Die FCB U19 zwischen Bundesliga und Youth League

Im dritten Teil unseres Überblicks über die Jugendarbeit des FC Bayern nehmen wir die U19 unter die Lupe.

Als im Sommer 2013 die Youth League von der UEFA eingeführt wurde, war eine große Spannung zu spüren. Wie würde sich unsere A-Jugend im Wettbewerb mit gleichaltrigen Teams anderer europäischer Vereine schlagen? Natürlich gab es auch vorher schon Vergleiche, immer wieder nehmen unsere Jugendteams an internationalen Turnieren Teil. Aber ein Wettbewerb unter Pflichtspielbedingungen ist dann doch immer noch etwas anderes.

Ernüchternde internationale Ergebnisse

Die Bilanz nach den ersten zwei Spielzeiten ist verheerend. Beide Male schied unser Team bereits in der Gruppenphase aus. Die Gegner dort sind dieselben wie bei den Profis, d.h. in der Regel spielt unsere A-Jugend einige Stunden vor den Profis gegen denselben Gegner. Im ersten Jahr scheiterten wir am Weiterkommen erst im letzten Gruppenspiel mit einem 0:0 zu Hause gegen Manchester City. Das Hinspiel in Manchester verlor man mit 0:6, gegen Moskau gab es eine Heimniederlage und einen Auswärtssieg, gegen Viktoria Pilsen zwei Siege.

In die zweite Saison starteten die Verantwortlichen deutlich optimistischer, nicht zuletzt wegen des starken Saisonstarts zu diesem Zeitpunkt. Und in der Tat lieferte unsere junge Mannschaft ein fantastisches Spiel ab. Es dürfte wohl sehr selten vorkommen, dass eine das Spiel dominierende Mannschaft mit 1:4 verliert wie in diesem Fall. Die Engländer, oder besser gesagt, die Junioreneuropaauswahl einer englischen Mannschaft, verwerteten ihre wenigen Chancen eiskalt. Es folgte dann ein 1:3 in Moskau und ein 0:1 in Rom, womit drei Siege in drei Spielen für ein Weiterkommen nötig gewesen wären. Ein 3:2 Heimerfolg gegen Rom war schon ein guter Anfang, aber die zweite 0:6-Niederlage binnen eines Jahres in Manchester machte das zweite Vorrundenaus perfekt.

Im Schlussspurt ging die Puste aus

Vielversprechender war damals der Start in die U19 Bundesliga, in die unsere Elf mit drei Siegen startete. Bemerkenswert war vor allem die unglaubliche offensive Qualität, die sich in 18 Toren in den ersten 5 Spielen niederschlug. Doch den ersten Rückschlag setzte es ausgerechnet im Derby. 0:1 verlor eine um Längen überlegene Bayernelf durch einen Fehler unseres Torwarts, während sein Gegenüber das Spiel seines Lebens machte. Größtenteils spielte die Mannschaft jedoch eine recht gute Saison und stand vier Spieltage vor Saisonende auf dem zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft gereicht hätte.

Dann versagten unser Mannschaft jedoch die Nerven: Alle vier ausstehenden Spiele wurden verloren, zuerst gegen die direkten Konkurrenten Freiburg und Karlsruhe, gegen den späteren Absteiger Augsburg sowie den späteren Vizemeister Hoffenheim. Dabei setzten die Verantwortlichen alles auf eine Karte. Um die Chancen bei der A-Jugend zu erhöhen, wurden kein für die A-Jugend spielberechtigter Spieler frühzeitig zu den Amateuren hochgezogen. Doch auch das konstante Mitwirken von Sinan Kurt sowie der immer wieder eingesetzte Gaudino brachten am Ende nicht die erhoffte Endrundenteilnahme. Diese wurde vor allem in der Defensive verspielt. 45 Gegentore in 26 Spielen waren trotz 65 geschossener Tore einfach zu viel. Absteiger Augsburg kassierte beispielsweise ein Tor weniger als unsere A-Jugend.

