COLOGNE, GERMANY - MARCH 19: Matthias Sammer, Sporting director of FC Bayern Munich looks on during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Bayern Muenchen held at RheinEnergieStadion on March 19, 2016 in Cologne, Germany.

Sammer-Abschied: Mehr als Mahner

Matthias Sammer ist nicht mehr Sportvorstand des FC Bayern. Was bedeutet sein Abschied und wie ist Sammers Zeit in München zu bewerten? Wir ordnen ein.

Es war schon eine ziemliche Überraschung, die da am Sonntag-Nachmittag allmählich durchsickerte. Der Sportvorstand des FC Bayern München verlässt den Verein. Es war zuletzt still geworden um Matthias Sammer. Eine Durchblutungsstörung im Gehirn zwang ihn im April zu einer Pause. Der Wunsch nach voller Konzentration auf die Gesundung wurde sowohl von Medien als auch vom Verein geachtet. Sammer trat nur noch einmal öffentlich in Erscheinung. Bei der Meisterfeier im Postpalast. Gesund sei er inzwischen wieder. Verändert hat sich aber offensichtlich doch einiges in den vergangenen Monaten. In ihm und im Verein. Sammer will den 24/7-Job Profifußball im Moment nicht mehr.

Mit ihm geht eines der markantesten Gesichter der erfolgreichsten Bayern-Ära der Neuzeit. Vier Meisterschaften, ein Champions League-Titel, drei Pokalsiege, ein europäischer Supercup und vor allem die Etablierung in der absoluten europäischen Spitze. Das ist die nüchterne Bilanz des Sportvorstands Matthias Sammer.

Großer Anteil an der Triple-Saison

Als Sammer im Jahr 2012 das Amt des Sportvorstands übernahm, das extra für ihn geschaffen wurde, herrschte Depression in München. Es war nicht nur das auf so absurde Art und Weise verlorene ‘Finale Dahoam’. Dortmund hatte den Rekordmeister nach gewonnener Meisterschaft auch im Pokalfinale gedemütigt. Marco Reus entschied sich bereits im Winter zuvor öffentlichkeitswirksam gegen den FC Bayern und für Borussia Dortmund. Von einer Machtablösung war die Rede. Hinzu kam eine eher schwache EM und zahlreiche Verletzungssorgen in der Vorbereitung. Beim Start des Trainingslagers im Trentino hätte die Stimmung rund um den Verein kaum schlechter sein können. Matthias Sammer nutzte seinen ersten echten Auftritt auf einer Pressekonferenz, um den Ton der Debatte zu ändern. Für Selbstmitleid sei kein Platz, für Einzelschicksale schon gar nicht. Wer das nicht verstehe, könne den Verein gleich wieder verlassen, verkündete der ehemalige DFB-Sportdirektor mit einer Mischung aus Galligkeit und demonstrativer Gelassenheit. Gleichzeitig schmiss er sich mit Verve vor den zuvor in und außerhalb des Vereins stark kritisierten Arjen Robben. Sein Ehrgeiz, seine Intensität sei unglaublich. Auch die Spekulationen um einen möglichen Abschied Robbens endeten an diesem Tag.

Sammer hatte in den ersten Tagen den Ton gesetzt, der von da an, den kompletten Verein umgab. Fokus, Konzentration, Seriösität, Erfolgshunger. Es war auch Sammer zu verdanken, dass die schweren Niederlagen aus der Saison 2011/2012 keine Belastung, sondern am Ende die Grundlage für das Triple im Jahr 2013 wurden.

Vielleicht ist es ohnehin diese Rolle als Kommunikator, die die stärkste Wirkung in seiner vierjährigen Amtszeit entfaltete. Sammer wurde durch seine mediale Präsenz zu einem Gesicht des Vereins. Er moderierte kleine Hakeleien mit Jupp Heynckes, er navigierte die Mannschaft durch die schwierige Situation um Uli Hoeneß und er wurde in der Zeit des Medienvermeiders Guardiola zum Abfangjäger und Narrateur der sportlichen Führung. Er war hier mehr als nur der Mahner, zu dem er in der öffentlichen Wahrnehmung gemacht wurde.

Sein operativer Einfluss innerhalb des Vereins ist bis heute schwer zu bewerten. Zusammen mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Karsten Schumann, den er vom DFB mitnahm, sollte Sammer die Jugendarbeit optimieren und generell die Strukturen verbessern. Personell gab es eine enorme Fluktuation im Nachwuchsbereich. Scholl, ten Hag, Herrlich – es gab viele Namen, die auch mit Sammer in Verbindung gebracht wurden – richtig lange blieb keiner. Manch einer unkte, dass es erst mit der Rückkehr von Uli Hoeneß in eine Art Sonderbeauftragten-Rolle im Nachwuchsbereich so richtig voranging. Ganz fair ist das sicher nicht. Zumal die Vorbereitungen auf den neuen Jugendcampus nicht erst mit Hoeneß Fahrt aufnahmen.

