Vorschau: Zu Gast beim SV Werder Bremen

Am Samstag treffen im ehrwürdigen Bremer Weser Stadion zwei der drei besten Rückrundenmannschaften aufeinander. Sowohl Werder als auch Bayern haben in 7 Spielen 16 Punkte geholt. Lediglich die bessere Tordifferenz der Münchner würde den Ausschlag in der Rückrundentabelle zugunsten des Rekordmeisters geben. Mit diesem guten Start hat Werder Bremen in den sieben Rückrundenspielen fast so viele Punkte geholt wie in der Hinrunde (17). Allerdings hat Bremen gegen die drei aktuell besten Bundesliga-Teams (Bayern, Wolfsburg, Mönchengladbach) in dieser Saison keinen Zähler geholt und 17 Gegentore in vier Spielen kassiert. Negativer Höhepunkt war sicherlich der Auftritt in München. Es war das erste Mal seit Beginn der Datenerfassung, dass ein Team nicht einen(!) einzigen Torschuss abgeben konnte. Nicht mal ein Befreiungsschlag oder eine verunglückte Flanke gelang dem Team von Robin Dutt damals in München. Dutt bekam zwar noch mal Kredit von der Vereinsführung, wurde aber sechs Tage später, nach einer 0:1 Heimpleite gegen Köln entlassen. Seit dem hat Viktor Skripnik in Bremen übernommen und in 16 Spielen 29 Punkte geholt, also 1,8 Punkte pro Spiel. Skripnik führte die Mannschaft vom 18. auf den 8. Tabellenplatz und kann sich noch Hoffnung auf den europäischen Wettbewerb machen.

Unlängst erlebte Viktor Skripnik allerdings seinen ersten großen Dämpfer. Das Aus im DFB-Pokal gegen den Drittligsten Bielefeld (1:3) war sicherlich nicht eingeplant. In der Liga gab es in den letzten drei Spielen ‚nur‘ einen mühevollen 1:0 Sieg in Freiburg. Auf Schalke konnte mit Glück ein Unentschieden erkämpft werden. Gegen Wolfsburg brach die Mannschaft trotz dreimaliger Führung in der zweiten Halbzeit auseinander und verlor 3:5.

Personelle Situation

Werder hat einige personelle Sorgen. Vor allem fehlt mit di Santo der Topspieler der Bremer. Der Argentinier di Santo erzielte zuletzt den Siegtreffer in Freiburg und auch sonst gelangen ihm in 17 Spielen 12 Tore und 2 Vorlagen. Überdies setzte Skripnik vor allem auf junge Spieler. Ihm gelang es Selke, den wohl bekanntesten U19-Eruopameister, einzubinden und auch sonst setzte er vermehrt auf junge Spieler. Öztunali wurde z.B. aus Leverkusen geholt, ansonsten bekamen Sternberg, Aycicek und der seit der Rückrunde verletzte Lorenzen viele Spielanteile. Spieler, bei denen die Chemie zwischen Trainer und Akteur nicht gepasst hatte, wurden abgegeben – z.B. Elia.

Neben besagten di Santo fehlt aus der Stammelf nur Lukimya, der zuletzt im Vergleich zu Prödl einige Spielanteile bekommen hatte.

Aufstellung / Umstellungen

Skripnik könnte am Wochenende auf ein 4-3-1-2 zurückgreifen. Mit Garcia, Vestergaard, Prödel und Selassie ist die Innenverteidigung eigentlich gesetzt. Davor spielt meist ein Dreierreihe aus Junuzovic, Bargfrede und Fritz. Öztunali und Bartels sind die Freigeister in der Offensive, Sturmspitze dürfte Selke sein. Durch den Ausfall von Stürmer di Santo, dürfte Bremen noch mehr auf Konter bzw. schnelles Umschalten setzen. So konnte Bremen vor allem kürzlich gegen Wolfsburg treffen und die zwischenzeitlichen Führungen herausspielen. Das taktische Konzept kaschiert die Schwächen im eigenen Ballbesitz und ermöglicht ein gutes Umschaltspiel, welches hilft viele Torchancen zu erspielen, die Werder zuletzt überdurchschnittlich gut genutzt hat. Interessant wird sein, wie Skripnik die Flügel stärken will und Foulsspiele rund um den eigenen Strafraum besser vermeiden lässt. Hier zeigte Werder zuletzt deutliche Schwächen.

Das gewisse Etwas

Ist das neu gewonnene Selbstbewusstsein seit dem Trainerwechsel. Das Team agiert mutig, wirkt frischer und bezogen auf das taktische Spielermaterial besser eingestellt. Auch wenn die Formkurve zuletzt einen kleinen Knick hatte, spielte Werder besser als in den vergangen drei Jahren. Überdies fehlen nur noch 7 Punkte, um die magische 40 Punkte Schwelle zu erreichen. Der Zwischenspurt war unter Dutt nicht denkbar.

