Testspiel: FC Bayern München 0:1 Real Madrid (0:0)

Bevor für den FC Bayern die Heimreise ansteht, gab es noch ein letztes Testspiel in New York zu absolvieren. Niemand geringeres als Real Madrid war der Gegner in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Es war zudem das letzte Spiel in dem Carlo Ancelotti nicht auf all seine fitten Spieler zurückgreifen konnte.

Am 5. August nehmen auch die letzten Urlauber des FC Bayern wieder ihre Arbeit an der Säbener Straße auf. Deshalb musste der Trainer der Münchner auch im letzten Spiel der USA-Reise auf einige Akteure verzichten. Franck Ribéry stand zudem ebenfalls nicht im Kader. Der Franzose fehlte mit Adduktorenbeschwerden, soll nach Angaben des Vereins aber bald wieder trainieren können.

Falls Ihr es verpasst habt:

Ancelotti setzte vor Ulreich auf eine Viererkette bestehend aus Rafinha, Feldhahn, Martínez und Alaba. Davor wurde es schon interessanter. Alonso bekleidete die Sechser-Position hinter Thiago und Vidal. Lahm sowie Bernat besetzten zunächst die Flügel und Green agierte als einzige Spitze. Der Ausfall von Ribéry führte also dazu, dass Ancelotti auf ein 4-1-4-1 beziehungsweise 4-3-3 änderte. Es war zudem die erste Partie, in der dem Italiener kein einziger Flügelspieler zur Verfügung stand. Der Lösungsansatz des Trainers war, dass die Außenverteidiger noch höher standen als in den vergangenen Partien und Lahm sowie Bernat eher einrückend agierten.

Auch Real Madrid spielte in einer relativ unspektakulären Formation. Vor Torwart Casilla spielten Marcelo, Varane, Ramos und Carvajal. Das Mittelfeld war mit Casemiro, Lucas Vázquez, Modric, Isco und James ebenso namhaft besetzt. Im Angriff setzte Zidane auf Morata. Die Spanier versuchten in ihrem 4-3-3 konsequent die Flügel zu überladen und so der noch nicht optimal besetzten Viererkette der Münchner zu schaden.

Beide Mannschaften verteidigten in der Anfangsphase hoch und so gab es auch den ersten großen Test für die Aufbaustruktur des deutschen Rekordmeisters. Sowohl Real als auch die Bayern versuchten sehr vertikal zu spielen und schnell für die Führung zu sorgen. Nachdem die Elf von Ancelotti dann jedoch etwas Kontrolle über die Partie bekam, ließ sich Zidanes Mannschaft in ein tieferes Mittelfeldpressing fallen. Eine Halbchance von Green (8.) sowie ein gefährlicher Freistoß von Alaba (10.) waren die ersten Höhepunkte der Begegnung.

Bayern dominierte in der Folge die Partie und kam speziell über schnelle Seitenverlagerungen sowie guten Kombinationen übers Zentrum ins letzte Drittel. Nach einem starken langen Ball von Alonso hatte Vidal die nächste gute Gelegenheit (12.). Die erste kleine Chance für Real gab es in der 15. Minute als Isco sich über die rechte Bayern-Seite durchsetzte, aber anschließend keinen Mitspieler im Zentrum fand. Interessant zu beobachten war, dass Ancelotti gegen den Ball diesmal auf ein 4-1-4-1 setzte statt auf das bisher übliche 4-4-2.

Immer wieder schafften es die Bayern sich gut nach vorne zu kombinieren, aber gefährliche Situationen resultierten daraus zu selten. Es war wieder ein Freistoß von Alaba, der zu einem gefährlichen Torabschluss führte. Der Ball ging aus ungefähr 25 Metern aber nur an den Pfosten (26.). Das erste Mal aus dem Spiel heraus gefährlich wurde es, als Green nach gutem Zuspiel von Alaba frei vor dem Tor des Gegners auftauchte. Der Abschluss blieb aber harmlos (29.).

Es war trotz der wenigen Strafraumdurchbrüche ein sehr guter Auftritt der Bayern. Speziell Thiago hatte richtig Spaß am Spiel. Der Spanier hatte nach sehenswerter Einzelleistung per Fernschuss sogar die Gelegenheit seinen Auftritt zu krönen, doch Casilla parierte stark (34.). Bis zur Halbzeit passierte dann nicht mehr viel und so ging es mit dem für Real Madrid glücklichen 0:0 in die Pause.

