FC Porto – FC Bayern München 3:1 (2:1)

Am späten Mittwochabend traf der FC Bayern München im Champions League Viertelfinale auf den FC Porto. Legendär bleibt das Duell beider Mannschaften im Finale des Europapokal der Landesmeister 1986/87. Der FC Porto drehte damals in Wien als großer Außenseiter das Spiel gegen die Münchner in nur vier Minuten, obwohl dieser über weite Strecken wie der sichere Sieger aussah. Auch im Champions League Viertelfinale 2000 kreuzten sich die Wege. Nach einem 1:1 im Hinspiel siegten die Bayern 2:1 im Rückspiel. Thomas Linke traf in der Nachspielzeit zum 2:1 Siegtreffer, nachdem Jardel ebenfalls in der 90. Minute noch den Ausgleich für die Portugiesen erzielen konnte. Nun kam es 15 Jahre später zur Neuauflage zwischen den beiden Traditionsvereinen.

Falls ihr es verpasst habt:

Pep Guardiola waren aufgrund der vielen Ausfälle die Hände gebunden. Daher änderte er im Vergleich zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt die Aufstellung nur auf wenigen Positionen. Manuel Neuer hütete erwartungsgemäß wieder das Tor im Estádio do Dragão. Auch Boateng kehrte wieder ins Team zurück – nominell für Weiser, aber natürlich als Innenverteidiger. Dafür spielte Rafinha auf seiner angestammten rechten Abwehrseite. Neben Boateng spielte Dante, da wohl Pep Guardiola bei Badstuber kein Risiko nach seiner kleinen Verletzungspause eingehen wollte. Somit fehlten zum zweiten Mal in den letzten 50 Champions League Spielen sowohl Franck Ribery als auch Arjen Robben. Das letzte Spiel ohne die beiden Flügelspieler endete 2011 0:2 in Manchester.

Auf Seiten von Porto stand etwas überraschend Toptorjäger Jackson Martinez tatsächlich in der Startelf. Er litt an einer Adduktorenverletzung und sein Einsatz war mehr als fraglich. Der kolumbianische Kapitän steuerte in dieser Saison in 35 Spielen 26 Tore und 6 Vorlagen bei – kurzum: Martinez ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Porto. Ansonsten spielte auch Porto wie erwartet. Spannend war höchstens noch die Rolle des zweiten Innenverteidigers neben Maicon. Diese wurde ausgefüllt von Martins Indi.

Die Partie stand bereits nach 80 Sekunden unter keinem guten Stern. Der hinlänglich gelobte Jackson Martinez eroberte die Kugel von Alonso, stürmte auf Neuer zu und wurde von diesem gefoult. Ein berechtigter Foulelfmeter und auch ein wenig Glück für Manuel Neuer, da Referee Carlos Velasco Carballo nicht auf Notbremse entschied. Quaresma verwandelte den Strafstoß sicher ins linke untere Eck. Noch in der Anfangsphase hatte Lewandowski nach einer Freistoßflanke und Ablage von Müller per Kopfball die Chance zum Ausgleich, allerdings konnte er den Ball nicht mehr mit der nötigen Wucht drücken. Es sollte die beste Standardsituation im Spiel der Münchner bleiben. In der 10 Minute war die Partie bereits vorentschieden. Diesmal war es Dante, der als letzter Mann den Ball nahe der Mittellinie an Quaresma verlor. Der Torschütze bewahrte vor Neuer die Nerven und brachte Porto somit endgültig auf die Siegerstraße.

Erst nach 20-25 Minuten bekamen die Bayern die Partie besser in den Griff, wobei nach dem klaren Rückstand auch eine große Ungeduld erkennbar war – so wurden einige riskante Linienpässe gespielt, die von Porto gut antizipiert wurden, glücklicherweise aber nicht in Kontersituationen endeten. In der 28. Minute kam der FC Bayern mit seiner zweiten Chance zum Anschlusstreffer. Boateng brach nach einer umständlich ausgeführten Ecke auf der rechten Außenbahn durch und flankte von der Grundlinie flach und scharf in den Strafraum. Am zweiten Pfosten stand Thiago völlig frei drückte die Kugel artistisch aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer über die Linie. Von da an verflachte aber die Partie, da Porto das Risiko immer weiter minimierte. Bis zum Halbzeitpfiff konnte keine Mannschaft eine weitere nennenswerte Aktion heraus spielen.

Porto veränderte sein Grundsystem nach der Halbzeit nicht, stand aber nicht mehr 40 Meter mit der letzten Linie vor dem Tor sondern eher 20-25 Meter. Dies änderte aber nichts an den überfallartigen Nadelstichen der Portugiesen. Vor allem die körperliche Präsenz von Jackson Martinez setzte allen Bayernspielern in der Defensive zu.

Pep Guardiola änderte wenig und beließ es beim 4-3-3 Grundsystem, dass situativ zum 4-1-2-1-2 wurde. Alonso agierte über weite Strecken der Partie als Pendelspieler zwischen Mittelfeld und abkippenden Sechser, da Dante und Boateng sichtlich Unterstützung im Spielaufbau benötigen. Dies schien anders geplant zu sein, da Alonso häufig unsicher und nur im ‘Notfall’ versuchte (meist Dante) zu unterstützen. In der Summe half aber auch das Abkippen von Alonso nicht, den Spielaufbau in Gang zu bringen und die ‘erste Linie’ von Porto zu überspielen. Als Folge der starken Mannorientierung von Porto waren die Abstände zwischen allen Mannschaftsteilen zu groß – Müller, Götze und Thiago hingen in der Luft. Der Abstand von Lewandowski zur Abwehr war phasenweise auch sehr groß. Pep Guardiola versuchte dieses Problem in der 56. Minute durch den ersten Wechsel zu lösen. Er brachte Rode etwas überraschend für Mario Götze. Diesem gelang bis dato wenig, er war aber einer der wenigen Spieler im Mittelfeld, die zumindest in der Theorie den besseren Fitnessstand gehabt hätten als Lahm oder Thiago, die spätestens ab der 60.- 65. Minute platt wirkten. Nachdem sich alles auf ein 2:1 einzupendeln schien, gelang Porto ein weiterer Treffer nach einem individuellen Aussetzer. Boateng unterlief eine Halbfeldflanke aus dem Mittelfeld (!), woraufhin die Kugel bei Jackson Martinez landete, der Neuer umkurvte und gekonnt zum 3:1 einschob.

