Jugendspieler des Jahres 2017: Oliver Batista Meier

Neu eingeführt haben wir in diesem Jahr den Award für den Jugendspieler des Jahres. Das ist natürlich ein wenig gewagt, weil es nicht immer sinnvoll ist, das Scheinwerferlicht auf einen Namen zu lenken. Wir haben uns dennoch dafür entschieden, weil unser Jugendspieler des Jahres längst kein Geheimtipp mehr ist. Als Jungjahrgang wurde er im Juni deutscher Meister mit der U17, in seiner Altersstufe schoss er zu Saisonbeginn dann alles kurz und klein. Spätestens seit seinem unglaublichen Solo im Spiel bei Celtic Glasgow ist er auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Die Rede ist von Oliver Batista Meier.

Frühzeitige Spielpraxis in der B-Jugend

Die ersten bewegten Bilder gibt es bereits aus einer Zeit, als der Fußball, den der kleine Olli jongliert, noch fast so groß wie er selbst ist. In einem Video auf Youtube ist er im Alter von zarten acht Jahren zu sehen, bereits im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. Schnell gilt der Deutsch-Brasilianer als herausragendes Talent seines Jahrgangs und kommt frühzeitig in höheren Altersstufen zum Einsatz. Als das Interesse des FC Bayern konkret wird, spielt er als U15-Spieler in der U16 der Pfälzer und ist auch im älteren Jahrgang der auffälligste Spieler seiner Mannschaft. Es heißt, beim Werben um Batista Meier hätte es ein Kopf-an-Kopf Rennen mit RaBa Leipzig gegeben, die ein äußerst finanzkräftiges Angebot machten. Gerüchte sprechen von einer eiligen Vertragsunterschrift auf einer Autobahnraststätte, um den Sachsen zuvor zu kommen. Die Seite “Transfermarkt.de” listet eine Ablöse von 400.000€, mit der der FC Bayern das Nachwuchstalent abgeworben haben soll. Was etwas seltsam klingt, da Batista Meier zum Zeitpunkt seiner Einigung mit dem FC Bayern noch keine 15 Jahre alt war und somit eigentlich noch keinen Fördervertrag in Kaiserslautern hätte besitzen dürfen.

Trotz des bevorstehenden Wechsels fördern die roten Teufel ihr Ausnahmetalent weiter. Rund sechs Wochen nach seinem 15. Geburtstag debütiert er in der U17 des Traditionsvereins und erzielt immerhin drei Tore in den sechs Spielen, in denen er zum Einsatz kommt. Als Jahrgang 2001 gegen Spieler aus dem Jahrgang 1999. Darunter auch eins gegen den FC Bayern mit Trainer Tim Walter, seinem zukünftigen Trainer. Als Batista Meier nach München kommt, sind alle begeistert von seinen überragenden Fähigkeiten. Doch gerade im taktischen Verhalten offenbart er Defizite. Gegenpressing und Defensivarbeit sind zu Beginn noch Fremdwörter für ihn. Öfter als jeden anderen Namen hören die Zuschauer Trainer Walter in seiner unvergleichlichen Art “Olli” rufen, wenn dieser mal wieder stehen geblieben war oder den falschen Laufweg nimmt. Als auch seine Trainingsleistungen zu Beginn der Saison nicht stimmen, sitzt Batista Meier beim zweiten Saisonspiel zu Spielbeginn nur auf der Bank. Ein kleiner Denkzettel, den er benötigte. Unterbrochen von einer Verletzungspause spielt er eine eher unauffällige Hinrunde, doch immer mehr versteht er es, die richtige Balance zu finden. Eine Balance zwischen dem Arbeiten für die Mannschaft und dem Ausspielen seiner eigenen Klasse.

Deutscher Meister unter Tim Walter

In der variablen Offensive spielt Olli Meier, wie er von den Mitspielern gerufen wird, situativ auch mal Mittelstürmer, wenn Franck Evina auf die Flügel ausweicht. Dort kann er seine Stärken im Torabschluss ausspielen. Aber immer mehr entwickelt er die idealen Stärken für einen Flügelstürmer. Seine Räume öffnenden Dribblings aus dem Halbfeld werden zu einer großen Waffe. Regelrecht ins Schwärmen gerät ein Scout in seinem Spielbericht über eine Partie beim VFB Stuttgart. “Das Tor so genial und präzise vorbereitet hatte: Oliver Batista Meier, die Nummer 11”. Es war das Tor, das der U17 des FC Bayern den süddeutschen Meistertitel bescherte, einhergehend mit der Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft.

