SV Werder Bremen – FC Bayern München 1:2 (0:2)

Gefühlt ist der Rückrundenstart schon eine Woche her, offiziell aber startete der FC Bayern erst am Samstag gegen Werder Bremen in die zweite Hälfte der Saison. Wie schon in der Vorwoche ergab sich ein aufregendes und bis zum Schlusspfiff spannendes Spiel, in dem die Münchner jedoch erneut die Oberhand behalten konnten.

Falls ihr es verpasst habt:

Statistisch gesehen war das Spiel bereits vor dem Anpfiff entschieden: Seit 2014 wartete Werder auf einen Treffer gegen Bayern, seit 2010 auf einen Punkt. Dennoch gab Trainer Nouri die Devise aus, sich anders zu präsentieren als noch im Hinspiel, als die Grün-Weißen mit 0:6 in München untergingen.

Werder Bremen gegen Bayern München, AufstellungWerder Bremen gegen Bayern München, 28.01.2017, Grundformationen.

Beim Blick auf die Aufstellung fehlten bei Werder zwei eigentliche Stammspieler. Kapitän Clemens Fritz musste mit einer Verletzung am Nacken passen, Flügelstürmer Fin Bartels, zuletzt offensiv gefährlichster Bremer Offensivspieler, nahm mit einer Erkältung zunächst auf der Bank Platz. Die defensive Formation setzte sich so aus Moisander, Sané und Veljkovic in der Innenverteidigung zusammen, flankiert von Garcia links und Bauer rechts. Im defensiven Mittelfeld rückte Delaney auf die Fritz-Position neben Junuzovic, Gnabry und Kruse flankierten Claudio Pizarro in der Sturmzentrale.

Auf Seiten der Münchner gab es im Vergleich zur Partie in Freiburg nur zwei Wechsel: Für den verletzten Vidal kam Joshua Kimmich zu seinem Comeback in der Startelf (erstmals seit Anfang Dezember), er nahm die zweite zentrale Mittelfeld-Position neben Alonso ein. Zudem durfte auf der linken Außenbahn wieder Ribery für Costa ran.

Die Bayern starteten in der vierten Minute mit einem ersten Distanz-Abschluss von Ribery in die Partie und versuchten im Anschluss daran, aus der gewohnten 4-2-3-1-Formation Druck auf das Bremer Tor zu entwickeln. Dies gelang jedoch nur mit Abstrichen, immer wieder fehlte es Genauigkeit und Inspiration im Mittelfeld. Da gleichzeitig Ribery extrem unauffällig agierte, landeten die meisten Bälle aus der Zentrale bei Robben, der in der Anfangsphase jedoch geschickt von der Werder-Verteidigung isoliert wurde.

Somit erinnerte das Ballbesitzspiel der Münchner an weite Teile der bisherigen Saison: Behäbig und ungenau agierten die zentralen Mittelfeldspieler, über Alaba und Ribery entstand zu selten Druck und Boatengs Laserpässe fehlten ebenso wie Thiagos ordnende Hand. Kurzum: Man verließ sich erneut auf eine Einzelaktion – und die kam.

Ribery dribbelte in der 30. Minute nach einem öffnenden Pass von Kimmich mit viel Tempo an der linken Strafraumkante entlang, legte dann in den Rückraum ab, wo Robben einlief und sehenswert zum 1:0 verwandelte. “Heldenfußball” wie aus dem Lehrbuch, der allerdings merklich für Ruhe sorgte. Die Bayern griffen nun gezielter an und gerade Robben riss immer wieder Lücken in die grün-weiße Defensive.

So auch kurz vor der Halbzeit, als Moisander den Niederländer unnötig mit dem Ellbogen foulte und somit Alaba eine herzliche Einladung zu seinem ersten Saisontreffer zukommen ließ. Der Österreicher, der aus dem Spiel heraus erneut keine gute Partie ablieferte, verwandelte aus etwa 20 Metern perfekt ins Kreuzeck und sorgte für die 2:0-Halbzeitführung.

War diese verdient? Definitiv. Auch wenn die Bayern über weite Teile der ersten 45 Minuten viele spieltaktische Fehler der letzten Wochen und Monate nicht abstellen konnten, entwickelten sie gerade über den starken Robben immer wieder Gefahr und belohnten sich mit einer soliden Führung. Gleichzeitig profitierte der FCB davon, dass die Bremer ihre wenigen Kontergelegenheiten nicht gezielt ausspielten.

Die zweite Halbzeit durfte erneut Franck Ribery mit einer Offensivaktion eröffnen. Wunderbar eingesetzt von Müller wurde er wegen einer wenn überhaupt hauchzarten Abseitspositon zurückgepfiffen. Das vom Schiedsrichtergespann verhinderte (und wohl vorentscheidende 3:0) war der Initiator der wildesten Phase des Spiels: Nach einem Zuspiel von links ließ Kruse im Strafraum Alaba aussteigen und verwandelte über Neuer hinweg zum 2:1-Anschlusstreffer.

Eine knappe Minute später lag der Fokus wieder auf dem gegenüberliegenden Sechzehner, wo Lewandowski von zwei Gegenspielern in die Zange genommen wurde und ein Elfmeterpfiff zumindest vertretbar gewesen wäre. Es entwickelte sich ein Auf-und-Ab, das Werder eindeutig mehr zusagte als den Münchnern, die erst ab der 65. Minute wieder etwas mehr Kontrolle bekamen. Carlo Ancelotti überraschte in derselben Phase mit zwei risikoreichen Wechseln und brachte Sanches für Müller sowie Coman für Robben, der kurz vor seiner Auswechslung noch einen Elfmeter hätte bekommen können.

Werder schaffte es nach dem Anschlusstreffer den Druck auf die Bayern hochzuhalten und brachte gleichzeitig mit vielen Fouls Unruhe ins Spiel. Wie schon in der Vorwoche gegen Dortmund ließen sich die Bremer nicht unterkriegen. Auf der anderen Seite nahm Robbens Auswechslung sichtlich Drive aus dem Spiel. Coman tat sich verständlicherweise schwer, aus dem Nichts für Gefahr zu sorgen und auch Costa (in der 79. für Ribery gekommen) schaffte es nicht mehr, sich in das System einzufügen oder anderweitig für Gefahr zu sorgen.

Somit durchlebte die Mannschaft im zweiten Spiel nach der Winterpause die zweite hitzige Schlussphase und musste im Weserstadion am Ende auf Zeit spielen. Werder hatte zwar in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht, letztendlich aber mussten sich die Münchner selbst vorwerfen, die Spannung ins Spiel gebracht zu haben. Auf Dauer werden Auftritte wie der vom Samstag einiges an Kraft rauben und die hoch gesetzten Saisonziele gefährden.

Drei Dinge, die auffielen

1. Robben macht immer noch den Unterschied

Arjen Robben ist ein Mann für die wichtigen Spiele – das weiß man in München bereits seit seiner ersten Saison 2010. Seine vielleicht größte Entwicklung im Trikot des FC Bayern ist jedoch, dass er seit einigen Jahren in den unscheinbaren Spielen Woche für Woche den Unterschied macht. So auch gegen Werder Bremen.

Während die linke Seite der Münchner mit Ribery und auch der Rest des Teams einige Zeit brauchte, um sich auf dem Rasen im Weserstadion zurecht zu finden, war Robbens Wille und Durchsetzungsvermögen von Anfang an erfrischend anzusehen. Robben ist derzeit wohl der einzige Bayern-Spieler, der komplett losgelöst vom Rest der Mannschaft für Gefahr sorgen kann. Eine Qualität, die angesichts der momentan fehlenden Einbindung von Müller in offensive Kombinationen essentiell ist, um aus durchschnittlichen Spielen, wie dem am Samstag, drei Punkte mitzunehmen.

Was Robben zudem im Vergleich zu seinem Counterpart Franck Ribery auszeichnet: Er kann über 90 Minuten für Gefahr sorgen. Umso überraschender war es, dass Carlo Ancelotti zuerst dem Niederländer aus dem Spiel nahm, in einer Phase, in der Werders Offensive immer stärker wurde und sich dadurch Räume auf dem Flügel öffneten. Robbens Auswechslung zeigte gleichzeitig, dass ohne ihn sowohl spielerisch als auch mental entscheidende Elemente im Bayern-Spiel fehlen.

“Ohne starken Robben kein Champions-League-Sieg” hieß es bereits in der Ära Guardiola. Unter Ancelotti deutet immer mehr darauf hin, dass nun auch “Ohne Robben keine Meisterschaft” gilt.

2. Kimmich und Alonso funktionieren

Carlo Ancelotti hatte sich in der letzten Woche zurecht dafür kritisieren lassen müssen, dass ein angeschlagener Vidal anstelle eines fitten Kimmichs gegen Freiburg auflaufen durfte. Gegen Bremen bekam der 21-Jährige nun zum ersten Mal seit Anfang Dezember wieder die Chance in der Startelf – und nutzte sie.

Kimmich erfüllte seine Aufgabe neben Alonso hervorragend. Acht Balleroberungen und fünf Ballgewinne zeigen, dass er es schaffte, Thiagos Fähigkeit, Angriffe zu unterbinden wieder ins Bayern-Spiel zu bringen und Alonso somit den Freiraum zu gewähren, den er für sein Aufbauspiel braucht. Kimmich spielte 22 Pässe im offensiven Drittel, einige davon als hervorragende Vertikalbälle und ergänzte auch in dieser Hinsicht den klar defensiver orientierten Alonso.

In gewisser Hinsicht ist der Unterschied in der Spielweise zwischen Kimmich und Alonso größer als zwischen Vidal und dem Spanier, was der Mannschaft insofern weiterhilft, als dass die unterschiedlichen Spielertypen für merklich mehr Variabilität sorgen. Kimmich hat gegen Werder Bremen viele Argumente dafür geliefert, dass er im Moment mehr beitragen kann als Arturo Vidal – die Frage ist, ob Ancelotti das genauso sieht.

3. Wechsel mit Fragezeichen

Der Bayern-Trainer steht zu seinem Wort – soviel steht fest. Bereits vor dem Spiel hatte Ancelotti angekündigt, dass Kingsley Coman die ersten Minuten nach seiner langen Verletzung sammeln würde und dies tat er auch. Es bleibt allerdings die Frage, ob der Italiener seinem Schützling mit der Einwechslung einen Gefallen getan hat.

Denn der junge Franzose wirkte in den knapp 25 Minuten, die er auf dem Feld verbrachte, komplett überfordert und konnte nichts zum Spiel beitragen. Der Wechsel für Arjen Robben, bis dahin mit Abstand stärkster Münchner, sorgte somit in erster Linie für Konfusion, anstatt den gewünschten Effekt (Spielzeit für einen rekonvaleszenten Spieler) zu erzielen.

