DFB-Pokal: Carl Zeiss Jena – FC Bayern München 0:5 (0:3)

Mit einem ungefährdeten 5:0-Erfolg begann die Mission Titelverteidigung im Pokalwettbewerb. Ein Dreierpack von Robert Lewandowski entschied die Partie bereits in Halbzeit eins. Die veränderte Spielphilosophie offenbarte erneut Stärken und Schwächen, besonders das Mittelfeld fiel ins Auge.

Die Saison geht für den FC Bayern nun so richtig los. Am Freitagabend traf der Rekordpokalsieger in der 1. Runde des DFB-Pokals auf den FC Carl Zeiss Jena.

Bereits zum Auftakt musste Carlo Ancelotti dabei auf acht Spieler verzichten. Neben den bekannten Ausfällen verletzte sich unter anderem auch Kingsley Coman unter der Woche. Dennoch konnte der Italiener eine schlagfertige Mannschaft in Jena aufbieten.

Falls Ihr es verpasst habt:

Der neue Trainer der Bayern setzte beim DFB-Pokal-Debüt auf sein zuletzt erprobtes 4-1-4-1/4-3-3. Etwas überraschend saß Mats Hummels nur auf der Bank. Für ihn rückte Alaba in die Innenverteidigung neben Javi Martínez und vor Manuel Neuer. Vor den beiden Außenverteidigern Bernat und Rafinha spielten Lahm, Vidal sowie Kimmich im Mittelfeld. Die Elf wurde durch Müller, Lewandowski und Ribéry komplettiert.

Jena-Bayern AufstellungenCarl Zeiss Jena gegen FC Bayern München, Grundformationen

Die Heimmannschaft aus Jena setzte auf ein 4-4-2-Mittelfeldpressing und somit auch auf die Hoffnung, ein paar gefährliche Umschaltmomente aus Fehlern der Bayern zu kreieren. Es war das typische Underdog-System eines unterklassigen Pokalgegners, wobei man dem Gastgeber nicht den Mut absprechen kann. Immer wieder gab es Momente, in denen Jena hoch verteidigte. Das bot den Münchnern aber auch viele Räume.

Dementsprechend startete auch die Partie. Nach einem Ballverlust von Bernat wäre es sogar beinahe erstmals gefährlich geworden, doch Lahm reparierte den Fauxpas des Spaniers an der Außenlinie. Quasi direkt im Gegenzug war es dann Ribéry, der sich über die linke Seite in den Strafraum tankte und das Auge für den freien Lewandowski hatte. Etwas glücklich und mit Hilfe von Thomas Müller schoss der Pole im zweiten Versuch den Ball ins Tor (5.). Einen besseren Auftakt hätten die Münchner nicht erwischen können.

Bis zur 13. Minute dauerte es, bis die Bayern sich ihre nächste gefährliche Situation herausspielten. Thomas Müller tauchte nach einer schönen Ballbesitzphase vor Koczor auf, der den Schuss gut parierte. Besonders über die Seite von Ribéry und Bernat wusste die Elf von Carlo Ancelotti zu überzeugen. Die meisten Angriffe in der Anfangsphase wurden dort und speziell vom Franzosen inszeniert. So auch wenige Minuten später: Der 32-Jährige brachte wieder Müller in eine gute Position im Strafraum, doch Jena klärte in letzter Sekunde (16.).

Auch an den nächsten Chancen war Thomas Müller beteiligt. Zunächst bediente er Ribéry, der nur den Torhüter des Gastgebers traf (21.) und wenige Sekunden später fand Müller Lewandowski, doch auch der vergab seine Möglichkeit. Die Bayern erhöhten das Tempo und Jena war merklich überfordert damit. Fast im Minutentakt tauchten die Gäste nun im Strafraum der Heimmannschaft auf. Es folgte aber eine Phase, in der Jena den Rekordpokalsieger kurz etwas beschäftigen konnte. Die letzte Gefahr blieb dabei jedoch aus.

