WM-Kaderausblick Teil 3: Rib&Rob – unsere Flügelzange bei der WM

Im dritten Teil der Vorschau auf die Weltmeisterschaft in Brasilien wird der Blick auf die Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribéry gerichtet. Neben diesem gibt es auch noch Teil 1 (Dante, Javi Martínez) und Teil 2 (Daniel van Buyten, Julian Green, Xherdan Shaqiri).

Franck Ribery (30, Frankreich, 81 Länderspiele)

Es sollte seine WM werden – endlich auch bei einem großen Turnier sein Land erfolgreich vertreten, das war der Traum von Franck Ribery. Ob es noch realistisch ist, dass er zum Turnierstart fit wird, steht in den Sternen.

Dass Francks Saison beim FC Bayern in ihrer Gesamtheit als durchwachsen einzustufen ist, liegt an einer lang anhaltenden Formkrise, die im Januar 2014 begann, als er die Wahl zum Weltfußballer verlor. Eine persönliche Niederlage zu der auch noch eine eigenartige Rückenverletzung und ab Ende März ein Leistungseinbruch bei der gesamten Mannschaft hinzukamen. Und prompt war die überragende Hinrunde des Franzosen egalisiert. Nun, die Saison endete für den 30-Jährigen auf den ersten Blick trotzdem positiv. Das Pokalfinale, in dem er eigentlich nur als Alternative auf der Bank eingeplant war (wegen eben dieser anhaltenden Rückenprobleme, die ihn nun möglicherweise die WM kosten) bestritt er fast über die volle Distanz. Eine Energieleistung, der er nun möglicherweise Tribut zollen muss.

Doch einen Schritt nach dem anderen: Die „Equipe tricolore“ und Franck Ribery, es ist eine Hassliebe, mit der man ein Buch füllen könnte. 2006, beim letzten wirklich guten Abschneiden der Franzosen, spielte Ribery an der Seite von Bartez, Sagnol und Zidane groß auf – und wurde danach in einer neuen Generation als Nachfolger von „Zizou“ auserkoren. Eine große Last, der er weder 2008, beim blamablen Ausschneiden in der Vorrunde, noch 2010, bei der skandalösen Revolte der Mannschaft gegen Trainer Domenech, standhalten konnte. Auf einmal prasselte ein Sturm der Entrüstung auf den als Rudelführer auserkorenen Ribery ein, dazu kam noch der Sexskandal mit einer minderjährigen Prostituierten, der ihn jegliches Restansehen kostete. Auch 2012 überzeugte er nicht. Wie sollte er auch, er hatte gerade das Vize-Triple kassiert und war wieder einmal von verschiedensten Wehwehchen geplagt. Jetzt, 2014, sollte er gemeinsam mit Benzema und Co. endlich mal das zeigen, was er kann – und wahrscheinlich wird es wieder nichts, wenn er überhaupt spielen kann, muss sich Ribery mit Schmerzmitteln durchs Turnier quälen. Es ist seine 3. WM-Teilnahme und dabei wird es wahrscheinlich auch bleiben. Denn mit 34 wird sich der Rechtsfuß das Chaos um die französische Nationalelf nicht mehr antun.

Prognose: Wenn Ribery spielen kann, dann nicht in der Form, in der er fast Weltfußballer geworden wäre. Es könnte erneut ein Turnier der bitteren Erfahrungen werden.

Arjen Robben (30/Niederlande/74 Länderspiele)

Kein anderer Spieler aus dem Bayern-Kader, außer vielleicht Philipp Lahm, hat für seine Nationalmannschaft eine so wichtige Rolle wie Arjen Robben. Der Niederländer muss für die Elftal die Kohlen aus dem Feuer holen – denn neben ihm und van Persie fehlt es an großen Namen.

Eigentlich kann man fast sagen dass Robbens Saison eigenartig verlief. Bis auf einige Wochen Pause im Dezember blieb er komplett unverletzt und kam immer besser in Form, die Krönung folgte erneut im Finale gegen Dortmund, womit er sich noch tiefer ins Herz der Bayern-Fans schoss. Er avancierte in vielen Spielen zum Matchwinner, war an überragend vielen Toren beteiligt – kurzum, eine nahezu perfekte Saison. Ganz anders sieht es in der Nationalmannschaft aus, die Holländer sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Mit Sneijder, van der Vaart und Co. sind einige Stützen weggebrochen. Robben und van Persie sind die Alleinunterhalter in der Offensive. Auch Arjens persönliche Erfahrungen mit dem Nationalteam waren zuletzt eher von Enttäuschungen geprägt. Zum einen die Finalniederlage gegen Spanien 2010, als er eine Reihe bester Chancen auf die Führung ausließ und zum anderen das Vorrundenaus bei der EM 2012, das tiefe Risse im niederländischen Selbstverständnis einer „Turniermannschaft“ hinterließ. Wie wichtig für den 30-Jährigen die WM 2014 ist, zeigte sich in der Vorbereitung, als er in Testspielen allergisch auf jegliche Attacken reagierte. Robben ist heiß auf die WM – und vielleicht holen sich die Niederländer ihr Selbstverständnis mit seiner Hilfe wieder.

Prognose: Robben ist für die Niederländer essentiell – er kann der große Gewinner der WM werden. Denn wie man aus harten Niederlagen Kraft für große Erfolge schöpft, hat er gelernt.

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