VfB Stuttgart - FC Bayern München 1:3, David Alaba, Franck Ribéry; Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

VfB Stuttgart – FC Bayern 1:3 (0:1)

Das wohl spannendste Bundesliga-Saisonfinish seit über fünf Jahren hat begonnen. Das Auswärtsspiel in Stuttgart war für den FC Bayern der Auftakt in eine schwierige Saisonphase mit Duellen gegen Hertha, Mönchengladbach und Schalke in den kommenden drei Wochen.

Es wurde ein klarer, wenn auch nicht unkomplizierter Sieg. Unsere Analyse in drei Dingen, die auffielen.

Falls Ihr es verpasst habt:

Wie erwartet baute Guardiola seine Mannschaft zwischen den Viertelfinalspielen in der Champions League um. Götze, Xabi Alonso, Javi Martínez und Rafinha rückten für Müller, Thiago, Douglas Costa und Lahm in die Startelf.

VfB-FCB, Grundformationen, Wechsel Vidal-MüllerVfB-FCB, Grundformationen, Wechsel Vidal-Müller

Auf der Gegenseite musste Jürgen Kramny Serey Dié und Christian Gentner ersetzen. Klein und Werner kamen dafür neu in die Startelf. Stuttgart gewann nur eines der letzten sieben Spiele, konnte sich gegen Bayern aber auf die unter Kramny wiederentdeckte Konterstärke konzentrieren. Mit den Flinken Werner und Kostić hinter Stoßstürmer Kravets und vor Spielgestalter Didavi standen dabei ein paar Spielertypen auf dem Platz, die den Münchnern potenziell durchaus wehtun können.

Zum ersten Mal setzte Guardiola auf eine Dreierkette mit Martínez, Alaba und Kimmich, die von Bernat und Rafinha bei Bedarf zu einer Fünferkette ergänzt wurden.

Die erste Chance hatten die Münchner, nachdem Götze im Rücken der Stuttgarter Abwehr durchgebrochen war und in der Mitte nur knapp Ribéry verfehlte (2.). Stuttgart begann abwartend und konzentrierte sich auf Standardsituationen. Didavi prüfte in der 11. Minute Neuer nach einer Freistoßflanke aus kurzer Distanz. Der Bayern-Kapitän — Neuer hatte die Binde von Lahm übernommen — war jedoch zur Stelle. In den folgenden zehn Minuten passierte gar nichts. Die Gäste taten sich extrem schwer, den Ball konstruktiv durch das engmaschige 5-4-1 der Kramny-Elf zu tragen.

Guardiola reagierte bereits nach 25. Minuten und nahm den nach drei Fouls Gelb-Rot gefährdeten Vidal aus der Partie. Für ihn kam Müller. Götze rückte dafür auf Vidals Position.

Bayerns Spiel nun sofort mit mehr Rhythmusveränderungen und Zug zum Tor. Trotzdem brauchte es ein Eigentor von Georg Niedermeier, um den Bann zu brechen. Ribéry war zuvor mit einem überraschenden Antritt in Richtung Grundlinie durchgebrochen. Niedermeier grätschte den Ball in der Mitte in Richtung Torwart Tyton, der ihn letztlich noch über die Linie abfälschte. Es war die erste Torchance der Bayern seit der 2. Minute (31.). Zwar blieben weitere Großchancen bis zur Pause aus, doch die Umstellung mit der Hereinnahme von Müller sorgte dafür, dass Bayern insgesamt deutlich gefährlicher wurde.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Halbzeit. Bayern nahm den Schwung der Schlussminuten aus der ersten Hälfte mit. Ribéry sorgte schon früh mit einem sehenswerten Solo für Gefahr (47.). Kurz danach reagierte Bernat nach einem zu kurz abgewehrten Ball am schnellsten und köpfte den Ball in den Lauf von Alaba, der mit einem Schrägschuss im Strafraum ins kurze Ecke traf. 2:0 (52.).
Das Spiel wirkte nun entschieden. Dann verlor Kimmich völlig ohne Druck einen Ball und produzierte einen Freistoß. Weil Lewandowski den eigentlich abgewehrten Ball im Strafraum verstolperte, traf Didavi im Sitzen (!) zum 1:2-Anschluss. Ein Treffer der Kategorie Slapstick, der sich zuvor nicht wirklich angedeutet hatte.

