FC Bayern München - SC Freiburg, Allianz Arena 16.12.2014

FC Bayern München – SC Freiburg 2:0 (1:0)

Im Dienstagabendduell dominiert der FC Bayern einen harmlosen Gegner aus Freiburg 90 Minuten lang. Der 2:0-Endstand spiegelt mitnichten den Spielverlauf wieder und schmeichelt den Gästen erheblich. Die Bayern schließen eine überragende Hinrunde ohne Punktverlust im eigenen Stadion ab und feiern anlässlich dessen mit einer Lasershow in der Arena.

Die letzten elf Heimspiele gegen den SC Freiburg konnten die Bayern allesamt gewinnen. Mit bislang 39 Punkten bei einem Torverhältnis von 37:3 ging der Herbstmeister als klarer Favorit in sein letztes Heimspiel 2014 in der Allianz Arena. Zum Vergleich: Freiburg stand mit nur einem Punkt mehr da als der letztplatzierte VfB und klopft auf Rang 15 schon bedrohlich hörbar an der Abstiegstür. Mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von 15:21 war man vor der Partie in fast derselben Situation wie der BVB, nur dass die Freiburger ein Gegentor weniger kassiert hatten. Nur zweimal konnte der SC in den 15 Spielen der aktuellen Saison gewinnen, verlor allerdings auch nur fünf davon. Achtmal konnte man dem Gegner ein Unentschieden abtrotzen, so dass die Breisgauer insgesamt zehn Male ungeschlagen blieben. Wenn der SC traf, dann meist aus Standardsituationen heraus. Aus dem Spiel wurde Freiburg dagegen selten gefährlich. Der FCB war also gewarnt, hatte aber bei Abrufen der eigenen Klasse keine massiven Probleme zu befürchten.

Falls Ihr es verpasst habt

Während bei den Bayern lediglich die Langzeitverletzten fehlten — Xabi Alonso konnte trotz Erkältung eingesetzt werden, musste Freiburgs Trainer Christian Streich auf Vladimir Darida aufgrund einer Rippenprellung sowie auf Jonathan Schmid verzichten, der sich mit Problemen an der Patellasehne plagte. Dafür kamen Oliver Sorg, Pavel Krmas und Julian Schuster in die Mannschaft. Sorg musste jedoch bereits kurz nach Wiederanpfiff das Spielfeld räumen. Für ihn kam der etatmäßige Rechtsverteidiger Mensur Mujdža auf die gegenüberliegende Position.

In seinem 50. Spiel als Bundesligatrainer gönnte Pep Guardiola Jerome Boateng eine Verschnaufpause und rotierte Dante neben Medhi Benatia in die Innenverteidigung. In der 4-1-4-1-Formation liefen darüber hinaus Juan Bernat und Rafinha als Außenverteidiger und Xabi Alonso als alleiniger Sechser auf. Davor schickte Guardiola die offensiv wohl stärkst mögliche Mannschaft aufs Feld: die Flügelzange aus Franck Ribery und Arjen Robben, Götze und Müller als Achter und Lewandowski im Sturmzentrum. Doch schon nach 35 Minuten signalisierte Benatia Probleme in der Leiste und wechselte sich aus. Für Boateng gab es daher doch noch einen außerplanmäßigen Arbeitseinsatz. Zudem war Schuster kurz darauf Lewandowski in die Achillesferse gesprungen, so dass der Pole zur zweiten Halbzeit für Bastian Schweinsteiger ausgewechselt wurde. Auch der dritte Wechsel war nicht der Taktik geschuldet. Nach einer Stunde musste Alonso ebenfalls angeschlagen raus. Für ihn kam Xherdan Shaqiri.

Dortmund, Gladbach oder Augsburg hatten es gegen die Bayern mit intensivem Pressing versucht und viele Gegner, die das Ergebnis lange offen gestalten konnten, brachen in der Schlussphase konditionell ein und kassierten doch noch eine Klatsche wie zuletzt der FCA. Freiburg ging die Aufgabe gänzlich anders an. Streich formierte seine Mannen in einem 5-4-1 System, in dem teilweise drei Innenverteidiger in der letzten Linie aufliefen und lediglich Admir Mehmedi als einsame Spitze einen offensiven Part übernahm. So wollte Streich eine Hetzjagd über den gesamten Platz und die damit einhergehende Verausgabung vermeiden. Stattdessen formierte sich Freiburg maximal defensiv, hielt die Positionen diszipliniert und verschob wenig aggressiv zum Ball. Die wenigen Vorstöße bestanden meist aus Kontern, die seltenen geordneten Angriffe trug Freiburg im 4-4-2 vor.

Bayern versuchte, die Abwehrriegel mit direktem, vertikalen Passspiel und vielen Doppelpässen zu attackieren und so zu Raumgewinnen und Torchancen zu kommen. Keinesfalls wollte man um die Freiburger Formation herum spielen oder sie herauslocken — sondern geradewegs mittendurch. Auf diese Weise überzeugten die Roten mit vielen sehenswerten Kombinationen und einer Unzahl an Torabschlüssen. Am Ende standen 31 zu 2 Torschüsse zu Buche. Gerade zu Beginn der Partie griffen die Bayern konsequent an, ließen die Bemühungen zwischendurch etwas abflachen und zogen kurz vor der Halbzeitpause nochmal deutlich an. Ein langer Lupfpass von Alonso findet Riberys Kopf im Sechzehner, der legt quer auf Robben und der köpft zum hochverdienten 1:0 ein. Es war der 100. Pflichtspieltreffer des Holländers im Trikot des FC Bayern.

In der zweiten Halbzeit blieb Streichs Mannschaft seiner Formation treu. Bayern stellte nach dem Wechsel Schweinsteiger für Lewandowski etwas um. Müller ging in die Spitze, Schweinsteiger war neben Alonso der deutlich offensivere Sechser und stieß ein ums andere Mal bis zum Strafraum vor. Erst als Shaqiri für Alonso kam, verteilten sich die Rollen neu, Schweinsteiger reihte sich weiter hinten ein und streute ein paar feine Ballgewinne in sein Spiel.

Am Verlauf des Spiels änderte all das nichts. Bereits in der 48. Minute lupfte Bernat sich den Ball im Strafraum selbst zu und touchierte mit seinem Schuss die Latte. Müller verwertete den Abpraller bei Gefährdung seines Augenlichts mit dem Kopf: 2:0. In der Schlussviertelstunde nahm Bayern den Druck etwas vom Kessel, ohne aber aufzuhören, schönen Fußball zu zeigen.

3 Dinge, die auffielen

1. Robben in der Form seines Lebens

Achtmal setzte Robben einen Schuss Richtung Tor ab, viermal brachte er den Ball auf den Kasten und erzielte einen Treffer. Vier entscheidende Pässe brachte er zum Mitspieler bei einer Passquote von 84,4 % — eine herausragende Quote, wenn man bedenkt, dass Robben gefühlt an den meisten Risikopässen auf engstem Raum inklusive Doppelpässen beteiligt war und er die Mannschaft permanent antrieb. Er scheint vor Spielfreude seit Wochen schier zu platzen und war der entscheidende Mann auf dem Platz. Diese Leistung krönte er mit seinem Jubiläumstor.

2. Geballte Offensive

Man könnte fragen, was den Bayern anderes übrig bliebe, als permanent auf das Tor von Bürki anzustürmen, wenn sich der Gegner selbst großenteils aus der aktiven Spielgestaltung raushält. Dennoch sind 31 Torabschlüsse eine Ansage. Es ist allein Schlussmann Roman Bürki zu verdanken, dass Freiburg nicht sang- und klanglos ersoff in der Torschussschwemme der Roten. Nach Robben brachte Bernat die nächstmeisten Schüsse aufs Tor, nämlich drei von fünfen— leider im wahrsten Sinne des Wortes: zweimal traf er Aluminium. Aber auch Müller (6 Torschüsse/ 2 Schüsse aufs Tor/ 1 Tor), Ribery (3), Dante und Boateng per Kopf (jeweils 2/1), Shaqiri (2/0), Alonso mit seinem Distanzstrahl, Götze (jeweils 1/1) und Lewandowski (1) schlossen die Angriffe mit aussichtsreichen Schüssen ab. In der Defensive ließ man dagegen erneut nichts anbrennen und übertraf den Stuttgarter Rekord von lediglich vier Gegentoren nach 16 Spielen, denn Manuel Neuer musste sich erst dreimal in der laufenden Saison geschlagen geben.

3. Ribery ohne Angst vor der Mitte des Spielfelds

In letzter Zeit war viel über das Positionsspiel Guardiolas zu lesen, das das formative System fast hinfällig macht und durch dynamisches Besetzen der entscheidenden Räume ersetzt. In „Herr Guardiola“ gab der Bayern-Coach zudem den Einblick, dass er einen Weltklassemann, wie es Ribery ist, als Kreidespieler an der Außenlinie etwas verschenkt sieht. Doch die ersten Versuche, ihn als falschen Neuner einzubinden, schlugen fehl. Mittlerweile sieht man Robben, aber insbesondere auch Ribery häufig die Weiten des gesamten Spielfelds nutzen. Inzwischen scheint sich Ribery mit dem permanenten Rochieren nicht nur angefreundet zu haben, sondern sich damit komplett wohlzufühlen. Mit dieser Variabilität ist er für den Gegner noch gefährlicher und für den FC Bayern noch wertvoller.

Funfact: Freiburg hielt sich nicht nur offensiv, sondern auch defensiv weitgehend aus der Partie heraus. Bei all der Adventsstimmung wurden im ganzen Duell nur acht Fouls registriert. Eines davon war erneut ein unnötiges Einsteigen von Benatia, der sich wieder eine Karte abholte und in dieser Hinsicht klar an seiner Entscheidungsfindung zu arbeiten hat. Bislang war der Mindestwert an Fouls seit Beginn der Erfassung zwölf gewesen. Wir sahen also die fairste (dokumentierte) Bundesligapartie aller Zeiten.

FC Bayern – SC Freiburg 2:0 (1:0)
FC BayernNeuer – Bernat, Dante, Benatia (39. Boateng), Rafinha – Alonso (60. Shaqiri) – Ribery, Götze, Müller, Robben – Lewandowski (46. Schweinsteiger)
BankReina, Gaudino, Højbjerg, Rode
SC FreiburgBürki – Sorg (47. Mujdza), Kempf, Krmas (72. Jullien), Torrejón, Riether – Günter, Höfler, Schuster, Klaus (51. Kerk), Mehmedi (75. name)
Tore1:0 Robben (41.), 2:0 Müller (48.)
KartenGelb: name (61.)
SchiedsrichterDr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Zuschauer71.000 (ausverkauft)

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Leserkommentare
  1. Johannes

    Ohne Scheiss hab mir schon mitte erste hälfte noch so gedacht, dass wir momentan echt wenig Fouls ziehen, wahrscheinlich um den Druck hochzuhalten.Lewa hat bei dem Foul von Schuster wahnsinnig Glück gehabt ein Reus hätte sich da bestimmt nen achtfachen Bänderiss zugezogen.
    Mann des Spiels war für mich Bernat unglaublich mit was für einer Selbstverständlichkeit der seine Leistung bringt, hätte gut und gerne 2 Tore machen können defensiv sowieso immer solide.

  2. DS

    Laut Twitter wird hat sich Benatia eine Leistenverletzung geholt und wird am Freitag fehlen. Hört sich aber nicht an als ob es was längerfristiges wäre. Zu Alonso und Lewandowski habe ich noch nichts gefunden.

    Kommt es eigentlich noch jemanden so vor, dass sich vor allem die kleinen Mannschaften in dieser Saison bereits vor dem Spiel gegen Bayern geschlagen geben und kaum Initiative zeigen? Letzte Saison machten viele Gegner auf mich einen übermotivierten Eindruck und spielten ein hohes Pressing, mit dem Bayern immer wieder seine Probleme hatte. Diese Saison gibt es dieses Pressing fast nur noch bei den Vereinen auf den CL Plätzen und Dortmund, der Rest stellt hinten zu. Freiburg ist zwar ein Extrembeispiel, aber kein Ausnahmefall.
    Es scheint fast so als ob einige Mannschaften von vorn herein auf Schadensbegrenzung gehen würden, um im besten Fall ein 0:0 über die Zeit zu bringen und andernfalls mit möglichst wenig Toren zu verlieren. Offensivinitiative gibt es kaum. Natürlich funktionieren Absicherungen und Gegenpressing besser denn je, so dass ein Großteil der potentiellen gegnerischen Angriffe bereits im Keim erstickt werden können, aber es wird den Bayern teilweise schon sehr leicht gemacht.
    Wie seht ihr das?

    1. Christopher

      Kommt es eigentlich noch jemanden so vor, dass sich vor allem die kleinen Mannschaften in dieser Saison bereits vor dem Spiel gegen Bayern geschlagen geben und kaum Initiative zeigen? Letzte Saison machten viele Gegner auf mich einen übermotivierten Eindruck und spielten ein hohes Pressing, mit dem Bayern immer wieder seine Probleme hatte. Diese Saison gibt es dieses Pressing fast nur noch bei den Vereinen auf den CL Plätzen und Dortmund, der Rest stellt hinten zu. Freiburg ist zwar ein Extrembeispiel, aber kein Ausnahmefall.

      Ich glaube die Mannschaft hat die taktische Grundausrichtung – das Zonenspiel von Pep Guardiola viel besser verstanden als letzte Saison. Zudem versteht Pep wohl selbst die Bundesliga besser und kann die Mannschaft besser auf die Gegner vorbereiten. Somit eine natürliche Weiterentwicklung. Ich teile mit dir weitestgehend den Eindruck, dass mehr Gegner als im Vorjahr die Spiele gegen uns abschenken. Bremen blieb sogar ohne Torschuss. Freiburg kam mit viel Wohlwollen auf zwei Abschlüsse. Diese Entwicklung betrachte ich etwas mit Sorge.

      1. Erich_B

        “Entwicklung” ist im Fussball immer so ne Sache.

        Wenn’s läuft, dann läufts…

        Wenn nicht läuft, siehe BVB.

        Abgesehen von der wohl sichtbaren technischen, konzeptionellen Weiterentwicklung unter Pep ist für mich Fussball zu 60%/70% Kopfsache – oder wie Lahm es ausgedrückt hat “Es geht darum den Faktor Glück im Fussball soweit wie möglich zu reduzieren”.

        Damit will ich nur sagen das auch in dieser Saison grundsätzlich andere Entwicklungen möglich sind…
        Was passiert denn wenn WOB im ersten Saisonspiel den Ausgleich macht zum 2:2 ?
        Wenn Boateng im Spiel gegen ManCity nicht in der letzten Minute das 1:0 macht ?
        Wenn Gladbach eine der Chancen nutzt in der 2 HZ ?

        Wie schnell es gehen kann haben wir letzte Saison gesehen – Nach dem Hoffenheimspiel lief nichts mehr…

      2. DasDing

        Ich würde auch sagen, dass die Passivität der Gegner mit der besseren Internalisierung des Guardiola-Fußballs durch die Spieler zu tun hat. Erstens wird es den Gegnern durch das mittlerweile extreme Gegenpressing generell erschwert, überhaupt hinten rauszukommen. Zweitens haben viele Mannschaften im letzten Jahr wohl (nicht ganz zu Unrecht) noch darauf gehofft, dem FCB durch eine aggressive Spielweise eher Probleme bereiten zu können. Jetzt haben sie natürlich mitgekriegt, dass die Bayernmannschaft merklich stabiler geworden ist, und dazu kommt meiner Ansicht nach auch die Schockwirkung durch das 7:1 in Rom.
        Hier hat es eine durchaus starke Mannschaft mit der aggressiven Variante versucht und wurde dafür bitter bestraft – die Lektion für andere Teams war klar: Auf das Hyperflexible Bayernmittelfeld um Lahm und Alaba bekommt man mit Pressing sowieso keinen Zugriff, also lassen wir’s. Nun sind diese beiden verletzt, aber trotzdem konnte Augsburg die Bayern durch Pressing (wie von Jolle im Beitrag bereits ausgeführt) nur eine Halbzeit vom Tor fernhalten, ohne selbst Gefahr zu entwickeln, und ging im letzten Drittel dann auch aufgrund physischer Erschöpfung unter. Darum stellt sich hohes Pressing für die meisten Bayerngegner wohl nicht gerade als beste Option dar.

        @ Erich: Die mentale Verfassung spielt sicherlich auch eine Rolle, aber ich würde sie in ihrer Bedeutung nicht über Faktoren wie die Reife und Stabilität des taktischen Grundkonzeptes, die Spielintelligenz und die technischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler, die Eingespieltheit der Mannschaft oder die Fähigkeit des Trainers, auf verschiedene Spielsituationen zu reagieren stellen. 60-70% sind jedenfalls klar zu hoch gegriffen, sonst könnten ja auch 11 total von sich überzeugte Landesligaspieler noch irgendwie in der 1.Liga mithalten. Natürlich kann sich eine schlechte mentale Verfassung negativ auf die anderen Faktoren auswirken (siehe Ende der letzten Saison), aber genauso kann eine Mannschaft sich auch durch die genannten Faktoren Sicherheit und damit eine gute mentale Verfassung erspielen – ein 2:2 im ersten Spiel gegen wolfsburg hätte darum wohl auch nicht unbedingt negative Auswirkungen auf den Rest der Saison gehabt.
        Es ist wohl auch kein Zufall, dass gleich zwei der von Dir genannten Beispiele (Wolfsburg und City) aus der noch instabilen Anfangsphase der Saison stammen. Ist das Konzept erst einmal eingespielt und sind alle Spieler mit ihren Aufgaben vertraut, kommt man automatisch viel seltener in solche “Zufallssituationen”.

