Leser-Roundtable: Wo steht der FC Bayern?

Wie ist die Lage beim FC Bayern in dieser Saison?

Wie ist die Lage beim FC Bayern? Was muss zur spielerischen Entwicklung – abseits der Ergebnisse – gesagt werden?

Der FC Bayern scheint sich in einer Phase der Extreme zu befinden. Ingolstadt, Arsenal, Hertha und zuletzt ein 8:0 Heimsieg gegen Hamburg.

Wir haben nach dem Spiel gegen Arsenal viel diskutiert, uns in einem Kommentar geäußert, doch nun gehen wir einen Schritt weiter. Wir fragen diejenigen, die Miasanrot am wichtigsten sind: unsere Leser. Fünf von Ihnen haben die Chance wahrgenommen und unsere Fragen zur aktuellen Lage beim FC Bayern beantwortet.

Leipzig, Dortmund, Hoffenheim, Frankfurt, Hertha, Köln – Das sind die Bayern-Verfolger in diesem Jahr. Ein durchaus ungewohntes Bild. Was ist mit der Liga los?

Wipf1953: Ich sehe das nicht ausschließlich negativ. Wir waren doch alle gespannt auf Leipzig und jetzt sind die näher dran an Bayern als der Dritte, der BVB, an ihnen. Allerdings ist auffällig, dass die “üblichen Verdächtigen” der letzten Jahre durch die Bank schwächeln (BVB, Schalke, Gladbach, Leverkusen). Ich denke, das liegt (leider) an England. Die Premier League hat dem BVB Spieler weggekauft, ebenso Gladbach und Schalke. Bayern musste keine Leistungsträger abgeben, weil man geschickterweise die Verträge mit Leistungsträgern schon vorher langfristig verlängert hatte. Leipzig auch nicht (die wurden vielleicht noch nicht so wahrgenommen). Die “üblichen Verdächtigen” haben Leistungsträger abgegeben und müssen sich mal hinterfragen, was sie teilweise für Transfers gemacht haben. Wolfsburg und der BVB haben das große Geld in deutsche Nationalspieler investiert, die jedenfalls diese Saison noch nicht so eingeschlagen haben. Draxler ist sogar weg und sorgt in Paris für Furore. Da ist das Geld versackt, das “England” für de Bruyne, Gündogan und Mikhytarjan bezahlt hat.

Chicago_bastard: Für mich ist das die Spitze der bedauerlichen Entwicklung, dass in Deutschland die Vereine, die von ihren Möglichkeiten her prädestiniert wären, die Bayern herauszufordern, in den letzten Jahren mit Ausnahme des BVB schlecht gearbeitet haben. Hier wären allen voran der HSV und Schalke zu nennen. Kontinuierlich gute Arbeit wird dagegen bei kleinen Vereinen wie Mainz geleistet, aber die haben nicht die Voraussetzungen um sich dauerhaft oben zu etablieren. Da verwundert es nicht, dass das Konstrukt RB Leipzig, wo seltenerweise mal gute finanzielle Voraussetzungen und gute Arbeit Hand in Hand gehen, so schnell in die absurd große Lücke zwischen Bayern und dem Rest stoßen konnte. Wobei die natürlich in den nächsten Jahren nachweisen müssen, dass sie auch kontinuierlich einen so guten Job machen können wie bisher. Ansonsten haben eben Vereine mit hervorragenden Trainern wie Hoffenheim und Köln das Schwächeln der Großclubs ausgenutzt.

Rookie: Dass Dortmund etwas schwächelt, finde ich bei deren Abgängen normal. Ich finde sie schlagen sich dafür sogar erstaunlich gut. Ich finde, dass die BVB-Führung hier einen völlig überzogenen Anspruch an Tuchel hat. Wolfsburg hat nicht genug Potential als Fußball-Standort bzw. müsste diese mit einem hervorragenden Trainer/Konzept kompensieren. Leipzig und Hoffenheim haben einfach eine super Jugendarbeit und gute Trainer. Gladbach und Schalke zeigen, dass außer dem BVB und Bayern keine deutsche Mannschaft der Mehrfachbelastung gewachsen ist. Überrascht bin ich von Leverkusen, da habe ich keine Erklärung.

