Borussia M’gladbach – FC Bayern 2:1 (2:0)

Borussia Mönchengladbach beendete am Samstagabend die Münchner Siegesserie unter Jupp Heynckes – mit einer guten Leistung gegen personell angeschlagene und spielerisch schwache Bayern. Die Analyse.

Falls ihr es verpasst habt:

Nach dem uninspirierten Auftritt unter der Woche beim RSC Anderlecht setzte Jupp Heynckes gegen Gladbach wieder für einige Stammkräfte – zumindest auf diejenigen, die ihm angesichts der angespannten Personalsituation noch zur Verfügung standen.

M’gladbach vs Bayern, Grundformationen.

Die Viererkette bildeten Kimmich, Süle, Hummels und Bernat. Boateng bekam erneut eine Pause, die Innenverteidiger-Rotation setzte sich somit fort. Für den weiterhin angeschlagenen Alaba rückte Bernat, wie schon am letzten Wochenende, in die Startelf.

Die wirklich interessanten Umstellungen ergaben sich im Mittelfeld, wo nominell fünf zentrale Mittelfeldspieler aufliefen. Martínez (als Kapitän), Vidal und Rudy spielten ihre angestammten Rollen. Tolisso kam, wie schon nach der Robben-Auswechslung in der Champions League, über die rechte Seite, James über die linke. Lewandowski im Sturmzentrum dürfte keine allzu große Überraschung für die Gladbacher gewesen sein.

Auch bei den Fohlen verschob sich nicht allzu viel: Der leicht angeschlagene Elvedi verteidigte rechts neben Ginter, Vestergaard und Wendt. Die Doppelsechs aus Kramer und Zakaria sowie das Sturmduo aus Raffael und Stindl bildeten wie erwartet den Kern der Gladbach-Elf, einzig die Rückkehr von Patrick Herrmann in die Startelf kam etwas überraschend.

Die Münchner begannen so, wie es in den letzten Wochen häufig der Fall war. Positiv ausgelegt könnte man von ruhiger Ballzirkulation sprechen, die jedoch dann und wann in eine gewisse Inspirationslosigkeit abzugleiten droht. Gladbach jedenfalls schien gut vorbereitet und formierte sich in der Defensive gut gestaffelt – mit immer wieder mal eingestreuten Pressingsituationen.

Genau so eine hätte in der 12. Minute fast zum Führungstreffer für die Heimmannschaft geführt. Hazard eroberte nach einem schwachen Zuspiel den Ball und über Stindl gelangte der Ball zu Raffael, der am stolpernden Süle vorbei aufs Tor zulief, dann jedoch vergab. Auf der Gegenseite hätte Tolisso per Kopfball nach einem Freistoß zur Bayern-Führung treffen können.

Spätestens nach der Auswechslung von Christoph Kramer war das Abtasten also beendet und es entwickelte sich eine enge Partie auf taktisch hohem Niveau. Die Münchner taten sich jedoch zunehmend schwer aus ihrer drückenden Überlegenheit im zweiten Drittel Chancen zu kreieren. Ballstafetten über den einrückenden Tolisso, Rudy und Vidal endeten in einer Vielzahl von ungefährlichen Halbfeldflanken von Bernat und James.

Den schleppenden Mittelfeld-Rhythmus des Spiels unterbrachen schließlich die Gladbacher: Mit einem langen Zuspiel in den Strafraum zwangen sie Süle in einen Zweikampf, in dem ihm der Ball etwas unglücklich an die Hand sprang. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hazard zum 1:0 (39.).

In der Folge überschlugen sich fast schon die Ereignisse: Der bis dahin abgetauchte Lewandowski hätte vier Minuten nach dem Gegentreffer beinahe per Hacke zum Ausgleich getroffen, stattdessen jedoch entstand aus einer Kombination auf der Gegenseite ein Abschluss von Stindl, der abgefälscht und schließlich von Ginter zum 2:0 verwandelt wurde.

Kurz darauf musste Juan Bernat mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz, für ihn kam Coman ins Spiel – dadurch rückte Arturo Vidal vorübergehend auf die Linksverteidiger-Position.

Letztendlich hatten die Münchner es über die gesamten ersten 45 Minuten verpasst, aus ihrer Ballhoheit im Mittelfeld irgendwie Kapital zu schlagen – das wiederum hatten die Gladbacher bestraft und sich die verdiente, wenn auch etwas zu deutliche Halbzeitführung erarbeitet.

Die zweite Halbzeit begann mit einigen Umstellungen. James Rodriguez musste mit den Nachwirkungen aus einem Luftzweikampf in der Kabine bleiben, für ihn kam Marco Friedl in die Partie. Aus dem linken Flügelduo Bernat/James war somit die neue Kombination Friedl/Coman geworden.

Das Bild der ersten Halbzeit verfestigte sich auch in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs. Die Münchner hatten in der ersten Viertelstunde fast 70 Prozent Ballbesitz, fanden jedoch gegen die dicht gestaffelten Gladbacher keine Lösungen mit Ausnahme hoher Zuspiele. Defensiv setzten die Fohlen weiterhin Nadelstiche durch Konter und blieben so gefährlich.

Dennoch begann jetzt eine deutliche Bayern-Offensive: Immer wieder suchten sie nun die Anspielstationen im Strafraum und hätten sich nach zwei Ecken beinahe belohnt. Auch Coman traf mit einem Abschluss aus etwa 20 Metern den Pfosten (66.).

In der 74. Minute fiel schließlich der mittlerweile überfällige Anschlusstreffer auf eine Art und Weise, die das Spiel der Bayern erstaunlich gut beschrieb: Eine hohe Flanke in den Strafraum klärte die Borussia in die Füße von Arturo Vidal, der bislang vor allem dadurch überzeugt hatte, den Spielaufbau durch sein gemächliches Passspiel zu verlangsamen. Vidals Schuss jedenfalls war zu platziert für Yann Sommer und schlug im rechten unteren Eck ein.

Wenig überraschend war, dass die restlichen knapp 20 Minuten (mit Nachspielzeit) den Bayern gehörten, die nun alles nach vorne warfen. Die spielerische Problematik des Flankenfokus (siehe unten, Punkt 1) wurde nun obsolet – und hohe Zuspiele immer gefragter. Mit etwas Glück hätte Wriedt kurz vor Schluss noch den Ausgleich erzielt, Drmic hatte auf der anderen Seite die Chance auf die Entscheidung.

Die Niederlage in Gladbach war am Ende verdient – aber sollte nicht überbewertet werden. Wenig Tempo in der ersten Halbzeit und zwei schnelle Gegentreffer sorgten für einen unglücklichen Spielverlauf.

