Warum Reschkes Abgang schmerzt

Der FC Bayern verliert in Michael Reschke eine der prägenden Figuren der Post-Triple-Ära und mit ihm vor allem ein brillantes Fußball-Netzwerk, das nur schwer zu ersetzen sein wird.

Wer die Bedeutung von Michael Reschke für den FC Bayern verstehen will, muss die veränderten Ansprüche des Rekordmeisters und die veränderten Verhältnisse im europäischen Fußball verstehen. Als Reschke 2014 dank Uli Hoeneß von Bayer Leverkusen losgeeist wurde, weil der Verein spürte, dass sich der Markt radikal verändert, spielte die Scouting-Abteilung beim FC Bayern eine eher untergeordnete Rolle. Das ist nachvollziehbar, denn in den Jahrzehnten zuvor konzentrierten sich die Münchner vor allem darauf, die besten Spieler der Bundesliga, darüber hinaus den einen oder anderen Top-Spieler aus dem europäischen Ausland oder ein vermeintliches Top-Talent aus Südamerika zu verpflichten. Es brauchte keine anspruchsvolle Scouting-Abteilung, um zu erkennen, dass Michael Ballack gut ist. Oder Sebastian Deisler. Oder Miroslav Klose. Oder Mario Gomez. Oder Arjen Robben.

Schon 2012 änderte sich etwas. Die Münchner wollten Marco Reus aus Mönchengladbach holen. Der entschied sich für Borussia Dortmund. Ein Paukenschlag nach einer Saison, die die Münchner ohne Titel beendeten. Der auf nationaler Ebene unumstößliche Satz: “Wen der FC Bayern will, den bekommt er auch”, wurde erstmals in Frage gestellt. Die Bayern reagierten ungewöhnlich. Ein bis dato nur in Fachkreisen bekannter Baske wurde zum teuersten Transfer der Vereinsgeschichte. Für das Trainerteam in München war Javi Martínez allerdings kein Unbekannter. Jupp Heynckes und Peter Hermann kannten Martínez gut. Schon bei ihrer vorherigen Station in Leverkusen war Martínez Thema. Michael Reschke, der damals noch in Diensten der Rheinländer stand, wollte den Defensiv-Allrounder nach Leverkusen holen. Die 40 Millionen Euro festgeschriebene Ablösesumme verhinderten einen Wechsel. Aber Hermann und vor allem Heynckes, der Martínez’ Club Athletic Bilbao einst selbst trainierte und den Verein weiter eng verfolgte, verloren ihn nicht mehr aus den Augen. 2012 machten sie in München ernst. Nach der Absage von Reus brauchten die Münchner ein Statement. Martínez kam und wurde zum Schlüsselspieler der Triple-Saison. Wenn man so will, war er der erste typische Reschke-Transfer, auch wenn dieser erst zwei Jahre später zum FC Bayern stieß.

Heute bewegt sich der FC Bayern in einem noch einmal deutlich verschärften Markt. Der Fall Reus ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Der Triple-Gewinn hat die Ansprüche an neue Spieler deutlich erhöht. Gleichzeitig haben China, England und dazu ausländische Investoren wie in Paris die Preise völlig versaut. Der Fall Reus ist heute durchaus normal. Kevin De Bruyne oder Leroy Sané sind dafür zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Der FC Bayern ist schon lange kein zwingender Schritt mehr für die besten Spieler der Bundesliga, zumal auch das nicht zu unterschätzende Argument “Guardiola” inzwischen wegfällt. Der FCB muss sein Radar inzwischen deutlich erweitern, um Spieler zu finden, die den Kader auf hohem Niveau ergänzen, bezahlbar und vor allem verfügbar sind.

Dazu sind Spielerberater an vielen Stellen nachhaltiger und professioneller geworden. Der Schritt zum FC Bayern ist für viele talentierte 20 bis 25-Jährige eher ein Risiko. Warum nicht in Leipzig, Hoffenheim oder Dortmund den nächsten Schritt machen statt in München das Risiko einzugehen, zwei Jahre auf der Bank zu sitzen? Wer den komplizierten Transfer von Serge Gnabry verfolgt, bekommt eine Ahnung davon, dass Spielzeit und Entwicklungsmöglichkeiten bei vielen inzwischen im Mittelpunkt stehen.

Reschke als “Ein-Mann-Armee”

Im Jugendbereich spielte die Musik in den vergangenen Jahren ohnehin woanders. Während in Hoffenheim, Leipzig und Dortmund professionelle, personell hochgerüstete Scouting-Abteilungen die besten Jugendspieler des Landes in ihre Systeme lockten, hatten die Münchner oft das Nachsehen. Bis heute ist Bayerns Scouting-Abteilung der Konkurrenz personell deutlich unterlegen. Dass der FC Bayern seit 2014 auch im Nachwuchs wieder Top-Talente wie Timothy Tillman und Bruder Malik oder zuletzt ein Trio von Hertha BSC an die Isar holte, hat viel mit Reschke zu tun. Er hielt hier mehr oder weniger als “Ein-Mann-Armee” mit wenigen Helfern dagegen. Gleichzeitig professionalisierte er die Strukturen im langfristigen Scouting.

Der 59-Jährige ist ein Phänomen. Reschke kennt wahrscheinlich jeden sehr guten Spieler dieser Welt und seinen Berater, seit er 15 ist – und wahrscheinlich auch noch seinen Cousin und dessen Mutter. Reschke ist unermüdlich unterwegs auf allen Plätzen des Planeten. Erreicht man ihm am Handy, ist er entweder im Auto oder auf irgendeinem Flughafen. Bei U-Nationalmannschaften, bei der Copa Amerika, in der U19-Bundesliga, in allen europäischen Ligen. Videostudium allein reicht ihm nicht. Deshalb kennt er Javi Martínez seit der U17 gut. Deshalb gilt einer seiner ersten Anrufe beim Rekordmeister dem Berater von Joshua Kimmich, einem Zweitliga-Spieler aus Leipzig. Deshalb nennt er sofort Juan Bernat vom FC Valencia als Wunschspieler für den Backup auf der Linksverteidiger-Position. Und deshalb bekommt er Kingsley Coman und Renato Sanches, bevor die Konkurrenz merkt, dass der FC Bayern bei ihnen längst ernst gemacht hat. In einer Phase, in der genau diese Fähigkeiten für den FC Bayern immer wichtiger werden, verliert der Verein den wohl profiliertesten Mann für diesen Job.

Über Reschkes Transfer-Bilanz wird nun kräftig gestritten. Nicht immer ist das fair.

Sanches wird jetzt häufig als Beispiel für die angeblich miese Bilanz seiner Amtszeit herangezogen. Dabei wird der Transfer im Sommer 2016 als Coup gefeiert. Sanches wird zurecht zum Golden Boy der EM. Er gilt als absolutes Top-Talent und die 30 Millionen Euro Ablöse beinahe als Schnäppchen. Es ist das Los eines jeden Scouts, für Transfers erst Jahre im Nachhinein bewertet zu werden. Dabei ist die Arbeit des Trainers für die konkrete Entwicklung eines Spielers meist viel entscheidender.