Ähnliches galt für Douglas Costa, der überraschend spät für den in der zweiten Halbzeit enttäuschenden Ribery ins Spiel kam. Der Brasilianer ist in seiner Zeit in München nicht wirklich dadurch aufgefallen, ein überragender Einwechselspieler zu sein – und tat das auch am Samstag nicht. Ein früherer Wechsel, etwa inmitten der größten Druckphase der Bremer um die 55. Minute herum, in der sich gerade auf der linken Seite viele Räume auftaten, wäre womöglich sinnvoller gewesen.

SV Werder Bremen – FC Bayern 1:2 (0:2)
SV Werder BremenWiedwald – Veljkovic, Sané, Moisander – Delaney – Bauer (71. Bartels), Gnabry, Junuzovic, Garcia (81. Kainz) – Pizarro (19. Eggestein), Kruse
FC Bayern MünchenNeuer – Lahm, Martínez, Hummels, Alaba – Alonso, Kimmich – Robben (66. Coman), Müller (62. Sanches), Ribéry (79. Costa) – Lewandowski
BankUlreich – Rafinha, Bernat, Friedl
Tore0:1 Robben (30.), 0:2 Alaba (45.+1), 1:2 Kruse (53.)
KartenGelb: Bauer, Garcia, Junuzovic, Veljkovic / Coman
SchiedsrichterSascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer42.100 (ausverkauft)

Abonniere unsere Beiträge!



Reklame

.. hilft Miasanrot


Hier werben

Leserkommentare
  1. Kramnik

    Ancelottis ganze taktische Genialität hat der Coman Wechsel nochmal unterstrichen. Wechselt den besten Offensivmann aus, um die Bälle nach vorne auf Coman zu hauen. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass Ancelotti keinerlei Händchen für die Entwicklung von jungen Spielern hat.
    Nach dem Atletico Spiel hab ich mir gewünscht, dass der FC Bayern ein wenig mehr von einer Ergebnismaschine hat und der schöne Fußball nicht mehr an erster Stelle steht. Jetzt finde ich die Spielweise einfach nur zum kotzen und wünsche mir den schönen Fußball zurück, bei dem man zwar immer wieder Spiele wie gegen Mainz oder Juventus abliefert, aber am Ende kann der Spielstil den wir jetzt haben nicht erfolgreich sein.

  2. Marco05

    Bin absolut bei euch, was die 3 Punkte angeht. Alle 3 Wechsel waren in der Form ein absoluter Griff ins Klo.

    Überhaupt bin ich heute weit davon entfernt das Spiel wie noch gegen Freiburg “schönzureden”. Heute war einer der dürftigsten Auftritte der letzten Zeit. Das war von vorne bis hinten nur Stückwerk, null Mannschaftsleistung. Einzig der bereits erwähnte Robben, Alonso und Hummels sowie Martinez – der aber kaum gefordert wurde halbwegs in Normalform.

    Auch wenn Alaba den Freistoß schön reinzirkelt, es war die einzig brauchbare Aktion und das mindestens seit Wochen. Defensiv im Grunde nicht vorhanden, exemplarisch der Zweikampf gegen Krise. Offensiv ohne Wirkung. Soviel schwächer kann Bernat gar nicht sein.

    Gegen Freiburg sind mir viele Gründe eingefallen, warum es (noch) nicht so lief. Heute nicht mehr, das war einfach für unsere Ansprüche und den Kader unterirdisch. Punkt.

  3. Sascha

    Nun,ein wieder mal schwacher Auftriit unserer Herren-
    Die Wechsel sind für mich,durchaus nachvollziebar.Offentsichtlich wollte Carlo das 2:1 “halten”.
    Am Ende wird es wohl “Die Taktik” sein,die zum Erfolg führt.Die Stragie,des “herausziehen des Gegners”,funktioniert schon seit Jahren nicht mehr.Sogar Teams,die zu Hause spielen,bekommen Kontertore.Und mit diesem ,mit Verlaub,Ergebnisfussball gwinnst Du Titel.Mit sportlichen Grüssen :)

    1. Kramnik

      Ja mag sein. Aber ob man sowas haben will ist die andere Frage, dass kann jeder für sich beantworten.

      1. Ju

        Klingt doch eigentlich ziemlich nach der Berliner Mauer, oder Herr Kramnik ? ;)

  4. Tipic

    Ziemlich enttäuschend. Im Dezember hat’s geheißen, die Mannschaft braucht Zeit, in Ruhe mit dem Trainer zu arbeiten, dann wird das schon. Jetzt sind die Winterpause mit dem Trainingslager sowie drei Wochen, in denen man ohne Dienstag-/ Mittwochspiel trainieren konnte, vorbei und es gibt keine wirklichen Fortschritte: in der Abwehr immer für ein Gegentor gut und in der Offensive wenig dominant und oft ideenlos … :-(

  5. Osrig

    Ich bin auch einigermaßen verwundert und enttäuscht! Darüber, dass unser Spiel nach vorn noch immer so uninspiriert und wenig dynamisch läuft. In der Abwehr können wir zufrieden sein, wirklich gefährlich war Bremen vor dem Tor von Manu nur ein, zwei mal aufgetraucht, einer der Schüsse war drin, ok, passiert. Ansonsten hatten Mats und Javi die Bremer Offensive im Griff – obwohl die angerannt sind, als ob denen was in den Tee getan wurde. Die Einfallslosigkeit nach vorn überrascht mich. Wo sind die Pass-Stafetten und Rochaden hin, das Positionsspiel der letzten Spiele aus der Hinrunde?? Kaum Ideen, oder Ordnung. Der einzige, der in dieser Hinsicht bemüht, war offensiv Szenen zu kreieren, war Ribery. Ich habe ihn daher auch gar nicht so schlecht gesehen, wie im Text beschrieben, aber viel zu oft hing Franck in der Luft, musste er sogar hinten aushelfen. Zusammenspiel mit Alaba war kaum zu sehen, viel zu wenig, wenn man die 90 Minuten als Ganzes betrachtet. Wenn wir, um auf Touren zu kommen, Temperaturen jenseits der 15° Grad Marke brauchen, dann können wir die Meisterschaft abschreiben, denn bis zum Frühjahr lassen wir mit der Leistung von Freiburg und Bremen zu viele Punkte liegen. Und Sicherheit für die CL gibt das auch nicht!
    Was lässt sich ändern? Alaba, trotz Tor, weiterhin unter Form, sollte Platz machen für Bernat, und es braucht eine Spieler, der konsequent den 10er Raum bespielen kann, Angriffe initiieren kann. Müller kann das ganz offensichtlich nicht, das Fehlen von Thiago macht sich deutlich bemerkbar. Vidal kann die 10 nicht spielen, er ist einer der in den Drucksituationen der Gegner gegenhalten kann, mehr aber auch nicht. Ich überlege, ob es nicht Sinn machen würde, Robben oder Ribery mehr in die Mitte zu ziehen, beide haben die fussballerische Klasse, entscheidende Pässe spielen zu können, sogar selbst torgefährlich in dieser Position zu sein. Besser als Müller auf der Position scheinen mir Rib oder Rob alle mal zu sein. Müller gehört als Freigeist daneben! Auf jeden Fall muss langsam wieder eine Entwicklung sichtbar werden, sonst wird es problematisch. Noch habe ich aber Geduld….

    1. Fabian

      Meine Rede.
      Zur 10er Thematik: ich frage mich auch, warum Costa nicht auf der 10 eingesetzt wird – zumindest solange Thiago fehlt.
      Costa ist momentan nicht in Topform, aber immer noch extrem ballsicher, auch gegen 3 Gegenspieler. Nein, er schafft keine Struktur wie ein Thiago, aber er bindet sehr gut mehrere Gegenspieler und kann auch den tödlichen Pass spielen (er ist glaube ich auch der Spieler mit den meisten Key-Passen pro Spiel). Außerdem hat er einen wahnsinnigen Antritt und einen sehr starken linken Fuß.

  6. Charles

    Ein einmal mehr schwacher Auftritt unserer Mannschaft mit dem trotzdem guten Ergebnis. Erste Halbzeit noch in Ordnung, zweite einfach nur noch furchtbar. Ich verstehe einfach nicht nach welchen Kriterien Carlo aufstellt. Leistung kann es ja nicht sein, sonst müssten Alaba und auch Müller längst auf der Bank Platz nehmen, auch wenn Müllers Nominierung sicherlich auch Thiagos Verletzung geschuldet ist. Bernat überzeugt seit Wochen, in den wenigen Minuten in denen er spielen darf, und darf trotzdem nicht starten. So langsam verliere auch ich den Glauben daran, dass das alles bisher nur das Warmspielen für April & Mai ist, wo wir dann Real und Barca locker weghauen, weil das ja angeblich Carlos große Stärke ist. Mit den Leistungen momentan hat man schon gegen Arsenal große Schwierigkeiten, die sind nun wirklich kein Fallobst. Es wirkt alles bißchen so als würde es noch bis zur nächsten Verletzung von Robben gut gehen, welche wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
    Immerhin haben heute mit Javi, Xabi und Joshua wenigstens drei Spieler eine ansprechende Leistung gebracht…..

  7. Mic

    …nach wie vor geht mir zu dem Speil viel durch den Kopf. Was ist der übergeordnete Plan? Auf die individuelle Klasse von Robben (Ribéry) und nötigenfalls Neuer und Lewandowsky zu setzen? So nach dem Motto: im Notfall machen wir vorne schon eins und können hinten ein, zwei verhindern, weil sie gut genug dafür sind? Das wirkt mannschaftlich zur Zwit wenig homogen. Und sorry, , es mangelt tatsächlich an qualitativer Verstärkung von der Bank. Klar, man könnte Bernat zu Beginn aufstellen und nötigenfalls gegen einen “erfahrenen und verdienten” Spieler auswechseln. Aber was bringt das perspektivisch? Für mich ist das zur Zeit “mit der heißen Nadel genäht”. Das ist offenbar zur Zeit das hoffen darauf, das Müller endlich wieder trifft und einige andere Erfolgskomponenten aus der jüngeren Vergangenheit greifen. Ich bin enttäuscht von der angebotenen Taktik und der dargebotenen Qualität, sorry. Wir haben saumässig Glück, das die “normalen” Titel-Konkurrenten ebenfalls totalen Müll zusammenspielen. Anders ist der Blick auf die aktuelle Tabelle nicht zu erklären. Geraten wir ernsthaft und fordernd unter Druck sehe ich “schwarz”. Der Sieg gegen Freiburg war glücklich durch ein vermeintlich überbewertetes “Traumtor”. Im Spiel gegen RB haben wir mMn gewonnen, weil RB irgendwie die Düse ging. Klar, ich schreib’ hier doll rum und muss keine Entscheidungen treffen, was das Richtige für die Mannschaft ist. Aber es mangelt mir vor allem zur Zeit an Mut die Schwachstellen offen zu bennen und ggf. mit Transfer-Investitionen dagegen zu wirken. Ich hätt’ gern Sammer zurück und nicht wieder die vorhersehbare glattgebügelte Bayern-Medien-Landschaft, in der schon alles wieder irgendwie gut wird/richtig ist…

  8. pitvonbonn

    ab und zu würde ich auch gerne mal wieder eine gute Schiedsrichterleistung sehen.
    Elfmeter und so viele Freistöße,
    bei denen ich kein Bayernfoul gesehen habe
    bzw. ein Foul der Bremer mit anschließendem Freistoß für Bremen.