Zidane brachte für den zweiten Durchgang Kovacic, Asensio und Nacho für Modric, James und Varane. Die Bayern verzichteten zunächst auf einen Wechsel. Die erste Halbchance nach dem Seitenwechsel hatte Real durch einen ungefährlichen Volley von Morata (52.). Am generellen Spielverlauf änderte das jedoch nichts. Carlo Ancelottis Mannschaft war weiterhin dominant, während die Königlichen auf ihre Umschaltmomente warteten. In der 56. Minute wechselte der deutsche Meister das erste Mal. Für den überzeugenden Alonso kam Benko.

Der machte wiederum den ersten größeren Fehler und schenkte Marcelo unnötiger Weise den Ball. Mit einem Lupfer spielte der Morata frei. Der Spanier vergab jedoch die größte Chance seines Teams und so blieb die Partie weiter torlos (60.). Real wurde nun gefährlicher. Mit einem Fernschuss gelang Isco nur zwei Minuten später fast der Führungstreffer, doch der Pfosten verschonte die Bayern. Zidane wechselte weiter und brachte Danilo, Ødegaard und Lienhart für Carvajal, Isco und Ramos (63.).

Die erste gute Chance für die Münchner hatte David Alaba in der zweiten Halbzeit. Der Österreicher setzte einen Schuss aus spitzem Winkel am Tor vorbei (68.). Das Spiel wurde nun zerfahrener. Es war den Münchnern anzumerken, dass die Kraft noch nicht für die volle Distanz reicht und so kam Real zu immer mehr Ballbesitzphasen. Auch die vielen frischen Kräfte auf Seiten der Spanier machten sich bemerkbar. Große Chancen waren allerdings auf beiden Seiten Mangelware. Während Zidane Llorente, Tejero und Mariano brachte, wechselte Ancelotti Pantovic für Martínez ein (78.).

Aus dem Nichts ging dann Real Madrid in Führung. Thiago kam zu spät und zog schlussendlich nicht das Foul gegen Danilo. Der Brasilianer erzielte aus ca. 18 Metern Entfernung das Führungstor (79.). In der 81. Minute wäre anschließend fast der Ausgleich gefallen, doch Thiagos Freistoß ging knapp am Tor von Casilla vorbei. Der Spielstand entsprach zwar nicht dem Spielverlauf, doch Real wurde in der zweiten Halbzeit etwas besser. Insgesamt waren die Bayern dennoch das bestimmende Team, aber sie schafften es nicht sich dafür zu belohnen.

Ein Fernschuss von Benko (84.) eröffnete die Schlussoffensive der Münchner. Vidal (86.) schaffte es aus guter Position ebenfalls nicht das Tor zu erzielen. Ancelotti wechselte unterdessen erneut aus. Der engagierte Thiago verließ den Platz und dafür durfte Öztürk noch ein paar Minuten bei den Profis sammeln. Da Mariano die letzten beiden Chancen des Spiels vergab (91. und 92.), blieb es beim 0:1 für Real Madrid. Letztendlich war es dennoch ein sehr guter Auftritt der Bayern. Speziell wenn man bedenkt, wie viele potentielle Stammspieler dem Rekordmeister noch fehlen.

3 Dinge, die auffielen:

1. Kontrollierter Auftritt

Der Auftritt des FC Bayern erinnerte an eine leicht abgewandelte Version von Guardiolas Positionsspiel. Der Katalane ließ den Gegner gnadenlos mit Ballbesitz kontrollieren und so war es auch im Spiel gegen Real Madrid. Allerdings gab es auch wieder die von uns zuletzt häufiger angesprochenen Ruhephasen. Die Münchner fielen wieder das ein oder andere Mal in ein tieferes Mittelfeldpressing zurück und versuchten dann über Ballgewinne zu kontern. Letzteres funktionierte noch nicht allzu gut, aber es war spannend zu beobachten, wie der FC Bayern die Madrilenen auch ohne Ball über weite Strecken kontrollierte.

Zidanes Elf hatte fast keine Chance im ersten Durchgang und konnte mit den wenigen Ballbesitzphasen nur wenig anfangen. Obwohl der amtierende deutsche Meister mit einer Viererkette antrat, die so in einem Pflichtspiel wohl nicht mehr zusammen auflaufen wird, schaffte es Real nicht zu klaren Gelegenheiten zu kommen. Ein wichtiger Faktor war hier Feldhahn. Der 29-Jährige überzeugte nicht zum ersten Mal mit einer engagierten und soliden Leistung. Auch Alonso war extrem wichtig gegen den Ball. Er war der Fixpunkt in der Zentrale. An ihm orientierten sich seine Mitspieler.

