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Rot-Weißes Round-Up: Adolfo Valencia

Der am 06. Februar 1968 in Buenaventura geborene kolumbianische Fußballer Adolfo José Valencia Mosquera begann seine Profi-Karriere bei Independiente Santa Fe, wo ihn großartige Leistungen in den Fokus des FC Bayern brachten. Ob man ihn dort nun häufiger »El Tren« (»der Zug«) oder »der Entlauber« (Franz Beckenbauer) nannte, bleibt egal. In den Jahren 1993 und 94 lief er insgesamt 26 Mal für den FC Bayern München auf und erzielte elf Tore, was ihn neben Mehmet Scholl zum Top-Torschützen im Verein machte. In München gewann Valencia die Meisterschaft 1993/94.

Adolfo Valencias Ambitionen sprachen nicht für eine lange Karriere im deutschen Fußball. Viel mehr zog es ihn weiter in die Welt hinaus. 1994 wechselte er zu Atlético Madrid, nach einem Jahr erneut zu Santa Fe. 1997 spielte er erst für América Cali in Kolumbien, dann für Reggiana in Italien. Im Anschluss ging es für ihn erneut in die Heimat (Medellín), bevor er 1999 und im Jahr 2000 für PAOK in Griechenland auflief und im Anschluss über die MetroStars (USA) und Santa Fe in Venezuela bei Unión Maracaibo seine Karriere beendete. 15 Jahre als Fußballprofi führten Valencia zu neun verschiedenen Vereinen, für die er 405 Partien machte und 152 Tore schoss. Außerdem spielte er für Kolumbien bei zwei Weltmeisterschaften.

Seine Zeit in München war kurz und der Oberlippenbart schaffte sein Comeback damals nicht. Dennoch gratulieren wir Adolfo Valencia herzlich zum 46. Geburtstag.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Presseschau

Katar & Saudi-Arabien: Dreesen im Mitgliedergespräch

Der FC Bayern reagierte auf den Brief eines seiner Mitglieder und lud zu einem Gespräch mit Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen ein. Der Autor des Blogs »Texterstexte« ist einer derjenigen, die sich eine Stellungnahme des Vereins zur Reise nach Saudi-Arabien und Katar im Rahmen des Wintertrainingslagers erhofften. Eine Antwort zum wohl populärsten Brief an den FC Bayern (siehe Round-Up vom 20. Januar) steht hingegen noch aus.

Kurz nach Veröffentlichung des Berichtes über das Gespräch mit Dreesen formierten sich zwei Lager und eine hitzige Diskussion auf Twitter. Während die eine Seite die offene, direkte Kommunikation lobte, warf die andere dem Verein einen »PR-Move« und Kalkül vor. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen – für eine ausreichende Beleuchtung des Themas fehlen schlichtweg Fakten zur Entstehung.

Meine Frage, warum der FC Bayern nun zum fünften Mal in dieses heikle Land reist, wurde verblüffend beantwortet mit: „Weil das der Wunsch der Spieler ist.“
»Weil es sich so gehört«, texterstexte.tumblr.com am 05.02.2015

Die Fragen, die nun aber im Gegensatz zu einigen gestern Abend auf Twitter getätigten Aussagen auch gestellt werden sollten, bleiben: Wurde wirklich eine (naive) rein sportliche Entscheidung getroffen und drumherum das Marketing- und Sponsorenkonstrukt mit Volkswagen (#VolkswagenCampKatar) gebaut? Ohne über die Auswirkungen nachzudenken? Die sportliche Entscheidung befreit den FC Bayern nicht von seiner Verantwortung.

Ein Reflex mit der Antwort »Alles nur PR!« greift zu kurz. Dennoch sollte man die erwähnten rein sportlichen Hintergründe hinterfragen – am besten bei den Spielern. Wobei dieser Verweis der Führungsetage auf die Akteure auf dem Platz ebenfalls zu einfach erscheint. Letztendlich kann es aber unter Berücksichtigung der anderen Aktivitäten des FC Bayern nicht nur um ebenjene fußballerischen Aspekte und Wünsche der Spieler gehen. Selbst das Sommertrainingslager im Trentino ist Teil der Kooperation mit dem dort ansässigen Tourismusverband. Auch wenn man den sportlichen Impuls als Auslöser sieht, ändert das nichts an der Kritik erst zu reagieren, als der Shitstorm zur Nichtbeachtung der Menschenrechtssituation über sie zusammenbrach.