Mit Reschke kam Struktur

Transfers sind nur wenige direkt mit seinem Namen verknüpft. Rode, Kirchhoff und wohl auch Kurt sind solche. Erst mit der Ankunft des technischen Direktors und Kaderplaners Michael Reschke im Jahr 2014, der nicht nur beim Scouting, sondern auch bei der Transfer-Abwicklung auf ein enormes europäisches Netzwerk zurückgreifen kann, kam Struktur und vor allem noch mehr Qualität nach München. Sammer wurde dadurch nicht überflüssig. Er war Teil eines informellen vierköpfigen Transfergremiums mit Reschke, Rummenigge und Jan-Christian Dreesen, das in der jüngeren Vergangenheit unter Hinzuziehung von Pep Guardiola Entscheidungen traf. Das ist im übrigen nicht unüblich. Ein Sportvorstand muss kein Chefscout oder Verhandler sein wie Max Eberl oder Christian Heidel. Er muss im Zweifel den richtigen Leuten vertrauen und die Entscheidungen dann nach Außen vertreten können. Rudi Völler ist so ein Beispiel.

So überrascht es auch nicht, dass der Verein Sammers Position zunächst nicht neu besetzen will. Operativ sind die Abläufe eingespielt. Das hat sich in den vergangenen Monaten ohne Sammer gezeigt. Fraglich bleibt vor allem wer dessen Aufgabe als Kommunikator und öffentliches Gesicht der sportlichen Führung einnehmen wird. Wer nimmt Ancelotti aus der Schusslinie, so wie es Sammer bei Guardiola gemacht hat? Wer kann sportliche Misserfolge öffentlich einordnen? Wer kann von Außen Reize setzen? Wer kann im Vorstand als Korrektiv zu Karl-Heinz Rummenigge wirken? Wer ist Ansprechpartner für die Spieler, wenn ein Problem mal ohne Trainer gelöst werden soll? Vielleicht lautet die Antwort auf diese Fragen wie schon so häufig Uli Hoeneß, der vor einer Rückkehr steht.

Gut möglich, dass der verbliebene Vorstand jetzt in der Tat in Ruhe nach einem Nachfolger für den Posten des Sportvorstand sucht, der extra für Sammer geschaffen wurde. Max Eberl kommt einem da in den Sinn. Hansi Flick. Stefan Reuter. Oder in zwei Jahren Philipp Lahm. Michael Reschke wäre fachlich ohne Frage für das Amt geeignet, anstreben wird er es eher nicht. Reschke ist ein brillanter Netzwerker und Fußballverrückter mit genialem Blick für Potenzial. Die Rolle des öffentlichen Repräsentanten, die mit einem Vorstandsposten automatisch einhergeht, ist nicht seine. Offizielle Anlässe oder Sponsorentouren wie die anstehende in die USA meidet er bewusst. Es ist nicht seine Welt und seine Gestaltungsmöglichkeiten sind auch ohne Vorstandsamt nicht wirklich geringer. De facto ist er jetzt ohnehin so etwas wie der Sportdirektor des FC Bayern.

Nach dem Abschied von Sammer geht die Suche nach einer starken Persönlichkeit, die den Verein in die Zeit nach Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß führen kann, weiter. Mit ihm geht dem Verein fraglos sportliches Know-How verloren. Vor allem aber wird der Typ Sammer fehlen. Er hat dem Verein gut getan oder um es mit seinen Worten zu sagen: Er hat für Konstellationen gesorgt, in denen die Mannschaft nachhaltig erfolgreich sein konnte. Und das war letztlich auch seine wichtigste Aufgabe.

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Leserkommentare
  1. victorolosaurus

    Danke für die angemessene Würdigung. Etwas, das man auf jeden Fall im Auge behalten sollte: Nach Guardiola geht nun die zweite Führungsfigur im Wesentlichen vorzeitig und ermüdet.

    Die größte Lücke wird Sammer für mich im Hinblick auf die Einstellung zu dem Ganzen haben, er stand für mich für professionellen Sport, beim Rest vom Vorstand + Hoeneß seh ich das nicht so.

  2. Ute Zimmermann

    Oh nein . Matthias Sammer hat mir immer sehr gefallen in seiner direkten Art und Intelligenz. Eine grosse Lücke. Habe mich gefreut auf den Sommer mit Ancelotti , Sammer und Hoeneß !!

