VfB Stuttgart – FC Bayern München 0:1 (0:0)

Der FC Bayern gewinnt das letzte Bundesligaspiel des Jahres 2017 in Stuttgart mit 1:0. Es war der 31. Sieg gegen einen Aufsteiger in Folge.

Zuletzt verloren die Münchner gegen einen Aufsteiger im Jahre 2010. Damals 0:2 beim FC Kaiserslautern.

Falls Ihr es verpasst habt

Jupp Heynckes behielt seinen Rotationsstil der vergangen Wochen bei. Im Vergleich zum Spiel gegen Köln unter der Woche änderte der Bayerntrainer auf sechs Positionen: Süle, Alaba, Rudy, Müller und Ribery bekamen eine Pause. Ebenso wie Starke, der vom wiedergenesenen Ulreich ersetzt wurde. Ebenfalls in die Startelf rückten Hummels, Kimmich, Martinez, Coman und James. Taktisch blieb es beim 4-2-3-1 der letzten Wochen.

VfB Stuttgart - FC Bayern, GrundformationenVfB Stuttgart – FC Bayern, Grundformationen

Beim VfB Stuttgart stellte Hannes Wolf nach der Niederlage gegen Hoffenheim auf zwei Positionen um: Aogo spielte statt Insua, im Sturm begann Terodde für den verletzten Donis. Von der spielerischen Anlage behielt Wolf das zuletzt sehr häufig eingesetzte 3-5-2 bei.

Die Partie begann munter. Der FC Bayern hatte bereits in der ersten Spielminute durch Lewandowski einen Abschluss, aber auch der VfB hatte durch Akolo in der Anfangsphase eine gute Chance. Terodde setzte seinen Mitspieler sehenswert per Hacke ein (4.).

Nach dem verheißungsvollen Auftakt verflachte die Partie aber relativ schnell. Den Münchnern gelang es nur selten, sich aus dem aggressiven Mittelfeldpressing der Schwaben zu befreien. Meist ergab sich eine strukturelle Überzahl für den VfB im Mittelfeld, welche die Münchner spielerisch nur selten auflösen konnten. James versuchte als Achter sehr tief zu stehen, um das Problem der Unterzahl etwas aufzulösen. Tolisso, der nominell der rechte Außenstürmer war, stand auch tiefer als sein Pendant Coman auf der Gegenseite.

Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete James sofort um und schickte Tolisso steil, der konnte das Eins-gegen-Eins-Duell mit Zieler aber nicht für sich entscheiden. Es war nach der Chance von Lewandowski am Anfang des Spiels die größte Chance für die Bayern bis dato. Da waren allerdings auch schon 36 Minuten gespielt. Es zeigt, wie gut der VfB spielte.

Wenig später hatten die Münchner durch einen Eckball eine weitere Möglichkeit, welche aber ungenutzt blieb. Somit blieb es einer relativ ereignisarmen und torlosen ersten Hälfte.

Trotz der zahlreichen spielerischen Probleme verzichtete Heynckes auf einen personellen Wechsel zur Halbzeit.

Eine taktische Änderung deutete sich bereits Ende der ersten Hälfte an, an der Heynckes auch in der zweiten Hälfte festhielt. Kimmich positionierte sich deutlich zentraler, fast als zusätzlicher Sechser. Tolisso zog sich weiter zurück. Ziel war es, das Aufbauspiel der Münchner zu verbessern.

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Die erste gute Chance nach der Pause gab es nach 15 Minuten. Tolisso nutzte den Platz vor dem Strafraum und passte zu Coman links im Sechzehner. Der Franzose, bisher wenig im Spiel, zog mit rechts aus spitzem Winkel ab. Zieler hatte aber keine Probleme den Ball abzuwehren.

Wenig später reagierte Jupp Heynckes personell und brachte Müller für Tolisso. Kurz darauf kam noch Süle für Hummels, der sich während der gesamten Partie häufig streckte und dehnte.

Zwischen beiden Wechseln hatte Boateng per Fernschuss noch einen guten Abschluss. Zieler war allerdings erneut auf dem Posten.

Ab der 65 Minute hatten die Münchner sukzessive mehr Ballbesitz. Der VfB konnte das Pressing nicht mehr so konstant aufrecht erhalten. Die Folge waren längere Ballstafetten der Bayern. Rafinha konnte sich so mehr in die Offensive einschalten. In einer Szene legte er dabei ab auf Coman, der kurz auf den eingerückten Müller durchsteckte. Müller selbst zog sofort ab und verwandelte ins linke untere Eck.

In der 89. hatte Badstuber auf der Gegenseite die große Chance auf den Ausgleich. Ulreich konnte die Hände aber noch hochreißen. Auf der Gegenseite verpassen Müller und James nach Konterchancen die Entscheidung.

In der dritten Minute der Nachspielzeit haute Süle über den Ball und traf in der Schwungbewegung klar Ascacibar. Ittrich entschied sich mit Hilfe des Videobeweises für Elfmeter. Akolo trat an gegen Ulreich, konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Direkt im Anschluss erfolgte der Schlusspfiff. Somit kürte sich der ehemalige Stuttgarter Sven Ulreich spät zum Spieler des Spiels.

Mit drei 1:0-Siegen verabschiedet sich der FC Bayern aus der englischen Woche in den Weihnachtsurlaub. Bevor dieser endgültig angetreten werden kann, folgt aber noch das Pokalheimspiel gegen den Borussia Dortmund.

Drei Dinge, die auffielen

1. Strukturelle Unterzahl

Gefühlt war es ein Spiel von neun Münchnern gegen elf Stuttgarter, so sehr setzte den Münchnern das Mittelfeldpressing der Schwaben zu. Die Münchner verstanden es über einen langen Zeitraum nicht, spielerische Mittel gegen das Pressing zu entwickeln. Das Trio Martinez, Vidal und Tolisso bildete zu selten Dreiecke und verpasste zu oft die schnelle Seitenverlagerung. Die Schwaben verschoben zum Teil radikal und öffneten viel Raum auf der ballfernen Seite. Allerdings wurde dieser zu selten bespielt. Eine Passquote von nur 82% in der ersten Halbzeit sind Ausdruck dieser Probleme.

Zum Teil erinnerte der Auftritt an den FC Bayern unter Heynckes im Jahre 2012 bzw. 2013, als man sich häufig gegen hoch pressende Gegner schwer tat. Eine Ursache kann man in der Personalsituation sehen. Thiagos Fehlen ist hier an erster Stelle zu nennen, aber auch das Formtief von Rudy, der nicht an die Leistungen des Spätsommers anknüpfen kann. So ergibt sich ein Vakuum, welches Heynckes noch nicht wirklich aufzulösen vermag.