Marco05: Von Dortmund hätte ich viel mehr erwartet, da trotz prominenter Abgänge vor allem die Offensive sehr gut verstärkt wurde. Tuchel hat offenbar die richtige Balance noch nicht gefunden. Merkwürdige Formschwankungen kommen genauso hinzu wie interne Unstimmigkeiten. Leipzig kam nach dem Hinrunden-Sieg gegen den BVB in einen Lauf und ist bisher überraschend konstant. Ich glaube nicht, dass sie das so bis Saisonende durchhalten, aber wenn doch, wird es unter Umständen noch spannender als es uns womöglich lieb ist. Die restlichen Verfolger werden im Laufe der Rückrunde sicher noch etwas abbauen und ein paar Arrivierte (Schalke, Leverkusen, Gladbach) nachrücken, sodass es am Ende mit Ausnahme von Leipzig annähernd das gewohnte Bild gibt.

PitvonBonn: Der Aderlass in Dortmund und Wolfsburg, trotz der sinnvollen Neuverpflichtungen, die Dreifachbelastung in Gladbach, Leverkusen und Schalke verhindern Kontinuität über mehrere Jahre hinweg. Dafür rücken unverbrauchte, hungrige Teams nach, siehe Leipzig, Hoffenheim, Frankfurt, Hertha und Köln. Das sind aber auch die Teams, die ihren Trainern “vertrauen” und die eine sehr gute Nachwuchsarbeit betreiben.

Sind die Leistungen unter Ancelotti ein “back to normal” oder performt die Mannschaft unter ihren Möglichkeiten?

Wipf1953: Die Frage unterstellt ein wenig, dass die letzten Jahre das Optimum gewesen wären und dieses Jahr Rückschritte eingetreten sind. Das sehe ich anders. Bayern mag nicht mehr die Top-Taktik für einzelne Spiele haben, aber sie haben eine Strategie für die komplette Saison. CL-K.O.-Spiele einerseits und der “Ligamodus” andererseits (= Bundesliga, CL-Gruppenphase) sind zwei komplett verschiedene Wettbewerbe. In der CL-K.O.-Phase besteht die Sondersituation, dass ein (doppelt zählendes) Auswärtstor ein überlegen geführtes Spiel auf einen Schlag zum Kippen bringen kann. Um in der CL das Finale zu erreichen, es gar zu gewinnen, braucht man eine Strategie über die gesamte Saison hinweg. Mentalität und Selbstbewusstsein müssen ab Februar, März top sein. Ich denke nicht, dass Bayern in der CL-K.O.-Phase die letzten drei Jahre das Optimum abgerufen hat. In einzelnen Spielen ja, über die gesamte Saison hinweg aber leider nicht. Insoweit könnte Bayern das Optimum erst noch erreichen. Was es diese Saison allerdings auch gab, waren enttäuschende, schlechte Spiele. Die gab es unter Pep allenfalls in der Saison 2014/2015. Wobei ich es immer noch positiv finde, dass Bayern selbst in den schlechten Spielen unter Ancelotti nie so abgeschossen wurde wie von Wolfsburg 2015. Ergebnis: Die Mannschaft “performt” anders als in den letzten drei Jahren, aber weder “schlechter” noch “back to normal”.

Chicago_bastard: Wenn ich die Frage richtig verstehe, impliziert “back to normal”, dass Bayern nun nach drei Jahren in höheren Sphären wieder eine gewöhnliche Mannschaft sei. Diese Untergangsstimmung teile ich nicht, schon allein deshalb weil ich bei der Glorifizierung der letzten drei Jahre, die bei genauerer Betrachtung ja nur drei großartige Halbjahre waren, nicht mitgehe. Große Mannschaften werden über die CL definiert. Erst Recht in Zeiten in denen es national keinen Gegner auf Augenhöhe gibt. Wer das anders sieht, sollte sich mal die Frage stellen, welche Elf gemeinhin als beste deutsche Vereinsmannschaft der Geschichte gilt. Ist es die Fohlen-Elf der 70er, die damals fünf Meistertitel einfuhr oder das Bayern-Team der 70er, das im gleichen Zeitraum nur vier Meisterschaften gewinnen konnte? Ich erlaube mir – entgegen der wahrscheinlichen Intention – “back to normal” einfach mal positiv zu interpretieren und zwar als eine Rückkehr zu dem, was die Bayern in der Vergangenheit oft ausgezeichnet hat: Der Liga-Alltag wird manchmal uninspiriert und schon mal mit dem sprichwörtlichen Bayern-Dusel abgehakt, aber zu den Highlight-Spielen in der CL ist die Mannschaft dann doch in der Lage ihre Top-Leistung abzurufen. In diesem Fall wäre ich über die Rückkehr zur Normalität hocherfreut.

