keinen (!) Umständen zu solchen Ergebnissen kommen! Man hat den Anspruch, eines der 3-4 stärksten Teams in Europa (und damit der Welt) zu sein, und hat auch den Kader, um diesen Anspruch zu erfüllen. Trotzdem war man davon heute Lichtjahre entfernt. Sicher, es war ein Einzelspiel, aber sieht man von Madrid, Barca oder Chelsea solche Einzelspiele gegen Mannschaften dieser Leistungsklasse? Daran erinnern kann ich mich nicht.

    Darum muss die Frage lauten: Was zum Teufel ist hier schiefgelaufen? Es wäre unsinnig, es jetzt auf ein angeblich schlechtes System zu schieben. Gegen Real hatte ich diesen Fehler noch gemacht, aber mittlerweile habe ich mich etwas näher mit Peps Spielkonzept beschäftigt und muss sagen: Es ist vollends überzeugend, wahrscheinlich sogar genial. Damit es seine Effektivität jedoch entfalten kann, muss eine Mannschaft enorm eingespielt und alle relevanten Abläufe im Spielgeschehen exakt aufeinander abgestimmt sein. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, ist die Fallhöhe u.U. sehr tief, und die ansonsten fast unbesiegbar scheinende Mannschaft praktisch wehrlos. Aspekte wie das frühe und intensive Gegenpressing und das permanente Besetzen und Kreieren von Räumen erfordern nunmal ein enormes Maß an Koordination. Man hat Ende letzten Jahres bereits gesehen, wozu ein eigentlich verkraftbarer Rhythmusbruch in diesem Kontext führen kann. Allgemein kann man wohl sagen, dass das bisher bestimmende Lesitungsschema der Pep-Ära (95% gut bis sehr gut, die restlichen 5% jedoch katastrophal) wohl daher´rührt, dass der Guardiola-Fußball nur bei wirklich voller(!) Leistungsfähigkeit umsetzbar ist. Das heißt nicht unbedingt, dass alle Spieler des Kaders verfügbar sein müssen, sondern eher, dass alle verfügbaren Spieler sich in Topform befinden müssen.

    Was soll man jetzt also tun? Man sollte mMn auf keinen Fall das System an sich infrage stellen – dafür ist es einfach zu gut, wenn man es ans Laufen bekommt. Eher muss die Frage gestellt werden, mit welchen Methoden das Auftreten zum Kollaps des Spielkonzeptes führender Leistungsabfälle verhindert werden kann. Ich denke, dass hier der Schlüssel zu einer starken Rückrunde liegt. Schafft man es nicht, diese Frage zu beantworten, könnte es allerdings sein, dass man in der Champions League jämmerlich untergeht – denn mit so einer Leistung wie der Heutigen übersteht eine Mannschaft dort keine zwei Minuten.

    1. Dakury

      Vielen Dank für diesen sinnvollen und gut zu lesenden Kommentar!
      Madrid hat 2:4 gegen San Sebastian verloren. Ein 2:4 hätten wir auch schaffen können :)

      1. DasDing

        Danke; ich wusste zwar, dass Real gegen San Sebastian verloren hatte, aber dass sie dabei auch 4 Tore kassiert haben hatte ich nicht auf dem Schirm ;-) Immerhin sind die also auch nicht unfehlbar…

      2. Christopher

        Ohne nachzusehen, waren das nicht 2-3 Tore aus Standardsituationen?

    2. Christopher

      Was soll man jetzt also tun? Man sollte mMn auf keinen Fall das System an sich infrage stellen – dafür ist es einfach zu gut, wenn man es ans Laufen bekommt. Eher muss die Frage gestellt werden, mit welchen Methoden das Auftreten zum Kollaps des Spielkonzeptes führender Leistungsabfälle verhindert werden kann. Ich denke, dass hier der Schlüssel zu einer starken Rückrunde liegt.

      Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich denke Pep Guardiola muss genau analysieren, warum einige Spieler einen solchen Leistungsabfall hatten und warum die Umsetztung des taktischen Konzepts überwiegend nicht funktioniert hat. Hinzu kommt, dass er schleunigst eine Lösung für die Manndeckung von Alonso finden muss. Den Spielaufbau Dante zu überlassen kann nicht funktionieren. Am Dienstag wird Schalke wohl ähnlich auftreten (auch wenn die Umsetzung der Wolfsburg-Taktik vielleicht nicht 1:1 funktioniert).