Stuttgart nun natürlich mit neuem Schwung im Rücken. Guardiola reagierte und brachte Thiago und Costa für Götze und den nur in zwei Situationen unaufmerksamen Kimmich. Der eingewechselte Thiago hatte zwei sehr gute Schusschancen. Beide Male parierte Tyton.

Werde Miasanrot Patrone & unterstütze unser Projekt. Jetzt direkt teilnehmen und Vorteile sichern oder im Blog mehr erfahren!

In den Schlussminuten ließen die Münchner den Ball sehr geschickt laufen und ließen es nicht zu, dass die Stuttgarter noch einmal Oberwasser bekamen. Kurz vor Schluss setzte der eingewechselte Douglas Costa mit einem strammen 18-Meter-Schuss den Schlusspunkt.

3:1. Ein Ergebnis, das sich nach 90 Minuten etwas klarer anhört, als es über 90 Minuten war. Dem FC Bayern kann es recht sein.

3 Dinge, die auffielen:

1. Keine Rhythmuswechsel ohne Dribbelkünstler

Es war das große Thema der letzten Rückrunde als Franck Ribéry und Arjen Robben dem FC Bayern über weite Strecken verletzungsbedingt fehlten. Ohne Individualisten, ohne dribbelstarke Spieler sieht Bayerns Spiel meist so aus wie in der ersten Halbzeit in Stuttgart. Zwar stand Ribéry (der stark spielte) auf dem Feld, allerdings in einer eher zentraler interpretierten Rolle, die wenig Platz bot. Zudem fehlte ein Partner auf der anderen Seite, der zusätzliche Aufmerksamkeit der Defensive forderte. Götze, Müller und Lewandowski sind längst nicht so dribbelstark wie ihre offensiven Kollegen. Bayern braucht die Rhythmuswechsel seiner Dribbelkünstler, um dicht gestaffelte Abwehrreihen unter Druck zu setzen und auseinanderzureißen.

14 erfolgreiche Dribblings verbucht die Statistik in dieser Saison pro Spiel für den FC Bayern. Kein anderer Bundesliga-Verein hat mehr. Ohne Robben (verletzt), Costa, Thiago (beide zunächst geschont) und Coman (verletzt) auf dem Platz kam diese Stärke gegen Stuttgart beinahe zum Erliegen. Bis zum 1:0 durch Niedermeiers Eigentor in der 31. Minute hatte kein Münchner ein erfolgreiches Dribbling geschafft. Dann zog Ribéry an und brach mit einem Antritt zur Grundlinie durch. Aus seiner Hereingabe entstand das 1:0. Es sollte bis zum Schluss eines von gerade einmal sechs erfolgreichen Dribblings bleiben. Zwei davon hatte zudem Kimmich weit weg vom gegnerischen Tor…

Es passt ins Bild, dass Bayerns Passquote mit über 90% noch einmal höher war als ansonsten im Schnitt in dieser Saison. Auch 786 Kurzpässe waren noch einmal knapp 60 mehr als ansonsten im Schnitt in dieser Spielzeit. Pass, Pass, Pass, Pass. Das war Bayerns Spiel gegen Stuttgart. Es ist unheimlich schwer, so Torchancen zu kreieren, weil das Spiel so eine gewisse Statik bekommt, die nur schwer zu unterbrechen ist. Müllers Läufe nach seiner Einwechslung taten Bayerns Spiel in diesem Zusammenhang gut. Torgefahr fehlte trotzdem. 13 Schüsse waren es am Ende. Im Schnitt sind es ansonsten in dieser Saison 20.

Für Guardiola geht es auch hier wie bei so vielen Dingen in der Rückrunde um die richtige Balance. In den wichtigen Spielen der Champions League wird der Coach immer mit mindestens zwei dribbelstarken Spielernin der Startelf beginnen wollen. Gleichzeitig will er Costa, Ribéry und Coman Pausen ermöglichen. Gegen Stuttgart reichte es auch so, aber der Offensivpunch sollte dadurch in der Bundesliga jedoch nicht völlig verloren gehen.

