Newcomer der Saison: Mats Hummels

Schaut man sich an, wie wenige neue Gesichter vor der Saison im Kader des FC Bayern standen, ist die Wahl zum Newcomer der Saison ein absoluter No-Brainer. Die Hommage hat sich Mats Hummels aber trotzdem verdient.

Für viele Dortmunder war es ein Schock, dass der Innenverteidiger sich im Laufe der letzten Saison dazu entschloss, die Rückkehr in die Heimat anzutreten. Hier habe er Familie und gleichzeitig eine höhere Chance darauf, Titel zu gewinnen, so seine Argumentation.

Ein perfektes Match

Auch aus der Sicht des Rekordmeisters gab es ob der Verletzungsanfälligkeit Boatengs gute Gründe, Hummels zu verpflichten. Fiel Boateng aus, war niemand da, der von hinten das Spiel so gut eröffnen kann wie er. Die letzte Saison unter Pep Guardiola wurde größtenteils mit Kimmich und Alaba als Innenverteidiger beendet.

Mit Mats Hummels wurde diese Problematik endgültig geschlossen. War er zu Beginn noch etwas zurückhaltend mit seinen Fähigkeiten am Ball, so wurde er im Laufe der Zeit immer wichtiger.

Spätestens als der unglückliche Fall einer Boateng-Verletzung tatsächlich eintraf, avancierte er zur Lebensversicherung des FC Bayern. Hummels gewann fast jeden Zweikampf nur mit Auge und Verstand. Seine Antizipation macht ihn zur Defensivmaschine, obwohl er nicht zu den schnellsten zählt.

Auch in der Luft führte kein Weg am 28-Jährigen vorbei. Vorne strahlte er Gefahr aus, wenngleich sein Abschluss oft unglücklich war und hinten köpfte er jede Flanke und jeden langen Ball des Gegners weg.

Nach der Verletzung von Jérôme Boateng wurde Mats Hummels der neue Abwehrchef und setzte auch vermehrt offensive Akzente.
(Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Doch die Bayern holten ihn vor allem wegen seiner Dynamik und seines Passspiels. Je länger die Saison dauerte, umso häufiger sah man die typischen Hummels-Dribblings – diagonal wie vertikal. Kaum ein Innenverteidiger auf der Welt kann eine solche Sicherheit mit dem Spielgerät vorweisen.

Doch auch seine flachen Pässe in die Tiefe, die wie Laserstrahlen die gegnerische Formation sezieren, sorgten für viele glückliche Gesichter rund um den FC Bayern. Hummels ist wegen der Konstanz, die ihn seit Jahren auszeichnet, keine Überraschung mehr.

Wie schnell er sich in der bayerischen Landeshauptstadt wieder zurechtgefunden hat, ist dennoch bemerkenswert. Ohne Zweifel zählt der Innenverteidiger zu den besten und wichtigsten Akteuren der Saison.

Mit seinen Pässen, aber auch mit seinen Vorstößen brachte er neue Qualitäten ein. Hummels kompensierte damit das nicht mehr ganz so starke Positionsspiel und fand teilweise Mitspieler, die nichtmal der Fernsehzuschauer sah.

Er gab der Defensive Ruhe, dem Mittelfeld wichtige Zuspiele im richtigen Augenblick und dem Team eine Stabilität, die nötig war, um den nicht unkomplizierten Start unter Ancelotti zu bewältigen.

Hummels schloss eine Lücke im Kader, die vorher fehlte, um die letzten Schritte zu einer der besten Abwehrketten Europas zu gehen. Mit Boateng, Martínez und eben Mats Hummels haben die Bayern nun drei der besten Innenverteidiger ihrer Art im Kader. Hinzukommen wird bald Niklas Süle, der weitere Fähigkeiten einbringen kann.

Mit Juventus und Real Madrid standen zwei Teams im Champions-League-Finale, die herausragend in der Abwehr besetzt sind. Sowohl in der Spitze, als auch in der Breite. Die Verteidigungen gewinnt Meisterschaften, heißt es so schön.

Tackling der Saison und der Kampf gegen Madrid

Will man Hummels’ insgesamt tolle Saison auf ein paar Szenen reduzieren, fällt einem sofort die Grätsche gegen Eintracht Frankfurt ein.

Hrgota tauchte plötzlich frei vor Manuel Neuer auf. Als der Stürmer seinen Lauf auf das Bayern-Tor ansetzte, erarbeitete er sich einige Meter Vorsprung auf die Abwehr der Münchner.

Den Torwart umkurvte Hrgota locker, doch plötzlich kam von hinten Mats Hummels, der den Ball gefühlvoll vom Fuß des Torjägers spitzelte.

Eine Hommage an alle Grätschen, die jemals angesetzt wurden. Ein Gemälde von einem Tackling und eine absolute Weltklasseleistung, die man gar nicht genug herausstellen kann. Wer jemals in der Verteidigung gespielt hat, egal auf welchem Niveau, der dürfte verstanden haben, wie großartig dieser Moment auch für Hummels selbst gewesen sein muss. Vergleichbar mit einem Tor.

Doch es gab noch eine weitere Sache, die nicht unerwähnt bleiben soll. Hummels verletzte sich vor den großen Duellen mit Real Madrid. Im Hinspiel konnte er deshalb nicht auflaufen. Die Bayern verloren.

Im Rückspiel war er jedoch wieder dabei und das, obwohl er scheinbar noch nicht bei 100% war. Trotzdem spielte der 28-Jährige herausragend und gewann viele wichtige Zweikämpfe. Zusammen mit Boateng ging er auf dem Zahnfleisch. Für ein Weiterkommen sollte es nicht reichen, doch die individuelle Leistung blieb bemerkenswert.