Aktuelle Situation

Zu Beginn der Analyse der aktuellen Saison will ich noch kurz voranstellen, worauf meine Einschätzungen beruhen. Ich habe die Heimspiele der U19 gegen Mainz, Freiburg und Zagreb verfolgt sowie das Auswärtsspiel beim blauen Lokalrivalen.

Die Saison der U19 startete holprig. Einem 0:0 gegen Nürnberg folgte ein recht glücklicher 1:0 Sieg in Fürth, der durch ein Sonntagstor zustande kam. Michael Strein erzielte fast von der Seitenlinie den goldenen Treffer. Im dritten Spiel überzeugte die Mannschaft beim 5:1-Heimsieg gegen Mainz, allerdings gab es eine Woche später die Ernüchterung. Im Derby beim blauen Lokalrivalen verlor man sang- und klanglos mit 0:1. Auch wenn die Blauen bis heute alle Spiele gewonnen haben und unsere Mannschaft das bisher beste Ergebnis gegen den Tabellenführer erreichte, war das Auftreten in diesem Spiel sowohl vom kämpferischen als auch vom spielerischen Aspekt her eine absolute Enttäuschung. Weiter ging es mit einem 1:1 Unentschieden gegen Freiburg, bei dem ein möglicher Dreier leichtfertig verschenkt wurde sowie ein durchaus respektables 1:2 in Hoffenheim, das durch einen individuellen Fehler zustande kam. Die letzten beiden Partien gewann unsere A-Jugend dann deutlich mit 4:1 gegen Ingolstadt sowie 5:1 in Saarbrücken.

In der Youth League wurde die Tradition gepflegt. Zum dritten mal hintereinander gab es zwei Niederlagen zum Auftakt. In Piräus beim 0:1 verlor unser Team ein durch und durch ausgeglichenes Spiel durch einen unnötig verursachten Elfmeter, während man bei der 1:2-Niederlage gegen Dinamo Zagreb nahezu chancenlos war. Somit steht die U19 vor dem dritten Gruppenspiel bei Arsenal schon wieder gehörig unter Druck. Wenn man das dritte Vorrundenaus noch vermeiden will, muss eine Niederlage vermieden werden.

Der Trainer

Nach Heiko Vogels Beförderung zum Trainer der Amateure sowie zum sportlichen Leiter waren die Posten der Trainer von U19 und U17 vakant. Schlussendlich entschied man sich mit Holger Seitz für einen Kandidaten, der bereits in der Vergangenheit beim FC Bayern war. In den Jahren 1996 bis 2000 schnürte er die Schuhe für die Bayern Amateure und kam auf 97 Einsätze und drei Tore. Anschließend spielte der gebürtige Niederbayer noch für Darmstadt sowie den SC Fürstenfeldbruck, bevor er seine Karriere beendete. In Fürstenfeldbruck war er dann auch als Trainer tätig, ehe er zum bayrischen Fußballverband wechselte. Dort war er zuletzt jahrelang für die Trainerausbildung sowie das Jugendförderprogramm zuständig. Außerdem agierte er als Assistenztrainer der U17-Nationalmannschaft. Sein wohl größter Erfolg war die Teilnahme an der U17-WM in Mexiko im Jahr 2011, als die Mannschaft um Emre Can und Mitchell Weiser Dritter wurde. Bei meinen Spielbesuchen habe ich Holger Seitz als einen Trainer kennengelernt, der zahlreiche taktische Anweisen gibt, dies aber immer auf eine sehr ruhige Art und Weise tut. Damit steht er ein wenig im Kontrast zu U17-Trainer Tim Walter, dazu aber demnächst mehr.

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Als Co-Trainer von Holger Seitz fungiert mit Dirk Teschke ein sehr interessanter Mann. Als Trainer von Rosenheim traf er vor rund 2 Jahren in der Regionalliga Bayern auch auf die Bayern Amateure. Dabei entstand nach einem 3:2 Auswärtssieg der Rosenheimer gegen die Amateure ein sehr interessanter Dialog Teschkes mit unserem damaligen Co-Trainer Sören Osterland – ganz aktuell Co-Trainer von Stefan Effenberg in Paderborn geworden -, den ich ganz wertfrei einfach mal unkommentiert lassen möchte:

Die Taktik

Wie bereits im ersten Teil unserer Serie erwähnt, spielen alle Jugendteams ein ähnliches Spielsystem, die sich dann eher in Details je nach Spielermaterial und Gegner unterscheiden. So spielt auch die U19 grundsätzlich mit einer Viererkette, drei zentralen Mittelfeldspielern, zwei offensiven Flügelstürmern und einem Mittelstürmer. Tendenziell ist bei der U19 das zentrale Mittelfeld etwas defensiver ausgerichtet, da es an kreativen, zentralen Offensivspielern mangelt.

Der Kader

Die Torhüter

Im vergangenen Jahr war dies eine große Baustelle. Weder David Hundertmark noch Leon Fischhaber konnten wirklich überzeugen. Im Sommer entschied man sich für eine Trennung von Fischhaber, der zum FC Ingolstadt wechselte, während Hundertmark in einen Zweikampf mit dem von der U17 aufgerückten Enrico Caruso geschickt wurde. Diesen scheint Hundertmark gewonnen zu haben, wobei Caruso derzeit verletzt ist und bisher erst einmal in dieser Saison im Kader stand. Erfreulicherweise hat sich Hundertmark bisher im Vergleich zur letzten Saison deutlich steigern können. Während er in der letzten Saison noch zahlreiche Aussetzer hatte, zeigt er in dieser Saison bisher eine konstant gute Form.

Die Verteidigung

Als halb München auf Arturo Vidal wartete, gelangte ein junger Mann recht überraschend ins Rampenlicht. Die Rede ist vom Thomas Isherwood, dem schwedischen Neuzugang der U19, der an diesem Tag zufällig am Münchner Flughafen landete und von ein Mitarbeiter des FC Bayern abgeholt wurde. Nach ein paar Stunden und großer Rätselraterei auf Twitter und in diversen Foren um den Namen dieses unbekannten jungen Mannes wurde der Transfer des schwedischen Juniorennationalspielers enthüllt. Nachdem er anfangs noch verletzt fehlte, entwickelte sich Isherwood zuletzt zum Stammspieler und machte einen recht guten Eindruck, muss sich aber sein überflüssiges Foul ankreiden lassen, das zum Elfmeter und damit zur Niederlage in Piräus führte.

Neben ihm ist der ehemalige deutsche Juniorennationalspieler Nicola della Schiava eine feste Größe und liefert bisher konstant gute Leistungen ab. Vor Isherwoods Genesung war der Bosnier Nikola Gavric della Schiavas Partner und überzeugte ebenfalls. Vor dem Hintergrund, dass mit Alexander Gschwend ein weiterer deutscher Juniorennationalspieler derzeit verletzt fehlt, kann man konstatieren, dass diese Position hervorragend besetzt ist. Dies schlägt sich auch in der durchaus zufriedenstellenden Zahl von 10 Gegentoren in 10 Spielen nieder. Und auch in einer weiteren Statistik: Der Spitzenreiter der U19-Bundesliga erzielte gegen uns nur einen Treffer, gegen alle anderen bisherigen Gegner jedoch mindestens deren drei.

Auf der linken Abwehrseite ist der österreichische Auswahlspieler Marco Friedl gesetzt. Ein recht offensivstarker Linksverteidiger, der bereits mit 2 Toren und einer Vorlage glänzen konnte. Auf jeden Fall einer der herausragenden Spieler der U19. Auf der rechten Abwehrseite streiten sich Maximilian Dick und Resul Türkkalesi um den Stammplatz, wobei letzterer auch schon auf dem offensiven rechten Flügel agiert hat. Überzeugt hat mich auf dieser Position keiner. Schade vor dem Hintergrund, dass die Rechtsverteidigerposition tendenziell die Position sein könnte, in der ein Nachwuchsspieler aufgrund der alternden Lahm und Rafinha die besten Chancen haben könnte, den Sprung zu schaffen.