2. James ist ein Gewinn für die Mannschaft

Der Transfer von James Rodriguez wurde von vielen Beobachtern mit einer hochgezogenen Augenbraue bewertet. Mittlerweile dürfte niemand mehr zucken. James ist eine Bereicherung für den FC Bayern.

In einem zähen Spiel setzte der Kolumbianer die Akzente. Mit einer überragenden Passquote, angesichts des Pressings der Schwaben, leitete James die wenigen Möglichkeiten der Bayern ein. Dabei war es äußerst hilfreich, dass er sich sehr weit zurückzog, um das Problem der Bayern spielerisch zu lösen. Hier zeigte sich sein sehr großes Spielverständnis. Einfaches, aber kluges Verschieben öffnete viele Passrouten.

Mit einer Passquote von fast 97% zur Halbzeit und drei Keypässen führte James die Offensive der Bayern. In der zweiten Hälfte sackten seine Zahlen etwas ab. Das Hin und Her in den letzten 15 Minuten ließ eine saubere Struktur nicht mehr zu. Hätte er kurz vor dem Elfmeter das entscheidende 2:0 gemacht bzw. aufgelegt, wäre Bayern wohl sicher auf der Siegerstraße gewesen und hätte nicht mehr zittern müssen.

3. Durchwachsene Hinrunde

Mit dem Spiel gegen Stuttgart endet eine turbulente und durchwachsene Hinrunde. Drei Trainer waren zwischenzeitlich für den FC Bayern verantwortlich. Es herrschte viel Unruhe auf dem Platz, direkt neben dem Platz und auf der Tribüne. Dass die Tabellenkonstellation dennoch eine annehmbare ist, liegt mehr an der Schwäche der anderen Mannschaften bzw. der Bundesliga generell, als an der eigenen Stärke. Im Vergleich zur Vorsaison unter Ancelotti steht ein Punkte weniger in den Büchern, im Vergleich zu 2015/16 sogar fünf Punkte. Abgesehen von der numerischen Ausbeute fehlte es aber auch an den spielerischen Glanzlichtern. Wirklich überzeugende Siege gab es nur selten.

Für Jupp Heynckes wird es jetzt in der kurzen Winterpause darum gehen, dass Team variabler aufzustellen. Spielerische Defizite und fehlende Variabilität wurden von vielen Gegnern aufgezeigt.

VfB Stuttgart – FC Bayern 0:1 (0:0)
VfB StuttgartZieler – Beck (81. Brekalo), Pavard, Badstuber, Baumgartl, Aogo (81. Asano) – Akolo, Ascacibar, Gentner, Özcan – Terodde (47. Kaminski)
BankGrahl – Grgic, Sessa, Insua
FC BayernUlreich – Kimmich, Boateng, Hummels (69. Süle), Rafinha – James, Martinez, Vidal – Tolisso (65. Müller), Lewandowski, Coman (84. Alaba)
BankStarke – Bernat, Rudy, Ribery
Tore0:1 Müller (79.)
KartenGelb: Aogo, Beck – Boateng, Rafinha
Schiedsrichter­Patrick Ittrich (Hamburg)
Zuschauer58.900 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. Mika

    Uff. Diese Chancenverwertung ist zum kotzen.

    1. Christopher

      Puh. Gegen Köln kann man das sicherlich sagen, aber bis auf die Chance von James gab es eigentlich keine “Chancenverschwendung”.

      1. Kurt

        Naja Müller verspringt der Ball auch sehr unglücklich in der Szene davor.

  2. Kramnik

    Jupp muss sich was einfallen lassen, wie er das Mittelfeld neu Zusammenstellt. Die Kombo funktioniert gar nicht. Von mir aus ist Javi gesetzt. Dann dürfen aber nicht Vidal und Tolisso spielen. Ich tendiere klar zu Rudy, nicht weil er die letzten Spiele überzeugt hat, er aber, wenn er gut spielt, der einzige ist der uns wirklich weiterhilft. Vidal würde ich als letzte Alternative betrachten, dass ist einfach nur schlecht.
    Am liebsten würde ich aber einen einrückenden Kimmich sehen. Heute haben seine Aktionen im Mittelfeld, die der anderen drei bei weitem überschattet. Ich bin immer noch der Überzeugung, dass der Junge ins Mittelfeld gehört. Eine Kombo mit Thiago oder Martinez und Thiago, wäre ein Traum. Naja, vielleicht dann nächstes Jahr unter dem neuen Trainer.

    1. Olorin

      Mir fällt gar nicht mal so viel ein, was Jupp da besser machen kann. Im Endeffekt ist das ein Problem der Kaderplanung vor dieser Saison, auf das hier auf dieser Seite sowohl in Artikeln als auch in Kommentaren schon oft eingegangen wurde. Wir haben mit Martinez, Tolisso, Vidal und Müller vier Mittelfeldspieler, die neben sich Spielmachertypen brauchen, weil ihnen selbst die erforderlichen Fähigkeiten im Passspiel abgehen. Diese Fähigkeiten haben Thiago (verletzt), James, Rudy (im Grunde zu schlecht, nur in absoluter Topform eine Hilfe) und Kimmich (schon als RV verplant).

      Was kann Heynckes da machen? James durchspielen lassen (macht er schon), ab und zu Rudy eine Chance geben und hoffen dass er sich fängt (macht er auch) und ansonsten jeden Tag beten, dass sich Thiago nie wieder verletzen möge. Gefordert ist nicht Heynckes, sondern die Kaderplaner. Entweder wir holen einen neuen RV und ziehen Kimmich ins Mittelfeld oder halt nen passstarken Mittelfeldspieler. Das wird jetzt im Winter eine echte Herkulesaufgabe, aber das haben sich die Verantwortlichen selbst zuzuschreiben. Eigentlich fällt mir nur Schalkes Max Meyer ein, dessen Vertrag im Sommer ausläuft-die letzte Chance für Schalke eine Ablöse zu bekommen. Und im Gegensatz zu Goretzka hätten wir für Meyer Bedarf und er wäre nicht nur ein sinnloser Prestigetransfer.

      1. Osrig

        @Olorin: Ich finde, Tolisso hat Qualität im Pass-Spiel und durchaus auch Überblick, außerdem ist er dynamisch und traut sich vor dem Tor auch was zu! Er ist noch zu unruhig, auch zu ungestüm, und er muss sicherlich noch lernen, gerade auch in den Abläufen und im Positionsspiel. Aber er bringt gute Voraussetzungen mit, und ich könnte mir vorstellen, dass er in eine Impulsgeber-Rolle hinein wachsen könnte. Kimmich fehlt in dieser Hinsicht ein wenig das “feine Füßchen”, dafür ist er mit seinen Flankenläufen und punktgenauen Hereingaben eminent wichtig!