Auch Medhi Benatia wird als Flop herangezogen. Der Marokkaner kam 2014 als Nottransfer kurz vor dem Ende der Transferperiode, weil sich Javi Martinez und Holger Badstuber langfristig verletzt hatten. Der Markt war zu. Benatia hatte ebenfalls kaum jemand auf dem Schirm und war im Prinzip ein toller Verteidiger, der leider immer wieder verletzt war.

Transfergremium entscheidet

Andere inzwischen umstrittene Transfers wie Douglas Costa (dessen Einfluss insgesamt auch nicht so negativ war, wie er heute gemacht wird) sind nicht zweifelsfrei Reschke zuzuordnen. Es gibt bei den Münchnern ein Transfergremium mit den Bossen, dem Sportdirektor, dem Finanzverantwortlichen und natürlich auch dem jeweiligen Trainer. Für Reschke, der in Leverkusen mehr oder weniger freie Hand hatte, war das eine Umstellung. Nicht auf jedem Bayerntransfer der vergangenen drei Jahre prangt deshalb zurecht das Reschke-Banner. Costa war zum Beispiel eher der Wunschspieler von Guardiola. Ohne den Einblick in die genauen Entscheidungsprozesse ist eine endgültige Bewertung schwierig. Gleiches gilt für die Situation am Markt. Es ist undurchsichtig, welche Spieler überhaupt zu welchem Preis zu haben und gleichzeitig wechselwillig sind. Wer sich Marktwerte auf Transfermarkt.de anschaut und denkt “Spieler X wäre doch auch für den Preis zu haben gewesen”, verkennt völlig die Realitäten. Es gibt in jedem Sommer nur wenige sehr gute Spieler, die überhaupt für einen Wechsel in Frage kommen. Zudem stimmen die Marktwerte dort längst nicht mehr mit der Realität überein.

Fakt ist, dass der Kader heute in der Breite besser aufgestellt ist als bei seiner Ankunft. Damals gab es auf den offensiven Außenbahnen und der Linksverteidigerposition zum Beispiel keinen echten Ersatz. Bei der Bewertung von jungen Spielern wie Coman, Sanches, Gnabry und Süle muss für eine endgültige Bewertung noch etwas abgewartet werden. Ein Top-Star der Marke Robben, Lewandowski war bei den Transfers seit 2014 gewiss bisher nicht dabei.

Es wird nun spannend, ob und wie die Münchner Reschke ersetzen. Es braucht wie erwähnt keine hoch anspruchsvolle Scouting-Abteilung, um zu erkennen, dass Naby Keita oder Marco Reus gute Bundesliga-Spieler sind. Aber es braucht viel Erfahrung, extrem gute Kontakte und vor allem Verhandlungsgeschick, um Spieler dieser Kategorie zu finden und von einem Wechsel zu überzeugen, bevor sie 60-80 Millionen Euro kosten. Wer diese Aufgabe beim FC Bayern übernehmen kann und soll, ist völlig fraglich. Das gilt auch für die Frage, warum Reschke überhaupt den Verein verlässt. Reschke war ein Hoeneß-Mann und bisher nie wirklich interessiert an einem Job in der ersten Reihe. Was genau den Ausschlag gegeben hat, bleibt wohl erstmal offen. Sicher reizt einen Typen wie ihn die Herausforderung in Stuttgart mit großem Entscheidungsspielraum etwas aufzubauen.

Ob Reschkes rechte Hand Marco Neppe im Verein bleibt, ist ebenfalls unklar. Hasan Salihamidzic bringt kein wirkliches Netzwerk mit und hat auch keine Erfahrung als Scout. Nicht ausgeschlossen, dass die Münchner Bosse in Kürze mal wieder bei der Konkurrenz wildern. Es bleibt zu hoffen, dass sie erkennen, wie wichtig ein kluges, langfristiges Scouting selbst für den deutschen Marktführer inzwischen ist. Nicht für die Hummels und Lewandowskis. Aber für die Martínez und Kimmichs der Zukunft.

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Leserkommentare
  1. Michael

    Vllt hat Reschke ja einfach um Freigabe gebeten weil er in dem Job bei Stuttgart etwas sieht. Vllt wollten die Bayern Verantwortlichen gar nicht das er geht. Schade ist es sicherlich trotzdem.

  2. GestrandedInBerlin

    Guter Kommentar, auch wenn ich nicht wirklich so sicher bin, ob die Breite wirklich besser ist – zumindest offensiv. Aber tatsächlich läge das tatsächlich eher an der Spielerentwicklung aus meiner Sicht – hier fehlt Guardiola aus meiner Sicht sehr.
    Man sollte ja nicht zu früh urteilen was die Nachfolge angeht, momentan wirkt die Personalpolitik aber halt sehr konfus und nicht zielgerichtet.
    Es gab ja einige Diskussionen hier im Forum, ob manche nicht zu negativ sind. Es gibt bestimmt viele Fans, die allgemein zu negativ auf die Entwicklungen schauen aber mir z.B. geht es einfach so, dass man bei Guardiola Entwicklungen gesehen hat, man hatte gesehen, dass es einen Plan gab und dann ist der vielleicht nicht immer aufgegangen, aber man konnte einer Entwicklung eben zu sehen. Das ist ja bei vielen Mannschaften so, die vielleicht nicht jedes Jahr um die Meisterschaft spielen, dass man sich nicht über TItel, sondern über Entwicklungen freut. Und momentan sehe ich halt nur Konfusion und Ancelotti der seit einem Jahr von fehlender Balance spricht…

  3. Systemrelevant

    Über die Gründe zu spekulieren ist Zeitverschwendung. Nach allem was so bekannt über ihn ist dürfte man das eher in der Kategorie Verlust für den Verein einordnen dürfen.

    Wenn es sein eigener Wunsch war zu gehen muss man sich die Frage stellen, warum der Verein nicht alles dafür unternommen hat ihn zum bleiben zu bewegen. Als Antwort finde ich da nur den Gedanken, dass die Führungsetage mit Blick auf die Zukunft umstrukturiert wird. Er geht auf die 60 zu und besetzt eventuell Kompetenzen, die von anderen beansprucht werden könnten.
    Wenn der Verein ihm nahegelegt hat zu gehen gitl vermutlich das gleiche.
    Einzig wenn er jetzt im Streit gehen sollte bleiben Fragen offen. Streit weil Hasan sein Vorgesetzter ist? Wäre das vermeidbar gewesen oder war es dann gewollt? Was wäre der Unterschied zwischen jetzt, also er unter Brazzo und seinem jahrelangen Engagement in Leverkusen, bei dem er genauso unter Völler gearbeitet hatte?

    Wird sich erst in einiger Zeit herausstellen, aber für mich macht es den Eindruck als würde sich die Führungsetage des Vereins in Richtung FC Bayern 2025 ausrichten.