    Dass die Gesamtleistung schwach war, braue ich nicht auch noch zu erwähnen.

    1. chicago_bastard

      Das ist allmählich ein absolutes Ärgernis. Letzte Woche das Foul an Müller und das gestern an Robben waren zwei glasklare Elfmeter, die uns mal wieder nicht gegeben wurden. Das zog sich auch schon durch die Hinrunde, in der vor allem Lewandowski mehrfach berechtigte Elfmeter verwehrt wurden. Thematisiert wird das freilich nie und sobald wir dann zur Abwechslung mal eine Fehlentscheidung zu unseren Gunsten kriegen wird medial wieder vom Bayernbonus schwadroniert.

      1. Thematisiert wird das freilich nie (…) vom Bayernbonus schwadroniert.

        Das stimmt nicht ganz bzw. ist nur die halbe Wahrheit. Das Beinstellen gegen Robben wurde in der ARD-Sportschau als Elfmeter gewertet. Auch in “Bundesliga Pur” von Sport1 wurde die Szene gezeigt und vom einem Elfmeter gesprochen, den die Bayern hätten kriegen sollen …
        Was im Doppelpaß dazu gesagt wurde, weiß ich nicht. Möglich, daß es da verschwiegen wurde und nur “de tolle Kampf der Bremer” erwähnt wurde. Schließlich war ja Willi Lemke zu Gast.
        Konform gehe ich aber mit Deiner Meinung, daß demnächst wieder die Keule “Bayern-Bonus” kommen wird. Damit heischen gewisse Medien gern um Aufmerksamkeit …

      2. pitvonbonn

        …und wieso wird das Mainzer Tor gegen den BVB nicht anerkannt?
        Soll so die Bundesliga spannend bleiben?

      3. Marco05

        Kann mich nicht erinnern, dass das im Doppelpass überhaupt zur Sprache kam. Das Thema wasr einzig und allein “was ist mit Thomas Müller los”, da aufgrund der Ergebnisse und der Tabelle das übliche nach jedem Punktverlust proklamierte “was ist nur mit den Bayern los” aktuell nicht funzt. Da sucht man halt andere Baustellen. Warum ich das schaue? Ich weiß es ehrlich nicht.

      4. Soweit ich weiß, wurde die Szene bei Sky eher kritischer gesehen, oder erinnere ich mich falsch? Wurde nicht Gagelmann zugeschaltet, der dann meinte, dass man – ohne Zeitlupe – nicht unbedingt pfeifen müsste, aber wohl könnte?

  9. Osrig

    Das fällt mir auch schon seit einiger Zeit auf, dass die Schieris sich im Zweifelsfalle gegen uns entscheiden, was unseren Jungs mittlerweile in fast jedem Spiel zum Nachteil gereicht. Ok, das soll und darf keine Entschuldigung für die unzureichenden Leistungen der letzten Zeit sein, aber wenn ich gleichzeitig die Leipziger im Blick behalte, fällt dort auf, dass die Schiedsrichter in fast jedem Spiel unangemessen oft RB bevorteilen. Rote Karten, Schwalben, in 50:50-Situationen für Leipzig – ich finde, das langsam zu auffällig, als das es Zufall ist. Andererseits möchte ich keine Verschwörungstheorien aufstellen, aber merkwürdig ist es schon!

    Die Probleme in unserem Spiel mache ich schon auch an Carlos System fest, das einige unserer Jungs noch immer nicht umsetzen können, dass aber vor allem an der 10-Problematik krankt, also daran, keine Spieler zu haben, der hinter den Spitzen Bälle auch unter Druck annehmen und als Vorlage weiterverarbeiten kann. Spieler, mit denen sich schnelle, variable Pass-Stafetten spielen lassen, mit denen sich die Gegner auseinander ziehen lassen, mit denen Platz gewonnen werden kann. Das habe ich zu Beginn der Saison – teils in Perfektion – gesehen, leider immer nur für kurze Momente. Ich hatte gedacht, das gehöre zu Carlos “Umbau-Plänen” und es fand daher meine große Zustimmung, aber mehr und mehr habe ich den Eindruck, die “Dreiecke” stammen noch aus dem Arsenal von Guardiola. Carlos Neuerung scheint einzig die Idee zu sein, sich fallen zu lassen, und dann schnell und schnörkellos nach Außen zu spielen – ärgerlich nur, dass sich die Gegner darauf einstellen, und unsere Außen doppeln. Was auch nichts Neues ist! Na ja, so lange die Ergebnisse stimmen….

  10. Axel

    Trennen wir uns doch an diesem Punkt der Saison von zwei Prognosen:
    1. “Der Knoten platzt.” Er platzt eben nicht. Es ist an der Zeit sich einzugestehen, dass Müller nichts mehr in der ersten Elf verloren hat. Das Warten hat schon zu lange gedauert.
    2. “Leipzig bricht in der Rückrunde schon noch ein.” Warum sollten sie? Ich habe noch keine überzeugende Bergündung für diese Annahme gehört. (und ehrlich gesagt bin ich froh, wenn sie nicht einbrechen, sonst wäre diese Saison gar nicht mehr auszuhalten).

    Ansonsten sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass wir skandalös weit vor allen vermeintlichen Konkurrenten liegen (wie rechtfertigen die BVBs, S04s und Werksvereine das eigentlich vor ihren Anhängern?). Außerdem ist die begrenzte Motivation bei Spielen wie gg Freiburg und Bremen immer ein großer Teil der Antwort auf die Frage: Warum so ein Gegurke? Wir spielen zurzeit um die fünfte Meisterschaft in Folge und scheinen die ohne 100% Leistung einzufahren (ein Armutszeugnis für den Rest der Liga).

    Vor diesem Hintergrund macht mich eigentlich nur unruhig, dass wir so ein desaströses Loch im Zehnerraum haben. Ich habe keine Heatmaps oder Daten gesehen, aber gestern standen sich Alonso und Kimmich nicht nur einmal auf den Füßen, während jenseits der Mittellinie in der Mitte niemand zu sehen war. Taktik?

    1. Osrig

      Ja, ich denke, das Duo Kimmich und Alonso sollte so spielen: Unser “Grand senieur” im Mittelfeld soll die öffnenden Pässe nach vorn schlagen, während ihm Kimmich den Rücken frei hält, also alle Gegenspieler attackiert, die Xabi auf den Pelz rücken, oder sich als Anspielstation anbieten. Dazu darf nachvollziehbarer Weise der Abstand zwischen den beiden nicht zu groß werden.

      Wir haben aber andere Spieler, die diesen Part auf der 10 ausfüllen könnten, oder müssten: Thiago ist gesetzt, aber zur Zeit verletzt; Müller, der mit dieser Aufgabe trotz aller Lobpreisungen von Carlo nicht zurecht kommt, Costa hat auch schon mal etwas zentraler spielen dürfen, ohne dass dadurch Vorteile errungen werden konnten. Ich könnte mir wie schon gesagt auch Ribery oder Robben in der Zentrale vorstellen, idealer Weise beide gemeinsam in jeweils abkippender Rolle. Aber auf dem Platz sieht es nicht danach aus, als solle die 10er Position wirklich besetzt werden, und wenn das nicht geschieht, sind wir leichter ausrechenbar und leichter zu verteidigen. Da ist Carlo gefragt!

  11. Jo

    Die erste Halbzeit war absolut o.k. Das erinnerte an viele ähnliche Spiele in der Vergangenheit. Der Gegner tobt sich die ersten 20-30 Minuten aus, muss dann dem Tribut zollen, wir legen ihn uns zurecht und dann schlägt es irgendwann bei ihm ein. Man geht mit einem Vorsprung in die Kabine und weiß, auch wenn nicht alles brillant war, dass der Käse gegessen ist. Dann stellt sich nur noch die Frage ziehen wir voll durch? Das waren dann die heftigen Ergebnisse. Oder verwalten wir das souverän bis zu Ende.

    Das noch im Hinterkopf ist dann eine solche zweite Halbzeit schon sehr irritierend. Dass man bei einem Abstiegskandidaten dann derart die Kontrolle verliert, nach eigenen Worten ängstlich wird? Puh, da muss man schon länger zurück denken um sich an solche Auftritte zu erinnern. Jetzt mal abgesehen von dieser Vorrunde natürlich.

    Ich muss jedenfalls immer öfter an die Magath-Jahre denken. Viele Siege auf BL-Ebene, einige Titel, dabei viele knappe erzwungene Siege, wenig Struktur in der Mannschaft, und am Ende schießt Ballack irgendwann das erlösende Tor. International in der Regel meist chancenlos und am Ende bleibt wenig erinnernswertes zurück.

    Ich finde Carlo hat ein wahres Wort gesprochen, als er feststellte, dass wir unsere Spielidee verloren haben. Das hat sich zwar wohl nur auf einige Minuten in diesem Spiel bezogen, könnte für mich aber auch als Bilanz seines bisherigen Wirkens stehen. Die Spielidee die wir im Grunde über Jahre hatten ist weg. Zu einem gewissen Grad ist das natürlich auch legitim, dass ein neuer Trainer versucht eine Spielidee, eine neue Philosophie zu etablieren. Dann sollte man allerdings auch etwas davon sehen. Vor allem eine Entwicklung die in eine bestimmte Richtung weist, vielleicht nicht linear, aber doch tendenziell.
    Momentan geht das eher so im Krebsgang voran. Einige Schritte vor, dann wieder zurück, dann seitwärts und immer so weiter. Es ist für mich nicht richtig absehbar wohin die Reise gehen soll und vor allem wann wir denn dort angekommen sein wollen.