Pep Guardiola versuchte mit dem einen weiteren Wechsel noch den Anschluss zu erzielen, Badstuber kam für Alonso. Mit Boateng als Sechser ging es in die Schlussphase, das Mittelfeld sollte so weiter gestärkt werden. Guardiola baute am Ende auf ein 4-2-3-1 Grundsystem mit Boateng und Rode als Doppel-Sechs. Dieses Duo wirkte aber wenig eingespielt und die Abstände zwischen beiden Spielern passten fast nie. Daher konnten konnten sich die Münchner keine weitere Torchance erspielen und vergaben obendrein noch eine handvoll Standardsituationen leichtfertig. Nun geht es mit einem großen Rückstand ins Rückspiel am kommenden Dienstag.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Portos Mannorientierung

Es passiert Pep Guardiola selten, dass sein Team falsch eingestellt bzw. vom Gegner überrascht wurde. In den ersten 10 – 15 Minuten war es aber ausgerechnet zum denkbar unpassenden Zeitpunkt der Fall. Vom Start weg orientierte sich Porto in der Defensive sehr stark auf den Mann und spielte im Mittelfeld eine fast klassische Manndeckung – zumindest gegen Götze, Lahm und Thiago. Diese Taktik überraschte die Münchner dermaßen, dass deren Aufbau im 1. Drittel massiv gestört war. Namentlich Bernat und Dante spielten sich vor dem Fehler zum 0:1 den Ball 2-3 mal quer und wirkten überfordert mit der Ausrichtung Portos. Alonso erkannte die Situation und versuchte sich zwischen die beiden Innenverteidigern fallen zu lassen, dann war es aber schon zu spät. Martinez griff aus der Manndeckung heraus gezielt Alonso an – die Falle schnappte nach nur 80 Sekunden zu.

Ähnliche Situation beim zwischenzeitlichen 2:0 durch Porto: Alle Anspielstationen der Bayern im Mittelfeld waren zugestellt – Rafinha wird auf der Rechtsverteidiger Position gut gepresst und spielt einen etwas riskanten Ball auf Dante (anstelle von Boateng oder Neuer). Quaresma erkennt die Situation und läuft Dante so an, dass er keine Chance hat den Ball ins Mittelfeld zu spielen. Die schlechte Ballannahme von Dante erleichterte Quaresma schlussendlich den Ballgewinn.

Porto nutzte in den ersten 10-15 Minuten die heute mangelnde individuelle Klasse der Bayern aus. Eigentlich lässt sich eine Mannorientierung/Manndeckung einfach bespielen, und zwar dann, wenn man selbst Dribblings für sich entscheidet und Zweikämpfe gewinnt. Sofort öffnen sich Räume und Überzahlsituationen, da der Gegner durch die Fixierung auf dem Mann im Regelfall schlechter steht. Erst mit zunehmenden Spielverlauf gelang es den Bayern die physische Präsenz von Porto in den Griff zu bekommen. Die Blau-Weißen gewannen in der ersten Halbzeit 60 % aller Zweikämpfe. Desaströser war die Bilanz aus Bayernsicht in den ersten 20 Minuten – mit nur 11 % gewonnen Tackles und 0 % gewonnener Kopfballduelle. Erst im Verlaufe der Partie kam der FC Bayern besser rein – vor allem Thiago, Götze und Lewandowski gewannen Zweikämpfe und konnten Bälle besser behaupten. Porto reagierte und wechselte fortan immer häufiger in ein klareres 4-5-1 Grundsystem, welches aber noch immer stark mannorientiert war und von den Bayern in der Summe 90 Minuten lang nicht geknackt werden konnte. Am Ende kam die Elf von Pep Guardiola auf keine 10 Torschüsse. Die fehlende individuelle Klasse von Ribery und Robben nutze Porto geschickt aus.

2. Das Problem-Mittelfeld

Ungeachtet der Probleme die im Punkt 1. beschrieben wurden, litt das Bayernspiel unter der fehlenden Präsenz im Mittelfeld. Gerade in den ersten 20-25 Minuten, aber auch im späteren Spielverlauf fanden Alonso, Lahm und Thiago nicht bzw. nur unzureichend ins Spiel. Alonso hatte nicht zum ersten Mal spürbare Probleme mit einem sehr physischen Spiel gegen ihn. So vertändelte er am Ende der Fehlerkette beim 1:0 den Ball und auch in einer ähnlichen Szene in der 51. Minute verlor er den Ball am eigenen Strafraum. Trotz aller taktischen Erklärungen natürlich unwürdig für ein Champions League Viertelfinale. So sehr Alonso in der ersten Saisonphase geholfen hat die Verletzungen von Martinez, Thiago und Schweinsteiger zu kaschieren, so sehr ist seine DNA zur Zeit entschlüsselt. Die Gegner wissen, wie sie ihn unter Druck setzen können. Zudem fehlt in der vorentscheidenden Phase der Saison die mentale Frische. Seine Zahlen wiederum lesen sich ordnetlich – 95% Passqoute, 79 Ballkontakte und 67% Zweikampfquote. Allerdings hat er den wichtigsten Zweikampfs des Abends verloren.

Ähnlich zeigt sich die Gemengelage bei Philipp Lahm, der zur Zeit spielt, wie ein 31-Jähriger nach einer langen Verletzung… Er tut sich sichtlich schwer das Tempo über volle 90 Minuten zu gehen. Sinnbildlich dafür war ein Balleroberungsversuch in der 38. Minute. Lahm grätscht halb übermotiviert, halb unbeholfen im Mittelkreis nach dem Ball, doch er trifft nur seinen Gegenspiel Casemiro und bekommt folgerichtig die gelbe Karte. So finden sich im gesamten Spiel viele kleine Szenen die beispielhaft für die fehlende körperliche und vielleicht auch geistige Frische bei Philipp Lahm nach der der langen Verletzungspause stehen.

Thiago bildet aktuell die Ausnahme im Bayern Mittelfeld. Zunächst ähnlich wie viele seiner Mitspieler nur schwer in die Partie gekommen, versuchte er das Spiel zunehmend an sich zu reißen. Dies gelang ihm ordentlich, aber nicht mehr. Angesichts von 13 Monaten Fußballabstinenz sind 40 % Zweikampfquote nicht wirklich überraschend und dennoch Teil des Problems. Thiago versuchte viel, aber ihm gelang nicht genug. Immerhin erzielte er den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 2:1, der angesichts des Endergebnisses noch Resthoffnungen fürs Rückspiel offen lässt.