    Und falls das nachher aufkommt: Ja, ich finde es richtig wenn die Verantwortlichen auch ehemalige Spieler suchen um die Posten zu besetzen. Sie wissen aus der Vergangenheit was den FC Bayern ausmacht und sind in der Lage dieses Gefühl auch in die Zukunft zu transportieren. Egal ob es um die “Familie FC Bayern” geht oder in Sachen wirtschaftlichen Aspekt, dass niemals unvernünftige Dinge gemacht werden bzw. Schulden um einen Spieler zu verpflichten o. ä.. Man muss sich nur in Europa umschauen was für Sachen da im Fußball ablaufen und da sind Verstand und Loyalität eben Grundvoraussetzungen um die Idee des FC Bayerns auch noch in 20 Jahren im gleichen Maße zu erleben.

  4. Selbst für uns Münchner Bayernfans war Reschke 3 Jahre lang eher ein Phantom und kaum in der Öffentlichkeit wahrnehmbar. 95% der Bayernfans hätten wahrscheinlich bis gestern oder heute sein Gesicht nicht erkannt.

    An den Autor Steffen:
    Du bist in der Berliner Redaktion von “miasanrot” und ordnest viele Transfers mehr oder weniger eindeutig Reschke oder eben auch nicht zu. Hast du / habt ihr dazu “Insiderwissen” oder stammt dieses Wissen eher aus den allgemeinen Medieninfos der letzten Jahre? (Die Frage mag provokativ klingen, ist aber ganz ehrlich nicht so gemeint, sondern entstammt wirklich meiner reinen Neugier ;-) ).

    Als ein Müller-Wohlfahrt vor 2 1/2 Jahren gegangen worden ist, sprachen auch plötzlich sehr viele Medien und Fans von dem Verlust einer “Vereins-Ikone”. Wir Münchner Bayernfans haben ihn jedoch vorher keineswegs so gesehen. Ganz im Gegenteil: Aus der Münchner “Ärzte-Szene” weiß ich, dass M-W immer äußerst umstritten gewesen war: Als herausragender Diagnostiker bekannt, waren und sind jedoch seine Behandlungsmethoden äußerst umstritten (gewesen).

    Ich frage mich nur, ob aus Reschke insgesamt nicht eine größere Nummer gemacht wird, als er es jemals wirklich war. Vor 2 Jahren habe ich z.B. einen Fußballscout (und großen Bayernfan) kennengelernt, der für sich selbst in Anspruch genommen hat, Kingsley Coman (Jugend von PSG + franz. Nati) “entdeckt” zu haben …. Damals habe ich ihm das zumindest abgenommen.

    Es kann jetzt viel spekuliert werden, warum Reschke gegangen ist und ob dies wirklich für den Verein ein Verlust sein wird … Ich persönlich weiß es nicht – diese Tätigkeiten sind viel zu intransparent!

    Noch eine kleine Anmerkung. Du schreibst: “Hasan Salihamidzic bringt kein wirkliches Netzwerk mit …”
    Wenn ich mich richtig an die Pressekonferenz zur Vorstellung von Brazzo erinnere, dann haben die beiden “Bayern-Granden” gerade das große Netzwerk von Hasan als einen großen Pluspunkt von ihm dargestellt.

    1. Charly

      Na ja, irgendwas müssen sie dem geneigten FCB Fan ja vorsabbeln, können ja schlecht sagen “Brazzo hat kein Netzwerk, aber das kann er sich ja aufbauen”.

      Ich sehe den neuen Sportdirektor auch sehr kritisch und -sorry- als willfährigen Erfüllungsgehilfen der Pläne UHs und KHRs.

      Brazzo wird ganz sicher nicht an deren Stühlen rücken und somit ist das Königreich (ab)gesichert und man kann sich wieder in Ruhe zurücklehnen.

      Es ist doch kein Wunder, daß starke Charaktere wie Olli, MvB oder Mehmet nicht gefragt wurden, die könnten gefährlich werden.
      Nein, nachdem der Berg monatelang kreißte gebar er ein Bürschchen.

      Die Entwicklungen in der operativen Abteilung sehe ich seit längerer Zeit sehr kritisch!

      1. emob

        Das mit den “starken” Charakteren ist so eine Phrase, was genau soll das denn überhaupt heißen? Und sind diese Charaktere wirklich “stark” wenn sie wie Kahn oder Scholl statt ihre Fußballkenntnisse aufzubauen, weiterzuentwickeln und Netzwerke aufzubauen sich lieber auf die bequemen Stühle im öffentlich-rechtlichen setzen und da heiße Luft von sich geben?
        Ich vermute ja mit “stark” sind meistens die dummenu nd meist ziemlich inhaltslosen Sprüche gemeint, die man als Kommentatzor so von sich gibt und damit Öffnetlichkeit erntet. Das wird meistens zimelich übershcätzt und hat nichts mit tatsächlichen analytischen Fähigkeiten zB zu tun, die Fähigkeit andere in so einem Verein zu überzeugen, Führungsstärke zu zeigen, in dem man Aufgaben delegiert und auf fachkundige Meinungen anderer, fahckundiger Menschen hört. Das hat nämlich gar nichts damit zu tun ob man im Studio steht und irgendwelche Sprüche für die Bild raushaut.

  5. Kurt

    Good riddance.

    Mia san Mia. Manche halt nicht.

  6. Bayernmöger

    Ein ganz großer Verlust, ganz klar für mich. Wir verlieren also nun wichtige Leute an Stuttgart? Echt jetzt? Das erste Mal, seit ich diesem Verein folge, habe ich seit dieser Sommerpause das ganz starke Gefühl, dass der Kopf des Fisches gewaltig stinkt. Wenn Reschkes Abgang etwas positives hätte haben können, dann die Möglichkeit einen machtvollen und kompetenzreichen Posten zu kreieren, der auch für gute Leute attraktiv wäre. Aber im Wissen um Reschkes Abgang holt man…..Brazzo. Was nun? Karimi, wegen der tollen Verbindung zu Asien? Kuffour, weil der ja auch so nett und lustig war? Den Co-Trainer in die PL ziehen zu lassen, war auch so ein Ding. Der Trainer, der als Bewahrer geholt wurde, soll nun den Umbruch gestalten. Wird interessant sein zu sehen, wie ein Team in einem solchen Umfeld bestehen kann. Hoffen wir, dass die Wahrheit “auf dem Platz” ist. Im Team selber sehe ich im Moment die geringsten Baustellen. Aber als Top-Spieler, der Perspektiven will, wäre ich jetzt sehr aufmerksam.

  7. Rye B

    Eigentlich mag ich gar nicht schreiben zu den Themen “Funktionäre & Vereinsführung” … das verdirbt mir zur Zeit echt die Laune.

    Reschke hatte nach dem Sammerabgang in einem Interview auch mal anklingen lassen, dass er sich Sammers Amt auch vorstellen könnte, bis einen Tag später Rummenigge reingegrätscht ist. (Reschke bleibt Chefscout/Kaderplaner).
    Wenn er sich Reihe 1 nur begrenzt vorstellen konnte/könnte warum dann jetzt in die Reihe 1 zum VfB.