Lewandowski ließ in der 32. Minute die nächste gute Chance aus, um dann aber kurze Zeit später das zweite Tor zu erzielen (35.). Anschließend wurde es kurz laut im Stadion, denn Jena kam zu seinem ersten halbwegs guten Torschuss (37.). Ein Tor war ihnen jedoch nicht vergönnt. Auch nicht, als Thiele frei vor Neuer auftauchte, weil Alaba im letzten Moment dazwischen ging (39.).

Wie man trifft, zeigte hingegen Lewandowski eindrucksvoll. In der 43. Minute machte Bayerns Stürmer den Hattrick komplett, indem er von der Strafraumkante in das linke untere Eck traf. Mit dem 3:0 ging es auch in die Halbzeit. Bayern war wenig überraschend das dominante Team und sorgte standesgemäß für eine frühe Entscheidung.

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Trotzdem kam Jena mutig aus der Kabine und erspielte sich direkt zwei, drei aufeinanderfolgende Halbchancen. Auch ein Freistoß der Hausherren (47.) brachte aber nicht den ersten Treffer ein. Während der Drangphase des Gegners kam Hummels für Martínez (51.). Die Münchner bekamen die Kontrolle wieder zurück und hatten nach einem sehenswerten Solo von Bernat die Möglichkeit auf 4:0 zu erhöhen. Die Chance blieb aber ungenutzt (52.). Auch Ribéry und Vidal (65.) verpassten mit einer Doppelchance den nächsten Treffer.

Es war die letzte Szene des Franzosen, denn Ancelotti brachte Green für ihn. Vidal konnte in der 72. Minute hingegen sein Tor erzielen. Müller bediente Lewandowski, doch der Pole suchte diesmal nicht den Abschluss, sondern legte auf Vidal quer, der zum 4:0 einnetzte. Nur wenig später hätte er sogar den Doppelpack schnüren können, doch der Pfosten rettete Jena (74.).

Es war die letzte Aktion des Chilenen, denn Benko ersetzte ihn kurz vor dem Ende (77.). Fast im selben Atemzug gelang Hummels der erste Treffer im Bayern-Trikot (77.). Kimmichs Eckball fand den Kopf des Weltmeisters und der untermauerte seine Torjägerqualitäten bei Standards. Die Begegnung plätscherte nun endgültig vor sich hin. Ein ungefährlicher Konter Jenas (84.) sowie vergebene Großchancen von Lewandowski (88.) und Müller (89.) waren die letzten Höhepunkte, ehe der Schiedsrichter abpfiff. Mit dem über weite Strecken überzeugenden, aber erwartbaren 5-0-Sieg zogen die Bayern verdient in die nächste Runde ein.

3 Dinge, die auffielen:

1. Das Dreier-Mittelfeld im Fokus

Mittelfeldkontrolle bleibt für den FC Bayern auch mit veränderter Philosophie wichtig. Mit Philipp Lahm, Joshua Kimmich und Arturo Vidal war das Zentrum dafür ziemlich gut besetzt. Dementsprechend variabel versuchten die drei sich auch zu bewegen. Die beiden deutschen Nationalspieler waren zumeist für den Aufbau zuständig, während Vidal sich eher offensiver positionierte. Dennoch ging dem Spiel manchmal etwas die Vertikalität ab, weil die drei entweder allesamt zu tief, oder auf einer Linie positioniert waren. Die Struktur und auch das Schaffen von Verbindungen muss gegen Gegner, die nicht so viele Räume bieten, besser funktionieren. Gerade gegen tiefstehende Mannschaften kann es sich der Rekordpokalsieger auch erlauben, mit zwei Achtern nach vorn zu gehen und beispielsweise Lahm auf der Sechs zu lassen. Haben sie das getan, waren sie auch im letzten Drittel in Überzahl und gefährlich.