      1. DasDing

        Bei Alonso weiß man ja schon seit längerem, dass er auf Pressing allergisch regiert – gegen den BVB hat man dagegen mit verstärkter Einbindung von Boateng reagiert, der heute jedoch ebenfalls weitgehend isoliert war. Blieb nur noch Dante, der hier mittlerweile indiskutabel agiert. Die Vereltzungssituation dürfte wohl ihren Teil dazu beitragen, dass man auf solche Notlösungen zurückgreifen muss und sich unter Druck im Spielaufbau so schwer tut – eine Ausrede kann das aber nicht sein, schließlich hat man es in der Hinrunde auch trotz der Verletzten geschafft, etwaige Probleme nicht offen zutage treten zu lassen. Allgemein war gestern kaum mal ein Zusammenhängendes Konzept zu erkennen, das ansonsten mittlerweile sehr klare und gut strukturierte Konzept Positionsspiel wirkte wie in seine Einzelteile zerlegt. Der Vergleich mit dem Salzburg-Spiel im letzten Jahr kam hier schon auf, ich fühlte mich auch an den Rückrundenauftakt gegen Gladbach vor 3 Jahren erinnert…

      2. Hierzu hat Tobias Escher (Spielverlagerung) gestern Abend zwei wichtige Punkte getwittert:

        Exemplarisches Spiel für die Schwächen von Alonso. Strategische Passfindung und Spiel unter Druck suboptimal […] Wolfsburg fokussiert Alonsos Schwächen exzellent. Mal eng dran, mal den Pass auf ihn erzwingend, um ihn in ungünstige Situation zu bringen.

        In der zweiten Halbzeit stellte Guardiola ja um, beorderte Schweinsteiger defensiver und Alonso offensiver. Hat in meinen Augen etwas besser ausgesehen, obwohl das bei dem Spielverlauf eben auch nur eine Phase ist. Wie denkt ihr wird man am Dienstagabend gegen Schalke starten?

    3. Erich_B

      Wie du auch schreibst ist ja der “Charakter” solcher Niederlagen nicht neu.
      Ohne konkret über Ursachen zu diskutieren erinnert mich das stark an das 3:0 gegen RB Leipzig, also man vor ca. 1 Jahr kurz vor Rückrundenstart einen “Schuss vor dem Bug” bekommen hat.

      Das Spielsystem steht für mich nicht zur Diskussion. Desweiteren war wohl Dante auffällig schlecht, aber in Summe hat die Mannschaft versagt.

      Sorry wenn ich jetzt so nen blöden Kommentar raushaue, aber ne Mannschaft kann sich auch zu Tode siegen.
      Da fehlt dann das letzte Prozent Willen/Konzentration.

      Auch wenn zahlreiche Spieler nicht sichtbar waren (Müller ?, Lewa ?) muss man bei so einem Spiel nicht über die Offensive diskutieren bzw. das Offensive Konzept.

      In erster Linie gehts darum das die 0 steht, und davon war Bayern weit entfernt.
      Extrem Bitter ist das ich eigentlich die Erkenntniss hatte das sich Bayern in der Hinrunde was die Konterabsicherung angeht verbessert hat. Gefühlt ist das jetzt wieder auf 0 zurückgefahren.

      In einem Spiel exakt soviel Gegentore wie die gesamte Hinrunde ? War das gestern eigentlich ein schlechter Film ?!

      Das kann man auch nicht nur an Dante festmachen.

      Boateng hatte in der Hinrunde eine überragende Spieleröffnung.

      Rode hat eigentlich auch keinen Grund so schlecht zu spielen, bei ihm von “Lehrgeld” zu sprechen kann eigentlich nicht sein.

      Wieso bietet sich Götze nicht an ? Der hat vor allem Anfang der Hinrunde gute Spiele gemacht.
      Müller auf Links verschenkt… Hat Heynckes nicht teilweise bei Ausfall von Ribery mit Robben auf links und Müller auf rechts gespielt ?

      In Summe eine absolut unerklärliche Niederlage… bin gespannt ob sich die Mannschaft fängt.

      1. Wieso bietet sich Götze nicht an ? Der hat vor allem Anfang der Hinrunde gute Spiele gemacht.

        Sammer sagte vor dem Spiel im Sky-Interview, dass Götze im Wintertrainingslager und jetzt auch im Anschluss immer wieder angeschlagen war (Magenprobleme, muskuläre Probleme). Deswegen hat er vermutlich auch nicht in der Startformation gestanden. Er war aufgrund der Verletzungen eben auch die einzige Patrone, die man noch von der Bank hatte – von Pizarro mal abgesehen.

  2. Done

    Um deine Frage zu beantworten, ja auch von den Mannschaften aus Barcelona, Madrid und Chelsea kann man solche Spiele sehen. Das letzte von Chelsea ist erst eine Woche her.

    Auch denke ich, dass man heute neidlos anerkennen kann, dass Wolfsburg ein Wahnsinnsspiel gemacht unverdient gewonnen hat. Auch zu resümieren, dass Wolfsburg, ich überzeichne jetzt, eine Gurkentruppe sei, ist denke ich überzogen. Was die im einzelnen und als Mannschaft drauf haben, hat heute sicher der letzte gesehen.

    Vielleicht ists eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt, sicher jedenfalls besser als in der CL.

    1. DasDing

      Gut, die Andeutung dass anderen Topteams so etwas nicht passiert hätte ich vielleicht aus meinem Kommentar herauslassen sollen.