    Jetzt sind Reschke und Sammer weg und man hat verpasst ein Schwergewicht weil Fachmann, wie Eberl “heim” zu holen. Damit wäre auch ein Umbruch auf Funktionärsebene gestartet worden:
    Max in 2017
    Philipp in 18 oder 19
    – Mit Max jemand sehr erfahrenen als Sportvorstand und dann Philipp langsam an das Amt von Rummenigge herangeführt.

    Jetzt haben wir keinen Sportvorstand, der technische Direktor/Kaderplaner/Chefscout mit seiner Jahrzehnte langen Erfahrung ist weg und wir haben mit Nerl…äh Brazzo einen VÖLLIG unerfahrenen Teammanager/Sportdirektor/Grüß-Gott-Onkel auf der Habenseite… oh Mann ich kriegt echt schlechte Laune (und Ja ich liebe Brazzo als Spieler und für seine Art).

    Nachfolgeregelung für unsere beiden Oberen nicht nur verschoben sondern komplett weg… wieder einmal.

    “”
    Uli, du hast jahrelang gepredigt, dass die Nachfolgeregelung höchste Prio hat und du zuviele Unternehmen gesehen hast, bei denen genau da das Elend losging. Im wichtigsten Ressort (Sport/Fussball) gibt’s bei unserem Herzensverein bisher 0,0 Fortschritt!
    “”

    Es bleibt zu hoffen, dass alles in eine einigermaßen gute Richtung.
    Gerade jetzt, wo in diesem Sommer deutlich zu sehen war, dass wir finanziell eben nicht mehr ganz vorne mitspielen können/sollen/wollen, wäre eigentlich mehr Know-How im Sportbereich gefragt und nicht weniger wie in den letzten 13 Monaten.
    Reschke und Sammer zusammen wahrscheinlich 40 Jahre Erfahrung als Funktionäre im Profifußball -> Brazzo 0 Jahre.

    Holen, von der Konkurrenz… hoffentlich!

    1. Kurt

      “Wenn er sich Reihe 1 nur begrenzt vorstellen konnte/könnte warum dann jetzt in die Reihe 1 zum VfB.”

      Weil die erste Reihe beim VfB nicht annähernd mit der ersten Reihe beim FCB zu vergleichen ist.

    2. Rye B

      Tut mir leid Kurt, das überzeugt nicht (genug) um das zu entkräften.

      Die 1 Reihe in Stuttgart wird in der kommenden Saison mit Argusaugen betrachtet werden, nicht nur nach dem Schindelmeiser Entlassung sondern unter anderem wegen 1. Saison wieder in Liga 1 und vor allem der Ausgliederung!
      Da wird der Sportvorstand die 1. Person sein, auf den in mehrer Hinsicht “losgegangen” wird, egal ob Interviews zum Spielgeschehen oder sonst irgendwas… außer Hannes Wolf ist quasi kein anderer da, den man fragen kann/will mit Fußballsachverstand (>10 Jahre)
      -> voller Präsentierteller

      Bei uns teilt man sich das Medieninteresse/gebashe mit Uli, mit Kalle und mit Carlo… die sich alle mehr oder weniger gern ins Haifischbecken bewegen.
      Selbst in Reihe 1 hätte Reschke da nicht so oft rangemusst bzw. wenig(er) Fokus auf sich gezogen.

      Egal jetzt, zu müßig zu diskutieren!!
      Für mich bleibt ein Kompetenzverlust zur Unzeit.

  8. Roland Wohlfarth

    Ich hoffe sehr, dass nicht das zutrifft, was gemutmaßt wird, dass Reschke nämlich ging, nachdem klar wurde, dass Brazzo sein Vorgesetzter ist. Man stelle sich das einmal in der freien Wirtschaft vor: Ein unerfahrener Mitarbeiter, dessen einzige Qualifikation der “Stallgeruch” ist, drängt einen europa- (oder welt-)weit geschätzten Experten aus dem Job. Wie auch immer. In einem komplett aufgeblasenen Markt, in welchem vor allem die Engländer und Chinesen schon Mondpreise für Durchschnittskicker zahlen, wird es, wenn man nach Paris oder Mailand (AC) guckt, in den nächsten Jahren wohl immer schwieriger werden, bezahlbare Klasse an die Isar zu locken. Um so mehr wäre ein Mensch mit Reschkes Connections wichtig, der Qualität abseits der großen Namen auf dem Zettel hat. Dieser Abgang reißt eine große Lücke.

  9. Brian Laudrup

    Ich bin ehrlich erstaunt bzw. sogar erschreckt, wie sich ein Großteil der MSR-Leser die Personalpolitik der letzten Zeit schönredet.

    Abgänge: Sammer, Guardiola, Clement, Reschke…
    Gemeinsamer Nenner: weithin unbestrittene fachliche Kompetenz

    Neubesetzungen: Willy, Brazzo, Gerland, Sauer, S. Hoeneß…
    Gemeinsamer Nenner: alte Weggefährten oder sogar gleich Familienangehörige von Uli Hoeneß, niemand in seiner Funktion mit Track Record auf CL-Niveau

    Stallgeruch gewinnt keine Meisterschaften, wahrscheinlich nicht mal einen Blumentopf. Unstreitig ist der FC Bayern etwas besonderes und dieses Besondere muss am Leben gehalten werden. Steht der Stallgeruch daher aber über fachlicher Kompetenz? Nie und nimmer. Der FCB braucht die allerbesten und das Mia san Mia bekommen wir denen dann schon eingebimst.

    Auf mich haben diese Entscheidungen Kreisliga-Niveau wo der Präses den Schwager zum Wirt vom Klubheim und seinen ältesten Kumpel zum sportlichen Leiter macht.

    Möge ich eines besseren belehrt werden!

    1. Mister Stallgeruch

      “Stallgeruch gewinnt keine Meisterschaften, wahrscheinlich nicht mal einen Blumentopf.”

      Bayern machte U. Hoeneß (Ex-Spieler mit Stallgeruch) zum Manager und holte viele Titel.

      Bayern machte Rummenigge (Ex-Spieler mit Stallgeruch) zum Vorstandsvorsitzenden und holte viele Titel.
      Dazu kommt natürlich unter beiden auch noch der gigantische wirtschaftliche Erfolg der letzten Jahre.

      Bayern holte Hoeneß-Freund Heynckes zurück und gewann das Triple.

      Bayern hat Gerland Spieler wie z.B. Alaba, Badstuber, Müller und Kroos zu verdanken. Die sind alle durch seine Schule gegangen. Das man mit diesen Spielern auch viele Titel geholt hat. Geschenkt.

      Magath musste gehen, Bayern holte Hitzfeld zurück, der hatte also auch einen gewissen Stallgeruch und in der darauffolgenden Saison wurde das Double gewonnen.

      Csernai musste gehen, Bayern holte Lattek zurück, der hatte also auch einen gewissen Stallgeruch und das war auch nicht ganz so unerfolgreich.

      Das Sagnol schon als Cheftrainer arbeitete (Girondins Bordeaux) und er als Manager bei der Direction Technique Nationale (DTN) für alle französischen Nationalmannschaften zuständig war, egal, auch so was ist doch eher unwichtig. Das er dadurch vielleicht im französischen Fußball eng vernetzt ist und das wiederum bei Transfers helfen könnte, ich würde darin doch eher einen Vorteil sehen.

