Turbine Potsdam – FC Bayern Frauen 0:2 (0:1)

Zum letzten Spiel im Jahr 2015 ging es für die Bayern nach Potsdam. Gegen den sechsmaligen Deutschen Meister galt es, die unglaubliche Serie eines gesamten Jahres ohne Liganiederlage zu vollenden. Zudem gab es dank der Niederlagen der Verfolger aus Frankfurt und Wolfsburg die Möglichkeit, den bereits beeindruckenden Vorsprung auf 12 Punkte zu erhöhen.

Der Gegner, Turbine Potsdam, konnte in den letzten Jahren nicht mehr an die Glanzzeiten der Vergangenheit anknüpfen. So gewannen sie zwischen 2009 und 2012 noch viermal in Folge die Meisterschaft, starteten jedoch mit großen Problemen in diese Saison. Auch, dennoch sicherlich nicht nur aufgrund von Verletzungsproblemen gelangen den Potsdamern nur zwei Siege in den ersten acht Spielen.

Turbine Potsdam - FC Bayern München, GrundformationenTurbine Potsdam – FC Bayern München, Grundformationen

Zuletzt zeigten sie sich stark verbessert und gewannen die letzten drei Spiele deutlich – darunter ein mehr als überraschender 5:2-Sieg in Wolfsburg. Das Hinspiel in München gewann der FCB mit 3:1.

Beide Mannschaften gingen wie erwartet mit einer Dreierkette ins Spiel. Bayerntrainer Thomas Wörle nahm keine Veränderungen an seiner Elf vor. So bestand die Abwehrreihe aus Nora Holstad, Caroline Abbe und Viktoria Schnaderbeck. Auf den Außen spielten wieder Gina Lewandowski und Leonie Maier, im Mittelfeld sollten Melanie Behringer und Melanie Leupolz die Fäden ziehen. Für Kreativität und Torgefahr sorgte der flexible Dreiersturm bestehend aus Vivianne Miedema, Nicole Rolser und Sara Däbritz, wobei Letztere zu Beginn auch teilweise aus dem Mittelfeld kam.

Intensive erste Halbzeit

Zu Beginn war das Spiel recht offen. Beide Mannschaften versuchten, mit eher direkten Angriffen vor das Tor des Gegners zu kommen. Die erste Halbchance des Spiels vergab Melanie Leupolz, die im Zentrum jedoch den Ball verpasste. Bayern strahlte in den ersten 15 Minuten eine gewisse Kontrolle aus, obwohl das Kurzpassspiel nicht optimal war. Gefährlich wurde es für Potsdam eher, wenn die Roten hohe Vertikalpässe hinter die Verteidigung spielten. So gelang es den Münchnern häufiger, über die Flügel in den Strafraum einzudringen, innerhalb des Sechzehners agierten sie jedoch viel zu ungenau.

Mit der ersten großen Torchance gab es auch einen kleinen Bruch im Spiel. Nach 15 Minuten landete ein Freistoß von der Mittellinie bei Tabea Kemme, die den Ball mit einer Direktabnahme gefährlich aufs Tor bringen konnte. Bayerns Nummer Eins, Tinja-Riikka Korpela, konnte die Führung der Potsdamer aber mit einer starken Parade verhindern. Nun schien der FCB die Kontrolle über das Spiel zu verlieren.

Genau in diese Phase jedoch fiel der Führungstreffer für die Gäste. Auch hier führte ein lang ausgeführter Freistoß aus dem Mittelfeld für Gefahr. Die Flanke segelte an sämtlichen Potsdamer Abwehrspielerinnen vorbei und landete perfekt bei Gina Lewandowski, die frei vor Lisa Schmitz zum 1:0 einschieben konnte. Eine verdiente Führung für Bayern zum unerwarteten Zeitpunkt.
Auch nach der Führung sollten die Münchnerinnen die Kontrolle über das Spiel nicht komplett zurückgewinnen. Das Aufbauspiel war teils sehr fahrig, es gab einige unnötige Ballverluste im Mittelfeld, die Potsdam aber nicht nachhaltig nutzen konnte. Der Münchner Angriff blieb weiterhin gefährlich, da der Dreiersturm Miedema/Rolser/Däbritz extrem agil und fluide agierte. Besonders Nicole Rolser war immer in Bewegung und wechselte ständig die Seite.