    Über die reinen Ergebnisse gibt es dabei natürlich nichts zu klagen. Wir liegen in allen Wettbewerben unbestritten im Soll. Es ist eher das unangenehme Gefühl wie lange das noch so gut gehen kann. Gerade jetzt, wenn wir in die entscheidende Phase eintreten, reichen bei FCB-Ansprüchen ja einige wenige Niederlagen um die Saison in die Tonne zu treten.

    Zumindest haben wir jetzt die beiden Auswärtsspiele zum Start erfolgreich weg und es kommen einige Heimspiele bei denen wir in dieser Saison im Regelfall immer besser zurechtkommen. Vielleicht reicht das um eine richtige Initialzündung für die Rückrunde zu bekommen.

    Was man aber doch noch erwähnen sollte und einiges vorher gesagte doch etwas relativiert ist die bodenlose Leistung von Stegemann. Was eigentlich noch passieren muss, damit wir in dieser Saison mal einen Elfmeter bekommen ist mir rätselhaft.
    Und dass wir uns, in Hummels Worten, den Schneid haben abkaufen lassen hat auch damit zu tun, dass die Bremer Knüppelei über weitere Strecken einfach so akzeptiert wurde. Und wer glaubt, dass Moisander nach dem Schlag gegen Robben nicht vom Platz gehört hätte, möge sich nur mal vorstellen eine solche Szene wäre Ribery unterlaufen. Der mediale Aufschrei dazu würde von Grönland bis Kapstadt hallen.

    1. Osrig

      Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen! Insbesondere das Gefühl, eine über mehr als drei Jahre entwickelte, erfolgreiche (!) Spielidee wird fallen gelassen, ohne das eine erfolgversprechende neue Konzeption zu erkennen ist. Möglichst schnell auf die Außen zu spielen und hoffen, dass es im gegnerischen Strafraum unsere individuelle Klasse regelt, kann doch nicht die neue Richtung sein, in die wir marschieren!

  12. Ju

    Ich habe mir das Spiel eben erst angeschaut (war gestern beim El Plastico; habe da übrigens zwei Mannschaften mit klarer Strategie und starker taktischer Umsetzung gesehen, die dadurch individuell an ihrem Limit gespielt haben – wäre in München auch mal wieder schön).
    Jedenfalls frage ich mich so langsam, ob der herbeigesehnte CL Sieg mit den großartigen Leistungen gegen Barcelona im Halbfinale mich tatsächlich für 30 Bundesligaspiele entschädigen würde, bei denen ich mich nur ärgere. Das Gefühl, dass ich die unter Heynckes begonnene Angewohnheit, mir jedes Spiel anzusehen, ablegen sollte, wird jedenfalls stärker und stärker.

  13. Fabian

    Einige Kommentare lesen sich echt wie nach einer Niederlage. Und ja, ich weiß auch dass das Spiel nicht gut war; es hätte aber auch anders laufen können: mit der Abseitsentscheidung muss man nicht d’accord sein und es hätte mindestens (!) einen Elfer geben müssen. Trotzdem waren die Leistungen in vielen Spielen dieser Saison auch nicht gerade berauschend. Aber werfen wir mal einen Blick zurück auf die letzten Saisons.
    16/17: 45 Punkte, Torverhältnis von 42:11 (+31)
    15/16: 49 Punkte, Torverhältnis von 48:9 (+39)
    14/15: 45 Punkte, Torverhältnis von 42:8 (+34)
    13/14: 50 Punkte, Torverhältnis von 46:9 (+37).

    Mögliche Faktoren für die aktuelle Situation: Kader wird nicht jünger (und solange man Spieler wie Lahm, Robben, Ribery und Lahm hat sollte man das Maximale aus dem Kader quetschen); die letzten drei Jahre waren extrem intensiv; sonst konstante Spieler haben nun das erste mal in ihrer Karriere eine Formkrise (Alaba & Müller); der beste Innenverteidiger der Welt ist schon länger verletzt; Sammer und der taktisch vermutlich weltweit beste Trainer sind weg. Trotz all der Aspekte stimmt es natürlich, dass konstant gute Leistungen ab nächster Woche unabdingbar sind – sonst wird die Meisterschaft, der Pokal und vor allem die CL unmachbar sein.

  14. Osrig

    @JU: Nun mal langsam!^^ Als Fans stehen wir zur Mannschaft und zum Verein, auch wenn es mal nicht passt! Klar, die Vorfreude wird weniger, wenn wieder mal ein Rumpelspiel droht, aber deswegen ganz auf ein Spiel zu verzichten, das wäre unwürdig, und das haben Mannschaft und Verein auch nicht verdient. Gut, es gibt immer Situationen, in denen andere Dinge wichtiger sind, als ein FCB-Spiel, aber wenn möglich, schaue ich mir die Partie an, wie auch immer die Voraussetzungen sind.

    Dein Vergleich finde ich übrigens interessant! Mir geht es genauso, denn ich bin mir auch nicht sicher, ob ein CL-Triumph eine schlechte Liga-Saison aufwiegt! Das fühlt sich für mich jedenfalls nicht gut an, viel mehr nach Glück und “durchgewurschtelt”. Mir jedenfalls ist die BL genauso wichtig wie die CL, und ich würde nicht viele schlechte Liga-Spiele hinnehmen, ohne unzufrieden zu werden. Andere sehen es anders und würden vielleicht sogar zwei oder drei Saisons abschenken, wenn dafür der Henkelpott nochmal geholt wird.

    Ich halte eine gute BL-Saison mit klarer Entwicklung für essentiell, um auch in der CL zu bestehen, daher ist meiner Meinung nach ein Sieg in der CL und im Pokal nur über gute Leistungen in der Meisterschaft zu erreichen.

    1. chicago_bastard

      Nun, ihr beiden könnt nicht besonders lange Bayernfans sein oder wollt ihr mir ernsthaft erzählen, dass ihr euch über die Saison 2001 nicht gefreut habt? Nach eurer Logik hättet ihr das nämlich nicht tun können, die Spielzeit war in der Liga nämlich so grottig wie man sie sich aus heutiger Sicht kaum noch vorstellen kann, man hat knapp über 60 Punkte geholt und peinliche Niederlagen gegen Cottbus und Rostock waren an der Tagesordnung. Dennoch war die Saison für die Mehrzahl der Bayernfans einfach nur grandios. Als ob man sich Jahre später an bedeutungslose Ligakicks gegen Bremen und Freiburg zurückerinnert. Auf die großen Duelle in der CL kommt es an und die waren in 2 der letzten 3 Jahre leider schlicht blamabel. Einfach mal abwarten, ob Carlo das deutlich besser macht und dann kräht kein Hahn mehr nach Spielen wie gestern.

      1. Ju

        @Chicago Bastard: Da hast du vollkommen recht. Das CL Finale 2001 habe ich im Schlafanzug geschaut und mich gefreut, dass ich lange aufbleiben durfte ;)

      2. Marco05

        Sehr richtig. Nur: geärgert haben wir uns _während_ der Saison genauso bzw. noch deutlich mehr.

    2. Ju

      Ich wollte eigentlich gar nicht Bundesliga und CL in ihrer Wertigkeit vergleichen. Ist am Ende sowieso Ansichtssache. Wenn man nicht gerade in der Nachspielzeit einen indirekten Freistoß verwandelt, ist die Freude bei einem CL Sieg eben meist größer, da es ein “plötzlicher” Erfolg ist, während die Meisterschaft gern mal seit Wochen feststeht.

      Ich wollte viel mehr darauf hinaus, dass ich zum Spaß Fussball schaue. Und für mich – rein für mein persönliches Wohlbefinden – zwei glück- und bierselige Nächte im April und Mai keine 30 Samstagnachmittage aufwiegen können, an denen ich mir die Laune verderbe. Ich habe die Bundesliga Spieltage in den letzten Jahren sehr genossen und hatte im April halt mal zwei Tage schlechte Laune – und das als guten Tausch empfunden.

      Das soll ja jetzt nicht heißen, dass ich keine Bundesligaspiele mehr schaue. Nächstes Wochenende sitze ich sowieso wieder vorm Fernseher.

      1. Hittmer Otzfeld

        Ich finde die Saison so interessant wie lange nicht mehr. Ich bin tatsächlich wieder laut und verbal mit dabei.

        Die 70% Ballbesitz-Querpass Spiele, bei denen man schon zur Halbzeit ausschalten konnte, vermisse ich wahrlich nicht.

        Sicher ist zur Zeit auch viel Gegurke mit dabei aber gefühlt sind die Partien intensiv weil spannend.

        Der Nimbus ist sicherlich weg aber da man fast jedes Spiel mit einem Mann weniger spielt, ist alles unbedenklich. Müller ist ein Totalausfall und nur Passagier, müssen auch irgendwann die größten Müller Enthusiasten zugeben.

  15. wipf1953

    Zu den Schiedsrichtern:

    1. Ich war am WE verreist und habe weder das Bayernspiel gesehen noch Dortmund oder RB.
    2. Es ist schon seit Jahren zu beobachten, dass Schiedsrichter Aufsteiger bevorzugen. Die haben das Image des Underdogs – sie “erscheinen schwächer” – Schiedsrichter pfeifen nicht alles. Ich hatte in den letzten Jahren den Eindruck, dass etwa Hoffenheim, Augsburg oder Ingolstadt tendenziell mehr foul spielen als andere Teams – und dass es die Schiedsrichter durchgehen lassen.
    3. Spiegelbildlich habe ich den Eindruck, dass Bayern sich seit gefühlt 20 Jahren nicht mehr über den Schiedsrichter beschwert hat – selbst nach einem Kick gegen Bremen, bei dem man nach Presse- und Internetberichten von einer klaren Bayern-Benachteiligung ausgehen kann, “zeigen sich die Spieler selbstkritisch” ..
    _________________________

    So gesehen kann man das Spiel glaub ich einfach abhaken. Spiel gewonnen , Liga wird nur durch RB von der Total-Langeweile gerettet (Dritter ist Frankfurt (!), zehn (!) Punkte hinter RB … wenn das so weitergeht bekommt RB vom Osterhasen die CL-Direktqualifikation .. ). Bayern spielt in der Bundesliga nach wie vor nur für sich selbst – ein bisschen wie die berühmten “Russian Five” (Fetisov, Kasatonov, Larionow, Krutov, Makarow – und Tretjak im Tor ..). Die hatten auch keinen anderen Gegner als sich selbst.).