Das zentrale Mittelfeld

Als im Sommer ein Niklas Tarnat bei der FCB U19 auftauchte, war die Verwunderung recht groß, da keinerlei Informationen über die Karriere von Michael Tarnats Sohn im Internet auffindbar waren. Recht schnell stellte sich aber heraus, dass Niklas Tarnat bisher als Niklas Lohmann auflief, also mit dem Mädchennamen seiner Mutter. Erst im Sommer entschied man sich nun, dass Tarnats Sohn künftig mit seinem berühmten richtigen Nachnamen aufläuft. Er spielt auf der zentralen, defensiven Mittelfeldposition als 6er. Seine körperlichen Defizite gleicht er durch gutes Stellungsspiel aus. In der Bundesliga ist Tarnat klar gesetzt, in der Champions League verzichtete Seitz hingegen bisher noch auf ihn. Gut möglich, dass der Grund dafür eben genau diese körperlichen Defizite sind, da in der Youth League meinem Eindruck nach deutlich körperbetonter gespielt wird als in der recht technisch geprägten deutschen Juniorenbundesliga.

Fraglich ist, ob Tarnat auch dann Stammspieler gewesen wäre, wenn sich nicht Bernard Mwarome in der Vorbereitung erneut einen Kreuzbandriss zugezogen. Der defensive Mittelfeldspieler galt einst als eines der größten Talente unserer Jugendabteilung, zog sich allerdings zu Jahresbeginn 2014 seinen ersten Kreuzbandriss zu und hat seitdem kein Pflichtspiel mehr bestritten. Mal ganz abgesehen davon, dass es fraglich ist, ob sein Körper nach zwei Kreuzbandrissen noch dem leistungsorientierten Sport standhält, werden ihm dann etwa zwei Jahre in seiner Entwicklung fehlen. Eine Lücke, die normalerweise nicht kompensierbar ist, da sie bei Mwarome in einer für die fußballerische Entwicklung so unglaublich wichtige Zeitspanne fällt.

Mit Tarnat in der Zentrale gesetzt waren lange Zeit zum einen Kapitän Micheli, der zuletzt wegen einer Wadenverletzung fehlte, sowie Meritan Shabani, der eigentlich noch für die U17 spielberechtigt ist und auch mittlerweile zum ersten Mal für die Juniorennationalelf Deutschlands nominiert ist. Shabani konnte bereits durchaus bei der U19 überzeugen, zahlte aber speziell im Derby Lehrgeld. Beim Spielstand von 0:0 lief er alleine auf den Löwenkeeper zu und war eigentlich schon an diesem vorbei, hätte also den Ball nur noch ins leere Tor schieben müssen. Er entschied sich dann jedoch, beim Keeper einzufädeln und eine rote Karte samt Elfmeter zu provozieren. Der Schiedsrichter fiel auf diese durchsichtige Aktion jedoch nicht rein und der sichere Führungstreffer war dahin. Zuletzt wurde Fabian Benko bei der U19 eingesetzt, was für Meritan Shabani nun die Rückkehr zur U17 bedeutete.

Akin Memetoglou und Bastian Grahovac fehlen der Mannschaft bisher die ganze Saison. Während Memetoglou an einer Schambeinentzündung leidet, zog sich Grahovac in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu. Darüber hinaus gibt es dann noch Felix Götze, der aber meist Ersatzspieler ist.

Die Flügelstürmer

Offensive, torgefährliche Flügelstürmer sind seit Franck Ribery und Arjen Robben ein charakteristisches Merkmal des FC Bayern. Logisch, dass man auch in den Nachwuchsteams auf solche Spieler setzt. Zu nennen wäre hier zum einen Michael Strein, früherer Juniorennationalspieler und in der B-Jugend eine absolute Tormaschine (19 Tore in 19 Spielen). Leider kann ich mangels gesehener Spiele nicht sagen, auf welcher Position er damals viele Tore geschossen hat. Zuletzt kam seine Karriere nach einer zwischenzeitlich längeren Verletzung im Frühjahr 2014 etwas ins Stocken. In der vergangenen Saison war er in der U19 lediglich Ergänzungsspieler. Derzeit scheint er sich allerdings wieder in der Startelf festzuspielen.

Auf der rechten Seite ist Yousef Emghames gesetzt, der insbesondere beim 5:1 gegen Mainz ein klasse Spiel machte. Er gehört noch dem jüngeren 98er Jahrgang an. Ausgerechnet im Derby fehlte er jedoch verletzt. Eher Spieler für die Kaderbreite sind Simon Schurr und Matthias Stingl, die mir in ihren Einsätzen kaum aufgefallen sind.

Nicht zu vergessen ist der derzeit verletzte Marco Stefandl. Meist als Linksaußen eingesetzt erzielte er in der vergangenen Saison der B-Jugend 19 Tore in 26 Spielen, war wurde auch teilweise als Mittelstürmer oder im Mittelfeld eingesetzt. Beim letzten Saisonspiel in Hoffenheim schoss er zuerst vier Tore (!) in den ersten 24 Minuten, ehe er noch vor der Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste. Die Diagnose lautete Schienbeinbruch, eine Verletzung die ihn bis heute außer Gefecht setzt. Sollte er wieder vollständig fit werden, kann er jedoch ein ganz interessanter Spieler werden.

Die Mittelstürmer

Freilich nicht ungewöhnlich, dass man den Profis im eigenen Verein nacheifert. Dominik Martinovic hat zuletzt versucht, es Robert Lewandowski gleichzumachen. Innerhalb von 15 Minuten schnürte er beim 5:1-Sieg in Saarbrücken einen Viererpack. Wer weiß, ob er den fünften nicht auch noch geschafft hätte, wäre er nicht direkt nach Treffer Nummer 4 ausgewechselt worden. Dominik Martinovic kam im Sommer 2013 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern und galt zu diesem Zeitpunkt als bester Stürmer seines Jahrgangs. Doch noch vor seinem ersten Einsatz zog er sich einen Syndesmosebandanriss zu, der in die ganze Hinrunde außer Gefecht setzte. In der Rückrunde folgte nach nur 6 Einsätzen dann eine Sprunggelenksverletzung, die für ihn das Saisonende bedeutete. Eine absolute Seuchensaison. Sicher auch deshalb kam er in vergangenen Saison, für ihn die zweite in München, nicht über den Status eines Einwechselspielers hinaus. Am Ende standen bescheidene 7 Tore in 27 Spielen in der Bilanz.

Unter Holger Seitz ist Dominik Martinovic in der aktuellen Saison gesetzt und nach anfänglichen Schwierigkeiten erzielte er in den letzten beiden Partien sieben Tore. Man darf gespannt sein, wie sich Martinovic weiterentwickelt und ob er an seine alte Stärke anknüpfen kann. Konkurrenz muss er jedenfalls erst einmal nicht fürchten, denn der kroatische Juniorennationalspieler Mario Crnicki dürfte nach einer Knie-OP länger ausfallen. Er erzielte in der vergangenen Saison in der U17 ebenfalls beachtliche 15 Tore in 19 Spielen, bevor er sich im Saisonschlussspurt verletzte.

Ausblick: Vieles ist möglich

7 Punkte beträgt der derzeit der Rückstand auf Tabellenplatz zwei, gar 10 Punkte auf den Spitzenreiter. Nach acht Spieltagen ist das natürlich schon eine Hausnummer. Auf der anderen Seite sind Juniorenmannschaften in diesem Alter sehr anfällig für Krisen, wie sie eben auch unsere U19 am Ende der letzten Saison ereilte. Deshalb muss man hier noch lange nicht aufgeben.

Aufbauend auf der stabilen Defensive gilt es für das Team von Holger Seitz, in der Offensive gefährlicher zu werden. In den letzten beiden Partien hat das ja schon ganz gut geklappt. Wenn Stefandl nach seiner Verletzungspause zu seiner Leistungsstärke zurückfindet und auch Fabian Benko in der U19 Akzente setzen kann, dann ist mit der A-Jugend durchaus noch ganz oben zu rechnen, auch wenn man natürlich jetzt ein wenig von der Konkurrenz abhängig ist, gegen die man jeweils bereits verloren hat. Dadurch kann man auch nicht so schnell selbst im direkten Duell ein Statement setzen, immerhin trifft man aber auf beide Spitzenteams in der Rückrunde zu Hause. In der Youth League wird schon ein mittleres Wunder nötig sein, um noch die Qualifikation zu schaffen. Mit Arsenal steht das wohl schwerste Team erst noch bevor.

Spannend wird aber dann vor allem die nächste Saison, wenn zwei ganz starke Jahrgänge in der U19 zusammenkommen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die vielen talentierten Spieler fit bleiben. Wenn das gegeben ist, dann sehe ich für uns exzellente Chancen, endlich mal wieder die A-Jugend-Meisterschaft nach München zu holen. Und aus der Mannschaft, da bin ich mir sicher, wird dann auch mal wieder ein Spieler dabei sein, der sich bei unseren Profis durchsetzen kann. Und wer weiß, was dann auch mal in der Youth League möglich ist.

Das war der dritte unserer vierteiligen Serie über das FCB Junior Team. Im letzten Teil erzähle ich euch, warum ich mich ein wenig in unsere U17 verliebt habe und warum ich optimistisch bin, dass wir endlich mal wieder eine Juniorenmeisterschaft nach München holen können.

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Leserkommentare
  1. Brian Laudrup

    Vielen Dank für den Einblicke! Ich versuche, die Ergbnisse der Jugendteams stets zu verfolgen, für derartige Details reicht es dann aber leider doch nicht.

    Eines kann man in jedem Fall konstatieren: die Anzahl von schweren Verletzungen ist ja absolut erschütternd! Ist das Pech oder sehen wir auch hier die Folgen einer einem Verein wie dem FCB nicht angemessenen medizinischen Versorgung?

    1. Napto

      Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass sich in diesen Nachwuchsbereich selektiert, wer für Leistungssport geeignet ist. Nicht jeder Körper verträgt eben diesen Leistungssport

  2. Tobias

    Die vielen Verletzungen und die Frage nach der medizinischen Abteilung waren ebenfalls meine ersten Gedanken.
    Ist das eine normale Anzahl Verletzung in einem Jugendteam oder bereits eine Frühform von Überbelastung? “Tiger” Gerland würde wahrscheinlich sagen “die haben heute Krankheiten, die gab es früher garnicht” aber die Vielzahl der Spielerausfälle ist schon enorm.

    Ist die Teilnahme an der Youth League eigentlich Pflicht? Der aktuelle Modus ist reichlich sinnfrei und stört mich seit einiger Zeit (CL Teilnehmer = Youth League Teilnehmer). Aus deutscher Sicht sollten zumindest die PlayOff Teilnehmer/Finalisten der Junioren Bundesliga teilnehmen…Schalke, Hoffenheim…quasi die es sich sportlich verdient haben. Schlußendlich sollen die Besten gegeneinander antreten. Das alljährliche Auftreten des international grad wenig konkurrenzfähigen Bayernnachwuchs finde ich wenig förderlich.

    1. Napto

      Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass sich in diesen Nachwuchsbereich selektiert, wer für Leistungssport geeignet ist. Nicht jeder Körper verträgt eben diesen Leistungssport

      Die Teilnahme an der Youth League ist Vorraussetzung, ja, ansonsten gibts keine Spiellizenz

  3. […] bei der U19 zeigte ich in meinem letzten Artikel auf, wie der Mannschaft am Ende die Puste ausging und eine mögliche Qualifikation für die […]

  4. Jens

    Weils mein erster Kommentar zu der Jugendserie ist: Erst einmal ein großes Lob an Napto! :)

    Eine kleine Anmerkung zu Strein und seinen B-Jugend-Toren: In der U17 hat er nahezu ausschließlich als zentraler Stürmer gespielt.

  5. […] wir bei Miasanrot hatten uns im Herbst 2015 in einer vierteiligen Serie mit der Situation in den Jugendmannschaften beschäftigt. Auch wenn die kommenden Jahrgänge mit einigen herausragenden Talenten durchaus […]

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