Stets als jüngster Spieler auf dem Platz ragt Batista Meier in einem starken Kollektiv der B-Jugend des FC Bayern nochmal in er Endrunde heraus. Zwar erzielt er “nur” ein Tor im Hinspiel des Halbfinals, doch in allen Spielen läuft fast jeder vielversprechende Angriff über ihn. Im Finale gegen Werder Bremen bereitet er erst eine große Chance zur Führung vor und scheitert in der zweiten Halbzeit selbst zweimal am stark parierenden Gästekeeper. Doch auch ohne einen Scorerpunkt von ihm entscheidet die Mannschaft das Finale für sich und wird deutscher U17-Meister. Zu diesem Zeitpunkt rechnete jeder fest damit, dass er mit dem restlichen Team fest in die U19 aufrücken würde. Die offizielle Nachricht des FC Bayern, dass er die Vorbereitung bei der U19 absolvieren würde, überraschte daher niemanden.

Überraschende Zurückstufung

Doch obwohl er auch bei der U19 in der Vorbereitung mit guten Leistungen glänzte, erschien er etwas überraschend auf dem Mannschaftsfoto der U17 und spielte ab Saisonbeginn dann auch dort. Was viele Fans prophezeiten, trat dann in der Folge auch ein: Eine für jeden offensichtliche Unterforderung. 16 Tore und 7 Vorlagen in elf Meisterschaftsspielen – und das als Flügelstürmer – sprechen eine eindeutige Sprache. Kaum ein Gegner vermochte ihn zu bremsen, wenn er im Halbfeld zu einem seiner unwiderstehlichen Solos antrat. Gegen seinen ehemaligen Club, den 1. FC Kaiserslautern, schnürte er gar ein Fünferpack. Er dominierte die Liga so sehr, dass die Verantwortlichen nicht umherkamen, ihre Entscheidung zu revidieren. Seit dem Spiel bei Celtic Glasgow gehört Batista Meier fest zum Kader der U19, auch wenn es offiziell heißt “vorerst bis zur Winterpause, dann wird neu entschieden”.

Gerade bei diesem Spiel in Glasgow zog er zum ersten mal die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich, als er mit einem unglaublichen Solo den Siegtreffer erzielte. In der U19 lesen sich seine Statistiken nicht mehr ganz so herausragend, was natürlich zum einen am höheren Niveau, zum anderen aber auch an der sportlich schlechten Saisonphase liegt, in der er ins Team rückte. Gerade mit dem Rücken zum Tor zeigt er auch aufgrund seines etwas schmächtigen Körperbaus noch deutliche Defizite gegen die körperlich überlegenen Gegenspieler. Mit solchen Spielsituationen ist er in der U19 deutlich öfter konfrontiert als er es aus der U17 gewohnt war. Dennoch vermag er auch als 16-jähriger in der U19 deutliche Akzente zu setzen. Meist dann, wenn er mit dem Ball am Fuß und dem Körper in Richtung Tor gewandt einen Meter Platz hat. Dann ist er auch in der U19 schwer zu halten, weil er sowohl im Torabschluss gefährlich ist, als auch die tödlichen Schnittstellenpässe spielen kann.

Ausblick auf 2018

Zweifellos ist Batista Meier derzeit das heißeste Eisen in der Nachwuchsschmiede des FC Bayern. Doch der Sprung in den körperbetonten Fußball ist nicht zu unterschätzen. Timothy Tillman ist ein sehr aktuelles Beispiel, wie ein in der U17 unglaublich dominierender Spieler an der Schnittstelle zum Herrenfußball gehörig ins Straucheln kommen kann. In dieser Phase ist nicht nur Trainingsfleiß gefragt, sondern vor allem auch Klarheit im Kopf. Batista Meier wird lernen müssen, die Aufmerksamkeit und seinen derzeitigen Status richtig einzuschätzen. Er ist ein großes Talent. Nicht mehr und nicht weniger. Das hat sich nicht durch die gelegentliche Teilnahme am Profitraining geändert und das wird sich auch dann nicht ändern, wenn er in eines der nächsten Trainingslager mit den Profis reist.