  3. Mehmet68

    Ein integrer, hochkompetenter Mann geht – allerdings auch einer, der im Duett mit KHR durch seine aggressiv-arroganten Töne die Außendarstellung des FCB m. E. deutlich verschlechtert hat. Und jetzt ducke ich mich. ;-)

    1. GestrandedinBerlin

      Wirklich?
      Ich fand Sammer offenbarte immer etwas Demut, so arrogant fand ich ihn nie. Als Bayern Fan werde ich Hoeneß für das was er aufgebaut hat immer dankbar sein aber irgendwie fand ich die Tonart der letzten Jahre deutlich angenehmer. Was Sammer wirklich geleistet hat können wohl wenige einschätzen, aber schade dass er geht finde ich es auf jeden Fall.

  4. Jürgen

    Sorry, aber Sammer ist ein notorischer Nörgler und Besserwisser ohne Anstand. Bayern München wäre nicht um einen Titel ärmer wenn er nicht dort gewesen wäre.

    1. Das ist die gedankenlose Übernahme eines Argumentes der Bayernhasser. Matthias Sammer hat die Dinge offen angesprochen und selbstbewußt angesprochen. Matthias Sammer hat immer den Führungsanspruch des FC Bayern München betont. Damit eckt man natürlich in Dortmund, Mainz, Bremen und Schalke an.
      Und dann kommen natürlich die “Heckenschützen” Thomas Eichin, Christian Heidel und Aki Watzke und flicken dem Bayern-Sportdirektor am Zeuge und eröffnen Nebenkriegsschauplätze.
      Matthias Sammer hatte nicht den Anspruch, in Dortmund, Mainz und Schalke beliebt zu sein. Sammer hatte den Anspruch erfolgreich zu sein. Sammer setzte den sportlichen Erfolg über alles.

      Sammer ist ein notorischer Nörgler und Besserwisser ohne Anstand.

      Wer so etwas schreibt, hat menschlich und fußballerisch wenig Einblick. Sammer wußte immer, wovon er sprach und er hatte nun einmal Abitur und eine sehr gute Schulausbildung in der DDR und einen Vater, der ihn stets zu Höchstleistungen getrieben hat bei der SG Dynamo Dresden.
      Übrigens: Ein “Besserwisser” kann Matthias Sammer schon deshalb nicht sein, weil er als Trainer mit Borussia Dortmund die Meisterschaft holte.

      Wenn Dir Sammers angeblich übertriebener Ehrgeiz nicht gefällt, dann sage das. Und schreibe bitte nicht solch eine Denunziation.
      Danke,
      Thomas.

  5. Heinz-Peter Wolff

    Erstmals alles Gute in Richtung Sammer, war eine enorme Bereicherung in den vergangenen, auch dank ihm erfolgreichen letzten 4 Jahren. Schwacher Trost, aber die Persönlichkeit und das Auftreten Ancelottis werden zumindest etwas von der Außenwirkung auffangen.

  6. Jan-Eric

    Bedauerliche Entwicklung. Schade um den guten Mann. Wichtig wird jetzt sein nicht in alte Muster vor Sammer zu verfallen.

  7. Marco05

    Sehr gute Einordnung, vielen Dank!

    Schade. Sein Einfluss gerade nach 2012 war mE gewaltig. Fraglich natürlich, ob sich seine Rolle als Motivator auch irgendwann “totläuft”. Er wird auf jeden Fall fehlen und die Verantwortlichen tun gut daran, auf dieser Position nichts zu überstürzen und bitte auch keinen Novizen wie Nerlinger dort einzustellen.

    Zusammen mit dem Abgang von Hörwick und der Ankunft des neuen Trainerteams gibt es aktuell viel zu sortieren. Über allem schwebt noch die Frage: Was macht Hoeneß. Er wollte sich in diesem Zeitraum ja bzgl. seiner Zukunft festlegen. Es bleibt jedenfalls spannend.

    Alles Gute Matthias!

  8. wipf1953

    Oh nein, das ist ein ganz herber Verlust!