      Das ändert allerdings nicht daran, dass so eine Klatsche wie heute immer vermeidbar ist und sein muss. Und ich habe nicht behauptet, dass Wolfsburg eine Gurkentruppe sei – sie sind zurecht Ligazweiter und verfügen mittlerweile über ein ausgereiftes und überzeugendes Spielkonzept. Jedoch kann niemand behaupten, dass sie ein europäisches Topteam sind, und dass sie in England oder Spanien auch auf Tabellenplatz 2 stehen würden, ist wohl deutlich zu bezweifeln. Und darum ist es müßig, die Schuld für die Klatsche beim Gegner zu suchen, das kann für einen Verein wie Bayern wirklich nur erlaubt sein wenn es dabei um andere Teams aus der europäischen Spitzengruppe geht. Das wollte ich mit meinem Kommentar ausdrücken, die Wolfsburger schlechtzumachen lag nicht in meiner Absicht.

  3. Done

    … handytipperei…

    …und verdient gewonnen. .. natürlich;-)

  4. drschnell1

    Zunächst einmal Glückwunsch an Wolfsburg für ein Klassespiel. Technisch stark und praktisch fehlerfrei.

    Das war unser schlechtes Saisonspiel. Wir sind von Anfang an überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Dazu noch eine unerklärliche Anzahl von vermeidbaren Fehlpässen im Spielaufbau. Praktisch kein Spieler hat nur annähernd Normalform erreicht.

    Ganz extrem waren unsere Defensivprobleme: im dMf keine Abstimmung, Rode gewinnt rechts hinten keinen einzigen Zweikampf und lässt eine Vielzahl von Flanken zu. Boateng darf natürlich beim 1:0 nicht auf Abseits spielen, weil er sehen muss, dass Dante links in einem Zweikampf zurückweicht und die Abseitsfalle so nicht funktionieren kann.

    Aber am meisten beunruhigt mich derzeit Dante (s. meinen Kommentar zum Bochum Spiel). Ich kann es nur wiederholen: er ist der größte Unsicherheitsfaktor und Lichtjahre von der Form der Anfangssaison entfernt. Sehr langsam, schwache Spieleröffnung, mangelnde Antizipation und ungeschickte Zweikampfführung. Wie er als Gewinner der Vorbereitung gelten kann ist mir schlicht unbegreiflich. Was nützen gute Trainingsleistungen wenn ich sie im Spiel nicht umsetzen kann. In allen 3 Vorbereitungsspielen gegen schwache Gegner wurde dies wieder einmal mehr als deutlich. Er erinnert mich in seiner Entwicklung an Demichelis: am Anfang spielte er Weltklasse und danach als hätte er “Wasser in den Ohren”.

    1. Oliver

      Für mich ist Dante schon seit längerem der absolute Schwachpunkt in der Mannschaft. Bin sehr froh das Bayern Benatia geholt hat, er macht einen deutlich stärkeren Eindruck mit viel mehr Potential nach oben.

      Dante ist zu träge, zu langsam und nicht ‘wach’ genug für das System Guardiola. Darüber hinaus finde ich ihn technisch unterirdisch. Kein anderer Bayernspieler hat solche Probleme bei der Ballannahme und -weiterleitung wie Dante.

      Kann mir nicht vorstellen das er in dieser Verfassung wirklich mittelfristig noch eine Rolle bei Bayern spielt. Ich fand ihn vor 2 Jahren unter Heynckes noch richtig gut aber seit Guardiola passt da nicht mehr wirklich viel

  5. Hans

    Ich finde einige der Kommentare hier maßlos überzogen.

    Es gibt einfach keine Grautöne mehr! Entweder es sind die Uber-Bayern oder es ist alles scheiße! Dass das Real-Spiel vom letzten Jahr jetzt wieder ausgepackt wird, war ja auch klar. Wie lange wollt ihr das dem Pep noch vorhalten? Fakt ist, dass das Spiel gestern eine Katastrophe war. Die Bayern haben so unbayerisch gespielt. Das war ja gar nix.. Ich denke aber dennoch, dass es solche Spiele auch geben muss. Wir als Bayernfans sind meiner Ansicht nach mittlerweile viel zu verwöhnt. Da kannst du in 99% der Spiele alles richtig machen. Wenn es dann einmal nicht klappt, ist wieder alles schlecht!

    Die Konteranfälligkeit und die mangelnde Pressingresistenz von Alonso machen mir natürlich auch Sorgen. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft gegen Schalke eine starke Reaktion zeigen wird!

    1. Oliver

      Ich gebe dir da grundsätzlich recht. Die Frage ist eben nur ob das ein ‘Ausrutscher’ war oder aber ob dieses System eben extrem anfällig gegen ‘unperfektes Spielverhalten’ ist bzw evtl. gegen 90% der Gegner perfekt funktioniert aber gegen die besten 5% eben doch brandgefährlich ist.

      Ich kann das nicht wirklich beurteilen, ich war sehr skeptisch nach letztem Jahr und aufgrund der Konteranfälligkeit ob das so funktioniert. Aber auch unter Heynckes waren im ersten Jahr ähnliche Probleme zu sehen (ich erinnere nur an die hohe Niederlage gegen den BVB im DFB Pokal) und dann im 2. Jahr funktionierte die Abstimmung nahezu perfekt.

