Hannover 96 in München – Es wird Herbst…

Karlz-Heinz Rummenigge kündigte vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 den Beginn des „heißen Herbst“ an. Ob er damit das Spiel des FC Bayern meinte oder die Stimmung in der Allianz Arena wird sich wohl nicht mehr klären lassen.

Das Spiel war ein Testlauf. Nicht nur für die Mannschaft vor der morgigen ersten Champions League Partie der neuen Saison (17.09.2013), sondern vor allem für die geschundene Fan-Seele der Südkurve. Vor gut einer Woche kündigte Karl-Heinz Rummenigge im Bayern-Magazin einen Testlauf zum freien Blockzugang in der Südkurve an. Im Heimspiel gegen Hannover und Wolfsburg werden die neuen Zugangsmodaliäten erstmals zum Einsatz kommen.

Da die Plätze nach dem Prinzip »first come first serve« vergeben wurden, war die Südkurve dem Auge nach gegen 14 Uhr gut gefüllt. Die 2.100 Plätze schienen vergeben – und die Stimmung die von der Südkurve ausging war endlich wieder Heimspiel würdig. Gerade zum Ende der Partie feierte die Südkurve ihren ‚Erfolg‘. Der heiße Herbst scheint vorerst gesichert – zumindest auf der Tribüne.

Aber wie schaut‘s auf dem Rasen aus? Die Mannschaft spielte mit der gleichen Aufstellung wie im Super-Cup gegen den FC Chelsea. Einzig van Buyten ersetzte den derzeit etwas formschwachen Dante. Da Schweinsteiger noch nicht und Martinez nicht mehr fit ist, spielte Lahm erneut auf der 6 auf. Das Spiel begann forsch und man könnte meinen, auch die Mannschaft hat Lust auf einen »heißen Herbst«. Die größte Chance der ersten Viertelstunde vergab Müller, der bereits Zieler umspielte, aber aus spitzem Winkel das leere Tor nicht traf. Auffällig war vor allem die rechte Seite mit dem bereits erwähnten Müller, der im Zusammenspiel mit Robben doch einige Lücken in die 96er Deckung reißen konnte. Was sich gut anließ, versandete dann ab der 25. Minute zunehmend in Ungenauigkeiten und Einzelaktionen. Robben und Müller waren auf der Außenbahn isoliert und konnten die Hannoveraner Deckung, die in einer 4-4-2 Formation den Bus vor dem Tor parkte, nicht mehr ausspielen. Hierfür gab es zwei simple Gründe: Rafinha ist kein Lahm. Er konnte die rechte Seite nicht so unterstützen wie der FC Bayern Kapitän. . Dies gilt für die Offensiv wie für die Defensiv. Oftmals wirkte er leider viel zu passiv. Eine Überlagerung der rechten Seite klappte in den seltensten Fällen.

Das andere Problem war Lahm selbst. Im Spiel kam er auf ganze 74 Ballkontakte – ein Schweinsteiger hätte in der gleichen Partie wohl fast das Doppelte erzielt. So war vor allem die Bayern-Mitte vollkommen aus dem Spiel genommen. Das Verteidigen fiel den 96ern immer leichter. Nachdem sich dann noch Fehlpässe einstreuten, kam Hannover zu einigen Chancen die ihren Höhepunkt in einem Pfostentreffer fanden.

In der zweiten Halbzeit stellte Pep um. Kroos, der in der ersten Halbzeit einige aussichtsreiche Bälle kurz vor dem Strafraum nicht verwerten konnte, stieß mehr auf die Flügel. Diese Umstellung führte kurz nach der Halbzeit zum Erfolg. Über Robben kam der Ball zu Kroos, der drang von links in den Strafraum ein und spielte auf den völlig freistehenden Mandzukic – 1:0. Kurze Zeit später spielten Ribery & Robben (nach einem tollen Ballgewinn von Boateng) die Hannover Abwehr schwindlig. Robben schießt aus spitzem Winkel – Zieler kann nur abprallen lassen und Ribery veredelt den Angriff zum 2:0. Das Spiel war entschieden, allerdings ohne richtig heiß zu werden. Hierfür bedürfte es wohl einfach mal nach einem Tor in den ersten 15 Minuten, dass würde vieles leichter machen.

Für einen heißen Herbst auf den Platz fehlen einfach zu viele Akteure in tragenden Rollen (Schweinsteiger, Martinez, Thiago und Götze). Die Länderspielpause war vielleicht für die verletzten Spieler von Vorteil, allerdings fehlte dafür dem Rest der Truppe nach 16 Tagen Länderspielen der Rhythmus. Vielleicht springt dieser von der Tribüne wieder auf den Rasen? Ein Anfang ist jedenfalls gemacht – der Herbst kann kommen.

FC Bayern München – Hannover 96 2:0 (0:0)
FC BayernNeuer – Rafinha, Van Buyten, Boateng (68. Dante), Alaba – Lahm, Kroos (86. Kirchhoff) – Müller, Robben, Ribéry (80. Shaqiri) – Mandzukic
BankStarke, Pizarro, Contento, Schweinsteiger
Hannover 96Zieler – Sakai, Marcelo, Sané, Poco – Bittencourt, Stindl, Andreasen (74. Schulz), Prib (82. Schlaudraff) – Ya Konan (67. Schmiedebach), Sobiech
Tore1:0 Mandzukic (51.), 2:0 Ribéry (64.)
KartenGelb: Ribéry, Kroos, Boateng / Marcelo, Prib, Bittencourt

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Leserkommentare
  1. […] das Thema »Komfortzone« jetzt eigentlich schon her? Fast drei Wochen. Unsere Roten gewannen ihr Heimspiel gegen sehr defensiv agierende Gäste aus Hannover mit 2:0. Es war keine hinreißende Partie, aber […]

  2. […] 2 gegen die Nummer 4 der aktuellen Bundesliga und dennoch riskierte es Pep – im Gegensatz zum ersten Spiel, die ‚Rotationsmaschine’ anzuwerfen. Das spülte zum zweiten mal in dieser Saison Ribery & […]

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