Gdańsk - open training of the Germany national team before Euro 2012 tournament at the MOSiR stadium - Philipp Lahm, Marco Reus, By Andrzej Otrębski (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Time to move on

Marco Reus hat seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis zum Jahr 2019 verlängert. Damit endet vorerst auch eine fast vierjährige Diskussion über einen möglichen Wechsel von Marco Reus zum FC Bayern. Es wird wohl nie gänzlich geklärt werden können, ob Reus sich offen gegen einen Wechsel zum Rekordmeister entschied, ob das Interesse der Münchner nach den vielen Verletzungen des 25-Jährigen nicht ohnehin erloschen war oder ob es tatsächlich einen Deal zwischen Rummenigge und Watzke gab, wie DER SPIEGEL es mit Nachdruck vertritt. “Wir beschäftigen uns mit jedem guten Spieler”, sagte Matthias Sammer vor kurzem in einem Interview über Kevin de Bruyne. Von daher erscheint es logisch, dass auch Marco Reus intern irgendwo ein Thema in München gewesen sein wird.

Der FC Bayern steht vor einer komplexen Umbruchphase, die neben Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vor allem von zwei Flügelspielern symbolisiert wird. Franck Ribéry und Arjen Robben haben die dritte große Ära des FC Bayern mit dem Champions-League-Sieg 2013 als absoluten Höhepunkt geprägt. Nicht nur als Typen. Nicht nur durch zusammen über 150 Pflichtspieltore. Nicht nur durch das 2:1 im Finale in Wembley als Ribéry auf den Torschützen Robben durchsteckte und so auch dieses Spiel letztlich von den beiden Ausnahmespielern entschieden wurde. Robben und Ribéry haben auch den Stil des FC Bayern über nun schon sechs beziehungsweise acht Jahre entscheidend mitbestimmt. Das flügellastige Offensivspiel mit den beiden inversen High-Speed-Dribblern als wuchtiges und durchschlagskräftiges Duo in Strafraumnähe ist zu einem Markenzeichen geworden – auch wenn unter Pep Guardiola ein paar neue, zentralere Akzente hinzu gekommen sind.

Nachfolger für Robben und Ribéry gesucht

Ribéry und Robben sind heute 31 Jahre alt. Wie lange sie noch Woche für Woche auf allerhöchstem Niveau spielen können, ist ungewiss. Während Robben sich in den vergangenen zwei Jahren körperlich extrem stabilisiert hat und deutlich seltener ausfällt ist, kämpft Ribéry mit ständigen kleineren und größeren Verletzungen. Klar ist: Spätestens 2018 wird der FC Bayern diese beiden Ausnahmespieler und damit allein in der Bundesliga fast ein Tor und eine Torvorlage pro Spiel wohl ersetzen müssen. Je nach körperlicher Entwicklung der beiden vielleicht auch früher. Unklar ist zur Zeit, wer diese Lücke füllen kann und welchen Spielertypus der FC Bayern dabei bevorzugt.

Mit Xherdan Shaqiri hat einer, der von der Altersstruktur und dem Spielstil her als idealer Nachfolger galt, nach vielen durchwachsenen Leistungen den Verein verlassen. Mario Götze und Thomas Müller, die beide auf allen Offensivpositionen spielen können, sind zwar langfristig gebunden, aber andere Spielertypen als Robben und Ribéry. Dahinter gibt es mit Sinan Kurt einen talentierten Spieler, dessen Entwicklung noch völlig offen ist. Der ausgeliehene Julian Green (19) schafft es derweil nicht einmal beim HSV in die Nähe der Startelf.

Auch wenn sich Bayerns Fußball unter Guardiola weiterentwickelt hat und nicht mehr so abhängig von Einzelaktionen im Angriffsdrittel ist wie in vielen Jahren zuvor, spricht viel dafür, dass die Münchner auch in der mittelfristigen Zukunft einen dribbelstarken Spieler benötigen, der gegen häufig extrem tiefstehende Gegner auch mal aus dem Nichts heraus Torabschlüsse kreiert oder für scharfe Tempowechsel sorgt. Reus hätte grundsätzlich in dieses Anforderungsprofil gepasst, auch wenn die schwierige Anpassung von Mario Götze und Robert Lewandowski in München zeigt, dass sich bestimmte Qualitäten nicht einfach so in völlig verschiedene Spielsysteme übertragen lassen.

