Nächste Pokalrunde, die Rolle des Stürmers und zwei (neue) Formationen

Eine weitere Überraschung in der ersten Runde des DFB-Pokals blieb aus. Während andere Mannschaften aus der 1. Bundesliga scheiterten, zog der FC Bayern mit wenig Mühe gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden in die nächste Runde ein. Der Gastgeber erlebte das Spiel seines Lebens, wir eine ruhige Partie mit einigen wenigen zu analysierenden Themen.

Thomas Müller war mit seinen Toren ohne Frage Mann des Spiels. Drei Treffer, an weiteren Aktionen beteiligt und stets sehr präsent. Das 5:0 Ergebnis geht völlig in Ordnung, denn obwohl Rehden einige wenige Vorstöße wagte, scheiterten sie an spieltechnischen oder individuellen Limits. Alles andere wäre aber auch eine Überraschung gewesen. Negativ ist das phasenweise sehr unkonzentrierte und ungenaue Spiel der Münchner aufgefallen. Vorstöße fanden keine Abnehmer, Pässe im Aufbauspiel landeten beim Gegner und statt Fußballfeuerwerk und mit grandiosen Pässe im hochkarätig besetzten Mittelfeld ging es meist mit Flanken über die Außenbahnen. Andererseits sahen sich unsere Roten zwei sehr eng stehenden Viererketten gegenüber. Mit einem weiten Ausfallschritt deckt man da viel Platz ab und hat schnell den Fuß am Ball.

Mario Mandzukic machte über 90 Minuten leider einen eher traurigen Eindruck. Er irrte durch die Reihen, fand selten aus dem Spiel heraus den freien Raum und schien auf die Rolle als Kopfballableger für hohe Flanken beschränkt zu sein. Zwar besetzte er entstehende Lücken aus Positionswechseln sehr aufmerksam, aber der »durch die Reihen herumirrende« Eindruck ging nicht weg. Wie sieht eigentlich die Rolle des Stürmers unter Guardiola aus? Von der kroatischen Dampfwalze aus der Triple-Saison war bisher wenig zu sehen. In die Kategorie »klein und wendig« passt er ebenfalls nicht. Bei hohen Flanken ist er aber grandios und erst die nächsten Spiele dürften seine bzw. die Aufgaben des Stürmers klarer definieren bzw. für uns Zuschauer sichtbar machen.

Formationsveränderungen mit den Außenverteidigern

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Auch in Sachen Taktik konnten wir etwas Neues sehen. Mir sind zwei bestimmte Formationen im Aufbauspiel, die es in den Testspielen bisher nicht so konsequent gab, aufgefallen. Besonders im Vergleich miteinander sind sie interessant.

So ist Bastian Schweinsteiger im Spielaufbau stets zwischen die Innenverteidiger gerückt und hat so eine Dreierkette in der Abwehr gebildet. David Alaba und Rafinha haben als Außenverteidiger für Breite im Spielaufbau gesorgt und waren, durch die sowieso sehr hoch stehenden Bayern, nah an den Offensivakteuren. Gegen defensiv agierende Teams wird diese Formation wohl häufiger zu sehen sein. Gegen schnelle Konterteams könnten die entstehenden Lücken problematisch bzw. bei Ballverlust eiskalt ausgenutzt werden. Im Pokalspiel gegen Rehden bewegten sich die Offensivleute mitunter sehr wenig. Ein Zeichen dafür waren weite Vorstöße mit dem Ball von Dante. Er lief bis zur Mittellinie, aber fand selten Anspielstationen oder überraschende Lösungen um die Partie zum gegnerischen Tor zu tragen.

In der 61. Minute kam Jan Kirchhoff für Schweinsteiger auf den Platz. Er übernahm 1:1 die »6« vor der Abwehr. Dennoch veränderten sich die Positionen um ihn herum. Alaba, Boateng, Kirchhoff, Rafinha und van Buyten bildeten einen eng stehenden Kern vor Manuel Neuers Tor. Kirchhoff platzierte sich zentral, die Außenverteidiger standen eng zur Mitte (statt wie vorher weit außen) und die Innenverteidiger blieben im Spielaufbau logischerweise dahinter zurück. Durch ihre weit auf den Außenbahnen liegende Positionierung sorgten erst Robben und Müller für Breite im Spiel und nicht wie zuvor die Außenverteidiger. Dieser enge Gürtel vor dem eigenen Tor dürfte für Gegner schwer zu bespielen sein und von Lösungen durch genaues Passspiel nach vorn abhängen. Ballverluste wiegen hingegen weniger schwer, weil der Gegner schneller und mit mehr Personen erreichbar wird.

Die Partie zeigte den erwarteten und verdienten Sieg unserer Bayern. Mit dem notwendigen, aber auch nicht mehr Einsatz sind wir verdient in die nächste Runde eingezogen.

BSV Schwarz-Weiß Rehden – FC Bayern München 0:5 (0:2)
BSV RehdenMandic – Pekrul, Heyken, Wessel, Hegerfeld – Arend, Stütz – Chaib (65. Winkelmann), Artmann (89. Krogemann), Hirooka – Neumann (72. Kifuta)
FC BayernNeuer – Rafinha, Van Buyten, Dante (68. Boateng), Alaba – Schweinsteiger (61. Kirchhoff) – Müller, Kroos (81. Martínez), Shaqiri, Robben – Mandzukic
BankStarke, Lahm, Thiago, Ribéry
Tore0:1 Shaqiri (18.), 0:2 Müller (45.), 0:3 Müller (59./Foulelfmeter), 0:4 Müller (64.), 0:5 Robben (88.)
KartenGelb: Chaib (BSV), Arend (BSV), Shaqiri, Mandzukic

Besten Dank an @McSchnitzel für das Bild aus Osnabrück!

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Leserkommentare
  1. […] Der Titelverteidiger startet so anders als im Vorjahr, als die Münchener zum Auftakt den Regionalligisten Schwarz-Weiß Rehden mit 5:0 besiegten, gegen einen Drittligisten. Fußballerisch sind die Münchener dem […]

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