FREIBURG IM BREISGAU, GERMANY - MARCH 04: Thomas Mueller of Muenchen celebrates his team's first goal with team mate Corentin Tolisso during the Bundesliga match between Sport-Club Freiburg and FC Bayern Muenchen at Schwarzwald-Stadion on March 4, 2018 in Freiburg im Breisgau, Germany. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

SC Freiburg – Bayern München 0:4 (0:2)

Am späten Sonntagabend kehrten die Münchner mit einem 4:0 Auswärtssieg in die Erfolgsspur zurück. Mit nun 20 Punkten Vorsprung ist die Meisterschaft nur noch eine Frage von Wochen.

Das Hinspiel markierte den Startpunkt der Amtszeit von Jupp Heynckes. Seitdem sind in der Bundesliga 15 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage aufs Bayern-Konto gewandert. Zahlen an denen sich der neue Bayern-Trainer wird messen lassen müssen.

Falls Ihr es verpasst habt:

Jupp Heynckes musste nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Hertha BSC auf einigen Positionen umbauen. Kingsley Coman fehlt mit einem Syndesmosebandriss für mehrere Monate.

SC Freiburg 3-4-3 - FC Bayern München 4-1-4-1, GrundformationenGrundformationen: Freiburg 3-4-3/3-5-2 – Bayern 4-1-4-1/3-1-3-3

Da auch Franck Ribery und James in Freiburg fehlten, war Jupp Heynckes gezwungen, eine andere Lösung zu finden. Er entschied sich für die Variante mit Bernat und Alaba dahinter. Ein Ansatz, der zumindest nicht gänzlich neu war.

Neben besagter Änderung spülte es Kimmich, Boateng, Tolisso und Wagner in die Startelf. Rafinha, Süle, Martinez, Robben und Lewandowski saßen auf der Bank.

Christian Streich entschied sich für ein 3-5-2-System mit der Abwehrkette Lienhart, Gulde, Söyüncü. Stenzel und Günter rückten bei bayerischem Ballbesitz nach hinten und bildeten eine Fünferkette. Vorne drin stürmten Petersen und Höler.

Die erste Chance der Partie hatten die Freiburger. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld spielten die Freiburger es sofort vertikal. Da Vidal aufgerückt war, gab es ein großes Loch im Münchner Zentrum. Höler bekam den Ball direkt in die Nahtstelle der Innenverteidiger gespielt und scheiterte an einem überragenden Reflex von Ulreich (12.).

Nach dieser Chance für die Mannschaft von Christian Streich übernahmen die Münchner aber zunehmend das Kommando. Thiago scheiterte in aussichtsreicher Position (22.), doch wenig später machte es Müller besser. Nach einem langen Ball von Mats Hummels schoss er Söyüncü aus kurzer Distanz an, um mit dem Abpraller Schwolows Knie zu treffen. Der Ball war drin. Irgendwie. Ein klassischer Müller (25.).

Drei Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Freiburger. Thiago befreite sich gut aus dem Mittelfeldpressing der Freiburger und leitete den Ball auf Tolisso in halbrechter Position weiter. Dieser zog aus 30 Metern ab. Sein Ball schlug unhaltbar im linken Toreck ein (28.). Dieser Doppelschlag führte den Spielverlauf etwas ad absurdum.

Danach verflachte die Partie. Ohne weitere nennenswerte Chancen ging es in die Pause. Christian Streich reagierte mit einem Doppelwechsel in der Halbzeit. Abrashi und Lienhart blieben in der Kabine. Für sie kamen Höfler und Kath.

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Freiburg startete mutig und stellte auf ein 4-4-2 System um. Dies brachte in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz, die Freiburg in Standardsituationen umwandeln konnte. Allerdings ohne Torgefahr auszustrahlen.

Auf der anderen Seite verschätzte sich Stenzel gegen Bernat. Dessen flache Hereingabe landete bei Müller und im Gewühl schlussendlich bei Wagner, der den Ball zum 3:0 über die Linie tragen durfte (55.).

Die Münchner blieben am Drücker und hatten über Bernat (57. und 63.) gute Möglichkeiten. Auch Wagner versuchte sich per Kopfball (68.). Wenig später verwandelten die Münchener eine Standardsituation. Kimmich führte eine Ecke blitzschnell aus. Während sich die Freiburger noch sortierten, konnte Müller bereits am kurzen Eck einschieben (69.).

