Update: Müller-Wohlfahrt verlässt FC Bayern

Nach der 1:3 Niederlage in Porto folgte am Donnerstagabend die nächste Meldung, die für viel Wirbel im Umfeld des FC Bayern sorgen wird. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt erklärte nach 38 Dienstjahren überraschend seinen Rücktritt von allen Ämtern beim FC Bayern. Mit ihm legten auch Kilian Müller-Wohlfahrt, Peter Ueblacker und Lutz Hänsel ihre Funktionen im Verein nieder, wodurch die Münchener ihren ärztlichen Betreuerstab verlieren.

Nach dem Champions League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht.
Erklärung Müller-Wohlfahrt, u.a. SID.de am 16.04.2015

Der Verein dankte Müller-Wohlfahrt in einer ersten Reaktion für seine jahrzehntelange Arbeit und kündigte an, dass Dr. Volker Braun von den Bayern-Amateuren zunächst die Leitung der medizinischen Abteilung übernimmt. Eine langfristige Lösung soll in Kürze präsentiert werden.

Verschiedene Medien kolportieren seit Monaten ein angespanntes Verhältnis zwischen Trainerstab und dem Ärzte-Team um Müller-Wohlfahrt. Eine medizinische Bewertung ist von außen nicht möglich. Dass es einen Konflikt zwischen den beiden Persönlichkeiten Guardiola und Müller-Wohlfahrt gab, ist jedoch kein Geheimnis. Der Trainer machte nach der Niederlage in Porto keine öffentliche Aussage mit Bezug zur medizinischen Abteilung und auch das Heranziehen des kurzen Videoausschnitts zur verletzungsbedingten Auswechslung von Medhi Benatia gegen Bayer Leverkusen dient sicher nicht als hinreichende Erklärung. Guardiola erklärte hierzu in der Pressekonferenz am Freitag zudem, dass die Geste nicht der medizinischen Abteilung galt. Deutlich sind jedenfalls die Aussagen Müller-Wohlfahrts, der den Verein mitten in einer der wichtigsten Saisonphase vor die schwere Aufgabe stellt die medizinische Abteilung neu aufzustellen.

Schon nach Thiagos wiederholten Verletzungen und der Frage der richtigen Behandlung hatte es öffentlich wahrnehmbar geknirscht in München. Damals hatte Matthias Sammer zwischen Coach und Team-Arzt vermittelt. “Pep kennt aus Spanien und Italien andere Organisationsformen. Da waren gleich mehrere Ärzte jeden Tag beim Training vor Ort. Zur Historie des FC Bayern gehört Müller-Wohlfahrt mit seiner Praxis, die nur 20 Minuten von der Säbener Straße entfernt ist”, sagte der Sportvorstand damals. Die Probleme bestanden aber offenbar weiterhin oder flammten neu auf.

Zuletzt überraschte Franck Ribéry mit der Aussage, dass ein zu früher Einstieg ins Training seine aktuelle Verletzung verschlimmert habe. Ribéry sprach von “einer Katastrophe” und “einem Fehler.” Wie die Entscheidung für Ribérys zu frühe Rückkehr zu Stande kam ist offen, könnte aber bei der Aufklärung des Zerwürfnisses von Bedeutung sein. Einige Medien berichteten auch, dass es zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Müller-Wolhlfahrt zum Streit gekommen sein soll. Bestätigt wurde das nicht.

Aus sportlicher Sicht kommt die Mitteilung zur absoluten Unzeit. Der Verein muss nächste Woche Dienstag das schwierige Rückspiel gegen Porto bestreiten und am Samstagnachmittag bereits gegen Hoffenheim antreten. Stand jetzt gibt es durch den kurzfristigen Rücktritt Müller-Wohlfahrts eigentlich nur Verlierer. Nach fast 40 Dienstjahren hätte man den Abgang des 72-Jährigen – trotz bestehender Differenzen – zum Saisonende professionell regeln können. Dass Müller-Wohlfahrt offenbar nicht einmal den Verein über seinen Entschluss informierte, zeigt wie verhärtet die Fronten offenbar waren. Offen ist auch wie einzelne Spieler, die ein Vertrauensverhältnis zu Müller-Wohlfahrt haben mit seinem Rücktritt umgehen. Im Prinzip herrscht freie Arztwahl. Dass Schweinsteiger, Robben, Alaba und Co. selbstverständlich wie bisher in Müller-Wohlfahrts Praxis pilgern, bleibt aber nach den Vorkommnissen des Tages schwer vorstellbar.