Prognose

Es wird ein hartes Stück Arbeit für den Rekordmeister, der auf seine Flügelzange Ribery und Robben verzichten muss. Angesichts der Schwäche auf dem Flügel von Werder ein harter Verlust. Denkbar ist, dass Müller über die rechte Seite und Bernat über die linke Bahn angreifen. Diese Idee hatte gegen Hannover aber nur mittelbar Erfolg.

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Leserkommentare
  1. Jo

    Ribery, Robben, Thiago, Martinez verletzt, Alonso gesperrt, Lahm noch nicht richtig einsatzfähig. Pizarro und Gaudino sollen auch nicht einsatzfähig sein. Und jetzt will Pep auch noch angeblich auf Neuer verzichten. Da hätte es doch wirklich Spiele gegeben die sich dafür besser eignen und nicht wenn eh schon 8 Mann fehlen.
    Insofern wirklich ein hartes Stück Arbeit.

    Ich hoffe sie können die Bremer Standards so weit wie möglich vermeiden bzw. kontrollieren. Junuzovic hat einen unglaublichen Lauf bei Freistößen und zur Abnahme haben die ein paar richtige Kanten im Team.

  2. Pachinko

    Reina- Rafinha,Benatia,Badstuber/Dante,Alaba- B31,Rode – Götze,Müller,Bernat- Lewy wäre eine super Aufstellung für morgen. Rode hat sich nach dem starken Einsatz gegen Donezk einen Startelfeinsatz verdient. Schade das er Kurt nicht mitgenomman hat. Wäre eine gute gelegenheit ihm mal eine Chance zu geben.

  3. Josef

    Das sieht ja wirklich nach einem Mini-Kader aus. Werden es dann überhaupt 18 Spieler sein? Ist Kurt bei den Amas dabei? Pizarros Fehlen ist natürlich extrem schade. Ausgerechnet gegen Werder, und dann auch noch in einer Situation mit großer Chance auf viele Minuten. Hach, hoffentlich kriegt er noch ein paar schöne Momente auf seiner (mutmaßlichen) Abschiedsrunde…

    Das Verrückte ist: Selbst mit diesem Mini-Kader stellt sich die Mannschaft nicht von selbst auf. Die Bremer sind offensiv ziemlich flügellahm, das würde doch eigentlich für eine Dreierkette oder Viererkette mit “falschen Außenverteidigern” sprechen, oder? Bernat gefällt mir für diese Anforderungen ehrlich gesagt nicht besonders gut.

    Vielleicht: Reina – IV1* IV2* Alaba – Rafinha (Weiser) Rode Schweinsteiger Bernat – Müller Götze Lewandowski
    *Bei den IV entsprechend 2 aus 4. Badstuber dürfte eine Pause bekommen. Ich weiß nicht, wie fit Benatia ist. Vielleicht spielt er für Boateng.

    Eine absolute Kleinigkeit am ansonsten wie immer guten Artikel, die mir nicht gefällt:

    Allerdings hat Bremen gegen die drei aktuell besten Bundesliga-Teams (Bayern, Wolfsburg, Mönchengladbach) in dieser Saison keinen Zähler geholt und 17 Gegentore in vier Spielen kassiert.

    Das wirkt einfach etwas konstruiert, so nach dem Motto: “Ich defniniere den Beweis so dass er zu meinem Argument (hier: Probleme gegen Top-Teams) passt.” Warum macht ihr den Cut ausgerechnet bei diesen drei Top-Teams? Nimmt man Leverkusen, vor dem Spieltag auf Platz 4, dazu, sieht das Bild direkt viel besser aus. In den beiden Spielen gegen Leverkusen haben die Bremer nämlich gute 4 Punkte geholt. Gegen Schalke sieht’s dann wieder schlechter aus, gegen Augsburg, Hoffenheim und Dortmund wieder besser…
    Des Weiteren sind von den 4 Spielen gegen die Top 3 immerhin 3 auswärts gewesen.
    Wie gesagt, komplette Nebensächlichkeit. Aber das ist einfach eine Art “evidenzbasiertes Schreiben”, die ich nicht mag.

  4. Hero991

    Interessant, dass keiner Starke in seiner voraussichtlichen Startelf nennt. Für mich wäre Raina auch gesetzt.
    Ich würde folgendermaßen Aufstellen:
    ——————Raina
    —–Boateng ———Dante
    Rafhina ——————–Alaba
    ———–Schweinsteiger
    —Rode——————-Bernat
    —————–Götze
    ——Müller—– Lewandowski

    Selbst wenn Benatia Spielen könnte, würde ich den nicht aufstellen, da er doch zu den einen oder anderen Foul macht und Standards von Bremen will ich mir eher ersparen.

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