Rookie: Ich halte das Gerede von der mentalen und körperlichen Belastung des Pep-Fußballs und das dies deswegen nicht immer so sein könne, für kompletten Blödsinn. In Barcelona hatte Pep kaum Verletzungsprobleme. Wir reden hier von Spitzensportlern, die Millionen verdienen. Was soll da das Problem sein, 2x die Woche 90 Minuten Vollgas zu geben und ebenso im Training. Das ist doch positiver Stress, der beflügelt. Allerdings braucht es dafür den Vollblutprofi wie Lahm, Neuer, Robben. Disziplinierte Spieler, denen klar ist, dass es das Gesamtpaket braucht: immer Vollgas, Ernährung, Lebensstil, Mentaltraining. Passend dazu gab es neulich einen Bericht, wonach es unter Ancelotti gerade Unzufriedenheit unter den Spielern gebe. Einige Spieler, die immer Vollgas wollen, würden sich über die “Laschheit” mancher Kollegen ärgern. Insofern: ja, die Mannschaft performt gerade unter ihren Möglichkeiten und zwar spielerisch, taktisch, kämpferisch und läuferisch. Ausnahmen sind die Spitzenspiele und die Champions League. In einem Punkt aber ist die Mannschaft gerade der Wahnsinn. Ancelotti hat ihnen so eine gewisse italienische “Killer”-Mentalität eingeimpft. Die Tore in den letzte Minuten sind natürlich kein Glück, sie entspringen einer neuen Effektivität und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die es unter Pep so nicht gab. Ancelotti geht es ums Gewinnen und um sonst nichts. Die Mannschaft wirkt total fokussiert aufs Tore schießen, es wird nicht mehr im Strafraum noch dreimal quergelegt und versucht den Ball ins Tor zu kombinieren. Ich bevorzuge das andere, kann aber verstehen, dass viele einfach gewinnen wollen.

Marco05: Womöglich etwas von beidem. Dass nach der Ära Pep das Spielerische etwas nachlässt war im Grunde zu erwarten. Das aktuelle Ausmaß des spielerischen Rückschritts und das noch immer nicht erkennbare System Ancelottis ist aber doch ungewöhnlich. Die Ergebnisse lassen aktuell noch keine intensivere (Trainer-)Debatte zu aber erfolgt keine spielerische Steigerung, wird es demnächst auch Niederlagen geben. Ob das dann dennoch zur Meisterschaft reicht ist sicher auch davon abhängig wie konstant Leipzig bleibt. In der Champions-League hat der gute Auftritt gegen Arsenal mitten zwischen sehr durchwachsenen Bundesliga Kicks durchaus überrascht. Aktuell kann man noch nicht sagen, ob das das wahre FCB-Gesicht ist oder nicht. Das wird sich erst in den nächsten Wochen bzw. ab dem Viertelfinale zeigen. Betrachtet man jedoch die Summe der Leistungen ab Heynckes, spielt die Mannschaft für mich derzeit zum Teil deutlich unter ihren Möglichkeiten.

PitvonBonn: Die ungewohnten Freiheiten führen nicht automatisch zu mehr Kreativität. Die Dreiecke früherer Jahre, in denen jeder auf Anhieb 2 freistehende Mitspieler fand, werden zur Zeit nur im “Ernstfall” abgerufen. Die Zeit der kreativen Individualisten blüht erst voll auf mit den bald genesenen Boateng und Ribery und den hoffentlich bald wieder erstarkten Müller und Alaba. Ebenso würde ich mich auf mehr defensive Stabilität freuen, durch einen Martinez auf der 6. Dann wäre sogar ein 4-1-4-1 den Versuch wert, vorausgesetzt alle sind genesen und in Form, mit Thiago auf der 8 und Müller auf der 10. Das wäre dann ein Spiel mit voller Offensivpower. Neuer – Lahm, Boateng, Hummels, Alaba – Martinez – Robben, Thiago, Müller, Ribery – Lewandowski. Wie wäre die Ära Guardiola ausgegangen ohne die Verletzten Misere des Spieljahres 14/15 und mit einem verwandelten Elfmeter von Müller im Halbfinale 15/16? Wäre dann, auch von den ewigen Guardiola Skeptikern, Guardiola als der super, super, super Trainer anerkannt worden. Die Ära Ancelotti wage ich heute noch nicht zu bewerten. Warten wir diese Saison ab.

