Lahm als Sportvorstand?

Nicht erst seit dieser Woche wird Philipp Lahm für einen Vorstandsposten beim FC Bayern gehandelt. Entweder nach dieser oder nach der nächsten Saison. Alles klar also? Nicht so schnell.

Die Signale wurden in den letzten Tagen immer deutlicher. Während Philipp Lahm in mehreren Interviews offen in Frage stellte, ob er seinen Vertrag bis 2018 überhaupt erfüllen wird, betonte Karl-Heinz Rummenigge ebenfalls in dieser Woche mehrfach den Wunsch der aktuellen Bayern-Führung Lahm langfristig in den Vorstand einzubinden.

Anders als bei ähnlichen Absichtserklärungen zu Kahn, Scholl, Effenberg oder Jeremies in der Vergangenheit wirkt dies bei Philipp Lahm absolut realistisch und sinnvoll. Lahm ist seit 20 Jahren im Verein. Er ist einer der fünf wichtigsten Spieler der Vereinsgeschichte. Er hat als Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft fast alle wichtigen Titel gewonnen. Er hat sich schon jetzt einen respektablen Ruf als Unternehmer und Investor aufgebaut. Er treibt diese Karriere weiter voran. Erst in der vergangenen Woche tauschte er sich auf einer Tagung mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern zum Thema Führung aus. Schon mit Mitte 20 fiel Lahm als reflektierter Beobachter des Fußballspiels und vor allem der Strukturen dahinter auf. Lahm stehen alle Karrierewege offen.

Genau das ist es, was den aufmerksamen Beobachter etwas zögern lassen sollte wenn es um den Posten des Sportvorstands geht, den Rummenigge am Mittwoch erneut in Aussicht stellte. Matthias Sammer hatte diese Rolle in der Vergangenheit als eine Art Supervisor interpretiert, der in alle Entscheidungen eingebunden war. Seine sichtbarste Aufgabe war die Kommunikation nach außen. Ähnlich wie es Rudi Völler in Leverkusen praktiziert. Die Position des Sportvorstands wurde erst 2012 für Sammer geschaffen. Sie ist von der Machtfülle her nicht vergleichbar mit der Rolle von Eberl (Geschäftsführer) in Mönchengladbach, Schmadtke (Geschäftsführer) in Köln oder Heidel (Sportvorstand) auf Schalke. Seit Uli Hoeneß 2009 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender aus dem Vorstand austrat wurde dieser verbreitert und die Aufgaben anders organisiert.

Passt die “Völler-Rolle”?

Wirtschaftliche Aspekte, Finanzen, Marketing, Internationalisierung werden von den anderen Vorständen abgedeckt. Die Kaderplanung, Vertragsverhandlungen, der Aufbau eines nachhaltigen Scouting-Systems, selbst einige Strukturen in der Jugendarbeit werden inzwischen vor allem vom technischen Direktor Michael Reschke organisiert. Er steht noch bis 2018 unter Vertrag und ist de facto Sportdirektor des Vereins. Soll es diese Zweiteilung dauerhaft geben? Reicht Lahm die „Völler-Rolle“ im sportlichen Bereich? Passt sie zu seinen Ansprüchen und seinen Fähigkeiten? Wäre er der Richtige für einen „echten Sportvorstand“, der bei Minusgraden U17-Länderspiele besucht, um den nächsten Kingsley Coman zu entdecken? Was wird aus seinen unternehmerischen Ambitionen? Werden Kompetenzen vielleicht neu zugeschnitten?

Der FC Bayern muss dieses Fragen so oder so im Vorfeld klären. Nichts wäre schlimmer als enttäuschte Erwartungen, die vor einigen Jahren zum schnellen Ende von Jörg Butt als Nachwuchskoordinator in München führten.