      2. Kramnik

        Ja, das ist natürlich ein Aspekt. Da muss Jupp die Altlasten von Ancelotti tragen. Ich hoffe das man im Sommer ein paar Stellschrauben verändern wird.

      3. chicago_bastard

        Die Altlasten von Ancelotti? Also dem Mann, dem wir es zu verdanken haben, dass wir mit James aktuell wenigstens einen Mittelfeldspieler haben, der was mit dem Ball anfangen kann?

        Diese Kaderplanung mit lauter Läufern und Kämpfern im Mittelfeld ist auf dem Mist der Bosse gewachsen. Die waren mit dem Kader vor dem James-Transfer ja absolut zufrieden und haben Carlo nur widerwillig dessen Wunsch nach einem weiteren spielstarken Mann erfüllt. Man will sich gar nicht ausmalen wie das Bayernspiel aktuell ohne James aussähe, Punkt 2 im Artikel streicht seine Bedeutung gut heraus.

      4. Nur der FCB

        Er könnte Kimmich im Mittelfeld spielen lassen und die RV-Position mit Rafinha oder Rudy besetzen. Einen Versuch wäre es wert. Die Verpflichtung eines Ballverteilers im Mittelfeld zur neuen Saison wäre allerdings gut, mit Vidal, Tolisso, Martinez und Sanches hat man schon ein Überangebot an Mittelfeldspielern, die nicht unbedingt in diese Kategorie gehören.

      5. Kramnik

        Klar trägt unsere Vereinsführung eine Mitschuld. Es fehlt halt eine klare Philosophie, wie man spielen will und welche Spieler man hierfür braucht. Jedoch war es der Wunsch von Carlo, so einen kleinen Kader zu haben und keinen Mittelstürmer zu verpflichten. Außerdem hat er an Robbery festgehalten und hätte am liebsten mit Alonso und Lahm weiter gemacht. Für James bin ich ihm dankbar. Ist eine 50/50 Sache, nur einer Partei den schwarzen Peter zu zuschieben wäre nicht korrekt.
        Ich bin deswegen gespannt, wie man im Sommer reagieren wird. Von Rummenigge kommen da sehr positive Signale, jedoch fürchte ich, dass Hoeneß alles über den Haufen werfen wird und wir schlussendlich mit einem schlechten Kompromiss dastehen. Nächstes Jahr wird einer der wichtigsten Jahre für die Weiterentwicklung von unserem Verein.

      6. Lukas

        Ich stimme dir bei Max Meyer zu. Der wäre mein absoluter Wunschtransfer. Er ist komplett Pressing-Resistent und wäre zwischen den ganzen “Kämpfern” eine echte fußballerische Bereicherung.

  3. kita

    James, Frechheit heute. Wirklich. Arbeitsverweigerung.

    1. kita

      Hehe, hab erst kommentiert, dann die Analyse gelesen. Das kann doch nicht wahr sein. Heute war James unterirdisch. Dabei bleibe ich. Und das 1:1 wäre auf seine Kappe gegangen.

      1. Thomas

        Den muß er wirklich machen. Aber Lewy im Anschluß auch. Warum drückt er ihn nicht ganz rein??

      2. Pat

        Witzig, ich dachte dasselbe. Wobei ich nur die erste Halbzeit gesehen habe. Und dann steht im Artikel, dass James in der zweiten schwächer war….
        Ich fand ihn gestern fahrig und langsam in der Entscheidungsfindung.

  4. Kurt

    Thomas Müller Fußballgott.

    1. McHanson

      So isses

  5. Jo

    Puh, wird Zeit das endlich Pause wird. Es scheint von Woche zu Woche weniger zu werden.
    Jetzt noch irgendwie Dortmund schlagen und dann versuchen den Reset-Knopf zu finden.

    Stuttgart hat gezeigt was man erwarten konnte, defensiv stark, zuhause stark, allerdings mit großen Schwierigkeiten was offensiv zu entwickeln.
    Um die zu knacken und so ein Spiel zu verhindern musst du eben die ersten 1,2 guten Chancen nutzen. War wohl leider nix.
    War leider auch nix mit den letzten beiden Chancen. Also wie man die letzten beiden Konter so verdaddeln kann??

    Taktisch gesehen schon etwas entmutigend wie wenig wir einem hohen und aggressiven Pressing entgegen setzen können. Da bleibt dir nur immer der Trost, dass das je länger das Spiel dauert für die Gegner zwangsweise immer schwieriger werden wird. Wie auch heute.

    Für ein konsequentes eigenes Pressing fehlen vielleicht teilweise die Körner, vielleicht teilweise die letzte Schärfe. Im Grunde hätten wir heute ja auch mit einem Punkt tabellarisch gut leben können. Bin wirklich gespannt wie sehr wir am Mittwoch noch mal Gas geben können und wollen.

    Held des Spieles wie zuletzt ja öfter Ulreich. Unglaublich was ein Lauf im positiven, oder negativen bei einem Spieler auslösen kann. Das dürfte mit Abstand die beste Phase seiner Karriere sein. Und dann wird er, dessen Elferbilanz jahrelang ein Running Gag war, auf einmal auch noch zum Elferkiller, der einen nach dem anderen rausholt!
    Und wie köstlich die Videobeweis-Szene direkt vor der Stuttgarter Kurve die gerade ein Spruchband “Videobeweis abschaffen” zeigten. Tja das sieht man mal wieder wie wenig auf die Fans gehört wird.

    Ansonsten sehr wenige heute mit einer individuell überzeugenden Leistung. Für mich eigentlich nur noch Lewy hervorhebenswert in seiner ungewöhnlichen Rolle, als hängender, abkippender MS, aufgerückter Zehner oder wie man das nennen mag. Sehr präsent, sehr engagiert, vorne ein guter Ballverteiler. Man hätte ihn nur eben noch einmal im Strafraum gebraucht.

    Coman wirkte irgendwie gehemmt, könnte mit seinen andauernden Blessuren zu tun haben. Jedenfalls hat er meines Erachtens bei keinem Sprint mal so richtig den Turbo gezündet. Sah alles so ein bisschen nach angezogener Handbremse aus.

    James im Grunde auch nicht schlecht, aber schade, dass er wegen der ganzen personellen Situation so tief spielt/spielen muss. Ich würde ich gerne weiter vorne sehen.

