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Rot-Weißes Round-Up: Emil Kostadinov

Im Jahre 1984 begann Emil Kostadinov seine Profilaufbahn bei ZSKA Sofia – zusammen mit Ljuboslaw Penew und Christo Stoitschkow, mit denen er gemeinsam die bulgarische Nationalmannschaft Mitte der 90er Jahre prägte. Das internationale Highlight erlebte Kostadinov bei der WM 1994, wo er mit Bulgarien für Furore sorgte. Bulgarien schlugen den damalig amtierenden Weltmeister Deutschland im Viertelfinale 2:1 und spielte sich so in den Fokus der Öffentlichkeit.

Seine Karriere auf Vereinsebene war von vielen Vereinswechseln geprägt. Nach dem Fall der Berliner Mauer, wechselte Kostadinov wie so viele Profis aus den ehemaligen Sowjet Satellitenstaaten zu einem Club in Westeuropa. Den Stürmer zog es damals zum FC Porto, für die er vier Jahre spielte. In 113 Partien erzielte er dabei 43 Tore und gewann zwei Mal die portugisische Meisterschaft und spielte sich in die Herzen der Fans. Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft wechselte der Bulgare zu Deportivo La Coruna. Dort wurde er aber nicht glücklich und kam in der Hinserie der Saison 1994/95 auf 9 Einsätze (2 Tore). Zur Winterpause wurde Kostadinov vom FC Bayern München verpflichtet. Es galt die Saison zu retten. Der FC Bayern war als amtierender Meister nur auf Platz 5 im Winter und hatte schon 6 Punkte Rückstand (alte 2 Punkte-Regel) auf den Tabellenführer aus Dortmund. Sein Bundesliga-Debüt gab er am 18. Februar 1995 – dem ersten Spieltag nach der Winterpause – auswärts gegen den VfL Bochum. Bei diesem Spiel zeigte er seine Klasse und erzielte sein erstes Tor für die Roten (Endstand 2:1 für den FC Bayern). Es folgten weitere gute Auftritte gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. Im Frühjahr 1995 allerdings brach seine Form ein und es reihte sich ein glückloser Auftritt an den anderen. Da auch Kostadinov nicht die erhoffte Wende einleiten konnte, reichte es am Ende für den FC Bayern nur für Platz 6 in der Meisterschaft. Durch den DFB-Pokal Sieg von Gladbach, qualifizierten sich die Münchner immerhin noch für die Teilnahme am UEFA-Cup.

In der Folgesaison kam Kostadinov meist von der Bank – am neuen Traumsturm Jean-Pierre Papin und Jürgen Klinsmann kam der nur 180cm große Angreifer nicht mehr vorbei. Am 31. und 32. Spieltag erzielte er gegen Köln und Werder Bremen einen Doppelpack. Zwar wurde der FC Bayern nur “Vizemeister”, dafür holte man aber zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den UEFA Cup gegen Girondins Bordeaux. Das Hinspiel gewann der FC Bayern in München mit 2:0 – im Rückspiel ersetzte Kostadinov, damals Papin in der Startelf und sorgte mit einer Vorlage zum 1:0 (per Hacke auf Mehmet Scholl) sowie seinem Treffer zum 2:0 (Endstand 3:1 für den FC Bayern) wohl für die endgültige Entscheidung. So trug der technisch versierte Offensivallrounder maßgeblich zum UEFA-Pokal-Sieg bei. Umstritten war seine Leistung dennoch, denn Kostadinov verletzte schon in der 31. Minute mit einem harten Foul Bordeaux-Kapitän Lizarazu, der in der 31. Minute ausgewechselt werden musste. Trotzdem war es unter dem Strich der größte internationale Erfolg seiner Karriere.

Im Sommer zog es Kostadinov weiter zu Fenerbahce Istanbul, bevor es nur ein Jahr später weiter ging zu seinem alten Heimatverein ZSKA Sofia. Nach einem Gastspiel in Mexiko bei den UANL Tigres zog es ihn noch mal zurück nach Deutschland. In der zweiten Liga spielte Kostadinov für den FSV Mainz 05. Am 11. Spieltag in der 65. Minute eingewechselt – kam er beim 0:0-Unentschieden bei Rot-Weiß Oberhausen zu seinem letzten Einsatz. Im Anschluss daran beendete er seine aktive Karriere. Emil Kostadinov wird am heutigen 12. August 47 Jahre alt.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Neue Saison – neue Anforderungen?

Diese Frage stellt sich der wahre Pep Guardiola Experte Martí Perarnau in einem Blog Beitrag für eurosport.de. Die Aussagen von Marti Perarnau sind deshalb so spannend, weil er einer der wenigen Journalisten ist, die wirklich einen Einblick in das Denken und Arbeiten von Pep Guardiola haben. Dadurch haben seine Beiträge eine hohe Qualität. In diesem Blogbeitrag hebt Perarnau die Bedeutung des “neuen” 3-4-3 Spielsystems hervor und betont das Pep Guardiola in Gaudino das Potenzial von Sergio Busquets sieht. Ob der kleine Gaudino wirklich so viel mitbringt, wird wohl nur die Zeit zeigen, dass sich das 3-4-3 beim FC Bayern durchsetzt, ist dagegen so sicher wie das Amen in der Kirche.

Thiago fällt wohl länger aus

Bayerns Mittelfeld-Techniker Thiago fällt nach übereinstimmenden Medienberichten zwei Monate länger aus als geplant. Offenbar sind nach einer Kortisonbehandlung im Anschluss an seine Knie-OP am Ende der vergangenen Saison nachhaltige Schäden aufgetreten, die eine längere Pause nötig machen werden. Eigentlich sollte Thiago spätestens Anfang September wieder ins Mannschaftstraining einsteigern. Für den FC Bayern ist diese Nachricht ein herber Rückschlag. Zwar war ohnehin klar, dass Thiago erst später in die Saison einsteigen würde – trotzdem war der spanische Nationalspieler ab dem Herbst als feste Stütze eingeplant. Thiago ist in gewisser Weise ein Spielertyp, der den Münchenern ansonsten im Kader fehlt. Gerade seine Fähigkeiten in der Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff sowie seine außergewöhnliche Technik sind Attribute, die den Münchenern nun noch länger fehlen werden. Es bleibt zu hoffen, dass es keine weiteren Verzögerungen im Heilungsverlauf gibt. Bis auf weiteres werden Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Sebastian Rode, Javi Martínez, Pierre Emile Højbjerg und vielleicht sogar Gaudino die hinterlassene Lücke im zentralen Mittelfeld schließen müssen. Derweil gibt sich Thiago selbst via Twitter kämpferisch:

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Klose beendet Nationalmannschaftskarriere

Der zweite Weltmeister beendet seine Karriere in der Nationalelf. Nach Philipp Lahm erklärte nun auch der ehemalige Münchener Miroslav Klose seinen Rücktritt im DFB-Trikot. Der Schritt des inzwischen 36-Jährigen Stürmers kam wenig überraschend. Klose hat auf der Zielgerade seiner Karriere einige historische Bestmarken gebrochen. Er löste Gerd Müller (68 Tore in 62 Spielen) als erfolgreichsten Torjäger der Nationalmannschaft ab (71 Tore in 137 Spielen) und ist nun auch alleiniger Rekordhalter was Tore bei Weltmeisterschaften angeht (16). Klose wird seine Karriere wohl in Rom ausklingen lassen. Der ex-Lauterer kam 2007 nach München als der FCB nach einem traumatischen Jahr auf dem Transfermarkt in die Vollen ging und sich unter anderem mit Franck Ribéry, Luca Toni und eben Miroslav Klose verstärkte. Kloses Zeit in München kann als unglücklich bezeichnet werden. Trotz gutem Start mit 9 Toren und 7 Vorlagen im ersten Halbjahr der Saison 2007/2008 wurde Klose in München nie richtig warm. Gerade auch weil er als Einwechselspieler nie seinen Rhythmus fand und dadurch häufig verunsichert wirkte. Auch als der FCB im Jahr 2010 ins Champions League-Finale einzog blieb Klose ein Nebendarsteller. Im Nachhinein ist es fast absurd, dass Klose im Bayern-Trikot ganze vier Saisons absolvierte. Genau so viele wie in Kaiserslautern (die Saison 99/00 mit 2 Einsätzen außer Acht gelassen) und eine Saison mehr als im Trikot von Werder Bremen. “Nur” 24 Bundesligatore in 98 Bundesliga-Spielen standen am Ende für Klose im Bayern-Dress zu Buche. Ein großer Stürmer bleibt er trotzdem.

Reaktionen zum Reina-Transfer

Karl-Heinz Rummenigge bestätigte im Gespräch mit FCB.tv, dass die Verhandlungen mit Pepe Reina bereits einige Wochen liefen. Mit dem Spieler, der Angebote von anderen hochkarätigen europäischen Vereinen (ua. Atlético Madrid) ausschlug, wurde schnell eine Einigung erzielt. Die Klärung der Details zog sich allerdings einige Zeit hin. Rummenigge bestätigte auch, dass besonders Reinas fußballerischen Qualitäten den Ausschlag für die Verpflichtung gaben. Insgesamt ein weiteres positives Beispiel, dass es den Bayern momentan gelingt Transfers ruhig und ohne großes Bohei und Durchstechereien abzuwickeln. Manuel Neuer zeigte sich in einer ersten Reaktion ebenfalls positiv angetan vom Neuzugang, dem er jetzt erst einmal Deutsch beibringen will. Insgesamt wäre es nicht überraschend sollte der neue Mann, der wohl eher als Nummer 2, denn als Nummer 3 im Kasten eingeplant ist, auf 8-12 Pflichtspieleinsätze in der anstehenden Saison kommen.