      Sebastian Hoeneß war zuletzt bei RB Leipzig und dort als Cheftrainer für die U 17 zuständig und auch Jochen Sauer ist nicht wirklich unerfahren. Bevor er zu Bayern wechselte arbeitete er als Geschäftsführer für Red Bull Salzburg. Die Bundesliga ist für ihn auch kein unbekanntes Gebiet. Sauer war zwischen 2010 und 2012 als Sportlicher Leiter für den VfL Wolfsburg tätig.

      Nicht zu vergessen, Bayern hat auch viele Leute ohne Stallgeruch.
      Jan-Christian Dreesen stellvertretender Vorstandsvorsitzender
      Andreas Jung Vorstand
      Jörg Wacker Vorstand
      Jochen Sauer Abteilungsleiter Junior Team
      Timon Pauls Chefscout Junior Team

      Am Ende hatte Bayern schon mit Leuten Erfolg die Stallgeruch mitbrachten und man hatte mit ihnen genauso auch schon Misserfolg (Lerby und Nerlinger). Das ist aber ganz normal. Bayern hatte auch mit vielen Leuten von Außen nicht nur Erfolg.

      1. Brian Laudrup

        Das ist mir zu viel “gestern”. Zu Udo Latteks Zeiten gab es noch keine Premier League.

        Wie dem auch sei: das ist der FC Bayern und da wünsche ich mir nur 1a-Lösungen. Es liegt (Achtung, nur eines von mehreren möglichen Beispielen) jenseits meiner Vorstellungskraft dass ausgerechnet der Neffe von UH – ein (!) Jahr Erfahrung als Cheftrainer der RBL-U17 hin oder her – die bestmögliche Lösung für die U19 des FC Bayern München darstellen soll.

  10. Mic

    Moin! Ich finde Reschkes-Weggang eher neutral. Da ich seine Vertragsdetails nicht kenne, ist mir nicht klar, ob sein Vertrag aktuell ausgelaufen wäre und er sich jetzt, da er nicht Sportvorstand in München wurde, die Gelegenheit ergriffen hat sich zu ” verbessern”!? Das könnte ich unter Berücksichtigung der aktuellen Situation unter Salihamdizic sogar nachvollziehen. Seine besten Scoutingleistungen bleiben Coman & Kimmich. Wenn ich an Benatia, Tasci oder auch Sinan Kurt und Sanches denke relativiert sich das wieder etwas. Tolisso, Rudy, Süle und Gnabry müssen sich erst noch behaupten und zur der “Bayern-Tauglichkeit” lässt sich noch nicht viel sagen. Was ich wohl finde ist – und ich meine das nicht negativ-wertend – das die Fußball AG des FC Bayern aktuell wie ein Familienunternehmen geführt wird. Das wirkt auf dem Niveau nicht hundertprozentig überzeugend. Zur Zeit macht es auf mich den Eindruck, als schare man nur die “Getreuen” um sich, die intern wenig unbequem sind und nach außen zumindest voll auf Linie sind. Ich glaube, um einen Umbruchsprozess, der ja zwangsläufig erfolgen muss, aber in diesem Markt immer komplizierter gestalten zu sein scheint, braucht es mehr interne Kritik und veränderte Prozesse. Ebenso sollte in das “Produkt Fußball” (also die Mannschaft) deutlich mehr investiert werden, um hier nicht durch andere Wettbewerber abgehängt zu werden. Oder man sollte sich umorientieren und veränderte, aber dadurch nicht weniger interessante, Ziele anpeilen. Mir wäre, überspitzt formuliert, ein EuroLeague-Sieg mehr wert, als ein chancenloses Ausscheiden in Viertelfinale der CL. Zugegeben etwas provokant, aber nur meine Meinung…

  11. Roland Wohlfarth

    Wie im Text erklärt, war Benatia ein Nottransfer nach der schlimmen Verletzung von Javi Martinez, um den herum Pep ja eigentlich eine Dreierkette aufbauen wollte, als der Markt zu war. Gleiches gilt für Tasci, das war kein gescouteter Spieler, damals gings nur darum, aufgrund von Verletzungen irgendeinen verfügbaren IV mit einigermaßen Qualität zu verpflichten

  12. GP11

    Ich bin doch überrascht ob der heftigen Reaktionen bezüglich Reschkes Abgang.
    Da können Hoeneß und Rummenigge jahrelang hunderte Millionen Euro verbrennen, den Verein für immer aus der europäischen Spitze verbannen, Straftaten begehen und schlimmste Diktaturen und Terrorismus-Unterstützer legitimieren und das wird mit einem Schulterzucken hingenommen. Jetzt geht Reschke und die Kritik bricht los.

    Kann denn irgendeiner benennen, was Reschke für einen Mehrwert hat(te)? Ich sehe nämlich keinen.
    Der Transferpolitik unter seine Ägide war schlicht grausam und jetzt gibt es zwei Bewertungsmöglichkeiten:
    1. Er hatte ohnehin nichts zu melden und ist auch nicht verantwortlich gewesen, weil Hoeneß und Rummenigge ihn größtenteils übergingen => dann ändert sich mit seinem Abgang exakt gar nichts.
    2. Er war für die katastrophale Transferpolitik mitverantwortlich => dann ist der heutige Tag ein Festtag und eine der besten Personalveränderungen der letzten Jahre.

    Leider muss ich auch sagen, dass dieser Artikel nicht ganz das gewohnte MSR-Niveau hat. Das nimmt ja zum Teil schon bedenkliche Züge von Heldenverehrung an.

    “Der 59-Jährige ist ein Phänomen. Reschke kennt wahrscheinlich jeden sehr guten Spieler dieser Welt und seinen Berater, seit er 15 ist – und wahrscheinlich auch noch seinen Cousin und dessen Mutter.”
    Zum ersten Teil des Zitat könnte man polemisch die Frage stellen, warum er diese Spieler denn die vergangenen drei Jahre nicht verpflichtet hat, wenn er sie doch alle kennt. Und der zweite Teil spricht Bände bezüglich der Überhöhung Reschkes.

    Mal ein paar Bewertungen zu den Transfers meinerseits:

    Bernat:
    Einziger Transfer, zu dem man Reschke ohne wenn und aber gratulieren kann. Einen so guten LV-Backup für diesen Preis zu verpflichten, ist definitiv nicht selbstverständlich.

    Coman:
    “Und deshalb bekommt er Kingsley Coman und Renato Sanches, bevor die Konkurrenz merkt, dass der FC Bayern bei ihnen längst ernst gemacht hat.”
    Naja, ein Coman ist die Saison, bevor wir ihn für 28 Millionen verpflichtet haben (ich bin mir im Zuge der letzten Deals mit Juventus immer sicherer, dass es eine Kaufpflicht war) erst ablösefrei zu Juventus gewechselt. Klar kam Reschke selbst erst 2014 zu Bayern, aber einen faden Beigeschmack bezüglich des obigen Zitats hinterlässt es dennoch.