    1. Marco05

      Ja das stimmt. Gefühlt hat sich da schon ewig niemand mehr beschwert. Ob das gut ist weiß ich nicht, da es ja suggeriert, dass alles ok ist/war. Dass wir aber seit Monaten in jedem Spiel obligatorisch einen Elfer verweigert bekommen, müsste tunlichst thematisiert werden. Und das geht ja auch schon länger so, wenn auch nicht so geballt wie aktuell. Wenn ich nur an die “Aktion” von Langerak gegen Lewy denke, wird mir noch übel.

      Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass die Schiedsrichter angehalten sind, entweder mehr laufen zu lassen oder zumindest weniger gelbe Karten zu ziehen. Beispiel am Samstag wieder der Kollege Moisander. Hätte beim ersten Einsteigen an Robben schon gelb sehen MÜSSEN. Foult dann noch 2-3 Mal umeinander, u.a. die Elfer-Szene glaub ich. Und geht ohne gelbe Karte aus dem Spiel raus. Das kann es nicht sein. Aber statt das zu hinterfragen wird die Anzahl der gelben Karten als Qualitätsmerkmal herangezogen (sprich: keine Gelbe – super Leistung). Ich frage mich was das soll. Nagelsmann hat das am Samstag auch bemängelt (“Keite macht 28 Fouls und sieht keine Karte”). Das ist wirklich in jedem Spiel zu beobachten. Am Anfang wird es noch mit der frühen Spielzeit wegargumentiert. Später ist es dann die “lange Leine”, die die Spieler hoffentlich zu schätzen wissen. Und wenn es doch nicht funktioniert wird im letzten Drittel mit gelben Karten um sich geworfen. Ein sehr bedenklicher und dämlicher Trend, der sich da seit geraumer Zeit vollzieht und – oh Wunder – kommt er den spielerisch benachteiligten Mannschaften zu Gute…

      1. Jo

        Mir persönlich gefällt diese Duldungsstarre gegenüber Schirileistungen nicht.

        Genau wie du sagst heißt das doch es gibt kein Problem. In einer Liga in der die meisten Offiziellen und Spieler nach derartigen Entscheidungen knapp unter der Decke hängen wirst du mit dem gegenteiligen Verhalten wenig gewinnen.
        Das kann man schön an der unsäglichen Argumentation ablesen, die man so gerne bei Kommentatoren findet “wenig Proteste bei dem Spieler/der Mannschaft, die Entscheidung wird also o.k sein”.

        Das hat für mich auch nichts mit Fairplay oder sportlichen Verhalten zu tun. Ich erwarte ja keine Beschimpfungen. Aber warum sollte man das nicht sachlich und wenn es sein muss jeden Spieltag ansprechen. An diesem WE wird diskutiert ob es jetzt der achte oder neunte Elfer ist der uns in 18 Spieltagen verweigert wurde. Das kann man doch nicht ignorieren.

        Wobei zwei Punkte das Ganze etwas erschweren.

        1. Wir gewinnen die Spiele in der Regel trotzdem. Es ist für den Gewinner natürlich immer schwieriger mit einer Benachteiligung zu argumentieren bzw. damit durchzudringen.

        2. Derjenige der das bei Bayern tut wird mit großer Wahrscheinlichkeit medial verprügelt. Hat man in der Vergangenheit schon gesehen und bedarf wenig Phantasie um sich das vorzustellen (oder mal Tuchel fragen). Einer der Punkte der mich einen Sportdirektor oder Sportvorstand vermissen lässt. Man braucht da eben jemand der auch dafür sein Schmerzensgeld bezieht, sich dann wenn es weh tut vor die Mannschaft und den Verein zu stellen.

      2. chicago_bastard

        Ich sehe das zwiespältig. Einerseits nervt es mich, dass dieses nicht tolerierbare Ausmaß (9 verweigerte Elfmeter in 18 Spielen!) nicht zur Sprache gebracht wird, andererseits zeigt das angeführte Beispiel Tuchel wie kontraproduktiv das sein kann. Glaube der hat sich mit seinen Aussagen keinen Gefallen getan, die Schiris haben die harte Spielweise der Gegner danach erst Recht nicht geahndet nach dem Motto, man lasse sich von Tuchel nicht vorschreiben wie man seinen Job zu machen habe…

        Da wir die Spiele trotzdem gewinnen ist es ja letztlich egal, mir tut es für Lewy leid, der könnte jetzt bei 22 Saisontoren stehen.

      3. wipf1953

        Eine allgemeine Schiedsrichterdiskussion wollte ich nicht lostreten.

        Vielleicht spricht Bayern diese Dinge ja intern an. Mir ist immer noch eine Szene von Boateng in Erinnerung, glaube zwei Jahre ist das jetzt her, da hat er die Arme bewusst eng angelegt und nach hinten gezogen, um ja nicht den Ball zu berühren. Tat er trotzdem, und der Schiedsrichter empfand es als “unnatürliche Handhaltung” .. das war aber auch zu einer Zeit, als die Schiedsrichter das Thema “Hand” komplett an den Regeln vorbei ausgelegt haben – haben sie dann damals zur Winterpause auch eingesehen.

        Aus diesen Gründen ist es aber z.B. wichtig, dass Bayernspieler auch Nationalspieler sind und dort eine tragende Rolle einnehmen .. wegen Albernheiten den Kapitän der N11 vom Platz zu stellen ist dann dochnochmal was anderes ..

        Mir ist nur aufgefallen, wie “glatt” die Kommentare der Spieler ausgefallen sind. Das sollte man vielleicht mal überdenken, auch im Interesse der Liga. Letztlich wird das Produkt Fußball langweilig, wenn nicht mal mehr nicht gegebene Elfer diskutiert werden und jeder Spieler nach dem match den gleichen Senf abgibt.

  16. Jester

    Ich hab das Spiel diesmal leider nicht in voller Länge gesehen. Ich freue mich dennoch über 6 Punkte in zwei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen zum Start der Rückrunde im Winter.

    1. Osrig

      Ich bin sicher, jeder hier freut sich über die 6 errungenen Punkte nach der Winterpause, und sicherlich wird hier auch niemand in seinem stillen Kämmerlein sitzen, noch immer fluchen und sich über die Leistung unserer Mannschaft grämen!
      Und natürlich werden Siege begeistert gefeiert, bleiben großartige Spiele unseres FCB in Erinnerung, während die “Rumpelspiele” glücklicherweise schnell des Vergessen anheim fallen.

      Das bedeutet aber nicht, dass ich alles so hin nehme, was die Spieler bieten, wie der Trainer aufstellt, was die Offiziellen an “Statements” abgeben. Natürlich kann ich es nicht besser machen, aber meine Eindrücke gebe ich schon gern – auch in den Foren – weiter, und da äußere ich gern auch, was meiner Meinung nach schief läuft. Wie sicherlich jeder von uns hier, der seit wann auch immer mit dem Herzen beim FCB ist.

      Und es sind eben diese Eindrücke, die sich mehren und zur Sorge führen, dass wir die großen Ziele nicht erreichen. @JO hat das weiter oben sehr schön beschrieben!! Da geht es um die letztlich ausbleibende Entwicklung, die ich jedenfalls bemängele, und nicht verstehen kann, warum ein so erfahrener Mann wie Carlo es noch nicht schafft, sichtbar ein System auf den Platz zu bringen, das hinsichtlich der erhofften Erfolge vielversprechend genug ist!
      Natürlich ist es nicht schlecht, die Ergebnisse stimmen, aber es bleibt das Gefühl, wenn es so weiter geht, ist bald Schluss in CL, Pokal und möglicherweise sogar in der Liga.

      Denn unter Pep – und im Grunde auch schon unter Jupp – hat die Mannschaft eine klare Spielidee und eine taktische Konzeption gezeigt, mit der ich mich nicht nur anfreunden konnte, sondern es deutlich wurde, dass diese Konzeption auch zum Sieg führen würde. Unter Guardiola war das System am Ende ja derart perfektioniert, dass ich in Liga und Pokal eigentlich keine Zweifel mehr hatte, dass die Punkte bei uns bleiben würden. Einfach weil zu erwarten war, dass im Verlauf der 90 Minuten schon noch die Lücken im Abwehrverbund erspielt werden würden, die dann zum Torerfolg führen. Und bis dahin konnte ich mich an wunderbaren Pass-Stafetten und tollen Kombinationen erfreuen, die für mich immer auch mit einer gewissen Ästhetik verbunden waren und noch sind. Weshalb ich sie aktuell um so mehr vermisse. Wobei zugegebener Weise die Torabschlüsse im Moment auch in ästhetischer Hinsicht zum Zungenschnalzen sind ^^

      Manch einer empfindet das, was mich begeistert, als langweiliges Ballgeschiebe, aber so unterschiedlich die Meinungen auch sein mögen, ich bin sicher, dass nicht nur mir Zuversicht und Überzeugung, das die Mannschaft wichtige Spiele gewinnt, ein gehöriges Stück weit verloren gegangen ist, Zweifel hingegen mehr geworden sind. Was meines Erachtens an der weitgehend ausbleibenden Entwicklung liegt, die wiederum an den engen und “rumpeligen” Spielen deutlich wird.

      Ich hoffe wirklich, Ancelotti nimmt mit seiner Konzeption Fahrt auf, denn viel Zeit für Entwicklungen bleibt nicht mehr.

  17. pitvonbonn

    Guardiola wirft man das “Scheitern” in den Halbfinals der CL immer wieder vor.
    Das ist aber noch nicht mal die halbe Wahrheit.
    Ich behaupte: mit so vielen spielentscheidenden Verletzten, die die Bayern in den entscheidenden Spielen hatten, hätte es keine Mannschaft der Welt überhaupt ins Halbfinale geschafft und das Versagen Müllers im Elfmeter gegen Atletico kann doch wohl Guardiola nicht als Scheitern angekreidet werden.
    Diesen Ruf zu verbreiten, schaffen nur die Medien, denen Guardiola keine Einzelinterviews gewährte.

    Ancelotti übernimm das positive der Guardiola Zeit und ergänze dieses System punktual, denn du hast im Gegensatz zu Guardiola den fast kompletten Kader zur verfügung + Sanches uns Hummels..

    1. Osrig

      Vor allem kann man Guardiola nicht vorwerfen, dass unsere Spieler reihenweise gute Chancen “versemmelt” haben gegen Atletico, während die Spanier ein, zwei Chancen haben, und das Tor machen. Solche Dinge sind einfach nicht zu kontrollieren.

      Das “Papa Anc” das System von Pep gezielt weiter entwickelt und Schwachpunkte ausmerzt, hatte ich mir auch erhofft. Im Moment sehe ich diese Entwicklung aber wenig bis gar nicht.