3. Individuelle Fehler

In der Summe sind drei provozierte individuelle Fehler, die zu direkten bzw. indirekten Gegentoren führten zu viel. Unabhängig von den bereits erwähnten Fehlerketten die zu allen drei Gegentoren führten, gab es aber noch eine Vielzahl weiterer individueller Fehler, die auf dem Niveau Champions League von nahezu jedem Gegner bestraft werden. Da ist es ausgerechnet Jerome Boateng, der eine harmlose Flanke aus dem Mittelfeld unterläuft, obwohl er bisher eine nahezu fehlerfreie Saison spielt. Und auch andere Spieler erreichten nicht das nötige Niveau an diesem Abend. So hatte auch Manuel Neuer spürbar Probleme ins Spiel zu finden. In der ersten Halbzeit hatte er nahezu jede Flanke unterlaufen und in der zweiten Halbzeit beinahe ein Fernschusstor aus 60 Metern durch einen schlechten Abschlag provoziert. Hinzu kamen eine Reihe von Fehlern im Spielaufbau, nicht nur von Neuer, die den Spielrhythmus sichtlich störten.

Auch die 21 Fouls der Bayern zeigen schlussendlich wie viele Aussetzer die Elf von Pep Guardiola im gesamten Spiel hatte. Fouls helfen in der Regel nur, um Fehler und schlimmere Folgen zu verhindern. Gegen den FC Porto waren jedoch viele taktische Foulspiele nötig, um die Portugiesen überhaupt zu stoppen. Zu schlecht und zu überhastet war an vielen Stellen die Zweikampfführung. Schnelle Ballgewinne waren daher eine Seltenheit. Die Mannschaft zeigte zwar über weite Teile der Partie den nötigen Willen, doch behinderte sich durch die beschrieben Fehler immer wieder selbst. Es wirkte fast so, als war der FC Bayern nicht bereit für das Champions League Viertelfinale.

Der Kader geht sichtlich auf dem Zahnfleisch. Es bleiben aber nur 6 Tage und ein Bundesligaspiel in Hoffenheim Zeit, den 2-Tore Rückstand zu drehen und den Traum von Berlin am Leben zu halten. Pack ma’s!

FC Porto – FC Bayern München 3:1 (2:1)
FC PortoFabiano – Danilo, Maicon, Martins Indi, Alex Sandro – Herrera, Casemiro, Torres (75. Neves) – Quaresma (85. Evandro), Martínez, Brahimi (80. Hernani)
FC BayernNeuer – Rafinha, Boateng, Dante, Bernat – Alonso (74. Badstuber) – Lahm, Thiago – Müller, Lewandowski, Götze (56. Rode)
BankReina, Lucic, Weiser, Gaudino, Pizarro
Tore1:0 Quaresma (3./Foulelfmeter), 2:0 Quaresma (10.), 2:1 Thiago (28.), 3:1 Martínez (65.)
KartenGelb: Casemiro, Alex Sandro, Danilo / Neuer, Bernat, Lahm, Rode
Zuschauer50.092 (ausverkauft)
SchiedsrichterCarlos Velasco Carballo (Spanien)

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Leserkommentare
  1. DS

    http://i.imgur.com/Auc4ZbI.jpg

    Das wars wohl. Ein 2:0 würde zwar reichen und bei Porto sind die beiden wohl besten Verteidiger gelbgesperrt (und Boateng paradoxerweise nicht), aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Mannschaft innerhalb von 6 Tagen sich so sehr steigern kann, um hier noch was zu erreichen.
    Für den Fall dass Ribery und Schweinsteiger wieder im Kader stehen, wirds wohl doch nicht für mehr als ein Kurzeinsatz reichen und ansonsten gibt es wenig Hoffnung. Denn egal ob Porto hinten zugemacht hat oder wie nach der Halbzeitpause das Spiel wieder in die eigene Hand genommen hat – Bayern war die schlechtere Mannschaft und war offensiv praktisch nicht vorhanden.

    Vielleicht ist es im Endeffekt sogar besser wenn man hier ausscheidet und vielleicht im Rückspiel noch eine ordentliche Leistung abrufen kann, als dass man wieder ein Halbfinale mit 0:5 oder höher verliert.

  2. Bajuwandres

    Die Gelbe gegen Lahm war meiner Ansicht nach eine klare Schwalbe von Casemiro ohne Einwirken von Lahm, aber daran soll es nicht gelegen haben. Wollte es nur mal erwähnen.

    1. Tripler

      Na ja, er hat ihn schon gut getroffen bei der Aktion. Ne Schwalbe war das leider nicht.

      1. DHBazi

        Also dann solltest du die Szene nochmal anschauen. Lahm hat Casimero um gefühlt einen Meter nicht getroffen!

  3. JP

    Als Gegenmeinung: dem 1:0 gingen meiner Ansicht nach zwei Fehlentscheidungen voraus. Der Zweikampf gegen Alonso wird in der Form fast immer als Stürmerfoul gewertet, danach war Neuer eigentlich am Ball (sonst springt der Ball auch nicht in die Richtung), so daß auch hier der Elfmeter keinesfalls zwingend war, eher im Gegenteil. Daß Neuer dann nicht Rot sieht, ist vermutlich der Tatsache geschuldet, daß sich der Schiri bei beiden Entscheidungen nicht wirklich sicher war.

    Wird schwierig bis unmöglich im Rückspiel, v.a. wenn man die Leistung der zweiten Halbzeit betrachtet.

  4. ben

    Taktik hin oder her – kann man bei einem Spiel, dass durch zwei Slapstick-Fehler entschieden wird, die eigentlich in die Kreisklasse gehören, von einer verdienten Niederlage sprechen? Hat Porto sich ansonsten ernsthaft Strafraumszenen erspielt, mehr als der FCB? Klar haben sie aggressiv gepresst und so, aber alle drei Tore waren Brechstangen-Produkte, die “unsere” Abwehrkette in Normalform nicht zulässt.
    Das und die Formkurve in den letzten Ligaspielen lassen bei mir doch noch Hoffnung übrig.

  5. Axel

    Vielen Dank für die schnelle Analyse! An einigen Stellen scheint sie mir aber nicht wirklich zutreffend. Lahms gelbe Karte gab’s für eine Schwalbe. Götze, erneut mit einer Leistung weit unter Potential, kommt in Eurer kritischen Betrachtung nicht einmal vor! Der Mann spielt seit Wochen wie ein mittelmäßiger Bundesligakicker, verrennt sich zu oft, kriegt viele Anspiele nicht unter Kontrolle und macht nicht das, was man von ihm auf der Position zwischen den Linien erwartet. Er wurde deshalb auch nicht “etwas überraschend” ausgewechselt, sondern völlig zu recht und eher zu spät. Gegen Frankfurt waren seit langem mal gute Szenen in seinem Spiel, aber das waren Ausnahmen. Wenn also das MIttelfeld als Problem ausgemacht wird, warum nicht inklusive Götze? Und noch ein Drittes: SO großartig ist Porto nicht. In Normalform wären wir nicht als Verlierer vom Platz gegangen. Es brauchte schon massive individuelle Fehler auf unserer Seite PLUS großes Verletzungspech PLUS schlechte Form bei zentralen Spielern. Alle drei Problembereiche können bis zum nächsten Dienstag entschärtf sein. Also Kopf hoch ;)

    1. Christopher

      Lahms gelbe Karte gab’s für eine Schwalbe

      Schwalbe oder nicht. Es ändert nichts an der Tatsache das ein Lahm in einem besseren Fitness-Zustand diesen Zweikampf in der Form nicht geführt hätte. Grätschen im defensiven Mittelfeld sind immer gefährlich, scheitern sie öffnen sich große Räume im 8er/10er Raum.