Mit den Wechseln von Rudy für Thiago, Rafinha für Müller und Süle für Vidal lief die Uhr dann runter.

Nach dem Punktverlust im Heimspiel gegen Hertha BSC kehrt der FC Bayern wieder in die Erfolgsspur zurück. Dabei half vor allem in der ersten Halbzeit das nötige Spielglück. Zwei Schüsse aufs Tor verzeichneten die Münchner. Beide waren drin. In der zweiten Halbzeit erspielte sich die Mannschaft von Heynckes dann die Chancen, die das Ergebnis in der Höhe auch rechtfertigen. Ein insgesamt souveräner Auftritt.

Drei Dinge die auffielen:

1. Chance verpasst

Jupp Heynckes setzt gerne auf Kontinuität. Anders ist das abermalige Festhalten am 4-1-4-1 nicht zu erklären. Den Ausfall der Flügelspieler kompensierte er nahezu 1:1 mit anderen Spielertypen. Die Tabellensituation und die vorhandenen Bausteine hätten es vielleicht möglich gemacht, taktisch eine andere Herangehensweise zu wählen. Beispielsweise eine Dreierkette mit Hummels, Boateng und Alaba, Bernat und Kimmich als Flügelverteidiger sowie Thiago als aufbauender Sechser statt des offensiv besser aufgehobenen Vidals.

Teilweise zeigten die Münchner solche Strukturen sogar von alleine, wenn Müller einrückte, um Wagner zu unterstützen. Dann funktionierte es noch am besten. Es spricht zwar einerseits für Heynckes, dass er an seinen Ideen glaubt, zeigt aber auch, dass es scheinbar keinen “Plan B” in der Schublade der Münchner gibt.

Die Folgen der Taktik waren viele Halbfeldflanken, da Bernat und Müller sowie die Außenverteidiger sich nur selten bis zur Grundlinie durchsetzen konnten. Sie sind keine Dribbler. Gleichzeitig brachte das einiges an Kontergefahr mit sich, da die zweiten Bälle wegen einer nicht guten Strafraumbesetzung häufig bei den Freiburger landeten.

Am Ende standen 28 Flanken. Bis auf eine Kopfballchance von Bernat, blieben die Flanken weitgehend unwirksam.

2. Wagner sammelt Pluspunkte als Lewandowski-Ersatz

Bisher liefen die Startelfeinsätze von Sandro Wagner wenig glücklich ab. Jupp Heynckes zählte bei den letzten Auswärtsspielen in Mainz und Wolfsburg auf die Dienste des deutschen Nationalstürmers.

Seine Auftritte waren bemüht, aber über weite Strecken glücklos. Gegen Freiburg sammelte Wagner endlich auch mal von Beginn an Pluspunkte. Dabei half Wagner, dass er perfekt mit Thomas Müller harmonierte. Beide Spieler öffneten sich gegenseitig die Räume und Wagner versuchte als Relaisstation den Ball nach vorne zu tragen.

Er pflügte Bälle runter, legte quer und wich aus. Wagner spielte zum ersten Mal wie eine Kopie von Lewandowski. Daher ist es wenig verwunderlich, dass er nicht nur einen Treffer beisteuerte, sondern auch das Offensivspiel der Münchner aktiv belebte.

Wagner verzeichnete am Ende fünf Schüsse. Vier davon in guter Position im Strafraum. Die 24 erhaltenen Pässe, davon 9 in gefährlichen Zonen, zeigen dass Wagner deutlich besser ins Spiel eingebunden ist, als es noch zu Beginn der Fall war.

3. Bayern Mittelfeld

Die Rückkehr von Thiago bringt den Münchnern mehr Stabilität. Die Ballsicherheit und Passgenauigkeit, die von ihm ausgeht ist auch nach all den Jahren immer noch beeindruckend. Mit einer geschickten Körperdrehung leitete er mustergültig das 2:0 ein.

Er brachte nicht nur 55 seiner 62 Pässe an einen Mitspieler, sondern kreierte gleich drei Chancen (darunter sein Assist). Allgemein brachte er eine hohe Vertikalität ins Spiel der Bayern. Heynckes wird dies wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.