2. Martínez sammelt Pluspunkte für Lissabon

Die Viererkette mit Lahm, Kimmich, Alaba und Bernat, die Guardiola zuletzt in den entscheidenden Spielen häufiger auf den Platz stellte, hat etwas Provisorisches. Der Innenverteidigung fehlt so Kopfballstärke. Den Außenverteidigern Dynamik. Gegen Stuttgart setzte Guardiola mal wieder auf eine Dreierkette mit Javi Martínez in der Zentrale. Es ist seine natürlichste Position wenn er in der letzten Linie aufläuft.

Als Innenverteidiger hat der Spanier, der in der Triple-Saison auf der Sechs so herausragend glänzte, bisher nie wirklich komplett überzeugen können. Martínez hat in langen Laufduellen Schwierigkeiten und ist mit größerer Mannorientierung auch seiner großen Stärke in der Antizipation beraubt. Als zentraler Verteidiger der Dreierkette kann er diese Stärke dafür besser zur Geltung bringen, da er ohne klaren Gegenspieler agiert und sich auf den Moment des Herausrückens konzentrieren kann. Genau deshalb hatte Guardiola ihn in dieser Rolle vor der Saison 2014/2015 eingeplant. Kurz vor dem Saisonstart erlitt er einen Totalschaden im Knie und ist bis heute noch auf der Suche nach einer konstanten Rolle im Team.

Gegen Stuttgart stand die Defensive insgesamt stabil. Sieht man von den unnötigen Standardsituationen in Strafraumnähe ab (8 Torschüsse nach Standards), erzeugte Stuttgart aus dem Spiel heraus keinerlei Torgefahr (ein Torschuss aus dem Spiel). Das Stuttgarter Konterspiel über Kostić, Werner und Didavi hatten die Bayern um Martínez insgesamt gut im Griff.

Martínez wirkt körperlich immer noch nicht komplett auf der Höhe. Aber mit seiner Kopfballstärke (sechs gewonnene Duelle gegen Stuttgart = Bestwert), seiner Präsenz und seiner Robustheit hat er sich am Samstag für das Rückspiel gegen Lissabon und weitere Einsätze durchaus empfohlen.

3. Mit Qualität verwaltet

Ist der FC Bayern momentan in Top-Form? Sicher nein. Ist es eine Qualität, Ergebnisse knapp aber sicher nach Hause zu bringen? Absolut. Matthias Sammer sprach es vor dem Spiel bei Sky an. Die Ergebnisse der letzten Wochen geben wenig Grund, Grundsätzliches zu kritisieren. Aber er sagte auch. “Vielleicht war etwas viel Verwalten dabei. Das ist kein Grund, überkritisch zu sein. Aber wir müssen sehr wachsam sein.”

Sammer traf damit (mal wieder) den richtigen Ton. Beim FC Bayern geht niemand davon aus, dass der Konkurrent aus Dortmund noch Punkte lassen wird. Umso wichtiger ist es, dass die eigenen Ergebnisse trotz ein paar Formschwächen, Verletzungsproblemen und englischen Wochen stimmen. Auch gegen Stuttgart verwaltete Bayern sehr viel. Allerdings gerade nach dem 1:2-Anschlusstreffer auch mit sehr viel Qualität.

Stuttgart war dabei, das Momentum auf seine Seite zu ziehen. Die Bayern ließen den angedeuteten Sturmlauf der Hausherren aber am Schluss komplett verpuffen. Auch weil Guardiola mit der Hereinnahme des ballsicheren Thiago den richtigen Spieler aufs Feld brachte. Auch Alonsos Wert wurde in dieser Schlussphase deutlich. Der Ball blieb in den eigenen Reihen. Der Gegner wurde in den Schlussminuten laufen gelassen bis er entnervt aufgab.

Es ist eine Qualität, wie der FC Bayern gegen Stuttgart und zuvor auch gegen Köln und Frankfurt (jeweils 1:0) knappe Spiele für sich entscheidet. Überreizen sollte er dies jedoch nicht. Der erhobene Zeigefinger von Sammer sollte sie daran erinnern.