Gerade Kimmich zeigte bei seinem ersten Auftritt unter Carlo Ancelotti aber eine äußerst ansprechende Leistung. Er war gewohnt spielintelligent und zusammen mit dem abkippenden Thomas Müller sowie Franck Ribéry einer der wenigen Akteure, die um das Kreieren von Verbindungen bemüht waren. Im Spielaufbau kippte der 21-Jährige immer wieder auf die rechte Seite heraus, um eine strukturierte Ballzirkulation zu ermöglichen. Dies war besonders dann hilfreich, wenn Jena mal etwas höher verteidigte. Außerdem zog er die Formation des Gegners mit klugen Laufwegen auseinander. Alles in allem wusste Kimmich sich im Mittelfeld zu beweisen, wenngleich Jena noch nicht der Gradmesser für ihn war. Dennoch ließ er seinen Aussagen, dass er sich im Mittelfeld sehe, vorerst auch Taten folgen.

2. Weiträumiger Ribéry, überzeugender Müller

Franck Ribéry scheint der Spieler zu sein, der am meisten vom neuen System profitieren kann. Er versprüht wieder Spielfreude, geht stets ins Eins-gegen-Eins, nutzt die vielen Räume, die sich ihm bieten, und macht vor allem eines: Verbindungen im letzten Drittel schaffen. Der Franzose war extrem umtriebig und so fand man ihn auch mal im Zentrum oder etwas tiefer positioniert. Der 32-Jährige ist im Moment der kreativste Spieler beim FC Bayern und an fast jedem Angriff beteiligt. Die Besetzung von mehreren verschiedenen Räumen hilft dem noch recht statischen Spiel der Münchner sehr. Speziell dem zentralen Mittelfeld hätte diese Flexibilität ebenfalls sehr gut getan.
Auch Thomas Müller wusste mit gelegentlichem Abkippen ins Mittelfeld zu überzeugen. Immer wenn er zwischen die Ketten im Halbraum ging, konnten die Bayern gefährlich werden. Müllers Qualitäten sind dahingehend bekannt, aber gerade am Anfang der Ära Ancelotti, wo es noch einige Probleme gibt, sind sie umso wichtiger.

3. Bayern auch in Jena teilweise abwartend

Selbst bei einem krassen Außenseiter bestätigte sich der Trend, dass der FC Bayern sich nun auch mal fallen lässt und eher abwartend agiert. Zwar hatte Ancelottis Elf immer um die 70% Ballbesitz, aber es gab wieder Phasen, in denen der Gegner ungestört in ungefährlichen Räumen kombinieren durfte. Daraus resultierten auch wieder einige gefährliche Szenen, die aufzeigten, dass der amtierende Pokalsieger noch längst nicht soweit ist und auch nicht sein kann, wie der Trainer sich das vorstellt. Sie lassen einfach zu viel zu. Die Bayern haben zudem noch massive Probleme mit dem Umschalten. Kontersituationen werden häufig nicht clever ausgespielt und das Aufrücken der gesamten Formation dauert manchmal bei Ballgewinnen zu lange.

In Ballbesitz versuchen die Münchner zudem noch direkter zu agieren. An sich keine schlechte Idee, eine tiefe Formation des Gegners mit Tempo anzulaufen, aber durch die fehlenden Verbindungen endet das häufig in Einzelaktionen, die nicht immer erfolgsversprechend sind. Gerade wenn ein Gegner so viele Räume anbietet wie Jena, kann man eine sauberere Besetzung des letzten Drittels erwarten. Die gab es nur dann zu beobachten, wenn sich die Bayern eine Zeit lang dort festsetzen konnten.