Sein Partner an diesem Abend war Vidal, der sich nach einer guten Phase im Spätherbst wieder steigern muss, um sich gegenüber Martinez und den Achtern im Team behaupten zu können. In zu vielen Szenen war er zu ungestüm und wild. Es summierten sich einige Fehlpässe bei ihm aneinander (seine Passquote betrug gegen Ende der ersten Halbzeit nur 69%). Vor allem wenn der Ball nach vorne getragen werden sollte, fehlten ihm die Ideen. Hinzu kamen einfache Ballverluste sowie nicht immer perfektes Stellungsspiel im Pressing.

Es war definitiv nicht das Spiel des Arturo Vidals. Jupp Heynckes wird in den nächsten Wochen genau überlegen müssen, ob er den Chilenen weiter auf der Sechs sehen will. So gut Thiago auch vorne war, so schwierig war es für die Münchner, dass der eigentliche Aufbausechser kaum Vertikalität ins Spiel brachte.

Dass dies am Ende des Abends eher kein großes Problem war, lag unter anderem an der guten Performance von Mats Hummels und Thiago, aber auch am etwas glücklichen Spielverlauf, der Freiburg früh den Wind aus den Segeln nahm.

Freiburg – Bayern
FreiburgSchwolow – Söyüncü, Gulde, Lienhart (46. Kath) – Günter, Koch, Abrashi (46. Höfler), Stenzel – Höler (57. Ravet), Petersen, Haberer
BankGikiewicz, Kübler, Kempf, Kleindienst
BayernUlreich – Alaba, Hummels, Boateng, Kimmich – Thiago (74. Rudy), Vidal (83. Süle), Tolisso – Bernat, Wagner, Müller (81. Rafinha)
BankStarke, Martínez, Robben, Lewandowski
Tore0:1 Schwolow (25., Eigentor), 0:2 Tolisso (28.), 0:3 Wagner (54.), 0:4 Müller (69.)
KartenGelb: Koch (60.) / –
Schiedsrichter­Frank Willenborg (Osnabrück), Arne Aarnink (Nordhorn), Guido Kleve (Nordhorn), Markus Sinn (Filderstadt), Dr. Robert Kampka (Mainz), Dr. Martin Thomsen (Kleve)
Zuschauer24.000
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Leserkommentare
  1. FR7

    Ob überheblich oder nicht, Freiburg stellte sich als genau der Gegner heraus den ich erwartet habe. Spielschwach und offensiv harmlos. Ohne Lewandowski, Robben, Ribéry und Coman haben wir sie 0:4 abfrühstücken können. Besonders gefreut hat mich, dass Coco so lange spielen durfte. Ich fand ihn hervorragend, nicht nur wegen seines Tores, dass ich mir hunderte Male ansehen könnte. Die gesamte zweite Garde hat Spielminuten bekommen und das ist angesichts der anstehenden Spiele äußerst wichtig gewesen. Müller kommt immer besser in Form, gefühlt hat er heute 15 Kilometer abgespult. Mit James und Coman absoluter Schlüsselspieler momentan. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass Thiago sich sehr bald zu dieser Schlüsselspieler-Runde gesellen wird. Es war unterm Strich das erste Spiel seit längerer Zeit, dass von Anfang bis Ende anständig gespielt wurde. Zwar nicht mit 100% Leistung (die es gar nicht brauchte) aber dominant und stets angriffslustig, zu keinem Zeitpunkt passiv. In meinem Kommentar in der Vorschau zum Spiel schrieb ich, dass diese Mannschaft in der Lage sein muss mühelos mit Freiburg fertig zu werden um einen Anspruch auf den Henkelpott stellen zu dürfen. Das haben sie heute bewiesen. Es war ein schönes Spiel, dass mir eine Menge Spaß gemacht hat.

  2. Josef

    Die Analyse, insbesondere die drei Punkte kommen mir zu negativ rüber, obwohl ich in der Sache zustimme.