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Das Gespräch zwischen Mitglied und Vorstand ist ein erster Schritt, da es nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte, wenn der Verein zu solchen klärenden Gesprächen einlädt und sein Mitglied im Anschluss zum kritischen Dialog ermutigt. Beendet wurde die Thematik damit aber auf keinen Fall und künftige Entscheidungen der Vorstandsetage und sportlichen Leitung bleiben der Gradmesser zur Bewertung des Vorgehens nach der Rückrundenvorbereitung 2014/15.

Boateng: Drei Spiele

Das DFB-Sportgericht verhängte eine Sperre über drei Spiele nach Jerome Boatengs Notbremse im Spiel gegen Schalke 04, wie der Spiegel berichtet. Boateng fehlt dadurch bei den Partien gegen Stuttgart, Hamburg und Paderborn, was die Frage nach der Wahl des zweiten Innenverteidigers neben dem zuletzt stark aufspielenden Benatia schwierig macht.

MVG: Unzufrieden mit Transport beim Schalke-Spiel

Es war das erste Spiel vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena. Für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) war es der erste Fußballabend, an dem sie für diese Fans den An- und Abtransport zu stemmen hatten. In der Süddeutschen Zeitung vom 05. Februar (München/Bayern, Seite 39) zeigt sich das Unternehmen unzufrieden mit der Situation am Dienstagabend. Es sei zu »deutliche[n] Überlastungserscheinungen« gekommen, als Reisende nach Fröttmaning auf den Feierabendverkehr in der Stadt trafen. Die vom FC Bayern eingesetzten Entlastungsbusse haben kaum Wirkung gezeigt, sodass die U-Bahnen »200 bis 300 wartende Fahrgäste je Zug an einzelnen Innenstadtbahnhöfen zurücklassen [musste]«.

Die Meldungen der MVG sind für den FC Bayern von entscheidender Bedeutung, da die Kapazitätserhöhung als Testlauf nur bis zum Sommer in Kraft ist und im Anschluss wieder bewertet wird. Mit der Verkehrsgesellschaft hat der Verein einen großen Kritiker aufgrund der zusätzlichen Fahrgäste, für deren Transport gesorgt werden muss.

Dante: »Immer ist es meine Schuld«

Der Brasilianer wehrt sich im Gespräch mit der TZ gegen die heftige Kritik an seiner Person nach den durchwachsenen Auftritten in den ersten beiden Ligaspielen gegen Wolfsburg und Schalke.

Mir ist wichtig, was der Trainer sagt. Aber mir fällt auf, dass die Menschen seit der WM keinen Respekt mehr vor mir haben. Jeder sagt und schreibt, was er denkt. Das ist schon ein wenig frustrierend für mich
Dante, TZ-Online am 04.02.2015

Durch Boatengs Sperre und den anscheinend noch nicht ausreichenden Fitnesszustand von Holger Badstuber gehört Dante zur ersten Wahl.

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Leserkommentare
  1. pekunio

    Bei dem Namen Valencia muß ich immer an die Geschichte mit Erich Ribbeck denken. Dieser ließ ihn in Freiburg nicht spielen, weil er den Platz für zu kurz hielt und Valencia dort seine Schnelligkeit nicht ausspielen könne. Ribbeck war schon eine Granate, bei Bayern aber auch in der Nationalmannschaft.

  2. Hero991

    Bayern München hat beim DFB fristgerecht Einspruch gegen die Drei-Spiele-Sperre für Jerome Boateng eingelegt. Dies bestätigte der DFB am Freitag. Am Montag (15.00 Uhr) findet durch Münchens Protest in Frankfurt eine mündliche Anhörung statt. ” Ja, wir legen Berufung ein. Wir sind nicht einverstanden mit der Sperre. Es war quasi eine Dreifachbestrafung. Zudem war der Platzverweis früh im Spiel, damit wäre er fast vier Spiele gesperrt”, hatte Matthias Sammer gestern noch bei “SSNHD” gesagt.

    Quelle: Spox Tagesticker.

    1. DukNukem

      Erfolg sollte der einspruch aber trotzdem nicht haben, da der DFB den Einspruch schon bei gleichen Vergehen abgewiesen hat.

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