    Benatia:
    “Der Markt war zu. Benatia hatte ebenfalls kaum jemand auf dem Schirm und war im Prinzip ein toller Verteidiger, der leider immer wieder verletzt war”
    Also Benatia war so ziemlich überall auf dem Schirm, galt als bester Serie-A-Verteidiger, der nicht bei Juventus spielt und wurde insbesondere mit Chelsea stark in Verbindung gebracht. Ein toller Verteidiger bringt einem auch nichts, wenn er null in den Plan des Trainers passt. Benatia war von Anfang an ein schlechter Transfer. Korrekt ist, dass Reschke nichts für die Verletzungen kann, welche den Transfer von einem schlechten zu dem schlechtesten (?) Bayern-Transfer aller Zeiten machten.

    Sanches:
    “Dabei wird der Transfer im Sommer 2016 als Coup gefeiert. […] Er gilt als absolutes Top-Talent”
    Erstens zeigt das ja schon, dass Sanches alles andere als ein Unbekannter war für den man einen Reschke braucht, um ihn zu identifizieren. Zweitens hat Reschke nicht erkannt, dass Sanches vom Spielertyp nicht hierher passt.
    “Sanches wird zurecht zum Golden Boy der EM.”
    – Sanches ist bester junger Spieler der EM geworden, Golden Boy ist er zwar auch, aber das ist eine andere Auszeichnung aus dem Herbst.
    – Hätte Eder nicht getroffen und stattdessen Frankreich gewonnen, wäre wohl Coman bester junger Spieler geworden. So überzeugend war Sanches während der EM keinesfalls, wenn man ihm mit offenen Augen zugeschaut hat. Insbesondere war aber Raphael Guerreiro und nicht Sanches/Coman der klar beste junge Spieler des Turniers. Nur gewinnen Defensivspieler sowas halt nie. “Zurecht” hat Sanches also keinesfalls gewonnen.
    “30 Millionen Euro Ablöse”
    Es sind 35 + 45 Millionen Euro.

    Costa:
    “Nicht auf jedem Bayerntransfer der vergangenen drei Jahre prangt deshalb zurecht das Reschke-Banner. Costa war zum Beispiel eher der Wunschspieler von Guardiola.”
    Man kann da Reschke nicht so einfach aus der Bewertung rausnehmen – und zwar sowohl in die positive als auch die negative Richtung.
    Ich denke (offensichtlich kein Insiderwissen, sondern eigene Einschätzung; fände es übrigens auch gut, wenn der Autor sowas auch klarer aufzeigen würde), dass Guardiola schnelle, klassische Außen für sein 4-4-2 wollte, weil er gleichzeitig Müller und Lewandowski einbinden musste, aber keine spielstarken ZMs bekam. Jetzt ist positiv zu bewerten, dass Reschke mit Costa einen sehr gut passenden Spieler identifizierte, denn ich denke nicht, dass Costa direkt von Guardiola vorgegeben wurde.
    Allerdings hätte er in seiner Position als Kaderplaner schon dem Grundplan einen Riegel vorschieben müssen. Wenn klar ist, dass der Trainer nach der Saison geht (und mir kann keiner erzählen, dass das nicht allen klar war), dann darf man keinen solchen Spezialisten verpflichten, sondern muss langfristiger planen. Und dann passt ein Costa eben nicht.

    1. Brian Laudrup

      Die Kritik ist nicht mit dem Abgang von Reschke sondern mit der Präsentation von Salihamidzic losgebrochen.
      Außerdem interessant, dass grade Du Dich freust, dass er weg ist da dann nun die in Deinen Augen völlig unfähigen UH und KHR alleine die (Transfer-)Geschicke leiten.

      1. GP11

        Ich freue mich nicht, mir ist es nur vollkomen egal, da eben Hoeneß und Rummenigge eh alles machen.
        Und dann ist eben mit Salihamidzic die Kritik losgebrochen. Ändert aber nichts daran, dass es lächerlich ist, sich genau darüber jetzt besonders zu echauffieren, während sonst alles in den Himmel gelobt wird.
        Solange Hoeneß und Rummenigge nicht wahlweise im Gefängnis oder im Altersheim sind, laufen alle großen Transfers ausschließlich über sie. Da ist es egal, ob ein Reschke, ein Salihamidzic oder Maskottchen Berni irgendeine Alibi-Position einnehmen.
        Und bei den paar kleineren Transfers, die er machen durfte, hat er nunmal nicht überzeugt.
        – Stichwort Dembélé
        – Stichwort Kimmich statt Weigl

      2. Brian Laudrup

        Vieles spricht dafür, dass Dembelélé nicht auf dem Markt war (Pinault/Puma).

  13. @Thueringer1900

    Einige Fragen, die mir seit geraumer Zeit durch den Kopf gehen.

    Für was steht der FC Bayern? Welches Ziel verfolgt unsere Führungsriege?

    Seit der Rückkehr des Heilsbringers Hoeneß geht es für mich nur noch in die falsche Richtung. Nachrichten werden lanciert und meist zuerst vom Springerverlag veröffentlicht.

    Sportlich geht es seit dem Ende von Guadiola eigentlich nicht mehr vorwärts, eher im Gegenteil. War die Erwartungshaltung an Ancelotti (Verwalter) einfach zu groß? Talente, bis auf wenige Ausnahmen, schaffen kaum mehr dauerhaft den Sprung zu den Profis. Über eine gewisse Spielidee müssen wir auch nicht reden, weil für mich nicht erkennbar.

    Will man ein Global Player sein? Dafür geht man aus meiner Sicht bei Spielertransfers zu wenig Risiko ein, gerade was den finanziellen Rahmen angeht. Die Finanzkraft wäre sicher vorhanden.

    Müssen PR-Reisen nach China sein? Hier kann man sicher geteilter Meinung sein aber bei einem, gibt es keine zwei Meinungen. Eine gute vernünftige Vorbereitung sollte bei den Zielen des Rekordmeisters immer im Vordergrund stehen und von dem kann bei dem gesteckten Terminplan in Asien nicht die Rede sein.

    Soll der alte Plan von Hoeneß umgesetzt werden und beim FC Bayern spielt in naher Zukunft die deutsche Nationalelf.

    Selbst in der Führungsetage wurde, während der Abwesenheit von Hoeneß, die Chance verpasst die Weichen auf Zukunft zu stellen. Des Weiteren hat uns mit Clement, Sammer und jetzt Reschke viel Kompetenz verlassen.

    Ist der FC Bayern nicht mehr das Zugpferd, als das er sich selber sieht? Warum schafft man es nicht einen Lahm, Eberl oder andere Kandidaten für sich zu überzeugen?

    Ich erkenne leider keinen Plan mehr bei meinem Verein und über allen sollte der Verein stehen und nicht die Eitelkeiten einiger einzelner Personen.

  14. jjs

    Diese Saison wird spannend, soviel steht fest.
    Die beiden FCB’s in Bewegung.

  15. Marco05

    Zum einen das mit Reschke kann man – entgegen meiner sofortigen Reaktion gestern – mit etwas Abstand und drüber nachdenken tatsächlich zweischneidig sehen. Viele aufstrebende Jungstars haben wir ja trotz Reschkes Netz nicht bekommen. Was wir bekommen haben, war durchwachsen. Es haben (wie immer) nur die eingeschlagen, für die man nicht EINEN Mann in der Scouting-Abteilung benötigt.

    Die Frage ist, was ist der Plan. Will man diese “Zwischen”transfers (angehender Star, viel Potential aber noch nichts nachgewiesen, schon gar nicht in den Top4-Ligen) vielleicht gar nicht mehr, weil man a) erkannt hat, dass die Erfolgsquote mau ist oder b) solche Jungs in Zukunft aus der eigenen Jugend erwartet? Wäre aus meiner Sicht denkbar.

    Die andere Seite ist, und das kann man schon seit Jahren beobachten, dass man bei Abgängen oft den einfachen Weg wählt:

    Hoeneß – Nerlinger (war eh grad da)
    MW – Braun (war auch schon da)
    Clement – Gerland (gefühlt schon immer da)
    Guardiola – Ancelotti (nicht da, aber am Markt und hatte nichts zu tun)
    Gerland – Willy (kennt man schon ewig)
    Sammer – nix – Brazzo (dufter Kerl mit Bayern-Gen)
    Reschke – N.N. wie wärs mit Pflügler, Aumann oder Augenthaler

    Für mich – und das sehe ich wie die meisten auch – geht die Tendenz leider deutlich nach unten. Wie oben schon geschrieben wurde: Wir sind der FCB. Topadresse in Europa. Fianziell gesündester Verein. Mitgliederstärkster Verein der Welt. Wir brauchen die besten, auf jeder Position, keinen Praktikant der grad im Haus ist und keine alten Bekannten, weil sie einfach immer gut drauf sind. Kompetenz, Fachwissen, Rafinesse. Das scheint nicht mehr die große Rolle zu spielen.

    Mag sein, dass aktuell alles zu negativ wegkommt, aber Sorgen machen muss erlaubt sein.

  16. Sascha

    Viele Charakterköpfe sind in den letzten 4 Jahren gegangen.
    Für mich ist das eine negative Entwicklung,die zur Zeit zeigt,das der FCB vielleicht zu sehr Abhängig von Personen ist.Ich bin seit meinem 6.Lebensjahr Fan des FCB.
    Heute bin ich 43.Zur Zeit sehe ich keine Spielentwicklung,kaum System,wenig Bewegung ohne Ball und vor allen Dingen eine fehlende Abstimmung.Die kann noch nicht da sein,ist mir bewusst.Aber zumindestens einen oder mehrere Ansätze eines Trainers erarte ich auf diesem Niveau.Mein Tip war vor 8 Wochen: Ancelotti wird zum Winter entlassen.Dabei bleibe ich.
    Gruss

  17. Mister Stallgeruch

    BRIAN LAUDRUP
    05.08.2017 – 20:31 Uhr
    Das ist mir zu viel “gestern”. Zu Udo Latteks Zeiten gab es noch keine Premier League.

    Wie dem auch sei: das ist der FC Bayern und da wünsche ich mir nur 1a-Lösungen. Es liegt (Achtung, nur eines von mehreren möglichen Beispielen) jenseits meiner Vorstellungskraft dass ausgerechnet der Neffe von UH – ein (!) Jahr Erfahrung als Cheftrainer der RBL-U17 hin oder her – die bestmögliche Lösung für die U19 des FC Bayern München darstellen soll.

    Wie lange ist Don Jupp und das Triple her? Hat es damals auch noch keine Premier League gegeben? Wobei die Premier League aktuell vielleicht finanziell das Mass aller Dinge ist, nicht aber sportlich. Nimmt man die letzten 5 Jahre, dann brachte es die Premier League nur auf 2 Champions League Halbfinalteilnahmen. Der FC Bayern dagegen auf 4 und das inkl. eines Titels (2013)!
    2013/2014 FC Chelsea 0:0 und 1:3 gegen Club Atletico Madrid
    2015/2016 Manchester City 0:0 und 0:1 gegen Real Madrid
    Geht man nach sportlichen Dingen, dann ist aktuell die spanische Liga das Zentrum der Welt.
    6 der letzten 8 CL Finalteilnehmer (2 mal ITA mit Juventus Turin) und alle 4 CL-Titel nach Bayern 2013!

    Wie lange ist Gerland und Alaba, Badstuber, Müller und Kroos her? Hat es damals auch noch nicht die Premier League gegeben.

    S. Hoeneß war bereits seit 2014 im Nachwuchsbereich für RB Leipzig tätig und davor bei FC Hertha 03 Zehlendorf.
    Hat er da auch nur die Jobs wegen Onkel Uli bekommen?

    Und ja, zu Udo Latteks Zeiten hat es noch keine Premier League gegeben. Dafür aber die Football League First Division und die spanische Liga. Damals haben eben Liverpool, Nottingham und Aston Villa im Europapokal die großen Titel gewonnen. Damals war es sogar noch deutlich schwerer, in den 80er und 90er Jahren waren selbst Teams aus Jugoslawien, den Niederlanden, Portugal und Rumänien noch unter den internationalen Topteams und wie sieht es heute aus?
    2003/2004 konnte letztmals ein Team die CL gewinnen, welches nicht aus einer der Top-5 Ligen stammte (FC Porto). In der selben Saison erreichte letztmals ein Team aus der französischen Liga (AS Monaco) das CL Finale. Danach schafften es nur noch Teams aus DEU, FRA, ITA und SPA!

    1. Brian Laudrup

      Dazu nur noch zwei Dinge: nichts liegt mir ferner, als die Erfolge und Errungenschaften von UH in der Vergangenheit zu schmälern. Ohne ihn wäre der FCB, so wie es ihn heute gibt, undenkbar. Trotzdem muss man Entwicklungen – so objektiv wie eben möglich – kritisieren dürfen.

      Im Hinblick auf unsere sonstige Meinungsverschiedenheit muss man dann vlt einfach festhalten, dass wir unterschiedliche Erwartungshaltungen haben. Um beispielsweise bei der U19 zu bleiben: meine Erwartung wäre hier nachgewiesene Kompetenz auf nationalem Top-Niveau, also beispielsweise von den dominierenden U-Teams der letzten Jahre (Schalke, WOB, BVB, Hoffenheim). Ein paar wenige Jährchen Erfahrung im Jugendfussball inkl. Bundesligaabstieg bei Hertha 03 sind mir da einfach zu wenig.

      1. Mister Stallgeruch

        Ein Bundesligaabstieg muss nicht unbedingt an einem Trainer hängen. Es kann auch die fehlende Qualität des Kaders sein. Dazu muss ein Trainer auch auf dem Markt sein und zu Bayern wollen oder dürfen. Das sieht man jetzt im Fall Sven Mislintat. Den wollte Bayern angeblich als Reschke Nachfolger verpflichten. Pech nur, der BVB will ihn nicht gehen lassen.

        Was man auch nicht vergessen sollte, Schalke, WOB, BVB und Hoffenheim sind auch wegen ihres Geldes so erfolgreich. Diese Teams kaufen zur Not einfach anderen Teams die besten Talente weg. Das macht natürlich die Nachwuchsarbeit deutlich leichter. Hertha 03 hat es da doch etwas schwerer. Wenn da ein Talent auf sich aufmerksam macht, dann ist es meistens schnell weg und wenn es nur zu Hertha BSC ist.
        Wobei man natürlich so ehrlich sein sollte und dazusagen muss, der FC Bayern macht es genauso. Jetzt hat man erst mal 3 Nachwuchsspieler von Hertha BSC geholt.

  18. Christoph

    Ein paar Gedanken:
    – Ich habe nicht verstanden, warum man Reschke nicht zum Sportvorstand machen wollte.
    – Die Transfers zu beurteilen: Dafür ist es zum Teil einfach noch zu früh. Coman oder Sanches sind natürlich Wetten auf die Zukunft. Man sieht das auch in Dortmund, wie schwer das ist: Der hochgelobte Emre Mor wird den Verein wohl wieder Verlassen, Dembele hat voll eingeschlagen.
    – Was ich bei Reschke (auch wenn das natürlich nur zum Teil seine Verantwortung ist) vermisse: Ich sehe im Augenblick keine Strategie, wie man in Zukunft Fussball spielen wil: Was ist das Bayern Spiel und wie richten wir den Kader darauf aus. Diese Kritik trifft nun auch in Jahr 2 Ancelotti sehr: Ich kann immer noch kein System, keine Grundordnung erkennen. Auch das scheint mir Dortmund mit Bosz einen besseren Job zu machen.
    – Ingesamt habe ich nicht den Eindruck, dass die Rückkehr von Uli Höness dem Verein und der strategischen Ausrichtung gut tut.

    1. Osrig

      Ich gehe davon aus, dass Reschke sehr wohl daran interessiert war, beim FCB weiter aufzurücken und mehr Verantwortung hinsichtlich Kaderplanung zu nehmen. Das wäre dann der Sportdirektorposten, der aber nach den Vorstellungen der Führung nicht ausschliesslich Scouting und Kaderplanung beinhaltet, sondern auch und vor allem die Arbeit eng an und mit der Mannschaft. Dafür sind andere Fähigkeiten als Netzwerken und ein gutes Auge für Talente gefragt, nicht zuletzt viel fussballerischen Sachverstand und – meines Erachtens – Erfahrungen als Trainer und als Funktionär.
      Man hat in unserer Führung Reschke in dieser Komplexität nicht für geeignet gehalten, was ich nachvollziehen kann.
      Übrigens dürfte der angesprochene Aspekt des Generationswechsels möglicherweise doch einen gewichtigen Grund gespielt haben, weswegen man eben nicht alles in die Waagschale geworfen hat, um Reschke zu halten.
      Ich finde es schade, weil ein wichtiger Baustein im administrativen Gefüge unseres FCB weggebrochen ist, denke allerdings auch nicht, dass dieser Baustein unersetzbar ist. Wir werden sehen, wer an seiner Stelle kommt, und mit welchen Kompetenzen er ausgestattet wird. Salihamidzic jedenfalls dürfte nicht die erforderlichen Fähigkeiten und schon gar nicht das notwendige Netzwerk dafür haben. Was seine Fähigkeiten in der Arbeit mit der Mannschaft keineswegs klein reden soll.

  19. Tschemp

    Allgemein schätze ich die Artikel von Steffen auf miasanrot am meisten, ich halte den Bayernblog für einen der klügsten Köpfe zu allen Themen Rund um den FC Bayern.

    Dieser Kommentar hier stellt jedoch eine Ausnahme dar. Er beinhaltet Fehler und es mangelt an der sonst so wohltuenden sachlich-objektiven Distanz.

  20. Danke für das Einbinden des alten Tweets ;)

    Sehr guter Artikel. Der Abgang Reschkes kommt doch sehr überraschend, als Motiv ist für mich derzeit nur eben der jobmäßige Aufstieg in Stuttgart tatsächlich logisch, weil er, mit Ende 50, dann doch noch einmal versuchen will, die Geschicke zu leiten. Vielleicht hängt das aber eben auch stark damit zusammen, dass ihm das in München verwehrt blieb. Aber warum hat er sich dann bei Bayern nicht selbst in das elend lange Rennen um die Sportdirektor-Position gebracht? Ich glaube zwar nicht, dass es an der Verpflichtung von Brazzo lag, aber der Zeitpunkt stößt einem ja auf.

    1. Uli Hoeneß bot Reschke, laut Kicker, eine Wiederanstellung beim FC Bayern an, wenn es in Stuttgart nicht klappen sollte. Das liefert, in meinen Augen, genügend Rückschlüsse für etwaige Motive von Michael Reschke.

      Es erhärtet die These, daß Reschke mehr Eigenverantwortung und mehr Entscheidungskompetenz suchte und es nichts mit Salihamidzic zu tun hat. Eine Unterstellung wäre eh nur formal gewesen. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, daß Hasan gegenüber Reschke darauf bestanden hätte, daß er der große Chef wäre…

      Reschke selbst wird wiederum damit zitiert, daß die Neubesetzung kein Grund gewesen sei, nach Stuttgart zu “flüchten”. Der Kicker berichtet, Reschke habe schon vor der Chinareise im Vorstand vorgesprochen und um die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses gebeten.

      Wenn diese Aussagen zutreffen, dann erscheint dieser subjektive Artikel von Steffen in einem anderen Licht. Dann hätte Steffen die Rolle und Bedeutung von Reschke überhöht. Dann wäre Uli Hoeneß unrecht getan worden, weil ihm indirekt ein strategiewechsel und Machtgehabe unterstellt worden wäre.

  21. grullit

    irgendwie gehts natuerlich darum um transferfehler zu vermeiden…
    was waere mit der bayern kasse und erfolgen
    -wenn man den neymar in 10 gekauft haette
    …oder in 09 wusste schon jeder taxifahrer in sao paulo dass neymar der neue pele wird und dass die bayern mit breno ne lusche gekauft haben… legal (was im portugisischen so was wie affengeil heisst) dafuer braucht kein reschke nur nen art dremmler der dann auch portugisisch kann???
    -wenn man can, hummels, weiser nicht haette ziehen lassen ( das hat doch jeder vorraussehen koennen)
    2 x extra cl sieg auf’m briefkopf !!!
    -wenn man in 80 schuster genommen haette…owowow wer in 79 schuster life gesehen hat….dar junge hatte AURA auf dem platz (uebrigens waere dann deutschland in 82 und 86 auch weltmeister geworden ;)
    -wenn man sich damals mit rositzky getraut haette
    -wenn man nicht so bloed ueber ausbildungsverein laestern wuerde
    – wenn man stolz waere auf die ausbildung von nix (sag mal 0 bl spiele) zu weltstars ( kein andere verein auf der welt hat so viel eigengwaechse zu weltmeistern gemacht)

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