    Wie du sagst: theoretisch eine auf ein 3-5-2-System zugeschnittene Startelf. Und auch wenn ich grundsätzlich verstehe, dass ein Trainer zehn Wochen vor Saisonende kein neues System mehr entwickeln will, meiner Meinung nach wäre genau dies fast eine Notwendigkeit: Mit Ribéry als einzigem “echten” Linksaußen bis Saisonende zu planen grenzt an ein Himmelfahrtskommando. Vor allem wäre der sehr entspannte Spielplan inklusive der Länderspielpause auch zu verlockend für solche Versuche gewesen…

    Und bzgl. Vidal vs. Thiago: Ich hatte mich schon gewundert, weil Vidal auf Sky überschwänglich gelobt wurde. Sinnbildlich für den Unterschied zwischen Vidal und Thiago für mich eine Szene in der ca. 70. Minute. Thiago hat den Ball halblinks an der Mittellinie, wird von einem Freiburger angelaufen, verzögert lange bis der Passweg zu Vidal frei wird und kann dadurch einen einfachen Pass zu Vidal spielen, den dieser wiederum einfach und relativ unbedrängt annehmen kann.
    Dann verzögert auch Vidal seinen Pass, was hier aber genau falsch war, da der nun relevante Freiburger sich dadurch nicht täuschen ließ, sondern direkt zum von Vidal angespielten Spieler durchlief. Dadurch total unnötig Riesendruck (statt einer Körpertäuschung und Platz für Vidal selbst…)
    Die Situation ging glimpflich aus, aber anyone know what I mean^^?

    1. Christopher

      Und auch wenn ich grundsätzlich verstehe, dass ein Trainer zehn Wochen vor Saisonende kein neues System mehr entwickeln will

      Mit der letzten und der kommenden Woche hätte man jetzt zwei Trainingswochen gehabt, um Adaptionen vorzunehmen. Das sollte bei der Kaderqualität ausreichend sein. Ich versteh Heynckes Punkt, dennoch hätte ich mir hier etwas mehr Mut gewünscht.

    2. Ju

      Bei dieser Abwägung kommt man wirklich ins Schwanken: Während ich Verständnis für und Vertrauen in den Trainer habe, komme ich nicht umhin, doch eine gewisse Enttäuschung zu empfinden. Das Trainerteam hat offensichtlich die Entscheidung getroffen, dass das bestehende 4-3-3/4-2-3-1 System mit seinen speziellen Mechanismen – problematisch im Moment insb. die präsente, ankurbelnde Rolle des Linksaußen – auch mit dem Schwachpunkt Ribery nach wie vor erfolgsversprechender ist, als andere in Frage kommende Anpassungen. Nun spricht eigentlich nichts dafür, der Expertise der Trainer an dieser Stelle zu misstrauen. Auch ich sehe ein, dass man mit der Adaption des Systems, um Juan Bernat besser einzubinden, womöglich nur eine andere Schwachstelle schafft. Für eine Grundsatzdiskussion, ob ein asymmetrisches (eher zur Dreierkette tendierendes) System nicht auch für den Rest der Mannschaft positive Synergieeffekte mit sich brächte, ist der März wohl tatsächlich der falsche Zeitpunkt. (Obwohl eben jene Grundsatzfrage in der Führungsebene des Vereins durchaus eine gewichtige Rolle spielen sollte. Nämlich bei der Trainersuche.)

      Die linke Seite der Bayern bot zuletzt ja Einiges, was interessant war und den Großteil der gefährlichen Aktionen zumindest initiiert hat. Insbesondere das Zurückfallen des Flügelstürmers hinter den Außenverteidiger bei gleichzeitig diagonalen Läufen der 8er und nach halblinks driftendem Mittelstürmer birgt einiges an Potential für stabilen Raumgewinn und Anschlussmöglichkeiten für Verlagerungen nach rechts – und entwirft damit eine Rolle des Linksaußen , die maßgeschneidert für Thiago sein könnte. An dieser Stelle folgt jedoch das alte Lied: Wir haben nur einen Thiago und benötigen ihn eigentlich an anderer Stelle.

      1. Jo

        “Die linke Seite der Bayern bot zuletzt ja Einiges, was interessant war und den Großteil der gefährlichen Aktionen zumindest initiiert hat.”