Es ist noch ein weiter Weg den Carlo Ancelotti, sein Trainerteam und die Mannschaft gehen müssen. Durch die vielen strukturellen, aber auch formbedingten Probleme könnte ein schwieriger Start in die Saison bevorstehen. Gerade bei Systemwechseln ist dies nicht unüblich, aber es ist erstaunlich zu beobachten, wie unsauber die Arbeit gegen den Ball ist. Das manchmal abwartende Pressing offenbarte selbst gegen Jena Räume und Löcher, die von anderen Mannschaften ausgenutzt werden könnten. Doch auch wenn die Bayern hoch anliefen, waren sie nicht immer so überzeugend wie in der Vergangenheit. Letztendlich lief der Pokalabend aber so ab, wie man es sich von einem Favoriten erwartet. Die Münchner waren nicht nur die bessere Mannschaft, sondern gewannen auch hoch. Mit etwas mehr Zielwasser hätte das Ergebnis sogar höher ausfallen können.

FC CARL ZEISS JENA – FC BAYERN 0:5 (0:3)
Carl Zeiss JenaKoczor – Kühne (73. Zeqiri), Klingbeil, Gerlach, Krstic – Bock (56. Buval), Erlbeck, Eismann, Schlegel – Thiele, Starke
BankSchmidt, Mergel, Wolfram, Reimann, Cros
FC BayernNeuer – Rafinha, Martinez (51. Hummels), Alaba, Bernat – Vidal (77. Benko), Lahm, Kimmich – Müller, Lewandowski, Ribéry (66. Green)
BankUlreich, Feldhahn, Dorsch, Öztürk
Tore0:1 Lewandowski (3.), 0:2 Lewandowski, 0:3 Lewandowski (44.), 0:4 Vidal (72.), 0:5 Hummels (77.)
KartenGelb: Kühne, Eismann / –
SchiedsrichterHarm Osmers (Hannover)
Zuschauer19.000 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. thorsten vahl

    Danke für die schnelle Analyse. Warum hatten dir Bayern Rote Hosen an?

    1. Philipp

      sorry hab deinen kommentar erst zu spät gelesen …

  2. Philipp

    hey !
    kann mir jemand sagen warum die bayern bei diesem pokal spiel rote hosen anhatten ? das trikot für die saison 16/17 hat ja weiße hosen … und die sonstigen trikots sind ja schwarz (auswärts) bzw. weiß ( CL) ?
    vielen dank !

    1. Maximilian

      Könnte damit zu tun haben, dass der Gegner weiße Trikots trägt… ;-)

  3. franzferdl

    “Nach gut 15 Minuten nahmen die individuellen Fehler der Münchner zu. Gerade der Aufbau vom 6er-Raum auf die Außenbahn bzw. in die Halbräume erwies sich immer wieder als anfällig. Zum einen wirkte Kimmich phasenweise zu überhastet und suchte zu sehr den Vertikalpass. Auf der anderen Seite stimmte die Abstimmung mit Vidal nicht. Beide hatten Probleme sowohl den horizontalen als auch vertikalen Abstand zu halten. Die bereits erwähnten Ballverluste nutzten die Nöttinger sehr geschickt. Meist über die bayerische linke Abwehrseite wurden Konter vorgetragen.”
    https://miasanrot.de/dfbpokal-fc-noettingen/

    those were the days! auch ein weiter weg für den damaligen trainer…?!??

    1. Hittmer Otzfeld

      Was der Guardiola da gegen Noettingen gemacht hat war phenomenal. Das war juego de posicion, das war Tiki Taka das war Hyperballbesitz… Weltklasse.

      Gestern haben wir nur ein normales 5:0 gesehen. #bringbackPep

      1. Jo

        In Nöttingen bzw. Karlsruhe hatte es wohl fast 50 Grad auf dem Rasen.
        Jeder der das überlebt hat war phänomenal ((-;

  4. Marco05

    noch 3 Dinge:

    1. Danke an Jena, dass sie ihr Heil nicht in der Härte gesucht haben. Sehr faires Spiel, sehr angenehmes Auftreten vom FC Carl Zeiss. Prima

    2. Lahm ist im Mittelfeld fast zu wertvoll, um ihn wieder auf die rechte Außenbahn zu stellen. Eine Maschine an Perfektion und Gedankenschnelligkeit (wobei ich mich dennoch frage, wie kann einer einerseits Laserpässe spielen und andererseits so grottig flanken und schießen – egal).