    Ihr habt das gut dargestellt. Sammer hatte ursprünglich drei Aufgaben. Davon sind die internationalen Transfers jetzt bei Reschke, und die Jugendarbeit dümpelt immer noch ein wenig im Nirvana (das neue Nachwuchszentrum sehe ich als “Bauvorhaben”, mit Nirvana meine ich die Förderung von Nachwuchsspielern). Sammer wird mit seiner Arbeit in diesen beiden Bereichen selbst nicht so zufrieden gewesen sein. Aber für die Außendarstellung, und damit auch für den Zusammenhalt im gesamten Club, gab und gibt es keinen besseren. Was er damals bei seinem Amtsantritt über Robben gesagt hat – stellt euch einfach mal vor was an seiner Stelle z.B. ein Christian Nerlinger zuwege gebracht hätte. Jetzt ist Sammer erst mal weg, und diese Bereiche liegen brach. Ob und wie ein Uli Hoeness das Vakuum füllen kann weiß keiner. Wir wissen ja noch nicht einmal, ob er sich nicht auch durch seine Haft verändert hat.

    Da wird auf unseren Verein einiges zukommen. Es würde schon reichen, wenn von EM und drei Jahren Pep geschlauchte Stars nach fünf Spieltagen drei Punkte hinter RB Leipzig stehen – ein nicht unwahrscheinliches Szenario.

    Man sollte den Menschen Matthias Sammer jetzt erst mal in Ruhe lassen. So eine Krankengeschichte ändert vieles. Wenn er aber irgendwann zurückkommen sollte, würde mich das sehr freuen.

    Machs gut, Matthias, 2013 wird auf immer mit Dir verbunden sein.

    1. Oh nein, das ist ein ganz herber Verlust!

      Genauso habe ich das auch empfunden, als ich es Sonntagabend in der Bayern-App las. Ich war geschockt und versuchte, zwischen den Zeilen zu lesen. Möglicherweise bestünde ja die Gefahr, daß ein Aneurysma auftreten könnte, wenn sich Sammer zu sehr aufregt?!?
      Man weiß es nicht und es geht mich auch nichts an. — Mir bleibt, mich vor der Lebensleistung von Matthias Sammer zu verneigen. Danke, Matthias, für Alles und viel Glück als Privatmann!

  9. Jo

    Kommt letztlich doch überraschend. Eigentlich hatte ich ihn zum Trainingsauftakt jetzt wieder auf der Bühne erwartet.
    Aber da kann man nur Verständnis haben. Wenn man den Euphemismus “Durchblutungsstörung im Gehirn” mal mit Schlaganfall übersetzt kann man verstehen, dass man danach die Dinge ggf. anders sieht.

    Ob das für den Verein schlecht ist wird sich zeigen. Gut ist es mal auf keinen Fall. Sammer steht für die erfolgreichsten vier Jahre der Vereinsgeschichte, wie hoch auch immer sein individueller Anteil daran gewesen sein mag.
    Dass jetzt nach dem Trainer das zweite Gesicht dieser Ära den Verein verlässt mag mir nicht gefallen. Der Zeitpunkt ist zumindest zusammen mit dem Trainerwechsel ungünstig. Nicht umsonst hat Pep immer wieder betont, wie hilfreich es gerade in der Anfangszeit war sich auf Sammer stützen zu können. Diese Hilfe wird nun bei Ancelotti wegbrechen. Zumindest kann ich mir bei dem derzeitigen Personal nicht vorstellen wer in die Bresche springen könnte.

    Klar ist, dass man einen solchen Posten auch mal einige Zeit unbesetzt lassen kann. Die Maschine im Hintergrund läuft ja weiter. Längerfristig könnte sich das allerdings als problematisch erweisen, falls man kein Gesicht und vor allem keinen Verantwortlichen für die Position des sportlichen Leiters (wie immer man die dann auch nennt) aufbieten kann. Und das gerade bei einem “Lange-Leine-Trainer” wie Ancelotti.

    Das angekündigte Interregnum weist schon darauf hin, wie schwer sich gerade ein Verein wie der FCB hier mit einer Nachbesetzung tun wird. Auf dieser Position bei Bayern brauchst du ein absolutes Schwergewicht, sowohl fachlich als auch von der Reputation her. Da gibt es erstens wenige und wenn sind sie meist in Amt und Würden, wie die aufgezeigten Alternativen im Artikel zeigen. Von denen würde ich übrigens Eberl bevorzugen, der bisher einen ausgezeichneten Eindruck auf mich macht. Aber wenn du so jemanden willst kannst du es höchstens langfristig für die nächste Saison vorbereiten.

    Wer für mich ebenfalls in Frage kommen könnte ist Oliver Kahn. Bei dem würden Reputation, Stallgeruch und vmtl. die Verfügbarkeit passen. Auch ist er und das ist zumindest bemerkenswert, so ziemlich der einzige der ehemaligen Bayerngrößen der letzten Jahre (wie z.B. Matthäus, Effenberg, Scholl), der sich nach seiner Karriere nicht annähernd unmöglich gemacht hat, sondern im Gegenteil noch an Profil gewonnen hat (zumindest meiner Meinung nach).