        Ich würde auch die Möglichkeit für sehr interessant halten den Fokus nun wieder mehr auf die rechte Seite zu verlagern, wie weiter unten auch schon angedeutet.
        Besonders ein Dreieck mit Kimmich-Müller-Robben könnte eine schwierig zu verteidigende Variante sein, zumal Müller nun zum richtigen Zeitpunkt wieder heißzulaufen scheint.
        Das sind alles Spieler mit hoher Spielintelligenz, die sowohl über Abschluss- als auch Vorbereitungsoptionen verfügen.
        Wenn die konsequent die Seite überladen? Wie gesagt, nicht so leicht zu verteidigen.
        Am besten in Kombination mit einem sauberen 4-2-3-1 und James auf der linken Seite, der schnell verlagern könnte.

    3. Marco05

      Enntäuschung resultiert aus einer (falschen) Erwartungshaltung. Jupp tut das was meines Erachtens zu erwarten war. So wie er es in der Triple-Saison gemacht hat setzt er auf eine feste Formation und eine – mehr oder weniger – Stammtruppe. Er wird den Teufel tun und jetzt noch mit Alternativsystemen experimentieren sondern setzt auf Eingespieltheit und passende Abläufe. Aus meiner Sicht die richtige Entscheidung, als noch irgendwelche taktischen Finessen aus dem Hut zaubern.

      In der Bundesliga ist es außerdem “eh wurscht”, was vielleicht auch ein Argument _für_ eine Umstellung wäre, aber Heynckes rüttelt nicht an seiner Formation und wenn es in die englischen Wochen geht (wo bleiben sie eigentlich ;) ) dann wird auch wieder konstant das gleiche Personal auflaufen. Varianz ist nicht seine Stärke und das konnte man mMn auch nicht erwarten. Deswegen bin ich über die Enttäuschung einigermaßen verwundert, zumal ob des gestrigen Auftritts gestern, der sicher einer der besten bisher war.

    4. Ju

      Meine Erwartungshaltung ist eigentlich recht schnell zusammengefasst: Ich erwarte, dass der Trainer die bestmögliche Mannschaft aufs Feld schickt. Dabei sollte er so idealistisch wie möglich und so pragmatisch wie nötig sein. Zur pragmatischen Komponente gehört, nach dem langfristigen Ausfall eines Schlüsselspielers zu hinterfragen, ob für die dann zur Verfügung stehenden Spieler die gewählte Strategie mit ihrer speziellen taktischen Umsetzung noch die beste ist. Ich gehe davon aus, dass dies geschehen ist und die Frage offensichtlich bejaht wurde. Mit dem Ergebnis, dass der Schwachpunkt Ribéry nicht zu beheben ist. Das ist es, was mich enttäuscht.

  3. Martin2

    Der Müller müllert das 1:0 rein. Der Tolisso mit einem Sonntagsschuss am Sonntag ^^ … und dann geht das Spiel seinen Weg :-)

    Bleibt noch die Frage, was hat es mit dem Torjubel vom Tolisso auf sich? Auch in der Einzelkritik von der SZ zu sehen.
    Ist das der Vulkanier-Gruss aus Star Trek? Ein “V” aus Zeigefinger+Mittelfinger und Ringfinger+kleiner Finger.

    1. Christopher

      Ja – damit grüßt er seine Freunde.

  4. Martin2

    Falls die Frage nach dem Torjubel hier “off topic” ist, weil nur Klatsch & Tratsch, dann ziehe ich die Frage zurück.
    Und falls der Moderator schlicht abgelenkt war, nix für ungut :) ist ja Sonntag Abend :)

  5. Sascha

    Ja,ich weiss,was Du “meanst”.
    Sowas nennt man Individualität.Haben Wir Alle.Ob Kreisliga oder Weltklasse.
    Gruss ;)

  6. Alex

    Durch den Ausfall von Coman habe ich kein gutes Gefühl für die CL, im Halbfinale wird Schluss sein. Vor allem, da, wie beschrieben, der Trainer nicht willens zu einer taktischen Anpassung ist.

    Der alte Müller ist seit gestern endgültig zurück. Rechtzeitig zur WM. Freue mich für ihn.