  6. Osrig

    @Kramnik: Das sehe ich auch so! Im so wichtigen Aufbauspiel sich auf 2 1/2 Zerstörer zu verlassen, ist gewagt. Nicht umsonst musste sich James so weit fallen lassen, um selbst den Spielaufbau anzutreiben. Gut, Vidal und Tolisso können sich besser als Martinez in die Offensive einschalten, aber Vidal hat da eher Vollstreckerqualitäten, als dass er in der Lage ist, öffnende Pässe zu spielen. Tolisso schafft das noch etwas besser, dafür fehlt ihm vor dem Tor die Kaltschnäuzigkeit. Und Kimmich als RV wirkt tatsächlich unsicherer, als in einer Mittelfeldrolle mit Zug nach vorn. Zwar hat er m.E. keine haarsträubenden Fehler gemacht, aber souverän ist sicher noch etwas anderes. Diese Souveränität hatte unsere IV, beide auch ansprechend im Bemühen, nach vorn zu spielen.

    Was war das Problem gegen einen wie zu erwarten früh pressenden und sich hoch positionierenden Gegner?
    Zu wenig Bewegung und Geschwindigkeit im Pass-Spiel. Gerade, wenn ich merke, dass der Gegner die eigenen Mitspieler quasi in Manndeckung nimmt, dann verschaffe ich mir Platz durch kluge Bewegungen, und versuche, den Ball schneller wieder abzuspielen. Jedesmal dann, wenn unsere Jungs diese Dynamik aufbringen konnten, gelang es, den Ball gefährlich in den Stuttgarter Strafraum zu bringen. Leider nur viel zu selten, und im darauf folgenden Abschluss zu inkonsequent. Wie James und Lewa das mögliche 2:0 noch verstolpern konnten, darüber rätsele ich immer noch!
    Dafür unser Müllerthomas mit einem erstklassigen Tor in bester Mittelstürmer-Manier: Den vermutlich gar nicht mal als Pass gedachten Ball von Coman heruntergepflückt und gleich mit Links drauf gehalten, ohne viel Nachdenken! Das nenne ich Selbstvertrauen! :-)
    Ulreich als “Elfmeterkiller” hat einmal mehr den Sieg festgehalten, sodass verdienter Maßen drei Punkte für uns zu Buche stehen und der Abstand zu den Verfolgern gewahrt bleibt. Insgesamt kein schönes Spiel, und es ist noch viel Arbeit zu erledigen, um die nötige Kraft wieder zu bekommen, die augenscheinlich nötig ist, um Mannschaften, wie Stuttgart und Köln, die destruktiv in erster Linie gegen den Mann arbeiten, selbst aber auf eigenes Aufbauspiel verzichten, zu schlagen!
    Leider scheint es so zu sein, dass die Gegner selbst in der 85. Minute noch sprinten können, um unser Pass-Spiel zu stören, sodass die Hoffnung, ihnen gehe die Puste aus, wohl trügt. Unsere Jungs scheinen da eher auf Reserve zu sein, was dann doch der Dreifachbelastung zu schulden ist. Oder ist die Trainingssteuerung bei Stuttgart und Co. doch eine andere?

  7. Ludwig

    Thomas Müller Fussballgott. Sven zunUllreich. Zum dritten Punkt stimme ich 1000% zu.
    Ich hoffe, dass gegen BVB besser gehen wird.

  8. Gestrandedinberlin

    Was ich heute besonders schade fand, war das In-Game Coaching von Heynckes. Insbesondere auf der linken Seite fehlte im Halbraum jemand, der Coman oder Rafinha hätte helfen können. Das finde ich dann doch sehr enttäuschend, beide so isoliert zu lassen und nichts dagegen zu unternehmen. Auch nach der Halbzeit war die Mannschaft aus meiner Sicht erstmal schlechter gestartet als der VfB. Die Mittelfeldstruktur ist mit der Chancen Erarbeitung die anhaltenden Baustelle. Das hat natürlich auch personelle Gründe aber man hat heute wieder so viele unsaubere Pässe gesehen, was ja schon ein Zeichen auch von Unabgestimmtheit ist.
    Die Rolle von Martinez finde ich bei solchen Spielen auch irgendwie schwierig, sein Anteil am Spielaufbau ist jetzt nicht gerade überragend.

  9. Sascha

    Kann manche Aufegung nicht nachvollziehen
    Letzte Woche wirkte das Team schon etwas müde.Heute hat Stuttgart im Mittelfeld sehr stark gespielt.
    Im Grossen und Ganzen wieder ein Sieg und 3 Punkte
    Also,am Ende Alles OK
    Frohe Weihachten.Danke an Miasanrot.deDanke an den FCB Und Danke Jupp
    Ich wünsche Allen eine erholsame und vor Allem wunderschöne Weihnacht ;)
    Gruss

  10. MG

    Für mich heute nur Hummels und Ulle mit guter Form, der Rest nicht.

  11. Vobius

    Absolut MSR Redaktion, James ist und war schon immer brilliant – der Mann mit dem gewissen etwas, der den Unterschied machen kann (auch wenn er schon bessere Spiele hatte als heute), wie z.B. auch ein Müller, der dann so einen auch einfach mal reinmacht (thank god). Also an alle James Zweifler, ihr liegt falsch.

    Super und vielen Dank Sven Ulreich für den Jubler am Ende. Die Aktion macht aus einer Partie zum Vergessen ein echtes Erlebnis!

    Zu Coman möchte ich allerdings doch noch kurz meinen Jahrelang anhaltenden Unmut äußern. Jetzt hatte er man ein paar richtig gute Auftritte aber zu dem Superspieler, den wir Fans und der Verein als Ribery Nachfolger erwartet und braucht, fehlt es ihm einfach an Konstanz, Präzision, Überzeugung und Willen. Trotzdem wünsche ihm alles Gute…

    1. Olorin

      “Zu Coman möchte ich allerdings doch noch kurz meinen Jahrelang anhaltenden Unmut äußern. Jetzt hatte er man ein paar richtig gute Auftritte aber zu dem Superspieler, den wir Fans und der Verein als Ribery Nachfolger erwartet und braucht, fehlt es ihm einfach an Konstanz, Präzision, Überzeugung und Willen.”

      Coman ist momentan 21. In dem Alter hat Franck seine erste Profistation in Metz gespielt, kein Mensch hätte auch nur im Traum gewagt, ihn mit Bayern München in Verbindung zu bringen. Wenn du einen (U)20-Spieler (schließlich äußerst du hier nach eigener Aussage eine Meinung der letzten Jahre) als vollwertigen Ersatz eines Weltklassespielers ansehen willst wirst du immer enttäuscht werden.