Etwas Fußballromantik im schnöden Fußballgeschäft

Hummels war jedoch nicht nur aus sportlicher Sicht ein absoluter Volltreffer, sondern auch menschlich. Er übernahm direkt Verantwortung, dirigierte auf dem Platz und stellte sich in vielen Interviews. Selbstkritik zählt ebenso zu seinen Eigenschaften wie die richtige Einordnung nach Siegen und Niederlagen.

Hummels fügte sich auch charakterlich ein, als wäre er nie weg gewesen. 2007 debütierte er beim FC Bayern gegen Mainz 05, danach wurde er nach Dortmund verliehen und später für vergleichsweise wenig Geld verkauft.

Dort entwickelte der Verteidiger sich zu einem der besten überhaupt. Nun kehrte er als Weltmeister zurück nach München. Eine Geschichte, die nicht bei jedem Bayern-Fan romantische Gefühle weckt, aber doch bei einigen, die ihn in seiner Jugendzeit erlebt haben.

Mit Joshua Kimmich feiert Mats Hummels seine erste Deutsche Meisterschaft als Stammspieler beim FC Bayern.
(Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Im Fußballgeschäft, das von Geld, Kälte und Erfolgsdruck dominiert wird, tun solche Geschichten doch auch irgendwie mal gut. Natürlich ist auch an diesem Transfer nicht alles romantisch, was danach aussieht. Aber einen Spieler zurückzuholen, der solch beeindruckende Leistungen in seinem ersten Jahr abliefert, ist eine tolle Sache.

Mats Hummels ist sowohl Newcomer als auch Comebacker der Saison und es ist ob seiner Leistungen kaum vorstellbar, dass er dies bei mehr Konkurrenz nicht geworden wäre. Die Redaktion verneigt sich vor einem großartigen Neustart in München.

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Leserkommentare
  1. Eva Etheber

    Ich wusste immer schon das es richtig war als BVB Fan weiter zu Mats Hummels zu halten. Was soll ich sagen er ist und bleibt einer der besten Innenverteidiger. Und scheiß auf Vereinsrivalität es kommt auf den Menschen an und nicht den Ort an dem er spielt. Es ist und bleibt nur ein Spiel.

    1. Henri

      Was für ne Rivalität ;) ? Nur weil Dortmund unser größter Konkurrent ist sind wir nicht gleich Rivalen des bleiben immer noch 60 und FCN. Wird nur von den Medien so aufgebauscht

  2. pitvonbonn

    Retourcomer der Bayern Saison: Mats Hummels
    Retourcomer der BVB Saison: Mario Götze
    so hat jeder seinen Heimkehrer wieder.
    Dieser Hin- und Hertausch hat dem BVB ca. 47 Millionen € eingebracht.
    Kein schlechtes Geschäft für den BVB und alles Wehklagen (Vorstand, Fans und Medien) ist unangebracht und überzogen.
    Ein Glück, dass Bayern diesen damaligen Fehler spät aber nicht zu spät korrigieren konnte.
    Ich glaube, dass auch Götze, nach seiner Genesung, wieder an vergangene Leistungen anknüpfen kann.
    Bayern hat jetzt auch einen Götze bei den Profis.

    1. Sascha

      Nun,wenn Götze wieder an seinen vorherigen Leistungen anknüpft,dann sitzt der ja nur wieder auf der Bank ;)
      Gruss

    2. Osrig

      Götze wird möglicherweise gar nicht mehr an seine früheren Leistungen anknüpfen können, vielleicht sogar Sportinvalide werden. Nämlich dann, wenn die Muskelerkrankung nicht heilbar ist.
      Übrigens bin ich der Überzeugung, dass diese Erkrankung sich schon länger entwickelt hat, er auch schon bei uns durch die Folgen dieser Myopathie beeinträchtigt worden ist. Wir täten also alle gut daran, nicht auf ihm “herumzuhacken”, denn er hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bessere Leistung gezeigt, wenn er gesund gewesen wäre. Und für die Erkrankung, die ihm möglicherweise die Karriere beendet wird, kann er nichts!

      Zu Mats gibt es nicht viel zu ergänzen! Er ist ja ohnehin mein “Second of Five” bei unseren Auswahlspielen ;-)
      Gut, dass er wieder bei uns ist!

      1. Sascha

        Tja,………..möglicherweise kippt morgen auch der Bürostuhl meines Arbeitskollegen um.Der Stuhl hätte würde vielleicht heute noch stehen ,aber die Krankheit am linken Laufrad war bei uns “warscheinlich” schon zu weit fortgeschritten…..Das tut mir Alles echt leid.

        Weisst Du Osrig,wenn Du aus diesem wirklich lustig gemeinten Satz,jetzt so etwas antwortest,dann könnte ich auch heute Abend noch an einem Lachkrampf umkommen ;)
        Gruss

      2. Osrig

        @Sascha: Ich habe deinen Text bezüglich Mario Götze tatsächlich nicht als Humor aufgefasst; und den Vergleich einer Muskelerkrankung mit einem defekten Bürostuhl finde ich auch unangemessen.
        Ok, Schwamm drüber! Ich arbeite im Gesundheitssystem, und da müssen Witze schon richtig gut sein, um mir nicht unangenehm aufzustoßen ;-)

        Mir geht es darum, dass in Fankreisen Götze von Beginn an angefeindet wurde, an seiner Fitness gemeckert wurde. Er ist – möglicherweise war – ein herausragender Fußballer, der uns gut zu Gesicht stand; und ich bin überzeugt, dass sein Leistungsdefizit auf die Krankheit zurückzuführen war, die ganz sicher schon während der Zeit bei uns begonnen hat, ihre Spuren zu hinterlassen. Und trotzdem hat Mario sich reingehängt, war teilweise der lauffreudigste Spieler. Dafür, dass unsere Bosse ihm als Neuankömmling eine Vertrag angeboten haben, der ihn von jetzt auf sofort an die Spitze des Gehaltsgefüges katapultiert hatte, kann er letztlich nichts!
        Wer weiß, was Carlo mit ihm erreicht hätte, wenn KHR ihn nicht vergrault hätte?