    1. Christopher

      CL lässt sich glaube ich schwer beurteilen. Ich denke hier wird viel von Spiel- und Losglück abhängen. Allerdings muss Ribery sich dringend verbessern, sonst gibt es auf der linken Außenbahn einen Schwachpunkt.

      Die Variante Bernat und Alaba könnte es vielleicht auch in der CL geben. Wenn man eine gewisse Asymmetrie spielen will. Also versucht die rechte Seite überlagert und Bernat und Alaba einen defensiveren Part spielen.

      1. wohlfarth

        Mit Bernat gewinnst du keinen Blumentopf. Haarsträubende Ballverluste und vorne ungefährlicher als Dennis Diekmeier. Zumindest einen halben Scorerpunkt konnte er ja gestern verbuchen, in seiner, für mich, offensiv einzig guten Szene im ganzen Spiel.

      2. Marco05

        Bezüglich Bernat muss man natürlich auch anführen, dass der so gut wie nie spielt und nun auch auf einer lange nicht mehr ausgeübten Position, deswegen finde ich das Urteil zu hart. Gerade im Vergleich zu Ribéry braucht man glaube ich die Ballverluste nicht anführen, die sprengen bei Franck seit langem den Rahmen.

    2. grullit

      vor 15 jahren circa hat der fcb in so ner situation der lernwilligen aber noch sehr gruenen schweinsteiger durchgeschleppt. in so nem spiel evina auf links aussen…. schlechter die chanzen verdatteld als bernat wuerde er auch nicht. und vielleicht bekaeme der so nen extra schub…und man weiss nie was dann passiert

  7. Kurt

    Thomas Müller Fu0ballgott!

    Ich habs immer gesagt. Der letzte große Fußballstar.

    1. Bernhard

      Wieso der Letzte?

  8. Marco05

    Kommt mir auch in Summe deutlich zu negativ rüber…

    Schweres Sonntag-Abend Spiel bei der bis dato (nach uns) besten Heimmannschaft (erst eine Niederlage) und bis auf die ersten 15 Minuten sehr konzentrierte und konstante Leistung mit wesentlich mehr herausgespielten Chancen als in den Spielen zuvor.

    Der Flügelfokus war viel geringer als mit den etablierten Kräften, was unserem Spiel sichtlich gut tat. Natürlich macht auch ein Thiago wieder etwas den Unterschied, allein mit seinem “Wackler” lässt er fast jeden Gegner aussteigen und bringt das Gewisse Etwas an Unberechenbarkeit mit, welches uns so oft fehlt.

    Vidal habe ich auch nicht so gut gesehen wie Sky-Dittman. Kai Ahnung, was der da gestern gesehen hat…
    Bernat fand ich allerdings erfrischend, der macht zumindest ordentlich Wirbel, auch wenn ihm nicht alles gelang. Sehr schöne Vorarbeit zum 3:0.

    Müller scheint genau rechtzeitig in WM-Form zu kommen. Sein Lauf könnte uns – sofern er anhält – noch entscheidend weiterhelfen.

    Bin mal gespannt, ob wir die relativ langweilige Zeit bis zum 1/4-Finale sauber überstehen, oder ob noch irgendwelche Querelen (Robbery, Lewandowski) lauern, die wir so gar nicht brauchen können.

    1. T.W.

      @ MARCO05
      Bin eher bei der Einschätzung von Forist WOHLFAHRT, was Bernat angeht: Trotz gutem Antrittsvermögen und feiner Technik ergeben seine Aktionen in seiner bisherigen FCB-Jahren meist wenig Ertrag für die Offensive – also weitestgehend verpuffter “Wirbel”. Zu oft legt er uncouragiert den Rückwärtsgang am und wirkt unsouverän im gegerischen Strafraum beim entscheidenden Zuspiel oder eigenen Abschluss. Fast wie ein Ungeübter auf dem Eis, der dann Standsicherheit und Orientierung verliert. Von einem Mittzwanziger spanischer Schule würde ich mir mehr “Cojones” und Zielwasser wünschen, denn die Benchmark für FCB-Ansprüche ist nicht Freiburg, sondern Konkurrenzfähigkeit zu CL-Topteams (statt der verzögerten Vorlage nach Prinzip Hoffnung gestern zum 3:0 hätte er bei so viel Raum und Zeit mit einer entschlossenen Finte gegen Schwolow eigentlich schon selbst einnetzen können).