Er hat dieses Jahr bereits einmal die richtige Mentalität gezeigt. Er hat sich durch die Entscheidung, bei der U17 zu spielen, nicht verunsichern oder nachhaltig kränken lassen. Er hat mit Leistung den Verantwortlichen bewiesen, dass die Entscheidung falsch war. Wenn ihm das auch künftig gelingt, auf sportliche Enttäuschungen mit Leistung zu reagieren, stehen seine Chancen gut. Eine Herausforderung, an der viele Spieler scheitern, ist es, Verantwortung in Mannschaften zu übernehmen, für die sie sich eigentlich sportlich zu gut fühlen. Besonders bei den Bayern Amateuren ist dieses Phänomen oft zu sehen.

Am 16. Februar wird Oliver Batista Meier 17 Jahre alt. Von diesem Zeitpunkt an wäre er bei den Profis spielberechtigt. Es ist kaum zu erwarten, dass Jupp Heynckes ihn sofort einsetzt. Aber mit ein wenig Glück und je nachdem, wer neuer Trainer ist, ist es nicht unrealistisch, ihn im Jahr 2018 mal im Kader der Profis zu sehen. Doch dann erst wird seine bisher schwierigste Aufgabe beginnen. Die ersten Momente bei den Profis als Ansporn zu nehmen, jeden Tag noch härter zu trainieren und sich zu verbessern. Und nicht dem Glauben zu verfallen, er hätte es schon geschafft. Wenn er die Zeit und die dann offen stehenden Möglichkeiten nutzt, vom täglichen Ehrgeiz eines Arjen Robben zu lernen, kann er uns noch viel Freude machen. Aber bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg.

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Leserkommentare
  1. Tschemp

    Mit Bisseck hat in der Hinrunde bei Köln ein 16jähriger sein Bundesligadebüt gegeben, diese Altersschranke “ab 17” scheint also eher weich zu sein? Sahin war damals auch 16 bei seinem ersten BVB-Profispiel.
    Zu OBM habe ich noch zwei Fragen. Ist er ein reiner Rechtsfuß? Und wie ist seine Vertragssituation, bisher ist er nur mit einem Jugendfördervertrag ausgestattet?
    Wäre toll mit ihm planen zu können. Die Verträge von unseren andereren vielversprechenden Jugendspielern (Mai, Tillman, Wintzheimer, Heiland, Nitzl, Dorsch oder Früchtl) laufen ja alle im Sommer aus.

    1. Napto

      Bisseck und Sahin waren zum Zeitpunkt ihrer Debüts bereits U19-Jahrgang (Geboren in der zweiten Jahreshälfte). Als U17 Jahrgang wie Batista Meier es ist, darf man erst mit 17 spielen

  2. Clutch

    Danke für den tollen Bericht Napto.
    Nur den Vergleich mit Tillman finde ich unpassend. Solche Spieler werden in Deutschland eigentlich in fast jedem Jahrgang mehrfach “produziert”. Er hat natürlich Talent, aber ohne die Ablöse wäre er mMn nie so gehypt worden.
    Batista-Meier dagegen ist der Ausnahmespieler seines Jahrgangs und solche Spieler tauchen auch in Deutschland nur alle paar Jahre auf.

    1. Napto

      Ich würde bei Tillman nicht von Hype sprechen. Ich habe sein ganzes erstes Jahr hier in der U17 hautnah verfolgt, da war er für mich unbestritten der beste Spieler der Liga.

  3. pitvonbonn

    Die Bayern sind mit dem Jugendleistungszentrum auf einem guten Weg.
    Wir erfahren hier leider viel zu wenig über den Campus und seine Talente.
    Ein Aufstieg in die dritte Liga wäre zur Weiterförderung und Forderung ein wichtiger Schritt, damit sich die Talente, nach der U19, nicht nach anderen Vereinen umsehen müssen.
    Ein Jahr im Seniorenbereich mit einem Profivertrag und danach evtl. eine Ausleihe. Das wäre ein guter Ausweg. Siehe Alaba, Lahm, Kroos, Hummels. Gnabry…..

