Bayern Munich's midfielder Joshua Kimmich celebrates scoring during the German first division Bundesliga football match between Hamburg SV and FC Bayern Munich in Hamburg, northern Germany, on September 24, 2016. Photo: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Hamburger SV – FC Bayern München 0:1 (0:0)

Zum Abschluss der englischen Bundesliga Woche traf der FC Bayern auf den Hamburger SV. Der ewige Nord-Süd-Gipfel hatte zwar in den letzten Jahren sportlich deutlich an Brisanz verloren, aus Hamburger Sicht aber stand vor dem Anpfiff vor allem Bruno Labbadia im Fokus.

Für den FC Bayern ist die Partie in Hamburg das erste Auswärtsspiel seit 15 Tagen. Der Gegner vor mehr als zwei Wochen war Schalke 04. In der Zwischenzeit gab es drei Heimspiele, die aber angesichts der Qualität des Rasens in der heimischen Allianz Arena nur bedingt ein Vorteil gewesen sind.

Falls Ihr es verpasst habt:

Carlo Ancelotti hält Wort. Bereits am Freitag auf der abschließenden Pressekonferenz kündigt der Italiener eine moderate Rotation an.

Hamburger SV gegen Bayern München, AufstellungHamburger SV vs. Bayern München, 24.09.2016, Grundformationen.

Die Folge ist ein verändertes Mittelfeld. Alonso, Vidal und Ribery sitzen zunächst auf der Bank. Hinzu gesellt sich Boateng, der erwartungsgemäß behutsam herangetastet wird. In der Startelf stehen die Neuzugänge Hummels und Sanches, sowie Kimmich und Coman. Demzufolge sitzen Boateng, Robben, Ribery, Alonso und Vidal zunächst draußen. Der Fokus liegt klar auf dem Champions-League-Spiel unter der Woche bei Atletico. Taktisch behält Ancelotti wenig überraschend das 4-3-3 System der letzten Wochen bei.

Bruno Labbadia steht vor der Partie gehörig unter Druck. Wie bereits in unserer Vorschau analysiert hat sich der Trainer der Hamburger wohl mit den Verantwortlichen überworfen. Hinzu kommt ein durchwachsener Saisonstart mit zuletzt drei verlorenen Spielen in Folge. Zu wenig für die gestiegenen Erwartungen der Hanseaten. Im Vergleich zur 0:1 Niederlage gegen den SC Freiburg verändert Labbadia aber nur auf zwei Positionen. Holtby und Bahoui beginnen anstelle von Waldschmidt und Hunt. Der ‘Stareinkauf’ vom FC Barcelona Halilovic sitzt aufgrund schlechter Trainingsleistungen nur auf der Tribüne. Die Hamburger Bank ist ebenfalls durchaus prominent besetzt mit Kostic, Lasogga, Gregoritsch und Hunt.

Das Dreier-Mittelfeld des FC Bayern staffelt sich in einer 1-2-Stellung. Thiago auf der alleinigen Sechs, Kimmich und Sanches auf der Acht. Der HSV setzt in den Anfangsminuten auf ein hohes Pressing. Da der FC Bayern ebenfalls früh und hoch anläuft, ergibt sich eine sehr hektische Anfangsphase in den ersten 15 Minuten mit vielen schnellen Ballverlusten auf beiden Seiten. Bahoui und Alaba haben je eine Torchance, wobei die Aktion des FC Bayern wegen Stürmerfouls abgepfiffen wird.

Durch das hohe Pressing der Hamburger und das fehlende Abkippen von Thiago in einigen Szenen ist der FC Bayern zu vielen langen Bällen gezwungen. Das ändert sich erst ab der 15. Minute. Der HSV steht nun tiefer und der FC Bayern kann ruhiger aufbauen. Das macht sich beinahe bezahlt. Nach einer Flanke von Coman kommt Lewandowski zum Kopfball, doch der Ball streicht nur das Tornetz von oben (18.).

Carlo Ancelotti zeigt sich durchaus kreativ in den Nuancen seiner taktischen Ausrichtung. Coman beackert phasenweise die linke bzw. rechte Außenbahn. Müller schiebt nach der Rochade bewusst Richtung Zentrum um Lücken zu reißen. Kimmich und Sanches indes können nicht genügend aus der oftmals leicht überspielten ersten Pressingreihe der Hamburger machen. Meist fehlt es an den Optionen zur Weiterleitung im offensiven Drittel.

So geht es mit nur drei Kopfballchancen für den FC Bayern in die Kabine. Die Hamburger verteidigt geschickt, wobei dem FC Bayern vor allem die Kreativität im letzten Drittel fehlt. Das Zusammenspiel zwischen Coman und Alaba ist bei weitem nicht so harmonisch, wie man es von Alaba und Ribery gewohnt ist. Allgemein leidet das gesamte Kombinationsspiel der Münchner, die auf nur 85% Passquote in der ersten Halbzeit kommen. Namentlich fallen vor allem Alaba, Müller und Lahm ab, die auf nur je 70% Passgenauigkeit kommen. Zugegebenermaßen fehlen diesen Außenspielern aber auch häufig die Passempfänger.

Der FC Bayern geht unverändert in die zweite Halbzeit, muss aber nach fünf Minuten bereits wechseln. Hummels hat kurz vor der Halbzeit einen Pferdekuss von Wood direkt aufs Knie bekommen. Er wird positionsgetreu von Boateng ersetzt.

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Der FC Bayern beginnt mit einer verstärkten Asymmetrie den zweiten Durchgang. Coman nun fest auf der rechten Seite, wo er von Müller unterstützt wird. Dadurch wird gezielt die rechte Angriffsseite überladen und es ergeben sich mehr Kombinationsmöglichkeiten. Lahm und Kimmich sind viel besser in das Kombinationsspiel eingebunden. Gleichzeitig erhält Alaba viel Raum auf der ballfernen Seite.

Nach einem Eckball kommt der FC Bayern fast zur Führung, aber Adler pariert auf der Linie gegen Lewandowski. Sekunden später schickt Boateng Lewandowski steil im Strafraum, aber dieser von Spahic am Abschluss gehindert. Eine knifflige Szene im Strafraum, aber Zwayer verweigert dem Bayernstürmer den Strafstoß (60.).

Ancelotti nutzt im Anschluss daran früh seine beiden letzten Wechseloptionen. Für Sanches kommt Vidal. Für Coman Ribery (61.). Ribery steht nach wenigen Minuten bereits im Mittelpunkt, als er Nicolai Müller ins Gesicht kneift. Abermals mit Glück kommt er mit einer gelben Karte davon. Bedingt durch die Wechsel verlagern sich die Angriffe der Münchner auf die linke Seite. Alaba und Ribery spielen Chance um Chance heraus, doch die Münchner scheitern im Minutentakt an René Adler.

In einer hektischen Schlussphase mit vielen ungenauen Zuspielen und frühen Flanken in Richtung Hamburger Abwehrzentrum scheint es, als würden die Münchner den Siegtreffer verpassen. Doch schließlich spielt Thiago einen Volley-Traumpass in den Lauf von Ribery. Dieser flankt scharf nach Innen. Lewandowski und Müller verpassen, doch Kimmich steht am langen Pfosten und verwandelt zum 1:0 Siegtreffer (88.).

Ribery jubelt. (Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)
Ribery bringt die Wende.
(Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Der FC Bayern gewinnt am Ende durch den späten Treffer glücklich, aber nicht unverdient mit 1:0 in Hamburg. Mit 14 Schüssen in der zweiten Halbzeit und einer deutlichen Leistungssteigerung bleiben die Münchner auch im fünften Spiel der Saison schadlos. Der FC Bayern profitiert dabei von einer starken Bank. Boateng hat nach seiner Einwechselung mit langen diagonalen Bällen immer wieder Räume kreiert. Neun von elf Versuchen brachte er an den Mitspieler. Hinzu kam ein beherzter Auftritt von Ribery. Beides zusammen machte den Unterschied.

3 Dinge, die auffielen

1. Renato Sanches

Der erste Ballkontakt war unglücklich. Ein Rückpass gerät zu kurz und und Hamburg kommt zu einer Zwei-gegen-Zwei Situation. Namentlich Bahoui scheitert aber an Neuer. Nach dieser Schrecksekunde steigert sich Sanches und fällt durch seine Genauigkeit im Passspiel auffällig. 92% sind eine deutliche Steigerung zu den ersten Auftritten. Zudem lag sein Wert über 7% höher als der Rest der Mannschaft, wobei seine Positionierung im Raum noch immer nicht optimal ist. Das Gefühl für die Dreiecksbildung geht ihm noch phasenweise ab. Hinzu kommt, dass Sanches stellenweise noch zu lange den Ball hält. Dennoch zeigt er sich stabiler als in seinen ersten Auftritten. Er wird weiterhin seine Einsatzzeiten bekommen, doch muss sein Spiel noch schneller gestalten. Defensiv fällt Sanches zudem nicht ab. 67% seiner Zweikämpfe konnte der junge Portugiese gewinnen. Ein guter Wert für einen zentralen Mittelfeldspieler. Wobei seine Laufleistung mit 7km in 60 Minuten noch durchaus ausbaufähig ist. Kimmich hatte zu dieser Zeit schon fast 1,5km mehr auf der Uhr.

2. Abhängig von Ribery

Der FC Bayern ist weiterhin abhängig von seinen Einzelspielern. War es gegen Hertha BSC noch Ribery und Robben, die den FC Bayern auf die Siegerstraße gebracht haben, war es gegen den HSV Franck Ribery alleine. In den 30 Minuten mit Ribery erspielten sich die Münchner zehn Torschüsse. Hinzu kamen noch einige brenzlige Situationen, bei dem es beinahne zu Torabschlüssen kam.

Mit Ribery war das Spiel der Münchner risikoreicher, aber eben doch effektiver. Ribery gewann zwei Dribblings, ebenso viele wie Coman. Auch bei den einfachen Ballverlusten lagen beide bei je drei. Doch strahlt Ribery gegenwärtig mehr Gefahr aus, wie nicht zuletzt der entscheidende Assist zum 1:0 Siegtreffer zeigte. Einerseits ist es gut zu sehen, dass Robben und Ribery noch immer gut funktionieren, allerdings sind die Münchner noch zu sehr von ihnen abhängig. Erst recht, wenn es dem FC Bayern nicht gelingt ein flüssiges Kombinationsspiel aufzuziehen. Auffällig gegen Hamburg war der schwach besetzte 10er Raum. Müllers Rolle als Rechtsaußen, der nur hin und wieder in die Mitte zieht, bringt seine Stärken nicht voll zur Geltung. Hier muss Ancelotti mittelfristig eine besser Lösung finden, will er nicht zu sehr abhängig sein von seinen Flügelstars.

3. Punkte mitnehmen

Es war über weite Strecken kein gutes Spiel vom FC Bayern. Dies ist natürlich verschmerzbar, solange sie die Spiele gewinnen. Das Spiel war über weite Teilen zu statisch angelegt. Ein kleiner Rückfall nach der besseren Raumaufteilung gegen Hertha. Die Hamburger zogen die Münchner auf ihr Niveau herunter. Dennoch kann Carlo Ancelotti viel positives mitnehmen aus dieser Partie. Auch der zweite Anzug, wenn man Kimmich, Sanches und Coman so bezeichnen will, sitzt. Bis auf die Chance in der ersten Spielminute hatten die Münchner die Partie gut im Griff und ließen die Hamburger nicht zu Abschlüssen kommen. Auch wenn die Anzahl an eigenen Chancen zunächst gering waren. Positiver Nebenaspekt: Es war die vierte Partie ohne Gegentor für Manuel Neuer.

Zugleich lag der Fokus personell stark auf der Champions League Partie gegen Atletico Madrid. Hier wird es wohl am kommenden Mittwoch bereits um die Vorentscheidung in der Gruppenphase gehen. Anschließend steht ein Heimspiel an, bevor die vielen englischen Wochen enden, indem es in die nächste Länderspielpause geht. In dieser Phase, die den September, Oktober und November charakteristisch machen, geht es darum, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Dies scheint Carlo Ancelotti zu gelingen, auch wenn Anpassungsprobleme in fast jedem Spiel sichtbar bleiben.

Hamburger SV – FC Bayern München 0:1 (0:0)
Hamburger SVAdler – Sakai, Djourou, Spahic, Santos – Ekdal (90. Lasogga), Jung – Müller, Holtby, Bahoui (67. Kostic – Wood (84. Gregoritsch)
BankMathenia, Hunt, Cleber, Ostrzolek
FC Bayern MünchenNeuer – Lahm, Hummels (51. Boateng), Martínez, Alaba – Thiago – Renato Sanches (61. Vidal), Kimmich – Müller, Lewandowski, Coman (61. Ribery)
BankUlreich, Rafinha, Alonso, Robben
Tore0:1 Kimmich (88.)
KartenSantos, Gregoritsch / Martinez, Ribery, Kimmich
SchiedsrichterZwayer
Zuschauer57.000 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. Shathippens

    Also was mir am meisten missfiel, war die miese Chancenauswertung bzw. das die die Chancen die da waren nicht mit voller Konzentration ausspielt. Lewa frei vor Adler statt zu schießen kommt Spahic noch dazwischen..Alaba reichen 5m Platz im Strafraum nicht aus um was gescheites draus zu machen… Bälle werden nicht über die Linie gedrückt…etc!Und das nervigste ist, dass Franck sich nicht unter Kontrolle hat!Wenn es Rot gibt, kann man nicht meckern…einfach nur unprofessionell und wirklich schade…Mal schauen was bei Mats raus kommt…

  2. Hittmer Otzfeld

    Verdient aber auch glücklich. Ribery hätte sich über Rot nicht beschweren können, dass muss aufhören oder irgendwann kostet es vielleicht mal ein K.O. Spiel in der CL.

    Kimmich ist ein absolutes Biest. Was der heute wieder abgespult hat, war, in allen Bereichen, absolut top top top. Fraglos ‘first team’ und für mich kein Rotationsspieler mehr … zur Zeit zumindest. Sanches hingegen ist noch ziemlich mau und muss mitgetragen werden. Die 92% Passquote sind nicht durchweg positiv zu betrachen, da viele viele Aktion Alibi-Charakter hatten. 1-2 Läufe die Raum gewonnen hatten, aber deutlich mehr Schatten als Licht. Ich hoffe Ancelotti verpasst es nicht ihn so aus dem Sichtfeld zu nehmen, dass sich kein medialer Druck oder Häme aufbaut.

    1. Christopher

      Ich denke tendenziell ist es gut, dass Sanches regelmäßig spielt. Nur so kann er gegenwärtig ohne große Mannschaftstrainings integriert werden. Für alles andere lassen die englischen Wochen keinen Platz.

      1. rookie

        du musst echt nur aufs Mannschaftsklima aufpassen. Du kannst auf Dauer nicht vermitteln wenn nicht nach Leistung aufgestellt wird. Was Robben sich wohl gedacht hat? Was sagt Kimmich, wenn er trotz mega Leistung ab und zu auf der Bank sitzt. Sanches, trotz schlechten Lesitungen aber genauso oft spielt?
        Einspielen gibt es in der B-Mannschaft nicht beim FC Bayern

      2. Ju

        Ich fand Sanches gestern gar nicht übel. Das Freilaufen ist eben nur immer wieder komisch. Ich habe ja bei seiner Verpflichtung schon gehofft, dass sich das überambitionierte Anbieten legt, sobald ihn Boateng/Hummels da einfach ein paar mal ignoriert haben und mit Ball an ihm vorbeilaufen. Aber auch wenn er jetzt nicht mehr mit den Armen wedelt, steht er trotzdem regelmäßig noch im Passweg auf Alaba rum. Versteh ich nicht. Ansonsten gestern aber nicht abgefallen. Vidal war nicht besser.
        Kimmich fand ich übrigens gestern nicht soo gut. Klar, das entscheidende Tor gemacht. Ansonsten aber auch ein paar Unsauberkeiten, mehrfach ein bisschen hoch positioniert um Lahm schnell genug einzubinden. Selbstverständlich gute Leistung, aber eine auf die Brust gesetzte Pistole, wenn es um die Startaufstellung in Madrid geht, war das nicht. Auch wenn ich ihn natürlich lieber als Alonso sehen würde, vor allem gegen Atleticos Pressing.

    2. Jo

      Ribery sehe ich genau so. Das geht nicht mehr lange gut. Wir können wirklich nur hoffen, dass es uns nicht in einem “Tod oder Gladiolen-“Moment trifft.

  3. Marco05

    Wie immer sehr schneller Bericht, vielen Dank!

    Ein Punkt, der noch aufgefallen ist:

    4. Müller
    Ist in einem totalen Loch. Ihm gelingt im Grunde gar nichts. Keine Hereingabe, kein Abschluß, kaum ein Zweikampf… Finde es dennoch gut, dass Ancelotti ihn immer wieder bringt. Wir wissen alle, dass er da raus kommen wird. Eher früher als später. Aktuell muss man ihn aber mit durchschleifen.

    Coman ist auch noch weit von der Vorjahresform entfernt, Sanches hat sich natürlich seit Mittwoch nicht deutlich weiter angepasst also da ist immernoch Geduld gefragt. Wären sich die beiden Kollegen (Kimmich und Hummels glaube ich) bei seinem Rückpass etwas einiger gewesen würde dieser Malus auch noch wegfallen. Insofern solider Auftritt und einmal überragend gewonnenes Zweikampfduell gegen Nicolai Müller (im übrigen genauso wie Coman einmal als es um ein Haar brenzlig geworden wäre).

    In Hamburg haben wir schon öfter schlecht ausgesehen, insofern heute nichts neues. Vor allem da dank rechtzeitiger Trainerdiskussion es die Spieler nochmal zeigen wollten. Ähnlich wie bei Schalke wohl das beste Saisonspiel von denen.

    Bin zufrieden mit dem Spiel auch wenn es nicht hochklassig war. Machen wir eine der vielen Chancen eher, wird es standesgemäß.

    Zu N. Müller noch ein Wort: Für mich auf dem Platz einer der größten Unsympathen schon seit langer Zeit. Seine Aussage nach dem Spiel zum “Kneifer” nötigt mir aber Respekt ab. Das war sportsmenlike!

    1. Christopher

      Wirklich schöner Kommentar. Greift viele Aspekte noch mal auf. Müller braucht definitiv eine andere Rolle. Die Frage ist, ob Ancelotti ihn mal auf der Achter-Position ausprobieren wird.

      1. Jo

        Müller etwas das Rätsel. Jedenfalls ist der Vorrundenmüller in etwa so in Form wie der letztjährige Rückrundenmüller. Sprich das Jahr 2016 ist bisher nicht seins.
        Mir fällt dazu nicht mal eine halbwegs plausible Erklärung ein. Kann man wohl nur abwarten.
        Die Frage nach der geeigneten Rolle für Müller beschäftigt alle ja schon seit Jahren.
        Aber bitte nie auf der Acht. Das hätte ja was von Vorführen an sich.

      2. Tipic

        Ich seh da eher wenig Spielraum. Ancelotti hält eisern am 4-3-3 fest und die Achter stehen meist tief. Kann mir nicht vorstellen, dass das was für Müller wäre. Für ihn gibt’s in Ancelottis System die rechte Offensivposition. Oder er lässt ihn Ersatz für Lewy auflaufen, wenn der mal eine Pause bekommt. Bin gespannt, was passiert, wenn Robben wieder ganz fit ist und regelmäßig spielt bzw. spielen will.

      3. rookie

        Für Müller gibt es auf lange Sicht nur einen Platz und das ist die Bank , als backup für Lewy. Wenn Robben fit ist spielt Robben und nicht Müller rechts, da liegen einfach Welten dazwischen,. Da Carlo so gut ankommt wird es bei ihm durchgehen. Bei Pep wäre und war es ein Riesenaufschrei, der letzlich das Asuscheiden gegen Atletico mit verursacht hat. Macht Müller den Elfer rein sind wir im Finale und das hätten wir gewonnen. Müllers Formkrise hat der letztes Jahr besten Vereinsmannschaft und der im letzten Jahr besten Nationalmannschaft den jeweiligen Titel gekostet. Sein Bonus ist jetzt echt mal aufgebraucht. Schade hätten doch die 100 Millionen von Manu nehmen sollen…

    2. Christoph

      Wie ich letzte Woche schon anmerkte:
      Müller ist kein Rechtsaussen, der war immer am stärksten wenn er hängende Spitze/Offensives Mittelsfeld mit leichter Rechtsorientierung war – als “Freigeist”. Sollten alls 4 Stamm-Flügelspieler wieder dabei sein, dann denke ich wird auch Müller wieder effektiver werden.
      Und ein Punkt bei Müller: Auch wenn es nicht so läuft, er bringt immer 100% Einsatz.

      1. chicago_bastard

        Steile Thesen hier…

        Müller hat bei der WM 2010 rechts gespielt und ein überragendes Turnier abgeliefert. Ebenso hat er den Großteil der Triple-Saison bis zur Verletzung von Kroos rechts gespielt, ebenfalls überragend. Wie man hingegen auf die Idee kommt, er wäre auf der 8 besser aufgehoben, ist mir schleierhaft. Dort kommen seine Stärken weniger zum tragen und seine Schwächen werden nochmal potenziert.

        Man könnte allenfalls über eine Rolle als zweite bzw. hängende Spitze diskutieren aber ganz bestimmt nicht über die 8er Position.

      2. Ju

        Ich glaube auch nicht, dass Müller im aktuellen System ein passender Achter wäre.

        Bei der WM10 war er Konterstürmer und die Gegner hatten seine Stärken kein bisschen auf dem Schirm.

        In der Saison 12/13 hat er mir in der Rolle auch schon nicht so richtig gefallen. Das wurde erst richtig gut, als Kroos verletzt war und Robben wieder gespielt hat. Oder trügt mich da meine Erinnerung?

        Grundsätzlich wäre mein Senf dazu, dass ich Thomas Müller mit der passenden Spielanlage durchaus für einen guten Rechtsaußen halte. Seine Bewegungen bringen stets einen Mehrwert, sein GI ist auch auf dieser Position krass. Allerdings ist Arjen Robben natürlich besser.

  4. Jo

    Ich freue mich wirklich unglaublich auf das Spiel gegen Atletico. Endlich ein Spiel in dem die Stärke der Mannschaft real einschätzen kann.
    Der Spielplan bisher hat uns fast ausnahmslos hilflose Sparringspartner oder abgestürzte Krisenklubs beschert. Insoweit genial um nach Trainerwechsel und EM in eine neue Saison zu starten. Aber jetzt möchte ich endlich mal wissen wo wir stehen. Springt das Pferd wirklich nur so hoch wie es muss? Geht noch ein wenig mehr, wenn es wirklich gefordert ist?
    In Madrid wird es dann wohl endlich einige Antworten geben.

  5. förb

    Komisch, aber irgendwie kommt mir Kimmich in der ganzen Betrachtung und auch in den Kommentaren zu kurz. Leute, ohne ihn wären wir gestern mit einem Pünktchen nach Hause gefahren!

    Von den jungen Spielern ist er derjenige, der sich zZt am nachhaltigsten für die Stammelf, soweit es die eben überhaupt gibt, empfiehlt. Fast schon stoisch spielt er jede Position, die man ihm gibt, haut sich rein, man merkt, er will, und er hat auch keine Denkblockade nack dem Motto “ich bin kein Stürmer, also darf ich auch gefälligst keine Tore machen”, sondern spielt einfach frei aber mit totalem Fokus auf und liefert und liefert und liefert.

    Für mich gerade ein sehr wichtiger Spieler, weil er mit genau dieser furztrockenen abgebrühten Profihaltung die ganze Mannschaft mit nach oben zieht.

    Müller ist im Loch, ja, aber da kommt er wieder raus, ich denke da sind wir uns alle einig. Solange er weiter die Wege geht und die Räume sucht, die nur er findet, wird er auch weiterhin gefährlich sein und daher der Mannschaft nützen, selbst wenn keine direkte Aktion von ihm direkt zu was zählbarem führt.

  6. kurt

    Oh Franck Ribery!

    Kimmich wird mal ein ganz Großer.

    Gewohnt zähes Spiel gegen den HSV, wenn der sich voll reinhaut. Entweder man fegt die 8:0 vom Platz, oder tut sich halt schwer. Dass es diesmal so lange gedauert hat, war vor allem Adler, der einen Glanztag erwischt hatte, zu verdanken. Schade um den schönen Bruno, aber 3 Punkte in Hamburg sind halt Pflicht. Dortmund kommt langsam ins Rollen (auch wenn die Gegner oft einfach grottig sind) und Punktverluste sind zu vermeiden.

    1. Thomas

      Die Leidenschaft von Joshua Kimmich ist im Vergleich zu Mario Götze unbeschreiblich! Josh hat die bayerische Mentalität verinnerlicht; er beißt sich durch, er spielt und kämpft sich ins Team und bleibt beharrlich nach Fehlern. Götze ließ den Kopf hängen. Kein Vergleich zu diesem Josh!

      Ich bin richtig froh, daß wir das Dauerthema Götze los sind und solch ein Mentalitätsmonster im Team haben. Ich denke, er wird der neue Philipp Lahm. 2017/18 wird Philipp die Rafinha-Rolle spielen.

      Gruß
      Thomas

  7. kurt

    Zu Punkt 2. Ich denke man sollte von der Ansicht “Abhängigkeit von” mal wegkommen. Barca ist auch abhängig von MSN und Real ist abhängig von Kroos und Modric. Man City ist abhängig von de Bruyne und Aguero (auch wenn Pep so etwas wie kein anderer kompensieren kann).

    Dafür gibts halt die Spieler. Kein Team der Welt, ersetzt seine Stammkräfte ohne Qualitätsverlust und der FC Bayern ist in der Hinsicht wohl noch der Verein, der dies am Leichtesten bewerkstelligen kann. Bei aller berechtigter Kritik, ob des fehlenden Impacts gestern, man darf mal nicht vergessen, dass Coman und Sanches dieses Jahr 20 und 19 geworden sind. Die haben noch soviel Zeit verdient (und nötig).

    Vidal war übrigens recht fahrig nach seiner Einwechslung, hat dann aber zum Schluss hin, wie nur er es kann, den Ball mehrmals durch Pressing erobert und dadurch Angriffe eingeleitet.

    Btw. Ich finde Thiagos Pass sollte Punkt 4 sein. Ein Traum.

    1. förb

      Ja, was die “Abhängigkeits”-Diskussion angeht sprichst du mir echt aus dem Herzen!

    2. BSG

      Utopisch! Allein mit Thiago ist Guardiolas Vermächtnis für den Verein unbeschreiblich! Dieser Spieler wäre doch sonst NIE hier gelandet!

  8. pitvonbonn

    Eine der schwierigsten Dinge ist es zur Zeit Fans und Medienzufrieden zu stellen.

    Spielen sie in Bestbesetzung gibt es Tadel: Sie spielen in einer anderen Liga.
    Rotieren sie, spielen sie in den Augen der Fans und der Medien – grottenschlecht.
    Kneift Ribery, müsste es eine rote Karte sein.
    Wer hat die Fouls gezählt, die an Ribery in kürzester Zeit verübt wurden.

    Sie können machen, was sie wollen, die Kritik begleited sie.

    Ein Glück, dass Bayern – Vorstand, Trainer und Spieler – unbeirrt ihren Weg gehen.

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  10. […] die Münchner mit nur einem Tor Unterschied. Im September des vergangenen Jahres musste sogar ein Last-Minute-Treffer von Joshua Kimmich herhalten.(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty […]

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