    2. Jo

      Bernat fand ich nicht so schlecht.
      Er hat zumindest demonstriert, warum er in seiner Jugend lange Flügelstürmer war. Er hat aber auch demonstriert, warum er es nicht mehr ist.
      Ist aber alles im Grunde nicht neu. Leider ist die Situation im Jahr 2018 allerdings so, dass ein Bernat derzeit kein Downgrade gegenüber einem Ribery darstellt.

      1. T.W.

        Ja, Ribéry hat an Antrittschnelligkeit eingebüßt und zieht inzwischen wie Bernat im 1 gegen 1 zu oft den Kürzeren. Darüberhinaus bewegt er sich aber nicht so statisch und damit weniger ausrechenbar als Bernat und verfügt an guten Tagen über ein strategisches Auge sowie Passspiel (Tempowechsel… raumöffnende, z. T. überraschende “one touch”-Seitenverlagerungen aus dem Fußgelenk, zuweilen genialische Vertikal- und Doppelpässe, mehr Mut zu Abschlüssen).
        Bernat wählt (ähnlich wie Alaba) im Zweifel lieber die bequemere Sicherheitsvariante, mit Rück- und Querkurzpässen die Hauptverantwortung seinen Mitspielern zu überlassen.

  9. wipf1953

    Für mich ist es noch nicht ausgemacht, dass Heynckes nicht doch noch taktische Änderungen vornehmen lässt. Ohne James und mit einem Thiago, der erst wieder Spielpraxis aufbauen muss, war das gestern nicht der richtige Zeitpunkt.

    1. Olorin

      Ich find eher, dass ein richtigerer Zeitpunkt als gestern diese Saison nicht mehr kommen wird. Thiago ist find ich kein Argument, an dessen Rolle ist denk ich in egal welchem System nicht zu rütteln. Bis zum nächsten entscheidenden Spiel dauert es noch einige Wochen, in denen sich die Mannschaft einspielen kann. Zudem waren Robbéry angeschlagen, ein Flügelstürmer stand folglich nicht zur Verfügung. Wenn es auch nur das Gedankenexperiment im Trainerstab gäbe, den Flügelfokus aufzubrechen, hätte man das gestern risikolos testen können, ohne dass Robbéry danach schlechte Laune haben, ohne im schlechtesten Fall irgendwo ausgeschieden zu sein und ohne der Mannschaft kurz vor entscheidenden Spielen die Eingespieltheit zu nehmen. Also wenn nicht jetzt, wann dann? Im CL-Viertelfinale?

  10. Olorin

    Zur Diskussion über den Linksaußen: könntet ihr euch vorstellen, das Konzept des inversen Wingers aufzugeben und Robben auf links zu stellen (was meines Wissens seine Hauptposition vor dem Wechsel zu uns war)? Hintergrund: wir sind uns denk ich (fast) alle einig, dass Ribéry von den zur Verfügung stehenden Offensivspielern (Ribéry, Robben, James, Müller, Lewy) inzwischen klar der schwächste ist und auch die geringste Kondition von ihnen hat und Heynckes ist offensichtlich nicht bereit dazu, ein System ohne offensive Flügelspieler zu installieren. Robben hat seinen Standardmove (von rechts außen zum Tor ziehen) quasi aufgegeben, weil ihm dafür inzwischen auf hohem Niveau die Dribbelqualität fehlt, und geht stattdessen häufig außen am gegnerischen AV vorbei zur Grundlinie-dort hat er dann allerdings den Ball auf seinem deutlich schwächeren rechten Fuß. Das war z.B. neulich gegen Wolfsburg bei beiden Vorlagen so (bei der zweiten wurde er netterweise gefoult). Von sieben Scorerpunkten aus dem Spiel heraus hat Robben interessanterweise drei mit seinem eigentlich schwachen rechten Fuß erzielt (Flanken gegen Wolfsburg und Leipzig sowie das Tor gegen Mainz).