VfB Stuttgart – FC Bayern München
StuttgartTytoń – Insúa, Niedermeier, Schwaab, Šunjić, Klein – Kostić, Didavi, Rupp (75. Tashchy), Werner – Kravets
BankLangerak, Baumgartl, Heise, Barba, Kliment
BayernNeuer – Alaba, Martínez, Kimmich (75. Costa) – Bernat, Alonso, Vidal (27. Müller), Rafinha – Ribéry, Lewandowski, Götze (69. Thiago)
BankUlreich, Tasci, Rode, Lahm
Tore0:1 Niedermeier (31., Eigentor), 0:2 Alaba (52.), 1:2 Didavi (63.), 1:3 Costa (89.)
KartenDidavi (45.) / Vidal (22.), Alonso (37.), Alaba (60.)
SchiedsrichterBastian Dankert (Rostock)
Zuschauer60.000 (ausverkauft)
Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Andreas

    Vier von fünf Thesen sind eingetroffen, sehr gut vorberichtet! :-)

    Das Spiel selbst verstärkt die Hoffnung, dass der BVB doch nicht ohne Weiteres näher an Platz eins kommen wird. Ja, das 1:3 liest sich, als wäre alles super gelaufen. Ist es nicht, aber in meinen Augen war es ein Fortschritt zu den letzten Bundesligaspielen.

    Wie habt ihr die Schiedsrichterleistung gesehen?

  2. moshe

    Wie immer treffende Analyse!
    Was man vielleicht noch hinzufügen könnte: Eine leichte spielerische Verbesserung gegenüber den Vorwochen, auffällig besonders der Versuch, sich mit flachen Pässen durchs Zentrum zu kombinieren. Das hing sicher mit dem angesprochenen Punkt der fehlenden Dribblings und dem Personal (ohne Costa und Coman, dafür mit Götze) zusammen, war aber zumindest zwischen dem 1:0 und dem 2:0 ganz ansehnlich (und kommt mir im Artikel unter der Überschrift “Verwalten” nen Tick zu schlecht weg). Ich bin mal gespannt, ob das eine Variante auch mal in einem wichtigen Spiel sein kann, wenn man sich auf den Flügeln etwas festgedribbelt hat, ab der 60. Minute Götze zu bringen um dann vermehrt über Flachpasskombinationen im Zentrum zum Erfolg zu kommen.
    Darauf kann man aufbauen, auch wenn noch viel Luft nach oben ist und man sich für ein hoffentlich kommendes HF in der CL deutlich steigern muss.

    1. Tipic

      Wobei man sagen muss, dass die potentiellen CL-Halbfinalgegner derzeit auch nicht gerade Angst und Schrecken verbreiten: Barca etwa hat gestern Abend schwach gespielt, die Mannschaft scheint müde und ausgelaugt zu sein, Messi und Neymar außer Form, das Mittelfeld fahrig … Man sieht jetzt auch, dass sie wenig Alternativen auf der Bank haben, um frischen Wind reinzubringen.

      1. Heinz-Peter Wolff

        Sehe ich exakt auch so, ein potenzielles HF mit Barca, Wolfsburg und City wäre meinem Ermessen nach qualitativ insgesamt die schwächste Konstellation seit Langem – egal ob man Barca trotz Formschwäche für den absoluten Favoriten hält oder nicht.
        In Lissabon gehe ich von einer von Minute 1 an konzentrierten Leistung aus, schließlich ist man mit einem frühen Führungstreffer durch. Anschließende 3 Tore von Benfica, ohne eins von Bayern zu fangen, sind schlicht nicht im Bereich des statistisch Messbaren.

  3. Axel

    Vielen Dank für die schnelle und sehr gute Analyse!
    Mir sind noch diese drei Punkte aufgefallen:
    (1) Lewandowski hat nicht nur das Gegentor verschuldet, sondern auch durch schlampiges Decken beim Freistoß die Riesenchance von Didavi in der 11. Min. ermöglicht; wieder kein starkes Spiel von ihm.
    (2) Götze wirkungslos, eine gute Aktion am Anfang, danach “unauffällig”, wenn man es freundlich formulieren will.
    (3) Vidal war zwar rot-gefährdet, aber mir schien die Auswechslung vor allem deshalb geboten, weil sich Martinez, Alonso und Vidal im Anstoßkreis ständig auf den Füßen standen. Weiß nicht, was Pep da an Ausrichtung vom VFB erwartet hatte, aber mir schien das von unserer Seite eine taktische Fehlkonstruktion.