Ohnehin stellt sich aber die Frage, ob Lahm nicht schon bald ein Kandidat für noch höhere Aufgaben beim FC Bayern wäre. Rummenigge ist jetzt 61. Er ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern. Zuvor war er 10 Jahre Vizepräsident. Seine Nachfolge dürfte zu den schwierigsten und wichtigsten Personalentscheidungen der kommenden 5-10 Jahre zählen. Die Konstanz in der Führungsebene ist ein Garant für den Erfolg des FC Bayern. Im Idealfall findet sich wieder eine Person, die den Verein in den nächsten 20 Jahren umfassend prägen kann. Als Entscheider. Aber vor allem auch als Gesicht des Vereins. Wer wäre dafür geeigneter als Philipp Lahm?

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Leserkommentare
  1. Der Groninger

    Sehr aufschlussreich, vielen Dank! Nur eine Formulierung lädt natürlich zum Spekulieren und Fabulieren ein: “(Lahm) ist einer der fünf wichtigsten Spieler der Vereinsgeschichte.” Wer ist der fünfte neben Beckenbauer, Hoeneß und Rummenigge? Vier mögliche Kandidaten:

    – G. Müller
    – P. Breitner
    – O. Kahn
    – B. Schweinsteiger

    1. Marco05

      Dazu müsste man erstmal das Wort “wichtig” definieren. Da gibt es schon mehrere Ansätze… Kahn zB würde ich für Titel und Erfolge als extrem wichtig erachten. Für alles andere eher nicht. Usw.

    2. Korbi

      Sepp Maier wäre mMn auch noch in der engeren Auswahl

    3. wipf1953

      Ribery! Ribery!

  2. Steffen

    Darauf habe ich natürlich gehofft! Für mich:
    1. Müller
    2. Beckenbauer
    3. Lahm
    4. Breitner
    5. Matthäus
    6. Maier,
    7. Rummenigge,
    8. Effenberg,
    9. Kahn
    10. Eine Reihe von Kandidaten inklusive Schweinsteiger, Robben, Ribéry

    1. LeeDaiGer

      Koa Hoeneß?

      1. Steffen

        Als Spieler? Eher nicht.

    2. FUSSBALLLAIE

      “1. Müller”

      Welcher? ;-)

  3. Tschemp

    Der Sammer-Job bestand vor allem aus Öffentlichkeitsarbeit. Ich frage mich, warum wir nicht mit Eberl den auf diesem Gebiet besten Mann der Liga holen? Zumal er Niederbayer ist, 15 Jahre beim FC Bayern war, noch am Anfang seiner Managerkarriere steht und darüber hinaus Menschen emotional abholt, wir es nur ein Hoeneß früher konnte.

    Lahm ist eher der Hopfner-Typ…

    1. Ju

      Lässt nicht auch Hopfner eine gewissen Vakanz zurück?

    2. wipf1953

      Hopfner-Typ … hoffentlich nicht. Wenn es nicht diese perfekten Strukturen gegeben hätte, hätte der den Verein sehr schnell gegen die Wand gefahren. Wer sich (auch) für den FCB-Basketball interessiert hat einen “guten” Eindruck bekommen, wie dieser “Verwalter” die Dinge hat schleifen lassen.

  4. Marco05

    Der Sammer-Job wurde damals nach dem Vize-Triple geschaffen um nicht in eine Depression zu verfallen. Nerlinger vorher hatte doch schon ganz andere Aufgaben. Von Hoeneß ganz zu schweigen. Die Rolle war speziell auf Sammer zugeschnitten. In erster Linie wollte man ihn als Motivator und Mahner genau an der Stelle haben. Danach hat er noch als Puffer und Assi für Pep gedient, der ja bekanntlich nicht so medienpräsent war.

    Aktuell braucht man letzteres gar nicht mehr und die Motivator-Funktion möglicherweise zum Teil. Ob Lahm da der richtige ist würde ich verneinen. Meines Erachtens ist er strategisch gut aufgestellt, mit einem gewissen Gespür für Dinge, Strömungen etc.

    In der Völler-Rolle sehe ich ihn überhaupt nicht. Ihm fehlt auch aus meiner Sicht ein gewisses Maß an Ausstrahlung, die man für so öffentlichkeitswirksame Aufgaben einfach braucht. In der Tat sehe ich da den von euch aufgemachten Weg Richtung Rummenigge-Ersatz als eher passend an. Denke auch, dass er da hineinwachsen (lol) könnte.

    Dennoch wird es sicher kurzfristig (2017) das Amt des Sportdirektors werden. Inwieweit dann die Aufgaben verteilt werden wird sicherlich spannend. Hoeneß sollte ja dann aller Wahrscheinlichkeit nach auch wieder fest im Sattel sitzen…

  5. wipf1953

    puuuh, das Thema ist so vielschichtig und wichtig, dass man das weder in einem Artikel noch in ein paar Kommentaren auch nur in Ansätzen ausloten kann.

    Meine Überlegungen:

    1. Ein Sportdirektor muss heute viel mehr Teamplayer sein als noch vor 30 Jahren. U. Hoeness war zunächst (fast) alleine (Willi O. Hoffmann und Fritz Scherer kamen nicht aus dem Fußball), dann hatte er Beckenbauer und Rummenigge als Zuarbeiter. Heute gibt es mindestens 10, 15 topqualifizierte Leute für unterschiedlichste Aufgaben (z.B. für die Vermarktung in Asien usw. ..). Ich denke, dass sich Lahm für so ein größeres Team sehr gut eignet.

    2. Sportdirektoren bzw. Manager müssen auch mal die Ärmel hochkrempeln und das Visier runterklappen. Wenn sich der FC Bayern z.B. mit Leverkusen anlegt und denen den Scout wegkauft (Reschke), braucht das Erfahrung und geschäftliche Härte. Nerlinger hatte diese nicht – der ist damals z.B. daran gescheitert, Marco Reus zu holen. Lahm ist da sicher besser als Nerlinger, aber der Maßstab ist Nerlinger nicht.

    3. Ein Sportvorstand muss auch intern ab und zu Konfrontationen lösen. Erinnern wir uns an die Situation unter van Gaal – Rummenigge hatte ihm – jedenfalls öffentlich – nicht die Stirn geboten, Nerlinger hat sowieso gekuscht und Beckenbauer war da schon in der “Spätphase”- Nur Hoeness hat sich dagegen gestemmt dass da einer den ganzen Verein karpern möchte (keine Missverständnisse bitte, ich bin grundsätzlich pro van Gaal, sehe aber auch seine Schattenseiten). Hoeness hat sich zu dieser Zeit auch mit den eigenen Fans angelegt und Neuer geholt, und Hoeness hat sich vor Robben gestellt als der ganze Verein nach diesem komischen CL-Finale 2012 in Depressionen verfallen war. Hier habe ich bei Lahm die größten Bedenken.

    4. Ich denke aber, dass Bayern diese Schwachpunkte natürlich viel klarer sieht als ich. Es ist ja auch nicht so, dass “nur” der Posten von Sammer frei geworden ist. Auch Rummenigge wird irgendwann überlegen, wieviel Stress er sich noch antun muss im Leben. Bayern wird also weitere Ex-Spieler zu Funktionären machen – und ich hab da auch schon einen Favoriten, einen Niederländer – Marc van Bommel.
    _________________________________

    p.s. Weil ich es grad woanders gelesen habe: Auch Ribery muss unbedingt gehalten werden. Ich finde, er sollte den Mannschaftsbus steuern!

    1. Marco05

      Von van Bommel halte ich auch sehr viel. Auch einer, der Klartext redet und überhaupt immer klar in seinen Aussagen ist. Wenn irgendwann die Möglichkeit besteht ihn zurückzuholen: dafür. Vielleicht kann man die Stelle ja auch anfangs nicht mit nur einem Mann besetzen, da gebe es aus meiner Sicht schon gewisse Teams, die sich gut eignen könnten.

      Der mit dem Busfahrer war gut :)

      1. wipf1953

        Hoeness hatte das sogar mal angedeutet, MARCO05 (finde das Zitat nicht mehr, es war zu “Noch-Nerlinger-Zeiten”). Darum schaue ich ganz genau, was der Marc so macht .. dass er erst mal in den Trainerjob einsteigt ist sicherlich richtig. Es kann nicht schaden, auch diese Seite des Geschäfts kennenzulernen.

  6. Rye B

    Hab schon gesehen, dass ich wohl mit meiner Meinung nicht besonders mehrheitsfähig bin, nichts desto trotz äußere ich sie jetzt mal:

    Für mich ist die Entscheidung zu Philipp Lahm als Sportvorstand (so sie den kommen wird) eine Bankrotterklärung schlechthin!!
    Was qualifiziert denn einen Philipp Lahm beim deutschen Branchenführer und weltweit Top5-Unternehmen der Fußballbranche vom Start weg in die Vorstandsrolle zu kommen?!
    Bitte kommt mir nicht mit den paar Unternehmensbeteiligungen die er sich zugelegt hat!
    Nochmal, der FCB ist ein 5xx-Mio Umsatz Fußballkonzern und Fußball das Kerngeschäft mit dem der Erfolg des Konzerns steht und fällt. Der zuständige Vorstand hat neben dem CEO den gewichtigsten Posten!
    Und in einem Punkt bin ich mir absolut sicher: Die Tätigkeiten des Sportvorstandes wird nicht die nächsten 3-5 Jahre so aussehen, wie sie Sammer ausgefüllt hat. -> Momentan ist alle ausführende sportliche Kompetenz bei Rummenigge und Reschke angehäuft. Angesehen von den beiden gibt es kaum einen im Verein der sich Kompetenz in der Bereich aufgebaut hat (mit Abstrichen noch Heiko Vogel)

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    4. Ich denke aber, dass Bayern diese Schwachpunkte natürlich viel klarer sieht als ich. Es ist ja auch nicht so, dass “nur” der Posten von Sammer frei geworden ist. Auch Rummenigge wird irgendwann überlegen, wieviel Stress er sich noch antun muss im Leben.
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    Braucht es da nicht für die nächsten Jahre bereits ein absolutes “Schwergewicht” aus der Branche, der Rummenigge und Reschke (und Hoeneß) unterstützt, den Verein für die Zeit nach 2020 aufzustellen??
    Bei der Nachfolge von Hopfner hat man ja auch nicht irgendeinen x-beliebigen geholt sondern mit Dreesen einen absoluten Finanz-Experten (ehemaligen Bankenvorstand) geholt -> keine Experimente (sagte Uli damals) “im Finanzbereich muss die Entscheidung sitzen”.

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    2. Sportdirektoren bzw. Manager müssen auch mal die Ärmel hochkrempeln und das Visier runterklappen. Wenn sich der FC Bayern z.B. mit Leverkusen anlegt und denen den Scout wegkauft (Reschke), braucht das Erfahrung und geschäftliche Härte. Nerlinger hatte diese nicht – der ist damals z.B. daran gescheitert, Marco Reus zu holen. Lahm ist da sicher besser als Nerlinger, aber der Maßstab ist Nerlinger nicht.
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    Warum wieder eine Experiment auf der Sportdirektor-Position?? Nerlinger war offensichtlich überfordert Pere Guardiola zu überzeugen (siehe verschiedene Berichte) und mit vielen anderen Dingen auch noch. Vielleicht ist Lahm nochmal eine Stück weit anders zu bewerten als Nerlingen aber “wipf1953” hat unter 2) schonmal ein paar Punkte genannt: Diskutiert Heiko Vogel, der inzwischen auch ne Kante geworden ist (Fußballlehrer, Profitrainer in der CL und sportlicher Leiter des Leistungsbereichs) dann bei Philipp und redet mit ihm über die Ausrichtung des Nachwuchsleistungszentrum??
    Sitzt dann Jürgen Klopp/Thoms Tuchel/Unai Emery/Diego Simeone/weiterer Namen – in 3-5 Jahren mit seinen Beratern bei Philip Lahm im Büro und entscheiden gemeinsam über Wohl und Wehe unseres Vereins?? Oder bietet Philipp Lahm dann Ralf Rangnick an der Spitze er nächsten Fußballmacht RB die Stirn wenns um die Abwerbung eines Funktionärs/Trainers oder sonst wem geht?