    3. Das eher “abwartende” System kommt zum einen Lewandowski entgegen, der nicht mehr gegen 3-4 IV-Kanten anackern muss als auch Vidal, der so regelmäßig in die Spitze stößt und auch hätte 3 Buden machen können. Das wird wohl – auch in Ermangelung anderer Stürmer – eine veritable und schwer auszurechnende Waffe für diese Serie werden.

    In Summe bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist sehr professionell aufgetreten, hat dennoch nicht mehr getan als notwendig. Passt!

    1. Sehr treffender Kommentar.
      Zu 1. Zustimmung.
      Zu 2. Sehr interessant. Ich bin sehr gespannt wo wir unseren Fipsi in den nächsten Wochen sehen werden. Allen #wirwurdenWeltmeisternachdemLöwLahmGottseiDankwiederaufRVstellte-Meinungen zum Trotz: Lahm ist mit seinen Fähigkeiten im Mittelfeld im heutigen Fußball mit dem krassen Pressingfokus einfach Gold wert.
      Dazu kommt, dass CA ziemlich sicher mit einer 3er Mittelfeld plant, und wir für diese drei Positionen ohne Lahm nur fünf Spieler haben. Soviel ist das nicht. Ich bin sehr gespannt.

  5. chicago_bastard

    Weiß jemand warum Thiago und Alonso nicht im Kader waren?

    1. Jo

      Leicht angeschlagen geschont. Soll aber wohl gegen Bremen reichen.

  6. Jo

    Ein schönes Spiel mit dem maximalen Ergebnis in der 1. Pokalrunde. Ein ungefährdeter, entspannter Sieg.
    Damit sind die Vorgeplänkel für diese Saison erledigt (dankenswerterweise auch mit den maximalen Ergebnissen) und wir können endlich in die BL einsteigen. Dem Spiel gegen Bremen sehe ich wirklich mit großer Spannung entgegen.

    Hauptsächlich natürlich erst mal wegen der taktischen Neuorientierung unter Ancelotti. Ich staune auch nach diesem Spiel wieder wie völlig anders das Spiel doch aussieht. Im Grunde wirkt der Unterschied im Vergleich der Übergänge Jupp/Pep und Pep/Carlo momentan tatsächlich größer.

    Wie sich das in der alltäglichen Normalität anfühlt und ansieht, das werden wir gegen Bremen dann zum ersten Mal etwas einschätzen können.
    Vorbereitungsspiele? Immer schwierig was abzuleiten. Pokal gegen einen Viertligisten dito. Und auch ein Spiel gegen/in Dortmund ist das was für den FCB von der Normalität in der BL am weitesten entfernt ist.

    Da kommt jetzt ein schönes “Brot und Butter”- Spiel gegen Bremen genau richtig. Da muss/kann der Zauberer FCB/Ancelotti sein neues Kaninchen zum ersten Mal aus dem Hut ziehen und den staunenden Fans präsentieren.

    Zum Spiel: Hat mich gewundert, dass Hummels nicht von Anfang an gespielt hat. Nach einer Woche sollte er das Spiel in Dortmund doch weitgehend verdaut haben und viele (genau gesagt keine) andere Möglichkeiten um in Schwung zu kommen gibt es ja nun nicht.
    Da die personelle Situation ist wie sie ist hätte ich mich gefreut, wenn Öztürk eine halbe Stunde bekommen hätte. Das ist der einzige von der jungen Garde, der in den Vorbereitungsspielen meine Phantasie etwas angeregt hat und von dem ich gerne etwas mehr gesehen hätte.

  7. Osrig

    Ich bin mit dem ersten wirklich bedeutsamen Spiel dieser Saison insgesamt recht zufrieden. Das Ergebnis passt, die Einstellung hat gestimmt, und phasenweise gab es richtig gute Spielzüge zu sehen. Es zeigen sich meiner Meinung nach aber auch immer mehr die Eigenarten des Spielsystems von Carlo, denn wenn unsere Mannschaft sich selbst gegen einen Viertligisten in Höhe des Mittelkreises positioniert, anstatt den Gegner an dessen Strafraum einzuschnüren, dann ist es sicher keine Nachlässigkeit, sondern hat System. Die Absicht dahinter war diesmal für mich auch klar zu erkennen: Bei Ballgewinn den Raum in der gegnerischen Hälfte durch schnelle direkte Pässe in die Spitze auszunutzen und die Gegnerabwehr in Unordnung zu versetzen, die dann zum eigenen Abschluss führen kann. Das erinnert mich an frühere Zeiten, als der “Schnittstellenpass” zwischen die beiden Innenverteidiger bzw Innen- und Aussenverteidiger ein gern genutztes Stilmittel war, welches von pfeilschnellen Mittelstürmern genutzt wurde, um dann frei vor dem gegnerischen Torwart aufzutauchen. Eine Spielweise gefühlt aus den 90er Jahren! Neu allerdings ist das schnelle Kombinieren, das durch scharf gespielte Pässe und nur ein, höchstens zwei Ballberührungen das Spielgerät sehr schnell in die gefährlichen Zonen befördern kann. Und wir haben Spieler, die es verstehen, solche schnellen Pässe weiter zu verarbeiten.
    Gestern gelang es oft, auf diese Weise über die Flügel bis an und in den Strafraum zu spielen, wo es jedesmal brandgefährlich wurde – wenn Coman, Robben und Costa wieder fit sind, haben wir sogar noch mehr Angriffskraft und Schnelligkeit, mit der sich Torchancen kreieren lassen. Offensiv habe ich also nichts zu bemängeln und bin zuversichtlich!

    Defensiv habe ich da schon eher die Sorge, dass man uns schnell vor Probleme stellt. Klar, wir haben eine Abwehr, die in ganz Europa Ihresgleichen sucht. Aber wenn durch das stärker nach rückwärts ausgerichtete Positionieren am Mittelkreis dem Gegner die Initiative überlassen wird und es dadurch sogar einem deutlich liganiedrigerem Team gelingt, sich bis in den FCB-Strafraum zu kombinieren, dann befürchte ich, werden wir unter Carlo mehr Gegentore kassieren, als unter Pep. Womit wir wieder bei der Systemdiskussion sind!
    Ich hoffe sehr, dass es sich nur um Abstimmungsprobleme handelt, Carlo diese Lücken sieht und sie durch entsprechende Gegenmaßnahmen schließen kann. Trotzdem bleibt – schon rein von der Logik her – das Gefühl, es handelt sich um ein systemimmanentes Problem, welches sich schwerer auswiegen könnte, als die vermeintliche Konteranfälligkeit unter Guardiola. Die nehme ich mittlerweile mehr und mehr als psychologisches Problem wahr, denn mit der “Vorneverteidigung” haben wir in der Bundesliga einen Defensivrekord aufgestellt, und auch in der CL aus der hohen Verteidigung heraus kaum Tore bekommen. Die fielen zumeist, wenn der Gegner ebenfalls früh anlief, starken Druck ausübte und auf diese Weise unsere Defensive in Unsicherheit brachte. Übrigens noch immer ein Problem auch unter Carlo, dass es zu beseitigen gilt.