Pep Guardiola zeigte sich auf der turnusmäßigen Pressekonferenz am Freitag kämpferisch. Er gebe den Ärzten keine Schuld an den vielen Verletzungen. Letztendlich sei nur er für Niederlagen des Teams verantwortlich und niemand anderes. Trotzdem bleibt es dabei: Der FC Bayern gibt durch die gesamte Entwicklung in diesen Tagen insgesamt kein gutes Bild ab.

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Leserkommentare
  1. Markus

    “Der FC Bayern steht und fällt mit Uli Hoeneß”
    Mehmet Scholl

  2. Mika

    Passend dazu: https://vine.co/v/ezhLtxI7hnm
    Das wirft ein schlechtes Licht auf Pep.

  3. Pachinko

    Die Welt schrieb letztes Jahr, dass Bayern sich ohne Hoeneß dem Pep ausliefert. Haben wohl recht gehabt… Hoffe da wird etwas unternommen. Man darf unsere Werte nicht übern haufen werfen, die uns zum großen Bayern München gemacht haben.

    1. kurt

      Diese Werte sind genauso alt wie Müller-Wolfahrt. Jetzt fängt die “KOAN NEUER”-Fraktion wieder an rumzuheulen. Der große FC Bayern München ist mittlerweile aber auch größer als die eigene Historie. Sonst hätte man nicht Leute wie Sammer und Reschke am Start.

      Wir sind nicht der HSV, dass man ewiggestrig dahinschwadroniert.

      Die halbe Mannschaft ist verletzt, also muss an dieser Stelle angesetzt werden.

      Wer jetzt hier gegen Pep hetzt, a la “keiner ist größer als der Verein” sollte sich vielleicht mal überlegen, wie unprofessionell dieser Abgang gerade ist.

      1. dek

        Liegt es am Training, an der medizinischen Abteilung oder einfach nur am Pech, dass die halbe Mannschaft verletzt ist?

        Dass Pep mit der Spezialbehandlung Thiagos gegen den Willen Müller-Wohlfahrts einen Griff ins Klo gelandet hat brauchen wir z. B. nicht diskutieren. Was jetzt zum sofortigen Rücktritt geführt hat können wir nur spekulieren.

        Ungünstiger könnte der Moment aber nicht sein.

      2. Pachinko

        Ach komm, der Pep hatte ihn schon von anfang an auf den kieker…Und das die Niederlage an den Ärzten lag, ist wohl das lächerlichste was ich bisher gehört hab. Was denkst du was unsere Führungsspieler Robben,Ribery und Schweinsteiger, die dem MW sehr viel zu verdanken haben dabei denken?

      3. sochsbtk

        Warum wohl ist der Abgang so unprofessionell? Vielleicht weil man schon zu oft brüskiert wurde, unabhängig davon, ob zu Recht oder nicht. Pep war gegenüber MW auch schon des öfteren unprofessionell.

  4. throgsgafen

    Schockierende Nachricht. Hätte mir gewünscht, dass Müller-Wohlfahrt wenigstens noch bis Saisonende zur Verfügung steht und trotz aller anscheinend vorhandener Diskrepanzen das professionell zu Ende bringt. So sieht es übel aus für die beiden wichtigen KO-Spiele in 5 bzw. 12 Tagen.

    Die Hauptfrage ist nun, auf welcher Seite die Spieler stehen. Gibt es eine “Jetzt erst recht”-Einstellung, für die die Mannschaft vermutlich auf Guardiolas Seite sein müsste? Oder hat man jetzt ein Alibi für schlechte Leistungen weil der Ausnahmearzt hinschmiss und im Verein extreme Unruhe herrschen wird?
    Im schlimmsten Fall ist sich die Mannschaft uneinig ob der Mediziner oder der Trainer recht haben. Dann kann das noch länger nachbeben.

    Wie dem auch sei. Meine vorsichtige Hoffnung für das CL-Rückspiel ist dahin und mein Optimismus für das DFB-Pokal-HF hat sich ebenso verabschiedet.

    1. sochsbtk

      Lieder sehe ich das genauso. Wird wohl nichts mehr werden mit den CL-HF.