      3. Sascha

        @Osrig

        Glaubst Du ernsthaft,ich würde mich über Krankheiten oder ähnlichen traurigen Dingen anderer Lebewesen lustig machen ?

        Deine Reaktion ist völlig übertrieben,wie ich finde.
        Unangemessen finde ich Dein Kommentar zu diesem kleinen Satz,den ich getätigt habe.
        Gruss

      4. Osrig

        Ja, @Sascha, mit deinem Bürostuhl-Vergleich machst Du dich meines Erachtens über Krankheiten lustig! Da wäre etwas mehr Selbstkritik angebracht, wie ich finde. Übrigens auch bei mir, ich muss auch nicht “mit erhobenem Zeigerfinger” argumentieren. Aber wie gesagt, Schwamm drüber, denn Humor ist bekanntlich Ansichtssache; und wir haben hier andere, wichtigere Themen zu diskutieren. Vorausgesetzt, Du hast deinen “Lachflash” heil überstanden ;-)

      5. Sascha

        @Osrig

        Lese dir doch noch einmal Deinen Kommentar durch Osrig :

        Übrigens bin ich der Überzeugung, dass diese Erkrankung sich schon länger entwickelt hat, er auch schon bei uns durch die Folgen dieser Myopathie beeinträchtigt worden ist.

        1.Woher nimmst Du die Überzeugung und das Wissen,so etwas zu behaupten ?

        Wer weiß, was Carlo mit ihm erreicht hätte, wenn KHR ihn nicht vergrault hätte?

        2. Auch das ist wieder eine Behauptung von Dir,ohne Grundlage.

        Das zum Thema Selbstkritik.

        Gruss und damit schliesse ich das Thema.

    3. Eva Etheber

      Ob der neue Götze zu was taugt ist fraglich. Man sollte ihn auf keinen Fall mit seinem Bruder vergleichen.
      Das sind völlig verschiedene Typen.

      1. bootsmann

        Felix wird, wenn er weiter so gut arbeitet, ein richtig guter Innenverteidiger werden…

  3. pitvonbonn

    2011/12 sind auch vorherige Zeiten. Mir ging es darum aufzuzeigen, dass an dem “Dortmund schwächen” eigentlich nichts dran ist.
    Rode für 15 Mio. an Dortmund und Lewandowski kostenlos zu Bayern, macht unter Berücksichtigung der “Rückkehrertransfers” aus, dass Lewandowski theoretisch über 30 Mio gekostet hat.

    1. Sascha

      Ja,ist doch gut
      Gruss

  4. Marco05

    Im Grunde hatte ich was die Leistung und Integration von Mats anbelangt keinerlei Zweifel. Der ist mittlerweile so gestanden und erfahren, dass er das auch locker gepackt hat. Ihn damals gehen zu lassen war wohl eine der falschesten Entscheidungen die man treffen konnte (“Danke”, Klinsi!).

    Wie bitter, dass er dann ausgerechnet vor dem Real-Spiel diese Verletzung gezogen hat. Mit ihm hätten wir definitiv deutlich besser ausgesehen. Noch ist nicht aller Tage Abend und ein paar (gute) Jahre hat er ja noch vor der Brust.

    Seine Interviews sind in der Regel sehr erfrischend, weil gerne auch mal etwas mehr kommt als das übliche Blabla. Könnte mir auch vorstellen, dass er im Anschluß an seine Karriere einen verantwortungsvollen Posten übernimmt, das Standing hätte er.

  5. Eva Etheber

    Was diskutiert ihr alle so munter über Mario Götze der Artikel handelt von Mats Hummels schließt euch doch zur Abwechslung mal einem BVB Blog an die freuen sich bestimmt über Bayern Fans die mit diskutieren.

    1. Osrig

      Hast ja recht, Eva, ich bin ja schon ruhig und konzentriere mich wieder auf Mats! ;-)
      In diesem Zusammenhang: Hummels wurde ja gern – übrigens ähnlich wie Boateng – als “Bruder Leichtfuß” dargestellt. Zu unrecht, wie ich finde, denn zum Einen landet ein Pass in die Spitze ab und zu mal beim Gegner, zum Anderen bleiben einem Abwehrspieler oft nur Bruchteile von Sekunden, um eine gute Lösung zu finden, wenn er den Ball am Fuß hat – überlegt er zu lange, kann er dann unbeabsichtigter Weise schnell “alt” aussehen.
      Gerade in dieser Hinsicht habe ich Mats als sehr konzentriert erlebt, man merkt ihm da seine Erfahrung und seine Ballsicherheit an, und das tut der ganzen Abwehrreihe gut.
      Ich denke auch, dass er schnell zu einer tragenden Säule im Mannschaftsgefüge und zu einem Führungsspieler werden wird. Schade für Javi, den ich seiner Defensivleistung für mindestens so gut, wie Mats halte!