Die Verlängerung von Reus in Dortmund bedeutet im wesentlichen drei Dinge. Erstens untermauert sie zusammen mit den 60 Millionen Euro Transferausgaben des BVB im Sommer den Anspruch der Borussia, dauerhaft zu den Top-3 in Deutschland beziehungsweise Top-10 in Europa und damit zu den ärgsten Konkurrenten des FC Bayern zu gehören. Zweitens zeigt sie auch, dass die Dortmunder heuer durchaus in der Lage sind, bei einzelnen Spielern in absolute Top-Gehaltsregionen vorzustoßen und beinahe jedes potenzielle Angebot der Konkurrenz zu matchen. Und drittens beendet sie die Diskussion über neue offensive Weltklassespieler beim FC Bayern nicht, sondern entfacht sie eigentlich erst richtig. Die Münchner werden in naher Zukunft einen Umbruch einleiten (müssen). Die Torgefahr, die Dominanz und die individuelle Stärke von Arjen Robben und Franck Ribéry zu ersetzen, zählt zu den schwersten Aufgaben, vor denen die sportliche Führung dabei steht.

Für den FC Bayern ist nach der Reus-Verlängerung somit vor allem eines klar: It’s time to move on.

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Leserkommentare
  1. Alex

    Das Thema “Reus” war ja hier in letzter Zeit eher abgekühlt… Daher war die Verlängerung eigentlich auch keine Überraschung mehr. Wir wollten wohl nicht mehr so, Barca darf nicht, Real ist top besetzt…man könnte diese Aufzählung fortsetzen.
    Zahlt Dortmund jetzt mehr Geld (wovon auszugehen ist), dann ist es einfach der logische Schritt für ihn, dort zu bleiben.

    Für uns stellt sich – aus meiner Sicht – viel mehr eine andere Frage: wollen wir, wie im Fall Shaq einen sehr talentierten jungen Spieler holen, der dann Ribéry oder Robben ersetzten kann, oder doch lieber einen im besten Fußballeralter, der schon etwas gezeigt hat. Und zwar nicht auf mittlerem sondern auch höchsten Niveau?!

    Ich denke, davon werden die Transferentscheidungen von Reschke und co. abhängen.

    1. Pachinko

      Naja, letzte Saison war ein Sanchez für 38 Mio auf dem Markt, der wäre eigentlich perfekt. Griezmann ist für 30 Mio zu Atletico gegangen und blüht dort voll auf. Auf dem Niveau von Ribery und Robben wird sich im Moment nichts finden, deshalb denke ich dass wir eher einen talentierten holen.

      1. Erv

        Eden Hazard wäre in der Rolle grundsätzlich vorstellbar, jedoch hat es den noch nie nach München gezogen und nun hat er auch seinen Vertrag in London verlängert…

  2. ShatHippens

    Also für mich ist die Vertragsverlängerung von Marco Reus und der damit verbundenen Gehaltserhöhung ein klares Zeichen für einen Abschied, wenn auch nicht zu den Bayern. Denn trotz seiner alten Ausstiegsklausel, hätte Marco Reus niemals im Sommer wechseln müssen. Im Gegenteil wäre der BVB ihm eine Herzensangelegenheit, hätte er auch ohne Probleme im Sommer ganz entspannt, ohne große Gehaltsforderungen (und eine Verdopplung des Gehalts ist immens!!!) seinen Vertrag verlängern können. Denn wie schon beschrieben, ist ja sein Gehaltsaufstieg der erste Schritt für alle anderen Spieler, wie Hummels, Gündogan, Aubameyang, Sahin, Immobile etc., nachzurücken. Diesen Druck wird es schwer sein nachzugehen, erst Recht, wenn man bedenkt, dass wahrscheinlich eine Saison ohne Internationale Beteiligung bevorsteht. Zwar ist man auf diese Laut Watzke nicht angewiesen, aber wenn es das Ziel ist oben in Europa dabei zubleiben, dann wird es schwer mit dieser Einstellung. Von daher glaube ich persönlich, dass die Verlängerung nur ein Schachzug ist, um eine entsprechend geeignete Ablösesumme für Marco zu erzielen, die seinen sicheren Weggang im Sommer ’15 kompensieren kann.

  3. throgsgafen

    Wenn Dortmund um die Meisterschaft und konsequent CL spielen will, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als marktgerechte Preise zu zahlen. Dass sie sich damit zwingend ihr eigenes Grab schaufeln glaube ich nicht, allerdings müssen sie in Zukunft aber auch regelmäßig CL spielen um das finanziell zu stemmen. Diese Notwendigkeit besteht jedoch ohnehin, da sehr gute Spieler nur kommen/bleiben werden, wenn sie sich international präsentieren können.
    Ein Jahr ohne, verschmerzen vermutlich die meisten, aber danach wird’s schwer.