  5. Berne

    So….nach fast 40 Jahren Medizinischer Betreuung ist nun alles schlecht oder was? Ist ein blanker Hohn, dass der BayernDoc für Pep geopfert wird. Für ein Trainer der wahrscheinlich seinen “Plan C” hat und spätestens in 2016 abdankt, wenn nicht schon diese Saison.
    Kann die Lobhudelei des Vorstandes gegenüber Pep nicht mehr lesen und hören. Die Mannschaft spielt schlecht, es fehlen zu dem Spielsystem Spieler auf allen! Positionen, die technisch so versiert sind und bei Pressing des Gegners das eins zu eins suchen können und nicht in die Breite spielen müssen. Der FC Bayern ist zu gut für die Liga aber zu schlecht für die absolute Spitze in Europa.und der FCB ist nicht Barca, sorry.
    Man hat aus der Niederlage gegen Real letztes Jahr nichts gelernt und die gleichen Spieler gesetzt, der Spielaufbau geht jetzt eher langsamer als vor einem Jahr.
    Das Spiel Reals gegen Atletico war eine Augenweide in Bezug auf spielerischer Klasse und schnellem Spiel in die Vertikale. Wer da vom Titel träumt, träumt einfach nur.
    Falls die Berichte so stimmen und die Bayern Docs für Verletzungen und die derzeitige spielerische Misere verantwortlich sein sollen, dann ist das Bild des FC Bayern in der Öffentlichkeit blamabel beschädigt. Da einen Zusammenhang herzustellen gleicht einem schlechtem Scherz oder einer Mannschaft oder Verein in “Auflösung”.
    Der Vorstand hat im Ganzen total versagt.

    1. kurt

      War das am Mittwoch das erste Spiel in dieser Saison, welches du geschaut hast?

    2. Dakury

      Wohl zu tief ins Glas geschaut.

  6. kurt

    @Pachinko

    Die werden sich denken “Wieso bin ich gerade mal wieder verletzt?” Im Moment führen die Niemanden. Andere Ärzte hätten denen genauso geholfen.

    Bei Barca gab es keine ähnliche Seuche, also wird es wohl nicht am Training liegen.

    Natürlich ist es Blödsinn die med. Abteilung unmittelbar für die Niederlage gegen Porto verantwortlich zu machen, Aber den Bogen “wir haben verloren, weil unsere halbe Mannschaft verletzt ist” schlagen, kann man eben schon.

    1. dek

      Bei Barca war 90 % der Mannschaft nicht größer als 1,75 m. Die hatten eine ganz andere körperliche Statur als die Bayern, die dann doch eher robust und athletisch sind. Also muss das nicht unbedingt 1:1 übertragbar sein, bin aber kein Profi um das beurteilen zu können. Kommt mir nur so in den Sinn.

      Und wo soll MW Schuld an der Misere sein?
      Einzig bei Ribery und Schweinsteiger sieht man jetzt schon seit längerem schon fast chronische Verletzungen. Was der Doc da ändern könnte weiß ich aber auch nicht.

      1. kurt

        Naja aber anhand der Statistik die Bajuwandres zusammengestellt hat, danke dafür, sieht man ja, dass ein Guardiola wohl kein Faktor ist, da es während seiner Barcazeit keine signifikanten Unterschiede zur Post-Guardiola-Zeit gab und er die zwei Saisons jetzt wohl eher die Verletztenkrise geerbt hat.

        Auffallend auch der prozentuale Unterschied zwischen Barca und uns. Da werden aber sicherlich auch Spielweise und Liga eine Rolle spielen.

        Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem die ständigen Personalsorgen ein gewisses Eigenleben entwickelt haben und deswegen auch Folgeverletzungen entstehen.

        Hier könnte man Pep wohl am ehesten kritisieren, dass er keinen Handlungsbedarf hinsichtlich der Kadergröße gesehen hat. Wir sind einfach zu dünn aufgestellt,

  7. Bajuwandres

    Hallo zusammen,

    ich habe mal versucht, die Verletzungen mit und ohne Pep sowie in Barca und in München zu quantifizieren:

    http://i.imgur.com/9RCjok1.png

    Ist bei weitem nicht perfekt, ich weiß.

  8. Done

    Die aktuelle Entwicklung bestätigt mich in meiner Meinung bezüglich eines vor Selbstverliebtheit zerschmelzenden und völlig überschätzten Sportmediziners, der aufgrund des ungeheueren Vorfalls von Kririk an seinem salbungsvollem Wirkens in seinem übermäßigen Ego gekränkt ohne jeglichen Anflug von Professionalität und Rücksicht auf die Belange des Vereins einfach hinschmeisst. Ein ausführliches Interview im SZ-Magazin vor ein paar Jahren gab ja recht gut Einblick in seinen Charakter. hoffe jedoch sehr, dass die Vereinsführung hier nicht völlig unvorbereitet erwischt wird, zumal es ja nicht das erste Mal ist, dass der ehrenwerte Herr Doktor so eine Aktion bringt.