      1. Osrig

        Na ja, nehmen wir das Wörtchen “noch” mit hinein, dann passt die Aussage von Vobius zu Coman wieder, wie ich finde. Abgesehen davon, letztens gab es in einer der Münchner Zeitungen einen Vergleich zwischen Coman und Ribery im selben Alter, also zu Beginn seiner Profi-Karriere. Danach ist Coman schon deutlich weiter und auch erfolgreicher. Und von einem Spieler, der in der französischen Nationalelf spielt, darf schon einiges mehr erwartet werden, insbesondere hinsichtlich Konstanz in den Leistungen und vor allem Präzision in den Abspielen. Natürlich ist Coman aufgrund seines jungen Alters noch entwicklungsfähig, Heynckes betont das ja selbst auch, dabei sehe ich das größte Entwicklungspotential in der Spielübersicht!
        Nur muss Coman diese Entwicklung auch zeigen, und darf sich nicht von seinem Spitznamen blenden lassen.

      2. Jo

        Der Vergleich mit dem jungen Ribery ist gelinde gesagt irreführend.
        Die Karriere von Ribery kann wohl kaum für irgendjemand als Blaupause dienen, so ungewöhnlich wie sie in seinen frühen Jahren verlaufen ist.

        Zu Coman finde ich ein wenig Zahlenwerk interessanter.
        Coman hatte in seinem ersten Jahr unter Pep ca. alle 130 Min. eine Torbeteiligung. Unter Ancelotti kam er auf einen Scorer je 300 Minuten. In der Ära Heynckes kommt er ca. alle 100 Minuten auf eine Torbeteiligung.

        Was bedeuten die Zahlen?
        300 Minuten bedeuten: Es reicht nicht bei Bayern als Stürmer.
        130 Minuten sind ein richtig guter Wert, den fast jeder BL-Stürmer gerne nehmen würde.
        100 Minuten sind exorbitant gut. Hierzu dann tatsächlich mal ein Vergleich mit Ribery. In seiner legendären, ersten Bayernsaison kam er auf einen Wert von knapp unter 100.

        Für mich liegt folgendes Zwischenfazit nahe: Hat Coman einen Trainer der auf ihn setzt, ihn vor allem einsetzt, hat er also Spielpraxis und Selbstvertrauen, bietet er regelmäßig Leistungen an, die auch nach Bayernniveau gemessen, irgendwo zwischen gut und sehr gut liegen.

        Ich würde noch lange nicht so weit gehen, hier von einen adäquaten Nachfolger von Robbery zu sprechen. Die beiden Jungs haben Werte wie die von Coman (und besser) über einen Zeitraum von 10 Jahren geboten. Das ist dann noch mal eine ganz andere Liga.

        Ich finde man kann sich hier die klugen Worte von Michael Reschke zum Rücktritt von Lahm in Erinnerung rufen: Man sollte immer bedenken, wir suchen keinen neuen Philipp Lahm, sondern einen neuen Rechtsverteidiger.

        In diesem Sinne möchte ich in Coman auch gar nicht den neuen Ribery sehen, sondern jemanden der uns, z.B .als Linksaußen, in der Zukunft evtl. ein gutes Stück weiter helfen kann.

      3. Kieler

        Sehr guter Kommentar von Jo!

  12. pitvonbonn

    Wenn man hier die meisten Kommentare ließt, dann scheint die Erinnerung verblasst zu sein, dass Heynckes erst vor wenigen Wochen die unfitten Bayern übernommen hat.
    Er hat sie in den englichen Wochen körperlich und geistig, auch mit Muskelverketzungen, wieder fitt bekommen.
    Sie trotz vieler Verletzter mit Rotation von Sieg zu Sieg zu führen, hat der Mannschaft die letzten “Körner” geraubt.,
    Sie werden sich nach dem nächsten Mittwoch in die Winterpause retten um zu regenerieren.
    Nach dem Winterlager werden wir, auch durch die Wiedergenesung einiger verletzter Spieler, einen anderen FCB erleben.
    Also seid etwas sparsamer mit eurer Kritik.
    Der Vorsprung hat sich von Spieltag zu Spieltag vergrößert.
    Drückt lieber die Daumen für Mittwoch.

    1. Gestrandedinberlin

      Ich glaube es ist ein ziemlicher Mythos und generell einfach eine sehr vereinfachte Argumentationsart zu sagen, dass der FCB nicht fit genug war. Bayern war in den letzten Jahren nie die Mannschaft, die mehr gelaufen ist als der Gegner. Und viele Verletzungen gab es auch unter Guardiola.
      Außerdem kannst du ja Mal gucken, wie lang die Winterpause ist, keine Ahnung, welche Wunder da geschehen sollen.
      Man muss auch klar sagen, dass die letzten Spiele alle einen gewissen Abwärtstrend hatten. Und ja, mag sein, dass es auch mit der Überspieltheit zu tun hat aber das ist aus meiner Sicht eine sehr oberflächliche Analyse die halt außen vor lässt, dass man gegen Mannschaften die ganz unten stehen spielerisch sehr blass war, was auch leicht zu benennde taktische Gründe hat, z.B. die schlechte Dreiecksbildung, bzw. der echt miese Aufbau im Mittelfeld. Da verstehe ich jetzt auch nicht, warum man etwas weniger fit als andere Mannschaften taktisch keinen klugen Fussball mehr spielen darf.
      Es mag ja sein, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt wie es muss aber wenn man sich in mehreren spielen einfach so auscoachen lässt, wird man ja wenigstens nochmal skeptisch sein dürfen, was die Zukunft angeht.

      1. pitvonbonn

        Hast du überhaupt auch nur einen Satz von mir verstanden?

      2. Gestrandedinberlin

        Anscheinend nicht?

    2. @ Pit: Danke für den Kommentar – ich schließe mich zu 100% deiner Meinung an!

      Wenn man auf dem Zahnfleisch daher kommt, dann gehen auch einige Varianten verloren, die rein THEORETISCH möglich sein könnten / sollten!

      1. Gestrandedinberlin

        Ich mache mich jetzt sehr unbeliebt, aber was soll’s: die Argumentation, die da gebracht wird, ist logisch auf ziemlich wackeligen Füssen. Wenn der Zustand der Fitness höher zu bewerten ist als die Taktik, dann war Ancelotti ggf. n guter Taktiker, hat aber die Fitness vernachlässigt. Wenn dem so wäre, muss der Logik zufolge Heynckes eigentlich nur die Fitness verbessert haben, was ja aber der Argumentation nach nicht sein kann (oder sie ist durch Heynckes ein bisschen weniger schlecht geworden). Die wahrscheinlichere Variante ist, dass Heynckes sicherlich mit Defiziten umgehen muss, dann ist aber noch die Frage, wie das dann taktisch aussieht.
        Dazu hat JU unten ja auch noch was geschrieben, nur dass die Argumentation für mich auch nicht so ganz passt, da Köln und Stuttgart aus Tabellenplatz nicht die taktische Herausforderung sein dürfen.
        Alles was ich eigentlich sagen wollte ist, ich finde es schade, wenn man die taktischen Defizite niedrig redet durch die Fitness Mängel oder was auch immer.