Auch mit Ball wirkt das Auftreten der Bayern immer strukturierter. Vidal sowie Thiago besetzten die Halbräume. Sie kippten auch mal diagonal nach hinten ab, während Alonso die richtige Balance zwischen tieferer und höherer Positionierung fand. Die Außenverteidiger schoben diesmal sehr hoch und agierten in Ballbesitz eher als Flügelstürmer. Das wird auch der Grund dafür gewesen sein, dass Alaba als Linksverteidiger begann. Bernat und Lahm rückten als nominelle Außenspieler immer wieder ein und waren so häufig im Halbraum positioniert. Mit Vidal und Thiago als Bindeglied waren alle wichtigen Räume auf dem Spielfeld immer gut besetzt. Das Positionsspiel von Pep Guardiola scheint also noch nicht vergessen zu sein, wenngleich die Mannschaft dem Gegner deutlich mehr Ballbesitz überlässt. Am Ende waren es nur 53,7% für den FC Bayern.

2. Starkes Zentrum

Es war beeindruckend wie diese Bayern-Mannschaft in der ersten Halbzeit einen Gegner dominiert hat, der mit einer Elf antrat, die vermutlich in jeder Liga um den Titel spielen würde. Großen Anteil daran hatte das bereits erwähnte Zentrum der Münchner. Xabi Alonso als Taktgeber vorne weg. Der 34-Jährige deutet zurzeit an, dass auf ihn noch Verlass ist. Auch unter Druck traf er kluge Entscheidungen. In den richtigen Augenblicken wählte der Ex-Spieler von Real Madrid die vertikalen Pässe, beruhigte aber auch immer wieder hektische Phasen. Sein Abkippen zwischen die Innenverteidiger dosierte er genau richtig. Verteidigte der Gegner höher, bildete Alonso mit Feldhahn und Martínez eine Dreierkette. Ließ Real sich in ein tieferes Pressing fallen, positionierte der Spanier sich deutlich offensiver.

Thiago steht vor einer wichtigen Saison. Seine bisherigen Leistungen lassen hoffen. (Foto: Alexandra Beier / Bongarts / Getty Images)
Thiago steht vor einer wichtigen Saison. Seine bisherigen Leistungen lassen hoffen.
(Foto: Alexandra Beier / Bongarts / Getty Images)

Auch Vidal und Thiago zeigten eine ansprechende Leistung. Während der Chilene auf bekannte Art und Weise überall auf dem Feld zu finden war, überzeugte der Spanier wie zu seiner Anfangszeit bei den Bayern. Der 25-Jährige scheint seine Situation verstanden zu haben. Er wirkte spielfreudig, traute sich wieder mehr zu und ging auch wichtige Wege nach hinten. Besonders wichtig waren aber die vielen engen Spielsituationen die er auflösen konnte. Zwar muss man abwarten wie er sich in den Pflichtspielen präsentiert, aber seine bisherigen Leistungen lassen hoffen, dass Thiago begriffen hat wie wichtig diese Saison für ihn ist. Er kommt nun in das perfekte Alter für einen Fußball-Profi und muss beweisen, dass er diese Leistungen auch konstant abrufen kann. Bleibt er von Verletzungen verschont, hat er gute Chancen einer der wichtigsten Spieler des Rekordmeisters zu werden.

3. Ohne echte Flügelspieler bleibt es zäh

Wenn man etwas an der Leistung der Bayern kritisieren möchte, dann die fehlenden Strafraumdurchbrüche. Das Fehlen der vier Flügeldribbler war trotz des meist dominanten Auftritts zu spüren. Ohne diese Spielertypen wird die Zentrale noch wichtiger. Immer wieder haben die Münchner versucht Alaba sowie Rafinha zu isolieren. Anschließend boten sich Bernat auf der einen und Lahm auf der anderen Seite in den Halbräumen an, um über schnelle Kombinationen zu Chancen zu kommen. Das funktionierte das ein oder andere Mal ganz gut, doch es fehlte an der letzten Genauigkeit. Außerdem waren Eins-Gegen-Eins-Situationen fast nicht existent. Die wenigen daraus resultierenden Chancen wurden zudem nicht genutzt.