      Ähnlich schien/scheint es ja auch dieses Jahr zu laufen (mit Ausnahme von diesem Spiel) aber wenn man spätestens das 4. Tor von De Bruyne sieht weiss man wie gefährlich dieses Spiel sein kann.

      Wenn der Gegner selbst technisch versiert ist und schnell kombiniert und sich damit Raum und Zeit zum Umschalten schafft und sich von dem Druck der forechekenden Bayern befreit (wie es gestern Wolfsburg oder früher schon der BVB gut gemacht haben) dann scheint das Guardiola System sehr gefährlich

      Völlig unabhängig davon glaube ich das die Niederlage sehr gut für die weitere Entwicklung ist da es eben Schwachpunkte aufdeckt und man erkennt das es einige Punkte gibt die nicht von selbst laufen und man in eben speziellen Bereichen immer noch sehr anfällig ist. Aus Niederlagen lernt man oftmals mehr als aus Siegen und evtl. ist gerade dieses Spiel gegen einen sehr guten Gegner und die Lehren daraus die Grundlage für weitere positive Entwicklungen denn das Problem ist doch das Bayern viel zu wenig Spiele gegen ebenbürtige Gegner hat wo man an seine Grenzen stößt und wirklich erkennt wo man steht bzw. wo man anfällig ist und sich ggf. Schwächen offenbaren.

      1. DasDing

        Ich denke, das System steht und fällt auch mit der Umsetzung des Gegenpressings. Bekommt man das koordiniert hin (wie im größten Teil der Hinrunde), kann man fast jede Mannschaft dominieren, da es für den Gegner dann praktisch keine Möglichkeit gibt, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Schafft man es jedoch, so wie gestern, nicht, nach gegnerischem Ballgewinn schnell in die entsprechenden Positionen zu kommen um den ballführenden Gegenspieler zu isolieren und ihm die Pass- und Handlungsoptionen zu rauben, wird es schnell sehr schwierig. Der Gegner kann dann Tempo aufnehmen, sich hinten rauskombinieren und hat vor sich das freie Feld – vor allem, wenn die Abwehrspieler sich dann noch mit der Abseitsfalle verzetteln oder sich weitere unnötige Fehler leisten.
        Man muss in puncto Gegenpressing einfach ganz schnell wieder auf Hinrundenniveau, dann funktioniert Peps Spielweise auch wieder so wie wir es inzwischen gewohnt sind.

        Btw. hätte man den Konter vor dem 1:0 womöglich durch eine höhere Positionierung Neuers abfangen können? Wenn er da nicht auf der Linie stehen bleibt, sondern sich vorher an der Strafraumgrenze positioniert, hätte er den vorletzten Pass doch theoretisch einfach ablaufen können.

      2. Christopher

        Btw. hätte man den Konter vor dem 1:0 womöglich durch eine höhere Positionierung Neuers abfangen können?

        Die Frage habe ich mir bei allen Kontertoren gestellt, allerdings stand unsere Abwehr sehr sehr hoch. Das 3:0 war ja im Prinzip aus der eigenen Hälfte der Wolfsburger erspielt. Für eine abschließende Bewertung müsste man sich die Tore aber noch mal im Detail anschauen, denn die Kameraposition ist in Wolfsburg nicht die Beste.

  6. Thomas

    Der Konter zum 0:1 war sehr gut gespielt; mit einem Weltklasse-Paß von der Mittellinie aus. Da war wenig zu machen, denke ich. (Diesen Angriff von Wolfsburg muß man auch mal anerkennen.) Einzig Rode hätte hinten rechts absichern müssen, aber er war wohl zu weit vorn, um rechtzeitig zurückeilen zu können. Dieser Fehler war wohl einer der Gründe für die frühe Auswechslung von Rode.

    Der Start war schlecht. Aber vielleicht war das sogar gut. Das schärft die Sinne für die nächsten Spiele. “Es geht nicht von alleine”, sagte Robben. Das ist unsern Bayern nun vor Augen geführt worden.

    Besser ein 1:4 gegen Wolfsburg als ein 1:4 gegen Real Madrid oder Chelsea London.

  7. Johannes

    Das war echt eins der schlechtesten Spiele in der Guardiola Ära keine bewegung ohne Ball, wenig torchancen und riesige Räume und zeit für den gegner.Das Mittelfeld mit Alaba, Alonso und Schweinsteiger war ne absolute Katastrophe.Alaba war garnicht zu sehen und Schweinsteiger wusste irgendwie garnicht was seine Aufgabe ist.Der will anscheinend immer noch seinen Heynkes Fussball spielen wo er sich ohne Gegnerdruck, die Bälle hinten abholen kann um dann seine Alibipässe zu spielen.

    Hier bin ich echt mal gespannt wie das in Zukunft aussieht mit Alonso und Schweinsteiger denn schlechter hätte es nicht laufen können.Für nen Achter ist Schweinsteiger mittlerweile viel zu langsam und längst nicht so ballsicher wie auf der sechs.Von daher wäre es wohl besser die beiden in Konkurrenz zu stellen Verträge laufen ja 2016 aus dann kann man den schlechteren gehen lassen.