    1. wipf1953

      Olli Kahn wäre eine sehr gute Wahl. Oder Marc van Bommel, der das aber in 10 Jahren immer noch machen kann. Jedenfalls darf Bayern die “Stelle” nicht unbesetzt lassen.

    2. Marco05

      Würde ich beide unterschreiben. Kahn allerdings auch erst jetzt, die ersten Jahre nach dem Karriereende waren nicht so prickelnd. Von van Bommel bin ich ein absoluter Fan. Was für ein Leader. Sollte bitte unbedingt nochmal kommen. Philipp Lahm kann man für den Posten wohl ausschließen. Er hat ja angekündigt im Anschluß nicht im Tagesgeschäft tätig sein zu wollen. Bei Eberl wäre ich insofern vorsichtig, weil der in Gladbach komplett andere Anforderungen hat (Prio Scouting etc.)

      Wir brauchen definitiv einen Medienprofi, der möglichst über genug Reputation im Business verfügt. Ich könnte jetzt mal Marcel Reif ins Spiel bringen aber ich tue es lieber nicht ;)

      1. Lars

        Aus dem Inteview http://www.goal.com/de/news/3643/exklusiv/2015/03/04/9457972/philipp-lahm-karriereende-verschieben-das-ist-gut-m%C3%B6glich

        – Eine Frage, die damals noch weit entfernt war, könnte nach dem Ende Ihrer aktiven Karriere häufig gestellt werden: Wann werden Sie Präsident oder Vorstandsvorsitzender des FC Bayern?

        Lahm: Tja, ich weiß nicht, ob ich das überhaupt mal werde (lacht). Zunächst läuft mein Vertrag noch bis 2018, so lange will ich noch erfolgreich Fußball spielen. Danach wird man sehen. Dass ich nicht abgeneigt bin, nach meiner Karriere hier beim FC Bayern zu bleiben, ist ja ganz klar. Was ich mir im Moment aber überhaupt nicht vorstellen kann, ist ein Trainerjob, weiter tagtäglich auf dem Platz zu stehen, noch viel mehr Arbeit zu investieren als jetzt als Spieler. Wenn ich mir unseren Trainer anschaue, der Perfektionist ist, der Tag und Nacht an Fußball, an die Mannschaft und an den nächsten Gegner denkt. Das will ich mir ersparen (lacht).

    3. Mal wieder extrem guter Kommentar zu einem ebenfalls sehr guten Artikel.
      Äußerst schade, aber wahrscheinlich gesundheitlich notwendig.

      Zur Einordnung seiner Arbeit und möglichen Nachfolgern habt ihr alles gesagt, eins möchte ich noch ergänzen:
      Bei der Nationalelf gibt es regelmäßig die gleiche Diskussion wenn es um Bierhoffs Job/Stellenwert gibt. Und genauso regelmäßig wird sein “Nutzen” hinterfragt, kritisiert oder polemisch ins Lächerliche gezogen. Aber Fakt ist, beide stehen für absolute Erfolgsphase der jeweiligen Mannschaft.

  10. Osrig

    Zunächst mal: Wieder ein Bericht von MSR, der mir “aus der Seele” spricht! Ich meine auch, die Arbeit von Mathias Sammer kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden und ist ganz sicher ein wesentlicher Baustein der herausragenden Erfolge in den letzten vier Jahren. Einschätzungen der Medien – und so mancher Beiträge in den Foren – wonach es auch ohne das Wirken von Sammer bei unserem FCB diese Erfolge gegeben hätte, sind meines Erachtens von Unverständnis und Neid getragen, entsprechen aber ganz sicher nicht der Wirklichkeit seiner Arbeit als Vorstand Sport. Übrigens finde ich in diesem Zusammenhang den Vergleich mit Rudi Völler in Leverkusen gut, dem man, obwohl kein Talentsichter oder Verhandler ersten Ranges, ja nun wirklich nicht schlechte Arbeit nachsagen kann! Und ich halte Matthias Sammer in seiner Art noch für effektiver, für besser, als es Völler bislang ist, wobei diese Einschätzung sicher auch subjektiv ist.