  6. Daniel

    Weil jetzt einige Leute hier den Verkauf von Hummels als Fehler bezeichnen muss ich da mal einhacken: aus heutiger Sicht mag das so erscheinen, aber beim damaligen Stand der Dinge war diese Entscheidung nachvollziehbar und richtig (von wegen ‘Danke Klinsi’). Als Bayern Hummels abgab hatte man die besondere Situation, dass aus der Jugend zwei hervorragende, nahezu gleich alte- IV-Talente hochkamen: Holger Badstuber und Mats Hummels. Beide hatten auch ähnliche Stärken: hervorragendes Aufbauspiel, tolle Antizipation und gute Zweikampfführung, aber beide auch mit gewissen Schwächen im Antritt. Zwei so ähnliche IV einzubinden ist schwierig (zB ist Boa+einer der beiden besser als beide zusammen) und außerdem setzt Bayern auch eher nicht auf zwei Nachwuchs-IV gleichzeitig. Man musste sich also für einen der beiden entscheiden.

    Heute ist es leicht zu sagen, man hätte damals Hummels behalten und Badstuber abgeben sollen. Dass Badstuber mit Mitte 20 mehr oder weniger zum Sportinvaliden wird war überhaupt nicht abzusehen und er war damals nicht das kleinere Talent. Zudem war er damals der einzige Linksfuß in der IV des FCB. Übrigens wurde zu dieser Zeit nicht nur beim FCB im Zweifelsfall Badstuber der Vorrang gegeben: bei der WM 2010 war Hummels nicht nominiert-im Gegensatz zu Badstuber, der zunächst sogar Stammspieler war, aber auf der ungewohnten Position des Linksverteidigers nicht überzeugen konnte. Erst nachdem Badstubers Karriere auf höchstem Niveau leider viel zu früh praktisch endete konnte sich der drei Monate ältere Hummels ihm gegenüber klar absetzen.

    Fazit: mit dem Wissen von 2009 war der Transfer von Hummels nach Dortmund kein Fehler. Hätten sich beide Karrieren entwickelt wie erwartet wäre Hummels Rückholaktion nie nötig gewesen. Hätte man beide behalten, dann hätte einer nur auf der Bank gesessen und hätte sich wohl nicht in diesem Maße entwickeln können…

    1. GP11

      Hummels’ primäres Problem waren meiner Ansicht und Erinnerung nach weder Badstuber noch Klinsmann, sondern ein gewisser Breno, der für eine im Verhältnis zur damaligen Finanzkraft absurden Ablösesumme kam und deshalb gezielt gefordert und gefördert wurde.
      Ob das gerechtfertigt war, kann man aufgrund Brenos Verletzungen und Verfehlungen aus heutiger Sicht unmöglich sagen. Vielleicht wäre er ja tatsächlich besser als Hummels geworden. Wie wahrscheinlich das ist, lasse ich mal in Anbetracht unserer Erfolgsquote bei Direktimporten aus Südamerika dahingestellt …

      1. Eva Etheber

        Man sollte immer den ganzen Kader im Blick haben und nicht nur einen Spieler.
        Wenn das ganze System nur auf einen Spieler zugeschnitten ist bricht alles in sich zusammen wenn einer geht oder ausfällt.

      2. Daniel

        Breno hätte bei optimaler Entwicklung ein ähnlicher Spieler wie Boateng werden können. Hat nicht sollen sein, aber da gab es find ich schlechtere Transfers in den letzten Jahren. Die Anlagen hat er gehabt (Schnelligkeit, Antrittsstärke, Zweikampfverhalten und auch gute technische Fähigkeiten, auch wenn er am Ball noch recht hektisch war). Durch diese Anlagen wäre Breno insbesondere für eine sehr hochstehende Abwehrkette wie unter Guardiola ideal gewesen. Insofern war das fast schon ein zukunftsweisender Transfer, weil er weg ging vom IV-Ideal des langsamen, kopfballstarken und relativ unbeweglichen ‘Schranks’ à la van Buyten. Verletzungen und Charakter haben das halt verhindert…so was kann man nie ausschließen.

        Allerdings hätte Breno (ähnlich wie Boa) ein gutes IV-Duo mit Hummels oder Badstuber bilden können. Hummels und Badstuber gemeinsam hingegen hätten sich meiner Vermutung nach eher gegenseitig in ihren Stärken eingeschränkt (siehe oben). Würde also sagen, dass Badstuber Hummels Hauptkonkurrent war und nicht Breno.

        @Eva

        Stimmt, dass man immer den ganzen Kader im Blick haben sollte. Aber was meinst du damit jetzt genau in Bezug auf unsere Diskussion? Alle drei Spieler, um die es hier geht (Hummels, Badstuber, Breno), passen in Topform hervorragend zu Bayerns jetzigem Kader (besser als zum damaligen) und waren um die Jahrzehntwende ihrer Zeit noch ein wenig voraus.

    2. wipf1953

      Ich bin kein Insider, Daniel. Aber nach allem was man lesen kann wurden Müller und Badstuber in der Winterpause 2008/2009 von Hoffenheim umworben. Die Theorie, dass der Verein besonders auf Badstuber gesetzt hätte, halte ich für “kühn”.

      Hummels wurde schon unter Hitzfeld nach Dortmund verliehen (Winter 2008/2009) und dann eben nicht mehr zurückgeholt – bzw. er wollte dann auch nicht mehr zurück. Sein Transfer zum BVB war im Sommer 2009 – da wurde grad von Gaal neuer Coach. So gern ich gegen Klinsmann nachtrete – das war dieser “Welttrainer”, der statt einem Müller lieber Landon Donovan wollte – aber an der causa Hummels war er wohl nicht der Hauptschuldige.

      Statt Hummels setzten die Bayern auf Breno. Hinterher ist man immer klüger.

      Übrigens – ob es Badstuber unter Hitzfeld oder Klinsmann je in die erste Mannschaft geschafft hätten, halte ich für fraglich. Als van Gaal kam, stellte er fest, dass es keinen wirklichen Linksfuß mehr in der Mannschaft gab (Podolski weg, Ze Roberto weg). Er holte dann Pranjic und Braafheid aus den Niederlanden und Badstuber aus der Jugend (und später noch Robben). Alles Linksfüße.