  8. H34T

    Die meisten probleme wurden ja schon angesprochen, ich denke es ist so eine art verkettung. Das pressing auf alonso durch den wolfsburger 10er de bruyne oder später perisic sowie teilweise manndeckung der 8er durch die wolfsburger 6er führten zu den problemen im aufbau und den ballverlusten, die nicht durch gegenpressing entschärft wurden. Was die pässe auf den hinter die hochstehende Abwehrlinie startenden de bruyne ermöglichten. Bei jedem Konter war de bruyne der adressat. Ich glaub deswegen auch nicht, dass es viel anders ausgesehen hätte, wenn z. B. Benatia für Dante gespielt hätte. Benatias hat auch bereits defizite in der Geschwindigkeit gezeigt und hätte de Bruyne auch nicht mehr ablaufen können. Das ist einfach das Risiko der hoch stehenden Abwehrkette und wenn es schnelle Spieler gibt, die dahinter reinstarten kann das schwer verteidigt werden, sobald der Pass gespielt wird.

    Vlt hätte das mit anderem Personal besser gelöst werden können sowohl im Aufbau durch mehr pressingresistenz oder die möglichkeit, das pressing spielerisch zu überwinden (Thiago, Lahm?), als auch im eigenen Pressing durch mehr Physis (Martinez, Rode).

    Ich fand auch interessant, dass Guardiolas umstellungen nicht funktionert haben. Rode hatte offensichtliche schwierigkeiten auf der Rechtsverteidigerpsoition, schwierigkeiten im 1:1 gegen Perisic/de Bruyne, wurde mehrfach ausgespielt. Aber Weiser war meiner meinung keine verbesserung, man hat zwar gesehen, dass er motiviert war und viel rumgelaufen ist, aber er hatte auch einige katastrophenpässe. Wo da die tolle leistungsstigerung in der Vorbereitung gewesen sein soll ist mir schleierhaft. Sollte meiner meinung nach abgegeben werden.

    Vlt wäre es besser gewesen auf 3-5-2 umzustellen, alaba als linker iv (ws er auch kurz gespielt hat), dante zentral, boa rechts, boa und alaba könnten dann mit mehr geschwindigkeit reagieren, bernat und robben als flügelverteidiger, Rode auf die 8 für mehr pghysis/giftigkeit als gegenpol zu arnold/gustavo. Damit hätte man evtl mehr fokus auf die flügel legen und die probleme im zentrum umgehen können. Müller hinter Lewandowski bzw später Götze neben/hinter Lewandowski. Götze hätte man meiner meinung nach eher bringen können für müller.

  9. chicago_bastard

    Ich seh es anders als die meisten, es IST eine Systemfrage.

    Klar können die Bayern deutlich besseres Gegenpressing zeigen als es gestern der Fall war, meiner Meinung nach kann man gegen Gegner eines gewissen Niveaus aber nicht mit so einer hohen Abwehr spielen und sich aufs Gegenpressing verlassen, das geht niemals über 180 Minuten gut. Wenn man mal Real Madrid nimmt: Die haben mit Modric und Kroos zwei absolute Monster in puncto Pressingresistenz im defensiven Mittelfeld, wenn die einen normalen Tag haben kann man die nicht mit Pressing beeindrucken. Letzte Saison hat Modric allein gereicht um das Gegenpressing der Bayern ins Leere laufen zu lassen, jetzt hat er statt des pressinganfälligen Alonso auch noch Kroos neben sich. In Kombination mit Bale und Ronaldo, die in vollem Tempo auf unsere extrem hohe Abwehlinie zulaufen (oder wie beim absolut grotesken dritten Tor gestern in der eigenen Hälfte vor (!!!) der Bayernabwehr starten können…) würde das erneut in einem Debakel enden, wenn man versucht diese Spielweise durchzuziehen.

    Gegen solche Gegner muss Guardiola das System zwingend modifizieren, so wie er es im Pokalfinale gegen den BVB gemacht hat. Ich hoffe das gestrige Spiel hat ihm in dieser Hinsicht die Augen geöffnet.

    1. Dakury

      Das war keine Niederlage systembedingt. Das war wie gegen Real eine Niederlage bedingt durch die Tagesform. In meinen Augen hatte kein Spieler Normalform und zusätzlich spielt man gegen ein pumped up Wolfsburg bei denen so gut wie alles gelingt.

  10. […] VfL Wolfsburg – FC Bayern München 4:1 (2:0) […]

  11. Jo

    Ich bin immer wieder überrascht wie leicht man manche Leute doch in Hysterie versetzen kann.
    Da verliert man nach fast 2 1/2 Jahren mal wieder ein relevantes Spiel in der BL und da will man gleich das Haus abreißen.
    Wolfsburg ist eben die größte Herausforderung die es derzeit in der BL gibt. Keine Gurkentruppe, kein Real, einfach eine starke Mannschaft mit einigen richtig guten Kickern, die momentan auch noch eine klasse Form haben. Da kann man mal verlieren!
    Und ob das jetzt 4:1 oder 4:3 ausgeht ist im nachhinein auch völlig egal.