Es gab einen klaren spielerischen Punkt, den Heynckes ansprechen sollte, der aber auch eng verbunden ist mit dem derzeitigen personellen Engpass. Mehr dazu in den drei Punkten, die auffielen.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Tödlicher Flankenfokus

Es ist ein faszinierendes Paradoxon, dass die erste echte Drangphase der Bayern gegen die Borussia aus ihrer spielerischen Schwäche heraus entstand. Zwischen der 50. und der 70. Minute schafften es die Münchner ein ums andere Mal, gefährliche Situationen im gegnerischen Strafraum zu kreieren – weil Kimmich, Rudy, Tolisso, Coman und teilweise auch die Innenverteidiger wie wild Bälle in den Strafraum schlugen.

Selbstverständlich konnte man dafür argumentieren, dass das eine den Umständen angemessene Taktik war. Die Kreativspieler waren (bis auf den eingewechselten Coman) nicht für inverse Dribblings in den Strafraum a la Robben bekannt und die Gladbacher ließen vor allem Kimmich immer wieder viel Raum für Zuspiele.

Gleichzeitig jedoch ließen sich die Bayern merklich dazu hinreißen, in ein Schema vom Saisonbeginn zurückzufallen. Sobald sie erkannten, dass über Kombinationen durch die Mitte nichts ging, landete der Ball bei Bernat, James oder eben Kimmich und wurde (gerne aus dem Halbfeld) in den Strafraum weitergeleitet.

Zwar standen dort mit Lewandowski und den einrückenden Mittelfeldspielern Vidal oder Tolisso häufig zwei Abnehmer, die jedoch in den meisten Fällen an Jannik Vestergaards Körperlichkeit scheiterten. Der dänische Innenverteidiger hatte nach 90 Minuten beeindruckende 12 Klärungen vorzuweisen.

Im Verlauf der zweiten Halbzeit verbesserten sich im Bayernspiel zwei Dinge: Zum einen die Häufigkeit von abgebrochenen Flankenversuchen und zum anderen die Präzision bei den Hereingaben. Vidal rückte nun konsequenter in den Strafraum und unterstützte dort Lewandowski. Auch die Hereinnahme von Wriedt wirkte sich positiv aus.

Es zeigte sich jedoch, dass der Heynckes-Weg der letzten Wochen, den das geduldige Abwarten und das Suchen nach den Lücken in der gegnerischen Kette ausgezeichnet hatte, auch gegen die dicht gestaffelten und hervorragend organisierten Gladbacher wohl die richtige Lösung gewesen wäre – und nicht die am Ende 48 Versuche, über Hereingaben zum Erfolg zu kommen.

Die Abkehr von einem Ballbesitz-Flanken-Fokus muss die wichtigste Lehre aus dem Gladbach-Spiel sein. Es ist jedoch zu befürchten, dass erst die Rückkehr von Robben, Ribéry bzw. einem wieder formstarken Coman die Problematik lösen wird.

2. Kleine Lektion für Süle

In einer so Mittelfeld-lastigen Phase wie der Mitte der ersten Halbzeit entscheiden oft kleine Dinge darüber, wer den ersten Treffer erzielt und in welche Richtung das Spiel laufen wird. Auch wenn Niklas Süles Hand alles andere als klein ist, entschied sie in der 39. Minute vermutlich das Spiel.

Aus einem unscheinbaren Zuspiel in den Bayern-Strafraum ergab sich so ein Elfmeter für Gladbach, der den bisherigen Spielverlauf (keine dominanten, aber zumindest kontrollierenden Bayern) veränderte. Es war nur eine Szene in den 90 Minuten vom Samstagabend, die zeigte, dass Niklas Süle als Innenverteidiger beim FC Bayern noch längst nicht das Level von Jerome Boateng oder Mats Hummels erreicht hat.

Auch vor dem zweiten Gegentreffer ließ er sich mit einem relativ simplen Lauf aus seiner zentralen Innenverteidiger-Position herausziehen. Dadurch ergab sich die Lücke, in die Stindl hineinstoßen konnte. Ansonsten blieb Süle weitestgehend unauffällig, seine Statistik bei langen Pässe (9/11 angekommen) deutete an, dass er gerade in puncto Spieleröffnung auch bereichernd sein kann.

Gleichzeitig jedoch lernte Niklas Süle eine Lektion, die man beim FC Bayern fast schon mantrahaft wiederholen muss: in der Defensive bei einem Spitzenteam entscheidet nicht der Gesamteindruck, sondern die kleinen, unscheinbaren Zweikämpfe. Wenn er die richtigen Schlüsse daraus zieht, könnte die Niederlage gegen Gladbach für Süle zu einem wichtigen Wegpunkt in seiner Bayern-Karriere werden.

3. Ruhe bewahren

So schnell kann es gehen: Aus den aus Ruinen auferstandenen Wunderbayern der vergangenen Wochen sind innerhalb von knapp einer Woche die verletzungsgeschädigten und spielerisch nicht mehr allzu brillianten Münchner geworden.

Die Punkte für den kleinen spielerischen Leistungsabfall sind schnell aufgezählt. Tatsächlich liefen die Bayern gegen Gladbach personell auf dem Zahnfleisch daher. Dazu zählen einerseits die “schwerer” verletzten Thiago, Robben, Ribéry, Alaba und Müller, die es noch nicht wieder in den Kader geschafft haben aber auch der immer noch rekonvaleszente Bernat, der ausgewechselt werden musste.

Wie die traditionell schwierige letzte Phase der Hinrunde abläuft, wird nicht unwesentlich davon abhängen, wie schnell Robben, Müller und Alaba wieder zurückkehren können bzw. Coman zurück zu seiner guten Form finden kann.

Die Heynckes-Magie wurde in den letzten Wochen immer wieder gelobt – die wirklich wichtige Phase für den Cheftrainer dürfte überraschenderweise erst in den kommenden anstehen. Trotz der schwierigen äußeren Umstände nun die Ruhe zu bewahren, ist jetzt die Kunst.

Borussia M’gladbach – FC Bayern 2:1 (2:0)
Borussia M’gladbachSommer – Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt – Kramer (11. Jantschke, 46. Johnson), Zakaria – Herrmann, Hazard – Raffael (90. Drmic), Stindl
BankSippel, Oxford, Grifo, Drmic
FC BayernUlreich – Kimmich, Süle, Hummels, Bernat (44. Coman) – Martinez – Rudy (68. Wriedt), Vidal – Tolisso, James (46. Friedl) – Lewandowski
BankStarke, Boateng, Dorsch
Tore1:0 Hazard (38., Foulelfmeter), 2:0 Stindl (44.), 2:1 Vidal (74.)
Gelbe KartenElvedi / Tolisso
SchiedsrichterManuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer54018 (ausverkauft)

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Leserkommentare
  1. Marco05

    Spätestens nach dem zweiten Pfostenschuß war klar, dass dieses Spiel nicht gewonnen werden soll/kann.

    Lewy mit dem ersten Pfostentreffer unmittelbar vorm 0:2. Dazu passt, dass Ulle fast den Elfer hält aber halt nur fast. Wie alles an diesem Abend.

    Die Einzelkritik überlasse ich heute anderen, da die Mannschaft nach meinem Empfinden alles versucht hat aber halt auch irgendwann am Ende ihrer Kräfte ist gegen ausgeruhte Gladbacher die einen veritablen Lauf haben. Die ersten Punktverluste seit Paris, seis drum.

    Dementsprechend: der Akku ist derzeit etwas entladen. Welch Wunder nach zuletzt 6/8 Auswärtsspielen und 7/8 Spielen am Abend. Nach Glasgow direkt nach Dortmund, nach Anderlecht direkt nach Gladbach. Muss irgendwann mal schiefgehen und insofern ist der Plan der DFL jetzt am Ende dieser Periode mal aufgegangen. Versprochen hat man sich vermutlich mehr von dem Spielplan. Aber es ist sicher nur Zufall, dass Leipzig, Dortmund (A) und Gladbach (A) genau in die Phase gelegt wurden. Ach was solls.

    Jetzt ist dann tatsächlich mal ein wenig Luft und Zeit zur Regeneration und etwas Trainingsarbeit. Sollte dann passen um den Rest des Jahres hinzubekommen, es sei denn es verletzen sich noch ein paar Spieler, was mich auch nicht wundern würde:
    #Neuer, #Thiago, #Ribéry, #Müller, #Bernat, #Alaba, #Rafinha…

  2. Kramnik

    Also wenn man aus dem Spiel was mitnehmen will, dann vorallem etwas langfristiges.
    1.) Tuchel oder Nagelsmann sind alternativ los. Heynckes macht einen guten Job, jedoch ist er für mich nur der bessere Ancelotti. Er ist zwar jetzt der richtige Mann, doch für die Zukunft sollte man endlich damit aufhören mit ihm verlängern zu wollen. Da bin ich ganz froh, dass Heynckes eine klare Linie hat. Jedoch spricht das nicht gerade für unsere Führung, wenn sie wieder mal zu ihrem Glück gezwungen werden müssen.
    2.) Der Kader muss endlich breit aufgestellt werden. Wir sind immer wieder mit Defiziten in die neue Saison gegangen, mal war es in der IV, dann hat der Robbery Ersatz gefehlt, jetzt mangelt es an den kreativen und an einem Lewi Backup. Ich bin sehr gespannt wie man im Sommer sich neu aufstellen wird.

    Schön das Coman wieder da ist, man hat sofort gemerkt, was er dem Spiel gegeben hat. Tolisso hat nicht perfekt, jedoch sicherer gespielt. Und Friedel hat wieder sehr souverän performt. Nur Rudy macht mir ein wenig sorgen.

    1. Gestrandedinberlin

      1) Gib dir vollkommen Recht aber die Aussagen zu Hoeness und Taktik sind teilweise schon etwas gruselig.
      Also, es ist ja jetzt schon das 2/3 Spiel mit der Mittelfeld Konstellation und irgendwie hätte ich mir da seitens Heynckes doch eine klügere Strategie erhofft. Vielleicht ist tatsächlich mit Rudy und Tolisso nicht mehr drin.
      Aber dieser Zwang zu Flanken ist ja schon n Anzeichen dafür, dass man nicht besser weiß, wie man es sonst machen soll.
      Normalerweise würde ich sagen, jut, Gladbach ist auch nicht schlecht und es fehlen halt einige aber n gewisser Abwärtstrend ist schon da spielerisch und so schlecht war die Anfangself nun auch nicht.

  3. Kurt

    Müller-Wohlfahrt wieder da und die Spieler fallen wie die Fliegen. Zu wenig Pferdeblut gespritzt oder was? Es ist einfach nur ein Witz ey.

    Rudy baut weiter ab. Ich bin keiner von denen, die meinten er hätte bei uns sowieso nichts verloren, aber die letzten ~5 Spiele waren einfach Mist. Tolisso heute im Vergleich zu Anderlecht deutlich verbessert. Da waren immerhin Ansätze da die Gladbacher Mauer überspielen zu wollen bzw. den Ball durchzustecken.

    Ansonsten joar. Erste Niederlage unter Jupp. Gegen Gladbach den Angstgegner, ist das fast noch zu verschmerzen. Kann den Verein auf den Tod nicht ausstehen, aber was solls.

    Das Spiel könnte ein Wendepunkt sein. Man kann einem wie Lewy eigentlich nicht zumuten, unter solchen Bedingungen zu spielen. Entweder es wird extrem investiert, oder er ist weg. Heute war er zwar glücklos, aber der Einsatz hat auf jeden Fall gestimmt.

  4. Systemrelevant

    Gladbach war im Gegensatz zu Anderlecht eiskalt beim Ausnutzen ihrer Chancen. Verglichen mit Mittwoch waren das heute ja auch gar nicht soo viele Chancen auf das Tor der Bayern..

    Bemerkenswert ist, Dass die Statik und Stabilität der Mannschaft deutlich höher ausfällt, wenn sie offensiver aufgestellt ist. Trotz des vermeintlichen Übergewicht im Mittelfeld war die Aufstellung der letzten beiden Spiele sehr anfällig. Erst die zweite Halbzeit heute brachte langsam Kontrolle.
    Kann man nur Daumen drücken, dass Müller, Robben, Ribery schnell wieder da sind und James + Lewi und Coman fit bleiben.

    Zum Thema ob Heynckes bleiben soll hat er gerade nochmal unterstrichen, dass es für ihn im Sommer wieder in die Rente geht. Ich persönlich sehe ihn schon auch als die beste Wahl wenn es um den Trainer in der Saison 18/19 geht. Er besitzt schon eine unglaubliche Qualität Defizite in der Mannschaft festzustellen und neue, passende Spielertypen zu benennen bzw. hat sein Wort auch solches Gewicht, dass wirklich ein Kracher verpflichtet werden könnte. Nach der Saison 11/12 hatte man klar die Fehler im Kader analysiert, noch einen 6er und 9er verpflichtet, Rotationsspieler für Ribery und Robben. Letztlich war dieser Transfersommer recht mau, auch wenn James alles in allem eine Steigerung zu Costa darstellen dürfte.

    Dass der Kader viel zu dünn besetzt ist rächt sich nun. Da stellt sich aber die Frage, warum man sie derzeit nicht auch mal mit jungen Spielern aus der 2. Mannschaft bzw. Jugend auffüllt? Gerade inm Angriff könnte doch der ein oder andere wirklich den Sprung zu den Profis schaffen?!

    1. Kurt

      Er ist aber nicht zu dünn besetzt. Er ist maximal mit zu vielen Spielern, die verletzungsanfällig sind, besetzt.

      Es muss endlich eine Lösung gefunden werden, um dieses seit Jahren andauernde Problem in den Griff zu bekommen. Zur Not kauft man sich die gesamte medizische Abteilung von einem Konkurrenten, bei dem nie jemand verletzt ist.

      Das kann doch nicht so schwer sein!

    2. M1900

      @Systemrelevant

      Die Antwort zu deiner Frage, warum keine Jugendspieler hochgezogen wird, liegt auf der Hand.

      Die Mannschaft soll am besten alles gewinnen und kaum Fehler machen. Dazu haben auch die Amas kaum Spieler mehr und eine lange Verletztenmisserie zu beklagen..

    3. wipf1953

      Das passiert doch. Friedl und Wriedt haben gespielt, Dorsch saß auf der Bank. Es gäbe dann vielleicht noch Tillman (ZOM-18), Pantovic (LA-21), F. Götze (IV-19) und Wintzheimer (MS-18). Die sind erstens (fast) alle sehr, sehr jung, und außerdem spielen sie Positionen, auf denen der aktuelle Profikader ausreichend besetzt ist.

      Vielleicht kommt Dorsch (DM-19) aufgrund der Thiago-Verletzung noch zu einem Profieinsatz bis zur Winterpause. Dann werden die Karten eh neu gemischt.

      1. Tschemp

        Bis auf Batista-Meier(der wiederum noch zu jung ist) gibt es in meinen Augen keinen Spieler in A-Jugend und U23, der es qualitativ bei uns packen könnte. Ein Friedl, Dorsch oder auch Wintzheimer werden es im Profifussball wohl packen – aber bei uns?
        Das sehe ich leider nicht, die sind doch eher auf den Niedermeier-Weg als auf dem Schweinsteiger-Weg.

        Was wirklich bitter ist, denn:
        Wir hätten jetzt tatsächlich mal die Tür offen, um einen Jungspund einzubauen. Aber es ist in den in Frage kommenden Jahrgängen kein Bayern-München-Talent da!
        Timing kann ein Arschloch sein.

      2. wipf1953

        Tut mir leid das sagen zu müssen, aber Dein Kommentar erinnert mich ein wenig an den Reporter, der beim U19-Finale diesen Sommer in Dortmund mit dem Brustton der Überzeugung verkündete, dass es “vom BVB sicherlich vier oder fünf in den Profifußball schaffen würden und von Bayern keiner” (Spiel endete nach Verlängerung 1:1 ..). Nahezu alle, die mit Jugendfußball zu tun haben sagen, dass man im Alter von 18, 19 bei fast keinem eine wirkliche Prognose machen kann.

        Talent ist in der U23 genug vorhanden. Niklas Dorsch hatte sogar mal die Fritz-Walter-Medaille in Silber und gehört damit in die Kategorie “Manuel Neuer bzw. Joshua Kimmich ..” (ich glaube, Rudy hatte auch mal eine ..).

        Womit Du recht hast ist das Timing. Dass Joshua Kimmich gerade in dem Moment das richtige Alter hatte (und de facto auf dem Markt war, dank Rückkaufsoption), als Reschke und Guardiola meinten, der könne es packen, war sicherlich richtiges Timing. Dass Dorsch und Benko Profiverträge gerade in dem Moment bekamen, als ein “Otto-Rehagel-Verschnitt” wie Carlo Ancelotti Trainer wurde, war es definitiv nicht.

        Heynckes hat damals in seien zwei Jahren in Leverkusen Toni Kroos zum Nationalspieler gemacht. Als sich Kroos von München nach Leverkusen hat ausleihen lassen, war man in München der Meinung, er sei einer, der in den letzten fünf Minuten eingewechselt wird um dann einen Freistoß direkt zu verwandeln .. wäre Kroos damals in München geblieben würde er heute weder in Madrid spielen noch bei Bayern, sondern wahrscheinlich in der vierten Liga ..

        Wovon ich übrigens wenig halte ist dieses Ausleihen. Das klappte bei Toni Kroos, aber nicht weil der nach Leverkusen gegangen ist, sondern weil – zum Zeitpunkt der Leihentscheidung in keiner Weise absehbar – Heynckes dort Trainer wurde. Andere Leihgeschäfte wie z.B. Green, Gaudino, Sosa, Braafheid und jetzt wahrscheinlich Sanches haben alle nichts gebracht.

        A propos Sanches – auch ein Fall von ganz schlechtem Timig. Jupp würde ich es zutrauen, dass er den hinbekommt. Aber als Jupp kam war Sanches grad mal ein paar Wochen weg ..

      3. chicago_bastard

        “Nahezu alle, die mit Jugendfußball zu tun haben sagen, dass man im Alter von 18, 19 bei fast keinem eine wirkliche Prognose machen kann.”

        Sollte es tatsächlich Leute im Nachwuchsbereich geben, die so einen Unsinn erzählen, müsste man die umgehend feuern. Wer bei 18- und 19-jährigen nicht sehen kann, ob es bei denen sportlich (ob der Körper bzw. die Psyche mitspielt ist immer eine andere Sache, siehe Deisler) reichen wird, der hat keinen blassen Dunst. Bei Mbappe sah letzte Saison jeder Blinde, dass der eine Granate werden kann, ebenso beim 18-jährigen Kroos damals. Der und 4. Liga, alles klar… Zumal damals van Gaal Bayerntrainer war, aber klar, der hätte ihn in die 4. Liga abgeschoben…

        Stimme Tschemp zu, bei Batista-Meier kann man Hoffnung haben, dass er mal Bayern-Niveau erreicht, Dorsch und Co. können dagegen mal gutes Bundesliga-Niveau erreichen, aber eine Karriere als Leistungsträger bei Bayern ist bei denen sehr unwahrscheinlich.

      4. wipf1953

        Als Kroos nach Leverkusen ausgeliehen wurde (Winterpause 2008/1009), war nicht van Gaal Bayertrainer, sondern ein gewisser Jürgen Klinsmann.

        Es gibt einen Unterschied zwischen “schaffen kann” und “definitv schaffen wird”. Natürlich durfte man bei Mbappe oder Dembele, vielleicht auch bei Martial oder Coman (komisch, alles Franzosen mit Migrationshintergrund), schon in jungen Jahren mit größter Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sie den Durchbruch schaffen werden. Aber erstens gibt es keine Garantie und zweitens erweist sich die Prognose (mehr ist es nicht, wie immer im Leben) bei vielen als nicht richtig, weil immer etwas passieren kann (Verletzungen, falscher Trainer etc. etc.).

        Benenne doch mal ein paar 18-jährige, bei denen es “jeder Blinde sieht dass sie mal Granaten werden” oder die zumindest 200 Erstligaspiele schaffen werden. Ich würde mir das genau so wenig zutrauen wie eine Aussage, dass es Bayerns aktuelle U-23-Spieler “sicher nicht” schaffen werden (so der erwähnte TV-Reporter, was für ein Unsinn).

      5. Tschemp

        @Wipf1953

        Der Fall Sanches hat genau gar nichts mit Timing oder falschem Trainer zu tun, sondern mit Qualität. Sanches hat einfach keine Qualität für Bayern München. Die Defizite, welche sofort in den ersten Trainings zu sehen waren, sind einfach viel zu groß, das wird dir jeder Beobachter bestätigen. Sanches kann froh sein, wenn er mittelfristig überhaupt in einem Club der großen Ligen unterkommt, ansonsten wird er dank seines Karrierestarts als früherer Golden Boy und Europameister durch die russische oder türkische Liga touren.

      6. chicago_bastard

        Ja, Klinsmann wurde aber 4 Monate später gefeuert und dann übernahm Kroos-Fan Jupp für 5 Spiele und dann wiederum van Gaal. Ich denke mal Kroos hätte die 4 Monate unter Klinsmann ohne größere seelische Schäden überstanden und wäre dann auch unter van Gaal durchgestartet. Und selbst wenn die Bayern Tonis Talent schon damals verkannt hätten, dann hätte er seinen Weg eben woanders gemacht, aber bei seinem Talent hätten eben nur schwere Verletzungen oder mentale Probleme eine Welt-Karriere verhindern können.

        Von den aktuell 18-jährigen traue ich Arp und Havertz zu in einigen Jahren fest zum Kreis der A-Nationalmannschaft zu gehören. Und von uns wie gesagt Batista-Meier, wobei der leider noch nicht mal 18 ist, sonst hätte er beim aktuellen Personalmangel in der Offensive gerade wirklich gute Chancen mal bei den Profis reingeworfen zu werden.

      7. wipf1953

        Mir wird hier viel zu sehr vom Heute auf die Ausgangssituation geschlossen:

        1. Bei Kroos bestand sogar eine Rückholklausel. Van Gaal hätte bei seinem Amtsantritt die Chance gehabt, ihn zurückzuholen, hat davon aber keinen Gebrauch gemacht. Braafheid und Pjanic waren ihm offenbar wichtiger. Aus heutiger Sicht ist diese Entscheidung sicherlich irritierend. Aber vielleicht war sie damals sogar richtig.

        2. Wenn es jeder Beobachter bestätigen kann, dass Sanches die Qualität für Bayern fehlt, fragt man sich schon, warum sie ihn dann für dieses Heidengeld geholt haben. Wenn er zu schlecht für eine große Liga ist, warum hat ihn dann ganz Europa verpflichten wollen? Warum konnte Lissabon für ihn diese Ablöse durchsetzen und warum hat er gegen Bayern in der Champions League gespielt?

        Man kann bei jungen Spielern vor allem das Talent beurteilen, das Potential. Aber man kann sehr oft eben nicht garantieren, dass ein talentierter Spieler auch 250 Profispiele in einer Top-Liga machen wird. Die ganz große Mehrheit der 18, 19 jährigen spielen nicht in einer Profimannschaft, sondern noch in einem Nachwuchsteam. Wer es von ihnen schafft kann man eben nicht mit Sicherheit sagen. Darum ging es mir.

    4. Kurt

      Also bei Draxler war es schon recht früh klar, dass er mal durchstarten wird. Bei Müller sowieso. Götze wurde mit 18 als kommender Weltfußballer gehandelt, was dann letztendlich passiert ist, konnte nun keiner wissen.

      Lass Dembele auch mal Haarausfall bekommen, und er kommt vielleicht auch auf die Idee Hormonpräparate zu nehmen, wie Götze.

  5. M1900

    @Systemrelevant

    Die Antwort zu deiner Frage, warum keine Jugendspieler hochgezogen wird, liegt auf der Hand.

    Die Mannschaft soll am besten alles gewinnen und kaum Fehler machen. Dazu haben auch die Amas kaum Spieler mehr und eine lange Verletztenmisserie zu beklagen..

    1. Systemrelevant

      mkay, stimmt. Im laufenden Betrieb gestaltet sich das schon schwierig einen der jungen Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Vielleicht ziehen sie ja den ein oder anderen aber in der Winterpause in den Profikader hoch. Jedenfalls die bessere Option als überteuerte Spieler auf dem Transfermarkt loszueisen, die einen letztlich doch nicht weiterbringen.

      1. M1900

        @Systemrelevant

        Jip, das würde mich auch freuen, was mir sehr auffällt ist, dass von der u19 kaum Spieler entweder zu den Profis hochgezogen werden oder zu den Amas. Wenn, dann nur Spieler, die bei der U19 wenig Spielzeit erhalten.

  6. rotweiss

    schade, dass sich sebastian rudy ausgerechnet in dem Moment, in dem er absolut wichtig wäre, eine Formkrise nimmt. ansonsten würde ich nach dieser niederlage gnädig mit der mannschaft umgehen. bei dem Programm und diesem absurden verletzungs”pech”(???) hat immerhin der wille gestimmt. spielerische Möglichkeiten hängen halt eng mit dem vorhandenem personal zusammen und das ist grad im Spital.

    vielleicht können die taktikspezialisten hier mal erklären – und das stört mich seit guardiola-zeiten – warum dieser FCB nicht in der lage ist, Mannschaften, die absolut erkennbar nicht mitspielen wollen, anders aus der reserve zu locken als durch endlosen ballbesitz? vor allem auswärts. kann man die nicht mal dazu zwingen, Fußball zu spielen? wenn sie es nicht wenigstens versuchen, wird ihnen zumindest bei Teams der oberen tabellenhälfte das heimpublikum schon was husten.
    meist bespielen wir auswärts eine vierer- und eine fünferkette, die so agieren, als würden sie ihrerseits auswärts spielen.
    müssen wir IMMER das spiel machen? gäbe es da keine alternativen…da habt ihr den ball, macht mal was damit, kommt hinten raus – dann haben wir vlt mal platz für ein bisserl “umschaltspiel” – wie die spielverweigerung ja so schönfärberisch verkauft wird. ich meine das nicht moralisch, rein spielstrategisch. kann wer helfen? gedanklich?

    1. stenmark

      Wow, endlich mal einer der es verstanden hat. Mich wundert es nämlich auch immer wieder, dass die Bayern meist gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Abwehrriegel anspielen, während der Gegner auf Konter wartet (egal ob auswärts oder heim). Ich frage mich da immer wieder, besonders wenn die Bayern dann so leichte Gegentore kassieren wie heute gegen Gladbach das 2:0 (kann doch nicht sein, dass der Gladbacher Spieler so leicht an alle vorbeilaufen kann!!!), warum verteidigt der FC Bayern eigentlich nicht mal so, dass der Gegner gegen eine gut gestaffelte Bayern Abwehrreihe anläuft. Da würden bestimmt viele Vereine in der BuLi ihre Probleme mit haben. Dass das funktionieren kann, hat Heynckes in der Triple-Saison gezeigt. Die Defensivarbeit damals hat viele Vereine zur Verzweiflung gebracht (mitunter Juve & Barca) und dem FC Bayern DREI große Titel.

    2. Tschemp

      Für Gegner wie Gladbach ist ein Punkt gegen Bayern prinzipiell ein gutes Ergebnis, während für uns nur 3 Punkte zählen. So liegt es in der Natur der Sache, dass Gladbach vor allem Gegentore verhindern will, und wir Tore erzielen wollen. Denn blöderweise beginnt das Spiel mit 0:0 bei einem Wunschergebnis unserer Gegner.

      1. wohlfarth

        Ein Punkt in Gladbach ist auch für uns gut. Wir müssen und können in Gladbach, Leipzig oder Dortmund nicht immer gewinnen. Oft ist ein Punkt Gold wert.

      2. Tschemp

        Man kann doch Gladbach nicht mit BVB und RB vergleichen. In Dortmund und in Leipzig sind genau die beiden Saisonspiele, wo ein Punkt im vorhinein als gut einzuschätzen ist.

      3. wohlfarth

        Da unterschätzt du die Gladbacher Mannschaft aber etwas, oder du überschätzt unseren aktuellen Status.

    3. Ju

      @Rotweiss

      ” Kann man die nicht mal dazu zwingen, Fußball zu spielen? ” Eine erfrischend einfach gestellte Frage, bei der das Frustrationspotential inhärent ist. Ich antworte mal mit Nils Koppruch, dem ich einfach mal erhebliche Qualitäten auf den Hamburger Bolzplätzen unterstellen würde: ‘Du kannst das Tier zum brummen bringen, nur kannst du’s nicht zum trinken zwingen.’ Wenn du einem solchen Gegner den Ball gibst, antwortet der mit risikolosem Ballgeschiebe gefolgt von Flügelangriffen in Unterzahl – oder gleich mit dem langen Ball. Was nützt dir ein Ballgewinn am Flügel, wenn der Gegner trotzdem 8 Spieler hinter dem Ball hat?

      Ich bin mir auch nicht sicher, ob das das Ziel sein sollte. Denn wenn ich mir die Spiele der vorangegangenen Jahre mal so anschaue, hat Bayern die Spiele, in denen der Gegner gemauert hat, wesentlich erfolgreicher bestritten als jene, in denen der Gegner (vernünftig, nicht so wie der HSV) mitgespielt hat. Es versteht sich von selbst, dass zum Mitspielen nicht nur Ballzirkulation gehört, sondern eben auch weniger zaghaftes Aufrückverhalten, Gegenpressingfokus. Im besten Fall gefolgt von eigenem Angriffspressing. (womit wir ja überhaupt nicht mehr klarkommen.)

      Problematisch ist ein mauernder Gegner für Bayern ja nur, wenn man keine anderen Mittel als Flanken hat und das Gegenpressing (dadurch, oder auch sowieso schon) zahnlos ist. Man sollte bezüglich Pep da auch nichts verklären: Es war ja nicht so, dass die damals fortwährend die tief stehenden Gegner mit ihren Ballstafetten auseinandergenommen hätten. Die haben halt nur alles weggepresst, was von der gegnerischen Mauer abgeprallt ist und konnten deshalb fast im Sekundentakt neue Versuche unternehmen.

      Dazu O.T.: Javi auf der 6 ist gegen den Ball schon ein echtes Tier, insbesondere als Abfangjäger hinter dem eigenen Gegenpressing. Auch bei eigenem Ballbesitz ist er ein sehr guter Spieler, jedoch gibt es gegen einen tiefen gegnerischen Block da Bessere. Im Nachhinein war es eine große Leistung Guardiolas, dass er das Gegenpressing OHNE Javi organisieren konnte. Ob er seine Prioritäten letztendlich richtig gesetzt hat, darüber kann man ja streiten. Aber handwerklich war das schon geil.

    4. Kurt

      Mit dem Personal gestern, war aber kein Umschaltspiel machbar. Hat man doch mehrmals gesehen, als man einen Konter fahren konnte, aber Lewy entweder komplett alleine gelassen wurde, oder ein Tolisso oder James den Ball verschleppten.

      Erst mit Coman kam die Schnelligkeit wieder auf den Platz, aber zu dem Zeitpunkt stand es ja schon 2:0 und die Gladbacher Maurerelf, hatte das Spielen schon eingestellt.

    5. Vobius

      Wichtig ist, dass schnell und direkt gespielt wird. Mit eingespielten Kombinationen kann man auch eine dichtgestaffelte tiefstehende Abwehr knacken. Klar ist das ein wenig schwerer als wenn man dem Gegner mit hohen Pressung überfällt (siehe RaBa), dafür ist es kontrollierter und nicht so kraftaufwendig. Die technisch begabten Spieler für das schnelle Direktspiel haben wir, aber bei langsamen Flanken und abgestoppten Läufen kann der Gegner sich immer wieder richtig positionieren. Gladbach ist dann doch um einiges stärker als zB Anderlecht und lässt auch unter Druck keine Fehler zu.

      Btw, bei spielen gegen Real oä kann man sehen wie das aussieht, wenn wir den Gegner mal nicht beherrschen und ihn kommen lassen (müssen). Da fühlt man sich als Fan aber maln so gar nicht wohl…

  7. Osrig

    Es ist eigentlich zum k….! Wenn selbst der Liga-Vierte, durchaus mit Ambitionen auf das internationale Geschäft, sich in einem Heimspiel hinten rein stellt und auf Konter spielt, dann stimmt in dieser Liga irgendwas nicht! Wenn dieses Vermeidungsverhalten auch noch mit einem Sieg belohnt wird, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn diese unansehnliche und in der Spitze langfristig erfolglose Strategie zu noch mehr Langeweile und noch mehr Abstand zur europäischen Spitze führt.
    Ok, es ist natürlich die Frage, warum es unserer Mannschaft nicht gelingt, solche Abwehrreihen auszuspielen, ich sehe da vor allem die vielen Verletzten in der Offensive und nachlassende Konzentration und Schnelligkeit bei unseren Gesunden als Ursache, wobei ich die häufigen Aluminiumtreffer so langsam auch nicht mehr nachvollziehen kann. So viel Pech geht doch bald gar nicht mehr!

    Na gut, die Serie ist gerissen, in der Allianzarena wird die Mannschaft hoffentlich wieder jenen Tick mehr an Power haben, der notwendig ist, um das Spiel gegen Hannover zu dominieren und für uns zu entscheiden.
    Immerhin, jetzt dürfte auch dem Letzten in den Medien und ausserhalb klar geworden sein, dass die Liga noch längst nicht entschieden ist.

    1. Klaus Moor

      Was erwartest du, soll der Gegner offensiv spielen, damit es allen Bayernfans gefällt? Diese Niederlage ist kein Beinbruch , sondern ein Zeichen an Mannschaft und Trainer, in der Konzentration nicht nachzulassen.

    2. Kurt

      Die Liga war schon vor der Saison entschieden. Du sagst doch selbst, der Abstand zu eropäischen Spitze (aka Bayern) ist enorm. Wieso also, sollte es da noch nicht klar sein, wer Meister wird?

    3. Klaus Moor

      @Kurt, Osrig meinte sicherlich nicht den FCB, sondern den sich immer mehr abzeichnenden Abstand der anderen Bundesligavereine zur europäischen Spitze. Nationale Konkurrenz wäre jedenfalls wünschenswert, damit der die Bayern nicht nur in zwei oder drei Bundesligaspielen wirklich gefordert werden.

  8. Tipic

    Es hilft nix. Wir brauchen für die nächste Saison:
    – einen KREATIVEN, SPIELSTARKEN Mittelfeldspieler, der Thiago ergänzen, entlasten und ggf. ersetzen kann;
    – einen Offensivspieler mit zumindest internationaler Klasse;
    – einen Konzepttrainer.
    Was wir nicht brauchen: weitere Retro-Reformen.

    1. Tschemp

      Ich würde eher mindestens drei neue Offensivspieler fordern, ausgehend von einem Ribery-Abgang und einer Vertragsverlängerung von Robben.

      Unser neuer Trainer wird hoffentlich in Peps Pfaden wandeln und mindestens(!) vier Offensivspieler aufbieten. Dafür brauchen wir neben Lewandowski, Müller, James, Robben und Coman also noch drei Spieler, um jede Position doppelt zu besetzen.

      Lewandowski(neuer Sturmbackup), Coman(neuer Tempodribbler), Müller(James), Robben(neuer Tempodribbler)

      Dortmund hat für diese 4 Positionen analog: Aubameyang, Isak, Schürrle, Philipp, Yarmolenko, Pulisic, Reus, Sancho (Kagawa, Götze, Larsen..).

      1. Klaus Moor

        Warum drei neue Offensivspieler? In der Abwehr muss nachgebessert werden, denn gegen schnelle Stürmer wirkt die Defensive nicht selten überfordert.

      2. Tipic

        Ich war davon ausgegangen, dass das Lewy-Backup-Problem bereits in der Winterpause gelöst wird und Gnabry im Sommer ohnehin kommt. Für einen neuen “Tempodribbler” sollte man dann ruhig mal ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Dasselbe gilt für den dringend benötigten Kreativmann im Mittelfeld.

      3. Klaus Moor

        @Tipic
        Damit löst man aber die Defensivprobleme nicht! Wie heißt es doch so schön: Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften!

      4. Tipic

        @KlausMoor: Ich finde, dass wir in der Abwehr mit der Stamm-Viererkette Alaba – Boateng – Hummels – Kimmich und den Backups Bernat, Süle und Martinez gut aufgestellt sind. Allenfalls wäre ein Backup für Rafinha zu verpflichten.

      5. Tipic

        * für Kimmich (anstatt Rafinha)

  9. Done

    Bayern hat 1 Tor erzielt. Dies resultierte aus einer Flanke. Bayern hatte noch weitere gute Chancen, die ebenfalls aus den guten Flanken von (meist) Kimmich resultierten. Westergaard hat nach einer (Achtung! ) Flanke fast ein Eigentor geschossen. Wie man hier den Flankenfokus gegen einen Gegner, der mit mindestens 8-9 Spielern das Zentrum dicht macht, verteufeln kann, ist mir ein Rätsel. Wriedt eher rein, Martinez oder Hummels gern öfter im gegnerischen 16er und schon klingelts…
    Aber es gibt ja Leute, die glauben Statistiken, in denen behauptet wird, nur jede 70. oder 80. Flanke führe zu einem Tor.

    1. Vobius

      Wenn man nur bei jeder ca 4 Flanke ein bisschen Gefahr erzeugt, bin ich aber dafür die Kraft und Zeit lieber in geordnete Angriffe und Direktpässe in die Lücken zu investieren.
      Nur hoch auf Lewi irgendwie ist doch keine Lösung?!

      1. Done

        Schon klar, nur hoch auf Lewi ist es nicht. Daher ja mein Gedanke, dass man entsprechend mit kopfballstarken/abschlußstarken Leuten aufrückt. Die haben ja keine 10 Westergaards hinten drin…

        Wenn nur der Lewi im 16er rumsteht, bringen dir auch die “geordneten Angriffe ” nichts, Überzahl bleibt Überzahl.

        Müller fehlt extrem.

    2. Ju

      Grundsätzlich ist Aufmerksamkeit, getreu dem Motto “glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”, ja sehr löblich. In diesem Fall aber vergebene Liebesmüh.

      https://statsbomb.com/2014/10/how-low-can-you-go-assorted-thoughts-about-crosses/

      1. Done

        Ju, genau das meinte ich. Mein Englisch ist zu schlecht um festzustellen, wo und wie genau diese Statistik zu Stande kam/verfälscht wurde.

        Gibt’s eigentlich eine Statistik, die darüber Auskunft gibt, auf welche Weise die Tore fallen? Ich bin mir sicher , dass die Flanke als Assist nicht so weit hinten ist, wie es deine Quelle vermuten lässt.