    1. Thomas

      (2) Götze wirkungslos, eine gute Aktion am Anfang, danach “unauffällig”, wenn man es freundlich formulieren will.

      Erschreckend ist vor allem seine Zweikampfquote. Die offizielle Bayern-App listet 0,00% gewonnene Zweikämpfe auf für Mario Götze. 46 Pässe (93,48% erfolgreich), 1 Torschuß-Vorlage und 2 Torschüsse.

  4. Kita

    Ich will ja nicht schwarzmahlen, aber die Szene in letzer Sekunde mit Martinez sah nicht gut aus. Das Knie? Oder Sprunggelenk. Hoffe nichts ernstes.

    1. Done

      Da ist mir auch das Herz stehengeblieben… hoffentlich nichts ernstes. Wie wichtig Javi ist, konnte glaub ich jeder sehen.

  5. Done

    Gerade der von euch als ballsicher bezeichnete Thiago gefiel mir heute nicht. Soweit ich richtig mitgezählt habe hat er dreimal völlig unbedrängt einen Fehlpass gespielt. Bzw. das Ziel um etliche Meter verfehlt. Solche Ungenauigkeiten fallen mir gerade bei ihm besonders auf, da er ja sonst sehr präzise ist.

    Die Dreierkette war im Defensivverhalten auch eher eine Fünferkette und da haben es die beiden Außen Rafinha und Bernat heute sehr gut gemacht, wie ich finde. Stuttgart kam trotz ihrer flinken Außenspieler Kostic und Werner zu keiner nennenswerten Chance aus dem Spiel heraus. Und das Tor war ja richtiger Slapstick. Erst die Ablage von Lewa, dann trifft Didavi den Ball nicht mal richtig, sondern löffelt nur so drunter durch, aber genau das machte den Ball dann praktisch unhaltbar. Insgesamt also eine richtig gute Defensivleistung der Bayern und offensiv ists mir auch lieber, wir haben nur 10 oder 15 Abschlüsse und treffen dabei dreimal, als 25 Versuche und nur einer geht rein
    ;-) Das Eigentor von Niedermeier war ja eigentlich auch “notwendig “, denn wenn der Niedermeier da nicht hingeht, macht ihn Lewa rein.

    Fazit: bin heute sehr zufrieden, mit dieser Leistung kommen wir auch am Mittwoch weiter.

    1. Steffen

      Habe extra nochmal nachgeschaut. 2 Ballverluste von Thiago in den letzten 10 Minuten. Darunter der Diagonalball ins Aus und ein Ball, den er sofort zurückerobert. Fand ihn stabilisierend.

      1. Done

        Ich zählte einen extrem unsauber gespielten pass dazu, den rafinha glaube ich entgegen seiner laufrichtung erlaufen musste.

  6. wipf1953

    Vorab – ich hab das Spiel nicht gesehen, muss auch mal fußballfreie Samstagnachmittage geben …

    War der Schiedsrichter wirklich so einseitig, wie es die Bayernfans auf anderen Sportseiten schreiben? Mir fällt seit Jahren auf, dass bei Fernsehübertragungen aus Stuttgart eine extrem agressive Stimmung vermittelt wird. Stuttgarter Spieler schreien bei jedem Rempler wie am Spieß, als wären sie absichtlich umgehackt worden. Und auf den Rängen tummeln sich die “Wutbürger”. Kann naürlich sein, dass das an der TV-Übertragung liegt, bzw. wie stark die Stadionmikrofone bei der Übertragung abgemischt werden. Aber wenn man sich die Kommentare nach Vidals Gelber Karte durchliest hat man schon den Eindruck, dass Spiele gegen den VfB emotional was besonderes sind (kein Wunder, die Schwaben sehen sich auf Augenhöhe, nur weil sie vor 10 Jahren mal Meister geworden sind).

    Zum Spiel selbst: Im Fußball passieren immer wieder “Gurkentore”. Oft werden Spiele durch solche Tore sogar entschieden (sehr selten für Bayern, aber auf einem technisch schlechteren level passiert das wieder und wieder). Gut, dass es uns gegen den VfB passiert ist, dann sollte am Mittwoch alles glatt laufen.

    1. @ Wipf:
      Das ist wohl die Antwort auf deine Fragen: https://petersgradmesser.wordpress.com/2016/04/10/31-sieg-der-bayern-beim-vfb-in-stuttgart/

      Und krass dazu der Kommentar eines Admins einer großen deutschen Fußballseite:

      “Ein Kumpel von mir hat damals für “Sat1-Ran” gearbeitet.
      Der hat mir erzählt, dass es Order von oben gab, strittige Szenen für den FCB entweder ganz unter den Tisch fallen zu lassen oder nicht aufzulösen. “Bayern-Bonus” bringt halt mehr Einschaltquoten.
      Der Stammtisch will bedient werden.”

      1. Done

        Sehr interessant und deckt sich auch mit meiner eigenen Wahrnehmung. Ich habe mich gestern auf Sky mehrmals geärgert , dass bei strittigen Szenen gegen uns lediglich eine oder gar keine Zeitlupe kam, aber dafür die 5. oder 6. Wiederholung des 1:0

      2. wipf1953

        Ja. Nur in Europacupspielen ist es dann wieder anders. Weil der Stammtisch dann zu den Bayern hält (sonst wäre der Wettbewerb so schnell vorbei .. ). Schon ein bisschen “komisch”, der deutsche Fußballgeschmack .. (oder halten die Fans von – z.B. – Atletic Bilbao in der CL plötzlich zu Real?).

    2. Jo

      Ich fand Dankert nicht so schlecht. Da gab es sicher die eine oder andere Sitiation über die man diskutieren kann, aber systematische Benachteiligung sieht anders aus.
      Das war z.B. in Köln der Fall, wo es teilweise schon lächerlich war.

      1. @ Jo:

        Da gebe ich dir recht: Dankert hat verglichen mit anderen SR-Saisonleistungen solide gepfiffen.

        Ob es in Hz 1 Elfmeter nach Foul an Lewandowski hätte geben müssen, kann man nicht nachvollziehen, weil das TV (Erklärung dazu weiter oben) sich entschlossen hat, solche Szenen zu ignorieren.

        Ansonsten wurde Dankert aber bei der Bewertung von Foulspielen durchaus durch das – speziell bei Bayernspielen – extrem fanatische Stuttgarter Publikum, aber auch durch die schauspielerischen Einlagen einiger VfB-Spieler stark beeinflusst.

  7. Marco05

    Wie immer in den letzten Wochen kann man mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, zumal ich das Spiel in Stuttgart als eines der kompliziertesten verbleibenden erachtet habe.

    Jetzt kommt (wie von mir wohl gewohnt) das Aber:
    Der spielerische Leckerbissen war es wieder nicht. Das wirkt momentan alles irgendwie gequält. Die Tore waren auch alle irgendwie glücklich (Eigentor, Glücksschuß von Alaba, Torwartfehler), dazu noch der Lattenschuß von Thiago – das wars dann. Der Rest war zwar hinten weitestgehend unaufgeregt (wenn man vom dusseligen Anschluß absieht) aber nach vorn geprägt von Ballverlusten und Ungenauigkeiten wie in den letzten Wochen auch.

    Für die Meisterschaft mag das reichen und für eine stattliche Anzahl Punkte (die es allerdings auch braucht, da der BVB bei diesen Schalkern heute auch gewinnen wird). Im Grunde spielen alle anderen nicht in der gleichen Liga sondern in Bundesliga 1,5 oder sowas in der Art.

    Ob es für Lissabon reicht, geschweige denn für die ganz großen Aufgaben, die hoffentlich noch kommen, glaube ich aktuell nicht. Sicher schwächelt Barca auch aktuell aber vom Gefühl her sind die immer da, wenns drauf ankommt.

    Signifikant für mich die Reaktion beim 3:1. Ein Tor mit dem das Zittern um den Ausgleich beendet und das Spiel entschieden ist. Wer jubelt? Nur der Torschütze. Müller ein bisschen. Lewy wirkt als hätte er keine Kraft dazu. Keine Freude nix. Spiegelt die quälende Spielweise für mich wieder. Vielleicht täusche ich mich, aber das macht alles nicht den Eindruck als würden wir in den nächsten Wochen noch viel Wurst vom Brot ziehen. Die Mannschaft wirkt platt, matt, ausgelaugt. Ich hoffe der Eindruck täuscht.

    1. Thomas

      Natürlich haben alle gejubelt. Nach Douglas’ Säge gab es eine Spielertrainer mit Lewy, Thomas und Ribery. Was Du schreibst, ist Schwachsinn.

      1. Thomas

        / Spielertraube /

        Blöde Autokorrektur.

      2. Marco05

        Schön, dass du gleich von “Schwachsinn” schreibst. Ich meine die direkte Reaktion. Der Moment wo allen sofort klar war, dass die 3 Punkte im Sack sind. Dass man ein paar Sekunden später nicht sofort zum Anstoßpunkt zurückläuft ist natürlich klar, aber die unmittelbare Reaktion war bemerkenswert.

        Und vielleicht könntest du künftig nicht gleich etwas moderater in die Diskussion einsteigen. Danke.

      3. Also ich denke, dass ein “gemeinsamer Torjubel” ein wichtiges Indiz für einen intakten Mannschaftsgeist ist – und bei Bayern stimmt der Jubel und auch funktionert die Mannschaft untereinander! 100%ig!!!
        Das hat man auch beim “Abgang” des völlig konsternierten Vidal gesehen – fast alle Spieler sind zu ihm hingelaufen und haben ihn abgeklatscht.
        Dagegen habe ich das Gefühl, dass das Verhältnis zumindest von Teilen der Mannschaft zu Pep etwas abgekühlt ist. Ebenfalls Beispiel “erzwungene Auswechslung” Vidal: Der Trainer hätte IMHO zu ihm hingehen MÜSSEN und ihm alles in ein paar Worten erklären MÜSSEN. Hat er nicht gemacht und Arturo ist dann – beleidigt – ganz außen rum gegangen … Hat hoffentlich keine Nachwirkungen und wird – intern – geklärt!
        Pep wirkt nach Bekanntgabe seines Sommerabgangs nicht mehr so souverän wie in den ersten 2 1/2 Jahren. Ich habe ihn so oft gegen Verwürfe, er sei arrogant, verteidigt … und jetzt staucht er nach dem Spiel in Dortmund Kimmich und Benatia öffentlich zusammen (auch wenn aus der Erregung und nicht böse gemeint) und geht dafür nicht zu Arturo …. äh, wie gesagt, er war schon geschickter!

        Das Spiel in Stuttgart war für mich insgesamt aber wieder ein Schritt in die richtige Richtung: aus mehreren Gründen kompliziert, letztendlich aber souverän! ;-)
        Für die Meisterschaft war der Sieg (vor)entscheidend. Denn hätte Bayern Punkte verloren, hätte der BVB Morgenluft gewittert und in einer stärkeren Auftsellung auf Schalke gewonnen. So hat Tuchel wohl schon vor dem Spiel die Meisterschaft abgehakt und alles auf die Karte EL gesetzt!
        D.h. anstelle von nun sieben(!) Punkten Vorsprung wären es nur 3 oder gar 2 gewesen …
        Ob allerdings Tuchels Rechnung aufgeht? ;-)

      4. Marco05

        @Peter
        absolute Zustimmung. Darauf wollte ich auch gar nicht hinaus. Ich denke auch das Mannschaftsgefüge stimmt absolut. Das war auch sicher nicht der Grund für die anfängliche Zurückhaltung. Natürlich ist das alles Mutmaßung aber wie gesagt – und die aktuellen Auftritte geben mir nach meinem Empfinden recht – es fehlt die Spritzigkeit, die Konzentration, die “Geilheit” aufs Spiel. Fast alles wirkt gequält und manche Spieler wirklich kaputt. Vielleicht nur eine Momentaufnahme, vielleicht auch grundsätzlich eine Täuschung aber einfach meine Wahrnehmung.

      5. @ Marco:

        Ich persönlich bin nach dem Spiel in Stuttgart wieder etwas optimistischer … ich habe eine (dezent) positive Tendenz im Vergleich zu den letzten 1:0-Siegen festgestellt! ;-)

    2. Axel

      @Marco05: Sehe das genauso wie Du (und @Thomas: “Schwachsinn” vielleicht besser in anderen Foren benutzen?!). In den letzten BL-Spiele haben wir immer ein wenig am Abgrund gespielt und ich habe mich auch gewundert, warum kaum jemand zu Costa hingelaufen ist, dachte mir dann aber, die sind alle zu platt und er kommt ja irgendwann in die eigene Hälfte zurück, da kann man ihm immer noch gratulieren ;)

      Bemerkenswert finde ich eher, dass hier niemand über Götze spricht. Der hat gespielt, ich weiß es sicher, aber vielleicht so unauffällig, dass es niemand gemerkt hat?!

      1. Man sollte nicht vergessen dass wir unsere Spiele gewinnen. Bei aller berechtigter Kritik – auch von unserer Seite – sind Worte wie “Abgrund” und Interpretationen ob der Trainer noch mit Spielern kann und ob es in der Mannschaft klappt doch etwas zu viel für mein Verständnis. Ich stimme insofern zu, dass einiges im Moment nicht optimal läuft, aber es sind Kleinigkeiten und ich bin guter Dinge dass man an diesen Stellschrauben schon in naher Zukunft drehen kann.

      2. Jo

        Wir gewinnen Spiele? Gut dass das mal erwähnt wird. Ich wollte gerade den Abstiegskampf ausrufen.

        Ansonsten wohl dem Team, bei dem das Hauptaugenmerk auf angemessenem Jubel und sozialadäquaten Auswechslungen liegen kann.

      3. Marco05

        @Jo
        also verbietet sich für dich nach Siegen jedwede Kritik? Auch immer so ein Extrem welches ich nicht verstehe.

        Das die Ergebnisse alle in Ordnung waren streitet doch auch gar keiner ab. Das es aber spielerisch nicht rund läuft wird sicher auch jeder zugestehen. Man vergleiche zum Beispiel die Spiele in der Hinrunde (und man kann im Grunde auch jeden Spieler 1:1 mit der Hinrunde vergleichen und es werden nicht viele besser abschneiden). Es bleibt halt die Befürchtung, dass das Pferd im entscheidenden Moment eben nicht mehr so hoch springen kann wie es muss.

        Und das mich niemand falsch versteht: Wenn wir die 4. Meisterschaft in Serie einfahren ist das ein herausragender Erfolg (und danach sieht es ja seit gestern nun absolut aus). Nur lieget es in der Natur der Sache, dass man eben auch andere Titel gewinnen will – und das mal ganz unabhängig von der total schizophrenen Triple-Forderung mancher (Medien).

        Am Mittwoch wissen wir ggf. mehr dazu.

      4. @ Jo:

        “Ansonsten wohl dem Team, bei dem das Hauptaugenmerk auf angemessenem Jubel und sozialadäquaten Auswechslungen liegen kann.”

        Jein – gerade in dieser entscheidenden Saisonphase ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft (damit schließe ich den Trainer) wohl z.T. sogar wichtiger als eine taktische Einstimmung auf ein Spiel. Beispiel: Ich bleibe dabei, dass sich Pep im Rückspiel gegen Juve “vercoacht” hat (spät im Spiel hat er die richtigen Maßnahmen ergriffen). Die Mannschaft war (auch taktisch) nicht richtig eingestimmt, was sich aber bei so einer Weltklassemannschaft seltenst so frappierend auswirkt wie bei den Bayern der ersten 70 Minuten. Mannschaftsgeist, Mentalität und individuelle Klasse haben das Team in den Wettbewerb zurück gebracht!

      5. Jo

        @Marco:
        “Also verbietet sich für dich nach Siegen jedwede Kritik?”
        Nein, wie kommst du darauf?
        “Auch immer so ein Extrem welches ich nicht verstehe.”
        Ist es nicht auch etwas extrem hier gleich Extreme aufzurufen?

        Aber kein Problem, grundsätzlich schätze ich die sachliche Form deiner Darlegungen. Mir selber ist es manchmal nach etwas Ironie zumute.

  8. Baldi

    *Hups* und schon sind es sieben Punkte. ;)

    1. Alex

      Das Ding ist durch.

  9. […] zwei nicht vollends überzeugender Leistungen gegen den VfB Stuttgart in der Bundesliga und Benfica Lissabon in der Champions League konnte der FC Bayern München mit […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog