Rode sollte direkt nach Frankfurt »zurückverliehen« werden

Die Sport Bild berichtet über eine Möglichkeit, die ich mir bei den Transferdiskussionen schon früher gewünscht hätte. So soll von Seiten Eintracht Frankfurts das Interesse bestehen den defensiven Mittelfeldspieler Sebastian Rode direkt wieder als Leihspieler in die eigenen Reihen aufzunehmen, nachdem sein Vertrag in München unterschrieben worden ist. Schon seit langer Zeit gilt sein Wechsel an die Isar als beschlossene Sache.

In einer eigenen Analyse haben wir bereits Ende Januar einen Blick auf den Spieler und seine Möglichkeiten im breiten Kader des FC Bayern München betrachtet:

Ob Rode das packen kann, ist fraglich. Gegenwärtig gibt es im 4-1-4-1 nur einen Platz im defensiven Mittelfeld. Dieser wird von Lahm, Schweinsteiger und Martinez beansprucht. Platz für einen vierten Spieler gibt es in dieser Aufzählung de facto nicht. Selbst wenn Martinez in die IV rückt und Lahm wieder als RV agiert, ist es doch immer noch zweifelhaft ob sich Rode wirklich durchsetzen kann.

Mehr Platz dürfte für ihn auf der „8“ sein – vielleicht als Ersatz-/Ergänzungsspieler für Toni Kroos. Hier kommen die Vorzüge des Bundesliga-Aufsteigers der Saison 2012/13 wohl am meisten zur Geltung. Rode war für die Eintracht vor allem in der Hinrunde 2012/13 einer der Leistungsträger und agierte zielstrebig auf der 6er Position. Gelobt werden bei ihm sein gutes Auge und sein damit verbundenes Stellungsspiel. Aber er besitzt nicht nur defensive Qualitäten, sondern verfügt durchaus über offensive Fähigkeiten – und hier könnte er Toni Kroos zumindest vertreten.
Sebastian Rode und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, Miasanrot, 26.01.2014

Unsere Einschätzung vom Januar scheint sich zu bewahrheiten, denn obwohl wir inzwischen mit Bastian Schweinsteiger erneut eine Doppelsechs sehen und Martínez als einziger Innenverteidiger gesetzt zu sein scheint, wird der Platz für Sebastian Rode nicht größer. Rafinha vertritt Philipp Lahm ausgesprochen solide und letzterer wird nun auch in der Nationalmannschaft die Zentrale als Betätigungsfeld bekommen. Davor tummeln sich Toni Kroos, Mario Götze und Thiago (sowie Einwechselspieler Claudio Pizarro), wenn Ribery, Robben, Müller und Shaqiri die Außenbahnen übernehmen. Der FC Bayern erlebt eine Kaderstärke, die bisher auch Verletzungen ausgleichen konnte. Gleichzeitig hat man mit Pierre-Emile Højbjerg ein Talent in den Reihen, das ebenfalls auf die zentrale Mittelfeldposition gehört.

Für den 23-jährigen Sebastian Rode scheint einfach kein Platz zu sein und bevor man ihn zum zweiten »Bankdrücker« werden lässt, sollte man direkt nach dem Transfer eine Leihe zu Eintracht Frankfurt stark in Betracht ziehen.

Nun zitiert die Sport Bild Heribert Bruchhagen wie folgt (TM.de Meldung):

Wenn der FC Bayern ihn tatsächlich noch einmal ausleihen möchte und auf uns zukommt, sind wir gesprächsbereit. Das Ansinnen muss aber aus München und nicht von uns kommen.
Heribert Bruchhagen, Vorstandschef Eintracht Frankfurt, 05.03.2014

Meiner Meinung nach ist dies die beste Variante für den Rekordmeister und die Beispiele Jan Kirchhoff (derzeit Schalke 04) und Emre Can (Leverkusen) machen es vor. Kirchhoff laboriert zwar an einer Bänderverletzung, aber Emre Can ist zum Stammspieler aufgestiegen. Im roten Trikot der Münchner hätte er das auf absehbare Zeit nicht geschafft. Die Bayern Amateure hätten seine Entwicklung behindert. Für Sebastian Rode bietet sich dieses Vorgehen ebenso an. Man lässt ihn in seiner Rolle bei Eintracht Frankfurt, ermöglicht ihm eine Entwicklung in bekannter Umgebung und hat vertraglich trotzdem ein weiteres deutsches Fußballtalent an den FC Bayern gebunden. Eine Situation die perfekt scheint, da man mit einem Vierjahres-Vertrag (und ablösefreier Wechsel) alle Fäden in der Hand hält.

Oder solle man stattdessen Højbjerg verleihen und Rode den Platz als Einwechselspieler geben? Im Sommer wissen wir mehr und bis Ende Juni ist hoffentlich auch Rodes Knorpelschaden geheilt.

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Leserkommentare
  1. Felix

    Ganz klar: Verleihen,vor allem nach seiner Verletzung!

  2. Felix

    Bloß würde ich ihn nicht in Frankfurt lassen – schick ihn zu nem anderen Klub in Deutschland, dann lernt er auch noch, wie es ist nicht “zu Hause” zu spielen und sich woanders durchzusetzen…

    1. Interessenten dürfte es ja ausreichend geben. Obwohl ich eigentlich lieber Højbjerg verleihen würde und dafür den Bankplatz für Rode riskiere.

  3. Ralph

    Ich wäre auch dafür, Rode zu verleihen, wenn möglich aber eher an einen Club, der auch international spielt. Das ist in Frankfurt ja nicht gegeben. Holbjerg würde ich in München halten und verstärkt einsetzen.
    Gruß
    Ralph

  4. Bazi78

    Ich denke das Rode sicher nur zu einem Verein möchte der auch Champions League spielt.Am besten nach Leverkusen oder Schalke da man ihn nicht zum BVB verleihen würde.Vielleicht will er es bei Bayern auch einfach mal ein halbes- oder ganzes Jahr versuchen.In der Vorbereitung zur neuen Saison sieht er wohl gute Chancen da fast alle Spieler bei der WM sind und deswegen erst später einsteigen können.Bayern sollte Talente weiter Ablösefrei verpflichten als zum Beispiel einen Ginter von Freiburg für 10-15 Mio.Nach einer kurzen Zeit einfach weiter verleihen und hoffen das sich einer sehr gut entwickelt…

    1. Nachdem sich sein Transfer ja so lange hingezogen hat würde ich auch vermuten, dass er es erst einmal beim FCB versuchen will. Im Winter dann aber wohl auch dann erster Kandidat für eine Leihe.

      Champions League wäre gut, Bedarf ist bei den von dir genannten ja aktuell sowieso an allen Ecken und dort könnte er die notwendige Spielpraxis und Erfahrung sammeln.

      Das Modell ablösefrei kaufen, einsetzen oder verleihen, schauen was passiert finde ich weiterhin großartig. Wahnsinn, dass sich das der FCB inzwischen vom Standing her so “leisten” kann.

      1. Jo

        Nicht vom Standing her, sondern vom Kontostand her. Aber nehmt ihr ruhig mal den Seppl zu euch. Wolltet ihn ja unbedingt haben. Klar, früher war er besser und nicht verletzt aber das kommt eben davon, wenn man Spieler einfach mal auf Verdacht von der Konkurrenz wegholt.

  5. Tripler

    Ich denke Højbjerg kommt nicht für eine Leihe in Frage, dafür ist sein Privatleben noch zu ungefestigt und man weiß nicht was aus seinem Vater wird. Das könnte auch ganz schnell nach hinten für den Jungen losgehen. Dann lieber behutsam in München aufbauen. Mir wird er auch zu selten eingesetzt, aber ich will auch nicht in der Haut vom Pep stecken. Jedes mal wenn er einen Amateur-Spieler einsetzt hat er neben sich noch 3-4 Stars sitzen die auch gerne spielen möchten. Der Junge wird auf jeden Fall seinen weg machen, von dem was ich von ihm bisher gesehen habe bin ich total überzeugt. Selten einen so jungen Spieler so guten Fußball spielen sehen. Er ist auch weiter als Kroos es in seinem alter gewesen ist.

    Aber zurück zu Rode:
    Ist halt auch nicht so toll für den Jungen jetzt gelaufen. Vertrag bei Bayern mit leichten Ambitionen auf Einsatzzeit (vielleicht) unterschrieben und dann so ne “Kacke”. Schalke und Dortmund kommen dabei für mich aber nicht in Frage. Dortmund wird keinen Spieler für Bayern ausbilden wollen und Schalke hat im Mittelfeld, wenn alle fit sind, genügend Alternativen. Fände einen Wechsel nach Wolfsburg für ihn ganz interessant. Dort kann er mit Gustl bissl auf der 6 kicken und nächstes Jahr wohl auch international weiter Erfahrung sammlen.

    1. Da hast du vollkommen recht mit Højbjerg. Denke seine Einsatzzeiten bei den Bayern Amateuren werden bis auf entscheidende Partien eher gering sein, ein Wechsel “in die Ferne” aufgrund der schlimmen Krankheit des Vaters auch nicht optimal bzw. würde es ihm nur schaden und ist unnötig. Eventuell aber ein Verein in der Nähe, sodass er kurze Wege hat. Nürnberg, Augsburg…

      Bloggerkollege Steffen sieht die Rode-Leihnummer etwas anders, mal reinlesen: Rode und die Zweifel – Ich halte weiter daran fest, dass eine Leihe gut und notwendig ist. Habe das noch einmal konkretisiert:

      Bin weiterhin davon überzeugt, dass Rode das nächste Jahr nicht in den Reihen des FC Bayern verbringen sollte, sondern weiter in einer Mannschaft Stammspieler bleiben muss und am besten sogar zu einem CL-Teilnehmer geht, um wertvolle internationale Erfahrung zu sammeln. So richtig wie der von dir angesprochene Generationswechsel ist, wird er noch nicht im Sommer vollzogen werden. Kann mir da auch nicht vorstellen, dass die Rotation groß genug ist, um Rode in ernsthaft fordernden Partien zu genügend Einsatzzeit kommen zu lassen. Das schaffen wir ja derzeit (mit Verlaub) nicht einmal richtig mit Shaqiri.

      Eine Ausleihe wäre gut und wichtig. Muss ja nicht in der Bundesliga sein, sondern kann europaweit funktionieren. Würde ihm als Charakter sicher gut tun & weiterhelfen.

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