    1. Olorin

      Kann schon sein dass die zweite mal wieder aufsteigt, wenn sich 60 verabschiedet und Haching und Würzburg hoffentlich erstmal nicht mehr kommen, aber mit einer langfristige Zukunft in der dritten Liga würde ich nicht rechnen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich eine zweite Mannschaft durch den quasi jedes Jahr erfolgenden Umbruch und die sehr jungen und unerfahrenen Spieler kaum halten kann, dafür ist die Liga zu stark. In den letzten Jahren sind alle zweiten abgestiegen mit Ausnahme von Werder Bremen…und auch die hatten die letzten beiden Jahre mehr Glück als Verstand und stehen jetzt wieder auf einem Abstiegsplatz. Ich würd nicht drauf wetten dass in zwei Jahren überhaupt noch irgendeine Zweitvertretung in der dritten Liga zu bewundern ist.

      Ich sehe leider eher die Gefahr, dass die zweite Mannschaft eher sogar kontraproduktiv für die Talententwicklung ist, weil man deren sportlichen Erfolg über die Entwicklung der Talente stellt, beispielsweise weil Spieler zu spät abgegeben werden oder sehr großen Talenten ältere Spieler vor die Nase gesetzt werden. Dorsch oder Benko hätte man besser schon vor dieser Saison in die dritte Liga verleihen sollen, in der kommenden Saison wäre Christian Früchtl in meinen Augen bei einem Zweit- oder Drittligisten besser aufgehoben als bei uns in der RL Bayern. Auf der anderen Seite wird einem Wintzheimer ein Wriedt vor die Nase gesetzt, obwohl der Aufstieg dieses Jahr gegen 60 eh nicht realistisch war.
      Wir sollten nicht vergessen, dass die Entwicklung der Spieler hier im Fokus stehen muss und nicht der Erfolg der Mannschaft (das ist der Unterschied zur ersten). Ein neuer Alaba oder Lahm wäre tausendmal wertvoller als ein Aufstieg in die dritte Liga, der mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem der nächsten Jahre wieder von einem Abstieg gefolgt würde. Manche Teams wie Bayer Leverkusen haben gar keine zweite Mannschaft mehr und konzentrieren sich nur auf Leihen…

      1. Jo

        Stimme dir grundsätzlich in allem zu.
        Etwas anders sehe ich das nur bei Früchtl, da es bei Torhütern immer etwas speziell ist.
        Welcher 2. oder 3-Ligist würde sich schon einen 18-jährigen, der einige RL-Spiele auf dem Buckel hat, als ersten Torwart holen? Kann ich mir nicht vorstellen.
        So jemanden würde man selbst höchstens als zweite Wahl nehmen. Und dann fehlt nicht viel und er macht die ganze Saison gar kein Spiel.
        Ich denke tatsächlich seine beste Chance auf Einsätze wäre auch im nächsten Jahr bei unseren Amas.

      2. Olorin

        Zum Beispiel eine Mannschaft, die mit ihrem momentanen Torwart nicht hundertprozentig zufrieden ist oder einen alten Torwart hat. Jede Mannschaft muss vor allem bei Teams wildern, die unter ihnen stehen, das sind im Fall der dritten Liga natürlich nicht zuletzt die Regionalligen. Allerdings hast du recht, Früchtls momentane Verletzung kommt wirklich zur Unzeit…hätte er diese Saison jetzt bei der Zweiten durchspielen können hätte ich es für ziemlich wahrscheinlich gehalten, dass man im Sommer einen interessierten Drittligisten findet.

    2. Ju

      Ein weiteres Problem der zweiten Mannschaften ist doch, dass diejenigen Spieler, um die es wirklich geht (also künftige Stammspieler der ersten Mannschaft), sowieso direkt von der U19 in die erste Mannschaft aufrücken und maximal ein paar Monate Zweite spielen. Müller hätte wahrscheinlich, wenn der Trainer nicht Klinsmann geheißen hätte, schon eher für die Profis gespielt und Alaba war 16 als er angefangen hat, für die Zweite zu spielen. Ein halbes Jahr länger U19 hätte ihn wohl kaum die Karriere gekostet.