      2. Gestrandedinberlin

        Die Logik mit den Flanken funktioniert doch alleine deshalb nicht, da man doch viele Spiele nichts anderes gemacht hat und es ja nun wahrlich nicht gut funktioniert , bzw. am passenden Personal gefehlt hat. Martinez, Boateng/Süle, Hummels, Lewandowski und Vidal sind als Kombi ja nun echt ne große Anzahl an guten Kopfballspielern, ohne, dass daraus besonders viele Tore entstanden sind.

  10. Marco05

    Ganz witzig im Zusammenhang mit dem Gladbacher Auftreten gestern, dass wir das genau vorausgeahnt hatten. Hab mal im entsprechenden Spieltag gewühlt, als Gladbach mit 6:1 in Dortmund unterging und wir eine 2:0 Führung gegen Wolfsburg vergeigt haben. Danke @kurt74:

    “Lass mal 10 Spieltage vergehen und dann schauen wir uns nochmals die Tabelle an. Dortmund hätte das eine oder andere Spiel auch verlieren oder unentschieden spielen können. Sie schwimmen momentan auf einer Euphoriewelle, die werden schon noch das eine oder andere Spiel verkacken. Das Gladbach Spiel darf man nicht bewerten, was die Gladbacher da gezeigt haben war unter dem Niveau der Regionalliga.
    Was mich da nervt, gegen Bayern igeln sich alle vorm Tor ein und suchen ihr Heil im Konter, dasselbe war auch die letzten Saisons gegen dem BVB so. Jetzt auf einmal versuchen die Gegner wieder offensiv gegen dem BVB zu spielen was regelmässig in die Hose geht. Denn wenn sie das Spiel aufziehen müssen tun sie sich da deutlich schwerer als Bayern.”

    Ich finde trotzdem Gladbach gestern mit 10 Mann verteidigt hat, haben wir es nicht so schlecht gemacht. Immerhin hatten wir mal Spieler in der Box. Un mit etwas mehr Matchglück (Süle erwischt den Ball nicht mit dem Daumennagel, Lewys Ausgleich statt 2:0) geht das Ding wieder in eine andere Richtung. Trotz Verletzungsmisere und Hammerprogramm im Herbst.

    Eine Einzelkritik möchte ich doch noch loswerden: Ich bin ein Fan von Rudy aber gestern war er ein Totalausfall. Unsicher, fahrig, hat sich im Spielaufbau versteckt, keine Zewikampfhärte, Fehlpässe – das ganze Programm. Da hätte ich gestern wirklich gerne mal Dorsch gesehen. Schwächer hätte er auch nicht sein können.

    1. Axel

      Wie so oft stimme ich auch hier Marco05 voll zu. Rudy zu sehen verursacht mir mittlerweile Schmerzen, weil er wie ein schwarzes Loch sämtliche Dynamik aus einer Spielsituation zu saugen scheint. Nicht die Zeit, sondern der Ball bleibt stehen und wird dann meist maximal ein paar Meter weiter geschubst. Grätschen habe ich von ihm noch nie gesehen und wie der frühe Kroos trabt er meist über’s Feld (wenn der Titel nicht für Roque reserviert wäre, dann hätten wir hier einen “Traber des Monats”). Wie ein Profi, der im Sommerlager mal mit 6jährigen kickt, irgendwie unbeteiligt.

      Aber trotzdem muss ich zugeben, dass mir das Spiel gestern in der zweiten Hälfte richtig Spaß gemacht, weil es intensiv war und spannend. Das war bei den Siegen gg Augsburg und Anderlecht überhaupt nicht so. Deshalb stört mich die Niederlage wohl auch nicht so sehr.

  11. Ludwig

    Schade für die Niederlage am gestern Abend, aber man weiss genau: die Siegesserie wird nicht immer dauern…

    Schon gegen Anderlecht waren wir glücklich gewesen, aber gegen Gladbach hatten wir weder hinten noch nach vorne Glück.
    Die Mannschaft probierte alles, das konnte man merken, aber am Ende waren die Punkten in Gladbach geblieben…
    Ich muss noch hinfügen: ohne eine Angriffsreihe ist es sehr schwer, immer die Punkten einzusammeln…

    Zum Thema Heycnkes: grundsaetzlich waere ich froh sein, falls er bleiben würde. Aber…
    Er ist schon 72. Ich halte ihn ein fantastischen Trainer, aber es waere kein Sinn, dass er z.B. noch ein weiteres Jahr unterschreibt – am kommenden Sommer müssen wir einen Umbruch, vielleicht mit 6-8 neuen Spielern (natürlich zusammen mit einen Konzept) absolvieren. Dafür werden wir einen Trainer brauchen, wen wir langfristig zaehlen können.

    Vor allem Respekt: am Ende dieser Saison sollten wir die Aera, die mit LvG begonnen hat, endlich abschliessen – und eine neue starten.
    Ich hoffe, dass Jupp am kommenden Mai mindestens mit einen Titel von uns verabschieden wird. :)
    Dann kann der Umbruch kommen.

  12. Stern des Südens

    Zum Thema “Ballbesitz vs. Mauern” möchte ich eine bei mir immer wiederkehrende Beobachtung zum Besten geben. Wenn da also mal wieder handballähnlich der Gegner “zurechtgelegt” werden soll oder die Lücke “gefunden” werden soll, ist Gedankenschnelligkeit ein m.E. unterschätzter Faktor. Ich sehe immer wieder bei Abspielen im, tja, nennt man das dann Halbfeld, dass der Abspielende eine Idee hat. Entsprechend läuft er los und hofft auf den direkten Doppelpass oder das berühmte “geschickt werden”. Leider heben die Ballempfänger den Kopf nicht sofort und wenn sie dann schauen, kommt der nächste sichere Pass. Quer und hintenrum ist natürlich risikoloser (Passquote lässt grüßen). Abgesehen davon, dass die Losrenner ständig Kraft verschwenden, verschleppt sich natürlich jeder Spielverlauf. Wir haben Spieler, die technisch versiert genug sind, die Idee des Ballabgebers mit einem Versuch aufzugreifen. Jeweilige akute Absicherung hinter dem potenziellen Zuspielempfänger sollte taktisch machbar sein. Was ich auch denke: die o.g. Gedankenschnelligkeit ist das, was im höherklassigen Fußball als Tagesform, im mittelklassigen Fußball als Mentalität bezeichnet wird. (nachgeordnete Bereinigungsfaktoren wie Stockfehler mal außen vorgelassen). Das ist in diesem Spiel oft passiert.

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