    Die Entscheidung, bei wiederhergestellter Gesundheit auf die fordernde Tätigkeit als Vorstand Sport bei Bayern zu verzichten, wird sicher von der Vorstellung getragen sein, dass es an der Zeit für ihn ist, die angenehmen Dinge des Lebens stärker in den Vordergrund zu stellen, was nach so einem einschneidenden Erlebnis wie das eines Schlaganfalles nur allzu verständlich ist. Die Vorstellung, an anderer Stelle anzuheuern hat er wahrscheinlich nicht, lediglich die Aufgabe des Bundestrainers könnte ihn wohl wieder ins Fußballgeschäft zurückbringen. Diesbezügliche Absprachen wird es aber sicher nicht gegeben haben, das wäre sonst anders kommuniziert worden. Wobei ich persönlich ohnehin überzeugt bin, das Jogi weitermachen wird.

    Wer wird nun die Nachfolge Sammers antreten?
    Die schlechteste Lösung wäre es meiner Meinung nach, gänzlich auf die Position des Vorstand Sports zu verzichten! Grund hierfür ist die absolute Notwendigkeit, einen im Profifussball erfahrenen Mann im Verein zu haben, der als Fixpunkt zwischen den verschiedenen Bereichen Präsidium/Vorstand, Trainer, Mannschaft, Medizinische Abteilung, Medien und sicher auch Nachwuchsarbeit steht und vermitteln kann und dessen “zweite Meinung” gerade im Konfliktfalle sehr hilfreich sein dürfte. Gerade in dieser Position ist es unerlässlich, eben nicht im Tagesgeschäfts des jeweiligen Bereichs mit zu arbeiten, sondern sich etwas Distanz zu wahren, ohne sich allerdings zu schade dafür zu sein, “jeden Stein umzudrehen” und genau zu beobachten und wahrzunehmen. Das gilt auch und gerade für Stimmungen innerhalb des Vereins!

    Phillip Lahm wäre hinsichtlich Erfahrung und Fähigkeiten wohl durchaus geeignet, ob er auch in der Lage ist, laut zu werden, den Medien Paroli zu bieten, sich unmissverständlich auszudrücken und Position zu beziehen, um der Sache des FCB am besten zu dienen, ist für mich schwer einzuschätzen. Da halte ich Oliver Kahn in der Hinsicht für besser geeignet, da durchaus auch mittlerweile diplomatischer geworden, aber noch immer in der Lage, verbal “Attacke zu reiten”, wenn es sein muss. Hoeness kann das sicher auch alles, ich halte es aber für sehr wichtig, dass als Sportvorstand jemand eingesetzt wird, der seine Erfahrungen im modernen Fussball der letzten Jahre gesammelt hat. Uli, bei allem Respekt, ist da doch schon etwas “angegraut”. Hinzu kommt, das er als Präsident bedeutsamer sein dürfte, und nicht mehr diesen großen Aufwand im Alltagsgeschäft betreiben sollte.
    Die Idee, Marcel Reif zu holen? Donnerwetter, das nenne ich mal Querdenken! Prima!^^ Der Mann ist sprachlich recht stilsicher, gedanklich rege und sich nicht zu schade, unangenehme Dinge anzusprechen. Zwar fehlt ihm der Stallgeruch, aber das ihm der FC Bayern unsympathisch ist, würde ich nun auch nicht sagen. Im Gegenteil! Leider halte ich ihn, mittlerweile ja in Rente, für zu alt.
    Leute wie Reuter, Eberl oder Heldt sind sicherlich erfahren, aber keiner, dem ich jetzt akribische Arbeit und vor allem Lautstärke zugestehen würde.
    Alles in allem wäre mir die Lösung mit Kahn am erfolgversprechendsten, oder, wenn ich unsere älteren Spieler anschaue, Arjen Robben! Er ist genauso erfolgsbesessen wie Sammer, hat ganz sicher seine Erfahrungen sammeln können, ist aber keiner, der durch die Neigung, sich in der Öffentlichkeit zu produzieren oder durch Gier unangenehm aufgefallen ist.
    Ihn könnte man von Vereinsseite langsam aufbauen: Präsident P. Lahm und Vorstand Sport A. Robben, das wäre gewiss nicht die schlechteste Variante^^

  11. Christoph

    Sehr bedauerlich. Ich befürchte, dass Sammer hier an seiner grössten Stärke “gescheitert” ist: Weniger als 100% kann er nicht. Ich glaube, dass genau dies den Bayern abgehen könnte. Sind wir mal gespannt.

  12. F. Schmidt

    Dass der FCB ohne Sammer in den letzten Jahren genauso erfolgreich gewesen wäre, dass war die größte Fehleinschätzung von Trainer Klopp in seiner BVB-Zeit.
    Sammer hat dem FCB das Sieger-Gen wieder eingeimpft.
    Wo stand der FCB denn, als Sammer kam? Hinter dem BVB, der gerade das Double gewonnen hatte! Und da war Heynckes schon FCB-Trainer!