      2. Ju

        @Gestrandetinberlin

        Vielleicht kann man festhalten, dass alles technische und taktische Handwerkszeug der Welt nichts nützt, wenn die körperlichen Voraussetzungen nicht stimmen. Dass die Mannschaft platt ist, sollte unstrittig sein. Auf der anderen Seite ist es nicht zielführend, etwaige Defizite, die unabhängig von der Fitness bestehen, wegzudiskutieren. Da muss man sich ja nur mal die Pressekonferenzen von Heynckes anhören, wo er durchaus einige Dinge anspricht, die auch er nicht auf die Fitness zurückführt. Nicht umsonst wiederholt er regelmäßig, das Positionsspiel sei ‘nicht präzise’. Wenn es gegen Stuttgart nun über 90 Minuten genau an dieser Stelle hakt, sehe auch ich nicht, warum man das nicht sagen dürfte. Letztendlich hätte zwar wahrscheinlich schon ein fitter Coman ausgereicht, um das gestrige Spiel deutlicher zu gewinnen; die Unterlegenheit unseres Spielaufbaus gegen das Stuttgarter Pressing wäre dadurch jedoch trotzdem nicht behoben gewesen.

  13. Marco05

    Sehr richtig, @pitvonbonn!

    Natürlich war das Spiel zäh. Wir haben jetzt gegen 2 defensiv top-strukturierte (und damit meine ich die Verteidigung über den ganzen Platz) Mannschaften wie Frankfurt und Stuttgart auswärts jeweils gewonnen. Nicht schön aber erfolgreich und auch ein Stück weit effizient. “Dank” Kaderzusammenstellung, Verletzungsproblemen und Trainerwechsel gehen wir aktuell am Stock, während gerade die genannten Mannschaften mit halb so viel Spielen noch voll im Saft stehen und dank “Spiel-des-Jahres”-Effekts gegen uns ohnehin nochmal alles raushauen.

    Der Kritikpunkt für mich ist, wie wir die Konter ausspielen. Das ist echt unterirdisch. In HZ1 war es noch vertretbar (James auf Tolisso), da hat Zieler gut pariert. Aber in HZ2 einmal mit Müller und dann das Ding von James und Lewy…
    Allerdings sind solche Dinger um die 90. rum auch mit der angesprochenen Fitness- und damit Konzentrations-Situation zu begründen.

    Außerdem ist mir lieber, die Slapstick-Konter gegen den VFB zu fahren, als mal wieder im Pokal gegen Dortmund. Ich hoffe da bekommen wir die PS nochmal auf die Wiese.

  14. […] Spielanalyse von  Christopher miasanrot.de! […]

  15. Ju

    Die Analyse ist gut gelungen und nennt viele wesentliche Aspekte des Spiels. Insbesondere zwei Punkte fand ich besonders erwähnenswert.

    – die Stuttgarter Überzahl in Ballnähe

    Das Herstellen von Überzahl in Ballnähe als grundsätzliches Ziel jeglicher Verschiebebewegungen ist nichts Neues. Jedoch sind solch extreme Varianten, die von Verrückten wie Roger Schmidt alltagstauglich gemacht wurden und zwei Drittel des Spielfelds komplett ignorieren, nach wie vor ein Sonderfall. In den vergangenen Jahren haben sich Mannschaften, die sowas ab und an mal spielen, das allerdings gegen Bayern nicht getraut. Grund dafür war, dass Pep Guardiola bis zum Erbrechen das Bespielen von ballfernen Räumen gegen gegnerisches Pressing trainiert hat. (https://abseits.at/in-depth/taktik-theorie/detaillierte-analyse-von-pep-guardiolas-trainingseinheit-2-die-ziele-der-uebung/) Die Automatismen scheinen nun endgültig abhanden gekommen zu sein. Mit den Erfahrungen aus seiner vorherigen Amtszeit würde ich behaupten, dass dies auch nicht Jupps Steckenpferd ist. Mit passenderen und fitteren Spielern sollte man jedoch aufgrund der individuellen Klasse mehr Durchbrüche in Unterzahl erzielen können.

    – das Einrücken Kimmich’s

    Das Einrücken der Außenverteidiger wurde in München – gerade, weil unsere Außenverteidiger diesbezüglich die besten der Welt sein könnten – in jüngerer Vergangenheit leider kaum praktiziert. Damit liegt einiges an Potential brach. Ich habe mich gestern sehr gefreut, Ansätze dafür zu sehen. Es wirkte jedoch leider sehr improvisiert, weshalb zwar die Zirkulation in der ersten Linie gestärkt wurde, ansonsten aber kaum passende Bewegungen zu erkennen waren. Es gibt eigentlich keinen Grund, diesen Kniff nicht ins Repertoire aufzunehmen und die passenden Bewegungen der Mitspieler einzustudieren. M.E.n wäre das gestern ein fokussierteres Aufrücken Martinez’ (um seinen Manndecker wegzuziehen), mehr horizontale Bewegungen der Achter, und verstärktes Andribbeln in der ersten Linie gewesen. Tolisso als alleinige Flügelbesetzung ist dann natürlich auch alles andere als ideal. Ein Robben, der direkt Ballett gegen den Flügelverteidiger machen kann und diesen deshalb zu einer passiveren Position in der Nähe seines Halbverteidigers zwingt, würde diesen Kniff schon erheblich verstärken.

    Ansonsten ist es halt schon krass, wie man unser Aufbauspiel im Moment mit simpler Manndeckung lahmlegen kann. Aber das ist nun auch nichts Neues mehr.

    Ach ja: Hat da jemand Bayerndusel gesagt?!

  16. Osrig

    @JU: Danke für den Link! Die Seite kannte ich noch nicht, sieht aber sehr vielversprechend aus!
    Gerade hinsichtlich Positionsspiel und Abläufe sehr informativ. Übrigens zeigt sich, wie Du auch selbst anmerkst, die Entwicklung in ihrer Reaktion auf Guardiola’s System – es wird eben nicht mehr nur kollektiv im Rahmen einer ballorientierten Raumdeckung veschoben, vielmehr wird jetzt situativ mannorientiert gearbeitet, und das in bester(?) Schmidt’scher Manier über den ganzen Platz! Berti Vogts lässt grüßen.
    Dagegen müssen jetzt neue Anpassungen im Positionsspiel ersonnen werden. So oder so braucht es aber mehr Tempo in den Abläufen, und daran haperte es bei uns zuletzt doch etwas.