    Für Bayern ist der Reus-Verbleib in DO keine schlimme Nachricht (wenn ich auch glaube, dass man ihn gerne geholt hätte). Man hat keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, steht finanziell gut da und ist eine attraktive Adresse. Da wird sicher der ein oder andere Wunschspieler zu bekommen sein. Ob der dann einschlägt, weiß man natürlich nicht. Aber da wäre man auch bei Reus nicht sicher gewesen.

  4. Jo

    Beim Thema Reus war ich immer hin und hergerissen, ob eine Verpflichtung dieses Jahr (und nur das stand konkret zur Debatte) Sinn macht.

    Die Nachfolge von Ribery und Robben kann man sowieso davon ziemlich unabhängig betrachten, da im Fußball eine Planung über 2 oder 3 Jahre hinaus reine Kaffeesatzleserei ist. Solide planen kann man gerade über den Horizont einer Saison.

    Wobei die eine/die große Lösung wahrscheinlich eh schwer zu verwirklichen sein wird. Wenn man sich vorstellt wer Rib/Rob, in der Rolle die sie in den letzten Jahren hatten, 1:1 beerben könnte? Da fallen mir nicht gerade sehr viele Namen ein.

    Da wird man evtl. schon ein wenig herumexperimentieren müssen.
    De Bruyne wird von Wolfsburg wahrscheinlich schwer loszueisen sein, wäre aber grundsätzlich hochinteressant. Firmino wäre ein weiterer Kandidat.
    Selbst Reus muss noch nicht Geschichte sein. Bei einer Vertragslaufzeit bis 2019 wäre er den üblichen Gepflogenheiten zufolge 2018 wieder auf dem Markt. Das könnte vielleicht sogar optimal passen.

    1. Pachinko

      2018 wird der Reus aber auch 29 Jahre alt sein… Das Thema hat sich endgültig erledigt.

    2. Oliver

      Vielleicht ist er dann mit 29 zu alt aber sonst sehe ich das sehr ähnlich. Ich glaube zur Zeit macht es nicht wirklich Sinn und die Positionen sind besetzt (ganz abgesehen von dem zu erwartenden öffentlichen Drama).

      De Bruyne sehe ich jedoch wirklich nicht bei Bayern obwohl er sicherlich ein toller Spieler ist und bei Wolfsburg den Unterschied ausmachen kann. Aber bei Real, Barca oder Bayern sehe ich ihn nicht. Zumindest nicht wenn es um das Thema Rob/Rib geht und man Spieler sucht die eins gegen eins gehen können.

    3. DukNukem

      Das sehe ich auch wie Oliver. KdB und Firmino sind doch eigenltich spieler für die Zentrale und auf den Ausenbahnen eher verschenkt.
      Wobei Roberto dann noch am einfachsten zu bekommen sein wird, da er bestimmt eine AK hat und man sich mit Hoffe und oder Rogon bestimmt einigen könnte.
      Für die Ausen wäre eher ein Spieler wie Volland interessant. Jedoch muss er diese Runde auch erst einmal wieder in Form kommen.
      Auch bei ihm kann ich mir eine AK vorstellen. Jedoch hat auf tm einer verlauten lassen, dass er wohl leider ein Angebot von den Dortmundern vorliegen hat. Da hätte ich es eindeutig lieber, dass er bei Hoffe bleibt, nach München geht oder ins Ausland. In Dortmund will ich ihn nicht sehen. Es reicht das Jonas Hofmann in Dortmund ist.

      1. Jo

        @DUNUKEM:

        Firminio muss ja keine Rib/Rob-Kopie sein, sondern einfach ein Klasse-Offensivspieler, der seine Stärken einbringt. Zudem dürfte das ein relativ “leicht” machbarer Transfer sein.

        Bei Volland glaube ich nicht, dass es für Bayern langt.

      2. DukNukem

        Mein Einwand kam ja auch eher nur deshalb zustande, da es sich auch im Artikel um die Baustelle der offensiven Ausen geht. Da wäre er mehr als verschenkt.
        Was der Junge kann ist mir durchaus bewusst, aber ich weis auch wo er her kommt und er hat uns auch schon teilweise richtig zur Verzweiflung gebracht, bis er letzte Runde den nächsten Schritt gemacht hatte. Manchmal gingen die Kommentare schon über Haare ruafen, bis hin zum sofortigen Verkauf.
        Es wird interessant zu sehen, wann Roberto den nächsten Schritt wagt. In Hoffe fühlt er sich ja richtig wohl und eine Tochter hat er ja auch erst letzt bekommen. Auch wenn es sein Style nicht vermuten lässt, scheint er es doch sehr bedacht angehen zu lassen. Deshalb wird es echt spannend, wann und wohin er dann geht.
        Das dieser Zeitpunkt kommt ist den meisten bewusst. In lederhosen würde ich ihn aber schon mal gerne sehen. Ich denke mit einer noch spielstärkeren Mannschaft geht bei ihm noch viel mehr.

  5. Hans

    Die entscheidende Frage wird sein, wann die Leistung bei Robben, Ribery, Lahm und Schweinsteiger so merklich abfällt, dass es für das allerhöchste Niveau nicht mehr reicht. Das könnte theoretisch bei allen zur selben Zeit erfolgen, könnte sich jedoch auch ganz unterschiedlich gestalten. Das schlimmste was aber meiner Ansicht nach passieren könnte, wäre, dass wir dann in einem Jahr im CL-Achtelfinale ausscheiden und vielleicht “nur” Vizemeister werden. Für die darauf folgende Saison würde dann so investiert werden (das Geld ist ja da), dass wir wieder oben dabei sind. Das wäre zwar ärgerlich, für eine Übergangssaison jedoch zu verkraften.

    1. Oliver

      Mir fehlt der Sinn für das ‘Drama’ hier. Bayern ist personell sensationell besetzt, in Spitze und Tiefe/Breite wie höchstens noch Real Madrid.

      Es gibt unzählige Verletzte, wo Großteile der Mannschaft fehlen bzw gefehlt haben. Seit Lahm verletzt ist habe ich ihn bis ende Dezember nicht in einem Spiel vermisst. (erst jetzt als Rafhinia auch noch ausfällt fehlt eben ein RV).

      Schweinsteiger ist fast die komplette Hinrunde ausgefallen und Bayern hat kein Spiel verloren. Ribery wurde hier bereits als ‘Auslaufmodell’ nur noch als Joker gehandelt und ist auch oft verletzt.

      Es gab Zeiten da war Bayern ohne Rob/Rib wirklich eine ganze Klasse schlechter aber das hat sich eigentlich relativiert. Die Hinrunde ohne Ribery zu beginn lief sehr gut und auch kreativ.

      Nur Robben ist zur Zeit wirklich schwer weg zu denken da er der einzige ist der wirklich konstant seine Leistung bringt und unersetzlich wirkt. Er schafft es selbst unter Guardiola und einem System welches seinem Spiel und seinem Tempofussball eigentlich nicht liegt durch seine individuelle Stärke durchzusetzen und tolle Tore zu machen.

      Ich finde Bayern ist personell perfekt positioniert für die Zukunft und hat mit Bernat und Benatia zwei Toptransfers getätigt. Bayern hat keine Schwachpunkte und es wird schwer das Team von außen wirklich zu verstärken.

      Thiago, Martinez und Badstuber sind fast komplett ausgefallen. Wenn Thiago gesundheit fit wäre und voll belastbar ist und wenn Guardiola es schafft das Potential von Götze konstant freizulegen ist alles gut.

      Wenn es jemanden gibt den ich interessant finden würde dann wäre es ein Spieler der für Real spielt und den ich insbesondere in Spielen wie den letzten drei vermisse: Toni Kroos :)

      1. Steffen

        Also Drama macht ja hier keiner, aber eine Situation in der vier Spieler (Kapitän, Co-Kapitän+2 herausragende Offensivspieler), die den Verein über 5-10 Jahre maßgeblich geprägt haben innerhalb so kurzer Zeit (2-3 Jahre) ersetzt werden müssen ist schon ziemlich einzigartig und wird schon eine sehr große Herausforderung.

        Für mich ist die Entwicklung von Manchester United seit 2011, als mit Neville, Scholes, Ferdinand und Giggs langsam die letzten der großen Generation gingen durchaus ein mahnendes Beispiel.

      2. Jo

        @Oliver:

        Meine Prognose: Kroos wird den Weg von Breitner nehmen und nach seiner Rückkehr die neue Ära nach den avisierten altersbedingten Abgängen entscheidend prägen.

      3. Oliver

        Mir geht es wegen dem ‘Drama’ eher darum das Bayern zu breit aufgestellt ist und zu gut gemanaged ist als das man erst irgendwann aufwachen muss und dann wie wild investieren müsste weil man etwas verschlafen bzw unterschätzt hat.

  6. Pachinko

    Ach bei Pep,Reschke und Sammer braucht man sich keine Sorgen machen, die werden das schon hinbekommen. Denke man wird sich um einen Offensiv-Allrounder und um einen RV bemühnen. Und wie ich unseren Vorstand kenne, haben die da schon welche im Auge und wir erfahren es erst, wenn es der Hörwick verkündet.

  7. Oliver

    Glückwunsch an den BVB!

    Das ist ein großer Erfolg für Dortmund und gerade in dieser Situation unglaublich wichtig auch im Hinblick auf andere auslaufende Verträge,. Gerade vor dem Hintergrund das man nächste Saison wohl keine CL spielen wird ist man in Dortmund in einer ‘komplizierten’ Situation.

    Das Reus sich zum bleiben entschieden hat ist schon etwas überraschend wenn man bedenkt das er noch ohne großen Titelgewinn ist (er ging von 2 Jahren zum BVB die da gerade Meister und DFB-Pokalsieger wurden und wenn er zu Bayern gegangen wäre hätte er jetzt ca. 7 Titel) und bei anderen Vereinen sicherlich hätte mehr verdienen können. ‘Hut ab’ für diese Entscheidung!

    In Dortmund weiß er was er hat und wert geschätzt wird und die Mannschaft um ihn herum aufgebaut wird. Bei Real, Manchester oder Bayern weiß er das nicht und muss sich in einem Haifischbecken (ggf. unter fremder Sprache) behaupten. Wenn er sicher viel spielen und sich in einem bekannten Umfeld weiter entwickeln will ist die Verlängerung sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung. Für Stabilität und Sicherheit – gegen (sicherere) Titel und mehr Geld.

    Für Bayern und die Liga ist es eine gute Entscheidung weil er in der Bundesliga bleibt und Bayern davon profitiert ernst zu nehmende Gegner zu haben. Nicht umsonst sind die beiden letzten, überragenden Jahre ab 2012 gerade nach den Titeln des BVB gekommen.

    Das Dortmund eine europäische Topmannschaft nicht für lau bekommt und sich Gehaltsstrukturen mittelfristig anpassen liegt auf der Hand . Der BVB hat in den letzten Jahren sehr gut gearbeitet, ist finanziell hervorragend aufgestellt so das sie das auch in die Mannschaft stecken können bzw. auch müssen wenn sie Spieler wie Reus, Hummels, Gündogan usw halten bzw haben wollen. Es ist ein Unterschied ob man auf talentierte Spieler setzt und mit einer Philosophie eine Mannschaft aufbaut (Der BVB seit 5 Jahren) oder ob man diese Mannschaft und entwickelten Spieler dann auch behalten will und auf diesem Niveau weiter mitspielen will (auch ein Klopp ist jetzt teurer als von 5 Jahren)

    Interessant ist eigentlich nur das alle Spieler die den BVB bisher für viel Geld verlassen haben noch bei keinem neuen Verein wirklich Fuß gefasst hat (Sahin, Kagawa, Götze, Lewandowski)

    PS: Einer der Gründe für die aktuellen Probleme des BVB: Diese Spieler sind sehr emotional geführt und sind seit Jahren von Erfolg zu Erfolg geeilt. Es ging nur in eine Richtung und alles lief fast wie von selbst. Die Mannschaft hatte keine Krisen und Tiefen zu überstehen und war es gewohnt zu zaubern, zu begeistern und geliebt zu werden und davon haben sie gelebt (wenn du Meister wirst oder als ‘Underdog’ die großen Bayern ärgerst oder gg. Real bestehst kannst du nicht verlieren oder enttäuschen). Alles war spielerisch und erfolgreich, die jetzige Situation ist komplett anders und neu, zumal einige jetzt sogar den größten Titel überhaupt geholt haben und Weltmeister sind (meist ohne selbst viel dazu beigetragen zu haben, was keine Kritik sein soll)

    1. Oliver

      @Steffen

      Kannst du den Kommentar bitte nach links schieben, er sollte sich nicht auf @Effenberg beziehen. war wohl mein Fehler.

      Oder du löschst ihn und ich poste ihn neu (ist gespeichert9, wie es besser passt….

      Danke

    2. Patrik

      Ich habe mich auch schon gewundert, warum alle abgewanderten BVB Spieler in anderen Top Vereinen nicht einschlagen.
      Liegt es daran, dass sie die “Wohlfühl-Oase” verlassen haben, spielerisch vielleicht nicht ganz in die Weltklasse gehören und das bisher vom kollektiv aufgefangen wurde, oder an dem realtiv eindimensionalen taktischen Verständnis (welches ja derzeit auch eines der BVB Probleme ist)? Was meint ihr?

    3. Oliver

      Ich glaube du hast die Punkte ziemlich gut beschrieben die da allesamt in Frage kommen bzw. zutreffen könnten.

  8. DasDing

    Die personelle Neuausrichtung in der Offensive iwird in den nächsten Jahren in der Tat eines der spannendsten Themen sein. Ob man die lange praktizierte Spielweise (Betonung der Flügel) auch nach RibRob fortsetzt, hängt wohl von den verfügbaren Neuzugängen ab – grundsätzlich muss ein anderer Ansatz im Offensivspiel aber natürlich nicht schlechter sein, deshalb sollte man sich bei der Suche nach Ersatz nicht auf einen bestimmten Spielertypus festlgen.

    Völlig ausser Frage steht für mich jedoch folgende Feststellung: Weltklasse kann nur durch Weltklasse ersetzt werden! Bei den 1-2 Schlüsseltransfers, um die es hier geht, kann man sich nicht auf (in Bezug auf ihre Entwicklung immer unsichere) Jungtalente verlassen, und schon gar nicht sollte man Spieler der Kategorie Firmino holen, wie hier einige vorschlagen – das ist nun wirklich nicht die Kragenweite, um die es hier gehen darf. Man hat das Ziel, sich dauerhaft unter den Top3 in Europa zu etablieren, und dafür braucht man (natürlich NEBEN einem Funktionioerendem Gesamtkonzept zur Kaderentwicklung, gutem Wirtschaften und einer konsequenten Spielphilosophie) eben doch auch ein paar herausragende(!) Einzelkönner. Möglicherweise muss man hier in Sachen Ablösesume in ganz neue Dimensionen vorstoßen – aber keine Angst, das kann man sich mittlerweile nun wirklich leisten.

    Wer käme also in Frage? Spontan einfallen würden mir Sanchez, Sterling, Pedro Rodriguez, Griezmann und vielleicht de Bruyne (wobei man bei Letzterem aber noch abwarten muss – es wird seinen Grund gehabt haben, dass Chelsea ihn hat ziehen lassen; womöglich schafft er es nicht, eine Weltklassemannschaft mitzutragen). Mein Favorit wäre Alexis Sanchez, ich finde es geradezu peinlich, dass man sich im letzten Sommer nicht um ihn bemüht hat. Dass er sich so stark entwickelt wie jetzt in London, war im Sommer auf jeden Fall schon abzusehen (WM). Um ihn von Arsenal loszueisen, müsste man schon richtig in die Tasche greifen. Mit Griezmann und Atletico verhält es sich wohl ähnlich, aber sowohl von der Ablsöesumme als auch von der spielerischen Qualität her auf einem etwas niedrigeren Niveau. Bekäme man Sterling von Liverpool los? Wenn er Interesse daran hat, mal die CL zu gewinnen anstatt in der englischen Liga Siebter zu werden ja. Aber auch das würde natürlich teuer werden (was hier aber kein Hindernis darstellen darf). Ansonsten wäre Pedro wechselwillig; er kennt Guardiola bestens und hat in der Vergangenheit schon sehr starke Leistungen gezeigt – in letzter Zeit hat er etwas abgebaut, aber man könnte ihn wohl gerade mit Peps Hilfe (im ersten Jahr jedenfalls noch) wieder “hinkriegen”. Mal sehen worauf es hinauslaufen wird, aber eines steht fest: Die Führung muss handeln und darf sich hier auf KEINEN Fall mit Knauserlösungen zufrieden geben!

    Zur Reus-Verlängerung: Ich denke, dass da irgendwo doch ein Haken dran ist, sonst hätte der Spieler eine für ihn extrem günstige Perspektive nicht aufgegeben. Für 25 Mio hätte ihn wirklich jeder europäische Topklub genommen! 2016 hätte er die CL gewinnen können, jetzt wird er im nächsten Jahr nicht mal Europa League spielen (außer, über den Pokal geht noch was – EL ist allerdings auch keine extrem angenehme Aussicht). Ich vermute, dass das Ganze etwa mit dem einen Verein zu tun hat, zu dem er nicht hätte wechseln können: Barca (Transfersperre). So bleibt er jetzt bis 2016 in Dortmund und hat vorher noch seinen Vertrag verlängern lassen, um finanziell zu profitieren und dem BVB dann im nächsten Jahr hohe Einnahmen durch die Ablöse zu ermöglichen, quasi als “Abschiedsgeschenk”, bevor es dann ab nach Katalonien geht. Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass es so läuft.

    1. Hero991

      Pedro war auch unter Pep nicht der Stammspieler auf den außen gewesen, auch wenn er viel gespielt hat.

    2. Hans

      Sterling ist eines der größten Talente, allerdings wird es ein Ding nahe der Unmöglichkeit ihn zu holen. Außer Ashley Cole gibt es keine ‘namenhaften’ Spieler im Ausland. Die englischen Top-Clubs brauchen ‘homegrown’ Spieler um die Regularien der UEFA/BPL zu erfüllen. Sterling wechselt, wenn überhaupt, innerhalb Englands.

      Generell wird man Ribery/Robben nicht 1:1 ersetzen können bzw. müssen. Auf rechts hat man ja noch Müller, der sicherlich spielerisch weniger bringt aber ja nicht umsonst ehrfurchtsvoll ‘The Raumdeuter’ genannt wird.

      Ganz so schwarz wie die meisten, sehe ich da nicht, es gibt ne Menge, Menge, Menge Youngster die mit nem bisschen Schliff sicherlich an das Niveau herankommen können. Depay, Keita, Januzaj, Muniain fallen mir spontan ein, alles Namen die intern schonmal gefallen [sein sollen] sind. Ich perönlich bin ja ein Fan von den zwei Jungs aus Schalke, leider war Heldt clever und hat die teuer gemacht.

      So oder so; bei der Qualität der Transfers der letzten Jahre, und insbesondere auch wie sie vollzogen wurden, bin ich optimistisch und zuversichtlich.

      Jemand besseren als Reus mit seinem exploding-knee’s-syndrome finden wir allemal

      1. Griezmann hat mir bei den Auftritten, die ich gesehen habe, stets äußerst gut gefallen. Guter junge, ’91 geboren, also noch jung, aber durchaus mit Erfahrung, um ihn in 1-1.5 Spielzeiten auf dem Zettel zu haben. Wie seht ihr ihn?

      2. Pachinko

        @Jan

        Das Problem wird halt die Ablöse sein. Der hat bestimmt eine AK von min.60 Mio und Atletico wird auch darauf besehen. Wenn wir ihn überzeugen können, wäre Bayern vielleicht bereit mit 50-60 Mio einen neuen Vereinsrekord aufzustellen. Hätten wir einfach Shaqiri im Sommer für 20-30 Mio nach Pool verkauft und Griezmann für 30 geholt…

      3. Jo

        @Jan:
        Griezmann würde ich auf “Beobachten” setzen. Er macht einen guten Eindruck, hat eine nachvollziehbare, stabile Entwicklung genommen und könnte 2016/2017 (je nach noch vorhandener Belastbarkeit von Ribery) eine Alternative sein.

        Da er allerdings exorbitant teuer werden dürfte, sollte man sich seiner Sache relativ sicher sein. Spätestens nach der EM in Frankreich denke ich weiß man was man hat bzw. bekommt.

      4. Hans

        Griezmann ist nicht schlecht und hat überraschend gut bei Atlético eingeschlagen. Allerdings behaupte ich auch einfach mal, dass die untere Tabellenhälfte der LaLiga nicht so stark ist wie etwa die der Premier League oder der Bundesliga, da können gute Statistiken trügen.

        Griezmann ist auch fast eher so ein Typ wie Müller: spielintelligent, viel am rotieren und arbeiten, etc. aber nicht der schnellste oder sonderlich gut im Dribbling.

        Wenn die linke Seite weiter die spielstarke bleiben sollte, gibt es interessante Alternativen meiner Meinung nach *hust* Draxler *hust* *hust*

  9. Hero991

    Was junge Spieler angeht:
    Man muss eben Spieler wie Scholl Jr. und Kurt Spielpraxis geben damit man sehen kann ob die es in 1 bis 2 Jahren schaffen eine Spieler wie Ribery zu ersetzen oder zumind. einen gemütlichen Übergang zu schaffen.
    Bei Green kam die Ausleihen einfach zu früh und dann noch bei einen Klub wie beim HSV der zwar genug Qualität hat aber trotzdem gegen den Abstieg kämpft. Da hat man aus externer Spieler nicht die größten Chancen. Da setzt man eben auf Personal mit Erfahrung. Wäre Green zu Paderborn oder in zu einer Mannschaft in die 2. Liga gewechselt, hätte er wohl einen Stammplatz bzw, mehr Spielpraxis bekommen. Siehe Duksh und Schöpf.

    Ich finde die Personalie Bellerabi sehr interessant, da er relativ günstig zu haben wäre, wenn man das Gesamtpaket betrachtet.

  10. Erich_B

    Zum Thema Reus:
    Der BVB feiert die Vertragsverlängerung gewohnt euphorisch und emotional. Was das für den BVB leistungstechnisch bedeutet, auch für die “Kaderhygiene” die nächsten Jahre wird sich zeigen. Fakt ist der BVB hat gerade mal die 1/2 des Umsatzes von Real/Bayern/Manu/Barca, so einfach finanzieren die ein Gehalt von Reus nicht. Und so einfach wird es Ihnen nicht fallen Spielern ein ähnliches Gehalt zu zahlen (Diese Anfragen werden kommen beim Management, keine Sorge).
    Grundsätzlich war es für Reus wohl eine logisch nachvollziehbare Entscheidung, wo hätte er denn hingehen sollen ? Bei den Europa Top5 Vereinen sind die Positionen im Prinzip besetzt auf die nächsten 2-3 Jahre.

    Zu der Entwicklung des FCB:
    Wenn man mal Robben/Ribery ausklammert sehe ich folgende Offensive: Müller/Thiago/Lewa/Götze.
    Das sind alles Offensivspieler die Ihre Klasse schon unter Beweis gestellt haben, an der Kontinuität kann der ein oder andere noch arbeiten.
    Und Ribery/Robben sind die nächsten 1-2 Jahre auch noch nicht weg… einen Platz für Reus sehe ich nicht.
    Man könnte eventuell in 2 Jahren diskutieren.

    Zum Thema Ersatz für Robben/Ribery:
    Im Normalfall wird ein Weltklasse Spieler gekauft, Investiton zwischen 30 und 50 Mio.

    Grundsätzlich wird jedoch der FCB dieses Leistungsniveau was Sie seit Jahren haben, auch schon unter LvG nicht halten. Die Erfolge sind wahnsinn:
    2009/10: Double/CL-Finale
    2011/12: CL-Finale
    2012/13: Trible
    2013/14: Double/CL-Halbfinale

    Es wird sicher eine Zeit des “Aufbaus” kommen, wo man auch im CL-Achtelfinale/Viertelfinale ausscheiden kann oder man nicht Meister wird… das gehört dazu. Dazu ist die Leistungsdichte in der BL und CL auch zu hoch.

    1. Oliver

      Den letzten Teil sehe ich total anders. Der Fussball hat sich in den letzten Jahren komplett verändert und viel weiter auseinander entwickelt. Keiner der großen 3 Real / Bayern / Barca wollen oder können sich so etwas wie eine Zeit des Aufbaus noch mal genehmigen was nicht heißt das sie immer die CL gewinnen werden oder nicht auch einmal ein etwas schwächeres Jahr haben.

      Dafür sind diese Mannschaften dem Rest einfach zu sehr voraus und haben komplett andere Strukturen als früher. Die Unterschiede im Umsatz sind mittlerweile gigantisch (nicht nur in der Bundesliga) und die Kaderbreite ist mittlerweile so ausgedehnt das der 17. Mann bei Bayern immer noch stärker ist als der Beste von 90% alles Bundesligaclubs. Hiermit verbunden können Spieler gezielter eingesetzt und geschont werden und die Spieler sind im Kopf immer fit und bereit (anders als früher) wenn sie dann spielen.

      Das ganze Training ist komplett anders abgestimmt auf Systeme wo selbst 4-5 Verletzte immer wieder aufgefangen werden können und ersetzbar sind weil diese Vereine eben nicht 5-6 Superstars haben sondern 10-12. Alles Geld fließt zu den Großen und die investieren mittlerweile viel cleverer und wir sind hier in ganz anderen Dimensionen. Bevor z.B. ein italienischer Club noch mal die CL gewinnt muss schon wirklich viel passieren.

      Das Problem an alle dem ist nur leider das ich mich frage warum man sich als Bayernfan überhaupt noch über Siege in der Bundesliga freut denn eigentlich ist es als wenn ein Klitschko gegen einen Abraham boxt und sich danach freut wie ein kleines Kind……..

  11. Robert

    Memphis Depay!

  12. […] 1. Die Nachricht des gestrigen Tages: Marco Reus verlängert beim BVB bis 2019, inkl. eines deutlichen Gehaltsprunges (s. DerWesten). Felix Meininghaus (Tagesspiegel) rechnet vor, wie viel Reus nun verdient. Oliver Müller und Lars Wallrodt (Welt Online) recherchieren, wie sich der BVB das leisten kann. Kristina Steffens (Reviersport) sieht in der Vertragsverlängerung ein starkes Zeichen. Peter Ahrens und Sara Peschke (Spiegel Online) glauben, Reus Marktwert sei zuletzt zwar gesunken, dennoch sei die Vertragsverlängerung ein echter Coup. Jochen Tittmar (Spox) glaubt noch nicht so recht daran, dass Marco Reus auf ewig in Dortmund bleiben werde. Die Bayern werden nun wohl nicht in den Genuss von Reus kommen. “It’s time to move on”, fordert deshalb Steffen Meyer (Miasanrot). […]

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