Turbine Potsdam strahle praktisch nur bei Standardsituationen Gefahr aus. Nach der Riesenchance für Kemme in der 15. Minute war es ein Kopfball von Ilaria Mauro in der 27. Minute, der Korpela zur Parade zwang. Auch die beiden anderen Chancen in Halbzeit eins, ein Kopfball mit dem Hinterkopf (35.) und ein Volleyschuss nach Abpraller (39.) entstanden aus einem Freistoß bzw. einer Ecke. Aus dem Spiel heraus lief bei Potsdam wenig. Und wenn etwas lief, dann wurden die Schussversuche stets von der Bayernabwehr geblockt.

Anders die Bayern. Ein Höhepunkt des Spiels war in der 33. Minute zu sehen, als Leupolz einen perfekten Schnittstellenpass auf die schwer zu verteidigende Däbritz spielte. Die 20-Jährige scheiterte jedoch frei vorm Tor an Schmitz. Nora Halstad verpasste die anschließende Ecke nur knapp mit dem Kopf. Erneut unglücklich war Däbritz wenige Minuten später, als sie eine Flanke von Leonie Maier nur knapp verpasste, nachdem die Rechtsverteidigerin den Ball gut im Pressing eroberte – nicht das einzige Mal in dieser Partie. Maier selbst setzte kurz vor der Pause einen Gewaltschuss neben das Tor.

Verwalten in Halbzeit Zwei

Die Halbzeitführung war für die Bayern verdient, jedoch keineswegs beruhigend. Während sich die meisten Zuschauer noch fragten, was diese zweite Halbzeit bringen wird, sorgte Vivianne Miedema früh für Ruhe. In der Mitte setzte sie sich gut gegen die Abwehr durch, dribbelte sich in den Strafraum und konnte sogar Torhüterin Schmitz aus spitzem Winkel bezwingen. Ein frühes Tor in der zweiten Halbzeit, das Gold wert war.

Natürlich wurde Potsdam nun etwas offensiver und wollte den Anschluss erzwingen, war dabei jedoch zu limitiert und nicht kreativ genug. Die Flanken waren nicht genau genug und die Schnittstellenpässe konnten immer wieder von der Abwehr der Gäste abgefangen werden. Besonders hervorzuheben ist hier Nora Holstad, die eine nahezu fehlerfreie zweite Halbzeit ablieferte, wie man es von der Abwehrchefin fast schon gewohnt ist. Tinja Korpela konnte sich kaum auszeichnen, die wenigen Schüsse aufs Tor der Finnin waren ungefährlich.

Bayern konzentrierte sich natürlich zuerst auf die Verteidigung, konnte aber immer wieder gute Offensivsituationen erzeugen und war gefühlt dem dritten Tor näher als die Heimmannschaft dem Anschlusstreffer. Die nennenswerteste Chance war wohl ein kraftvoller Schuss von Miedema in der 64. Minute, der knapp am Tor vorbeiflog.

Nicht einmal ein Doppelwechsel in der 68. Minute verbesserte das Spiel von Turbine. Spätestens mit Erreichen der Abwehrmauer aus Holstad, Schnaderbeck und Abbe war jegliche Torgefahr ein Ding der Vergangenheit. So konnte Bayern mit einer routinierten Leistung in der zweiten Halbzeit, ermöglicht durch das schnelle Tor von Miedema, den verdienten 2:0-Erfolg einfahren. Somit blieb man auch im 26. und letzten Ligaspiel des Jahres ungeschlagen und geht in die verdiente Winterpause mit einer beeindruckenden Führung von 12 Punkten, die bei einer verbleibenden Anzahl von 10 Spielen doch schon fast zur zweiten Meisterschaft in Folge ausreichen müsste. Hierfür könnte das Spiel in Wolfsburg vorentscheidend sein, welches Ende Februar ansteht. Ein Sieg in der VW-Stadt wäre mehr als nur ein Statement.

1. FFC Turbine Potsdam – FC Bayern München Frauen 0:2 (0:1)
Turbine PotsdamSchmitz – Krug, Draws, Kulis – Siwinska (68. Makanza), Wälti, Kemme (58. Kellond-Knight), Meister (68. Cramer) – Mauro, Huth, Schwalm
FC BayernKorpela – Abbé, Holstad, Schnaderbeck – Maier, Behringer, Lewandowski – Leupolz, Däbritz (79. Bürki) – Miedema (85. Evans), Rolser (60. Mewis)
BankZinsberger, Beckmann, Wenninger, Boquete
Tore0:1 Lewandowski (21.), 0:2 Miedema (48.)
KartenGelb: Mauro, Kulis / –
SchiedsrichterinChristine Baitinger (Friesenheim)
Zuschauer2.380

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