      Als van Gaal im Sommer 2009 kam, hatte Bayern grad zwei künftige Topstars bei anderen Vereinen geparkt. Eben Hummels beim BVB und Toni Kroos bei Leverkusen. Kroos hat das weitere Jahr in Leverkusen sicher gut getan (er fuhr dann gleich mit zur WM). Ob Hummels damals überhaupt zurückgewollt hätte, weiß ich nicht. Es war damals aber auch nicht im Gespräch, dass ihn van Gaal unbedingt zurückhaben wollte. Wahrscheinlich wollte der damals schon den Linksfuß Badstuber ..

      1. Daniel

        “Es war damals aber auch nicht im Gespräch, dass ihn van Gaal unbedingt zurückhaben wollte. Wahrscheinlich wollte der damals schon den Linksfuß Badstuber ..”

        Das ist doch genau das was ich sagte? Van Gaal wollte lieber Badstuber. Aus heutiger Sicht ein Fehler, aber die Beweggründe waren zur damaligen Zeit nachvollziehbar. Die spätere Entwicklung konnte halt keiner vorhersehen…

      2. Marco05

        Das konnte doch van Gaal damals gar nicht mehr mit entscheiden. Hummels wurde bereits im Januar oder Februar 2009 (unter Klinsmann) fest an den BVB verkauft – insofern stellte sich im Sommer die Frage nicht mehr und van Gaal holte Badstuber hoch.

        Damals war es wohl der Wunsch Hummels beim BVB zu bleiben. Natürlich hätte man damals darauf pochen können, dass er zurückkommt aber anscheindend hat man das Potential nicht erkannt oder nur welche, die nicht gehört wurden (Gerland). Später wurde nochmal was von einer Rückkaufoption proklamiert (unter Nerlinger, der unumwoben von einem “Fehler” sprach, ihn gehen zu lassen), was sich aber wohl als Ente entpuppte. Wer hat also den “Fehler” nun zu verantworten? Wird sich wohl abschließend nicht klären lassen…

      3. wipf1953

        So gesehen muss man aber mal die Frage stellen, ob nicht “Tiger” Gerland der Schuldige ist. Hätte er nicht bei Hummels auch sein Veto einlegen können?

        Ob der Trainer Klinsmann der Weisheit letzter Schluss war, war doch schon zum Jahreswechsel 2008/2009 fraglich. Ich denke nicht, dass letztlich Klinsmann für den Verkauf von Hummels verantwortlich war.

      4. Marco05

        “In München ist man sich eigentlich einig: Hummels soll in seine Heimat zurückkehren. Noch im August 2008 sagt Uli Hoeneß: “Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir Hummels zur nächsten Saison zurückholen.” Doch das passiert nicht. Hummels, der sich 2008/09 auch mit vielen Verletzungen herumschlägt, passt Bayerns neuem Trainer Jürgen Klinsmann ab Sommer 2009 nicht ins Konzept.”

        http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/650235/artikel_klinsmanns-fataler-fehler_wie-bayern-hummels-verlor.html

        Ob das jetzt der wirkliche/alleinige Grund ist – wie gesagt. Einen Anteil daran räume ich ihm jedenfalls ein.

      5. wipf1953

        Es heißt ja allgemein, der kicker habe an Niveau verloren. Könnte was dran sein ..

        Hier tritt meiner Meinung nach der Kicker gegen Klinsmann nach. Klinsmann wurde Ende April 2009 beurlaubt. Im Frühjahr hatten ihm die Bayernverantwortlichen schon klargemacht, dass man seinen Wunschspieler Donovan nicht kaufen würde. Gerland soll damals gesagt haben, Donovan würde in seiner U23 nicht spielen, was Hoeness einige Zeit nach Klinsmanns Aus genüsslich im TV mitgeteilt hatte [ Neue Spieler? Wie gern hätten wir dem Jürgen neue Spieler zur Verfügung gestellt. Aber den einzigen, den er haben wollte, das war Donovan. Und über den sagte mir Hermann Gerland, bei ihm würde er nicht spielen … ] .. und, wie gesagt, Müller und Badstuber hätte Klinsmann auch ziehen lassen, da wurde auch von Gerland interveniert. ..

        Über Gerland gibt es unterschiedliche Meinungen, aber eins ist glaube ich klar: Der Draht zu Hoeness ist ganz kurz. Und Hoeness ist bekanntlich selbstbewusst genug, um einem Trainer klarzumachen, wer im Verein das Sagen hat. Sorry, aber dass Klinsmann besonders intensiv an der Kaderplanung 2009 beteiligt gewesen wäre kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

      6. Marco05

        Nein das glaube ich auch nicht. Die Möglichkeit, dass man sich im Winter allerdings zusammengesetzt hat bevor man an die Abwicklung mit dem BVB ging ist jedenfalls nicht auszuschließen. Aber das Statement von Hoeneß ist ja fast so zu deuten, dass Klinsmann Hummels eben nicht wollte. Die Frage ist natürlich ob den Verein respektive Hoeneß seine Meinung überhaupt gejuckt hat oder warum man ihn dann nicht aufgrund höherer Interessen zurückgeholt hat aber man kann schon davon ausgehen, dass man es getan hätte wäre man bedingungslos überzeugt gewesen.

        Ich will Klinsi ja gar nicht die Schuld geben, obwohl ich es gern tue :P aber er war immerhin Cheftrainer zum Zeitpunkt der Entscheidung.

