Saisonstart der U17 des FC Bayern

Am Ende reichte es ganz knapp nicht. Mit einer 2:3 Niederlage am letzten Spieltag beim direkten Konkurrenten VfB Stuttgart verpasste die B-Jugend des FC Bayern Anfang Juni als Tabellenzweiter den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Auch in der neuen Saison will das Team von Trainer Tim Walter wieder ganz vorne mitspielen.

Normalerweise sieht man im Jugendbereich unterhalb der U19 selten einen Spieler zwei Jahre in Folge in der selben Mannschaft. Für gewöhnlich rückt der komplette Jahrgang nach oben. Bei der diesjährigen U17 des FC Bayern ist das jedoch anders. In der vergangenen Spielzeit holte das Trainerteam um Tim Walter und Tobi Schweinsteiger bereits die talentiertesten Spieler der U16 zu sich. Torhüter Christian Früchtl, die Innenverteidiger Alex Nitzl und Lars Lukas Mai, Mittelfeldspieler Tobi Heiland sowie Offensivkraft Franck Evina waren Leistungsträger in der Mannschaft, die die Staffelmeisterschaft der Bundesliga Süd knapp verpasste. Alle fünf stehen auch in dieser Saison der U17 zur Verfügung und sollen mit ihrer gesammelten Erfahrung die Mannschaft anführen. Dazu kommen zahlreiche Spieler aus der letztjährigen U16, darunter auch Spieler wie Marcel Zylla oder Aleksandar Kovacevic, die ebenfalls bereits vereinzelte Einsätze in der U17 nachweisen können.

Dem gegenüber stehen nur zwei externe Neuzugänge. Vom 1. FC Kaiserslautern kommt Oliver Batista-Meier an die Isar. Er spielte bereits in der vergangenen Rückrunde in der U17 des Pfälzer Traditionsvereins, obwohl er 2001 geboren wurde und somit noch für die U15 spielberechtigt war. Batista-Meier ist Juniorennationalspieler des DFB und kommt auf den offensiven Flügelpositionen zum Einsatz, kann jedoch auch im Sturmzentrum spielen. Der zweite Neuzugang ist Yannick Brugger vom blauen Lokalrivalen. Er kam bereits im vergangenen Winter zum FC Bayern, musste sich aber auf das Training beschränken. Der Turn- und Sportverein, für den Brugger schon im Einsatz war, verweigerte die nötige Zustimmung zum Wechsel der Spielgenehmigung. Ebenfalls 2001 geboren, ist Brugger für sein Alter körperlich bereits sehr weit und kommt in der Innenverteidigung sowie im defensiven Mittelfeld zum Einsatz.

Vielversprechende Vorbereitungsergebnisse

Den Auftakt der Vorbereitung bildete ein klarer 6:0-Erfolg gegen Tennis Borussia Berlin, immerhin auch Bundesligist der Staffel Nord/Nordost. Anschließend besiegte die Walter-Elf die älteren U18-Teams von Arsenal (2:1) und Manchester United (2:0). Eine echte Standortbestimmung war auch der Bundesligacup in Wüstenrot. Hier besiegte unsere Mannschaft in der Vorrunde Schalke 04 und holte jeweils einen Punkt gegen Hertha BSC und den VfB Stuttgart. Im Halbfinale konnte Borussia Dortmund mit 1:0 besiegt werden, ehe man im Endspiel trotz spielerischer Überlegenheit gegen Eintracht Frankfurt durch zwei individuelle Fehler mit 0:2 verlor. Vor dem Hintergrund, dass im Turnierverlauf immer mehr Stammspieler verletzungsbedingt ausfielen, ein sehr vielversprechendes Turnierergebnis.

Den einzigen Rückschlag der Vorbereitung setzte es bei der deutlichen 1:7-Niederlage gegen die U18 von RB Salzburg, die aber in der Höhe vor allem auf den konditionellen Einbruch nach einer intensiven Woche im Trainingslager in Ruhpolding zurückzuführen ist. Zwei Tage später trennte sich die Mannschaft mit 3:3 vom FC Basel. Nachdem unsere Buam mit 3:1 führten und gleich zwei Elfmeter vergaben, musste man in der Schlussphase erneut der hohen Belastung Tribut zollen. Dass der FC Basel, der in der Zusammensetzung letzte Saison Schweizer U16-Meister war, jedoch spielerisch klar dominiert wurde, war erneut ein vielversprechendes Zeichen. Den Schlusspunkt der Vorbereitung bildete ein deutliches 8:0 gegen die ältere U18 vom FC Southampton. Dass das Spiel nicht zweistellig endete, zeigt eine Schwäche des Teams auf, die dem Trainerteam noch Sorgen bereiten dürfte, nämlich die mangelnde Chancenverwertung.