    Gut, noch ist “alles auf Anfang”! Am Freitag kommt mit Werder ein Gegner, der natürlich deutlich stärker einzuschätzen ist, als Jena, der aber sicher nicht zu jenen Teams gehört, die wir wirklich fürchten müssen. Bremen wird ebenso noch nicht in Bestform sein wie wir, wird sich aber wohl nicht “einigeln”, dafür geht die Saison ja gerade erst los und kann man sich Punktverluste noch gut leisten. Wobei ich nicht denke, dass sich Werder ernsthaft etwas ausrechnet in der Allianzarena. Aber sie werden mutiger spielen als früher, und es könnte sein, dass ihnen die “abwartende Formation” in die Karten spielt.
    Nun ist bis Freitag noch einige Tage Zeit, und mit jedem Tag Training wird unsere Mannschaft besser eingespielt sein.
    Somit wird sich auch noch deutlicher zeigen, was Ancelotti im Sinn hat. Ich bin neugierig, und trotz allem auch zuversichtlich!

  8. rookie

    negativ:
    – gegen einen so schwachen Gegner in der 2. Halbzeit Mittelfeldkontrolle verlieren , auch wenn nur eine kurze Phase
    – für Bayern viele Fehlpässe, Pep wäre ein paar Mal wutentbrannt aufs Spielfeld gerannt ;-), Spieler dürfen meiner Wahrnehmung nach mehr Risiko gehen. Das führte zu Fehlpässen aber auch ein paar Schmankerl vor allem von Kimmich. GLaube seine offensive s Potential wird unterschätzt. V
    – Jena hätte mit besserem letzten Pass doch einige Chancen haben können
    – kann die Lobhudelei des Reporters auf LEwa nicht nachvollziehen, war sehr aktiv hätte aber mindestens 2 mehr machen müssen!!!
    – BErnat
    positiv: Kimmich, Kimmich , Kiiiiiiiiiiiiimmmmiiiiiiiiiiiiiiiiiich, war überrascht wie kreativ er auch sein kann
    gewonnen,
    – paar schöne Kombiansätze,leider oft zu ungenau
    -Vidals Torgefahr
    – Müller fast der ALte, auch Lewa blüht auf Ribery, den Offensiv Leute kommt Carlo wohl zu Gute
    – Hummels am Ball ich liebe seine Eleganz, hat was von Beckenbauer
    finde es so blöd dass weiser verkauft wurde ebenso Götze, hätte ihn gerne unter Carlo erlebt

    1. Osrig

      Och, Bernat habe ich gar nicht so schlecht gesehen! Er war flink unterwegs, traute sich auch was zu, defensiv stand er auch gut. Seine Flanken sind allerdings verbesserungswürdig^^
      Zu Götze pflichte ich Dir bei, ich finde es auch schade, dass er keine Chance bekommen hat, unter Ancelotti zu zeigen, dass er auch konstant auf hohem Niveau spielen kann. Aber irgendwie muss er Kalle auf die Füße getreten sein…

      1. Mehmet68

        Götze wäre nach gerade mal ~10 guten Spielen eh gegangen.
        Wenn KHR die Wahl zwischen 25 Mio in 2016 und 0 in 2017 hat ist es halt einfach…

  9. rookie

    ich will Toljan, dass war ja gestern ein Bewerbungsschreiben für den FCB

    1. Alex

      Hmm, diese Saison wäre es sicher noch zu früh für den Jungen. Er hätte neben Lahm noch Rafinha und Kimmich als Konkurrenten und würde wohl auf der Bank versauern. Dann soll er lieber noch ein wenig Erfahrung sammeln und wenn Lahm und Rafinha aufhören, dann wäre er sicherlich eine Option.

  10. Tipic

    Wenn sich in den nächsten Spielen bestätigt, dass Ancelotti mit einem 3er-Mittelfeld und 3 Offensivkräften spielen lässt, dann ist der Ruf nach Verstärkung in der Offensive jedenfalls hinfällig: Lewy ist gesetzt und Müller, Ribéry, Robben, Costa und Coman kämpfen um die verbleibenden 2 Startelf-Plätze.

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