Südgipfel gegen die Schwaben & ein furioser Auftritt des FC Bayern

Durch die Erweiterung der Stadionkapazität auf 71.000 Plätze und dem kurzfristigen Verkauf weiterer Tickets an der Säbener Straße konnten wir am Mittwoch noch drei Tickets für den »Südgipfel« gegen die Schwaben aus Stuttgart erstehen. Sogar das seit Tagen verregnete Wetter machte eine kurze Pause und zeigte sich nur noch von seiner trüben, aber immerhin recht trockenen Seite. Diese Kleinigkeiten wären aber sowieso egal gewesen, denn endlich wieder Bundesliga, endlich Fußball, endlich Allianz Arena und der FC Bayern. Zwar war ich schon zum Supercup in Fröttmaning, aber das lief für mich außerhalb der Wertung.

Eine weitere Neuigkeit war die Sitzposition. Natürlich haben wir Plätze auf den neu eingebauten Sitzen erhalten und das hieß erstmaliges Aufsteigen in die letzte Reihe im Oberrang. Unangenehm war die Position nicht und ein Fernglas war ebenfalls nicht nötig, aber das Familienpublikum ab und an kurz vor der Grenze zum anstrengend werden. Andererseits ist es schön, wenn die Begeisterung FC Bayern generationsübergreifend Menschen in ihre roten Trikots lockt.

Ich hatte einen 2:0 Arbeitssieg gegen spielstarke Schwaben erwartet, aber der erste Schockmoment folgte beim Lattentreffer und kurz darauf beim Führungstor der Stuttgarter. Meine zwei Begleiter aus dem Schwabenland freute das sehr, aber die Reaktion der Mannschaft war grandios. Ballgewinne im Mittelfeld, schnelles Umschalten und saubere Abschlüsse mit anschließendem Jubel. Vor der Halbzeit war für mich alles klar, denn Sorgen musste man sich nicht machen. Selten hatte ich ein so gutes und sicheres Gefühl bei eigenem Ballbesitz und eigentlich nie einen »Ohje, das hätte schief gehen können«-Moment. Dante reagierte und agierte wie ein Abwehrchef, stellte Badstuber und Boateng auf seine Linie, feuerte sie an und dirigierte Aktionen. Badstuber spielte unfassbar souverän und auch Boateng zeigte – bis auf eine Aktion – stets eine grundsolide Leistung. Im Mittelfeld war Luiz Gustavo der für mich überragende Mann. Dicht darauf folgte Toni Kroos und unser Rückkehrer Schweinsteiger. An dieser Stelle noch einmal besten Dank an meine Twitter Follower die auf kurze Nachfrage sofort meldeten wieso Robben nicht im Kader war. Ribery war stets dabei, aber keineswegs so auffällig wie Thomas Müller der seine Leichtigkeit anscheinend wiedergefunden hat.

In der 77. Minute dann auch die Einwechslung unseres neuen Spaniers Javi Martínez. Meine Vorfreude auf den Jungen war und ist riesig und obwohl er mit einem 40 Meter Pass auf Müller gleich mal zeigte wie gut er ist sollte man ihm Zeit lassen. Seine vielen Ballkontakte im bereits zwei Gänge zurückgeschalteten Trainingsspiel waren wohl das freundliche Einbinden seiner Mitspieler zum Geburtstag. Der 1,90m große spanische Nationalspieler gefällt mir aber durch seine Präsenz und der Sichtbarkeit. Unserem Mittelfeld tut ein großer, kräftiger Defensivspieler mit herausragenden technischen (ja, das können die Spanier halt) Fähigkeiten gut zu Gesicht. Ich denke man fährt gut damit ihn langsam aufzubauen – und wie Sammer meinte nicht auf das schnelle »Ah und Oh« zu warten – sondern das am Ende zu feiern. Nach den gemeinsamen Trainingseinheiten mit Schweinsteiger in der Länderspielpause kann man sicher mehr dazu sagen und ihn über längere Zeiträume im Einsatz sehen.

Die Stimmung im Stadion war besonders in der ersten Halbzeit und bis zum 6:1 hervorragend. Wir saßen direkt über der Südkurve und da hatte man stellenweise ein diebisches Grinsen im Gesicht. Anscheinend kam das am Fernseher nicht so rüber. Zum Ende hätte es wieder etwas mehr sein können, aber das ist ja bekannt. Irgendwie habe ich die Nordkurve vermisst, denn statt Laola-Wellen ist so ein »Bayern – Bayern« Kurvenzuruf doch ein größeres Highlight.

Was bleibt nun als Schlussfolgerung? Ich freue mich wahnsinnig für die Mannschaft und den wiederentdeckten Teamgeist. Der Konkurrenzkampf beflügelt unser Mittelfeld vom 6er bis 10er und auch die Abwehrreihen fühlen sich gepusht. Mit der Rückkehr von Alaba und Rafinha geht der Aufschwung hoffentlich auch dort weiter. Jeder Stadionbesuch ist ein Erlebnis und bei meinem diesjährigen Kartenglück erwarten mich noch fünf Heimspiele bis Weihnachten. Wir sollten nicht zu euphorisch werden, aber so kann es einfach weitergehen.

FC Bayern München – VfB Stuttgart 6:1 (3:1)
FC Bayern MünchenNeuer – Lahm, Boateng, Dante, Badstuber – Schweinsteiger (77. Martinez), Gustavo – Müller, Kroos, Ribery (73. Shaqiri) – Mandzukic (69. Pizarro)
BankStarke, van Buyten, Can, Tymoshchuk
VfB StuttgartUlreich – Sakai, Tasci, Maza, Boka – Kvist, Gentner, Harnik (89. Traore), Hajnal (46. Torun), Okazaki (69. Bah) – Ibisevic
BankWeis, Molinaro, Niedermeier, Cacau
Tore0:1 Harnik (25.), 1:1 Müller (32.), 2:1 Kroos (33.), 3:1 Gustavo (43.), 4:1 Mandzukic (47.), 5:1 Müller (49.), 6:1 Schweinsteiger (51.)
KartenRot: Ibisevic – Gelb: Boateng, Gentner
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Leserkommentare
  1. Auch ältere Beiträge verdienen Anerkennung. ;-)

  2. […] VfB Stuttgart hatte ich trotz grandioser Statistik (zuletzt seit 6 Spielen ohne Niederlage) und dem 6:1 Zuhause ein gemischtes Gefühl. Fürth war keine wirkliche Probe und so richtig wusste niemand wo wir […]

  3. […] geschlagen geben. Ihren Auftritt in der Allianz Arena verloren sie nach Führung sehr deutlich mit 6:1 und auch das Rückspiel im Ländle endete 0:2. Dennoch war der Weg zum historischen Triple weit. In […]

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