Klassisches Bayernsystem

Mit dem 4-3-3 lässt Tim Walter das selbe System wie in der vergangenen Saison spielen. Im Tor gesetzt ist Christian Früchtl und vor ihm die aus der letzten Saison bereits eingespielte Innenverteidigung mit Nitzl und Mai, die aber in dieser Saison stabiler stehen muss. Auf den Außenverteidigerpositionen sind Alexander Lungwitz und Elias Kratzer erste Wahl. Im Mittelfeld gesetzt sind Tobi Heiland und Marcel Zylla, die dritte Position scheint ein wenig offen zu sein. Marin Pudic und Daniel Jelisic, Bruder unseres früheren Nachwuchsspielers Nikola, streiten sich hier um einen Platz in der Startelf, während Toni Trograncic wohl vorerst mit einer Reservistenrolle leben muss.

Im Sturm sind Franck Evina im Zentrum sowie Oliver Batista-Meier auf einem Flügel gesetzt. Beim letzten Testspiel gegen Southampton kam Daniels Ontuzans zu einem Startelfeinsatz, er trainierte bereits bei Carlo Ancelotti mit. Doch auch Rainer D’Almeida darf sich Chancen ausrechnen. Tidiane M’Baye, früher mit einer fast schon unglaublichen Torquote in diesem Jahrgang unterwegs, ist weiterhin verletzt, seine Rückkehr kaum absehbar. Die Qualität in der Spitze passt in der Offensive, in der Breite ist das Team jedoch ein wenig spärlich besetzt. Ein Ausfall von Evina oder Batista-Meier wäre nicht annähernd adäquat zu kompensieren.

Was erwartet uns bei der U17?

Unsere U17 startet am kommenden Sonntag mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg in die neue Saison. Die Stärke des SC Freiburg ist schwer einzuschätzen. Die Breisgauer haben immer wieder richtig starke Jahrgänge vorzuweisen. Selbiges gilt für die Partie am zweiten Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers. Spätestens jedoch eine Woche danach wartet die erste richtige Standortbestimmung, wenn das Gastspiel bei der TSG Hoffenheim ansteht. Zweifellos einem direkten Konkurrenten um die vorderen Plätze. Nach diesem Spiel lässt sich unsere Leistungsstärke besser einschätzen.

Ausgehend von den guten Ergebnissen der Saisonvorbereitung und dem Selbstverständnis des FC Bayern, darf man von unserer U17 schon einen Platz unter den ersten drei der Staffel erwarten. Ob es für ganz vorne reicht, hängt dann natürlich vor allem von der Tagesform in den Spitzenspielen und vom Ausmaß – des beim FC Bayern traditionellen Verletzungspechs – ab. Diese beiden Aspekte waren es, die in der vergangenen Saison den Ausschlag gegen unser Team gaben. Als größte Konkurrenten gelten traditionell Hoffenheim und der VfB Stuttgart. Auch die in der Vorbereitung erfolgreiche Frankfurter Eintracht dürfte vorne mitspielen. Nur der Staffelmeister qualifiziert sich am Saisonende für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft.

Die letzte Teilnahme an einer Endrunde um die deutsche Meisterschaft erreichte unsere B-Jugend in der Saison 2008/09, als man mit einem gewissen David Alaba im Team im Finale gegen den VfB Stuttgart den Kürzeren zog. Hoffen wir, dass im kommenden Juni nach dann acht Jahren endlich mal wieder eine U17 des FC Bayern in der Endrunde dabei ist. Das Potential dafür hat das Team zweifellos!

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Leserkommentare
  1. Zitado

    Wäre es möglich etwas genauer auf Evina und Batista-Maier einzugehen? Habe schon mehrfach gehört, dass beide hochtalentiert sind, kann aber leider nichts über deren Qualitäten sowie Stärken finden.

    Zudem würde mich interessieren, wer in dem Team zu den Talentiersten gehört.

    1. Napto

      Servus,

      ich halte nicht so viel davon, in diesem Altersbereich Spieler hervorzuheben. Wir haben in den letzten Jahren in der U17 oft herausstechende Spieler gehabt, die dann in der U19 und bei den Amateuren riesige Probleme hatten. Aktuelles Beispiel ist Michael Strein, der in der U17 überragend war, vollkommen zurecht Juniorennationalspieler wurde und heute aber bei den Amateuren darum kämpfen muss, wenigstens auf der Ersatzbank und nicht auf der Tribüne zu sitzen.

      Zweifellos sind Evina und Batista-Meier Leistungsträger in der Mannschaft. Ob sie mit der Verantwortung zurechtkommen, wird die Saison zeigen.

  2. […] “Keyfacts” für den Erfolg nannten wir in unserer Saisonvorschau die Tagesform in den Spitzenspielen sowie geringes Verletzungspech. Beide Faktoren schlugen zu […]

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