    Erst Sammer hat der Mannschaft wieder das absolute Gewinnen-Wollen mit auf den Weg gegeben. Auch indem er eben nicht zufrieden war, wenn man zwar alle Spiele gewann, dabei aber nicht gut gespielt hatte. Der Triple-Gewinn, der von den meisten Menschen vor allem Heynckes zugeschrieben wird, der wäre ohne Sammer niemals möglich gewesen. So gut war Heynckes ohne Sammer einfach nicht.

    Es hat schon einen Grund, dass seit dem Amtsantritt von Sammer erstmals überhaupt in der Geschichte der Bundesliga der FCB 4 Mal in Folge Meister wurde.

  13. Rye B

    @Steffen: Schöne Schreibe, guter Rückblick

    Zum Thema: Gefällt mir überhaupt nicht, die letzten beiden “erzwungenen” Personalwechsel. Mit Pep und Matthias verlassen 2 absolut prägende Figuren & Architekten der jüngeren Geschichte unseren Verein. 4 Jahre pure Weiterentwicklung und Erfolg und jetzt sind beide gezwungenermaßen weg: GEFÄLLT MIR ÜBERHAUPT NICHT!
    Der Verein entwickelte sich zu einem seriöse & professionell geführten Unternehmen, wie es in der heutigen Zeit bei fast 600 Mio. Umsatz auch sein sollte. Mit allen Vor- und Nachteilen spielte man den Vorsprung auf verschiedensten Ebenen aus!!

    Jung, Dreesen und jüngst auch Wacker bauten das von Uli errichtete Finanz-Fundament zum “600 Mio.-Umsatz-inklus.-eigener-Arena” Bollwerk aus. Rummenigge, Pep und Matthias und jüngst Reschke formten die sportliche Seite zu dem was Sie in den letzten 4 Jahren wurde ( vorher mMn hemdsärmelig geführt – überspitzt formuliert).
    Jetzt sind die beiden ehrgeizigsten, innovativen “Freaks” weg.
    “”
    Sammer hatte in den ersten Tagen den Ton gesetzt, der von da an, den kompletten Verein umgab. Fokus, Konzentration, Seriösität, Erfolgshunger.
    “”
    Ganz wichtige Aspekte die es vorher im sportlichen Bereich (viel) zu wenig ausgeprägt waren. KHR (und wahrscheinlich Hoeneß) müssen hier dranbleiben, dass sich das weiterentwickelt/auf höchsten Niveau bleibt. Reschke hat das Scouting im Griff und pusht uns im Kadermanagement schon Richtung Weltspitze. KHR hat es ja in der Pressekonferenz gesagt, dass Reschke nicht aufrückt.
    Ganz klar ist aber für mich, dass wir wieder einen absoluten Experten im Vorstand brauchen… KHR kann nicht alles machen! Man braucht dringend nicht nur ein sportliches Schwergewicht im Vorstand, sondern auch ein zweites paar Schultern auf welches sich die sportliche Gesamtverantwortung stützt in den nächsten Jahren. Die Übergabe von KHR an Lahm in den 2020er Jahren wird schon nicht Ohne.
    Das Tagesgeschäft mag ein paar Monate ohne Ansprechpartner auskommen, aber auf Dauer können sich nicht alle Chefs/ALs wie (Broich, Schlumberger, Reschke, Trainer, Spieler) wegen jeder Kleinigkeit an den CEO wenden. Und sind wir uns mal ehrlich, Uli kann auch nicht die zukunftsträchtige Lösung sein… vielleicht übergangsweise (er hatte die Übergabe der Verantwortung an eine jüngere Generation ja selbst forciert)

    Sammer war ein absoluter Experte in der sportlichen Gesamtverantwortung. Seine Vita hergenommen: als Spieler weltklasse, alle Trainerlizenzen inkl. Fußballlehrer/selbst erfolgreich Trainer gewesen, 6 Jahre Sportdirektor beim DFB, Ehrgeiz/klare Kante & Ansagen nach Extern (Charakter), Führungserfahrung bei Profibereich/Bundesligisten, … welcher von den genannten Kandidaten bringt so ein Profil mit sich??
    Dazu kommt noch, dass er möglichst irgendwann mal Bayern in der Vita stehen gehabt haben sollte… Nach Dreesen & Wacker noch komplett externer im Vorstand wäre möglicherweise schwer zu vermitteln/für die Identifikation. Wobei ich festhalten möchte, dass ich das für das schächste Argument halte im Vgl zu den obigen Profileigenschaften eines neuen Sportvorstandes.

    Wer bleibt denn da noch übrig:
    -> weltklasse als Spieler: Kahn, Scholl, Lahm,
    -> Trainerlizenzen/Fußballlehrer/Erfahrung als Trainer: gestehen wir hier mal Scholl zu
    -> Sportdirektor beim DFB/Bundesligisten -> hohes Niveau: Hansi Flick, Stefan Reuter, Max Eberl
    -> Ehrgeiz/klare Kante nach Extern/Charakter: Kahn, Eberl und Reuter etwas mehr,
    Scholl, Flick vielleicht etwas weniger
    -> Führungserfahrung im Profibereich/Bundesligisten: Reuter, Eberl
    -> “Stallgeruch”: Reuter, Eberl, Kahn, Scholl, Flick
    -> mittelfristige Verfügbarkeit (max 1. Saison Wartezeit trotz hoher Ablöse): Kahn, Scholl,
    Eberl, Reuter (nicht Lahm brauchen wir min. noch 2 Jahre als Spieler -> Assistent des CEO -> CEO)

    Ganz ehrlich am nächsten am Profil für sind für mich:
    -> Eberl (mehr + höhere Erfahrung als Reuter, Führungserfahrung, absoluter
    Fachmann im Geschäft, “einer von uns”) und
    -> Flick (sportlicher Fachmann, mehr als alle genannten, vielleicht zu
    wenig “Kante” im Haifischbecken FCB)

    Bitte BITTE lieber Aufsichtsrat/KHR/ULI keine Experimente (mehr) auf dieser Position (Nerlinger) sondern jemand mit viel Erfahrung!! Reschke und KHR sind beide um die 60, ewig werden die uns nicht erhalten bleiben.
    Uli, nimm das Telefon in die Hand und ruf doch mal den MAX an ob er sich vorstellen könnte.

    #realisitischSchwarzmalen #vielzulangerText

    1. MehmetS

      Deine emotionalen Argumente gefallen mir, aber Keiner von uns allen weiß doch genau, was Sammer abseits der Interviewzonen tatsächlich den lieben langen Tag gemacht hat – oder?

      Und Eberl – ich hoffe, dass das als Scherz gedacht war. Kahn könnte ich mir vorstellen, wobei sich für mich erst die Frage stellt, was genau der Vorstand Sport denn nun “leiten” darf und soll – Stichwort Reschke, Stichwort Rückkehr UH.

      Insgesamt scheint extrem viel Unruhe im Verein zu herrschen – Hörwick nicht zu vergessen. Ich kann mir vorstellen, dass das die nächste Saison zu Beginn überstrahlen wird – nicht gut.

      1. Marco05

        Nein wissen wir nicht und Sammer oder andere konnten es ja auch nicht erklären. Das mit dem Jugendbereich war vermutlich auch eine Nebelkerze. Wäre mir letzten Endes auch egal, wenn das gewünschte Ergebnis bei rum kommt und das kann man mit dem Triple ja durchaus so darstellen.

        Aber egal was da operativ anfällt. Du brauchst jemand, der sich in den Wind stellt. Der da ist, wenn es Fragen gibt und der auch mal die Keule schwingt und somit Druck, Last, Aufmerksamkeit, was auch immer, von der Mannschaft – und im Fall von Pep – auch vom Trainer weg nimmt. Möglicherweise braucht man das bei Ancelotti nicht mehr in dem Ausmaß.

        Aber es war ja ein Teil der Aussage von Sammer, 24/7 (den Medien) zur Verfügung zu stehen. Das wird meines Erachtens auch ein Großteil der Aufgabe gewesen sein und dafür war er der beste Mann zur besten Zeit.

    2. Rye B

      @ Mehmets
      Warum sollte das ein Scherz sein??
      Eberl hat meiner Meinung nach von allen zu Verfügung stehenden Alternativen die beste Vita um bei uns als Sportvorstand einzusteigen.
      (mal unabhängig von seinem Vetragsverhältnis mit Gladbach)

      http://www.transfermarkt.de/bericht-eberl-kandidat-als-sammer-nachfolger-bei-bayern/view/news/242512

      Offensichtlich wird er auch schon als Kandidat genannt!
      Daumen hoch!!

      Hoeneß steigt als Präsident wieder ein…inwiefern bettifft das die (inhaltlichen) Aufgaben des Sportvorstandes??

      Und mal noch ne Frage in den Raum gestellt: Warum halten alle Kahn als geeignet??

  14. Tanja

    Richtig schade und herber Verlust! Ich mochte seine direkte und ehrliche Art sehr gerne.

    Wünsche ihm natürlich alles Gute!!

    Der richtige Nachfolger wäre Kahn!!

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