    Abgesehen von diesem Spiel muss man festhalten, dass die Mannschaft schon gegen Ende der Hinrunde so etwas ihren “Untouchable-Statús” verloren hat.
    Man kann das zeitlich an den Verletzungen von Lahm und Alaba festmachen. Seitdem läuft das ganze Gefüge nicht mehr so rund.
    Ein ganz wesentlich Problem ist die Verfügbarkeit und der Fitnesszustand einzelner Spieler. Das heißt wesentliche Spieler sind nicht einsatzfähig, hinken dem normalen Fitnesszustand hinterher oder plagen kleine Wehwehchen. Für die Aufstellung und Taktik müssen immer irgendwelche Kompromisse gemacht werden.
    Es spielen Spieler die noch nicht richtig fit sind, oder auf Positionen die ihnen nicht liegen, oder nicht im optimalen taktischen Verbund.
    Mich erinnert das ein wenig an Dortmund light. Die Dortmunder hatten auch in jedem Spiel theoretisch eine Topmannschaft auf dem Platz, aber irgendwie hat das nie ganz zusammengepasst.

    Wenn ich an die Aufstellung von gestern denke. Rode als RV. Wie oft hat er das bisher im Leben gespielt. Alaba, logischerweise eh noch nicht fit, spielt als eine Art Achter. Wie oft hat er das schon gespielt? Und wenn er das mal gemacht hat waren das eher schwächere Spiele.
    Schweinsteiger als Achter, oder eher Zehner. Wie oft hat er das in seiner langen Bayernkarriere gespielt? Und waren das dann seine besten Spiele?
    Müller als Linksaußen. Habe ich so noch nicht gesehen. Muss auch nicht mehr sein.
    Götze, Badstuber, Benatia als Alternativen auf der Bank. Alle nicht so voll einsatzfähig?

    Zusammengefasst: Theoretisch eine Topmannschaft auf dem Platz, aber so richtig passt es nicht zusammen.

    Bringt mich zur Personalplanung. Das ärgert mich mehr als das Spiel gestern, weil planbar. In vollem Bewusstsein der bekannten Verletztenlage, der Wackelkandidaten im Kader, den potentiellen Ausfällen (die mit absoluter Sicherheit kommen werden), zwei Spieler abzugeben ohne irgendeinen Ersatz halte ich für reine Zockerei. Hätte ich echt nicht gedacht.

    Hier wurde auch ein paar mal die Systemfrage gestellt. Die stellt sich mir auch, aber etwas anders. Warum ist man nur vom Erfolgssystem abgewichen und warum ist man bloss auf die Idee mit den langen Bällen gekommen.
    Das fand ich in der Vorbereitung schon irritierend, aber jetzt gegen Wolfsburg? Das ist so absolut nicht Peplike.
    Bezeichnenderweise hat man das Spiel auch besser in den Griff bekommen, als man eher wieder im Guardiola-Style gespielt hat. Durch diese langen Bälle und die zwangsläufig häufigeren Ballverluste entsteht ja gerade dieses “hin unf her” das Pep selbst immer wieder kritisiert hat. Meines Erachtens hat man so Wolfsburg unnötig stark gemacht und zu Gegenangriffen eingeladen.

    Man sollte auch mal ein deutliches Wort zu Rode sagen, der gestern seinen Offenbarungseid (zumindest als RV) abgeliefert hat. Nach ein paar Minuten hatten das auch die Wolfsburger mitbekommen und haben permanent auf diese Schwachstelle eingehauen. Rode gegen de Bruyne, das hatte was von einer Vorführung!
    Im Normalfall muss Pep ihn da nach 20 Minuten wegholen. Aber klar wo waren gestern die Alternativen (s.o).
    Immerhin konnte Weiser nach seiner Einwechslung dann überzeugend widerlegen, dass er der Gewinner der Vorbereitung oder von sonst was wäre.
    Leute bringt für Rafinha eine Kerze in die Kirche, oder was ihr sonst meint. Die Position ist eine offene Wunde.

    1. Erich_B

      Zur Personalplanung hätte ich auch einige kritische Worte (Was jedoch nach einer Niederlage und den Verletzten in der Natur der Sache liegt).

      Aber auf einzelne Personen wie Dante und Rode würde ich nicht losgehen, wahrscheinlich hätte auch ein Rafinha oder sogar Lahm gegen De Bryne schlecht ausgesehen, das ist mir zu einfach.

      Das war ein Versagen der gesamten Mannschaft.

      1. Jo

        Als Trainer mag es opportun sein einzelne Spieler von der ööffentlichen Kritik auszunehmen. Ansonsten kann man die individuelle Leistung bei der Analyse natürlich nicht ausklammern. Spieler wie Rode sind für mich besonders interessant da sie quasi noch auf Bewährung spielen. Ein Alaba. war jetzt auch nicht Top aber das ändert nicht meine Meinung über ihn. Da weiß man was man hat.
        Wie Lahm und Rafinha ausgesehen hätten wer weiß? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit allerdings besser.

