Fernglasfahrten oder ein ganz normales Familienwochenende

Feste soll man feiern, wie sie fallen. Daher verpasst wohl auch der hartgesottene Fan hin oder wieder ein Spiel aufgrund familiärer Verpflichtungen. So erging es auch mir. Ein Wochenendbesuch bei der Westverwandtschaft stand vor der Tür. So verschlug es mich zum zweiten Mal in meinem Leben in den Ruhrpott und das ausgerechnet an einem »Derbywochenende«. Für mich die passende Gelegenheit die ‚ehrwürdige’ Arena auf Schalke zu besuchen.

Die Fronten fürs Wochenende waren schnell geklärt – meine komplette Westverwandtschaft ist Schalke durch und durch. Auch die Erwartungen für das bevorstehende Spiel waren schnell geklärt: Nichts weniger als ein Sieg für Königsblau sollte es sein. Als Bayernmitglied und mit einer Mentalität »Der Feind meines Feindes ist mein Freund«, konnte ich mich mit diesem möglichen Ausgang des Spiels sehr gut leben. Schließlich winkt die Meisterschaft am Osterwochenende.

Zugleich war das Spiel eine Fahrt, um zwei Gegner für ein mögliches Champions League Viertelfinale zu betrachten. Komische Vorstellung, aber die Bundesliga ist jetzt wieder wer. So ging es also an einem total verregneten Samstagmittag (ja Mittag!) nach/auf Schalke. Obwohl unsere Unterkunft nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt war. Erste Beobachtung: »Der gemeine Schalke-Fan ist eher der gesellige Typ«. Und so war die komplette Nordtribüne schon sehr gut gefüllt, als wir gut eine Stunde vor Spielbeginn unsere Plätze aufsuchten.
Als Bayern-Fan muss man an dieser Stelle zugeben: Die Stimmung war mehr als sensationell. Die Fans versuchten sich gegenseitig anzustacheln und man merkte vor allem bei den Schalke Anhängern, dass es hier um mehr als nur drei Punkte geht. Beobachtung Nummer zwei: »Hier ein Auswärtsspiel ist wahrlich kein leichtes Unterfangen«. Erst recht, wenn es nach Champions League Luft schnuppert.

Das Derby an sich war geprägt von zwei wirklich unterschiedlichen Halbzeiten – in der ersten Halbzeit hat vor allem Schalke mit seinen beachtlichen Gegenpressing überzeugt. Zudem verstanden sie es, gewitzt die Flügel einzusetzen und so zwangsläufig zwei sehenswerte Treffer zu erspielen. Spätestens hier rieb ich mir doch verwundert die Augen (ich verfolge nicht jedes Schalke Spiel): Das ist ja eine komplett andere Mannschaft – zumindest eine andere Truppe als die im Januar und Februar 9 Tore gegen den FC Bayern bekommen hat. Aber auch das Ergebnis in München lies mich aufhorchen, denn Düsseldorf führte lange in München. Zur Freude aller Stadionbesucher – zumindest an dieser Stelle ist man sich im Pott also einig.

In der zweiten Halbzeit rückte der BVB dann die Fußballwelt der vergangen zwei Jahre wieder etwas zu recht, aber ohne wirklich zu glänzen. Zwar erzeugten sie immer mehr Druck und das oftmals mit gefälligen Kombinationen, aber richtig zwingend wurde das nicht. Vor allem weil Schalke immer wieder gefährliche Konter einstreute. So verlagerte sich mein Blick vom Spielfeld doch immer mehr auf mein Smartphone mit dem Wunsch der frohen Kunde aus München. Der Ausgang dieser anderen Geschichte ist bekannt und somit beträgt der Vorsprung jetzt sensationelle 20 Punkte. Eine Differenz für die wirklich ein Fernglas benötigt wird!

Nach dem der Schlusspfiff ertönte fielen sich alle Schalke Fans in die Arme. Die nächsten Monate sind gerettet – bzw. bis das nächste Derby ansteht. Auch hier sind sich wohl alle drei Fangruppierungen einig. Das Fazit des Spiels ist Erkenntnis Nummer 3: Beide Mannschaften werden nicht einfach zu schlagen sein, aber wir sind wohl auch kein dankbares Los.

Nach dem Schlusspfiff ging es dann noch zur Familienfeier – insgesamt 50 Schalker ließen das Spiel immer wieder Revue passieren. Aus der Jukebox des DJs erklang nur noch ein Song: »Ein Leben lang…« – ich konnte das mit einem Schmunzeln über mich ergehen lassen. Schließlich war das ein weiter Schritt in Richtung Meisterschaft. Und Feste soll man feiern, wie sie fallen.

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