    1. Ju

      @Osrig
      Ich kann dir nicht sagen, wie aktiv die Seite im Moment noch ist. Ich habe sie immer aufgrund der Beiträge von Rene Maric gelesen. Seitdem der aber zum Trainerteam von RB Salzburg gehört, hat er seine Autorentätigkeit (auch auf Spielverlagerung) offenbar ad acta gelegt.

      Ganz kurz: Schmidt ist Visionär der Raumdeckung. Sein waghalsiges und (über)ambitioniertesPressing dient der Raumverknappung. Mannorientierungen nutzt er so wenig wie mögich und so viel wie nötig.

  17. Kramnik

    Was bisher gar nicht erwähnt wurde ist die Leistung von Lewandowski. Seine letzten Auftritte waren nicht schlecht, aber auch nicht wirklich überzeugend. Heute hat er zwar kein Tor geschossen, mich aber über ganze Linie überzeugt. Er hat sich immer wieder fallen gelassen, hat sehr sicher gespielt und das beste gemacht mit den Bällen, die aus unserem Mittelfeld kamen. Eine sehr mannschaftsdienliche Leistung, stark!
    P.S. Wenn unser Mittelstürmer und Rechtsverteidiger im Mittelfeld sicherer wirken, als unser nominaler 6/8 Vidal, dann sollte dieser seine Leistung stark hinterfragen.

    1. Lukas

      Da ich Stuttgart schon immer mochte und für sie die drei Punkte wichtiger gewesen wären, wollte ich das Stuttgart gewinnt. Das hat dazu geführt, dass ich gefühlt das erste mal, seit Lewy nicht mehr bei Dortmund spielt zu spüren bekommen habe, wie unfassbar gut dieser Mann ist. Also das ist einfach unerträglich (für die verteidigende Mannschaft) wie der die Bälle vorne fest macht. Stuttgart wollte taktisch eindeutig zentrale Ballgewinne, um dann gefährlich umzuschalten. Da stand aber immer Lewandowksi und hat sich gegen 3 Leute durchgesetzt… Unfassbar

  18. wipf1953

    So, Sandro Wagner kehrt zurück. Das nächste Puzzleteil, um die Fehler aus der Saisonvorbereitung auszugleichen. Wenigstens sitzt Lewandowski jetzt einer im Nacken, den Heynckes durchaus mal bringen kann. Schon um dem zunehmend zur Ich-AG mutierten Polen zu zeigen, dass er nicht unersetzbar ist.

  19. LM

    Die Hinrunde ist dann doch noch eher versöhnlich beendet worden, wobei das für mich eher unter Schadensbegrenzung läuft.
    Hinzu kommen die Aspekte schwache Liga, unfähige Verfolger und nahzu optimale Schiedsrichterentscheidungen bzw. Spielverläufe zu unseren Gunsten. Die Spiele unter Heynckes und die etwas modifizerte Spielanlage ist immer noch unbefriedigend, hinzu kommen diese ständigen Verletzungen.

    Was ich aber viel bedenklicher finde, ist unser Kader bzw. unsere Kaderplanung insgesamt.
    Dass man jetzt in der Winterpause Wagner holen muss, zeigt die Versäumnisse unter Reschke. Dass Sanches überhaupt nicht funktioniert, darf so nicht passieren und dass im Mittelfeld alles immer nur auf Thiago wartet, geht auch nicht.
    Ullreich macht seine Sache besser als befürchtet, da hat man aber m.E. eher Glück gehabt.

    Die Vereinsführung hat, was die Spielerverpflichtungen angeht, in den letzten Jahren mehrere große Fehler gemacht:
    1. Kroos gehen lassen
    2. DeBryne nicht geholt
    3. Dembele-Transfer verbaselt

    Und jetzt versäumen sie es wohl erneut, einen Megatransfer anzugehen.
    Für mich ist Pulisic ein MustHave. Auch für 80+ Mio. Solche Spieler wachsen nicht auf den Bäumen und machen in engen Matches den Unterschied aus.

    1. Ju

      Glaube nicht, dass da irgendjemand hier widersprechen würde. Höchstens vielleicht, was die Schärfe angeht.

      Dass es da allerdings auch einige Relativierungen gibt, bsp. das Puma-Gemauschel, wurde hier auch schon öfter durchgekaut.

    2. Schwarzenbeck

      11 Punkte Vorsprung: schöne Schadensbegrenzung.

      Sorry, aber ich finde die Erwartungshaltung hier teilweise arg befremdlich. Mag sein, dass ich alt werde, aber ich kann mich noch an so manchen Stiefel erinnern, den wir zusammengespielt haben. Von der Trainer-Ära “Lerby/Ribbeck” rede ich mal gar nicht.

      Wir sind jetzt IMO 5 Jahre in Folge Meister geworden. So wie es aussieht steht demnächst Nr. 6 an. Gab’s schon einmal? Eher nicht. Und wisst Ihr was? Es wird auch mal ein Jahr mit Schonkost kommen. Ein Jahr in dem der DFB-Pokal das höchste der Gefühle sein wird, wenn man nicht ganz leer ausgeht. Der FC Bayern wird sich deshalb nicht auflösen.

      Und was die ganzen “Fehler” angeht:

      – Dass man einen BackUp für die 9 braucht war nach der letzten Saison allen klar. Nur Carlo war m.W. dagegen. Und deshalb gab es keinen. Warten wir mal ab, wie es jetzt mit Wagner wird.
      – Sanches war eine Wette auf die Zukunft. Scheint nicht hinzuhauen. Nur was wäre denn die Alternative gewesen? Kaufen und noch 2 Jahre in Portugal parken. Wäre möglicherweise sinnvoller gewesen, aber am Ende ist man immer schlauer.
      – Das man mit Kroos einen Fehler gemacht hat, hat sogar Rummenigge eingestanden. Wobei ich die ganzen Rufe vom Querpass-Toni noch gut in den Ohren habe.
      – Den oder den nicht geholt. Tja, es soll Vereine mit größerem Portemonnaie geben. Und ob es gepasst hätte, weiß keiner genau. Hätten wir Gündogan geholt, hätte jeder wegen seiner Verletzungsanfälligkeit gejault.
      – Zu Dembele hat sich Reschke geäußert. Shit happens.
      – Und Pulisic hat m.W. irgendwann man geäußert, dass er nicht zum FC Bayern will. Tippe der wird in die Premier League wechseln, was einem Ami auch nicht zu verdenken ist. Wird dort ein Rockstar oder ein zweiter Hargreaves. Who knows. Relativ sicher bin ich mir allerdings, dass unser Internationalisierungsbeauftragter sicher jeden zweiten Tag Pulisic haben will. Was besseres gäbe es für Auslandsvermarktung nicht. Unsere Pulisic’s hießen halt Donovan & Green. Super Titel für eine Country-Combo oder eine Anwaltskanzlei, aber für den FC Bayern hat es halt nicht gereicht. Wusste aber sicher auch jeder schon Jahre vorher.