      7. wipf1953

        Sagen wir es so – ein Chefcoach mit Visionen (-> nicht gleich zum Arzt gehen ..) hätte vielleicht erkannt was Hummels (i) fußballerisch, und (ii) im Kopf so drauf hat. Gerade letzteres ist bei Vereinen, die in der CL-ko-Runde spielen, ja schon ein Faktor.

        Ich hab grad nochmal gegoogelt. 2007/2008 spielte bei Bayern z.B. auch Christian Lell seine beste Saison. Da gab es also wirklich mehr als eine Handvoll absoluter Nachwuchsstars. Dass dann ein Hummels nicht die alleinige Priorität hatte, ist irgendwie nachvollziehbar.

        Weiß jemand, wann der Transfer von Hummels zum BVB dann eingetütet wurde? Eher im Winter 2008/2009, oder eher im Sommer, als van Gaal dann da war? Wenn ich mich richtig erinnere hatte Hummels da immer noch eine Ausstiegsklausel für Bayern, die er sich dann etwas später vom BVB hat abkaufen lassen. Bzw., es wurde der ganze Vertrag verlängert, ich meine das war 2012. Das war dann auch Nerlingers Ende. Reus nicht bekommen, Hummels in Dortmund geblieben. Obwohl ein Kagawa damals zu ManUtd ging, obwohl im Jahr vorher Sahin weggekauft wurde, war der BVB plötzlich für kommende Nationalspieler attraktiver als der FC Bayern ..

        Ich hoffe, dass Mats das Level aus der Saison 2016/1017 halten kann. Dann ist er – aus vielen, auch außersportlichen Gründen – so was wie der wahre Alonso-Nachfolger.

  7. Eva Etheber

    Man kann die Entwicklung eines Menschen nie vorhersehen.
    Vieles ist möglich und viele Wege können zum Erfolg führen.
    Es ist nur wichtig das die Spieler auf ihrem Weg glücklich werden und keiner von oben herab einen bestimmten Weg erzwingen will.

  8. Eva Etheber

    Wie kommt ihr eigentlich dazu hier mitzuschreiben. Ich bin nicht bei Facebook , Twitter oder so und wollte nur mal wissen wie das ist bei sowas mit zu scheiben. Mats Hummels ist mein Lieblingsspieler und ich bin Dortmund und Bayern Fan . Alle halten mich für verrückt wie findet ihr das?

    1. Tanja

      Ich war Mal bei Twitter und bin so auf diesen Blog gestossen und hängen geblieben.
      Twitter und Facebook sind für mich nur noch Uninteressant.

      Ich halte dich für leicht verrückt ;-)
      Wie machst du das wenn deine favorisierenden Mannschaften gegeneinander spielen?

    2. wahrheitsliebender

      Das geht….

      Ich lebe in Bayr. Schwaben und war als Kind HSV-Fan wegen Hrubesch, Kaltz und Magath….

      Bis es zuviel wurde und die “Fischköpfe” zum einen bei der eigenen Heim-EM in Hamburg gegen die “Käsköpfe” denen stimmungs-technisch das Stadion überlassen hatten und Deutschland dadurch vor eigenem Publikum ein Auswärtsspiel bestreiten mußte (o.k. in München wärs wahrscheinlich auch nicht anders gewesen….) und weil die chronische Erfolglosigkeit und der “absolute Abstiegswille” mir in Schwaben, weit abseits vom Schuß irgendwann den Spaß am HSV verdorben haben….

      Seither und seit neuestens bin ich Bayern, Dortmund, Leipzig, Schalke und Köln-Fan. Und ab und an natürlich auch noch HSV-Fan….

      Und wann ist man da z.B. Dortmund-Fan? Natürlich bevorzugt wenn der Underdog zu Hause gegen die Bayern spielt….

      Das geht also alles sehr gut…

      Gruß

      1. “Seither und seit neuestens bin ich Bayern, Dortmund, Leipzig, Schalke und Köln-Fan. Und ab und an natürlich auch noch HSV-Fan….”

        FAN????!!!! ;-)))

        Wenn man ein RICHTIGER FAN eines Vereins ist / sein will, dann gibt es eigentlich nur einen einzigen. Es gibt vielleicht (kleinere) Ausnahmen: Du spielst selbst für einen (Amateur)Verein, mit dem du dich identifizieren solltest und bist damit in gewisser Weise nicht nur Mitglied, sondern auch Anhänger / Fan des Vereins.

        Deine “eigentlich mag ich alle BL-Vereine”-Fankultur gibt es nicht. Vielleicht sympathisierst du mit all den genannten Vereinen, aber ein echter Fan bist du dann von keinem dieser Vereine … (zumindest nicht in meiner Fußballwelt ;-) ).

        Mit einem Verein sympathisieren, sich für ihn zu interessieren, in der Mehrheit der Spiele für ihn zu sein ist für mich mal gerade eine erste kleine Vorstufe zum Fan eines Vereins. Wenn du dann alle anderen “Fansympathien” für die anderen Clubs abgelegt hast, näherst du dich dem Zustand, ein “richtiger Fan” zu sein …..

        Aber nicht jeder “Fußballinteressierte” muss ein Fan eines Vereins sein …

      2. Ju

        Peter, da muss ich sanft reingrätschen ;) man kann sehr wohl Fan von mehreren Vereinen sein. Nämlich dann, wenn der jeweilige Verein keine Berührungspunkte zum anderen hat. Während ich seit meiner Kindheit Bayern-Fan bin, habe ich nach einem gewissen CL Finale angefangen, jedes Liverpoolspiel zu schauen. Und nachdem ich das erste mal Anfield gesehen habe, war es erst recht um mich geschehen.
        Während meines Studiums bin ich dann zunehmend in die alte Försterei gegangen, was im übrigen ein wundervolles Stadium ist.

        Jedenfalls war es so, dass die Vereine in jüngerer Vergangenheit nicht gegeneinander gespielt haben und ich mich deshalb nie entscheiden musste. Ich würde mich also guten Gewissens als Fan mehrerer Vereine bezeichnen.

      3. Eva Etheber

        Gut zu wissen das ich nicht die einzige Ausnahme bin .
        Leipzig finde ich auch gut und das ganze kritisieren wegen ,, Red Bull ” ist echt nicht angemessen.
        Dortmund und Schalke ist eine schöne Mischung was machst du beim Derby ?
        Dortmund würde ich nicht unbedingt als ,, Underdog ” bezeichnen die hatten halt nur zu viele Neulinge und mussten diese noch einfügen. Nächste Saison wird bestimmt besser.

        Ich sage auch immer alles ist möglich habe Bayern Poster an der Wand.
        Ne Dortmund Bettwäsche und schlafe im Bayerntrikot.
        Zum Sport ziehe ich mein gewonnenes Köln Trikot an.

      4. wipf1953

        @JU

        Ein Bayernfan kann unmöglich Fan eines anderen CL-Clubs sein, gegen die Bayern schon mal international rausgeflogen ist. Chelsea, ManUtd, Aston Villa, Aberdeen, Liverpool – das waren jetzt nur Inselclubs die alle ausscheiden. Du hast wahrscheinlich das Landesmeister-Halbfinalrückspiel 1981 gegen Liverpool nicht sehen müssen, aber dieser Club ist natürlich seit nun 36 Jahren für mich ein absolutes Unding.

      5. Ju

        @Wipf
        Sorry, aber diese These stößt mich schon auf mehreren Ebenen ab. Wenn ich morgen nach Birmingham ziehe und neben dem Villa Park wohne, darf ich mich nicht zum Aston Villa-Fan entwickeln und trotzdem Bayern-Fan bleiben oder was? Und überhaupt trägt sie eine Verbitterung in sich, der ich mich nicht anschließen möchte. Immerhin bin ich heilfroh, dass man als Deutscher mittlerweile wieder Franzosen mögen darf, ohne dass einem irgendwer was vom Erbfeind erzählt.

        Ansonsten habe ich aber auch geschrieben, dass das mit dem ‘Fan mehrerer Vereine sein’ nur funktioniert, wenn die Vereine keine Berührungspunkte haben. Da ich vor 36 Jahren noch nicht geboren war, interessiert mich dieses Spiel herzlich wenig, denn einen emotionalen Bezug dazu habe ich nicht.

        Wir könnten uns denke ich darauf einigen, dass es kaum möglich ist, Fan eines Vereins zu werden, den man als Bayern-Fan mit negativen Emotionen verbindet.

      6. “Peter, da muss ich sanft reingrätschen ;) man kann sehr wohl Fan von mehreren Vereinen sein. Nämlich dann, wenn der jeweilige Verein keine Berührungspunkte zum anderen hat. ”

        Ich bin definitiv kein “Hardcore-FCB-Fanszenen-Aktivist”, aber quasi “seit Geburt” Münchner Bayern-Fan mit Leib und Seele, so dass mich etwas Unkundige ;-) durchaus als “Ultra-Fan des FCB” bezeichnen.
        Meine Definition eines Fans eines Vereins schließt deine Versionen definitiv aus, von Eva (FCB + BVB!!!!) will ich gar nicht sprechen.

        Ihr dürft das auch gerne so handhaben, aber als “richtige Bayernfans” würde ich euch damit definitiv nicht bezeichnen, eher als Sympathisanten.

        Für die richtigen Fans kann es auch keinen Vereinswechsel geben, es sei denn, man (frau) schließt aus irgendwelchen (speziellen) Gründen mit seiner “Ex-Liebe” ab. Das ist so wie mit Lebenspartnern, nur dauert normalerweise die Liebe zu einem Verein länger ;-) Wenn man einen Lebens-/Ehepartner hat und trotzdem mit zahlreichen anderen “Partnern” ins Bett steigt, sollte man seinen eigentlichen Partner nicht als die “große wahre Liebe” bezeichnen …

        Sollte mich irgendetwas einmal in eine andere Stadt als München verschlagen, dann kann es durchaus sein, dass ich für den dortigen Verein ein gewisses Interesse, vielleicht sogar Sympathien hegen werde. Fan jenes Vereins werde ich aber nie werden – es sei denn, der eher unwahrscheinliche Fall tritt ein, dass ich mich vom FCB abwenden werde.

        Vielleicht gibt es aber auch noch einen Unterschied zwischen Fans, die in der Stadt des Vereins geboren, aufgewachsen sind und dort auch leben und Fans, die irgendwann aus einem bestimmten Grund Fan eines Vereins geworden sind, zumindest in ihrer eigenen Definition ;-)

      7. wipf1953

        ok, also, ich hab mal ne Zeit in London gelebt – da gibt es ja mehrere Clubs. Sympathisch war mir nur West Ham United. Wahrscheinlich, weil die 1966 mal den Europacup der Pokalsieger gewonnen haben … ;-). Davon abgesehen hab ich zu der Zeit so gut wie alles in mich aufgesogen, was irgendwie englisch ist (incl. malt vinegar und black pudding). Aber ich konnte mich mit keinem der dortigen Fußballclubs wirklich identifizieren.

      8. wipf1953

        ääh, sorry, das mit dem Pokalsiegerfinale war die Saison 1964/1965 ..