    Als richtigfüßiger Linksaußen könnte dieses zur Grundlinie ziehen deutlich effektiver werden-er könnte dann gefährliche Hereingaben mit seinem starken linken Fuß spielen oder auch mal überraschend abziehen. Zudem ist er denk ich körperlich noch gut genug in Schuss, um sich gegen einen einzelnen AV noch regelmäßig durchsetzen zu können, nur halt nicht mehr, um beim nach innen ziehen die komplette gegnerische Defensive nasszumachen. Vielleicht könnte er damit seine Effektivität auf seine alten Tage nochmal ein bissl steigern, auch wenn er natürlich sicher nicht mehr an das Leistungsvermögen von vor fünf Jahren rankommen wird.

    1. Ju

      Meinst du mit “noch gut genug in Schuss, um sich regelmäßig gegen den AV durchzusetzen”, dass Robben auch dann noch Richtung Grundlinie am Gegenspieler vorbeikommt, wenn jener NICHT den Weg nach innen zumacht, wie es auf der rechten Seite stets der Fall ist?

      1. Olorin

        Das müsste man halt mal ausprobieren, theoretisieren kann man da viel. Wahrscheinlich hast du Recht und er würde etwas seltener vorbeikommen. Das würde aber womöglich ausgeglichen werden dadurch, dass er mit links deutlich erfolgsstabiler gute Hereingaben hinbekommt als mit rechts und es deshalb gefährlicher wäre, wenn er mal durchkommt (er muss ja gar nicht sich durchdribbeln, es würde auch reichen, wenn ihn James und Thiago hin und wieder an der Grundlinie freispielen können). Meine Vermutung ist, dass sich das etwa die Waage halten würde und seine Effektivität ca auf dem Niveau der vergangenen Wochen bleiben würde, aber das wird man halt nicht wissen bis man es mal probiert. Der entscheidende Vorteil wäre aus meiner Sicht, Müller, Robben und James in das aktuelle System integrieren zu können. Tut man das nicht, liefert man sich auf Gedeih und Verderb der Hoffnung aus, dass Ribéry in den nächsten Wochen nochmal eine deutliche Leistungssteigerung hinlegt.

      2. Ju

        So negativ, wie du meine Frage verstanden hast, bin ich gar nicht eingestellt. Wollte lediglich wissen, ob wir nicht aneinander vorbei denken. Ich habe zum Beispiel neulich ein Spiel von Real gesehen, wo die Asensio als ziemlich statischen Linksaußen aufgestellt haben – der ja weder besonders schnell, noch durchschlagskräfig im Dribbling ist. Und obwohl das erstmal vollkommen unverständlich wirkte, hat der (ich weiß es nicht mehr genau) wenigstens eine, wenn nicht zwei Vorlagen gegeben. Soll heißen: Funktionieren kann das schon, aber nicht mit dem aktuell praatizierten Flügelfokus, da der Gegner den ohne Dribbelstärke dann einfach zuschiebt.

      3. Olorin

        Habs gar nicht negativ verstanden, alles gut :) Ich denk, dass wir im Kern eine ähnliche Meinung vertreten. Den aktuell praktizierten Flügelfokus werden wir in jedem Fall aufweichen müssen, da keiner der denkbaren Flügelspieler eine hinreichend dominante Rolle übernehmen kann-egal ob nun Müller, Ribéry, Robben links Robben rechts. Da hilft nur eins: beten für die Gesundheit und Form von Thiago und James ;)

  11. Lukas

    Also der Müller… Man muss da schon sagen, dass Bayern einen Weltklasse-Neuzugang hat. Der spielt ja wieder wie zwischen 2010-2014. Alleine wegen unserer IV und Müller/Lewi kann Bayern eigentlich jeden Gegner schlagen. Auch ohne Coman denke ich

  12. Rainer

    Sehe ich genauso. Allerdings haben wir auch noch James, Vidal, Martínez, Robben und Thiago. (Alaba, Kimmich etc.) ich sehe die erste Elf immer noch absolut wettbewerbsfähig. Natürlich spielen einige Mannschaften schöner.(und ich bin darauf echt neidisch). Trotzdem sind wir m.M.n. In Topverfassung sehr schwer zu spielen.(oder einfach nur unbequem). Als definitiv stärker würde ich ausschließlich Man City sehen. Unsere Standards(James,Lewandowski)und Unberechenbarkeit (Müller) sind mittlerweile eine echte Waffe.

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