      Oh mei. Wird Zeit, dass der FC Bayern auf Management by Twitter & Foren-Kommentar umstellt und den Rest der Vereinspolitik komplett der Kurve überlässt. Es muss ein Ruck durch Bayern gehen.

      Mir liegt ja fern, alles gut zu heißen, was an der Säbener Straße so passiert. Aber macht es doch nicht schlimmer, als es ist.

      Schöne Weihnachten!

      P.S. Und wenn uns der BVB im Pokal raushaut (Tor durch Pulisic, sic!), dann verzichte ich zur Strafe bis Ende Januar auf jedwedes Vanillekipferl.

      1. Marco05

        Querpass-Toni!

        Ich kann nicht nachvollziehen, dass man nach 125 Jahren immernoch dem Kroos hinterherweint. Luca Toni gehen zu lassen, war auch ein Fehler, und Mandzukic…

        Ich werde nie verstehen, was man an Kroos außer seiner Passquote die zu 90% aus 3m-Querpässen besteht, gut finden kann. Der hat bei Real funktioniert, weil die ganze Truppe funktioniert hat. Momentan schauts schonwieder etwas anders aus. Steck den in eine nicht funktionierende Truppe und der macht nichts besser, eher im Gegenteil. Bezeichnend bei der WM, was war sein bestes Spiel? Richtig.
        Ich bin auch sofort wieder ruhig, aber ich schaffe es (noch) nicht, die warum auch immer ab und an aufkeimende Wehmut einfach unkommentiert zu lassen.

      2. Lukas

        Uff danke für den Kommentar, da stimme ich jedem einzelnen Punkt zu. Vor allem das Gejammer über Kroos, obwohl wirklich niemand aus der kurve traurig war als er gehen musste. Ich freue mich für ihn, dass er heute mit der beste ZMF der Welt ist und kann mir vorstellen, dass er in München nie so weit gekommen wäre

      3. Lukas

        Der Kommentar über mir bestätigt die Freude dass er gegangen ist und löst sogar Schadenfreude ob so unsäglich schlechtem Fußballverstand aus

      4. Ju

        “Ich kann nicht nachvollziehen, dass man nach 125 Jahren immernoch dem Kroos hinterherweint.” – Ist eigentlich recht einfach: Wenn einem ein tiefer Spielmacher fehlt und man DEN tiefen Spielmacher schlechthin bis vor 3 Jahren im Kader hatte, ist das schon zum Haareraufen.

        “Ich werde nie verstehen, was man an Kroos außer seiner Passquote die zu 90% aus 3m-Querpässen besteht, gut finden kann.” -Nun, über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber dass du nicht mal VERSTEHEN kannst, warum eigentlich jeder, der in diesem Business eine Expertise von sich gibt, den für Weltklasse hält, ist schon etwas merkwürdig.

        “Der hat bei Real funktioniert, weil die ganze Truppe funktioniert hat.” – Nö. Der war absolut essentiell für das Funktionieren der Mannschaft.

      5. Osrig

        Gib zu, @Schwarzenbeck, Du magst doch eh keine Vanillekipferl? ;-)
        Ich kann eigentlich alles von Dir geschriebene nur unterstützen!! Für mich ist auch der 6. Meistertitel in Folge, so er denn tatsächlich errungen wird, aller Ehren wert! Ich werde ihn gebührend feiern und ihn nicht nur Schulter zuckend zur Kenntnis nehmen, um dann um so lauter nach dem CL-Titel zu rufen! Auch der Pokalsieg ist keine Selbstverständlichkeit, DO schlägt man nicht im Vorbeigehen! Hinter den nationalen Titeln steckt eine gewaltige Menge an Arbeit und Energie, die manche leider nicht mehr recht zu würdigen wissen.

  20. Schwarzenbeck

    P.P.S. Der größte Fehler überhaupt war aber, dass man den Sepp Guardiola nicht zwangseingebürgert und zum Trainer auf Lebenszeit gemacht hat. Ohne Sepp bist halt in Bayern der Depp, ganz egal ob der aus Katalonien oder vom Niederrhein kommt. Wobei, José geht ja irgendwie auch als Sepp durch. Schau mer mal was noch kommt.

    1. Hittmer Otzfeld

      Fremdschäm-Kommentar

      Hoffe der Erguss hat dich weniger als 20 Sekunden gekostet, andernfalls hab ich sehr schlechte Neuigkeiten für dich…

  21. LM

    @ Schwarzenbeck.
    Momentan verliert die BL den Anschluss. Sowohl finanziell, als auch in Hinsicht auf Top-Spieler und damit einhergehend sinkt auch das gesamte spielerische Niveau der BL. Und damit verliert der FCB ebenfalls an selbigem. Die Bayernspiele gegen Köln, Hamburg, Stuttgart oder auch Leipzig waren eher limitierter Natur von unserer Seite. Das viele Geld der Engläner zahlt sich nun doch mal aus und die Spanier spielen eh seit Jahren in einer anderen Liga als die BL. Mit den Tolissos, Süles, Wagners und Rudys gewinnst du doch keine relevanten Titel mehr, außer vielleicht dem drölfzigsten Deutschen Meistertitel. Das mag für einige hier historische Dimensionen angenommen haben, in Wahrheit aber ist es ein Armutzszeugnis der Liga insgesamt, das ist ja hier mittlerweile fast wie in Schottland, Island, Schweiz, Malta oder Ungarn.

    Und dass Stöger jetzt den BVB unter die Fittiche genommen hat, kommt für uns irgendwie zur Unzeit. Natürlich hoffe ich darauf, dass wir die Bienen aus dem Pokal werfen, aber Sie haben den Trend umgekehrt, Stöger hat als erstes deren Abwehr stabilisiert, das heißt, sie ziehen sich weiter zurück und lässt dann lang auf Auba und Pulisic spielen. Bei unserer Verfassung momentan könnte das sogar reichen. Wie gesagt – ich irre mich am Mittwoch gerne :-)

  22. LM

    “Robben wieder fit für den BVB.”
    Kenn ich.
    Ich hoffe nur, dass er sich gegen den BVB nicht erneut verletzt und dann noch länger ausfällt.

  23. Mehmet68

    Wagner… naja, gegen Mainz und Werder wirds reichen.

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