    2. chicago_bastard

      Jetzt geht das wieder los… Geh die Aufstellung von der historischen Blamage gegen Real doch mal durch und erzähl mir dann nochmal, welche zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle der arme Pep da gehabt haben soll.

      Und ins Halbfinale zu kommen soll eine Leistung sein, die niemand außer diesem Wundertrainer geschafft hätte? Der übernimmt den Triple-Sieger und dann soll es eine Riesen-Leistung sein, gegen Mannschaften wie Donezk, Porto, das schlechteste United aller Zeiten und die Dauerversager Arsenal weitergekommen zu sein? Lächerlich.

      Man sollte meinen die Pep-Fans würden angesichts seines momentanen kolossalen Scheiterns in der Premier League die Füße still halten. Ein hehrer Wunsch.

      1. Tipic

        Kolossales Scheitern? ;-)
        Als ich mir das letzte Mal die PL-Tabelle angeschaut hab, war ManCity nicht auf einem Abstiegsplatz.

      2. Osrig

        @CB: Ich finde es reichlich überheblich und respektlos, Guardiola’s Wirken über drei Jahre mit 7 Titeln aufgrund eines einzigen verlorenen Spiels abzuqualifizieren. So zu tun, als sei es eine Leichtigkeit, den CL-Titel zu erringen – und die BL quasi mit dem “Greenkeeper” zu gewinnen – wertet die gesamte Mannschaft unseres FCB, UND unsere nationalen wie internationalen Konkurrenten ab. Eine solche Stellungnahme entbehrt jeglicher Expertise und zeugt nur von ausgeprägter Antipathie, mehr nicht!

      3. chicago_bastard

        Glückwunsch, nachdem er eine Startruppe im Sommer nochmal mit über 200 Mio Transferausgaben verstärken durfte hat er es geschafft sie von der Abstiegszone fernzuhalten, na das nenn ich mal ne Leistung. Ist sicher das was sich die Scheichs von ihm erhofft haben…

        @Osrig. Inwiefern soll das unserer Mannschaft gegenüber abwertend sein? Zu sagen sie sei so gut, dass man den Meistertitel von ihr erwarten muss, ist eher das Gegenteil davon. Außerdem geht es um deutlich mehr als ein Spiel. Alle Auswärtsspiele in der KO-Phase der CL in den 3 Jahren waren äußerst bescheiden, das ist dann kein einmaliger Ausrutscher mehr sondern hatte immanent mit dem gescheiterten Ansatz des Trainers zu tun.

    3. wipf1953

      Auch wenn ich mich wiederhole – ich bin immer wieder erstaunt, wieviel viele hier zu wissen meinen.

      In meinem Leben habe ich vor allem eins gelernt – wirklich wissen tut man fast nichts.

      Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, wenigstens diese eine Saison mal abzuwarten, bevor hier Urteile über Pep, Ancelotti und den FC Bayern an sich gefällt werden. Einen aktuellen Trainer nach dem ersten Spiel der Hinrunde zu beurteilen ist ebenso falsch wie das reine Wunschdenken, was mit einem früheren Trainer möglich gewesen wäre. Soll ich jetzt hier ein Fass aufmachen und fragen, wie Jupp Heynckes (oder gar Ottmar Hitzfeld) den FC Bayern des Jahres 2016/2017 trainieren würde?

      1. wipf1953

        sorry, ich meinte “nach dem ersten Spiel der RÜCKrunde zu beurteilen” ..

  18. rookie

    nach der Saison bitte Carlo entlassen und den sich mit Dortmund fremdelnden Tuchel holen sonst ist der bei REal. Hasenhüttl traue ich noch nicht RB Leipzig ist einfach was anderes, Nagelsmann noch zu jung. Das Carlo nicht der innovativste ist und junge SPieler schlecht einbindet kann man schon nach der Hinrunde sagen. Unter Pep waren Robben und Ribery irgendwann überflüssig. Jetzt hängen wir wieder von drei vier SPielern und deren Gesundheit und Form ab., Ein Riesenrückschritt Was ist mit Coman mit Kimmich mit Sanches mit Costa. Es ist kein Plan und nichts im Umgang mit ihnen erkennbar. Wir brauchen einen _TRainer der einen Umbruch gestalten kann dafür ist Carlo der komplett falsche. Mag sein dass er eine Dusel Meisterschaft einfährt weil der REst schwächelt, aber mit den bisherigen LEistungen hätten wir gegen den BVB der letzten Saison kein Land gesehen. Was ich ihm lassen muss er hat einfach Glück ohne Ende, ständig gewinnen wir noch knapp. Unter Pep hätten wir gegen Freiburg und BRemen nicht 6 Punkte geholt. Das kann auch mit seiner Lockerheit bzw. mangelndem durchplanen zusammenhängne. Ich glaube das Problem der PEp-Mannschaften ist, dass sie sich teilweise an sich selbst berauschen und dann denken es reicht schon zu dominieren, und sind nicht geil genug auf das Tor. Halt ein künstlerische Ansatz, wie oft unter PEp wurde der Ball nochmal quergelegt nochmal Hacke etc, anstatt einfach maldraufzuhalten. Das passiert unter Carlo doch deutlich häufiger. Sieht hässlich aus ist aber effektiver

    1. Tipic

      Auf Twitter gibt’s schon das ein oder andere Gerücht, dass Tuchel im Sommer zu uns wechselt. Ist aber doch ziemlich unwahrscheinlich. Wäre wahrscheinlich nur möglich, wenn Ancelotti weder BuLi, noch DFB-Pokal, noch CL gewinnt. Und das wird (in den ersten beiden Bewerben) aufgrund der schwächelnden Konkurrenz eher nicht passieren.

      1. rookie

        ok Meisterschaft ist dieses Jahr wirklich Kindergarten, DFB Pokal holt er mit Sicherheit. Ein sang und klangloses Ausscheiden in der CL könnte aber was machen. Denn zufrieden ist man mit Sicherheit nicht wirklich mit ihm. Die SPieler schon gar nicht, einfach mal immer auf Robbens und Lahms Zwischentöne achten. Robben sagt eigentlich ständig: wir müssen wieder spielen wie unter Pep

      2. Jo

        Der realistische Teil dabei ist, dass Tuchel tatsächlich im Sommer auf dem Markt ist. Das in Dortmund läuft momentan für mich auf eine Trennung hinaus.
        Die Wahrscheinlichkeit dass Ancelotti hier Trainer bleibt liegt für mich allerdings nahe 100%. Gewinnt er einen Titel dann sowieso. Und ich würde denken, dass er auch eine gänzlich titellose Saison übersteht. Das einzige Szenario in dem eine Trennung wahrscheinlich scheint, wäre wenn die CL-Quali ins Wackeln käme. Aber dazu wäre nach derzeitigen Stand ein kompletter Zusammenbruch der Mannschaft erforderlich, den ich wirklich nicht sehe.

    2. Marco05

      Die einzige Lösung für “euer” Problem ist: wir gewinnen direkt das Triple ;)

      Allerdings sehe ich noch nicht die Notwendigkeit Carlo unmittelbar abzusägen. Sollte sich die spielerische

      1. Marco05

        …Leistung weiterhin so bescheidn bleibt was zwangsläufig die ein oder andere Niederlage nach sich zieht und auch bis zum Saisonende nicht besser wird, dann bin ich dabei. Vorstellen kann ich mir es allerdings nicht (siehe Auftritt gegen RB)

    3. chicago_bastard

      “Unter Pep waren Robben und Ribery irgendwann überflüssig. Jetzt hängen wir wieder von drei vier SPielern und deren Gesundheit und Form ab., Ein Riesenrückschritt”

      Interessant. Bislang war die große Entschuldigung der Pep-Fans für sein Scheitern in der CL doch gerade das Fehlen dieser beiden.

  19. maddin86

    Was habt ihr eigentlich immer mit diesem Tuchel?? Hat der als Trainer schon mal nen Titel gewonnen? Hat er als Trainer gezeigt dass er mit großen Namen arbeiten kann??

    Meine Güte, lasst doch den Carlo einfach mal machen. Dass es nach 3 Jahren Pep spielerisch bergab geht war doch zu erwarten. Wir sind doch völlig im Soll was Meisterschaft, Pokal und CL betrifft. Und manche User reden oben von einer “schlechten” Bayernsaison…dazu fällt einem doch nix mehr ein langsam!!
    Kleiner Hinweis: Auf kicker.de kann man sich die Statistiken aller Bundesligasaisons anschauen, die Aktuelle sollte unter den 7 Besten sein.

  20. rookie

    unabhängig von Ancelottis Bilanz muss ich in die Zukunft denken, wenn ich Tuchel im Sommer holen kann, muss ich ihn holen, er ist dann ein Trainer für eine eventuelle Ära und das muss das Ziel sein,

    1. Marco05

      Wenn man Tuchel denn will, macht der bestimmt auch wieder ein Jahr Sabbatical und lässt sich das noch schön vom BVB bezahlen. Nach 2 Jahren ohne CL-Titel kann man sich ohne Gesichtsverlust vom Carlo verabschieden.

      1. rookie

        guter Plan, aber es sind 2 Jahre in denen der Umbruch aufgeschoben wird. Ich halte es nicht für ausgeschlossen dass der ein oder andere weg will, wenn Pep ernst macht, könnte z.B: Alaba schnell weg sein, bei ihm läuft ja gar nichts mehr kann auch mit Anc zu tun haben. Boateng sehe ich auch schon bei City

      2. Jester

        Ich würde dir aktuell Alaba mit dem Schubkarren nach ManC fahren. Er steht im übrigen schon seit der letzten Saison unter Pep völlig neben sich. Da ist es bloß einigen noch nicht so krass aufgefallen.

  21. Systemrelevant

    Ihr seid drauf.

    Die Saison ist nicht einmal ansatzweise zu Ende und ihr labert daher wie beim HSV.

    0,02$

  22. rookie

    gut ich gebe zu , ich schildere die pessimistische Sichtweise. Kann auch sein die Mannschaft haut wie gegen Atletico in der CL immer einen raus und am Ende heißt es dann sie spart in der BL halt immer schön Kraft. Mir gefällt es nciht ich kann die BL spiele nicht mehr alle live ertragen unter Pep habe ich jedes SPiel gesehen und genossen, das ist jetzt vorbei. Dafür habe ich mehr Zeit für die family und erspare mir das :jetzt guckst du schon wieder Fußball ;-=

  23. wipf1953

    Mann, Mann, Mann, was hier wieder geschrieben wird .. CA hat große Erfahrungen darin, die Kräfte einzuteilen und am Schluss die Gladiolen zu holen.

    Schade dass hier keine Italienischen Fans im Forum sind – die würden wahrscheinlich bei einigen Kommentaren aus dem Lachen nicht mehr rauskommen.

  24. Osrig

    Ich möchte es noch einmal ganz deutlich anmerken:

    So ziemlich niemand hier fordert ernsthaft zum jetztigen Zeitpunkt Ancelottis Entlassung! Und so ziemlich niemand hier ist der Meinung, es sei von den Ergebnissen her betrachtet eine schlechte Saison – das kann angesichts der Tatsache, in allen Wettbewerben aussichtsreich dabei zu sein auch nicht wirklich behauptet werden.

    Allerdings gibt es genügend Stimmen – mich eingeschlossen – welche die kaum ersichtliche Entwicklung der Mannschaft kritisieren und es bemängeln, dass viel zu selten klare Strukturen und eine Spielidee sichtbar wird, sich augenscheinlich viel zu sehr auf die individuelle Klasse unserer Spieler verlassen wird. Darin sehe ich jedenfalls ein Problem, denn um die erstrebten Erfolge auch erreichen zu können, braucht es Ordnung und eine taktische Idee, die den Fähigkeiten der Spieler gerecht wird und in ihnen (und uns Fans) die Überzeugung entstehen läßt, damit alle Gegner schlagen zu können.

    Bislang erschöpft sich die Spielidee in der Vorstellung, den Ball schnell nach außen zu tragen, damit die Außenstürmer den Ball dann irgendwie vor das gegnerische Tor bringen, wo er dann hoffentlich zum Torerfolg verwertet werden kann. Was relativ einfach durch Doppeln der Außen und Verschieben der Abwehr gekontert werden kann.
    Natürlich ist die von Ancelotti geforderte stärkere Vertikalität ein Mittel, um zu verhindern, dass der Gegner sich in der Abwehr positionieren kann, das bedeutet aber nichts anderes als “schnelles Umschaltspiel” über außen!
    Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Gegner sich ohnehin gern mit fast allen Kräften vor dem eigenen Strafraum aufstellen, was das schnelle Umschalten bekanntlich nicht vereinfacht. Carlo versucht, durch die tiefere Positionierung der eigenen Mannschaft den Gegner zu locken, Räume für das vertikale Spiel zu schaffen, aber bislang ist es nicht von Erfolg gekrönt. Ich bin sicher kein Experte und meine, Carlo weiss, was er macht! Trotzdem habe ich Zweifel und befürchte, dass die Vernachlässigung des 10er-Raums und die Umstellung auf das schnelle Umschalten nicht die Erfolge bringt, weil dieses im Grunde doch in die Jahre gekommene Modell berechenbar und leicht zu blockieren ist.

    Ich sehe eben in Guardiolas Ansatz die deutlich höhere Erfolgschance als bei den Systemen mit schnellem Umschalten, im Dominansystem hatte ich auch jederzeit die Zuversicht und den Glauben an das entscheidende Tor für uns. Unter Carlo bin ich froh, wenn wir die Spiele nicht “vergeigen”. Ich hatte auf die Weiterentwicklung von Guardiolas Fussballphilosophie gehofft, und sehe auch nach wie vor gute Möglichkeiten für solche Entwicklung. Ob diese aber unter Carlo stattfinden können, bleibt abzuwarten. Wenn Ancelottis System nicht greift, aus welchen Gründen auch immer, möchte ich jedenfalls lieber früher als später einen Trainer bei uns sehen, der in Guardiolas Fuss-Stapfen treten kann. Wenn “Papa Anc” im Verlauf der nächsten Spiele – und vor allem dann im Verlauf der nächsten Saison – zeigt, dass er sein System doch zeitgemäß weiterentwickeln kann, dann darf er gern eine Ära hier prägen.
    Denn dann sehen wir auch wieder weniger “Rumpelspiele” sondern wieder schönen d.h. ästhetischen Fussball. ^^

    1. Tipic

      Danke für diesen sehr ausgewogenen Beitrag, Osrig, den ich vollinhaltlich teile!
      Besonders unterstreichen möchte ich, wie wichtig es für unseren Verein wäre, langfristig an der Spielidee festzuhalten, die seit Van Gaal verfolgt wird und von Jupp und Pep erfolgreich weiter entwickelt wurde. Die Strategie, eine Spielidee von den Jugendmannschaften bis zur ersten Mannschaft durchzusetzen und zu bewahren, würde unsere Chancen, uns mittel- und langfristig in der europäischen Spitze festzusetzen, erheblich steigern, da sie die (gegenüber Real und Barca sowie den englischen Vereinen) etwas geringeren finanziellen Möglichkeiten ausgleichen könnte. Vielleicht stimmt dieses Argument auch die sehr ergebnisbezogen argumentierenden Diskussionsteilnehmer hier (wie den Kollegen aus Chicago) wohlwollend.

      1. rookie

        Logik-Test.Welcher Trainer passt nicht in die Reihe?

        van Gaal, Heynckes, Guardiola, Ancelotti, Tuchel,

      2. chicago_bastard

        Tuchel natürlich, der hat als einziger noch nix gewonnen. Falls Du auf den ominösen Konzepttrainer-Quatsch hinaus wolltest würden nämlich zwei Namen nicht in die Reihe passen.

        Deine Beiträge hier sind echt zum Schmunzeln. Am besten ist noch die Behauptung, Alaba und Boateng würden unbedingt nächste Saison unter Pep in der Europa League spielen wollen :))

        Aus Deinen Postings spricht der Frust eines Pep-Fans, der es nicht ertragen kann, dass der gottgleich Verehrte in England trotz Rekordausgaben im Sommer schon im Januar keine Chance mehr auf den Titel hat und schlechter da steht als seine stark kritisierten Vorgänger Mancini und Pellegrini zum gleichen Zeitpunkt, während Ancelotti in allen Wettbewerben voll auf Kurs ist.

      3. Ju

        Ach herrje: Tuchel und Ancelotti, weil ihnen im deutschen Herrenbereich ein Titel (noch) fehlt. Guardiola und Ancelotti, da sie beide nicht vernünftig deutsch können. Heynckes und Ancelotti, da sie beide keine Trainer sind, die dafür bekannt wären, außerhalb der Pokalwettbewerbe sonderlich zu glänzen. Ancelotti, der bei keiner seiner Trainerstationen ein System gefunden hat, das seine Stärken mit Ball hatte, ohne dass die Defensive dabei löchrig wurde (Chelsea). Tuchel, der gerade seine erste ChampionsLeague Saison spielt. Ancelotti, der nicht als Entwickler junger Spieler gilt.

        Was fällt auf: Ancelotti passt da weniger rein als Tuchel.

        Allerdings nur, wenn er jetzt nicht sein System stabilisiert, die Liga gewinnt, Kimmich, Sanches und Coman fördert …. Vielleicht passt er also in 3 Monaten perfekt in diese Aufzählung. Ich würde darauf zwar nicht unbedingt wetten, aber hoffen. Genauso könnte in einem halben Jahr Tuchel uneingeschränkt in die Reihe passen, und Ancelotti immernoch nicht… Worauf ich auch nicht wetten würde.

        Aber was maße ich mir eine Meinung an. Ich bin ja Pep-Fan.

      4. chicago_bastard

        Was sind das denn für merkwürdige Kriterien? Natürlich setzt Tuchel mehr junge Spieler ein, er hat ja keine andere Wahl. Wen soll er statt Weigl denn sonst aufstellen, etwa Rode? Haha. Und dennoch hat ein angebliches Supertalent wie Emre Mor weniger Einsatzzeit bekommen als Sanches bei uns, zuletzt schaffte er es mehrfach nicht mal in den Kader. Dem werden eben die etablierten Reus, Schürrle und Kagawa vorgezogen. Ob Tuchel Coman einem Robben oder Sanches einem Vidal vorziehen würde wage ich daher mal stark zu bezweifeln.

        Pep als großen Jugendförderer darzustellen ist auch fragwürdig, frag nach bei Höjbjerg und Can. Man muss sich ja nur Kimmichs Einsatzzeiten unter Pep in der Hinrunde angucken bevor in der Rückrunde sämtliche Innenverteidiger ausgefallen sind. Erst in dieser absoluten Notlage kam Kimmich überhaupt zu nennenswerten Einsätzen.

        Dass nur Ancelotti von den genannten Trainern kein System gefunden haben soll, „das seine Stärken mit Ball hatte, ohne dass die Defensive dabei löchrig wurde“, lässt dann endgültig die starke Antipathie gegen Ancelotti durchscheinen. Ich mag van Gaal und Tuchel ja, aber zu behaupten ihre Systeme seien defensiv nicht löchrig gewesen ist dann doch zu viel des Lobes. Und auch Peps System hat sich gegen starke Gegner ja oft genug als mehr als löchrig erwiesen, was entsprechend hohe Klatschen zur Folge hatte.

      5. wipf1953

        Ganz was anderes noch, TIPIC. Die Idee einer einheitlichen Spielidee von den Jugendmannschaften bis zur “Ersten” ist glaub ich keine gute Idee. Was hilft es, junge Kerle auf ein bestimmtes Spiel hinzutraineren, wenn

        – gar nicht feststeht, ob die “Erste” dieses System noch spielen wird, wenn der Jugendspieler auf dem Sprung zum Profifußball ist, und
        – auch bei Top-Jugendjahrgängen viel mehr dieser Spieler, wenn überhaupt, zu anderen Vereinen wechseln werden, die ggf. gezwungener Maßen ein anderes System spielen?

        Ich denke, ideal wäre es, wenn Jugendspieler schlicht alles trainieren. Das, worin sie gut sind ebenso wie ihre Schwächen. Dribbeln ebenso wie Kopfbälle, Kurzpässe in der Bedrängnis ebenso wie spielöffnende, weite Bälle. Pressing ebenso wie catenaccio. Systeme sollten wechseln, weil sonst fast automatisch Defizite entstehen.

      6. Tipic

        @ WIPF1953: Ein gewisser Johan Cruyff hat ein solches System Ende der 80er Jahre bei Barca durchgesetzt, und ich denke, dass Barca seither einigermaßen gut damit gefahren ist.

    2. wipf1953

      OSRIG, dein Beitrag war sehr ausgewogen. Aber nach der (blamablen) Niederlage hattest DU Ancelottis Rauswurf gefordert. Ich lerne jetzt, dass das “nicht ernsthaft gemeint” war.

      ROOKIE, dir hat Chicago schon alles gesagt. Aus dieser Reihe hat übrigens nur ein Trainer den CL-Titel geholt, und nur ein weiterer hat es ins Finale geschafft. Jetzt frag ich Dich mal, was wäre ein “upgrade” gegenüber Ancelotti? Ich wüsste eines, aber nur eines. Und das ist sicher nicht Tuchel, sondern das ist der aktuelle Trainer des (überlegenen) englischen Tabellenführers ..

      1. wipf1953

        blamablen Niederlage gegen Rostov, meinte ich ..

      2. Hitmer Ottzfeld

        Den Schmarrn von Osrig und Rookie kann man sich einfach nicht durchlesen, da wünsch ich mir direkt Effenberg als Forist zurück.

    3. Ju

      Ich finde die Kriterien nicht halb so lächerlich, wie die Erfolge eines Trainers, der seit 20 Monaten ein (zumindest ansatzweise) Spitzenteam coacht, und dabei in seinem ersten Jahr so viele Punkte geholt hat, mit denen man in den meisten Jahren sogar Meister geworden wäre, jedoch von einem noch besseren Team übertrumpft wurde, mit einem Trainer zu vergleichen, der seit 20 Jahren jeweils das stärkste Team der Liga trainiert hat.(und dabei erstaunlich wenig gerissen hat)

      Wenn ich dieses Kriterium anlegen würde, müsste ich auch Magath besser als Nagelsmann finden. Und so viel kann ich gar nicht trinken.

      Dass Ancelotti nicht dafür bekannt ist, junge Spieler zu fördern, habe ich mir nicht ausgedacht. Das ist halt so. Nenne doch mal ein paar Beispiele aus den letzten 10 Jahren. Marco Verratti vielleicht. Bei den anderen 4 genannten kann ich dir gern eine Liste schreiben. Was muss man denn eigentlich für einen Komplex haben, da direkt den (sachlich nicht haltbaren) Guardiola Vergleich zu ziehen?

      Ich habe keine Antipathie gegen Ancelotti. Im Gegenteil, ich drücke ihm die Daumen. Ein starkes, auf Spiel mit Ball ausgerichtetes System, habe ich von ihm (im Gegensatz zu den anderen 4) nie gesehen, du darfst gern wieder Gegenbeispiele bringen. Ich behaupte ja nicht, dass seine Mannschaften mit Ball mies waren. Würde ich auch nie. Mit Chelsea war das zum Beispiel wirklich gut, nur halt defensiv nicht.

      1. chicago_bastard

        “Seit 20 jahren jeweils das stärkste Team der Liga”

        Es geht weiter mit den haltlosen Behauptungen. Real hat in den letzten 8 Jahren (nur 2 davon unter Ancelotti bevor Du ihm das noch ankreidest) genau eine Meisterschaft geholt, Barca 6. Und Du behauptest also Real soll in diesem Zeitraum das stärkste Team der Liga gewesen sein? Als er bei Chelsea war, war United unter einem gewissen Alex Ferguson in einer Phase mit zwei CL-Finalteilnahmen in 3 Jahren und somit auch klar die Nummer 1 in England und eben nicht Chelsea. Bei Milan gab es da noch so einen kleinen Verein namens Juventus als Gegner.

        Das Kuriose an Deiner These: Es ist doch gerade Guardiola, der bislang ausschließlich Vereine trainiert hat, die jeweils das klar beste Team ihrer Liga waren. Jetzt bei City ist das zum ersten Mal in seiner Karriere nicht der Fall (zumindest nicht in der Deutlichkeit wie bei seinen vorherigen Stationen, den besten Kader der Insel dürfte er dennoch haben, was seine bisherige Bilanz in der PL ja umso enttäuschender macht) und prompt ist er meilenweit vom Meistertitel entfernt. Wenn dann jetzt ein Pep-Fan meint damit Ancelotti an den Karren zu fahren…

      2. wipf1953

        Übrigens .. zu den letzten fünf Bayerntrainern nochmal:

        Bayern verpflichtet spätestens seit den Zeiten von Pal Csernay stets nach einem ganz klaren Muster:

        Wenn ein Trainer zu haben ist, der schon mal die CL gewonnen hat, wird der geholt. Lattek, Trappatoni, Hitzfeld, van Gaal, Heynckes, Guardiola, Ancelotti .. Lässt man CL-Titel als Spieler auch noch gelten, zählen auch Beckenbauer und Magath dazu .. Und man kann es sogar noch weiterentwicklen: Alle diese Trainer hatten irgendwie auch Erfolg (am wenigstens Trappatoni, der Bayern aber in einer sehr schwierigen Situation übernommen hatte). Der von mir favorisierte Antonio Conte würde deshalb sogar in diese Reihe ganz gut reinpassen.

        Erfolglos waren Lerby, Ribbeck, Rehagel, Klinsmann .. schon auffällig, oder?

        Nagelsmann, Tuchel – das ist m.E. nicht “bayernlike” ..

      3. Jo

        @Wipf:
        Ein Muster schon. Ich würde das allerdings nicht an der CL festmachen.
        Wenn Bayern Trainer verpflichtet hat waren sie
        1. verfügbar (das ist nicht so banal wie es klingt, sondern die Crux schlechthin im Trainergeschäft)
        2. erfolgreich
        3. hatten einen Namen.

        Wobei sich zwei und drei natürlich irgendwo bedingen. Der Erfolg wiederum wurde in der Vergangenheit ganz offensichtlich nicht (nur) an einem CL-Titel festgemacht. Siehe die Verpflichtungen von Heynckes (erstmals), Rehhagel, Magath und Klinsmann. Drei davon hatten als Trainer noch nicht mal einen Titel gewonnen als sie hier anfingen, geschweige die CL. Alle hatten aber zum Zeitpunkt der Verpflichtung zuimindest relativen, stabilen Erfolg mir ihren Vereinen gehabt. Bei Klinsmann als Ausnahme hat da wohl eher der Name, der Mythos WM den Ausschlag gegeben.
        Insofern würde ein Tuchel der schon über eine längere Phase zumindest relative Erfolge hatte durchaus in das Raster passen. Allerdings wird gerade ziemlich vehement an seinem Namen gekratzt. Mal sehen wo das noch hinführt.
        Bei Nagelsmann ist das alles noch viel zu früh, groß weiter darüber nachzudenken. Er hat ja noch nicht mal eine komplette Saison hinter sich. Das wäre (Stichtag heute) tatsächlich nicht bayernlike.

        Aber die entscheidende Frage ist die nach dem Zeitpunkt. Der Zeitpunkt an dem Ancelotti wie und wann auch immer hier aufhört (oder aufhören muss). Da dies momentan nicht annähernd abzusehen ist gehen Spekulationen über mögliche Nachfolger ins Leere. Gerade im Trainergeschäft reicht oft eine einzige Saison aus um deinen Namen so zu verbrennen, dass kein Hund mehr ein Stück Brot von dir nimmt.
        Kann sein, dass wir uns in zwei, drei Jahren über die Namen Tuchel, Nagelsmann oder auch Conte totlachen. Oder alternativ alle Finger lecken….Wer weiß?

      4. Ju

        Wenn ich mich richtig erinnere, war Barca in der Zeit, als Ancelotti in Spanien war, das schwächste Barca der letzten 10 Jahre. War das nicht die Zeit von Vilanova und Martino? Meister wurde sowieso Atletico. Willst du mir erzählen, die wären individuell stärker gewesen als Real? (man hätte ohne Sergio Ramos auch gegen diese Mannschaft dieses unsäglich oft zitierte CL-Finale verloren). In England wurde Carlo in einem seiner zwei Jahre Meister. (ich habe ja auch nicht gesagt, er hätte nie eine gute Liga Saison gespielt.) Gegen ein starkes ManUnited. Warum war ManUnited so stark? Wegen ihrem grandiosen Trainer Ferguson. Individuell außerordentlich stark waren die zu diesem Zeitpunkt nicht. Übrigens flog Ancelotti, der, wenn ich einige hier richtig verstehe, erst im Frühjahr richtig aufblüht, dort einmal im Achtel und einmal im Viertelfinale aus der Cl ..
        Juve? Also, abgesehen davon, dass es wahrscheinlich Ansichtssache ist, wer damals etwas besser war, war Ancelotti doch vorher Trainer beim laut dir herausragend besetzten Juventus Turin – und hat da auch nur keine Meisterschaft gewonnen. So what?

        Soweit so schön. Soll das alles jetzt heißen, dass es für die Tatsache, dass Carlo Ancelotti – in Anbetracht der Stärke seiner Mannschaften – erstaunlich wenige Ligatitel gewonnen hat, einen Unterschied macht, ob er in den letzten 20 Jahren nun 20, 15 oder nur 10 mal das stärkste Spielermaterial der Liga zur Verfügung hatte? Und 5 mal oder 10 mal auch “nur” das zweit- oder drittbeste?

        Ob der Kader von Barcelona zum Zeitpunkt, als Guardiola dort übernahm, tatsächlich bereits so herausragend war, würde ich zwar bestreiten, er war aber selbstverständlich potentiell sehr sehr vielversprechend. Was er aus diesem Kader herausgeholt hat, war aber etwas so Herausragendes, was in den letzten Jahrzehnten sonst kein einziger Trainer geschafft hat. Ich weiß deshalb nicht genau, inwiefern ich damit Ancelotti an den Karren fahre. Er hat eben genau das Gegenteil von Ancelotti geschafft, nämlich eine Mannschaft in allen Wettbewerben großartig und erfolgreich einzustellen. Und bitte jetzt keine Vorwürfe der Verklärung. Pep in Barcelona war einfach toll anzusehen und dazu noch extrem erfolgreich. Wenn nicht, dann bitte gegenteilig argumentieren.

        Ich halte den Kader Citys nicht für den besten in England, da er unharmonisch und voller Schwachstellen ist. Ich halte den Kader des FC Chelsea für den individuell stärksten (einfach, da ich Costa persönlich geiler finde als Agüero, und Hazard, Pedro und Willian subjektiv lieber spielen sehe als De Bruyne, Silva und Sterling; Matic und Kante sind sowieso unfassbar gut). Aber doch zumindest für den zweitbesten, deshalb ja, da müsste viel mehr kommen. Siehe Chelsea, deren Kader ähnlich stark ist. Es ist natürlich so, dass Pep seiner Mannschaft noch kein erfolgsstabiles System vermitteln konnte. Nichtsdestotrotz, wird bei Guardiola in Manchester, genauso wie bei Ancelotti in München, am Ende der Amtszeit abgerechnet.

      5. chicago_bastard

        Darauf, dass am Ende abgerechnet wird, kann man sich einigen. Die Diskussion nahm ihren Beginn aber eben damit, dass Kollege Rookie Ancelotti schon jetzt absägen will, daher mein energischer Widerspruch.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog