SINSHEIM, GERMANY - SEPTEMBER 09: Andrej Kramaric of Hoffenheim (l) fights for the ball with Mats Hummels of Bayern Muenchen during the Bundesliga match between TSG 1899 Hoffenheim and FC Bayern Muenchen at Wirsol Rhein-Neckar-Arena on September 9, 2017 in Sinsheim, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

TSG Hoffenheim – FC Bayern München 2:0 (1:0)

Bayern gegen Hoffenheim. Ancelotti gegen Nagelsmann. Und am Ende wieder eine große Ernüchterung.

Die Münchner verlieren erneut gegen die TSG Hoffenheim und müssen so den ersten großen Rückschlag in der Bundesliga-Saison 2017/2018 einstecken.

Falls ihr es verpasst habt:

Bayern-Coach Carlo Ancelotti sorgte mit seiner Aufstellung für einige überraschte Gesichter. Rafinha begann wie erwartet für den verletzten Alaba hinten links; davor entschied sich der Italiener für die jüngste Variante und brachte Rudy, Tolisso, Coman, Thiago und Müller. Vidal, Robben, Ribéry und auch Neuzugang James, der zum ersten Mal im Kader stand, blieben zunächst unten.

TSG Hoffenheim gegen Bayern München, AufstellungTSG Hoffenheim gegen Bayern München, 09.09.2017, Grundformationen.

Nagelsmann musste aufgrund von Verletzungen einiger Schlüsselspieler reagieren. Wagner, Gnabry und Voigt fehlten, Bicakcic begann zentral in der Dreierkette. Der junge Geiger davor, vorne Uth neben Kramaric.

Beide Mannschaften begannen extrem engagiert und stürzten sich mit hohem Tempo in die Zweikämpfe. Ancelotti überraschte nicht nur mit seiner Aufstellung, sondern auch seiner Formation, die einem sehr frei interpretierten 4-3-3 glich (dazu später mehr).

Bayern spielte zunächst die individuelle Überlegenheit in vielen direkten Duellen aus und kam zur ersten glasklaren Torchance, als Lewandowski Müllers Hereingabe von links aus kurzer Distanz auf die Latte setzte (8.).

Bayern in der Folge klar überlegen, aber ohne zwingenden Zug zum Tor. Hoffenheim versuchte, die Münchner Hintermannschaft mit weiten Schlägen und schnellem Nachrücken in die Bredouille zu bringen. In der 27. Minute wurde das belohnt. Hummels hatte Probleme, einen hohen Ball zu verarbeiten, und musste ins Seitenaus klären. Kramaric überrumpelte die komplette Gäste-Hintermannschaft mit einem schnell ausgeführten Einwurf, der Uth plötzlich im Sechzehner freispielte. Sein Schrägschuss schlug in der kurzen Ecke neben Neuer im Netz ein. Die komplette Münchner Defensive inklusive des Schlussmanns sah in dieser Situation nicht gut aus.

Hoffenheim war mit der Führung im Rücken nun komplett in der Komfortzone. Bayern musste enorm viel Aufwand betreiben, um sich bis an den gegnerischen 16er durchzuspielen. Die Nagelsmann-Elf lauerte auf ihre Momente und hatte sogar die beste Chance bis zur Pause. Erneut war es Uth, der – dieses Mal aus 20 Metern – abzog und Neuer im unteren linken Eck zu einer Glanzparade zwang. Auf der Gegenseite hatte Tolisso noch eine Kopfballchance zur Führung.

Bayern kam erneut engagierter aus der Kabine und hatte durch Coman die erste Großchance, doch das Tor machte wieder Hoffenheim. Kimmich klärte einen langen Schlag viel zu kurz. Amiri legte links auf Zuber ab. Dessen Hereingabe fand im Rückraum Uth, der mit seinem zweiten Treffer auf 2:0 erhöhte (52.). Eine richtig kalte Dusche.

Nach 57 Minuten reagierte Ancelotti und brachte Robben für den schwachen Rudy. Müller agierte nun als hängende Spitze im 4-2-3-1. So richtig viel änderte das nicht.

Das Spiel plätscherte hin und her. Hoffenheim wartete ab. Bayern spielte sich immer wieder nach vorn, blieb jedoch weitgehend ungefährlich,

Erst nach 80 Minuten änderte sich erneut etwas, als Ancelotti auch James und Ribéry brachte. Direkt wurde es gefährlich, als Hummels Baumann nach einer James-Flanke per Kopf zu einer Glanztat zwang. Auch danach war es Baumann, der gegen Lewandowski und Robben den Anschlusstreffer verhinderte.

Am Ende blieb es bei einem frustrierendem 0:2.

3 Dinge, die auffielen:

1. Ancelottis Mut – Nagelsmanns kühler Konter

Wie schon erwähnt, war nicht nur Bayerns personelle Aufstellung überraschend, sondern auch die Formation. Ancelotti schickte ein ziemlich spektakulär interpretiertes 4-3-3 aufs Feld. Spektakulär deshalb, weil es nicht bei einem statischen 4-3-3 blieb, sondern mehrere Pärchen auf dem Platz immer wieder ihre Positionen rotierten. So tauschte Tolisso mehrfach mit Kimmich die Position wenn dieser die Linie runtermarschierte und dort auch – anders als Rafinha – ins Gegenpressing ging. Davor suchte Müller immer wieder den Weg in die Diagonale und tauschte sowohl mit Lewandowski, als auch mit Coman die Position.

Die Idee war wohl, die Mannorientierungen der Hoffenheimer im Zentrum zu umgehen und den Ball direkt in den Rücken des Mittelfelds auf die variable Offensive zu spielen, um immer wieder mit Überzahl in den Rücken der Hoffenheimer Wingbacks zu kommen. Die Folge waren starke Anfangsminuten, die Hoffenheim richtig ins Schwimmen brachten. Lewandowski hätte in dieser Phase fast die Führung erzielt.

Nagelsmann reagierte kühl und stellte nach 15 Minuten auf eine Fünferkette um. Nun warteten die Außenverteidiger aus tiefer Position auf die Münchner Flügelstürmer. Der vielversprechende Versuch der Anfangsminuten, immer wieder in den Rücken der Außenspieler zu kommen, wurde damit gekontert. Es war einfach kein Platz mehr im Rücken von Kaderabek und Zuber, weil sie selbst auf Höhe der Dreierkette breit gestaffelt warteten.

Sinnvoll wäre es jetzt gewesen, mit Thiago und Tolisso die Halbräume im Rücken des Hoffenheimer Mittelfelds zu suchen. Vor allem Tolisso war dafür prädestiniert, da er anders als Rudy und Thiago nicht so stark mannorientiert verteidigt wurde. Er ist für diese Rolle aber nicht wirklich der passende Spielertyp. Es blieben so offensiv über weite Strecken nur eins gegen eins Aktionen von Coman gegen den im direkten Duell überforderten Kaderabek und Flanken von weit draußen (am Ende 26).

So positiv Ancelottis Anfangsidee war – Nagelsmann konterte sie schnell und effektiv.

Erst nach 78 Minuten änderte sich erneut etwas: Ancelotti stellte nach der Hereinnahme von James und Ribéry auf eine Dreierkette (!!!!) um. Das leitete Bayerns Schlussoffensive ein, die aber keinen weiteren Treffer mehr brachte.

So war es am Ende bitter, dass Ancelotti in seinem taktisch vielleicht mutigsten Spiel mit einer Niederlage dastand.

2. Comans merkwürdiges Spiel

Kingsley Coman stand an diesem Abend vielleicht sinnbildlich für das Münchner Spiel. Der junge Franzose, der endlich einmal in einem wichtigen Spiel die Chance von Anfang an erhielt, war eindeutig der beste Münchner Offensivspieler.

Drei Torschüsse, drei Torschussvorlagen, vier erfolgreiche Dribblings, 13 Flanken, 20 gewonnene Zweikämpfe (mehr als jeder andere Spieler auf dem Feld), neun Sprints (mehr als jeder andere Münchner). Coman machte sehr viel richtig und war über weite Strecken der Partie der einzige, der Torgefahr erzeugte. Dabei blieb es allerdings auch. Viele Flanken blieben hängen, seine Torschüsse waren trotz guter Abschlusspositionen zu ungenau. Es sprang bei ihm – wie bei der gesamten Münchner Mannschaft – zu wenig heraus an diesem Abend.

Comans Basis ist herausragend. Es gibt in der Bundesliga keinen Außenverteidiger, der seinem explosiven Antritt gewachsen ist. Die Entscheidungsfindung und die Ruhe im Strafraum wird er nur durch Erfahrung und wiederkehrende Situationen entwickeln. Es wäre für seine weitere Entwicklung wichtig, dass er trotz der Niederlage schnell weitere Chancen von Anfang an bekommt.

3. Führungsspieler?

Normalerweise ist dies hier nicht der Blog für Führungsspieler-Debatten. Und doch war der erste richtig kritische Moment nach den Rücktritten von Philipp Lahm und Xabi Alonso ein wichtiger Test für die neue Führungsstruktur der Mannschaft.

So richtig bestanden hat sie ihn nicht. Kapitän Neuer versuchte immer wieder, durch Gesten die Mannschaft aufzurichten, ist als Torwart aber logischerweise weit weg vom Spielgeschehen und ohne großen Einfluss. Ansonsten wirkte die Mannschaft ruhig; beinahe zu ruhig. Vor allem Rudy (nur 43 Pässe), der das Spiel bis zu seiner Auswechslung eigentlich gestalten sollte, versteckte sich. Dass er von Kramaric beinahe in Manndeckung genommen wurde, kann dafür nur bedingt als Ausrede herhalten.

Auch ansonsten spielte die Mannschaft das Spiel herunter. Ohne hängende Köpfe, aber eben auch ohne die ganz große Überzeugung und Klarheit, die notwendig ist, um ein Spiel zu drehen. So wie es in den vergangenen Jahren so oft gelungen war.

Mats Hummels und Thiago sind Spieler, die aufgrund ihrer Erfahrung, ihrer Position und ihrer Qualität in solchen Momenten zwangsläufig mehr Verantwortung übernehmen müssten. Das Spiel ordnen, der Mannschaft Sicherheit geben, die Bälle dorthin spielen wo die eingeübten Mechanismen greifen und dann auch durch individuelle Momente selbst einen Unterschied machen. Auch sie wurden diesem Anspruch am Samstagabend nicht gerecht.

Es wird jetzt sehr viel hineingeheimnist werden in diese Niederlage. Es gibt keinen Grund, nach einem Punktverlust gegen eine starke, aber auch vom Spielverlauf etwas begünstigte Hoffenheimer Mannschaft überzureagieren. Und doch war die Reaktion der Mannschaft und ihrer potenziellen Führungsspieler auf den Rückstand nicht gerade ermutigend.

TSG Hoffenheim – FC Bayern 0:2 (0:1)
TSG HoffenheimBaumann – Nordtveit, Bicakcic, Hübner – Demirbay – Kaderábek, Amiri, Geiger (63. Polanski), Zuber (69. Schulz) – Uth (75. Ochs), Kramaric
BankKobel, Passlack, Rupp, Grillitsch
FC Bayern MünchenNeuer – Kimmich, Hummels, Martínez, Rafinha (78. Ribéry) – Tolisso, Rudy (57. Robben), Thiago – Müller (78. James), Lewandowski, Coman
BankUlreich, Friedl, Süle, Pantovic
Tore1:0 Uth (27.), 2:0 Uth (51.)
Gelbe KartenHübner, Zuber, Kaderábek / Hummels
SchiedsrichterDaniel Siebert (Berlin)
Zuschauer30.150 (ausverkauft)

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Leserkommentare
  1. kita

    Alles vollkommen richtig.
    Eine Erwähnung benötigt noch tolisso. Unglaublich viele Ballverluste.
    Und Lewandowski, seine Körpersprache und Gesten gegenüber seinen Mitspielern inkl. Seinem Interview bei Spiegel sprechen Bände.
    Ich erneuere meine These, Carlo ist im Dezember nicht mehr da.

    1. kita

      Hoffenheim ist übrigens 9km mehr gelaufen!

  2. Kurt

    Die Ausreden kommen einem immer schwerer über die Lippen.

    Die Leistung der Mannschaft nervt extrem.

  3. BayernBazi

    Dieser Analyse ist nichts hinzuzufügen.
    Aber Anfang November wird die Ära Carlo beendet sein. Tuchel kommt und das ist gut so. Man kann nur hoffen, dass bis dahin nicht zuviel kaputt ist.

    1. Rheinbazi

      Boah nehmt diesen Namen nicht in den Mund!!

  4. Tschemp

    Klar kann man Carlo loben für etwas mehr Mut und Kreativität bei den Umstellungen. Jedoch hat er nichts anderes getan, als einfach maximal offensiv zu wechseln, ohne den Spielern einen Plan an die Hand zu geben. Von Sagnol kam wohl auch nur der Hinweis: zu mehr Halbfeldflanken.
    Das spät noch Van Buyt…äh Martinez ins Sturmzentrum gezogen wurde, setzte dem spielerischen Armutszeugnis die Krone auf. Wie viele 100%ige Chancen aus dem Spiel heraus hatten wir in den ersten 3 Saisonspielen? Keine Hand voll?

    Insgesamt ist es aber nur die Fortführung aus dem letzten Jahr. Nur dass unsere individuelle Klasse abgenommen hat. Wir haben nicht nur das Problem: wir ersetzen wir Robbery ab 2018? Sondern schon: Robbery sind schon in dieser Saison deutlich schlehter als gewohnt. Wenn dann noch Müller in der Luft hängt, Coman einen schlechten Output hat (was nützt sein Antritt, wenn ihm das Fussballhirn fehlt für eine gefährliche Anschlussaktion?) und Thiago nur noch ein Schatten der vergangenen Saison ist, wird es sehr dünn im letzten Drittel.

    Das einzig Gute heute war, dass Nagelsmann seine Jobaussichten bei uns für 2018 nochmals gesteigert hat. Wenn das überhaupt noch geht.

    1. Gestrandedinberlin

      Es ist schon krass, dass es über fast die gesamte Spielzeit nur Flanken als Mittel gab. Das ist echt mega traurig.
      Da hat Alaba echt gefehlt. Scherz.

      1. Tschemp

        Flanken:
        Hoffenheim 2 (0 angekommen)
        Bayern 43 (9 angekommen)

        Spielerisches Armutszeugnis. Aber was will man mit Sagnol auch erwarten.

  5. rookie

    Tuchel wird es nicht, das geht niemals mit Uli. . Ein solches sich hängen lassen nach einem Rückstand habe ich wann das letzte Mal erlebt…das war ja fast gegen den Trainer gespielt

  6. rookie

    Ach ja so oft wie tolisso spielt muss er ja Carlos Wunschspieler gewesen sein . So viel zu der These der böse Vorstand setzt dem Wundertrainer Gurken vor die Nase

  7. Michael

    Geht es nur mir so, aber ich habe den Eindruck als hätte sich CA vercoacht. Warum um Himmelswillen beraubt er Müller seiner Stärke und bringt ihn auf Außen? Wäre es nicht auch für Lewy besser, er hätte jemanden an seiner Seite der ihm Räume schafft? Tolisso über halb rechts? Echt jetzt? Und warum reagiert der Trainer erst nach 60 min? Ich denke, sollte es gegen RBL im Pokal schief gehen und in der CL schlecht laufen, kann Carlo nach der Winterpause in Kanada bleiben

    1. wipf1953

      Müller auf Rechts ist eine Totgeburt.

  8. Jo

    Eine interessante, oder gewagte Aufstellung für ein Spiel das eines der schwierigeren in der BL werden sollte.
    Dafür fing es dann richtig gut an. Die ersten 30 Minuten waren vielleicht die besten in der Saison. Selten fiel ein Gegentreffer aus einem heitereren Himmel. Was dann passierte war allerdings schon etwas besorgniserregend. Der Faden jedenfalls ging sofort verloren und wurde die gesamte Spielzeit nicht wieder gefunden. Eine richtig zwingende Torchance haben wir dann nicht mehr heraus gespielt.
    Um dem Punkt 3 des Spielberichts etwas zu widersprechen. Heute war nicht die erste kritische Situation in der Post Lahm/Alonso-Ära. Schon in der zweiten Halbzeit gegen Leverkusen hat die Mannschaft sagen wir mal etwas die Fassung verloren. Und nicht wieder gefunden. Auch da war niemand zu erkennen dem es gelang das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Es nervt schon das schon so früh in der Saison sagen zu müssen, aber diese Debatte wird uns wohl über das Jahr begleiten.
    Unterstreichen möchte ich den zweiten Punkt. Was für ein merkwürdiges Spiel von Coman. 90% von dem was er macht richtig stark und dann vermasselt er sich alles mit der letzten abschließenden Aktion. Nun wahrscheinlich der Punkt warum Dembele für 150 Mio über den Tresen ging und nicht Coman.

    Thiago sucht leider noch etwas seine Topform, dito Hummels. Aber da mache ich mir keine größeren Gedanken.
    Eher darüber, dass einigen wie Kimmich und Tolisso heute streckenweise doch Grenzen aufgezeigt wurden. Warum dagegen Rudy hier als Schwachpunkt ausgemacht wurde ist mir etwas unverständllich.
    Und Müller? Nach dem ganzen Bohei? Kann man einfach machen: Ein Offenbarungseid. Vielleicht das schlechteste was ich von ihm bisher gesehen habe.

    Ja und dieser Nagelsmann scheint kein schlechter zu sein. Nach der schwierigen Anfangsphase gut reagiert und umgestellt. Und dann zeigt es sich wie gut diese Mannschaft eingestellt ist. Die stehen phänomenal im Raum, verschieben wie ein gut choreographiertes Ballett. Wir hatten zwar ständig den Ball, sind aber kaum mal näher als 30 Meter an den Strafraum gekommen. Jeder Bayernspieler der 30 oder 40 Meter vor deren Tor angespielt wurde war sofort von 2 bis 3 Gegenspielern umzingelt oder attackiert. Also von daher auch: Respekt!

    1. Osrig

      “Wir hatten zwar ständig den Ball, sind aber kaum mal näher als 30 Meter an den Strafraum gekommen. Jeder Bayernspieler der 30 oder 40 Meter vor deren Tor angespielt wurde war sofort von 2 bis 3 Gegenspielern umzingelt oder attackiert”

      Genau!! Und was mache ich dann als Mannschaft? Ich bewege mich schneller, laufe mehr in die Räume, spiele auch schneller den Ball wieder ab! Dreiecke bilden, sich anbieten! Positions- und schnelles Pass-Spiel! Etwas, was im Training immer wieder eingeübt wird, wie ich bei der einen oder anderen Gelegenheit schon bewundern konnte. Die Jungs können es ja, auch unter Druck! Warum kriegen sie es nicht auf den Platz gebracht???

      1. Jo

        Du hast recht. So was muss trainiert und automatisiert werden.
        Dass die Hoffenheimer in ihrer Hälfte an jedem Punkt wo der Ball war in Überzahl waren ist jedenfalls mathematisch schwer zu begründen.
        Klar die haben sich die Hacken mal wieder gegen uns wund gelaufen.
        Allerdings, und das wussten schon die Alten, der Ball ist schneller und ausdauernder als jeder Spieler.

      2. Osrig

        @JO:
        Und nicht nur in der Defensive ist der Ball schneller als die Beine der Gegenspieler! Gerade wenn ich Dominanz aufbauen UND Torchancen kreieren will, muss ich auch nach vorn den Ball schneller laufen lassen. Hoch und weit bei einem Seitenwechsel mag dann und wann ein probates Mittel sein – Jerome hat diese “Laserpässe” ja ganz gut drauf – aber als hauptsächliches Stilmittel bringt es wenig, da sich ein laufbereiter Gegner darauf schnell einstellt.
        Und genau dieses Tempo und die Beweglichkeit in die Spitze fehlt mir in den Ballpassagen am gegnerischen Sechszehner.

    2. Ju

      Kann dir komplett zustimmen. Das Gegentor fand ich total schade und lächerlich noch obendrein. Dass man dann mal wieder nicht reagieren konnte ist zwar auch schade, aber mittlerweile leider nichts Überraschendes mehr. Es bleibt nach 15 Monaten Carlo, dass der ‘erste Versuch’ der Herangehensweise sitzen muss, sonst wird’s düster.

      Zu Müller würde ich gern minimal relativieren: Wenn die gesamte rechte Seite tot ist, liegt das mit und nicht nur an Müller. Ich habe prinzipiell gar kein Problem damit, eine Seite zu fokussieren. Wenn das dann allerdings vom Gegner gekontert wird und man daran nichts ändert, ist es eine Katastrophe, wenn die rechte Seite plötzlich doch Output bringen soll, obwohl die Besetzung und Struktur nur aufs Balancieren ausgelegt ist. Nachdem die anfangs schönen Passwinkel von Rafinha auf Coman von Hoffenheim durch verändertes Anlaufens des rechten Mittelfeldspielers unterbunden wurden, wäre die richtige Reaktion ein aggressives Anlaufen des Raumes hinter diesmal Spieler aus dem Mittelfeld gewesen, um dessen Herausrücken zu bestrafen oder wenigstens zu verhindern. Als das ausblieb besetzte ihn regelmäßig Müller, auch wenn die Besetzung mit dem Rücken zum Tor sowieso schwierig, für Müller aber völlig unpassend ist. Trotzdem wäre die linke Seite ohne ihn komplett lahm gelegt worden.

  9. Gestrandedinberlin

    Was mich am meisten stört, ist, wie selten unter Ancelotti Torchancen rausgespielt werden und das ist dann aus meiner Sicht klar ein strukturierelles/taktisches Problem, dass das Trainerteam offensichtlich nicht im Stande ist zu lösen. Seit Jahren sind die Spiele nicht so frustrierend gewesen, ich schließe mich an, man muss einfach nur hoffen, dass nicht zuviel kaputt geht bis Ancelotti weg ist.

    1. BayernBazi

      Ganz richtig. Wir waren allerdings die vier Jahre mit Heynckes/Pep schon sehr verwöhnt.
      Aber der Vorstand hat dies fahrlässig verursacht. Falscher Trainer, nach einem Fanatiker einen Lethargiker zu bringen ist einfach eine destruktive und disruptive Entscheidung.
      Laut Psychologen kann man einen Lethargiker ändern, aber: “Theoretisch ja, durch längerfristige positve Tätigkeit, also vielleicht wenn er eine Arbeit findet, die er gerne und gut macht und dadurch positives Feedback bekommt, dadurch merkt er erst mal, daß er auch etwas voranbringen kann und evtl. wird nach einer längeren Zeit im Gehirn ein Lernprozess ausgelöst”. Glaube nicht, dass er diese Chance erhält.

  10. Osrig

    Ich sehe das Problem nicht unbedingt bei Ancelotti! Dessen gezeigte Variabilität und Mut zur Offensive haben mich verblüfft, auch hat es mir durchaus gefallen, dass in der Anfangsphase auch eine gute Struktur in der Mannschaft war, Räume besetzt wurden. Auch wenn Müller – immer noch – mit seiner Position fremdelte. Bis zum Gegentor schien es tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann das 1:0 für den FCB fällt. Aber – und auch das zieht sich nun schon durch viele Spiele dieser und der letzten Saison – selbst in dieser guten Anfangsphase fehlte die Genauigkeit, Entschlossenheit und Beweglichkeit sowohl physisch wie auch mental.
    Das 1:0 für 1899 steht da meines Erachtens im Grunde sinnbildlich für: Die Jungs schalten ab, verlieren ihre Konzentration und sind nicht ganz bei der Sache, um dann von hellwachen Gegnern überrascht zu werden.

    Ich denke nicht, dass es zu aller erst an Ancelotti liegt! Die Mannschaft ist nicht in der Lage, ihre Power und Kreativität auf den Platz zu bringen. Was vermutlich daran liegt, dass sie satt sind, sich nicht aufraffen können, die fehlenden Prozente aus sich heraus zu kitzeln, die es nun mal auch in der Liga gegen die Teams aus dem oberen Viertel braucht. Klar, Ancelotti könnte sich als Motivator versuchen, aber mehr noch sehe ich unseren Sportdirektor in der Pflicht. Aber der soll ja ohnehin mehr dazwischen hauen, als jeder andere.

  11. Trapp

    Carlo, spiel endlich selber mit und zeig es allen

  12. grullit

    …l v gaal … graag.. bitteschoen

  13. GP11

    Mal wieder zwei richtig erbärmliche, unnötige Gegentore, aber im Endeffekt trotzdem verdient verloren.

    Mit Müller spielen wir nur zu zehnt. So eine Leistung nach dem vergangenen Interview abzugeben ist eine bodenlose Unverschämt dem Trainer und den Mitspielern gegenüber. Aber dass Müller sich selbst grundsätzlich über den Mannschaftserfolg stellt, wissen wir ja leider seit Mai 2016 alle zur Genüge.

    Das einzige Positive, was mir zu Tolisso einfällt, ist, dass man ihn wenigstens als anwesend verbuchen konnte. Ansonsten bietet er null Mehrwert. Ich wüsste nicht, warum ich den jemals aufstellen sollte, der bringt einem auf dem Feld absolut gar nichts. Im Prinzip spricht es Bände, dass er als einziger nicht einmal ordentlich angelaufen wurde, weil klar ist, dass der Ball bei ihm keine Gefahr bedeutet.

    Aber auch ansonsten leider maximal unterdurchschnittliche Leistungen der Mannschaft.
    Man kann höchstens noch Coman erwähnen, wobei bei ihm trotz aller Druchbrüche kaum Zählbares herauskommt.
    Und Rafinha hat es auf der für ihn falschen Seite zumindest nicht schlecht gemacht.

    Warum die Wechsel so spät kamen, dürfte wohl Ancelottis Geheimnis bleiben. Ich hätte in der Halbzeit Robben für Müller gebracht und auch die anderen beiden spätestens in der 60. – 65. eingewechselt.

    Aber man kann nur betonen, dass man genau das bekommt, was Hoeneß und Rummenigge bestellt haben.
    Allein die Kombination, mit dem schlichtweg ungeeigneten Kimmich als RV zu spielen, aber 41 Millionen für Tolisso zu bezahlen, spottet jeder Beschreibung. Ich bin ja der Letzte, der Kimmich bei uns im MF sehen will, aber bevor ich 41 Millionen für Tolisso bezahle und Kimmich auf RV stelle, kaufe ich mir von dem Geld doch einen RV und stelle Kimmich ins Mittelfeld. Der stolpert zwar genauso herum wie Tolisso, aber ist wenigstens kein teurer Neuzugang und Deutscher. Und ja, das ist eine Situation, wo die Nationalität tatsächlich eine Rolle spielt.

    1. Kurt

      Müller hat in der 1. HZ für die größte Bayernchance gesorgt. Mach halt mal deine Glotzen auf beim Fußballschauen. Ist ja unerträglich dieses blödsinnige Gebashe nach jedem Spiel.

    2. T.W.

      @GP11: “(…) Aber dass Müller sich selbst grundsätzlich über den Mannschaftserfolg stellt, wissen wir ja leider seit Mai 2016 alle zur Genüge. (…) man kann nur betonen, dass man genau das bekommt, was Hoeneß und Rummenigge bestellt haben.”
      Bis auf weiteres unbestellt bleibt lt. Hoeneß ja transfertechnischer “Granaten”-Konkurrenzdruck für die Sensibelchen RibRob (und wohl auch Lewa) – nämlich zwecks der innerbetrieblichen Harmo und so ;-) Müller ist da somit nur eines unter vielen rotweißen Spieler-Alphatierchen mit unbestreitbaren Vereinsmeriten, die auch und gerade während Formkrisen einen gewissen Artenschutz für sich reklamieren. Hinsichtlich persönliches Ego “über den Mannschaftserfolg stellen” kämen mir noch vor Müller einige andere FCB-Aktuere in den Sinn. Ein bißchen wie Ironie des Schicksals, dass er sich nun u. a. gegen Ancelotti-Favorit James behaupten muss, der wiederum unter Zidane in Madrid keine erste Option mehr war.

      Mag ein schwacher Trost sein, aber: Bei all dem anhaltenden, selbst- und trainertatktikverschuldeten Pech und Missgeschick (ich bin da auch häufig gnadenloser Kritiker) an Müllers Stiefeln lässt er sich immerhin selten hängen, zeigt auf dem Platz unverdrossen anmutenden physischen Einsatz und führungsspielergemäße emotionale Ansprache an die Mitspieler – wie oft war letzteres bei einem Kapitän Lahm sichtbar mal der Fall?

      (Nochmals kurz zu Tolisso: An dessen Verplichtung war Ancelotti lt. dieser Quelle offenbar ziemlich mitentscheidend -> https://sport.sky.de/fussball/artikel/tolisso-auf-dieser-position-spiele-ich-bei-bayern-am-liebsten/11013779/34826 )

      @Steffen/Redaktion: Martinez’ Kopfball nach James-Flanke war’s, den Baumann in der 80. Minute aus dem Torwinkel fischte.

  14. BayernBazi

    Kann dir nur in allem beipflichten. Wir haben zwar noch individuelle Qualitäten, das darf man nicht vergessen. Aber es ist keine Umsetzung irgendwelcher kreativer Spielideen mehr zu erkennen. Dieser negative Trend ist am Trainer festzumachen. Traut man sich jetzt einen schnellen Schnitt zu? Ich befürchte nein, da demnächst wieder ein paar leichte Heimspiele anstehen und auf Schalke gewinnen sie immer.

  15. Marco05

    Ich finde es etwas komisch, dass dervmit Abstand beste Bayern-Spieler, Coman, seinen eigenen, negativ belegten Punkt bekommt.

    Statt mich zu wundern, warum kaum eines seiner Zuspiele ankommen, stelle ich mir die Frage warum in der roten Zone immer nur Lewandowski und Müller gegen 5-6 Gegner stehen. Coman hat einige Male den Ball von der Grundlinie zurück gelegt aber da stand leider keiner und die beiden genannten waren nicht anspielbar. Warum hat das bei Hoffenheim in genau so einer Situation beim ersten Versuch geklappt (von der dilletantischen Verteidigung mal abgesehen)?

    Ein Stück weit sehe ich es auch so, dass der Mannschaft dieser Kahnsche unbedingte Wille ein Stück weit abgeht. Als die erste halbe Stunde gut lief hat man sich selbstgefällig in den Schlaf gekickt und beim Einwurf kollektiv gepennt. Dann noch über den zweiten Ball irgendwo im Niemandsland des Spielfelds zu diskutieren ist nur noch peinlich.

    Insofern ist die Niederlage absolut verdient und vielleicht auch notwendig gewesen. Es muss sich schnell einiges tun. Vielleicht müssen sich ala Legat in den Köpfen der Spieler andere Zeiten ändern. Vielleicht kann auch nur ein baldiges Trainerbeben diese ganze Wohlfühl-Schlafwandelei beenden. Ich würde Tuchel holen solange er noch frei ist. Schlechter kann er es kaum machen und Nagelsmann hat eh noch Zeit.

    1. Gestrandedinberlin

      Ich glaube die schlechte Besetzung des 10er Raums war ja schon des Öfteren ein Thema. Nicht nur in der Offensive, sondern auch im Gegenpressing. Die Älteren unter uns werden sich auch daran erinnern, dass es Mal Zeiten gab, als Bayern noch Gegenpressing beherrschte und sich daraus Chancen ergaben. Scheint sehr lange her zu sein.
      Und bzgl. Coman stimme ich generell auch zu, war der Einzige, über den n bissel was konstruktives lief.

      1. Osrig

        Oh, das Gegenpressing – oder wie das Tier auch immer heisst^^ – war in der ersten, wirklich guten halben Stunde auch richtig gut! Hoffenheim wurde sofort unter Druck gesetzt durch Anlaufen und geschicktes Besetzen der möglichen Abspielräume. 1899 ist doch in dieser Phase kaum länger als ein paar Sekunden am Ball gewesen und kaum aus der eigenen Hälfte gekommen. Umso überraschender war ja das Führungstor.
        Bis dahin jedenfalls fand ich unser Offensivpressing, also die Arbeit gegen den Ball in des Gegners Hälfte, gut gelungen, wie ich überhaupt in der Anfangsphase weder der Mannschaft noch dem Trainer Vorwürfe machen will. Bis auf die fehlende Beweglichkeit und 100-prozentige Entschlossenheit beim letzten Pass!
        Der Bruch im Spiel kam nach dem Gegentor

  16. W-J0

    Mal wieder eine gute und treffende Analyse.

    Zu Coman: Vielleicht verzerrt da auch die Rückblende, aber in seiner ersten Saison hat er meiner Meinung auch die letzte Aktion besser hinbekommen(Flanke, Schuss). Ob das aber an Ancelotti liegt, kann man von außen natürlich nicht beurteilen. Man sollte dem Jungen einfach erlauben, Fehler zu machen, denn die Anlagen sind auf jeden Fall da und mit etwas Erfahrung wird das sicherlich.
    Zu Rudy: Ich hab ihn nicht so schwach gesehen. Wie immer ruhig am Ball, allerdings von Hoffenheim immer wieder gut zugestellt. Außerdem haben sie keine Räume hinter der Abwehr gelassen, die er sonst so gerne bespielt.
    Zu Tolisso: Auch wenn er natürlich Fehler macht, finde ich die Kritik an ihm in einigen Kommentaren sehr harsch. Er haut sich rein, traut sich Dinge zu und hat auch den Ball gefordert und immer wieder gut die Seite verlagert (zumindest in der 1. Halbzeit). Auch bei ihm sollte man nicht vergessen, dass er erst 23 ist und das Tempo und diese Qualität aus der Ligue 1 eben nicht gewohnt sein kann.
    Zu Müller: Wenn Lewandowski seine Flanke zum 1:0 verwertet und Müller später ins kurze Eck und nicht das Außennetz trifft, feiern ihn wieder alle… Er ist eben kein Spieler, der über seine Präsenz glänzt und in engen Räumen auch nicht übermäßig stark. Dann sieht man ihn in Spielen wie heute eben lange nicht. Das es auch anders geht, hat man nach der Einwechslung von Robben gesehen. Müller hat immer wieder Lücken für ihn gerissen, Gegenspieler gebunden und war durch Läufe in die Tiefe anspielbar. Leider hat mal wieder die letzte Aktion nicht ganz gepasst.

    Zu der Frage mit den Führungsspielern: Ich fand es auch beunruhigend, dass man nicht das Gefühl hatte, die Mannschaft wehrt sich jetzt richtig. Das man nicht überdreht, ist ja gut, aber da hätte ich schon mehr erwartet. Liegt aber vielleicht auch ein bisschen am Kader/ der Aufstellung. Neuer als Torwart ist eben nicht mittendrin. Von Jungs wie Kimmich, Coman und Tolisso sollte man nicht erwarten, dass sie schon vorrangehen. Thiago, Lewandowski sind nicht unbedingt die Typen dafür. Für Müller ist es vermutlich auch nicht einfach, wenn man nicht das Gefühl hat, man ist wichtig in der Mannschaft. Ob man deswegen die Kaderzusammenstellung hinterfragen muss oder einfach abwarten sollte, bis sich die neue Hierarchie entwickelt, weiß ich nicht.

    Zu guter letzt: Ich bin schon lange enttäuscht von Ancelotti und heute hat sich das nicht geändert. Dass die Mannschaft 26 Flanken schlägt und vielleicht 2 davon gefährlich sind, sagt vieles aus. Man scheint nicht zu wissen, wie man gegen solche Mannschaften anders gefährlich werden kann und schlägt dann Flanken in schlechten Situationen: Oft fast aus dem Stand in eine statische Situation im Strafraum, wo man im Unterzahl ist und auch ohne ausreichende Besetzung des Rückraums, sodass viele Bälle von Hoffenheim aus der Gefahrenzone befördert werden können und man wieder von hinten anlaufen muss und sich nicht mal richtig am 16er festsetzt.Unter Pep war genau das anders: Spieler wie Vidal stießen spät in den 16er nach, um mit Tempo in die Flanken laufen zu können, außerdem war man sehr präsent im Rückraum, sicherte sich Abpraller und hatte dann gute Fernschusschancen oder konnte den Gegner am 16er eindrücken und erzwang so immer wieder Lücken in der Defensive.
    Auch bei der Körpersprache der Spieler sollte man nie den Trainer vergessen. Spätestens nach der Pause hätte ich eine komplett andere erwartet, doch das war einfach nicht der Fall.
    Das Problem ist, ich weiß nicht, wer der Nachfolger von Ancelotti werden soll. Mein Wunsch wäre Conte, aber den würde man wohl frühestens nach der Saison bekommen und auch dann nicht sicher. Bei Klopp weiß ich nicht, ob er wirklich eine dominante Mannschaft trainieren kann. Tuchel scheint kein gutes Verhältnis zu seinen Spielern zu haben, was ich sehr bedenklich finde. Nagelsmann wird auch frühestens nach der Saison verfügbar sein und ob Weltklassespieler sich von ihm einfach etwas sagen lassen würden oder einen Bankplatz akzeptieren? Ich weiß nicht.
    Meiner Meinung nach wird diese Frage noch wichtiger als die Spieler, die man als Ersatz für Ribery und Robben verpflichtet, denn die absolute Weltklasse wird das wohl eher nicht sein und dann kommt wieder vieles auf den Trainer und die Einbindung an. Leider bin ich etwas misstrauisch, ob Hoeneß und Rummenigge die richtige Entscheidung treffen werden.

  17. wipf1953

    Es wundert mich, dass die Schiedsrichter”leistung” hier nicht diskutiert wird.

    Bis zum 2:0 für Hoffenheim hatte ich den Eindruck, dass stark für Hoffenheim gepfiffen wurde (wie in fast jedem Bayernspiel also für den Gegner). Nach dem 2:0 war es dann ausgewogen.

    Vor allem kann ich mich aber nicht damit abfinden, dass das 1:0 regulär gewesen sein soll. Klar, es gibt die FIFA-Regel, dass ein zweiter Ball nur dann zur Unterbrechung führt, wenn er das Spiel beeinträchtigt. Aber sorry, der vom Balljungen zugeworfene Ball war der “zweite” Ball und nicht der erste.

    Das erschreckende ist, dass Hoffenheim auch mit einem guten und neutralen Schiedsrichter wohl gewonnen hätte.

    1. Kurt

      Kramaric war beim Einwurf mit dem Fuß über der Linie. DAS ist der entscheidende Faktor. Aufgrund der Seltenheit, dass mal zwei Bälle auf dem Feld sind, kann man das ja noch diskutieren. Aber falscher Einwurf, ist falscher Einwurf. Dein Eindruck täuscht dich da also keineswegs.

  18. chicago_bastard

    Schon erstaunlich, dass bei der Schilderung des 0:2 der Name des Spielers, auf dessen Kappe das Gegentor zu 90% geht, überhaupt nicht fällt. Kimmichs Klärungsversuch war nämlich nicht zu kurz, sondern erreichte einen Mitspieler, der den Ball aufgrund lächerlichen Zweikampfverhaltens aber gleich wieder verlor. Das war übrigens der Spieler, der nach dem letzten Spiel noch die Klappe aufgerissen hat, weil er einmal auf die Bank musste. Da wird er sich nach der indiskutablen Leistung heute hoffentlich des Öfteren wiederfinden bis seine Leistungen auf dem Platz wieder mit denen am Mikro mithalten können.

    1. Kurt

      Das 2:0 geht auf Hummels, der sich dilettantisch von Uth ausmanövrieren lässt.

      Aber hier in der Kommentarspalte kann man es echt abhaken. Geht doch ins Transfermarktforum, wenn ihr unter euresgleichen den Müller dissen wollt.

      1. T.W.

        Demnach ist’s aber nicht minder TM-forenkompatibel, beim “Dissen”-Vorwurf den einen Spieler (Müller) durch einen anderen (“dilettantischer” Hummels) zu ersetzen – dazu noch mit dem Aggrogestus, dabei im Alleinbesitz der Wahrheit zu sein ;-)

    2. chicago_bastard

      Ich empfehle euch Dauernörglern auch nicht, eure langweiligen Ancelotti-raus-Rufe im TM-Forum abzuladen, wo sie niveautechnisch besser aufgehoben wären als hier. Und natürlich hat einer, der den Ball 18 Meter vor dem eigenen Tor verliert, nicht unerheblichen Anteil am folgenden Gegentor. Meinetwegen kann man über das Ausmaß des Anteils diskutieren, aber dass Müllers Anteil in der Schilderung im obigen Artikel überhaupt nicht erwähnt wird und stattdessen Kimmich allein der schwarze Peter zugewiesen wird, ist nun mal schwer zu begründen.

      Und wenn man einen Spieler nach so einer Null-Leistung wie sie Müller gestern gebracht hat (3 von 15 Zweikämpfen gewonnen, 60% Passqoute und die wenigsten Ballkontakte), nicht kritisieren darf, dann ist Kritik hier offenbar generell verboten. Außer am Trainer natürlich, der ist nämlich dafür verantwortlich, dass der Gegner aus 3 Torschüssen 2 Tore erzielt, weil Hummels sich beim Einwurf wie ein D-Jugendlicher verhält und Müller sich im Zweikampf wie eine Primaballerina.

      1. wipf1953

        Auch wenn ich diese Meinung exklusiv zu haben scheine, kann man das irreguläre 1:0 m.E. nicht den Spielern vorwerfen. Hätte Hummels den Ball auf die Tribüne geschossen, wäre das 1:0 regulär gewesen, so war es irregulär. Alle Bayernspieler und sogar der Trainer haben diesem Ball nachgeschaut, weil er im Spielfeld und damit der erste Ball war.

      2. Lukas

        Der Trainer ist nicht dafür verantwortlich, dass Hoffenheim 2 Tore aus 3 Schüssen erzielt, aber dafür, dass Hoffenheim in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe agiert. 15 min war Bayern überlegen, mit einer Taktik, die ancelotti in 2 Wochen austüfteln konnte. Nagelsmann hat 15 min gebraucht um perfekt zu reagieren und umzustellen. Wenn ein Trainer es schafft gegen diesen Hoffenheim Kader 2:0 zu verlieren und das nicht mal mit sonderlich viel Pech, sondern mit sehr viel vermögen des Gegners, dann darf, nein MUSS man die Qualitäten des eigenen trainers in Frage stellen. Und ja, damit du glücklich bist, die von Müller auch.

      3. Olorin

        Das 1:0 war völlig regulär. Der zweite Ball war dutzende Meter entfernt.

        “Alle Bayernspieler und sogar der Trainer haben diesem Ball nachgeschaut, weil er im Spielfeld und damit der erste Ball war.”
        Der Ball war auf irreguläre Art ins Spielfeld gebracht worden, nämlich nicht durch einen Einwurf der Hoffenheimer. Entsprechend war es nicht der erste Ball, sondern irgendein zweiter Ball, der keinen Einfluss aufs Spiel nahm. Wo unsere Spieler und unser Trainer hinschauen ist ihre eigene Verantwortung.

  19. Carsten Jancker

    An sich sollte ich mich ja freuen, dass die Mehrheitsmeinung auf meine drei “Ceterum-censeo-Punkte” aus der Vorbereitung einschwenkt:

    1. Müller ist nicht mehr der alte und wirds auch nicht mehr werden.
    2. Tolisso ist viel zu schlecht für uns.
    3. Ancelotti gibt keine Impulse, insbesondere keine taktischen Vorgaben.

    Nur freue ich mich überhaupt nicht. Ich gehöre nicht zu denen, die nach einer Niederlage alles schlecht reden und nach einem Sieg alles großartig finden. Aber der Trend geht so deutlich abwärts, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie er ohne drastische Maßnahmen aufgehalten werden kann. UHs besondere Fähigkeit war es früher, so eine Situation zu erkennen und dann – ohne Rücksicht auf große Namen und Verdienste in der Vergangenheit – energisch zu handeln, und zwar sowohl hinsichtlich des Trainers als auch bei den Spielern. Ich bin nicht sicher, ob er diese Härte immer noch hat – wir können es nur hoffen und abwarten.

  20. Sascha

    Ich habe es schon vor der Vorbereitung geschrieben :
    Mit Carlo wird das nix und spätestens im Winter ist der Mann weg,und das ist auch gut so !

  21. Usedomspotter

    Zwei Originaltöne von CA aus der Pressekonferenz:

    “Alle Spieler waren insgesamt gut. Wir waren nicht bei 100 Prozent, aber zumindest 95 Prozent. Wir waren nur nicht fokussiert und konzentriert genug.”

    “Wir hatten viele Flanken, aber das Positionsspiel unserer Stürmer im Strafraum war nicht perfekt. Deshalb haben wir nicht getroffen.”

    Wenn das 95 Prozent waren, dann wird es eine Saison ohne Titel und ein frühes Aus in der CL geben.

    Und bei derartig miesen Flanken dem einen Stürmer die Schuld an der Torlosigkeit zu geben, ohne Worte. Nicht davon zu sprechen, dass Flanken im heutigen Fußball das Erfolgsrezept sein sollen.

  22. Kramnik

    Es ist eigentlich alles gesagt. Als Bayern Fan ist es unheimlich frustrierend, wenn man seit Winter 2016 Zweifel an dem Trainer hat und mit ihm keine Perspektive sieht. Ich kann die Spiele nicht mehr genießen und bin in jedem zweiten Spiel frustriert. Das Schlimme wird sein, dass man sich noch ein dreiviertel Jahr dieses gekicke anschauen muss. Wenn man dann die richtigen Schlüsse zieht und einen geeigneten Trainer holt, wird in einer langfristigen Perspektive die zwei Jahre unter Ancelotti irrelevant sein. Doch Standpunkt jetzt, schmerzt es einfach nur, wie man einen Leerlauf von 2 Jahren hat. Ich hoffe man hat keine längerfristigen Schäden von der Sache.

  23. Mehmet68

    So wie schon 2006/7 hat die Klubführung den Schuss nicht gehört: Ein sanfter Umbruch wurde verschlafen; mit mutlosen Alibitransfers kann man kein strukturiertes Offensivspiel aufbauen – und mit Carlo erst recht nicht.

    Bin schon sehr auf die nächste Saison gespannt; heuer wird das Durchwursteln auf gutem Niveau.

    1. wahrheitsliebender

      Ich kann auch nicht verstehen, wie die Bayern seit zwei Jahren seelenruhig zuschauen können, wie alle guten Flügelspieler der Erde transferiert werden, während sie so tun als ginge sie das nichts an und hätte man selber keinen Bedarf…..

      Wenn es z.B. eine Möglichkeit gegeben hat auf Sane zuzugreifen, dann ist es unverzeihlich das die Bayern da nicht mal “gezuckt” haben…..

      Und sofern die Bayern-Führung nicht völlig kurzsichtig ist, hätte ihnen auch klar sein müssen, daß die Preise / Ablösen für solche Spieler durch die Decke gehen mußten – die Bayernspitze wußte schließlich seit mehreren Jahren das sowohl in England als auch in Deutschland und wohl überall sonst auf der Welt, neue Fernsehverträge, mit viel höheren Erlösen, auf dem Weg sind….

      Und ich persönlich verstehe auch nicht das Geschwätz, wonach man angeblich einem Robben und einem Ribery keinen anderen Spieler vor die Nase setzen kann.

      Ich erwarte vielmehr von einem 33 bzw. 34 jährigen Spieler, daß er sich im Klaren darüber ist, daß seine Zeit zu Ende geht und er noch max 1 – 2 Jahre vor sich hat, in denen er aber Zwecks reibungsloser Stabübergabe, zur “Einarbeitung der Jungen”, wird selber auf Spielzeit verzichten müssen….

      Soviel Verstand und Einsicht sollte jeder von uns im Berufsleben und auch jeder Profifussballer mitbringen, insbesondere wenn es sich um große und verdiente Spieler handelt, die dem Bayern weiterhin verbunden bleiben wollen/sollen….

      Ich verstehe nicht wieso solche Spieler bis zur letzten Sekunde die 1. Geige spielen müssen und so tun können / dürfen, als ginge sie ihre eigene Nachfolgeregelung nichts an und der Verein dürtfe ihnen damit nicht kommen und sie nicht belasten….

      Ich bin ein Freund klarer Ansagen und als solcher würde ich Robben und Ribery sagen “gerade als Bayern-Legenden darf es euch nicht nur um euer eigenes Ego gehen sondern auch um eine bestmögliche Mitarbeit bei der eigenen Nachfolgeregelung und dazu gehört nunmal auch, ggf. einem jungen Nachfolger Spielzeit abzutreten….”

      Ich verstehe nicht wieso das so schwierig sein soll und man darüber mit Robben und Ribery nicht vernünftig Reden können soll….

      1. Mehmet68

        I know… Balde ging für schlappe 30 Mio nach Monaco.

  24. Bayernbazi

    Eine Nacht später. Schlecht geschlafen. Bin einfach enttäuscht.

    Ich ärgere mich noch immer, vor allem deshalb, weil selten ein so klarer negativer Trend seit Herbst 2016 ersichtlich war. Ich freue mich auch nicht, dass hier die Mehrzahl meiner Meinung ist und dass die CA-Berufsoptimisten bzw. Pep-basher heute ganz still sind.
    Als Fan schaue ich mir weiter alles an und hoffe, dass es nicht zu schlimm wird. Eine schnelle Reaktion der Oberen ist wohl nicht zu erwarten. Einzige Möglichkeit ist ein Vorrundenaus in der CL, eine Pokalniederlage gegen RB und 10 Punkte Rückstand im November ggü. den Gelbschwarzen.

    1. kita

      Wieso schließt das eine das andere aus? Wer sagt dass man den einen mögen und den anderen hassen muss?

      1. Osrig

        das habe ich auch gerade gefragt!
        Zumal sich Ancelotti in einigen Bereichen entwickelt, experimentiert (Stichwort: Dreierkette!) und sich hinsichtlich Dominanz seinem Vorgänger sichtbar annähert. Die Sorge, dass unser FCB unter Carlo zur “Umschalter-Mannschaft” mutiert, habe ich mittlerweile jedenfalls nicht mehr. Das heißt nicht, dass unter Carlo alles Bestens ist! Aber die Dinge laufen m. E. trotz allem in die richtige Richtung. Für Unkonzentriertheiten und etwas “Bequemlichkeit” mehrerer Spieler,und noch nicht optimal aufeinander abgestimmte Abläufe über 90 Minuten, kann der Trainer letztlich nichts, denn kein Team der Welt ist zu Saisonbeginn schon auf seinem Top-Niveau. Deswegen die Ablösung von Ancelotti zu fordern, halte ich für reichlich übertrieben. Der Mister ist weder Stur- noch Dummkopf!
        Im Gegenteil, wenn die Mannschaft in ein paar Wochen “wie aus einem Guss” spielt, mit mehr Beweglichkeit und Konzentration, dann kommen auch die Erfolge und es wird niemand mehr ernsthaft einen neuen Trainer fordern wollen.

  25. Kramnik

    Eine Frage zu einem.anderen Thema. Welche Trainer sollte Bayern auf dem Schirm haben? Ich halte von solchen Diskussionen nicht viel, wenn man sich noch mitten in der Saison befindet, doch es würde mich schon sehr verwundern, wenn Carlo länger als 2018 bleibt.
    Also meine drei Top Kandidaten wären.
    1. Nagelsmann
    2. Tuchel
    3. Löw
    Dann fände ich noch folgende Trainer sehr interessant.
    Conte, Jardim, Sarri und Tim Walter

    1. Kurt

      Tuchel ist doch aber total unrealistisch, wenn man sich überlegt, dass wir einen Uli haben. Ich geb zu, mit dem zunehmenden Abstand vom BVB, finde ich auch Tuchel sympathischer, aber die Trennungsgeschichte bleibt ja bestehen.

      Er fordert einen Entscheidungsspielraum ein, der ihm bei Bayern genausowenig geboten würde, wie bei Dortmund. Weiß nicht, ob es dann auf Dauer Stunk gäbe.

      Andererseits hätte er hier auch die Optionen, für all seine taktischen Spielereien.

      Mal schauen. Rein fachlich halte ich ihn kompetent genug, aber menschlich gab es da ein paar Aktionen, die ich nicht so gut fand. Die Frage ist ja, ob der Vorstand das ähnlich sieht, oder man Tuchel da “besser kennt”.

      1. Bayernbazi

        Sehe beim Uli kein Problem mehr. Der ist geprägt von seinem Knastaufenthalt und wird zunehmend altersweise. Aber er ist nach wie vor 100 % FCB und wird sich seinem ungebrochenen Erfolgsstreben unterordnen.

      2. wahrheitsliebender

        Tuchel mag als Trainer seine Ecken und Kanten haben, ich halte ihn aber für klug genug, um aus Fehlern zu lernen….. Und das hat er zuletzt ja auch angedeutet!

        Wenn man ihm mit offenem Visier begegnet und im klar sagt “was geht und was nicht, denke ich das er sich diesmal sehr wohl an Absprachen halten wird….”

        In Interviews und Pressekonferenzen macht er eigentlich einen sehr sympatischen, kompetenten, klugen, äußerst wortgewandten und was die Befindlichkeiten seiner “Schützlinge” angeht, sehr einfühlsamen Eindruck….

        Gleicheitig scheint er aber im Job auch eine gewisse “perfektionistische Bessesenheit/Fanatismus” zu haben und auch eine gewisse Neigung zu cholerischen Ausfällen, wenn es nicht so läuft, wie er sich das vorstellt….

        Man muß halt mit ihm darüber Reden, ob er das künftig besser in den Griff bekommt und gemeinsame Ziele abstecken…

        Dann könnte er eine Option sein.

        Ich halte ihn dann auf jeden Fall für klug genug und auch lernfähig, um zumindest künftige Scharmützel mit der eigenen Clubführung zu unterlassen….

        Gruß!

      3. Osrig

        Obwohl ich aus oben genannten Gründen davon überzeugt bin, dass Carlo seinen Vertrag erfüllen kann – und sogar eine Verlängerung denkbar wäre – könnte ich mir auch nur Tuchel als ernsthaften Kandidaten vorstellen, sollte Carlo doch vorzeitig gehen.

        Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es nicht nochmal ein Trainer aus dem Ausland, allein schon, weil man in der Vereinsführung sonst befürchten muss, den Kontakt zur Basis zu verlieren und als abgehoben zu gelten. Vor allem braucht es nach Carlo einen Trainer, der die taktischen Aspekte wieder mehr in den Vordergrund stellt UND mit ihnen auch für alle sichtbar die Spieler wieder mehr erreicht, sie besser machen kann. Einer der bereit ist, mehr ins Spielgeschehen einzugreifen und einen Matchplan auch variieren kann. Tuchel ist in dieser Hinsicht ein guter Kandidat, und ich denke auch, dass er lernfähig ist und zukünftig nicht mehr seine Mannschaft vor der Presse in die Pfanne hauen wird.
        Vor allem steht er mehr als alle anderen deutschsprachigen Trainer für Dominanz und weniger für Umschalterei, auch wenn dem Tuchel das Tempobolzen sicher nicht fremd ist. Klopp reift in England, wird aber seinen grundsätzlichen Ansatz nicht ändern, und deswegen nicht so gut zum FCB passen. Wenn er allerdings bereit sein sollte, dem Umschaltspiel “abzuschwören”, dann wäre er durchaus eine Alternative – und ein gewaltiges Spektakel für die Medien.

        Geht es nach internationalen Erfolgen, so kann es nur ein Trainer aus dem Ausland werden, ich denke da an Zidane, auch Conte würde passen. Wer es dann werden wird, sehen wir ja dann. Hauptsache, man erkennt auch höheren Ortes, dass internationale Titel in der Vergangenheit keine Garantie für Titel in der Zukunft sind, was im übrigen auch für die Verpflichtung von Spielern jenseits der 100 Mio Grenze gilt.

    2. Gestrandedinberlin

      Löw fände ich auch ganz gut, glaube aber, der Zeitraum passt nicht so ganz. Eine mögliche Alternative wäre noch Favre.

      1. Revolet

        Ich hätte richtig Bock auf Tuchel, muss ich zugeben. Im Prinzip spielerisch und erfolgstechnisch kaum ein Risikofaktor und was mir zudem einige Freuden bereiten würde: Watzkes Gesicht, wenn sein Ex-Trainer mit uns den BVB vor eigener Kulisse vorführt. Ein bisschen träumen darf man ja noch :D

      2. wahrheitsliebender

        @ Revolet

        Ich halte Tuchel auf jeden Fall für 10 x besser geeignet als “den braven Joggi”…..
        Joggi halte ich eigentlich für Bayern völlig ungeeignet.

        Joggi war zwar der Taktikfuchs unter Klinsmann, hat aber in den Turnieren vor dem WM-Titelgewinn auch mindestens zweimal schwerwiegende Aufstellungsfehler begangen, welche selbst jeder Laie erkennen konnte und uns vor dem WM-Gewinn 2 x den Titelgewinn unmöglich gemacht hat!

        Ich sagte deshalb bereits vor dem letzten WM-Turnier, daß er “nach diesem WM-Turnier hoffentlich gehen werde, ganz egal, ob er den Titel nun noch holt oder wieder verunmöglicht….”

        Mich hat er seit den Aufstellungsfehlern auf jeden Fall vergrault und ich bin seiner überdrüssig…..

        Gruß!

  26. Bayernbazi

    Fehlt nur noch Hasenhüttl und Jogi bitte streichen, sonst ist die Aufstellung ok.

    1. Kramnik

      Bin mir nicht sicher ob Hasenhüttl zu Bayern passt. Ähnlich wie Klopp glaube ich nicht, dass solche Trainer optimal zu einer Ballbesitz Mannschaft passen.

      1. Bayernbazi

        Hasenhüttl ist natürlich etwas differenzierter zu betrachten, aber mit Kloppo kann man ihn nicht vergleichen. Trotzdem hat Hasenhüttl bewiesen, dass er als neuer Trainer mit einer exklusiveren Truppe, wie RB, konzeptionell Impulse gibt und nicht nur ein Motivationspusher ist. Als Ösi passt er auch sprachlich ganz gut ins MiaSanMia.

  27. LM

    Diese Saison-Testspiel Klatschen waren kein Zufall, das waren alles schon Hinweise darauf, dass die Mannschaft weder kadertechnisch ausbalanciert ist, noch mittlerweile eine Ahnung hat, wie man sich on demad taktisch auf Gegner einzustellen hat. Kimmich war immer überhyped (ein guter Spieler, keine Frage), aber diese Abwehrklöpse hatte er auch schon unter Pep reihenweise fabriziert. Müller nur noch ein Schatten seiner selbst, RibRob werden alt, Lahm und Alonso sind nicht adäquat ersetzt. Lewandowask schaut sich das jetzt noch diese Saison an, und weht da im Frühjahr oder spätestens im nächsten Sommer kein frischer Trainerwind, sucht er das Weite. Der September mit Schalke, Leipzig und Paris kann bitter werden.

  28. Revolet

    So, jetzt schreibe ich auch mal kurz meinen Eindruck vom Spiel nieder :D
    Die ersten 25 min bis zum Gegentor gingen voll in Ordnung. Lewa muss so ein Ding einfach mal machen, aber die gewisse Kaltschnäuzigkeit habe ich ihm ja schon länger abgesprochen. Dann gelangt man, unabhängig, dass es ein falscher Einwurf war und der Videoschiedsrichter dies offenbar nicht für wichtig genug erachtet, aus eigener Dummheit in Rückstand. Hummels schaltet zu spät, genauso wie die gemächlich nachrückenden Martínez und ich meine Rudy wäre der andere gewesen. Neuer kann den sicher auch mal haben.
    Dann kam aber der Schnitt im Spiel. Als das Ding von Uth drin war, hatte ich schon so ein Gefühl, dass das heute nichts mehr wird. Wie oben schon häufig geschrieben wurde, war es ein mutloser Auftritt in der Folge ohne das so Bayerntypische Comeback-Gefühl. Sowohl Tolisso, als auch (und das sollte man hier auch erwähnen, wenn man den Franzosen fertig macht) Thiago hatten einen rabenschwarzen Tag. Rudy, auch wenn ich keiner bin, der ihn ständig in den Himmels lobt, hat es halbwegs solide gespielt. Zum zweiten Gegentor muss man eigentlich nicht viel sagen. Katastrophales Abwehrverhalten und eine Fehlerkette ähnlich wie beim 1:0. Allerdings war beim 2:0 der Hauptschuldige aus meiner Sicht Mats, der erst bei Uth ist, der gebürtige Kölner lässt sich dann in klassischer Stürmermanier in den Rückraum fallen, indem er ein paar Schritte zurückgeht und Mats hat’s noch nicht mal registriert, als das Ding dann über die Linie ging. Wovon ich letztlich aber am meisten schockiert war, war neben dem fehlenden Drang das Ding mit aller Macht umbiegen zu wollen (außer vielleicht in den letzten 10 min) diese Kreativlosigkeit in der Offensive. Ebenfalls schon oft erwähnt: Flanken, Flanken, Flanken und sonst nichts. Kaum eine war gescheit, selbst von Kimmichs sonst so scharfen Hereingaben war nichts zu sehen. Coman war sicherlich der auffälligste Offensivakteur und im 1:1 ist er immer wieder eine Waffe, aber er hat eine so eklatante Schwäche in seinen Hereingaben (und auch den Abschlüssen, nachdem er sich mal etwas Raum verschafft hat). Ich hatte unter der Woche (oder war es letztes Wochenende?) mal die Partie Frankreich gegen die Niederlande verfolgt. Auch wenn natürlich Oranje mittlerweile keine Maßstab mehr sein sollte, wurde Coman in der ersten Halbzeit in den Himmel gelobt und ja, er hat seinen Gegenspieler immer wieder alt aussehen lassen, ABER wirklich keine seiner darauffolgenden Flanken, Hereingaben oder sonstigen Pässe war in irgendeiner Form gut oder sogar gefährlich. Ich hoffe sehr, dass er’s irgendwie wieder konstanter auf den Rasen bekommt, ohne dass ihm mal eine gute Vorlage aus 50 Versuchen gelingt und es dann wieder kein Thema ist.
    Ich habe immer mehr das Gefühl, dass diese Saison ähnlich verlaufen könnte, wie die zweite von van Gaal. Die Parallelen in der langsamen Spielanlage, einem veralteten Konzept und absoluter Kreativlosigkeit (einer hatte es ganz schön mit dem passenden Martínez-van Buyten Vergleich in der Schlussviertelstunde beschrieben) bei Rückständen sind einfach zu offensichtlich. Dennoch drücke ich die Daumen, dass wie so ein Spiel (was man eigentlich kaum verlieren kann/sicherlich auch nicht hoch gewinnen) so leichtfertig, selbstverschuldet aus der Hand gibt und es dann gegen Anderlecht am Dienstag ne Runde Sache wird. Pack mas!

    1. Usedomspotter

      Das 0:1 ging auch klar auf Hummels Kappe. Den Einwurf hätte es nicht geben müssen, wenn er den Ball nicht so weit abprallen lässt und sich selbst in Bedrängnis bringt.

      1. Revolet

        Klar, aber aus nem verursachten Einwurf darf kein sofortiges Gegentor resultieren. Da beginnt für mich die Fehlerkette, in der Hummels natürlich eingeschlossen ist + die genannten Spieler. Solche Gegentore ärgern mich ungemein, weil sie auf eigener Dummheit basieren.

  29. Thueringer1900

    Für mich sind einige Fehler in der Analyse. Zu einem war es Martinez, der nach James Flanke köpfte und zum anderen war es nicht nur der Fehler von Kimmich vor dem 0:2. Mir wird hier zu wenig auf das amateurhafte Zweikampfverhalten von Th. Müller gegen Amiri eingegangen.

    Mein Stadioneindruck war, dass die Mannschaft geistig nicht frisch genug war. Dies merkte man vor allen daran, dass zweite Bälle fast immer zu Spielern der TSG fielen. Die Spieler der Hausherren schafften es immer einen ticken schneller zu schalten, sprich ein Bein dazwischen zu bringen.

    Ein Thema, was auch nicht angesprochen wurde, ist, dass man spätestens nach einer Stunde hätte merken müssen, dass Flanken aus dem Halbfeld gegen diese Abwehr nicht zielführend sind. Ich weiß nicht, wie oft Kimmich es probiert hatte, gefährliche Momente entstanden jedenfalls nicht daraus.Verwundert war ich auch über die Nichtberücksichtigung von Ribery in der Startelf. Ribery war frisch und ausgeruht ohne Länderspiele im Gepäck. Stattdessen musste Th. Müller wieder als rechter Flügelspieler ran und ein, sichtlich nicht in Form spielender Thiago, musste wieder auf der 10 spielen.
    Apropos Thiago und Müller. Mich würde mal die Fehlpassquote der beiden interessieren. Normalerweise übe ich keine einzelne Spielerkritik, aber man hatte echt den Eindruck, der FC Bayern spiele mit 2 Mann weiniger.

    Führungsspielerdebatte. Schön und gut. Für mich waren Schweinsteiger und Lahm Führungsspieler, dies haben sie auch mit konstant guten Leistungen untermauert. Aktuell habe ich das Gefühl, das es in der Mannschaft zu viele Mitläufer und ein Hierarchieproblem gibt.

    1. Revolet

      Gerade im Punkt zweite Bälle muss ich dir zustimmen. Das war eklatant auffällig & so werden Spiele über einen längeren Zeitraum entschieden, da dadurch zumeist gefährlich Umschaltmomente entstehen.

  30. Kurt

    @GP11 @Chicago_Bastard (und jeder der sich angesprochen fühlen möchte)

    Bin nochmal in mich gegangen und auch wenn ich eure Meinungen zu Müller entschieden ablehne und ihn weiterhin für einen der wichtigsten Bayernspieler halte, sowohl was Identifikation als auch Leistung angeht (es geht auch darum. was die anderen mit den Möglichkeiten, die er eröffnet anstellen), so muss ich mich doch für meinen etwas aggresiven Ton entschuldigen.

    Schieben wir es auf die Niederlage und die miese Performance. Man muss nicht auf einen Nenner kommen, aber zumindest innerhalb der Fanszene (oder hier der Kommentarspalte) muss es ja nicht unnötig Beef geben. Am Ende wollen wir ja alle das Beste für den Verein, auch wenn die Visionen dafür anders aussehen.

    1. Axel

      @ Kurt: Cooler Kommentar!

      (Indirekt) Dazu: Darf ich der Redaktion die Frage stellen, wie schnell Ihr mittlerweile Eure Texte nach Spielende verfasst? Erfolgt da noch eine Absprache unter Euch? Ohne mich hier undankbar und verwöhnt zeigen zu wollen, habe ich den Eindruck, dass Ihr Eure Analysen unter Zeitdruck und nicht immer so ausgegoren “raushaut” wie früher. Ich habe nur eine Stimme von vielen, vielleicht stehe ich alleine, aber mich würde es keineswegs stören, wenn Ihr Euch mehr Zeit lassen würdet, gerne auch eine Nacht drüber schlafen. Das würde auch die gröbsten Affektkommentare der engagierten Leserschaft bremsen.

      1. pepr87

        Sehe ich auch so. Ich habe die Benachrichtigung per Twitter, dass der Artikel online ist, bekommen, da war das Spiel noch gar nicht zu Ende.
        Es ist ja schön, wenn man schnell eine erste Analyse bekommt , aber das kann für mich auch gerne 30 Minuten nach dem Spiel erst sein.
        Bei Spielverlagerung war die Analyse auch im Laufe des Abends dann irgendwann da, das hat vollkommen ausgereicht.

      2. Steffen

        Der Text ging etwa 10-15 Minuten nach Schlusspfiff online. Ich kann nur für mich sprechen, aber das war bei meinen Analysen in der Regel immer so.

  31. Ohne81

    “Es gibt keinen Grund, nach einem Punktverlust gegen eine starke, aber auch vom Spielverlauf etwas begünstigte Hoffenheimer Mannschaft überzureagieren. ”
    Für mich genau der richtige Satz, den sich Einige einmal zu Gemüte führen sollten.
    Was ist denn passiert?
    Wir haben verloren, was schon mal sehr unschön ist. Die Art und Weise kann einen sicherlich auch beunruhigen. Ein wirkliches “Aufbäumen” war ja nicht zu erkennen und die Leistung einiger war auch nicht wie erwartet. Eine gewisse Reaktion darauf ist mehr als verständlich.
    Aber müssen die Reaktionen auf eine Niederlage (zum Teil) immer so “vernichtend” ausfallen?

    Mal einige Tatsachen, die keine Erklärung darstellen sondern eher als Denkanstoß dienen sollen:
    -Es war der 3te Spieltag – noch ist nix entschieden ;-)
    -Unsere Spieler waren nicht fit, da sie entweder von Verletzungen oder von den Qualispielen zurück gekommen sind. (Bestes Beispiel James, auf den Beides zutrifft und das Spiel komplett absolvieren musste.)
    -Wir fordern junge Spieler die Entwicklungsfähig sein sollen, vernichten sie aber nach einem schlechten Spiel mit unserer Kritik.
    Hier gibt es immer wieder hervorragende objektive Kritik, an deren sich manche hier mal ein Beispiel nehmen sollte.
    (Ich gebe ja jedem recht der sagt: Wir sind nicht eingespielt und der Trainer hat für unseren Kader kein passendes System parat. Und Kritik daran ist mehr als berechtigt, aber die Polemik von Manchen ist schon sehr übertrieben.)

    1. Olorin

      Die Kritik hier gibt es schon seit Wochen, unabhängig vom konkreten Ergebnis. Und zwar weil keinerlei Spielidee zu erkennen ist, weil die Probleme seit dem Beginn der Ancelotti-Zeit immer die gleichen sind und nicht behoben werden, weil die Prinzipien, die uns vor gerade mal etwas über einem Jahr unter Pep ausgezeichnet haben (hervorragendes, kollektives Pressing und Gegenpressing, strukturies Ballbesitzspiel und hohe Kreativität), vom neuen Trainer im Klo runtergespült werden. Die Kritik richtet sich gegen den Trainer, nicht die Spieler.

      “Bestes Beispiel James, auf den Beides zutrifft und das Spiel komplett absolvieren musste.”
      Wovon sprichst du? James wurde in der 78. Minute eingewechselt. Obwohl du mit deinem Punkt dennoch Recht hast.

      1. Ohne81

        “Wovon sprichst du? James wurde in der 78. Minute eingewechselt. ”
        Der ganze Punkt lautete: Unsere Spieler waren nicht fit, da sie entweder von Verletzungen oder von den Qualispielen zurück gekommen sind.
        James war erst verletzt (und wohl noch nicht 100% fit) und musste trotzdem in der Quali über die komplette Spielzeit ran.
        Es war also nicht das Ligaspiel gemeint -> war missverständlich von mir beschrieben!

  32. Marco05

    Es geht doch nicht um die Niederlage an sich. Die Kritik (hier) gibt es ja auch nicht erst seit Samstag Abend.

    Es geht um die Entwicklung der Mannschaft in den letzten 12-13 Monaten. Es geht um ein (übergeordnetes) Spielsystem, welches nicht zu erkennen ist. Es geht um die Art und Weise wie die Mannschaft auftritt.

    Warum gelingt es uns seit Wochen und Monaten kaum, Torchancen herauszuspielen? Warum sind im Grunde permanent zu wenig Spieler “in der Box”, wie es jetzt auch mal von Hummels erwähnt wurde? Warum bekommen wir nicht mehr die gewohnte Kontrolle über das Spiel? Was ist mit konstantem Gegenpressing? Warum werden pro Spiel 40 Flanken auf eine Sturmspitze geschlagen und das zumeist auch noch schlecht? Warum reagiert unser Coach während des Spiels kaum und wechselt erst ab Minute 60? Warum funktioniert die Rotation unter Ancelotti nicht (warum zB muss Ribery ausgerechnet nach einer Länderspielpause für ihn ohne Belastung pausieren)? Warum rumort es öfter in der Mannschaft als vorher (Müller, Lewandowski))? Warum versteht Ancelotti anscheinend nicht, dass Müller auf Außen nullkommanull passt?

    Und einige Fragen mehr. Das hat mit der Niederlage erstmal nichts zu tun. Allein die Spielanlage ist seit Monaten nicht auf dem Niveau wie die letzten Jahre und wird tendenziell schwächer. Es war auch nicht das erste Mal, dass die Mannschaft nach einem Gegentor komplett den Faden verliert. Momentan stellen sich einfach viele Fragen, die man als Fan gerne beantwortet hätte. Gerne auch auf dem Platz, aber das bleibt die Truppe schuldig.

    Nach der Kritik am Defensivverhalten gegen Leverkusen hieß es “ist doch kein Problem, das Spiel wurde ja gewonnen”.
    Jetzt heißt es “ist doch erst eine Niedelage; ist doch erst der dritte Spieltag”.

    Das sind leider Totschlagargumente, die die Gesamtsituation vernachlässigen und keine konstruktive Diskussion zulassen. Fakt ist: mit den Leistungen kann man seit einiger Zeit kaum mehr zufrieden sein, jetzt wirkt es sich so langsam auf die Ergebnisse aus.

    1. Ohne81

      Ich hab kein Problem mit objektiver Kritik bzw. den von Dir genannten Fragen. Einige der Fragen stelle ich mir ja auch. Nicht umsonst schreibe ich ja, dass wir “kein passendes System parat” haben. Gegen Gegner (und so spielen halt viele Mannschaften gegen uns) die erst einmal mit Mann und Maus verteidigen haben wir echte Probleme. Wenn dann die Mehrzahl unsere Spieler vorne sind und wir auch noch den Ball verlieren, klingelt es halt mal.
      Ich finde nur, dass die teils harsche Kritik gegenüber einzelnen Spieler nicht immer gerechtfertigt ist. Man kann nicht etwas fordern z.B. jungen Spielern Spielzeiten geben und dann solch eine Kritik äußern – das passt halt nicht. Entweder ich gestehe jemanden Fehler zu, oder ich darf nur erfahrene Spieler kaufen wollen.

  33. Ju

    Mit etwas Abstand ärgere ich mich fast noch mehr über das Spiel. Ja, ein Tor wie man es nur einmal in 10 Jahren bekommt hat uns reingerissen und die bekannten Probleme der Ancelotti-Bayern haben die Niederlage zementiert. Mir tut es dennoch leid für Carlo, denn er hat sowohl mit seinem Plan zu Anfang als auch auch mit der (leider unvorbereiteten) Umstellung auf Dreierkette bewiesen, dass er es versteht, aus dem spannenden Spielermaterial ein Konstrukt zu bauen, dass die Stärken der Spieler ganz gut betont. Vor allem, da man dem Trainer diesmal nun wirklich nicht vorwerfen konnte, die Mannschaft schlecht eingestellt zu haben, ist es umso bitterer, dass ihr mittlerweile das Handwerkszeug zu fehlen scheint, dies in spielerische Überlegenheit umzumünzen und auch gegen widrige Umstände durchzudrücken. Speziell die Zeit vor dem Gegentor hat gezeigt, dass ein gutes Gegenpressing fast alle Probleme der Mannschaft lösen kann. Das anschließende Spiel zeigte allerdings genauso einmal mehr, dass sich Flügelangriffe mit Flankenfokus auf eine schlechte Zentrumsbesetzung halt schlecht gegenpressen lassen. Das Fazit ist eindeutig: Es darf nicht passieren, dass ein Gegner uns fortwährend mit recht einfachen Mitteln davon abhalten kann, durchs Zentrum und die Halbräume das Spiel aufzubauen. Was Thiago letzte Saison mehrmals durch seine unfassbare individuelle Qualität gewährleisten konnte, muss wieder im Kollektiv erreicht werden. Ich wünsche dem Trainerteam, dass sie das zeitnah hinbekommen. Wenn nicht, muss jemand kommen, der der Mannschaft wieder die Grundlagen von Positionsspiel einbläut. Und bitte, ich glaube wirklich nicht, dass der Mannschaft am Samstag auch nur ein Funken Eignung dafür gefehlt hat, falls ein GP11 das gleich wieder als Vorlage für eine “Hoeneß und Rummenigge”-Schelte nutzen möchte.

    1. Osrig

      Die spannende Frage ist doch im Moment: Waren die ersten Dreißig Minuten gegen 1899 nur ein Ausreißer? Oder waren es die Bayern, wie sie sich Ancelotti vorstellt?
      Wenn die erste halbe Stunde nach dem Plan von Carlo gespielt war, dann bin ich überzeugt, mit mehr Spiel- und Eingewöhnungszeit laufen die 90 Minuten künftig besser – denn dann können Gegenpressing, Positionsspiel und Variabilität durchgehalten werden. Dann passen die Abläufe auch besser und kommt noch mehr Tempo in die Abläufe, weshalb dann sicher auch wieder mehr Torchancen dabei heraus kommen dürften. Dann können auch Rückschläge besser weggesteckt werden.

      War es eher ein Zufallsprodukt, was die Jungs auf den Platz brachten, und erst nach dem Gegentor waren die “Ancelotti-Bayern” zu sehen, dann allerdings liegt noch viel Arbeit vor dem Trainerstab.
      Wir werden es sehen. Ich bin grundsätzlich optimistisch und denke, die erste halbe Stunde war der Fingerzeig, in welche Richtung unser FCB unter Ancelotti marschieren soll. Das Spiel morgen gegen Anderlecht wird da auch schon mehr Auskunft geben, denn obwohl die Belgier kein wirklicher Gradmesser für die CL sind, sollte es doch deutlicher werden, wie Ancelotti das Spiel vom FCB entwickeln will. Deshalb bin ich sehr gespannt auf morgen!

    2. Ju

      Sicherlich wird er sich das so vorstellen. Das war ja auch sehr gut und es ist ja nicht so, dass die Mannschaft unter ihm keine starken Spiele gemacht hätte. Nach etwa 15 Minuten (schon vor dem Tor) hat man sich halt von einer gegnerischen Umstellung, die das Zentrum blockiert hat, lahm legen lassen. Sowas gehört eben leider auch zu Bayern unter Ancelotti und wird wahrscheinlich auch weiterhin so nebeneinander existieren.

      1. Osrig

        Ist richtig, aber auch nach ihrer Umstellung hat Hoffenheim kaum mal länger als ein paar Sekunden den Ball gehabt, sind sie eigentlich nicht aus der eigenen Hälfte herausgekommen – bis zum 1:0.
        Das m.E. keine Konsequenz von deren Umstellung war, eher der des kollektiven Schläfchens unserer Hintermannschaft. Bis dahin war es wirklich gut von unseren Jungs, auf dieser Leistung kann man aufbauen.
        Ob man nun zwingend auf eine Umstellung des Gegners reagieren muss als Trainer, oder ob man sich Zeit nimmt? Oder ob man sich als Trainer nicht auch auf die Erfahrung seiner Spieler verlassen könnte, die von sich aus eine Idee entwickeln könnten, wie mit der veränderten Situation umzugehen wäre? Das wäre doch auch mal eine Diskussion wert! Immerhin stehen bei uns Fußballer mit jahrelanger internationaler Erfahrung auf dem Platz, denen man solche Fähigkeiten zutrauen sollte.
        Vielleicht liegt darin auch das große Problem, dass unsere Spieler nach Guardiola noch nicht wieder gewöhnt sind, auf dem Platz auch umfassendere Entscheidungen zu treffen, als “nur” sich den nächsten Pass-Empfänger auszugucken, wenn man gerade den Ball hat. Während Carlo da vielleicht mehr erwartet von seinen Jungs.

  34. Dirk Osthoff

    Ich kann wirklich nicht verstehen, warum Ancelotti hier so kritisiert wird.
    In der ersten halben Stunde hat Bayern überlegen gespielt, dann hat Hoffenheim umgestellt.
    Ancelotti hat richtig reagiert, einen zentralen Spieler raus genommen und mit Robben einen Flügelspieler gebracht.
    Zum Schluss volle Attacke, vielleicht 10 Minuten zu spät, aber das ist müssig.
    Wenn die Tore nicht fallen, fallen sie nun mal nicht.
    So ist nun mal Fußball, manchmal braucht man auch ein wenig Glück.
    Wenn Lewa zum 1:0 trifft, gibt es diese Diskussionen gar nicht.

    1. Ju

      Ein ExpG-Wert von 0,7 nach dem Gegentor spricht jetzt nicht unbedingt dafür, dass die Bälle einfach nicht rein gegangen sind.

  35. […] In der ersten Halbzeit schafften es die Bayern Hoffenheim zu dominieren und teils über längere Zei…. Dies gelang besonders wegen der verbesserten Raumaufteilung und Besetzung der Positionen bei den Münchnern. Die Szene steht exemplarisch für die gute Positionierung der Münchner. […]

  36. […] ist Gift für jede Ballbesitzmannschaft. Das zeigte sich bei den Münchnern gegen Leverkusen, Hoffenheim und nun auch gegen Wolfsburg. Selbiges könnte Paris drohen, wenn die Bayern ihr Spiel auf den […]

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