Natürlich spielt hier auch das Fehlen von Müller und Lewandowski eine Rolle, aber es ist trotzdem notwendig sich für gute Leistungen zu belohnen. Gerade Mannschaften wie Real Madrid bestrafen diese ausgelassenen Chancen sofort. Mit zwei Außenverteidigern und Julian Green in der vordersten Linie war das diesmal schwierig. Die Bayern haben es dennoch zu einigen guten Situationen gebracht, wenngleich sie meist nicht gut ausgespielt wurden. Es wird vermutlich auch in Zukunft zäh bleiben, wenn Ancelotti auf seine vier Eins-gegen-Eins-Spieler verzichten muss. Sein Lösungsansatz mit offensiven Außenverteidigern und einrückenden Flügelspielern scheint aber einer mit Zukunftspotential zu sein.

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Leserkommentare
  1. Jo

    Abschluss der Testspiele. Ab jetzt stehen nur noch Pflichtspiele an. Überraschender Gedanke, wenn man bedenkt, dass die halbe Mannschaft noch gar nicht gegen den Ball getreten hat.
    Real war vom Namen her der stärkste Gegner, von der Aufstellung her und auch von der Einstellung. Ein echter Härtetest also.
    Dafür lässt sich sehr viel positives mitnehmen. Die erste Halbzeit, mit der zur Zeit bestmöglichen Elf richtig stark. Gutes, sehr aggressives Pressing weit vorne , gute Raumaufteilung, eine interessante Mischung aus bei Bedarf Ballbesitzphasen und schnellem Spiel. Real wurde fast vollständig dominiert und konnte offensiv gar keine Akzente setzen.
    In der zweiten Halbzeit dann ein ziemlich verändertes Bild. Bayern lässt sich 20-30 Meter weiter zurückfallen und überlässt Real viele Spielanteile. Das wirkte zu organisiert um einfach aus dem Spielverlauf heraus zu passieren.
    Wahrscheinlich zwei Gründe. Ancelotti wollte wohl ein paar Körner sparen um so lange wie möglich seine “Profis” auf dem Platz zu haben. Und vielleicht auch mal ein Testlauf für Plan B oder C.
    Das hat mir dann weniger gut gefallen. Momentan gibt es ja einige die ein solches Verhalten für Bayern öfter propagieren. Hier konnte man schön sehen, wie man so einen Gegner den man völlig im Griff hatte wieder ins Spiel zurück holt und stark macht. Dabei war Real die Mannschaft die zu diesem Zeitpunkt schneller und häufiger durchwechselte.
    Die von einer solchen Taktik erhofften Räume gab es zwar auch zu sehen, allerdings hatten wir heute nicht die Spieler auf dem Platz um das auszunutzen.
    Als Alonso dann nach einer Stunde ging (und der extrem unglücklich agierende Benko kam), gab es wieder einen Bruch im Spiel. Der im Spielbericht zurecht gewürdigte Xabi wirkt bisher als wäre er in einen Jungbrunnen gefallen. Ist es die wunderbare lange Pause für ihn, sein alter Weggefährte Carlo, auf jeden Fall ist er bisher ein großer Gewinner der ersten Spiele. Einer dessen Wert man vor allem sah, als er nicht mehr auf dem Platz war.
    Der Sieg für Real dann doch etwas überraschend und über die ganze Spielzeit gesehen ziemlich glücklich. Wobei ich mich auch frage, ob Ulreich den Schuss nicht halten sollte. Zwar knallhart abgezogen, aber der Ball schlägt direkt über seinem Kopf ein. Ein Neuer in Normalform hätte da wohl gute Chancen gehabt.

    Insgesamt habe ich nach Abschluss der offiziellen Vorbereitungsphase kein schlechtes Gefühl. Das knappe Dutzend der Stammmannschaft die wir bisher sahen, macht fast ausnahmslos einen guten bis sehr guten Eindruck.
    Vidal einfach nur Wow! Ihm merkt man in jeder Phase an, dass er nach überragender Rückrunde und Copa im Flow ist.
    Thiago is back! Und dann teilweise ein Genuß anzuschauen.
    Alaba hat die EM in jeder Weise offensichtlich verdaut. Und was für eine Freude ihn wieder auf seiner angestammten Seite Gas geben zu sehen.
    Ribery wurde ja schon überall gewürdigt.
    Javi gibt den IV von Spiel zu Spiel selbstverständlicher und souveräner.
    Lahm und Rafinha zeigen, dass sie auch in diesem Jahr wieder ihren Stiefel (in positivem Sinne!) herunterspielen werden.
    Bei Bernat gibt es noch das eine oder andere Fragezeichen. Mag auch damit zusammenhängen, dass er öfter im Mittelfeld agieren musste. Das ist wirklich nicht seins.