Wie gestaltet sich die Saison des FC Bayern bisher? Wie sind die Auftritte in der Bundesliga, Pokal und Champions League zu bewerten?

Wipf1953: Ich bin sehr zufrieden. Was macht den “Mythos” Bayern München aus? Bayern ist erst besiegt, wenn der Gegner mindestens ein Tor mehr geschossen hat und wenn der Schiedsrichter abpfeift. Bayern hat diese Saison immer wieder gezeigt, dass sie zurückkommen können. Auch in der 96. Minute. Bestia negra. Dieser Mythos ist wieder da und ich haben ihn durchaus vermisst. Natürlich werden die Wochen der Wahrheit erst kommen. Sollten in den nächsten Wochen Spiele “hergeschenkt” werden, durch unnötige Elfmeter, durch zu offensives Spiel (wie 2016 im Rückspiel gegen Atletico) oder indem man sich in KO-Spielen auskontern lässt, kann die gesamte Saison kippen. Aber das sehe ich momentan nicht.

Chicago_bastard: Ich bin mit der Saison bisher zufrieden. Was mir besonders imponiert ist die Tatsache, dass man in fast jedem Spiel in der Lage war in der Schlussviertelstunde nochmal richtig zuzulegen, wenn es nötig war. Die Mannschaft hat also nicht nur den Willen, sondern ist auch in der körperlichen Verfassung um enge Spiele noch zu drehen. Überhaupt kann konstatiert werden, dass die Konstitution des Kaders in puncto Fitness momentan so gut ist wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Auch das ist ein Aspekt, für den der Trainer verantwortlich ist und hier macht Ancelotti bislang einen sehr guten Job.

Rookie: Ich hätte mir gewünscht, dass die taktische und spielerische Brillanz unter Pep beibehalten wird und noch ein paar taktische Varianten in KO-Spielen dazukommen. Dass man gegen Atletico das Spiel im Griff hat und Boateng so rausrückt, das darf nicht passieren. Da hätte ich mir mal eine abwartende Haltung gewünscht. Da hätte ich mir ein wenig mehr von der jetzigen Abgezocktheit gewünscht. Dass das spielerische und taktische so auf der Strecke bleibt, habe ich befürchtet und es hat sich leider bewahrheitet. Allerdings: die Kaltschnäuzigkeit, die die Mannschaft unter Ancelotti zeigt, dieses von mir früher so gehasste, italienische “irgendwie dann doch noch das Tor machen”, kann echt zum Champions-League-Titel führen. Allerdings nur, wenn Thiago gesund bleibt. Überhaupt ist sein Aufblühen vielleicht Ancelottis größter Verdienst, am Ende vielleicht der Entscheidende..

Marco05: In der Bundesliga waren bislang nur eine handvoll gute Spiele zu beobachten und nur ein wirklich restlos überzeugender Auftritt. Dass man dennoch mit Abstand vorne steht, gibt Mannschaft und Trainer zwar recht, ist aber nicht schön anzusehen. Gerade nachdem man spielerisch in den letzten Jahren sehr stark war, ist das schon etwas enttäuschend. In der Champions League allerdings hat man, als eine gute Leistung wirklich gefordert war, geliefert. Das unterstützt Anhänger der Theorie “ein gutes Pferd..”. Ich selbst würde mich mehr als über die reinen Ergebnisse, über schöne Spiele freuen. Ob das mit Ancelotti zu erwarten war, oder ob man tatsächlich wissentlich in Kauf genommen hat zum Effizienz-Monster zu mutieren, ist fraglich. Aber nochmal: aktuell hat die Mannschaft alle Argumente und wenn das so bleibt, wird man am Ende des Tages sagen: “alles richtig gemacht”.

