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Rot-Weißes Round-Up: Europapokalsieger 1976

Normalerweise ist unser Round-Up einem Spieler gewidmet, der an dem jeweiligen Tag Geburtstag feiert – diesmal jedoch haben wir uns aus gegebenem Anlass für ein Team entschieden, das wesentlicher Bestandteil der Historie des FC Bayern ist: Die Europapokalsieger 1976, die am heutigen 12. Mai “Jubiläum” feiern.

Mitte der 70er war der deutsche Fußball weltweit das Non-plus-Ultra: Die Nationalmannschaft war zum zweiten Mal Weltmeister geworden und 1974 sowie 1975 hatte die Wundermannschaft der Bayern bereits ihre Ausnahmestellung im europäischen Fußball bewiesen – 1976 sollte nun der Hattrick und damit der Eintrag in die Geschichtsbücher komplett gemacht werden. Ein ambitioniertes Ziel, erst Recht angesichts des damaligen Modus. Statt der heutzutage ausgespielten Gruppenphasen trafen die Landesmeister von Anfang an in K.O.-Spielen aufeinander und konnten sich in vier Runden ins Finale spielen.

Doch wenn es eine Mannschaft schaffen konnte, sich über die gesamte Europapokalsaison keine Blöße zu geben, dann war es die des FC Bayern. Über viele Jahre war das Team gewachsen, auch wenn es 1975 einen Bruch gegeben hatte. Dettmar Cramer hatte Udo Lattek als Trainer abgelöst. Das Team hatte eine außergewöhnliche Kombination aus Superstars und soliden Arbeitern. Im Angriff sorgten Rummenigge und Hoeneß für das Spielerische, Gerd Müller traf dafür das Tor. Im Mittelfeld arbeiteten Hans-Josef Kapellmann und Bernd Dürnberger im Verbund mit Franz “Bulle” Roth und in der Verteidigung sorgte Franz Beckenbauer für die Glanzstücke, während Udo Horsmann und “Katsche” Schwarzenbeck die gegnerischen Stürmer vom Tor fern hielten, das die “Katze von Anzing”, Sepp Maier bewachte. Ein Team, dass sowohl in der Gesamtheit als auch in jedem einzelnen Mannschaftsteil nahe an der Perfektion funktionierte – unter Dettmar Cramer vor allem auf internationaler Bühne.

Der erste Gegner war am 16. September 1975 der luxemburgische Serienmeister Jeunesse Esch. Die Münchner gaben sich standesgemäß keine Blöße und schossen die Escher mit 8:1 aus dem Wettbewerb, während andere namhafte Teams früh scheiterten (FC Zürich) oder nur knapp gegen vermeintlich kleine Gegner weiterkamen (Malmö FF, Juventus Turin). Deutlich enger gestaltete sich das Aufeinandertreffen mit Malmö in der 2. Runde. Nach einer 0:1-Niederlage stand man unmittelbar vor dem Ausscheiden, drehte das Ergebnis jedoch im Rückspiel durch Treffer von Bernd Dürnberger und Conny Torstensson zu einem 2:1. Im Viertelfinale drehten die Bayern voll auf: Benfica Lissabon wurde mit 5:1 deklassiert – ein Zeichen an die übrigen Teams, die allesamt enge Spiele absolvierten. Im Halbfinale kam es erstmals zu einem späteren europäischen Klassiker: Das weiße Ballett aus Madrid um del Bosque und Netzer war ein erwartet starker Gegner, konnte die Münchner auf dem Weg zu ihrem dritten Titel in Folge aber nicht aufhalten. Mit einem aggregierten Ergebnis von 3:1 zogen Beckenbauer & Co. in das Finale in Glasgow ein.

Dort trafen sie am 12. Mai 1976 auf den französischen Vertreter AS St. Etienne. Die “Grün-Weißen” hatten in Frankreich einen wahren Hype ausgelöst und konnten sich in einem packenden Halbfinale gegen PSV Eindhofen durchsetzen. Die Final-Elf des FC Bayern (Maier – Hansen, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Horsmann – Dürnberger, Roth, Kapellmann – Rummenigge, Müller, Hoeneß) tat sich lange Zeit schwer gegen gute Franzosen. Und wie in so vielen großen Finals war es am Ende eine Einzelaktion, die den Unterschied zwischen zwei gleichwertigen Teams ausmachte. Franz “Bulle” Roth traf in der 57. Minute per direktem Freistoß zur Führung, die der FCB über die Zeit rettete. Ein historischer Erfolg – und für lange Zeit der Letzte auf der großen internationalen Bühne. Erst 2001 und 2013 gelang der große Triumph erneut. 2015 ist er immerhin noch theoretisch möglich…

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat oder – wie in diesem Fall – einem besonderen Ereignis.

Presseschau

Herlichen Glückwunsch, FCB-Frauen!

Am Ende hat es geklappt: Die direkten Konkurrenten klauten sich die Punkte und die FC Bayern Frauen gewinnen überlegen gegen die SGS Essen. Jolle präsentierte nach Abpfiff den Mix aus Analyse und Ehrung, die sich die Mädels des FCB mit einer grandiosen Saison verdient hatten. Nach fast 40 Jahren ohne Meister-Titel durften die Frauen feiern und nun gemeinsam mit den Profis auf den Rathausbalkon – das Double der etwas anderen Art. Auch der FC Bayern lieferte einen Nachbericht und Melanie Leupolz durfte zum Interview mit dem DFB.

Sinnvolle Kritik der Kapitäne

Als Mannschaftsführer ist es auch die Aufgabe, im richtigen Moment die richtigen Worte zu finden – Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger haben das geschafft. Wie der “Münchner Merkur” berichtet, kritisieren die beiden Führungsspieler die Chancenverwertung in der Offensive – angesichts der zuletzt drei torlosen Auftritte gegen Leverkusen, Barcelona und Augsburg sinnvolle Kritik. In jedem Spiel hatte man zumindest eine richtig gute Chance, die die derzeitige Krise möglicherweise in ein ganz anderes Licht rücken hätte können. Nun gilt für die Stürmer im Rückspiel die richtige Antwort auf die Kritik aus dem Mittelfeld zu finden. Am besten mit dem Fuß.

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Perarnau im Interview

Kaum jemand kennt den Trainer Pep Guardiola so gut wie der katalanische Journalist und Biograf Martí Perarnau. Dass er selber im Rampenlicht steht und erzählt, kommt jedoch nicht allzu häufig vor. Der “BR” konnte ihn dennoch überzeugen, in die Sendung “Blickpunkt Sport” zu kommen und dort über die aktuelle Diskussion um den Bayern-Trainer zu sprechen. Ein gutes Gespräch – auch wenn Moderator Tom Meiler noch das ein oder andere Mal hätte nachhaken können. Auch gegenüber “Sport1” äußerte sich Perarnau zu Pep und legt dar, warum er derzeitig die schwierigste Phase seiner Trainer-Karriere durchmacht.

Plädoyer für Ausnahme bei Pep

Es war durchaus eine Aktion, die Aufsehen erregte und somit ihr Ziel erreichte. Bei der Pressekonferenz vor dem Rückspiel gegen den FC Porto trug Pep Guardiola medienwirksam ein Shirt mit der Aufschrift “Justicia para Topo”, eine Aktion für einen verstorbenen spanischen Journalisten. Die UEFA sieht darin jedoch eine Verletzung ihrer Richtlinien zu “sportfremden Manifestationen”. “Sportsandlaw” schreibt nun in einem guten Blog eine Art Plädoyer für eine Ausnahme-Regelung in diesem speziellen Fall und vergleicht den Fall mit einem Urteil des DFB.

“Der Abstauber” über den Umbruch im Sommer

In einem sehr informativen und gut geschriebenen Blogeintrag zählt der “Abstauber” Gründe für einen Umbruch im Sommer auf und äußert sich zu den gehandelten Kandidaten. Auch wir planen, das Transfergeschehen im Sommer intensiv zu beobachten und dann mögliche Kandidaten einzuschätzen – bleibt dran im Round-Up!

Eberwein wechselt zum BVB II

Der 19-jährige Mittelstürmer Michael Eberwein wechselt zur kommenden Saison von den Bayern Amateuren in den Nachwuchs von Borussia Dortmund, wie der BVB gestern per Tweet mitteilte.

Eberweins Wechsel kam durchaus überraschend, da man ihn fest in die weitere Planung der Bayern Amateure integriert hatte. Derzeit spielt der Stürmer noch für die U19 des Rekordmeisters, die eine katastrophale Rückrunde absolvierte. In Dortmund hat er die Chance 3. Liga zu spielen, wobei der BVB II derzeit auf Tabellenplatz 18 noch ums überleben in ebendieser kämpft. Bereits im Januar bescheinigten die Kollegen von “Konzeptfußball” große Fähigkeiten:

Eberwein ist durch seine Kombinationsstärke und Raumgefühl vielleicht der passendste Spieler für Peps Positionsspiel. Zudem bürgen seine vielfältig angelegten Fähigkeiten höchst interessante Rollen: echte Neun als Zielspieler und Raumöffner, falsche Neun mit balancierenden Aufgaben um Müller und Robben herum oder schlicht als Joker für die letzten Minuten.
»Die Talente der Bayrischen U19«, Konzeptfußball, 17.01.2015

Big Data im Fußball: SAP Sports One

SAP präsentierte vor Kurzem ihre Lösung “SAP Sports One”, die unter dem “Big Data” Gesichtspunkt Datenströme im Fußball vereint und Vereine bei Analysen und Scouting unterstützt. Eine spannende Entwicklung, die das Softwarehaus vorantreibt, und auch unser Interesse zur Anwendung von Daten und statistischen Auswertungen widerspiegelt.

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Leserkommentare
  1. Axel

    Vielen Dank für den Rückblick und die immer hilfreiche Presseschau. Noch mehr Dank dafür, dass Ihr auf einen Link zu Spiegel Online und dem dortigen Kommentar von Peter Ahrends verzichtet habt. Nachdem er und viele andere Sportjournalisten die “Krise” des FCB erst dramatisiert und aufgeblasen haben, kann sich Ahrends jetzt – da es langweilig wird – ganz souverän genau in die andere Richtung positionieren und den Erklärer geben, der die Bayern daran erinnert, dass es “trotz allem eine starke Bayernsaison” war. Es sind natürlich die anderen gewesen, die von Krise geredet haben, auch der Verein selber: “Sicher sind die Bayern für die derzeit herrschende schlechte Stimmung auch selbst verantwortlich. Die Fallhöhe haben sie sich selbst geschaffen […] Von daher ist derzeit vieles, was gerade abläuft, das übliche Bayern-Theater.” Was für ein selbstgerechtes Geschafel.

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