      Somit bleibt die zweite Mannschaft eben ein Sammelbecken für Spieler, die nach und nach in die 2.- 5. Liga verscherbelt werden. Das ist auch okay so, immerhin sind das Existenzen und ohne all die Spieler, die es “nicht schaffen”, würde die Jugendarbeit auch nicht funktionieren. Aber ob es dafür einen Unterschied macht, ob die Zweite nun 3. Liga spielt oder nicht, weiß ich nun auch nicht. Und ob es den Aufwand wert wäre, den man betreiben müsste, um sich in dieser Liga zu etablieren? Dafür müsste man ja letztendlich einen Stamm an gestandenen Profikickern aufbauen, den man jedes Jahr mit den Talenten auffüllt.

      Alles in Allem scheinen Kooperationen mit kleineren Vereinen wesentlich verlockender. Es muss ja nicht gleich ein “FC Lieferung” sein. Das Modell Arnheim könnte (eine Nummer kleiner) eher als Vorbild dienen. Nun ist auch mir klar, dass man sich damit diversen Problemen wie Management- und Trainerwechseln aussetzt. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Audi oder irgendwer weniger Offensichtliches bei einem infrage kommenden Team als Hauptsponsor einsteigen und dort ein wenig auf Kontinuität pochen könnte. Ein Schelm, wer dabei Böses vermutet.

      Und OBM ist natürlich ein ziemliches Biest.
      @Jo, falls du mitliest: Hast du die Kohle schon geladen und den Kessel angeheizt?

      1. Marco05

        Was dazu kommt ist die Problematik, wenn Jungprofis wie Benko, Dorsch und Friedl zum Teil zwischen den beiden Mannschaften pendeln. Sind zum, Teil in Katar dabei, spielen aber nie in Pflichtspielen. Sitzen oft auf der Bank wenn es personell eng wird, kommen aber nie zum Einsatz.

        Die Jungs sind weder konstant in der zweiten Mannschaft dabei noch haben sie eine reelle Chance in der ersten Mannschaft, obwohl sie zumindest mittleres Bundesliganiveau schon hätten. Solche Spieler sollte man mMn konsequent verleihen. Dann geht allerdings wieder die Deutschquote flöten…

      2. “…obwohl sie zumindest mittleres Bundesliganiveau schon hätten.”

        Nein, um Himmels Willen, gerade Benko und Dorsch haben noch lange kein (mittleres) BL-Niveau, maximal Zweitliganiveau, obwohl es natürlich schwierig ist, die Leistungen in der RL auf höhere Ligen “umzurechnen”.

        “Dann geht allerdings wieder die Deutschquote flöten”.
        Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Fußball ist eben doch Mathematik ;-) ;-)

      3. Jo

        @JU:
        Die Kohle ist gebunkert, der Heizer ist bereit, noch stehen wir in der Wartegruppe.

        Vielleicht geht es dann im Sommer richtig los? Wenn nach der WM die Vorbereitung wieder beginnt und wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Mannschaft nicht zur Verfügung steht, könnte es für einen Spieler wie OBM ein paar hübsche Einsätze bei den Profis geben.

        Ich wäre jedenfalls extrem gespannt darauf.

      4. Ju

        @Marco
        Die Quote kann eigentlich nicht das Problem sein. Zur Not bleibt die Käßemodel-Variante. (Das ist eine Spieler von Erzgebirge Aue, der eigentlich Betreuer ist.)

      5. Marco05

        Ja ich denke auch die Quote erreicht man irgendwie. ;)

        Bisher hat man dazu halt in der Tat diejenigen mit den besten Chancen ins Profiteam geholt aber anscheinend ist der Sprung mittlerweile zu groß. Van Gaal hatte damals den Vorteil, dass ohnehin etwas “saure-Gurken-Zeit” war und man auf der Welle dann auch mal den ein oder anderen reinschmeißen konnte. Seit 2010 ist man irgendwie gewohnt mindestens im HF der CL zu landen und da ist das Anspruchsdenken halt über die Maßen gewachsen, sodaß ein junger Spieler kaum noch eine Chance hat und schon gar nicht die Zeit. Wenn man nicht direkt einschlägt ist es fast schonwieder vorbei.

        @Peter
        die Leistungen aus anderen Ligen “hochrechnen” ist ein interessanter Punkt. Ich stelle mir immer mal vor, wie zB ein Müller in der Regionalliga aussehen würde. Ich bin nicht der Meinung, dass er da besonders rausstechen würde. Man wächst sicher mit den Aufgaben und das Niveau wird automatisch durch das Niveau der Mitspieler angehoben. Schwierig bleibt es dennoch, das stimmt.

      6. @ Marco: Müller ist aber 2009 bei den Amas tatsächlich sehr aufgefallen.

        Nachdem ich ihn (unter Klinsmann!) im CL-Rückspiel gegen Sporting gesehen habe, habe ich mir wegen ihm(!) das Amateure-Spiel gegen Paderborn angeschaut (Butt und Badstuber haben u.a. auch gespielt). Die Bayern-Bubies haben damals die gestandenen Profis aus Paderborn mit 2:1 geschlagen (ein Tor von Müller). Paderborn ist in jener Saison in die 2. BL aufgestiegen und die Amas habe eine gute Rolle in der Dritten gespielt.

      7. Ju

        Zumindest einen Drittliga-Müller gab es ja schon. Da hat er immerhin zweistellig getroffen.

    3. Jo

      Ich sehe das mit der 3.Liga mittlerweile auch ziemlich entspannt, oder auch resigniert.

      Sicher ist ein Aufstieg immer mal drin. Sich langfristig dort festzusetzen ist eine andere Sache und aus den schon benannten Gründen halte ich das für schwer möglich. Außer man bildet tatsächlich mit beträchtlichem Aufwand einen Kader speziell für diesen Zweck. Das dürfte für den FCB zwar durchaus möglich sein, würde aber dem eigentlichen Zweck der zweiten Mannschaft entgegen laufen.

      Also den Aufstieg durchaus anstreben, sich dort festkrallen solange es geht, aber als Bestandteil einer Langfriststrategie ist das für mich kaum darstellbar.

      Tatsächlich interessant wären für mich zwei Optionen die hier auch schon angesprochen wurden.

      Einmal ein schnelleres und umfangreicheres Leihprogramm (muss ja nicht Chelsea-Ausmaße erreichen), mit dem man z.B. die 2, 3 Topspieler jedes Jahrgangs (das dürften die sein die auch für andere interessant wären) ohne Zwischenstation gleich in den Profifußball verleiht.

      Oder man baut sich mit einen Kooperationspartner so etwas wie ein eigenes Farmteam auf. Das sollten natürlich Vereine sein mit deren Selbstverständnis das vereinbar wäre und deren Ambitionen unseren nie im Wege stehen sollten. Ich denke dabei immer wieder gerne an Unterhaching, oder aus aktuellem Anlass meinetwegen an jemanden wie Großaspach. Da sind Mannschaften die froh sind, wenn sie sich irgendwo zwischen 3. und 2. Liga bewegen und das dürfte sich auch in den nächsten Jahrzehnten kaum ändern. Die sollten angesichts der eingeschränkten eigenen finanziellen Möglichkeiten froh sein, wenn ihnen jedes Jahr ein paar Topnachwuchsspieler zur Verfügung gestellt werden und relativ schmerzbefreit, wenn sie nach ein oder zwei Jahren wieder verschwinden.

      Natürlich kann man sich die beiden Modelle auch kombiniert vorstellen.

      Negative Folgen hätte das natürlich für unseren eigenen Amateure, die tatsächlich dann so etwas wie eine Art Resterampe wären.

  4. Interessante Einblicke …

    @ Napto: War das wirklich für OBM eine “Kränkung”, dass er als 16-Jähriger nicht mit in die U19 gekommen ist?

    Ich sehe zwar bei Weitem nicht so viele FCB-Jugendspiele wie du, verfolge aber die U17 und U19 regelmäßig im NLZ.

    Mein Eindruck bei OBM ist, dass er selbst in der U17, die insgesamt einen technisch “saubereren” Fußball spielt, mehr Spaß hatte als jetzt in der U19. In der U19 wird er häufig “übersehen”, seine linke Seite ist defensiv nicht so gut besetzt. Es wird häufig versäumt, ihn im richtigen Moment einzusetzen bzw. anzuspielen. Auch leidet er IMHO darunter, dass bei seinem Kombinationsspiel in der U19 spielerisch keiner mithalten kann. Gerade deswegen würde es mich brennend interessieren, wie er bei den Profis bestehen würde. Gestern gegen Großaspach wäre eine sehr schöne Möglichkeit gewesen (wäre er in einem Freundschaftsspiel(!) spielberechtigt gewesen?). Shabani war ja die erste Viertelstunde nach seiner Einwechslung mega nervös und hat sich dann von Minute zu Minute gesteigert – auch wenn natürlich ein beträchtlicher Unterschied zu den Profis zu erkennen war.

  5. Tschemp

    Für die Entwicklung von Talenten vom FC Bayern Format ist es vielleicht wirklich nicht entscheidend, ob die Amateure nun 3. oder 4. Liga spielen. Die Supertalente, die es bei Spitzenclubs packen, machen ja mit 17 oder 18 schon den Schritt in den Profifussball. Diese Spieler machen den Schritt von der A Jugend (oder gar B Jugend?) direkt in die Profikader.
    Inwiefern wäre es da sinnvoller, wie andere Clubs vermehrt auf das Farmteam-System zu setzen? Gibt es für einen 18jährigen keinen Platz bei unseren Profis, wäre eine Leihe zu einem anderen Profiteam besser, als in der 3./4. Liga zu spielen?
    Zumal die Talente heute immer früher durchstarten. zB Pulisic, Rashford, Havertz, Mbappe oder De Ligt, die alle als 98/99er Jahrgang schon länger im Profibereich auf dem höchsten Niveau spielen.
    Der Fall, dass wir einen Spieler aus den Amateuren für unsere Profis hochziehen(also richtig, nicht nur a la Benko), wird immer unwahrscheinlicher. Einen Mai, Früchtl oder OBM wird man auch nicht noch 2 Jahre halten können, ohne Profiaussicht.

  6. wipf1953

    Sehr gute Beiträge hier im Thread.

    Olorin und Ju haben recht, diese zweiten Mannschaften sind irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Es ist ja nicht die zweite, es ist die U19, die CL-Youth-League spielt (die Jungs sollen in dem Jahr übrigens Abi machen, wenn sie noch zur Schule gehen, ein Unding!). Auch das hochspannende und im TV übertragene Jugendfinale Bayern / BVB hat die U19 gespielt, nicht die Zweite.

    Mir geistert immer Reschke durch den Kopf, der ja bei seinem neuen Club die “Zweite” schlicht abgeschafft hat. So wie andere Clubs auch. Offenbar hängt es auch bei 18, 19, 20jährigen immer noch von zu vielen Unwägbarkeiten ab, ob sie tatsächlich Profi werden. Reschke sagt ja auch ganz klar, dass er es besser findet, wenn sich junge Spieler in diesem Alter in einem anderen Club durchbeißen müssen, als wenn sie als “Quasi-Stars” in Profi-Clubs gehyped werden [ ich bekomme immer einen Koller, wenn ich in Boulevardmedien den Begriff “Bayern-Juwel” lese ].

    Bayern geht den anderen Weg und will mit dem Nachwuchs unbedingt in die dritte Liga. Ob das wirklich die neuen Alabas, Müllers und Toni Kroose bringt? Aktuell haben wir Alaba und Müller, die es tatsächlich direkt in die erste Mannschaft geschafft haben (Alaba war aber sechs Monate in Hoffenheim), das war aber 2009/2010. Zwei andere, Hummels und Wagner, sind den Weg über andere Clubs gegangen. Ich wäre ehrlich gesagt auch damit zufrieden, wenn es in Zukunft diese Variante öfter gäbe.

  7. […] Quelle: http://miasanrot.de/jugendspieler-des-jahres-2017-oliver-batista-meier/ […]

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