      2. Erich_B

        Mir sind die ganzen Diskussionen zu intensiv und detailliert.

        Warum wird über Rode diskutiert ? Wieviel Verteidiger gibt es die De Bryne verteidigen können wenn er im Spurt auf diesen zukommt ?

        Boateng war doch auch nicht besser im Spiel, der hat die Hinrunde stärkere Spiele gemacht.

        Wieso wird über Alonso diskutiert ? Das ist doch nix neues das er nicht sonderlich pressingresistent ist und er sich gerne zwischen die IV fallen lässt ? und trotzdem hat man etliche Spiele gewonnen.

        Wieso wird über die Spielweise von Wolfsburg diskutiert ? Ist es die erste Mannschaft der Welt die ein hohes 4-4-2 Pressing spielt ?

        Im Hinspiel hab man sich übrigens teilweise an WOB angepasst, Bayern hat teilweise sogar auf Konter gespielt.

        Bei Bayern haben einfach die letzten 2-3% gefehlt. Sorry für den allgemeine Aussage.
        Kein Spieler hat überragt. Keiner war bei 100%.

        Es gab etliche Spiele in der Hinrunde wo auch die gegnerische Mannschaft die erste große Chance hatte jedoch diese nicht genutzt hat.

        WOB war in den entscheidenden Szenen einfach besser, effektiver, bei 100%. Weil auch die anderen Mannschaften wissen das man Bayern nur mit 110% schlägt.

        Und Bayern hat sein Niveau nicht erreicht.
        Bayern gewinnt kein Spiel mit 95%. Einige Spiele in der Hinrunde hätten bei anderem Spielverlauf anders ausgehen können.

        Über die Taktik von WOB zu diskutieren, über die Schwächen von Dante finde ich absurd. Das war alles vorher klar. Das Rode im 1:1 gegen De Byrne nicht besteht kann man sich ebenfalls denken.

        Was hat eigentlich Müller auf links zu suchen ? hat den jemand dort jemals spielen sehen und das auch noch gut ? Wieso nicht Robben auf Links ? Heynckes hat so spielen lassen, Müller rechts, Robben links (Mit Kroos noch als zehner).

        Und was denkt man sich eigentlich bei der Integration von Schweinsteiger ? Ist das ne 8 oder 10 ? Würde man das bei Alonso denken ? Nein. Beide langsam, wenig wenig, schnelles, direktes Kurzpassspiel ist nicht deren stärke. Wobei man Schweinsteiger noch Torgefährlichkeit unterstellen könnte.

        Vor allem das mit Schweinsteiger könnte noch sehr, sehr interessant werden. Ich sehe da nicht wirklich eine Planstelle.

  12. Axel

    Hier mal etwas Positives: Nach dem 1:4 hat die Mannschaft immerhin noch so viel Gas gegeben, dass man bei normaler Chancenverwertung mindestens noch zwei Tore erzielt hätte (Robben, Piza). Ist nicht selbstverständlich, denke ich.

  13. Berti

    ich frage mich, kann man das “Problem Alonso/Schweinsteiger” damit lösen indem “Alonso zum Matthäus wird”?

    wie ich das meine? Alonso wird zum zentralen Mann der 3-Kette in der Abwehr; bekommt rechts Boateng und links Alaba neben sich, so dass sein “Geschwindigkeitsproblem” durch die schnellen Partner an der Seite abgefangen wird; er müsste beim Ballbesitz nicht mehr zurückweichen, weil er ja schon da ist :-)

    Schweinsteiger wäre der einzigste langsame 6er und die Position im Mittelfeld könnte z. B. durch Götze, Gaudino/Rode übernommen werden, welche durch enge Drehungen, Pressingstärke andere Qualitäten ins Mittelfeld bringen als mit dem Duo Schweinsteiger/Alonso bestehen.

    Da Bernat links spielt, besteht zudem die Möglichkeit einer verkappten 4er-Kette; rechts wäre Robben durch Boateng abgesichert und bekäme mit Götze/Gaudino/Rode (ggf. auch Müller) einen Anspielpartner auf seiner Seite.

    Müller auf links, wie gegen Wolfsburg, ist bisher meiner Kenntnis nach noch nie geglückt; da sollte eine andere Lösung her.

    Neuer
    Alaba – Alonso – Boateng
    Bernat – Schweinsteiger – Gaudino (Rode) – Robben
    Götze
    Lewandowski – Müller

    die Aufstellung berücksichtigt das Fehlen von Ribery, Lahm, Martinez, Thiago und Co. (also aktueller Kader)

    1. Erich_B

      Die Idee mit Alonso als ZV ist interessant, wurde als der Deal mit Alonso bekannt wurde auch in englischen Blogs diskutiert.

      Die Frage ist bloß wie zwanghaft man versuchen will Alonso und Schweinsteiger zu integrieren.

      Alonso hat auf den ersten Blick als ZV nicht viele Vorteile, vor allem wenn hoffentlich Badstuber langsam wieder kommt.

      Zu Rode und Dante habe ich schon was geschrieben, da können nicht alleine Schuld sein wenn Bayern in 1 Spiel soviel Gegentore kassiert wie in der gesamten Hinrunde – das ist ja Wahnsinn wenn eine Mannschaft/Trainer nicht die Missmatches der eigenen Spieler durch andere Spieler/Taktik kaschieren kann.

      Rode empfand ich teilweise in der Rückrunde gut im Gegenpressing, hatte durchaus immer wieder starke Ballgewinne auch im letzten 1/3.

      Bei Dante ist mittlerweile bekannt das im die Spielweise von Pep nicht entgegenkommt, und schneller wird der nicht mehr.

  14. Marco05

    Auch wenns ne Zeit lang her ist, aber ich erinnere mich an ein 0:5 zu Hause gegen Bremen. Oder ein 2:5 gegen den BVB (und ein 1:6 gegen WOB). Ergo: So Tage gibt es halt immer wieder auch wenns nervt. Beim FCB ging gefühlt null und bei WOb gefühlt 200%. Allein wie das 2:0 zustande kommt spricht Bände.

    Dennoch, ich hoffe aus den Fehlern lernt man.
    – Rode als RAV zu offensiv und dazu ungeschickt im Pressing – viel zu leicht zu überspielen
    – Fehlpassquote eigentlich unglaublich, zieht sich durch die ganze Truppe. Konzentration?
    – Defensivverhalten: fängt beim Gegenpressing an. Das war viel zu inkonsequent und von WOB viel zu leicht zu überspielen. Dann fehlten die Leute hinten.
    – Dante kann kein 1:1. Offensichtlich. Beim 0:1 war er komplett irgendwo anders. Habe da kein gutes Gefühl aktuell und hoffe auf Benatia
    – Selbst von konstanten Größen wie Alonso und Robben ungewohnt schwache Leistung.
    – Alaba noch ohne Praxis

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die komplette Truppe irgendwie indisponiert war, warum auch immer. Ich habe mir nach der Pause und der Vorbereitung deutlich mehr versprochen. So wirkte das wie null eingespielt und total unkonzentriert. Noch dazu wurden viele Zweikämpfe verloren. Wenn dann noch beim Gegner alles geht kommt so was wie am Freitag zu stande. 0:2 Eiertor in Minute 46. Dantes Fußspitze verhindert Neuers Parade beim 1:4. Nur eben diese Konteranfälligkeit ist nicht neu und da muss auch was passieren. Aber wie gesagt, das geht beim Gegenpressing los.

  15. DukNukem

    Das ist doch alles ganz einfach zu erklären ;)
    VW hat seine Connections spielen lassen und sich den Sieg gekauft, um den zweiten Platz zu sichern. ;) :D
    Das ist natürlich völliger Humbug und Stoff für die neusten Verschwörungstheorien. xD Aber irgendein FCB und VfL hasser wird das bestimmt schon herumposaunen. Stammtisch halt.

    Nun mal wieder etwas ernsthafter.
    Wie hier schon teilweise angeklungen. Ist es auch so vorgekommen, als wäre Neuer bei den Toren deutlich passiver gewesen, als er sonst gespielt hat. Vor allem bei den Toren mit langen Laufwegen habe ich auf einen #JustNeuerThings Moment gewartet, wo er ins Bild flitzt und den Ball auf die Tribüne prügelt. Dieses offensive Spiel war irgendwie nicht zu sehen.

    Das Glück des Gegners muss man aber auch einmal anerkennen. Wann wird denn Dost jemals wieder so eine Bude machen, wie beim 2:0. Das wird doch Jahre dauern, wenn es überhaupt nochmal dazu kommt.
    Deshalb am Dienstag gegen Schalke alles korrigieren.

  16. Patrik

    Da kam einfach alles zusammen: Ein schlechter Tag aller Beteiligten auf unserer Seite. Darüber hinaus total motivierte WOB mit der Motivation und den emotionalen Zuschauern im Rücken, durch diese Geste zu Beginn des Spiels. De Bruyne, der extra motiviert war wegen Malanda. Das Freitag Abend Spiel, was uns nicht liegt. Das 2:0 was ein Sonntagsschuss ist, der trifft ihn gar nicht richtig und Dost sagt ja selber, dass er etwas Glück hatte. Das 4:1 was abgefälscht ist. Wenn du dann noch eine der anderen Chancen nutzt geht das Ding am Ende 2:2 aus und alle sagen dann, wie stark die Bayern sind, dass sie nach so einer Leistung auch noch ein Unentschiden holen. Vermutlich ist das auch der Schuss vor den Bug zum richtigen Zeitpunkt.
    Erst mal das Schalke Spiel abwarten, dann kann man sagen, ob es eine Eintagsfliege war, oder ob es ein zu einem Problem der Rückrunde werden könnte.

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