      Götze, erneut mit einer Leistung weit unter Potential

      Wir haben ihn, wie im übrigen auch Müller und Lewandowski weitesgehend ausgeklammert, da wir eine gesonderte Betrachtung veröffentlichen wollen.
      Aus meiner Sicht litt das Spiel aller drei genannten Akteure spürbar unter dem schlechten Spielaufbau und dem großen Loch im Mittelfeld.

    2. Hat jemand einen Link zu einem Video mit dem Foul von Lahm? Für mich ging das in Ordnung und wurde korrekt vom Schiedsrichter bestraft.

      1. Tripler

        Bin ja auch bei dir Jan, vielleicht haben die im TV, also SKY und ZDF verschiedene Bilder gezeigt. Auf Sky konnte man deutlich sehen dass es ein Foul war.

      2. DukNukem

        http://gfycat.com/MerryTautBunny
        http://gfycat.com/ReflectingHorribleHoverfly
        via http://www.reddit.com/r/soccer/comments/32ploo/match_thread_porto_vs_bayern_munich/cqdffbl

        Hier nochmal verschiedene Perspektiven.
        Für mich je nach Ansicht schwierig zu erkennen, was jetzt sache ist, also braucht man dem Schiri in Realgeschwindigkeit wohl auch nicht so viele Vorwürfe machen. Da ist die Szene mit Alonso und Martinez kritischer.

        PS: Solltet ihr die Links zu kritisch sehen einfach löschen.

  6. Sebastian

    Die Enttäuschung ist groß. Klar, das Foul an Alonso vor dem 11er, die 2 frühen Gegentore, und nicht zuletzt die Hoffnung auf das Heimspiel nächste Woche…man findet schon Gründe sich die Situation schön zu Reden.

    Die Realität ist aber leider viel enttäuschender: Spiele gegen starke Gegner wurden zuletzt entweder deutlich verloren (WOB, BMG, POR) oder nur knapp gewonnen (BVB, LEV). Das macht keinen Mut für’s Rückspiel. Man weiß, wie man Guardiola’s Bayern in die Knie zwingt:

    Man setze die IVs (speziell Dante) und Alonso im Spielaufbau unter Druck. Mit Glück kommt man dadurch bereits in aussichtsreicher Position an den Ball (so 2 Mal passiert gestern).

    Die praktische Folge daraus: der Spielaufbau der Bayern wird Richtung Flügel gelenkt, dort sind Bernat und Rafinha offensiv ungefährlich, Flanken führen zu nichts (wenn sie überhaupt so weit nach vorne kommen), die Linie vor den beiden existiert ohne Rib/Rob praktisch nicht, und selbst mit Rib/Rob entstehen aus dem direkten Weg von den IVs über AVs nach vorne keine gefährlichen Angriffe, weil der Weg vorhersehbar ist.

    Das erkennen auch die Bayernspieler (außer im Spiel gg. BMG), folglich geht’s doch durch die Mitte nach vorn. Boateng und Dante sind überfordert, also rückt ein 6er nach hinten, oder man greift zum letzten Mittel: lange Bälle von Boateng/Neuer. Diese verhindern immerhin Ballverluste direkt vor dem eigenen Strafraum mit freiem Weg zum Tor. Alonso als abkippende 6 hat massive Probleme unter Druck. Weshalb Pep trotzdem nicht reagiert und Alonso Spiel für Spiel dieselbe, für ihn unlösbare Aufgabe stellt, bleibt sein Geheimnis.

    Auch wenn der aufbauende Spieler das Feld vor sich hat und einen vertikalen Pass in die nächste Reihe spielen kann, steht der annehmende Spieler oft mit dem Rücken zum gegnerischen Tor (und das noch nahe der Mittellinie). Momentan scheint es kann sich aus solch einer Situation nur Thiago lösen und so dem Spiel der Bayern Varianten eröffnen. Als Einziger übernimmt er in dieser Hinsicht Verantwortung, was bei den Namen im Team schon erstaunlich ist. Für mich steckt hier auch ein Kern des Problems: man versucht mit Positionsspiel die Räume beim Gegner zu öffnen. Stockt der Aufbau durch gegnerisches Pressing, oder steht der Gegner hinten tief und verschiebt geschickt, funktioniert das nicht, außer man gewinnt 1:1 Duelle. Wenn Thiago der Einzige ist, der hier punkten kann, wird’s eng.

    Wie löst man das Problem?
    Grundsätzliche Systemänderungen will Pep nicht und sie wären womöglich in der Kürze auch nicht umzusetzen (BVB Spiel widerlegt dies leider). Den aufbauenden 6er austauschen – ach stimmt, Peps Geheimnis und tatsächlich auch wenig Optionen aufgrund von Verletzungen. Den wackeligen Dante austauschen ist auch nur gegen Badstuber möglich, der momentan nur dann spielt wenn er 100% gesund ist. Mehr Spieler mit Durchsetzungskraft im 1:1 auf den Platz bringen – leider keine im Kader.

    Die traurige Wahrheit: besser wird’s nicht.
    Wohlgemerkt, gegen starke Gegner.

    Bitte macht mir Hoffnung.

    1. Christopher

      Schöner Kommentar mit einigen Ergänzungen zu unserer Analyse.

      1. bsg

        ja, ein riiesiges Loch! Das war unglaublich! Keine Ahnung warum Pep dieses Zerreißen der Mannschaft zugelassen hat.
        Wie ist denn der Fahrplan, wenn der einzige Sechser abkippt? Müssten dann nicht die Achter ebenso abkippen oder zumindest die AV einkippen?

      2. bsg

        der Kommentar sollte unter Christophers “Loch” Kommentar mit den beiden Zitaten stehen… keine Ahnung was da schief gelaufen ist.

      3. Christopher

        Ja, das wäre eine Möglichkeit. Pep versuchte das Problem mit einer Torwartkette zu umgehen, allerdings tat sich Neuer auch schwer mit der starken Mannorientierung von Porto. Es gab mehrere Szenen in denen er relativ lange mit dem Ball am Strafraum stand, ohne aber eine Idee zu haben.

        Eine logische Alternative wäre die Dreierkette gewesen, aber Badstuber ist wohl nicht fit genug.

    2. Bayernexpat

      Sehr guter Kommentar Sebastian, kann ich so unterschreiben.

      Was mich pessimistisch stimmt ist auf dieses Spiel bezogen dass Porto wohl in München ein Tor schiessen werden.

      Im weiteren Kontext ist es für mich die Mentale und Physische Ermüdung zum Zeitpunkt in der Saison wenn es um die Wurst geht (letztes Jahr wurde es auf die frühe Meisterschaft und Peps Kommentar geschoben, dieses Jahr scheint es vor allem die physische Ermüdung der spielenden durch die Verletzungsseuche).

      Die Statistik gegen starke Gegner sieht schlecht aus in der Liga, und in der CL haben wir unter Pep auch noch keinen grossen geschlagen (ja ich weiss, das is Interpretationssache).

      Zum Siel heute noch mal: meiner Meinung nach ist Müdigkeit ein Faktor für alles. Fouls die normalerweise nicht passieren, falsche Entscheidungen in entscheidenden Momenten, und dann kein ‘Spielveränderer’ auf der Bank fur die letzte halbe std.

  7. fcbaatzen

    Sehe es ähnlich wie Axel, es ist noch lange nichts verloren. Porto hat sich lediglich eine einzige echte Torchance erspielt – und selbst da war Boateng derjenige, dessen Ball Neuer stark pariert hat. Die drei Schnitzer sind allesamt auf Unkonzentriertheiten zurückzuführen, das hat mit fehlendem Können rein gar nichts zu tun. Und wenn ich hier schon von fehlender Qualität im Kader gesprochen wird, sträuben sich meine Nackenhaare. Unsere Mannschaft ist auch in der aktuellen Situation mit dem vorhandenen Personal stark genug, diesen FC Porto nächste Woche aus der Allianz Arena zu schießen, mit zwei Toren Unterschied allemal, wenn nicht sogar deutlicher. Und das sage ich als eher passimistisch eingestellter Fan. ;) Also: Auf gehts, ihr Roten!

  8. Koan Messi

    Grundsätzlich ist es ja nicht der Weltuntergang mal im Viertelfinale auszuscheiden, aber dann nicht so.

    Verletzte hin oder her aber gegen Porto darf man sich so nicht abkassieren lassen. Auch wenn Porto sicherlich ne gute Mannschaft ist, aber die Leistung gestern geht so nicht, besonders bei den Ansprüchen die immer kommuniziert.

    Man kann das schon als Debakel bezeichnen, woran es lag darf man dann auch mal in den Mund nehmen, dass Spiel gestern hat m.M. Guardiola verloren. Hat es absolut verpasst die Mannschaft einzustellen. Unfassbar wie schlampig teilweise in der Vorwärtsbewegung gespielt wurde. Mit den frühen Gegentoren fang ich gar nicht erst an, wobei man beim 1:0 auch gerne Foul gegen Alonso geben kann. Trotzdem, keine Spannung in der Hintermannschaft und vorne hängen alle aber wirklich alle in der Luft. Es kann doch nicht sein, dass wenn 1.HZ gar nichts geht, man die nächsten 45 Minuten so weiterspielt. Lewandowski hängt starr in der Mitte, Götze kann null Raum auf links gewinnen und Müller rennt ins nichts. Versteh ich nicht.

    Weiterkommen wird kritisch und das gegen Porto…

  9. Teh Real Jan

    Findet ihr auch, dass Neuer bei dem 3:1 irgendwie komisch zurückzieht? Er geht er mit Vollgas raus, dann bleibt er auf einmal stehen. Wäre er voll auf den Ball hätte er vielleicht klären können…

    1. Uli

      Vielleicht ist ihm in dem Moment seine gelbe Karte eingefallen..

  10. My 2 cents:

    – Bayern war gestern schlecht
    – 1:0 und 2:0 durch Fehler kassiert, bei denen auch ein Regionalligist gegen uns trifft.
    – Sorge wegen Fitness Zustand: Lahm war erschreckend platt. Alonso schien auch durch bei der Auswechslung, wie zur Hölle Thiago 90 Minuten durch hält weiß ich auch nicht. Aber Respekt dafür!

    Positiv: Es ist jetzt nicht so, dass Porto uns an die Wand gespielt hat. Ich glaube die hatten aus dem Spiel heraus eine Chance kreiiert. Das Spiel haben wir uns schon selber verloren.

    Die einzig entscheidende Frage ist wie wir mit den Kräften haushalten können. Schafft die Mannschaft es bis Dienstag die Akkus einigermaßen voll zu bekommen. Wegen mir gern am Samstag mit der U19 Spielen. In Spanien werden solche Spiele ja gerne mal verlegt….

    Fazit: Es reicht ein 2:0 Sieg. Gegen Porto. Die sind natürlich nicht schlecht. Aber wir sind der FC Bayern. Mit dem Selbstverständnis muss ein ein Heimsieg mit 2:0 einfach möglich sein.
    Form hin oder her.

    Freu mich jetzt schon darauf wie alle Schwarzmaler, bei einem möglichen Sieg, wieder alles preisen.

    Beste Grüße

  11. Sabi

    Mir ist schon klar, dass das gestern nichts war. Viele individuelle Fehler, Fehlpässe en masse, keine (guten) Ideen, alles wirkte arg behäbig und wesentlich langsamer als beim Gegner. Und die Niederlage war (unabhängig von Schiedsrichter, Wetter und/oder anderen Umständen) mehr als verdient. Mit dieser Leistung wird es nächste Woche noch unangenehmer als das, was wir da gestern geboten/gesehen haben.

    Aber was ich absolut nicht nachvollziehen kann, sind die Stimmen, die die CL für dieses Saison schon abgeschrieben haben. Wir sind ja für vieles ‘bekannt’, sei es unsere unnachahmliche Arroganz, dass Aufkaufen der Konkurrenz oder – nicht zu vergessen – die Anhängerschaft, die eh keine Stimmung macht und nur aus Erfolgsfans besteht, aber ich gehe davon aus, dass “Kopf in den Sand stecken” auf keinen Fall auch dazu gehört – nennt mich gerne naiv, aber ich glaube, dass da am Dienstag noch einiges möglich ist. Freilich nicht, wenn man sich so wie gestern präsentiert, aber allgemein.

    Wenn das Team bzw. das, was davon aktuell noch übrig ist (und nein, das ist keine Anklage an die Verletztenliste, denn so etwas gehört leider auch dazu) eines bewiesen hat, dann ist es, dass es kämpfen kann – und genau das, will ich am Dienstag sehen! Eine Mannschaft, die alles gibt, Gras frisst und sich für Klub, Fans und ein mgl. Halbfinale zerreist! Sollte es dann am Ende trotzdem nicht reichen, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren und dann weiß man, dass man es bereits gestern verbockt hat.

    Und was mich auch etwas verstört, falls dass das richtige Wort dafür ist: Dieses elende Bashing gegen einzelne Spieler. Das will niemals in meinen Kopf. “Alonso zu langsam”, “Dante eh einfach nur schlecht”, “Götze kriegt nix auf die Kette” usw. usf.- Prinzipiell bin ich mir durchaus im Klaren darüber, dass da zwar etwas dran ist und dass solche Fehler (gerade auf solch einem Niveau) nicht passieren dürfen, aber das, was Leute nicht nur hier, sondern im Netz generell, da teilweise loslassen, ist wirklich übel und geht weit über berechtigte Kritik hinaus. Ja, auch ich hätte gerne den Alonso der Hinrunde (da war er komischerweise allen noch gut genug!), den Dante der Triplesaison (wo er alle überrascht hat) oder den Götze, der zeigt, was er kann, aber halte es eben nicht für gerechtfertigt, sich einzelne Leute herauszupicken und dann loszuledern. Zumal man sich dann gestern fast jeden hätte zur Brust nehmen müssen…

    1. Tripler

      Sehe ich auch so, die ganze Mannschaft war gestern nicht in Normalform. Bei einzelnen Spielern musste ich auch nach einer Zeit genau hinsehen ob die überhaupt noch auf dem Platz sind.

  12. SD2MUC

    Da kann ich mich Sabi in jeder Hinsicht nur anschliessen.
    Noch ist nix verloren. a<ußer einem Spiel das ok war für die aktuelle Situation. Nicht ok ist das Ergebnis (wie Lahm gesagt hat, sähe es aber bei 2:1 ganz anders aus).
    Jetzt braucht es eine CL würdige Leistung am Dienstag. Und ein kochendes Stadion.
    Wobei es auch gestern sicher nicht am Support lag, habe im TV immer wieder deutlich unsere Auswärtsfans gehört.
    Und der letzte Punkt ist fast der wichtigste: Einzelne Spieler aus dem eigenen Team unflätig zu beschimpfen oder zu dissen geht gar nicht.

    1. Dr.dek

      Kann nur zustimmen. Natürlich würde es die Sache erleichtern, wenn Ribery und Schweinsteiger nächste woche dabei sind, aber auch so ist alles möglich. Mit Schweinsteiger hat unser Spiel nach vorne eine andere Qualität, vor allem wenn er Thiago und Lahm als 8er vor sich hat.

      In der Champions League sind wir daheim sowieso nur schwer zu schlagen, aktuell in 4 Spielen 13:0 Tore. In den ersten 20, 25 Minuten das 1:0 schießen und es ist Porto, welches zu zittern anfängt.

      Man muss sich durch die momentane Situation durchmogeln. Falls das Halbfinale erreicht wird, Rib, Rob, Alaba und Co. nicht mehr verletzt sind und auch die restlichen wieder den Akku ein bisschen aufladen konnten gehört unsere Mannschaft zur Referenz in der Welt.

      Allerdings hab ich die blöde Befürchtung, dass am Samstag nicht die u23 auf dem Platz stehen wird und keiner so wirklich geschont wird. Lahm und Thiago werden gerade ein Stück weit verheizt, auch wenn es natürlich die Situation gerade erfordert.

  13. Jo

    Schade dass in der Analyse die wichtigste Szene des Spieles so falsch eingeschätzt wird.
    Natürlich war die Aktion von Martinez vor dem ersten Tor ein Foul. Das wird normal abgepfiffen und dann redet keiner von verlorenem Zweikampf oder Pressingresistenz.

    Dadurch war unser Spiel schon nach zwei Minuten kaputt. Ein FCB mit voller Kapelle wäre davon wohl nicht so leicht aus der Spur zu bringen gewesen. Aber das Thema ist ja hinlänglich durchdekliniert.
    Wie man dann allerdings (wenn man das laufen lässt) Neuer keine rote Karte geben kann ist mir auch schleierhaft. Eine vielleicht komische These: Vielleicht wäre das Spiel mit 10 Mann sogar am Schluss für uns besser gewesen. Neuer war jedenfalls nach der Szene für den Abend durch.

    Für das Rückspiel brauchen wir jetzt nicht gerade ein Wunder, aber oh das wird das schwer. Vor allem weil sich mannschaftlich ja nichts besser darstellen wird. Vielleicht reicht’s für Schweinsteiger und Ribery auf die Bank. Aber ob die wirklich helfen können?

    Die wirklich interessante Frage aus diesen Wochen betrifft für mich die Kaderplanung. Natürlich war es ein Fehler im Winter zwei Spieler ohne Ersatz gehen zu lassen. Und das war auch schon damals klar, nicht jetzt nachträglich.
    Für die Zukunft: Wir müssen endlich lernen, dass ein Gutteil der dem FCB zugeschriebenen Stärke theoretischer Natur ist. Beispiel: Irgendjemand hat errechnet dass in der Ära Pep Robbery nur in weniger als einem Drittel der Spiele gemeinsam auf dem Platz waren.
    Analog gilt das für die Teilzeitarbeiter Schweinsteiger, Badstuber, Thiago, Martinez.
    Von diesen Spielern wird immer ein Gutteil verletzt sein, oder gerade im Formaufbau. Dummerweise hält das die übrigen auch nicht davon ab ihre (vielleicht nicht so planbaren) statistisch erwartbaren Ausfallzeiten zu nehmen.
    Insofern entlarvt sich das Gerede von einem Riesenkader von Weltklassespielern als Geschwätz.
    In der Theorie vielleicht, aber in der Realität ist nur intereessant wieviel PS du tatsächlich auf den Boden bringst.

  14. Tripler

    Hier ist schon vieles richtiges geschrieben worden bisher. Es war gestern wirklich ein beschissenes Spiel. Wohl das schlechteste dieser CL-Saison von uns. Mir hat auch vieles nicht gefallen. Aber die CL für diese Saison abschreiben würde ich nicht. Ehrlich gesagt freue ich mich sogar ein bisschen über das Ergebnis an sich. Nicht über die Spielweise gestern, sondern nur, dass man endlich nochmal vor einer richtig schweren Herausforderung steht. Wie oft stand man in den letzten Jahren schon vor so einem Problem und musste alles in die Waagschale werfen? Bzw. wirklich befürchten, dass man nach einem Hinspiel raus ist? Das Spiel gegen Real letztes Jahr zähle ich nicht dazu, da man dort doch mit sehr viel Zuversicht rein gegangen ist. Ganz ehrlich, ich freue mich jetzt schon tierisch auf das Rückspiel, es kribbelt endlich mal wieder richtig. (Was auch daran liegen könnte das ich mir im Winter SKY zugelegt habe und es sonst schon sehr früh bereue :D)
    Man darf im Rückspiel natürlich nicht wieder so eine Leistung zeigen und muss dann von beginn an im Spiel sein. Ich bin auch immer wieder fasziniert darüber, wie die Leute ein Hinspiel mit dem Rückspiel direkt gleichsetzen. Es wird ein ganz anderes Spiel werden. Porto wird nicht wieder so auftreten wie sie es zuhause gemacht haben und auch die Bayern werden anders auftreten. Ich bin optimistisch gestimmt das der Pep das schon regeln wird.

    Auf gehts ihr Roten!!!

  15. förb

    ohne jetzt hier in BVB jammermodus verfallen zu wollen, aber für mich waren das auch zwei fehlentscheidungen beim 1:0. zuerst stürmerfoul an alonso, dann für meine begriffe KEIN foul von neuer. vielleicht täusche ich mich auch, aber so wie ich es gesehen habe war der erste kontakt von neuer der mit dem fuß am ball, er trennt den gegenspieler sauber vom jenem.

    das zweite und dritte gegentor sind individuelle fehler.

    so weit so gut. mit etwas glück bzw. ohne individuelle aussetzer hätte es also keines dieser tore gegeben, und trotzdem hat die mannschaft offensiv kaum was gerissen. und das ist doch das eigentliche problem. klar kann man sagen dass porto mit der führung im rücken nie auf risiko gehen musste, aber fakt ist doch, dass sie eben trotz führung zeitweise fast schon kopflos hoch gepresst haben; da waren durchaus räume, in die man hätte kontern können, aber kontern scheint seit 1,5 jahren nicht mehr trainiert worden zu sein…

    was mich vom anfang weg irritiert hat war götze auf links. gerade in letzter zeit hat doch götze ein paar gute leistungen gezeigt, und, oh wunder, eben immer wenn er zentral spielen durfte. aber auf dem flügel zusammen mit bernat, der praktisch 90min lang offensiv überfordert war, kam da überhaupt keine gefahr. noch schlimmer die rechte seite: lahm ist nicht fit, und mittlerweile sind zweifel berechtigt, ob er je wieder an seine topleistungen anknüpfen können wird. rafinhas rolle war sehr breit, und dafür fehlt ihm mmn speed und dynamik; also war die rechte seite auch offensiv völlig ineffizient, da ging gar nichts bis auf boatengs geile hereingabe.

    insgesamt war das mittelfeld ein absoluter friedhof. porto konnte hier schalten und walten und die bayern spieler haben sich einfach nur breit auseinandergezogen. aber wenn dann die frische und die letzte präzision fehlt um lange bälle anständig weiterzuverarbeiten oder den bei einer so aggressiv wie porto pressenden mannschaft unausweichlichen zweikampf auch MAL ZU GEWINNEN, dann verpufft die breite spielanlage völlig.

    alonso hat schlecht gespielt. und das hat nichts mit bashing zu tun. ist einfach so. die abstände zu seinen nebenleuten sind zum haare raufen, dazu fehlpässe (ok die hatte gestern praktisch jeder) en masse, stockfehler und noch nicht mal gefährliche standards, die ja oft (zu recht) als pluspunkt bei ihm genannt wurden. das schlimme daran: es war doch nichts neues. das war das spiel, das alonso seit einem halben jahr zeigt. warum nicht mal mit rode auf der 6 beginnen?

    dante. sein fehler war schon schlimm genug, aber ein top spieler steckt so ein ding eben auch einfach mal weg und spielt dann vernünftig weiter, oder ist vllt sogar besonders motiviert, seinen fehler irgendwie wieder gut zu machen. dante aber hat danach total in blackout modus geschaltet und war nicht mehr fähig, auch nur einen anständigen pass zu spielen. porto musste ihn nur böse angucken, schon spielte dante einen angstpass zu boateng, alonso oder neuer. was dann aber noch unverständlicher ist: warum wird er ständig von seinen nebenleuten angespielt und gezwungen, das spiel zu eröffnen??

    mmn wäre die richtige maßnahme nach dem 2:0 gewesen, dante vom feld zu nehmen und gegen rode zu ersetzen, und alonso in die abwehr zu ziehen. aber so war es, als hätten wir einen mann weniger auf dem platz. eigentlich zwei mann weniger, weil alonso ja auch grundsätzlich einem IV auf den füßen steht. dass das mittelfeld leergefegt ist überrascht angesichts dessen auch nicht im geringsten.

    im endeffekt also liegt das problem in der defensive. wenn hier die individuellen leistungen und die taktischen abläufe und staffelungen derart schlecht funktionieren überträgt sich das in die ganze mannschaft und macht eine gefährliche offensive unmöglich. das mittelfeld kann nicht dominiert werden, es gibt keine gefährlichen spielzüge in die spitze, die offensiven verhungern vorne.

    1. Robert

      Ich hätte nicht Dante vom Feld genommen, sondern Alonso. Wie unsicher der in der Rückrunde geworden ist, ist wirklich erstaunlich. Er kippt ja eh schon auf Libero Position, damit er Platz und Zeit zur Ballannahme bekommt. Und dass er sich dort dann immer noch so unter Druck setzen lässt, kann ich nicht nachvollziehen.

      Ich kann doch keinen 6er aufstellen, der nicht in der Lage ist, im Mittelfeld den Ball zu verarbeiten, sondern sich immer in die Kette fallen lassen muss. Und dann keine Anspielstationen hat, weil er der einzige 6er war.

      Gerade wenn man mit einem intensiven Pressing rechnet, wundert es mich, dass Alonso immer noch gesetzt ist. Gegen Leverkusen hat man gesehen, dass er hier große Schwierigkeiten hat. Eine Doppelsechs aus Lahm und Thiago hätte das mit Sicherheit besser lösen können. Ich denke, dass auch Rode im Mittelfeld besser getan hätte.

      Sorry für das Bashing gegen Alonso, aber für mich trägt er einfach zu wenig zum Spiel bei. Seine langen Bälle sind Weltklasse, Stellungsspiel gut, alles andere Durchschnitt. Die Passquoten sind natürlich auch gut, aber geprägt von sehr vielen Sicherheitspässen und einfachen Querpässen.

  16. Tobi

    Du bist Realist? Du bist der Berufspessimist.

    Kann mich nur an negative Kommentare von dir erinnern. Wenn ich Effenberg lese weiß ich jetzt wird wieder ALLES in Frage gestellt werden. Eine Verletztenliste oder Pech gibt es bei dir nicht …. es wird sofort der Neuaufbau gefordert werden. Wenn es der HSV wäre könnte ich das verstehen aber so …. fällt mir das schwer.

    1. kurt

      Man muss ihm da auch einfach Absicht unterstellen. Es ist völlig haltlos was er da konstruiert. Weder ist man aus der CL ausgeschieden, noch braucht man sich vor dem BVB irgendwelche Sorgen machen.

      Wenn überhaupt wird das ein 50/50-Spiel wie immer gegen Dortmund. Allerdings kommt man mit Mauern diese Saison gegen den BVB recht einfach durch.

      Bei dem letzten Absatz stimme ich bedingt zu, da der Kader, wie man jetzt sieht, doch recht dünn ist, aber man wird ja nun zukünftig mit neuer med. Abteilung sehen, wie sich das entwickelt.

      Abzusehen war die Seuche vor der Saison so aber nicht. Wenn alle fit wären, gäbe es überhaupt kein Problem. Alonso war noch der Messias der Hinrunde und ist jetzt der Buhmann, kein Wunder, wenn man keine Erholungspausen hat.

      Frankfurt hat außerdem schon schön aufgezeigt, wohin die Reise gehen könnte. Das Team steht, jetzt muss man nur punktuell Verstärkung/Ersatz anschaffen.

      Den Kader umkrempeln mit Panikkäufen muss man mit Sicherheit nicht.

  17. Marco05

    Meine Meinung dazu: Mit dem dünnen Kader haben wir seit 11 Tagen ein Kampfspiel nach dem anderen, drei davon auswärts. Vlt. war FRA auch zu einfach aber Fakt ist, die 11 Jungs sind einfach durch und daher kommen die individuellen Fehler.

    Dazu kommen krasse (!) Fehlentscheidungen in der zweiten Minute, die den Gegner nochmal wachsen und das Publikum ausflippen lassen. Da kann man als Mannschaft schonmal zusammenfallen. Was nicht passiert ist. Nach dem 2:0 kamen wir besser rein. Leider trübt der nächste Bock dann die Steigerung und das günstigere Resultat.

    Fürs Rückspiel: Da hilft nur ein Wunder, wo immer es herkommen soll. Personell wird sich nicht viel verbessern und die Spielanlage wird mit dem Kader auch nicht viel anders.

    Vielleicht würde ein ungerechtfertigter Elfer in der zweiten Minute helfen…
    Ansonsten gehe ich eher vom Ausscheiden aus, was auch nicht verwunderlich ist, wenn die bessere Hälfte der Mannschaft in der heißen Phase fehlt.

  18. blub

    Ihr macht in der Analyse einen entscheidenden Fehler: Das war keine Mannorientierung von Portos Seite.
    Die folgenden Schlussfolgerungen sind dementsprechend falsch.

  19. Johannes

    Für mich sah es gestern so aus als sollte es einfach nicht sein, es gibt so Tage im Fussball oder auch im richtigen Leben, wo man irgendwie kein Bein auf die Erde bekommt und sich wünscht man wäre morgens im Bett geblieben.Oder in dem Fall gestern das der Schiri schnell wieder abpfeift.In den Interviews klang ja auch durch dass sie mit einer knappen Niederlage zufrieden gewesen wären.

    Ohne Porto jetzt irgendwas absprechen zu wollen aber ich glaube wir hätten gestern auch gegen jeden Drittligisten schlecht ausgesehen.Das ist zwar schwer zu akzeptieren weil wir uns alle tierisch auf diese Highlights CL freuen aber fehler passieren nun mal.Da jetzt zu tief in die Analyse zu gehen bringt meiner Meinung nach nichts denn Form schlägt Klasse.

    Wir brauchen sicher ein bisschen Glück und einen guten Schiedrichter(der gestern war total überfordert), aber wenn wir nächsten Dienstag einen guten Tag erwischen ist alles möglich.

  20. Mika

    Müller-Wohlfahrt schmeißt hin! Die Begründung macht mich stutzig: “Nach dem Champions League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht”

    http://www.sueddeutsche.de/sport/nach-niederlage-in-porto-mueller-wohlfahrt-schmeisst-als-fc-bayern-arzt-hin-1.2439435

  21. Usedomspotter

    Man muss Porto nicht schlecht reden. Die Mannschaft hat eine sehr starke Physis und einen noch stärkeren Willen. Ohne das aggressive Pressing wären Alonso und Dante nicht zu ihren spielentscheidenden Fehlern gezwungen worden.

    Alonso hat in der ersten Saisonhälfte gegen Gegner gut ausgesehen, die sich sehr weit zurückgezogen haben. Er braucht Platz und Zeit, um seine Art Spiel zu machen. Hat er die nicht, produziert er regelmäßig haarsträubende Ballverluste, da er über keinerlei Pressingresistenz verfügt. Und Dante ist halt Dante, für so ein Spiel ist er immer mal wieder gut und besonders resistent gegen Pressing war er noch nie.

    Die Niederlage hatte auch nichts mit schlechtem Tag oder so zu tun. Da war einfach ein guter und willensstarker Gegner, der uns sein Spiel aufgezwungen hat und wir hatten leider nichts entgegenzusetzen. Das hat sicher mit den vielen Verletzten zu tun, das hat aber auch sicher etwas mit den Eigenarten von Herrn Guardiola zu tun, der möglicherweise nur ein ganz normaler Trainer ist und nicht die Lichtgestalt, zu der ihn viele hochstilisieren.

  22. Marko Kubo

    Echt schade, dass am Ende kein Sieg für die Bayern steht. War trotzdem kein verlorener Abend, denn ich habe endlich mal den Superfan live kennen gelernt. Echt sympathisch.
    https://www.youtube.com/watch?v=UDE4SZR-bCU

  23. […] dem FC Porto aus der letzten Saison sollte dem Rekordmeister eine Lehre sein. Damals ließ man sich in einer schwierigen Anfangsphase in Porto überrennen und lag schnell zurück. Es kann von Vorteil sein, dass die Bayern gegen Benfica zuerst ein […]

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