Daniel van Buyten vor Wechsel nach Anderlecht

Mehrere Journalisten bestätigten am Montag-Abend auf Twitter, dass Daniel van Buyten kurz vor einem Wechsel zum RSC Anderlecht steht. Der 36-Jährige hatte seinen Vertrag in München nicht verlängert und nach einer ordentlichen WM auch mit dem Karriereende kokettiert. Anderlecht ist amtierende belgischer Meister und damit auch Champions League-Teilnehmer. van Buyten soll in Anderlecht einen Einjahresvertrag erhalten. Steffen hat am Ende der letzten Saison eine kurze Rückschau auf van Buytens Zeit in München geschrieben.

Hangout mit Julian Green und Jerome Boateng

Im Rahmen des #FCBDay1 am Samstag gaben sich Julian Green und Jerome Boateng die Ehre und plauderten während eines Google Hangouts etwas aus dem Nähkästchen. Zwar ist die gute halbe Stunde nicht immer hochgradig informativ, doch in der Summe spannender als viele Pressekonferenzen die im Archiv von fcb.tv landen. Dabei hinterlässt Green einen sympathischen Eindruck, den wir im Rahmen eines kleinen Interviews, nur bestätigen können. Ein Sonderlob gibt es zudem für Boatengs englisch.

#Servicetipp – Amateurederby live im TV

Wer keine Karte mehr bekommen hat oder aufgrund der Verschiebung des Amateure Derbys nicht im Stadion sein kann, sport1 überträgt das Derby zwischen dem FC Bayern und dem Stadtrivalen 1860 live am heutigen Dienstag (12. August 2014) ab 19.30 Uhr.

Einen Tag später, am Mittwoch den 13. August 2014, spielen die Profis gegen Borusia Dortmund den deutschen Supercup aus. Hier geht es zeitig los – Anstoß ist 18 Uhr. Sky und das ZDF übertragen dieses Spiel.

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Leserkommentare
  1. chicago_bastard

    Die Begeisterung für den Blog-Beitrag von Perarnau kann ich nicht teilen. Entweder sein Text wurde schlecht übersetzt oder das was er schreibt ergibt schlicht keinen Sinn. Zum einen meint er, Alaba werde verstärkt im linken Mittelfeld spielen und zum anderen zieht er den Vergleich zu Abidal, der bei Barcelona nie im Mittelfeld gespielt hat, sondern als linker Verteidiger in einer Dreierkette oder als Außenverteidiger in der Viererkette. Was genau will er also damit sagen? Versteh ich nicht.

    Davon abgesehen halte ich das 3-4-3 als dauerhaftes System angesichts des Spielermaterials der Bayern für eine Schnapsidee. Guardiola scheint da wohl unbedingt eine seiner Ideen übers Knie brechen zu wollen statt sich am vorhandenen Material zu orientieren. Mit Robben, Ribery, Müller, Lewandowski und Götze hat man überragendes Offensiv-Potential, im 3-4-3 müssen jedoch 2 dieser 5 für einen zusätzlichen Innenverteidiger auf die Bank. Der Sinn des Ganzen erschließt sich mir abgesehen von vereinzelten Spielen gegen stark pressende Gegner wie den BVB nicht. Die meisten Gegner stellen sich gegen die Bayern doch hinten rein, wozu braucht es dann einen zusätzlichen Innenverteidiger?

    Also ich hoffe doch stark, dass das Amen in der Kirche diese Saison ausfällt ;-)

    1. Vielleicht kann ich an dieser Stelle ergänzen, da ich gerade Perarnaus Buch lese, wo er detaillierter auf diese Idee eingeht. Guardiola sieht das Mittelfeld nicht als feste Position, sondern als Bereich in den sich ein Spieler bewegen kann. Perarnau zitiert Pep wie folgt:

      Rafinha und Alaba verlassen die Außenlinien und gehen ebenfalls ins Mittelfeld. Sie bleiben vor allem innen in Bewegung, können sich aber außen auch mit Robben und Ribéry abwechseln.

      Was er mit seinen Außenverteidigern erreichen will, ist eine situative Bildung einer Doppelsechs mit einem von ihnen und dem zentralen Mittelfeldspieler. Das linke Mittelfeld ist nicht als Position von Ribéry zu sehen, sondern ein zentral eingerückt und nach vorn verschobener Abwehrspieler. Während also in der vergangenen Saison Lahm zwischen Boateng und Dante agierte, positionierten sich Alaba/Rafinha weiter vorn im Mittelfeld. Die hoch stehenden Außenverteidiger waren ja durchaus eines der Markenzeichen der letzten Bayernsaison. Wenn Ribery/Robben nach innen gehen, müssen Alaba/Rafinha nach außen und andersherum.

  2. “der nur 180cm große Angreifer” finde ich eine lustige Formulierung, zumal im gleichen Satz JPP erwähnt wird… ;-)

    Das Tor, das mir von Kostadinov am eindringlichsten in Erinnerung geblieben ist, sogar noch vor dem Treffer im UEFA-Cup-Finale, ist das 2:1 gegen Frankreich kurz vor Abpfiff des allerletzten Qualifikationsspiels 1993, durch das sich Bulgarien überhaupt erst für die WM94 qualifizierte und Frankreich, Gastgeber der darauffolgenden WM, zu Hause bleiben musste.

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