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    3. Ein Sportvorstand muss auch intern ab und zu Konfrontationen lösen. Erinnern wir uns an die Situation unter van Gaal – Rummenigge hatte ihm – jedenfalls öffentlich – nicht die Stirn geboten, Nerlinger hat sowieso gekuscht …. – Nur Hoeness hat sich dagegen gestemmt …. Hoeness hat sich zu dieser Zeit auch mit den eigenen Fans angelegt und Neuer geholt, und Hoeness hat sich vor Robben gestellt als der ganze Verein nach diesem komischen CL-Finale 2012 in Depressionen verfallen war. Hier habe ich bei Lahm die größten Bedenken.
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    Da war Matthias Sammer schonmal wieder ne ganz andere Nummer allein von seiner Ausbildung her bzw. von post-Spieler-Tätigkeiten (Fußballlehrer, Trainererfahrung, Sportdirektor -> Umfangreiche Erfahrung im Leistungssport nicht nur als Spieler usw.). Was hat Philipp an Hardfacts vorzuweisen?
    Es bleibt ein Experiment welches auf derselben Position schon einmal gescheitert ist.

    Her mit einem externen Profi, keine Experimente: Max Eberl/xyz/Reuter/Rangnick/Heidel/setze einen Namen ein/… !
    Jemand der schonmal einen Verein geführt/aufgebaut/umgebaut hat und Erfahrungen im absoluten Spitzensport als FUNKTIONÄR hat.

    –> Nicht falsch verstehen: Lahm MUSS eingebaut werden um mittelfristig für die Nachfolge von KHR (o.ä.) bereit zu sein. Aber bitte so, wie man es mit anderen “Nachfolgern” bei 5xx-Mio Unternehmen macht; als Vorstandsassistent/Referent – in welchem anderen Unternehmen übergibt man einem “Neuling” gleich ein wichtiges/das wichtigste Vorstandsressort??

    Diskussionspunkt: Das Sportressort/Sportvorstand wird sicher anders ausgestaltet als für M.Sammer –> weniger/andere Verantwortung beim CEO –> stückweise wieder mehr beim Sportvorstand)

    1. Marco05

      etwas ketzerisch müsste man zu deiner Eingangsfrage antworten: was hat eigentlich Sammer qualifiziert, außer eine große Klappe? ;)

      1. kirmoar

        Der Sammer hatte vorher zumindest zwei Trainerstationen und war auch beim DFB als Sportdirektor oder ähnliches eine Zeit lang beschäftigt, also er hatte schon etwas Funktionärserfahrung.

      2. Marco05

        Ja klar, er war kein Novize in dem Sinn. Allerdings als Trainer nicht wirklich erfolgreich und beim DFB hat er zwar anscheinen viel bewegt, aber sich auch mit viel kompetenten Fachleuten umgeben, sodaß er nicht allein in der Verantwortung stand. Da war auch der “Leistungsdruck” ein ganz anderer, wenn überhaupt vorhanden.

        Von daher war diese Position, mit allem Drumherum, der medialen Präsenz etc. schon Neuland für ihn. Und er hat ja soweit ich weiß keine Ausbildung dahingehend, außer eben die für “aufn Platz”.

        Will sagen, die Erfahrungen als Trainer kann man mE durchaus streichen, soweit ist Lahm sicher auch. Schon die Entwicklung in der laufenden Karriere ist deutlich anders. Sammer eher der Lautsprecher, der “Führungsspieler”, Lahm eher der Stratege, der Planer, der stille Kapitän, der die Geschicke eher unaufgeregt und intern klärt.

        In einer Konstellation ( ;) ) mit Rummenigge, Hoeneß, Reschke usw. denke ich dass Lahm genug Möglichkeiten hätte sich hineinzuentwickeln. Mittel- und Langfristig sehe ich ihn allerdings wie gesagt auch auf einer anderen Position.

      3. Jo

        @Marco: Als Trainer nicht richtig erfolgreich?
        Im ersten Jahr rettete er mit Lattek als Strohmann den BVB in kritischer Lage vor dem Abstieg. Im zweiten Jahr (als Cheftrainer) CL erreicht. Dann als jüngster Trainer deutscher Meister geworden, UEFA-Cup Finale erreicht. Wieder CL-Quali.
        Dann das Jahr in Stuttgart. Nach dem Erreichen von Platz 5 und UEFA-Cup Quali entlassen (glaubt man heute ja kaum).
        Was immer das für seine weitere Karriere gebracht hat (und ich denke einiges) von erfolglos kann man da sicher nicht sprechen.

      4. Marco05

        Ok, etwas unüberlegte Aussage von mir, da ich im Wesentlichen die Zeit in Stuttgart in Erinnerung hatte, wo er auch nur gut ein Jahr tätig war und seitdem ja auch nicht mehr als Trainer fungierte. Aber auch nach dem Meisterjahr beim BVB hat der Erfolg relativ schnell nachgelassen. Er “musste” bei beiden Stationen eher gehen. Also ich korrigiere auf “nicht nachhaltig” erfolgreich. ;)

    2. BayernExpat

      Sehe ich ganz genau so.

    3. Rye B

      Naja ein “bisschen” mehr hatte er schon vorzuweisen, oder:

      -> Fußballlehrer
      -> 3-5 Jahre Bundesligatrainer
      -> 6 Jahre SpoDi beim DFB

      Ist ja jetzt auch nicht so als ob das “nichts” wäre oder?!

  7. pitvonbonn

    Lahm lößt seine Führungsaufgaben mit Fachwissen, Umsicht und Diplomatie und nicht marktschreierisch.
    Deshalb wird er und nicht Kahn von den Bayernspitzenleuten so geschätzt.

    Lahm war schon als Spieler und Mannschaftskapitän der Bayern und der Nationalmannschaft nach Außen die am meisten unterschätzte Person.

    Er und nicht Kahn, Matthäus, Van Bommel, Effenberg oder Müller wird der Sportvorstand und später der Präsident des FC Bayern.

  8. Beobachter

    Sofort ganz an die Spitze, das sollte nicht passieren. Auch Lahm zuliebe. Ich würde ihn gerne sehen – aber er scheint mir eher der Manager, als eine klare Führungsfigur. Da fehlt es ihm an Charisma.
    Hinsichtlich der Kompetenz: wir haben auch Rummenigge als VV – da sehe ich auch nicht die ganz große Qualifikation, die der zu Beginn seiner Laufbahn hatte und Unsinn (in Wort und Tat) hat er ja auch verzapft. Nerlinger wurde wiederum viel zu schnell ins kalte Wasser geworfen – bei dem hätte es mich damals schon sehr gewundert, wenn er das aus dem Stand ohne weiteres hinbekommen hätte.
    Insofern bin ich unbedingt dafür, Lahm einzubauen, aber er soll erstmal so fünf Jahre reinwachsen können. Auch Leute wir van Bommel: sehr gerne. Wir brauchen mittelfristig dringend(!) neue Galionsfiguren. Ansonsten: Fachleute wie Reschke nötigenfalls anwerben – so wie wir unser Kader nicht aus der Jugend auffüllen können, können wir auch die Führungsebene mit Ex-Spielern besetzen. Wenn es passt, ja, ansonsten die besten holen.

  9. Osrig

    oh ja, sehr interessantes und spannendes Thema!^^
    Aus dem Bericht und den kommentierenden Texten wird deutlich, dass die Rolle von Sammer bei uns noch immer nicht klar ist. Klar ist m.E. einzig, dass er als “Mahner und Warner” wahrgenommen und teilweise zumindest deswegen auch bespöttelt wurde.
    Ich halte seine Aufgabe für absolut essentiell und meine, der FCB sollte seine Position lieber früher als später neu besetzen, sich dabei nicht zu viel Zeit lassen. Welche Fähigkeiten aber braucht der neue Sportvorstand?

    Öffentlichkeitsarbeit? Nur zu einem geringen Teil und auf keinen Fall essentiell! Für die Kommunikation mit den Medien haben bzw. werden wir andere Leute haben, nicht zuletzt Uli Hoeneß als alter und neuer Präsident, der es sich sicher nicht nehmen lassen wird, in dieser Funktion auch vor die Kameras zu treten. Ich erwarte ihn defensiver, zurückhaltender, aber ganz sicher nicht medienabstinent^^

    Scouting und Nachwuchsarbeit? Auch hier sehe ich einen neuen Sportvorstand nicht in erster Linie aktiv, schon gar nicht bei -17° bei einem U17-Spiel. Hier sehe ich Reschke und seinen Mitarbeiter-Stab in der Pflicht! Die Koordination der Jugendmannschaften in unser neuen Nachwuchsakademie mit den Profimannschaften, also auch und gerade mit der 1. Mannschaft gehört da schon eher zu den Aufgaben, allerdings auch hier keineswegs im Vordergrund stehend.

    Kaderplanung und Vertragsverhandlungen? Dieser Bereich wird ohnehin nicht nur von einer Person im Verein abgedeckt, hier wirken Trainerstab, Technischer Direktor, Vorstand und Finanzbereich zusammen, in diesen sensiblen Bereich sollte natürlich auch der Sportvorstand involviert sein. Ganz sicher aber nicht verantwortlich auch noch für das letzte Vertragsdetail!

    Wo sehe ich die Hauptarbeit des Sportvorstandes?
    Sammer hatte bei seinem Amtsantritt gesagt, er wolle an der Säbener Straße “jeden Stein umdrehen”, um herauszufinden, wo er Verbesserungspotential finden kann. Und genau darum muss es gehen: Schwachstellen und Blockaden im System zu finden und zu beseitigen, dabei Strömungen und Stimmungen feinfühlig aufnehmen und im Zusammenwirken mit dem Cheftrainer Abläufe optimieren, auf und vor allem neben dem Platz und ohne sich von Namen und Positionen beirren zu lassen. Er ist die ideale Schnittstelle, um Fehleinschätzungen aus “Betriebsblindheit” zu vermeiden und Synergien zwischen den verschiedenen Bereich wie z.B. Nachwuchs oder medizinische Abteilung und 1. Mannschaft herzustellen!
    Ein Cheftrainer selbst vom Schlage eines Guardiola oder Ancelotti wird das nicht schaffen, eben weil “betriebsblind”, das “Vier-Augen-Prinzip” ist da von Vorteil – vorausgesetzt die Rollen sind klar benannt und getrennt!
    Auch der Technische Direktor oder der Vorstand kann diese Aufgaben nicht intensiv und nachhaltig genug erfüllen, weil zum einen zu weit weg, und zum anderen auch Zuviel vom schieren Volumen her, denn es ist ja nicht damit getan, hin und wieder das Training zu beobachten und das eine oder andere Gespräch zu führen!
    Also, die Sportvorstandfunktion in der von mir skizzieren Rolle ist meines Erachtens ein absolutes Muss, und wurde von Sammer nahezu mustergültig erfüllt! Seine Erfahrungen sowohl als Trainer, aber auch auf Funktionärsebene waren dabei ganz sicher “Gold wert” und sollten als Blaupause für den zukünftigen Kandidaten dienen.

    Phillip ist in jedem Fall in die Führung des FCB einzubinden, ich sehe ihn nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn mittelfristig eher im Vorstand als Nachfolger von Kalle, die Stelle des Sportvorstandes sollte jemand übernehmen, der auch als Trainer gearbeitet hat, um unserem Cheftrainer optimal zuarbeiten und ihn ergänzen zu können. Funktionärserfahrung ist aber auch von großem Vorteil, da beide Bereiche nachvollziehbarer Weise sehr unterschiedlich sind. Zudem muss der künftige Sportvorstand aber auch Beharrlichkeit und Widerstandkraft mitbringen, sich von Kräften im Verein mit hohen Egos nicht den Schneid abkaufen lassen.

    Wer also passt am besten auf diese Position? Ich meine, am besten passt – noch immer – Matthias Sammer auf diese Positon und sollte deswegen unbedingt reaktiviert werden, solange, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden und installiert ist. Sei es ein Marc van Bommel, ein Arjen Robben nach seiner aktiven Laufbahn und Trainer-Ausbildung, sei es ein Heiko Vogel.
    Verzichten sollten wir auf keinen Fall auf diese Position, und sie zu einer reinen “Lautsprecherfunktion” zur reduzieren wäre ganz sicher auch der falsche Weg.

    1. Rye B

      100% Zustimmung Osrig!!

      -> mehr ist auch nicht hinzuzufügen. Bin mir auch gar nicht sicher warum die Funktion auch von FCB-Fans immer so klein geredet wird!!

    2. Marco05

      Ja da muss ich auch nochmal sagen: Sammer war ganz klar der richtige Mann zur richtigen Zeit. Nach der Verpflichtung war selbst bei den Fans (also bei mir) sofort wieder Aufbruchsstimmung da nachdem ich nach Drogbas Elfer so schnell das Stadion verlassen habe wie schon lange nicht mehr…

      Ehrlich gesagt ist es mir auch einigermaßen wurscht _welche_ Aufgaben er jetzt ganau hatte. Er war mit seiner Art und Weise und dem was er vorgelebt hat an der Stelle einfach unverzichtbar. Ohne ihn hätte es nie ein Triple gegeben, davon bin ich überzeugt.

      Dennoch weiß ich nicht, ob er heute in der Form noch gebraucht wird. Ähnlich wie bei Klopp, die Art und Weise läuft sich irgendwann tot. Die Situation ist auch schon lange nicht mehr vergleichbar mit 2012. Von daher: ja, schade, dass er nicht mehr da ist, ich hätte ihn auch gerne weiter in unseren Reihen, aber es ist auch immer eine neue Chance sich geänderten Sitautionen wieder optimal anzupassen. Ob Lahm die Ideallösung ist wird sich erst später zeigen, aber aktuell scheint es die allerbeste Option.

  10. Kevin

    Ich habe die Befürchtung, dass in dieser ganzen Personaldiskussion die Aufgaben im Bezug auf die aktuelle Mannschaft untergehen. In den nächsten zwei Sommertransferperioden müssen Lahm, Alonso, Robben, Ribery und eigentlich auch Rafinha ersetzt werden und darüber hinaus allgemeine Verstärkungen/Ergänzungen für den Kader getätigt werden. Zudem wird das NLZ in dieser Zeit fertig, bzw es kommt in die entscheidende Phase. Auch dort bedarf es Aufgaben/Verantwortungen um das ganze mit Leben zu füllen.
    Ein Sportdirektor zum Sommer 2017 wie es Hoeneß fordert, ist eigentlich schon zu spät, da die Planungen für Sommertransfers eigentlich zum 1.7 abgeschlossen sein sollten.

  11. derdolfe

    Ich bin da eher beim FCB, sehe Lahm als sinnvollen Sammer-Nachfolger, der weniger medial aktiv ist, aber viel mit dem Trainer spricht, eng an der Mannschaft ist, auch die anderen Jugendteams im Blick hat. So könnte ich mir das zB vorstellen, also eher mehr Co-Trainer als Sportdirektor. Und ich möchte doch mal in Frage stellen, ob Lahm als Rummenigge-Nachfolger geeignet wäre. Vielleicht täusche ich mich, aber ich halte das für völlig spekulativ. Wir kennen Lahms Persönlichkeit, aber ob er diese Fähigkeiten auf ein völlig anderes Fachgebiet übertragen kann, ist meiner Meinung nach total offen. Menschenkenntnis, wirtschaftlich denken, medial agieren – sind das Dinge, die Lahm beherrschen wird? Ich traue mir da keine Einschätzung zu.

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