    1. Sebastian

      Danke. Mein Gefühl sagt mir dasselbe.

      Gibt’s nen Link zu diesem SZ-Interview?

      1. Marco05

        Sign.

        Die letzten 3 Jahre wurde keine Verletzung “pünktlich” geheilt. Stattdessen immer wieder Rückfälle. Thiago, Badstuber, Schweinsteiger, Ribery…

        Viele kritisieren hier Pep. Hat er etwa dem Doc gesagt, dass er schuld sei an der Niederlage? Wohl kaum oder? Ich gehe auch davon aus, dass ihm das überhaupt niemand so gesagt hat, sondern dass es allein seine Interpretation ist.

        Einfach so mittendrin über nacht hinzuschmeißen ist jedenfalls großes Kino und höchstgradig unprofessionell.

    2. Patrik

      Sehe ich genauso. Da prallen natürlich zwei Egomanen aufeinander und nun ist einer so sehr in seiner “Ehre” gekränkt, dass er ohne Rücksicht auf irgendwelche Konsequenzen hinwirft. Nach Aussage von Hörwick scheint es auch so zu sein, dass er niemanden vorab informiert hat bzw. nicht nach einer vorübergehenden Lösung bis zum Saisonende gesucht wurde. Das ist das Verhalten eines gekränkten Egos, oder auch eines Kleinkindes.
      Differenzen hin oder her, professionell war das nicht und brauchen wir auch nicht.

  9. axel

    Endlich eine neue Kuh, die durchs Dorf getrieben werden kann. Bisher kennen wir nur die Aussage von MW. Ob er tatsächlich für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde, hat sonst niemand bestätigt. Während der Saison zu gehen, zeigt wenig Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Verein, der mehr ist als Pep. Und noch eins: Es scheint mir nicht mehr zeitgemäß, dass der FCB für seine Spieler keine Ärzte direkt vor Ort hat. Jetzt ist also die Chance, sich von Altlast zu befreien und sich zu modernisieren. Es gibt auch andere gute Ärzte und mit 72 JAhren wäre MW sicherlich auch irgendwann in den Ruhestand gegangen (oder geschickt worden)!

    1. Patrik

      Ja, es gab viele bekannte Macher, die den Absprung nicht geschafft haben.

    2. Baldi

      Ja, vielleicht ist der Abgang tatsächlich eine Chance sich (auch wenn es auf hohem Niveau ist) weiterzuentwickeln. Einen Mediziner vor Ort zu haben, damit man schnellstmöglich auf Verletzungen reagieren kann, ist doch alles andere als eine schlechte Idee.
      Mir stellt sich hier die Frage was MW wichtiger ist, seine persönliche Eitelkeit oder der Erfolg des Vereins. Selbst auf unberechtigte Kritik so zu reagieren zeigt einen schlechten Stil und mangelnde Loyalität gegenüber dem FCB. Tut es Not den Verein so den Medien auszuliefern und Leute gegen Verantwortungsträger des Vereins aufzubringen? Auf mich wirkt es so als ob der ehemalige Mannschaftsarzt gerade Vereinspolitik betreibt.
      Nebenbei gefragt, es liest sich so als ob hier einige genau wüssten, dass Guardiola die entsprechende Kritik geäußert hat. Welche Quellen oder Beweise gibt es dafür? Ist die vorherige Meinungsverschiedenheit der Beiden, die in der Sache doch geklärt wurde, ein hinreichender Grund für solche Unterstellungen?
      Oder geht es nur darum sich über den katalanischen Ballbesitzphilosophen auszukotzen?

  10. Koan Messi

    Das, glaube ich, hat es so nicht gebraucht. Nach 40 Jahren im Verein kann man auch etwas Loyalität. In der Phase hinzuwerfen und so ein medialen Eiertanz anzukurbeln, ist schon kaltblütig. Sicher ist es nicht korrekt, dass ihm reingeredet wurde oder das er gar kritisiert wurde, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in einer Form stattgefunden hat, die so ein Schritt rechtfertigt.

    Wohfahrt hat vieles vieles gut gemacht. Glaube nicht das Robben, ehemals Glasmann, die Klasse ohne MW hätte. Aber naja…

    Good Riddance, hoffe der Verein reagiert ordentlich auf das Theater.

    1. Dakury

      Robben ackert auch wie kein anderer an seinem Körper. Vor und nach dem Training legt er extra Schichten ein. Das ist auch ein Grund für seine reduzierte Verletzunganfälligkeit. Wenn man auf Transfermarkt.de die Spielzeiten sieht kann man nicht erkennen ob der Doc viel Einfluss hatte. Die Besserung besteht ja noch nicht lange.

      1. Koan Messi

        Ich meine ein Interview mit Robben gelesen zu haben, in dem er sagt das er mit der med.Abt. und den Physios ein Spezialtrainingsprogramm entwickelt haben. Sowas geht natürlich nur mit einem Team was die Mannschaft gut kennt und die auf guter Basis zusammenarbeiten. Das sprach auf alle Fälle für den Doc.

        Die Diskussion um die Geschichte werden nur in schwarz-weiß gemalt wenn die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Ich finde hier hat die PR nicht gut reagiert, die Affäre so unkommentiert im Dunklen zu lassen… Die schwarze Peter Geschichte wird damit ewig weitergehen.

      2. Dakury

        @KOAN MESSI
        Da hast du sicherlich recht. Ich denke nur, dass man dies mit jedem anderen guten Ärzeteam auch hinbekommen hätte wenn man sich die erforderliche Zeit für jeden Spieler nimmt. Viel wichtiger bei Präventionsmaßnahmen sind meiner Meinung die Physios, die sollen den Plan der medizinischen Abteilung entweder Umsetzen oder selber bei der Entstehung und Einhaltung mitwirken.
        Alles in Allem ist es nur ein Arzt der geht – dessen Charakter für mich höchst zweifelhaft ist.

  11. Scholli84

    Ich glaube eher an die Egomanentheorie. Da treffen einfach zwei aufeinander, die es gewohnt sind hofiert zu werden. Unbestritten ist ja auch jeder auf seinem Gebiet eine Kapazität. MW hat sich wohl, auch aufgrund seiner langjährigen Arbeit für den Verein, mehr Unterstützung von diesem erhofft. Der Abschied jetzt spricht aber nicht unbedingt für einen der besten Sportmediziner unserer Zeit. Seinen verletzten Stolz so in die Öffentlichkeit zu tragen, in dieser Saisonphase, ist unprofessionell und hat mit dem Anspruch des Clubs und seiner Mitarbeiter nichts zu tun. Der Verein täte gut daran bis zu Saisonende eine interne Lösung (vielleicht den Doc der Basketballer) zu suchen um im Hintergrund die medizinische Abteilung- ohne irgendwelche Seilschaften- komplett neu aufzubauen.

  12. Jo

    Der Arzt verlässt den Verein. Normalerweise eine Marginalie. Bei Bayern und MW natürlich ein anderes Kaliber. Das wird uns bis Saisonende beschäftigen.

    Ich persönlich finde MW’s Verhalten irgendwas zwischen skandalös und schäbig. Und das gilt unabhängig von dem was da vorgefallen sein mag. (Was mag’s denn sein? Kritik? Harte Worte? Und weiter?)

    Wenn man den Verein in dieser Phase der Saison, in dieser (auch medizinischen) Lage verlässt, seine Patienten, Leute mit denen er teilweise seit Jahrzehnten zusammenarbeitet im Stich lässt, dann kann ich nur sagen: Geh mit Gott, aber geh!
    Ich hoffe es gibt keine zweite Rückkehr, sondern man nutzt die Chance ein neues, professionelles Ärzteteam aufzubauen. Der Generationswechssel musste ja eh bald erfolgen.

    Fragen an die medizinische Abteilung gibt es ja genug. Da ist der Fall Ribery. Die Sache mit Badstubers Einladung zur NM. Wie sagte Löw doch er werde das natürlich vorher mit den Ärzten des FCB absprechen. Was um Himmels Willen wurde denn da besprochen?
    Jeder dachte doch es wäre sinnvoll, wenn Badstuber nach etlichen Spielen, die Länderspielpause zur Regeneration nutzen würde.Jetzt ist er seitdem praktisch nicht mehr einsatzfähig.

    Ebenfalls auffällig ist, dass diese Saison medizinische Prognosen entweder deutlich daneben liegen (d.h. alle Ausfallzeiten werden teils krass unterschätzt)), oder gleich gar nicht mehr gegeben werden und nur scheibchenweise Informationen durchsickern.
    Was z.B. ist jetzt eigentlich konkret mit Ribery, Schweinsteiger, Badstuber, Pizarro? Man rätselt.

    Danke auch an Bajuwandres für seine aufschlussreiche Statistik. Das bestätigt das, was ich gefühlt auch dachte.

    Um das mal versuchen ins Positive zu wenden. Der Vorgang ist zwar jetzt mega-ärgerlich und schädlich. Aber wer weiß, ob man uns damit nicht langfristig einen Gefallen getan hat.

  13. Weidenpreller

    Tja, da kann mir jemand erzählen was er will, aber das ist einfach ein extrem schlechter Stil vom Doc. Mitten in einer kritischen Phase den Verein, der ihm nicht nur ein mal bei finanziellen Problemen aus der Bredoullie geholfen hat, der über Jahrzehnte hinweg einen prestigeträchtigen und einträglichen Job sicherte, zu verlassen, geht gar nicht. Nogo. Und Tschüß.

    Aber lieber Pep, Dein offensichtlich höhnischer Applaus bei der verletzungsbedingten Auswechslung Benatias in Richtung Bank ist auch alles andere als ideal. Das zeugt auch nicht von dem unbedingten Willen, Probleme im Sinne des Vereins zu lösen, eigentlich ist es schon ein Affront. Diese Art der Aussendarstellung möchte ich nicht sehen.

    Fazit? Keine Ahnung. Der eine eingeschnappt und mit Fluchtreflex, der andere mit sehr zweifelhaftem Verhalten einer evtl. Problemzone (der medizinischen Abteilung) gegenüber. Was macht man mit so einem Kindergarten?

    Ich verstehe Pep insofern, als dass es sein Kopf ist der rollt, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Und die Ausfallliste ist lang und der Kader momentan am Ende/auf dem Zahnfleisch, scheidet Bayern im Viertelfinale aus, interessiert später keinen mehr, dass es an den Verletzten bzw. an der suboptimalen Heilungsphase der Rekonvaleszenten lag. Aber guter Stil ist was anderes…

    Kopfschütteln…

  14. Hans

    Es war ja echt zu erwarten: Kaum läuft es nicht mehr Rund, kommen die Ratten hier aus ihren Löchern. Ihr bestätigt hier eindrucksvoll, was ich auch in meinem Bayernfreundeskreis immer wieder bemerke: Ein extremes Misstrauen gegenüber Pep. Bei Siegen verstummt die Kritik, weil sie dann ja lächerlich wirken würde, sobald es aber nicht läuft, bricht der Damm und es melden sich Leute zu Wort, die schon immer alles besser gewusst haben.

    “Fc Bayern, Deutscher Meister, du wirst niemals untergehen, da wir in guten wie in schlechten Zeiten zueinander stehen.”

    Es gab schon bessere Zeiten. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo man den Unterschied zwischen den Richtigen- und den Erfolgsfans sieht!

  15. Marco05

    Ok, wenigstens doch noch ein paar differenzierte Meinungen. Das Interview in der SZ ist in der Tat aufschlussreich…

    Was mich im Grunde seit Jahren am meisten stört ist, dass die Erstprognosen im Grunde nie eingehalten werden sondern die Verletzungen zumeist deutlich länger dauern als angenommen. Zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Jahre. Hinzu kommen immer wieder ganz offensichtlich zu früh kommende Einsätze.

    Das Verhalten von MV finde ich wie einige hier unter aller Kanone. Bei Pep wird mir zuviel reininterpretiert. Wem oder was galt der “Applaus” nach benatias Auswechslung? Fakt ist auch, dass er die Medizinier in die Kabine hinterherschicken musste, weil die sich von selbst nicht bewegt haben.

    Dennoch: die Worte “die medizinische Abteilung ist schuld an der Niederlage in Porto” sind so sicher nie gefallen. Das ist mE Interpretation von MV.

    Durch sein Verhalten jetzt hat er jedenfalls dem Verein massiv geschadet. Dass er auch noch sein ganzes Team mitnimmt ist ja klar. Vielen Dank auch!

  16. kurt

    Jetzt tritt mal wieder der ganze miefige bayrische Provinzialismus zu Tage. “Mia san mia” ist super, aber der Club ist halt größer als das Bundesland.

    Man ist ein Weltverein. Nicht umsonst der größte Sportclub überhaupt.

    Da kann man sich eben auch keinen zauseligen Ü70-Guru mit esoterischen Pratiken mehr leisten. Leverkusen macht es vor, wie eine moderne medizinische Abteilung auszusehen hat. Eigentlich peinlich, dass der FCB da so sehr hinterherhinkt.

    Völlig richtig, dass das jetzt wohl so im Vorstand auch erkannt wurde und entsprechend angesprochen. Wer dann so dramatisch reagiert und ein öffentliches Schauspiel draus macht, dem kann es auch nicht allzusehr um den Verein gehen. Wenn ein Spieler die zukünftige Behandlung bei Müller-Wolfahrt vorzieht, wird dies ja trotzdem noch möglich sein. Allerdings heißt ein “Für Bayern” eben aktuell “Mit Pep”. wer das nicht begreift, sollte bitte seinen Hut nehmen.