PitvonBonn: Für die Spieler ist der Trainerwechsel gewöhnungsbedürftig, in der taktischen Spielanlage entwicklungsfähig und in der Effektivität steigerungsfähig. So lange wird von den Fans und der Vereinsführung Geduld erwartet. Mit der Hoffnung auf den 5. Titel in Folge, den deutschen Pokal und das CL-Finale in Cardiff – möglichst mit positivem Ausgang – müssen wir bis Juni leben. Dies wird uns in den nächsten Monate bewegen und unsere Standpunkte werden wir, besonders in diesem Forum, “überzeugend” darlegen.

Abonniere unsere Beiträge!



Reklame

.. hilft Miasanrot


Hier werben

Leserkommentare
  1. Paul

    Ausgezeichnetes Format, sehr gute Idee von msr.

  2. Osrig

    Ich finde das eine hervorragende Idee, die gern wiederholt werden kann. Jeweils zum Ende der Rückrunde und zum Saisonfinale passt so ein Inhalt doch gut. *thumbs up*^^

    1. pitvonbonn

      Hallo Osrig, Du warst auch aufgeforert worden diese Fragen zu beantworten.
      Schade dass Du nicht geantwortet hast.
      Ich hatte auf Deine Unterstützung gehofft.
      http://www.Orth-Haus.com

      1. Osrig

        Oh, das freut mich sehr, dass Ihr an mich gedacht habt! Ich bin leider die letzte Woche auf einer Fortbildungsreise gewesen und habe in dieser Zeit meine Mails nicht gelesen. Über Handy ging das nicht so recht. Ärgerlich! Hoffentlich kann ich dann in der nächsten Runde dabei sein.

    2. pitvonbonn

      E-Mail nicht de, sondern com

  3. Rye B

    Vorab mal: Sehr geiles Format!!
    Definitiv Potential für öftere Einsätzr

    Zum Inhalt -> nachher mehr, KÖNNTE länger werden… :-)

    Sehr ausdifferenzierte Meinungen der Teilnehmer:
    Freue mich auf ne interessante Diskussion!

  4. Systemrelevant

    Schönes Format, leider ist nur schon alles gesagt worden. ^^

  5. New York Legitimate Son

    Nettes Format, erinnert an die 5er-Kette bei Spox. Aber selbst dort wird nur auf einen einzigen Forumsuser zurückgegriffen, damit nicht solche “random n00bs” wie Chicago_bastard zu Wort kommen. Wenn Bayern hoch gewinnt, kann das trotzdem eher daran liegen, dass der Gegner schwach war. Wer so etwas nicht kapiert, ist ein Ärgernis für alle Leser.

    1. systemrelevant

      Ja, in der Triplesaison der Bayern waren ausnahmslos alle Gegner schwach, außer vllt Dortmund.
      Ich kann mit so einer Argumentation nichts anfangen. Warum gewinnt Bayern z. B. gegen Hamburg in den vergangenen Jahren regelmäßig mit 5:0 aufwärts und im Gegensatz dazu wird Hamburg zum Angstgegner von den Bienen und gewinnen Spiele selbst auswärts?

      Natürlich haben sich einige Gegner schwach präsentiert, aber du musst auch erst in der Lage sein ihnen 5 einzuschenken. Hat bei Arsenal z. B. noch nicht jeder geschafft. Lass mich mal kurz überlegen.. Wer hatte das nochmal als letztes geschafft? Ach, stimmt.. die Bayern.

  6. cj

    Und die Moral von der Geschicht: nix Genaues weiss man nicht.

  7. Didi1970

    *Daumen hoch* für die sachlich guten Antworten

  8. Osrig

    Mit ein wenig Distanz:
    Ich finde, die Frage, ob und inwieweit kurzfristiger Erfolg oder die langfristige – und sicherlich notwendige – Umgestaltung wünschenswert und zielführend wäre, gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Abseits aller taktischen Konzepte und “Matchpläne”. Dahinter steckt auch die Frage, ob Ancelotti mehr als “nur” Moderator des Übergangs sein soll.
    Im Moment scheint es so, als solle Ancelotti zusammen mit den “alternden Helden” der letzten Jahre noch einmal den ganz großen Wurf schaffen und am Besten den Triple-Erfolg von Jupp wiederholen. Das wäre dann die Zielvorgabe “kurzfristiger Erfolg”, und Carlo als in dieser Hinsicht höchst erfolgreichen Trainer ist es sicherlich auch zuzutrauen, die Mannschaft zum CL-Sieg zu führen.

    Es wäre meines Erachtens aber fahrlässig, nicht die nächsten vier, fünf oder mehr Jahre im Blick zu haben, denn trotz aller Schnelllebigkeit im Fußball gilt es doch nicht nur hinsichtlich der Vermarktung, sondern gerade auch in sportlicher Hinsicht, langfristig zu planen. Schon allein der Optimierung aller Abläufe wegen, denn wenn im Jugendbereich und bei den Amateuren andere Ausrichtungen gelten als bei unserer “Ersten Elf”, dann sind Reibungsverluste und Konflikte vorprogrammiert. Ebenso, wenn in den komplementären Bereichen wie Physio, Scouting und meinetwegen auch Ernährungsberatung jeder machen kann, wie er meint! Nein, hier gilt es klare, aufeinander zuführende Strukturen zu haben, und die müssen sich an der Profimannschaft orientieren. Womit auch die künftige taktische Ausrichtung im Fußball gemeint ist, und weswegen die Art, wie sich unser Lieblingssport in seiner Dynamik entwickeln wird, eingeschätzt werden muss und Entscheidungen getroffen werden wollen. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, in den nicht nur der – hoffentlich bald installierte – Sportdirektor, sondern natürlich auch der Cheftrainer eingebunden sein muss. Weshalb kurzfristige Lösungen meines Erachtens nicht viel taugen, sondern Zeit für diese ständige Entwicklung entlang einer klaren Vorgabe gegeben sein muss.
    Denn nur dann können wir es schaffen, dass sich der FC Bayern auch langfristig an der Europäischen Spitze halten kann.
    Auch wenn es bedeutet, dass der Trainer somit eine Ära prägen muss. Sofern die von mir jetzt auch bei Carlo gesehene Entwicklung nicht nur ein Strohfeuer ist, darf es dann gern auch die “Ära Ancelotti” sein.

    Übrigens @NYLS: Ein netter Nickname, aber CB als “noob” zu bezeichnen, geht mir dann doch viel zu weit!! Auch wenn ich nicht immer mit dem Inhalt seiner Texte konform gehe, haben sie doch auf unseren FCB bezogen viele kluge Gedanken, mit denen ich mich gern auseinander setze! Es wäre schön, wenn Du zukünftig nicht mehr so abwertend mit anderen Schreibern hier umgehen könntest.
    Das “Fünfer-Format” finde ich passend, da auf diese Weise, sofern gut ausgewählt, die unterschiedlichen Strömungen und Meinungen abgebildet werden können. Denn “Mainstream” wollen hier sicher nur die Wenigsten von uns^^

  9. wipf1953

    nochmal danke an miasanrot, dass ich gleich beim ersten mal mitmachen durfte.

    Vielleicht schaue ich mir die Diskussion am Ende der Saison nochmal an, inwiefern sich die Prognosen bewahrheitet haben.

    Und – das timing war glaube ich gut. Nach dem HSV-Spiel wäre vielleicht zu viel Optimismus dabei gewesen.

  10. Marco05

    Auch von mir vielen Dank. Ist doch was anderes, wenn man hier in der Kommentar-Abteilung mehr oder weniger quer Beet postet oder auf konkrete Fragen antwortet. Witzig war, dass man wirklich zeitgleich das Dokument bearbeiten konnte. Die Meinungen der anderen Kollegen konnte man zwar direkt lesen, aber man wartet doch lieber auf den fertigen Artikel.

    Finde die Ausbeute sehr interessant und wie @Wipf schon sagt: am Ende der Saison wird es sicher spannend nochmal zurückzublicken.

    Sehr schöne Aktion von MSR! Ich hoffe auf weitere solche Dinge und weiterhin rege Diskussionen.

  11. […] Leser-Roundtable: Wo steht der FC Bayern? […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog