Hannover 96 in der Vorschau

Christopher Trenner 03.10.2014

Transfers & Personal

Mit Joselu kam ein Spieler für viel Geld, der die vielen namenhaften Abgänge im Sturm (Diouf, Ya Konan, Rudnevs) ersetzen soll. Aktuell ist er mit zwei Toren der beste Torjäger. Der junge Spanier überzeugte bei seiner Leihe in Frankfurt und wurde 1899 Hoffenheim abgekauft. Hinzu kam Kiyotake vom Bundesligaabsteiger Nürnberg. Dort konnte er nicht mehr an seine Leistungen in der vorvorletzten Saison anknüpfen. Sicherlich ein Umstand, der es den 96ern ermöglichte, den Spieler zu verpflichten. Zudem wurde noch etwas Geld nach Malmö überwiesen, um Albornoz – einen chilenischen Linksverteidiger mit schwedischen Pass – zu bekommen. Hinzu kamen einige ablösefreie Spieler, unter anderem der bei den Bayern Amateuren sehr erfolgreiche Vladimir Rankovic. Dieser kommt aktuell aber nicht an Sakai vorbei, weshalb er den Weg über die Amateurmannschaft von Hannover geht. Mit Karaman und Thesker kamen überdies noch zwei weitere Neuzugänge aus Hoffenheim. Etwas internationalem Flair bringt Jimmy Briand in den Kader. Er kam ebenfalls ablösefrei aus Lyon und ist bereits fünffacher französischer Nationalspieler.
Wie bereits erwähnt, gab es durchaus einen großen Umbruch im Kader von 96. Neben den drei erwähnten Stürmen verließen auch Huszti und Pocognoli, Stamm bzw. Leistungsträger den Verein. Dabei besonders bitter: Diouf & Ya Konan gingen ablösefrei, wodurch am Ende der Transferperiode ein beachtliches Minus in den Büchern der 96er steht.

System

Hier zeigt sich Tayfun Korkut durchaus wandlungsfähig. Das 4-2-3-1 ist das Grundsystem in Hannover, wird aber situativ an den Gegner angepasst. Bei der 0:1-Niederlage in Stuttgart war es eher ein 4-3-2-1 mit drei nominellen Sechsern Andreasen, Schmiedebach und Gülselam. Hierdurch wurde das System sehr destruktiv und es fehlte die Kreativität bzw. das Zutrauen für den Auswärtssieg. Wohl auch ein Problem in Hannover. Der Verein sucht gerade Auswärts nicht das allerletzte Risiko.
Gegen den FC Bayern könnte es aufgrund von Verletzungen wieder ein 4-2-3-1 System geben, dass in der Defensive zum klassischen Hannover 4-4-2 wird. Diese Umstellung wird nötig, da sich Leon Andreasen mal wieder verletzt hat. Für ihn wird wohl Hirsch in die Mannschaft rücken. Verstärkt werden könnte das System noch, indem der eigentliche Linksverteidiger Albornoz etwas weiter vorne spielt und mit Pander ein zusätzlicher „Defensivspieler“ in die Mannschaft rückt. Der Vorteil: Kiyotake könnte direkt hinter der Spitze Joselu agieren und hätte wohl alle Freiheiten sowohl die Seiten links, wie rechts zu überlagen, sollten Kontersituationen entstehen.

Das gewisse Etwas

Ist die neue defensive Stabilität. Nur Köln, Gladbach und der FC Bayern haben bisher weniger Gegentore kassiert. Allerdings kassierte Hannover alle fünf Gegentore erst nach der Halbzeitpause. Dabei musste das Team von Hannover nicht mal viele Zweikämpfe führen. Mit insgesamt 1.226 Zweikämpfen liegt die Mannschaft deutlich unter den Bundesligadurchschnitt (1320). Die defensive Stärke manifestiert Hannover zudem durch eine ausgeprägte Kopfballstärke – das ganze Team gewinnt über 60 % seiner Kopfballduelle.

Prognose

Beim FC Bayern wird viel darauf ankommen, wie die Mannschaft die Vielzahl an Spielen in der jüngsten Vergangenheit verkraftet hat. Die personelle Lage hat sich vor dem Spiel gegen Hannover zumindest nicht verschlechtert. Allerdings werden Spieler wie Ribery oder Thiago noch nicht mit dabei sein. Letzter könnte sein Comeback gegen Werder Bremen nach der Länderspielpause geben.

Angesichts der defensiven Stärke von Hannover kann es durchaus wieder ein Geduldsspiel für den Rekordmeister werden. Auch angesichts von nur 65 Torschüssen und dabei fünf erzielten Toren ist von den 96ern sicherlich kein offensives Feuerwerk zu erwarten.

Danke an @Ansgarius_90 für die Einblicke rund um Hannover 96.

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