      9. 1965 war schon seeeehr wichtig, aber wenn es 1966 (gegen den BVB) gewesen wäre, wäre es auch ok gewesen … ;-)))

      10. wipf1953

        ja genau, denn erst 1967 hat dann die “richtige” Mannschaft diesen Titel geholt .. :-)

      11. Ju

        @Peter
        Ich bin kein Soziologe, deshalb fühle ich mich nicht qualifiziert, eine Abgrenzung von Sympathisant, Fan und Ultra vorzunehmen. Deshalb lassen wir das jetzt einfach mal so stehen.

      12. Osrig

        Also, dass man im Laufe der Zeit mehrere Lieblingsvereine haben kann, ist durchaus möglich und vermutlich sogar nichts Ungewöhnliches. Ging mir auch so, und hätte mir jemand vor 30 Jahren gesagt, dass ich dereinst mal mein “Herzblut” für den FC Bayern vergießen würde, so hätte ich ihn wohl schlicht für verrückt erklärt ;-)
        Wenn mir ein Verein gefällt, dann zeige ich Neugier und Sympathie auf und für diesen Verein, und ein reges Interesse an allem, was mit ihm zu tun hat. Das ist ohne Frage eine schöne Sache!
        Ist das aber schon “Fan-Sein”?
        Ich meine, “Fan-Sein” bedeutet mehr als bloße Sympathie, ein bloßes “Gut finden”. Es bedeutet vor allem die Bereitschaft, ganz viel Emotionen und Leidenschaft in die Spiele zu investieren, mitzufiebern, sich mitfreuen, sich mit begeistern! Auch sich mitärgern und mitleiden, wenn es nicht so gut läuft! Eben pure Identifikation!
        Sympathie kann ich – in unterschiedlichem Grad – auch für mehrere Vereine haben, aber inneres Beteiligtsein, Identifikation und Zugehörigkeitsgefühl für zwei Vereine gleichzeitig, dass halte ich für schwierig, wenn nicht sogar für unmöglich! Denn es wird immer Unterschiede in der Bedeutsamkeit für einen geben, es wird immer auch eine innere Distanz – wie groß auch immer – geben. Und das ist auch gut so, denn sonst wird es beliebig!

        Nur nebenbei angemerkt: Die Grenzen zwischen großer Sympathie und Fan-Sein sind sicherlich fließend, und niemand ist ein schlechterer Mensch, wenn bei ihm das “Herzblut” für einen bestimmten Verein fehlt und diese ganz enge innere Bindung nicht aufkommen mag!

  9. Eva Etheber

    Unentschieden oder wenn schon einer gewonnen hat dann der andere aber was soll man tun wenn der Lieblings Spieler den Verein wechselt ?
    Konnte den Hass und die Pfiffe gegen Mats Hummels nicht verstehen. Habe es gut gefunden das er nach München und zu seiner Familie gewechselt ist.
    Wollte schon ein BVB Trikot mit ,,Danke Mats ” kaufen um mich gegen die BVB Hasswelle zu wenden.
    Ist und bleibt halt nur ein Spiel und der Spieler sollte selber entscheiden wo er hin will. Die Fans sollten das einfach respektieren.
    Finde es aber trotz allem schön das der BVB den Pokal geholt hat obwohl wir da getrennter Meinung sein werden.
    Nächstes Jahr ist es ja für Bayern wieder möglich.

    1. Tanja

      Bei dem Thema Hass gg Spieler bin ich ganz bei dir. Wechsel zu anderen Mannschaften gehören dazu, egal wie schmerzhaft oder unverständlich für den Fan. Man sollte es zumindest akzeptieren.

      Es sind in einigen Spielzeiten Lieblingsspieler gegangen oder haben ganz aufgehört. Das wäre eine ganze schöne Vereinsliste, denen ich dann folgen müsste. Oder ich hätte ja sogar aufhören müssen nachdem Scholl seine Karriere beendet hat.

      Das geht ja nicht ;-)

      Also bin ich traurig, wünsche dem Spieler viel Glück und bleibe nur einem Verein weiterhin treu.

      1. Tanja

        * Das wäre eine ganz schöne Vereinsliste, der ich dann folgen müsste.

    2. Tanja

      Aber das muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Für mich wäre das nichts.

  10. Stiepel

    jetzt hat das Sommerloch auch “miasanrot” erreicht!

  11. Eva Etheber

    SOMMERLOCH!!!

    Was meinst du damit.
    Kommen keine Artikel mehr?
    Wer schreibt die eigentlich kann man da mit schreiben?
    Wenn ja mach ich mit.
    Und wenn sch spätestens zur China Tour kommt bestimmt was.

    1. Stiepel

      mit dem Sommerloch meinte ich die oben geführte Diskussion.

      Artikel wird es bestimmt weiter geben …

  12. Eva Etheber

    Entschuldigung ich habe die wohl angezettelt.
    Bin das erste mal in so einem Blog unterwegs und finde es gerade einfach nur schön das einer auf mein Interesse reagiert.
    In meinem Freundeskreis interessiert sich keiner für Fußball echt schade.
    Schön mal welche zu kennen die das selbe Interesse haben.

  13. Franz_B

    Immer wieder witzig zu lesen, wie Bierernst manche die Sache mit dem “Man kann nur Fan von einem Club sein” sehen.

    Frag doch mal Anhänger vom FC Ingolstadt. Den Verein gibt es erst seit 10 Jahren, da ist es doch logisch, dass dann genügend Fans dabei sind, die vorher (und in der Regel immer noch) auch Bayern-Fans sind.
    Stimmung im Stadion war dennoch immer gut und im Spiel gegen Bayern, herrschte wenigstens nicht diese feindselige Atmosphäre die es leider bei diversen brisanten Derbys gibt.

  14. Eva Etheber

    Danke das du mir da beistehst

  15. […] Vorheriger Beitrag 29.06.2017 […]

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