    Natürlich ist Pep Guardiola nicht größer als der Verein, aber er ist unumstritten einer der besten Trainer der Welt und von der Strahlkraft kommen im eigentlich nur Mourinho und eventuell Klopp und Ancelotti gleich. Das heißt sein Name alleine zieht Spieler an. Er war das Beste, was dem FC Bayern nach Heynckes passieren konnte und daran ändern auch die Meinungen der empörten Laienfans und Traditionalisten nix.

    Den Aufstieg zur absoluten Weltspitze hat Van Gaal eingeleitet, Heynckes und Guardiola haben daran angeknüpft. Dazu gehört es eben auch Umbrüche zu gestalten.

    Und wer jetzt panisch “Pep raus” schreit obwohl die Saison mit der fast sicheren Meisterschaft, einem Halbfinale im Pokal und einer immer noch vorhandenen Chance für ein Weiterkommen in der CL definitiv (noch) nicht als Fehlschlag zu werten ist, der hat nicht begriffen was für eine Leistung es darstellt so erfolgreich zu arbeiten.

    Dieselben Leute hätten auch kein Triple mit ansehen dürfen, da jetzt wohl immer noch Rensing oder Kraft im Tor stehen würden.

    1. Baldi

      Und sie hätten den Loddar als Trainer, Effenberg als Präsidenten und Struuunz als Pressesprecher … ;)

      Achja, Basler natürlich als Fitnessguru und Hamann für die Kaderplanung.

    2. Hans

      Sehr starker Kommentar Kurt! Volle Zustimmung!

    3. Usedomspotter

      “Natürlich ist Pep Guardiola nicht größer als der Verein, aber er ist unumstritten einer der besten Trainer der Welt und von der Strahlkraft kommen im eigentlich nur Mourinho und eventuell Klopp und Ancelotti gleich. Das heißt sein Name alleine zieht Spieler an. Er war das Beste, was dem FC Bayern nach Heynckes passieren konnte … ”

      Ist er einer der besten Trainer der Welt? Ich wäre mit solchen Superlativen vorsichtig. Und ob er das beste ist, was dem FCB passieren konnte, ist bis jetzt noch nicht bewiesen. Wenn er seinen Vertrag nicht verlängert und 2016 geht, werden wir das möglicherweise nie erfahren. ;-)

      Zu MW fällt einem nichts ein. Zu so einem Zeitpunkt so zu reagieren zeugt von wenig Verantwortungsbewußtsein, auch wenn er vielleicht provoziert wurde. Wo wäre MW denn heute, wenn er nicht mit dem FCB groß geworden wäre?

      1. kurt

        Ja na klar sind solche Aussagen wie von mir jetzt diskutierbar. Vielleicht hätte ich “zu dem Zeitpunkt” schreiben sollen. Aber es ist halt meine persönliche Meinung. Und seine Trophäensammlung und verschiedenste Expertenmeinungen lassen dies zu Recht vermuten.

        Man war nach historischer Triplesaison gezwungen, an einen noch nie dagewesenen Erfolg anzuknüpfen. Welche Trainer waren denn 13/14 auf dem Markt? Ich glaube eben nicht, dass es da einen besseren gegeben hätte als Pep und vor allem keinen, der dieses Team noch soviel besser gemacht hätte.

        Ich denke die früheste Meisterschaft aller Zeiten (und das Double) sprechen da aber Bände. Was da zeitweise für Fußball zelebriert wurde, war schon atemberaubend. Und auf einmal wird so getan, als ob die Mannschaft das verlernt hätte, dabei muss man sich nur mal die Krankenakten anschauen um zu wissen was das Problem ist.

        Da brauchts auch keine Analysen von Spielverlagerung oder ähnliches. Alaba, Martinez, Schweinsteiger, Robben, Ribery, Benatia. Das sind Marcelo, Kroos, Modric, Varane, Cristiano Ronaldo und Bale oder Jordi Alba, Pique, Busquets, Rakitic, Messi und Neymar..

        Aber das wird natürlich ausgeblendet, obwohl die Situation ja schon seit Monaten so aussieht. Dafür stehen wir aber noch sehr gut da.

        Insofern ist die Kritik an Guardiola ABSOLUT nicht nachzuvollziehen. Selbst Klopp wurde noch vor ein paar Wochen nicht so scharf attackiert und den hätte ich ja schon vor der Winterpause gefeuert.

        Wir hingegen haben in dieser Saison bisher ganze 4! Spiele verloren und die Medien schreiben Pep schon aus dem Verein. Das ist doch unerhört.

      2. Jo

        @Kurt:
        Kann deinen Aussagen voll zustimmen. Ja das ist nicht nachvollziehbar und unerhört.
        Das zeigt vor allem der Klopp-Vergleich.

        Ob Pep der beste, zweitbeste oder was auch immer Trainer der Welt ist, ist eh nicht beweisbar und auch völlig irrelevant. Das er sein Handwerk auf hohem Niveau versteht, kann ja wohl keiner abstreiten.
        Und ob er das beste war was Bayern passieren konnte wird sich weder in 2016 noch in 2018 beweisen, da wir alle das Alternativszenario nicht kennen oder uns nur wild erträumen können.

        Viel besseres hätte uns wohl allerdings nicht passieren können. Außer natürlich in der Einschätzung von Leuten, die das jährliche Triple als ihren persönlichen Erbhof zu betrachten scheinen.
        Denen könnte allerdings ggf. ein guter Arzt weiterhelfen. Ich kenn da jemanden der gerade frei geworden ist.

    4. Jan-Eric

      Sehr guter und wichtiger Kommentar. Danke dafür!

  17. Johannes

    So gut war er eh nicht daher kein verlust für den Verein, soll er abhauen wenns ihm nicht mehr passt und sein blödes Kälberblut kann er dann direkt mitnehmen.

    1. dek

      Pep gehört zu den allerbesten wenn es um die Einbindung der Stärken eines Spielers geht. Man muss sich ja nur mal vor Augen führen, dass in den letzten 2 Jahren vielleicht an einer Hand voll Tagen die komplette Mannschaft zur Verfügung stand.
      Was in Bestbesetzung alles möglich wäre haben wir eigentlich noch gar nicht gesehen, so mit Thiago, Ribery, Robben, Götze im OM, Alaba und vllt wieder Lahm als einrückende AV usw.

      Jetzt gilt es die Mannschaft am Dienstag anzufeuern damit ein 2:0 Sieg rausspringt und wir die Mannschaft in Bestbesetzung vielleicht im CL-Halbfinale und Finale zu sehen. Dann verstummen auch alle Kritiker.

  18. Jo

    Mich würde mal interessieren wie das rechtliche Konstrukt zum Thema “Vereinsärzte” bei uns aussieht.
    Da muss es ja was geben. Und wenn, wie da das Thema Kündigungfristen etc. geregelt ist.

    Da wird wohl kaum was von einer einseitigen Willenserklärung stehen. Möglicherweise erklärt das, dass MW mit einem Eklat aussteigt und dem Verein so das Handeln diktieren kann.

    Bei einer Rücksprache, Verhandlungen usw. wie unter seriösen Geschäftspartnern üblich, hätte man ihn ggf. einfach auf seine vertraglichen Verpflichtungen (zumindest mal bis Saisonende) verwiesen. Diese Option wollte er vielleicht von vornherein zerstören.

  19. giselher

    Interessanterweise ist die Erklärung von Müller-Wohlfahrt an der entscheidenden Stelle unpersönlich formuliert, maW: WER dem Ärzte-Team die Schuld an der Niederlage gegeben hat, bleibt hinter “Es wurde dem Ärztetam …. die Schuld gegeben” versteckt.

    Und prompt stürtzt alles und jeder auf Guardiola ein.

    Von ganz weit weg und pur spekulativ bringe ich KHR ins Spiel. Nur aus dem Bauch heraus und in der Erinnerung an seinen Hitzfeld-Blattschuss “Fußball ist keine Mathematik”. Spontan-Krisen-Managment kann er nämlich nicht so richtig, unser Vorsitzender …

    Wie gesagt: Von ganz weit weg und pur spekulativ …

  20. alex

    MW hat den Verein in der Stunde der Not verlassen, und PG nimmt die Verantwortung der Niederlageau sich.
    Da ist mir doch ein PG 1000x lieber.

    Was ist so gut an MW. Mit ihm hat der FCB eine der schlechtesten Medizinabteilungen Europas. So viele schwere Verletzungen wie der FCB hat sonst keine Mannschafte in Europa. Hoffentlich haben wir bald eine medizinische Abteilung wie Chelsea oder Real.

  21. […] zweiten Saison, aber auch am Anfang des dritten Amtsjahres von Guardiola. Die Konsequenz war die Trennung von Müller Wohlfahrt. Meist setzte sich Guardiola durch. Die sportliche Leitung um Matthias Sammer und Karl-Heinz […]

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