    Die Verlierer sind bisher (und damit wohl auch schlussendlich) die Jungs aus der zweiten Reihe, von Amateuren und Junioren. Ihre Einsatzzeit dürfte mit der Wiederkehr der übrigen Stammspieler nun zu Ende gehen.
    Und man muss leider sagen, keiner konnte die Chance nutzen. Der Abstand zu dem was in der Profitruppe gefordert ist, zu dem was da angeboten wurde ist leider immens. Es gibt da kein Reservoir aus dem Ancelotti ruhigen Gewissens schöpfen könnte. D.h. wenn wir mit den 20 avisierten Spielern in die Runde gehen bleibt es dabei, von hinten kommt nichts nach. Ein etwas beunruhigender Gedanke.
    Allerdings gibt es die eine Ausnahme, die man doch noch würdigen sollte. Und zwar Feldhahn, auch dieser zurecht hier im Spielbericht gelobt. Meine Einschätzung seiner Leistung in den bisherigen Spielen chronologisch:
    Oje – Doch nicht so schlecht – Das war ja richtig gut.
    Sprich bei ihm hat man deutlich eine Entwicklung gesehen. Je länger er auf dem Niveau der Profis trainierte und spielte desto mehr konnte er sich dem erforderlichen Niveau anpassen. Er hat natürlich gegenüber seinen Mitspielern aus den Amas den Vorteil schon mal körperlich robust und mit der Erfahrung aus etlichen Jahren “Männer- und Profifußball” ausgestattet zu sein. Das konnte er über die Distanz auch ausspielen.
    Ich fordere jetzt nicht gerade Feldhahn für die CL, aber es wird Spiele geben da kann man so jemanden immer reinwerfen.
    Vor allem da die Position des IV gesundheitsbedingt immer noch so ein Wackelding ist. Badstuber konnte nur in einem Spiel beginnen? Und danach keine einzige Minute mehr nehmen? Stimmt nicht sehr hoffnungsfroh.
    Ein Gedanke der mir gar nicht so schlecht gefallen würde: Lasst uns Feldhahn und Badstuber mal für drei Monate die Mannschaften tauschen.
    Vorteil: Feldhahn bliebe “warm” durch das Training mit der ersten Mannschaft und stünde bei Bedarf als vierter IV zur Verfügung. Badstuber könnte ohne den Druck der BL und ohne übermächtige Konkurrenz einfach mal jeden Einsatz nehmen der bei ihm drin ist und dann sieht man wohin das führt. Ist er überhaupt noch in der Lage einige Wochen konsequent Spiel für Spiel durchzuhalten? Schafft er das bei der Zweiten? Dann kann man weitersehen. Schafft er es dort nicht? Tja, dann hat sich das Thema Profikader eh so langsam erledigt.
    Natürlich ist das nicht im Sinne von Degradierung zu sehen. Der Verein wäre gefordert das mit allen Beteiligten sauber abzustimmen und vor allem zu kommunizieren. Könnte ich mir vorstellen, dass man das hinkriegt. Vielleicht sogar ohne Sportvorstand? ((-;

    1. Ju

      Ein guter Gedanke bezüglich Badstuber und Feldhahn. Wenn die Spieler einverstanden sind und das ordentlich kommunziert wird, kann das wirklich eine für alle positive Sache sein.

    2. kurt

      Ich sag doch: Ballbesitz ist alles! Pep ist ja nicht blöde. Hoffe weiterhin auf >60% pro Spiel.

      1. Osrig

        Wasser auf die Mühlen meiner Argumentation! ;-)
        Aber ich will auch anerkennen, dass die Strategie, sich als Mannschaft auch mal stärker nach hinten zu orientieren, um sich Platz für schnelle Gegenstöße zu schaffen, gut ist, für Flexibilität sorgt. Es darf nur nicht sein, dass dann die Dominanz über den Gegner verloren geht, der Gegner plötzlich das Spiel macht und uns zurückdrängen kann.

      2. Ein Punkt den ich erst zu stehen hatte, ihn dann aber wieder raus nahm, weil Real diese Momente nicht nutzen konnte. Immer wenn Bayern diese Ruhepausen nahm, war Real gefährlich. Allerdings nicht in letzter Konsequenz. Deshalb erspielten sie sich daraus zu wenig. Und natürlich weil Bayern auch clever verteidigte. Allerdings hat Bayern in den letzten Spielen sehr viel zugelassen. Man kann jetzt darüber diskutieren ob es an den Ruhephasen liegt in denen die Mannschaft tiefer steht, oder an den fehlenden Stammkräften. Beides ist irgendwo wahr. Ich persönlich bin großer Fan des Guardiola-Fußballs und sehe das System als erfolgreich auf allen Ebenen an. Hat man selbst den Ball, kontrolliert man auch den Gegner. Guardiola stellte sehr oft die beste Defensive in den letzten Jahren und das nicht nur wegen individueller Klasse, sondern auch weil das hohe Verteidigen meist funktioniert.

        Natürlich gab es auch hier Gegenbeispiele, aber diese Diskussion jetzt wieder aufzumachen fände ich müßig. Letztendlich haben wir für beide Systeme schon erfolgreiche Systeme gesehen. Ancelotti sollte und wird (davon bin ich überzeugt) nicht auf Kontrolle verzichten. Die Ruhephasen die er einbaut sollten dann aber besser funktionieren. Man muss dann zusehen dass die Organisation gegen den Ball besser funktioniert als in den Tests. Genau diese Phasen waren es in den letzten Jahren, die uns den ganz großen Sprung vermiest haben. Ich bin gespannt ob Ancelotti dieses tiefere Mittelfeldpressing ohne Kontrollverlust timen kann.

      3. Für beide Systeme erfolgreiche Teams natürlich. ;)

    3. förb

      Deine Idee mit Badstuber und Feldhahn ist tatsächlich ziemlich genial!

  2. Marco05

    Grade mal das Tor gesehen: Was zur Hölle macht Ulreich denn da? Zieht die Hände weg, so ein dämlicher Fehler…

    Ich hielt dessen Verpflichtung im Grunde für eine gute Sache aber man kann weiterhin nur hoffen, dass sich Manu nicht nachhaltig verletzt.

  3. Osrig

    Es ist sicherlich unbestritten, dass die Umsetzung des Dominanz-Fussballsystems a la Guardiola viel Kraft und Konzentration erfordert! Wenn Ancelotti, was ich hoffe, noch Verbesserungen vornimmt, dann könnte ich mir vorstellen, dass diese Verbesserungen in erster Linie das schnelle Pass-Spiel und die damit verbundenen Bewegungsabläufe betreffen. Mit dem – ich komme immer wieder darauf zurück ^^ – “one-Touch-Fussball” werden wir offensiv noch durchschlagskräftiger.
    Allerdings wird der Kraftaufwand, der zu betreiben ist, dadurch noch höher!
    Ich frage mich nun aber gerade, ob die Überlegung, durch weiter nach rückwärts organisierte Positionierung nicht nur Platz für mögliche Konter zu schaffen, sondern auch Verschnaufpausen zu erhalten, nicht in die Irre geht!
    Denn das defensive Arbeiten gegen den Ball erfordert ja ebenfalls hohe Laufbereitschaft, umso mehr als das in dem Falle der Gegner ja im Ballbesitz ist und unsere Jungs “hinterher hecheln” müssen. Da die Mannschaft idealerweise en Bloc schieben muss, können sich auch ballferne Spieler nicht wirklich ausruhen! Wenn dann der Ball zurückgewonnen wird und sich die Möglichkeit eines öffnenden vertikalen Passes ergibt, müssen die Offensiven wiederum mit höchstem Tempo nach vorn laufen, wozu möglicherweise dann schnell die Kraft fehlt. Es wundert mich jedenfalls nicht, dass gewisse Clubs bei solch einer Auslegung der Gesamtstrategie lieber auf “Leichtathleten” anstatt auf “Ballzauberer” setzen.

    Um wirklich etwas Ruhe zu haben scheint mir das positionsbezogene offensive Spiel am vernünftigsten zu sein, denn da stehen unsere Angreifer weit auseinander gezogen und versuchen, sich für die schnellen Pässe anzubieten, ohne gleich den Gegenspieler auf sich zu ziehen. Wenn der Ball gerade auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ist, kann es somit ein wenig Zeit geben, sich zu erholen, weil für den Moment etwas weniger Laufarbeit erforderlich ist. Aber vielleicht wirkt das von außen nur so, denn letztlich kann keiner unserer Spieler sich “in Ruhe anschauen” was die Kameraden gerade anstellen. Dafür ist das Spiel mittlerweile zu dynamisch und anspruchsvoll geworden!
    Umso wichtiger halte ich eine ausgewogene Trainingssteuerung! Und genug Spieler in der Mannschaft, die in die Spielelf rotieren können, damit andere verschnaufen können.

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