    2. Freiburg war gestern Abend wohl das Paradebeispiel für maximale Schadensbegrenzung. Was mir persönlich – zumindest im Stadion – diese Saison positiv auffällt ist aber auch, dass das harte Einsteigen gegen uns weniger wird. Vermutlich im starken Zusammenhang mit dem “eher abschenken”. Anfang des Jahres und letztes Jahr gab es gefühlt wesentlich mehr “Klopperei” in der Allianz Arena. Trotzdem wieder drei Verletzte gestern – fairstes Spiel hin oder her.

      1. Erich_B

        Bzgl. “abschenken” finde ich den Bericht auf SV interessant:
        http://spielverlagerung.de/2014/12/17/lupfer-und-zirkulation-gegen-mauern-und-fuenferkette/

        “Eine fast schon skurrilere Statistik ist aber die Anzahl der Fouls. In dieser Partie gab es nur acht Fouls – das dürfte so eine Art Rekord sein. Was verrückt ist, immerhin spielte Freiburg gegen die Bayern; und die sonst so extrem intensive Streich-Elf hatte so wenig Zugriff, dass sie nur auf drei Fouls war. Die erste eindeutige Taktikpsychologiestatistik?”

  3. Jo

    Was für ein Witz! Das fairste Spiel aller Zeiten und dann vier angeschlagene Spieler.

    Ich würde das nicht so sehen, dass die Gegner die Spiele abschenken. Jeder Trainer versucht halt aus den zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste zu machen.
    Das wird in der Analyse hier ja sehr schön beschrieben warum Streich einen anderen Ansatz gewählt hat als viele seiner Kollegen. Aus seiner Sicht durchaus vernünftig und nachvollziehbar. Er wird sich heute wohl denken: Alles richtig gemacht.

    Das der FCB mittlerweile eigentlich alle taktischen Konzepte, die gegen ihn gerichtet sind erfolgreich zerspielen kann (zumindest mal auf BL-Niveau) betrachte ich nicht mit Sorge, sondern mit großem Vergnügen.
    Es werden auch wieder andere Zeiten kommen. Deshalb: Carpe diem!

  4. Erich_B

    Hallo zusammen,

    was mich grundsätzlich stört aktuell ist das ich vor dem TV sitze und mir denke “hoffentlich verletzt sich keiner”.
    Gerade aktuell aufgrund des Dienstag – Freitag Rythmus wird für mich deutlich in was für einem kommerziellen Bereich der Fussball angekommen ist: ein vernünftiger, seriöser Leistungssport ist doch gar nicht mehr möglich.

    Natürlich ist das jetzt Pech das sich 4 Spieler verletzen, aber es passt wunderbar in das Gesamtbild.

    Jeder der sich ein bisschen mit Leistungssport auskennt weiß was es für ein Unterschied ist Freitag oder Samstag anzutreten… aber aufgrund Einschaltquoten wird das Spiel auf Freitag gelegt.

    Ich hoffe das zumindest Boateng fit wird, damit wir eine vernünftige Innenverteidigung aufstellen können.
    Alonso fällt laut tz-online aus, dafür können hoffentlich Schweinsteiger/Rode auflaufen.

    1. bsg

      haha seriöser Leistungssport nicht möglich. Genau das ist doch Leistungssport. Profisport. Also Sport, der nur stattfindet, wenn ihn jemand als lohnend erachtet und ihn deswegen bezahlt. TV-Gelder und Markenverbreitung sind doch Grundlagen von Leistungssport, besonders im Fußball. Oder hab ich was verpasst?
      Und wieder nicht falsch verstehen, das zielt nicht darauf ab,zu sagen “mensch is doch alles dufte, jammert nicht!”, sondern um an einem weiteren Beispiel (hier Profi-Fußball) anzuzeigen, was Markt(-wirtschaft) im allgemeinen für eine krasse Sache ist.

      over & out

      1. Erich_B

        Natürlich kann man behaupten das Ausgangspunkt für den Kreislauf die Spielergehälter sind und Schlussendlich die Spieler selbst der Ausgangspunkt sind.

        Aber die letzte Aussage von dir ist doch genau der Punkt: Wo liegt die Balance zwischen Leistungssport / Spitzensport und der Umsatzmaximierung der Vereine um die Gehälter finanzieren zu können.

        Die aktuelle Tendenz führt doch nur dazu das jede Top-Mannschaft sich einen Spielerkader aufbaut von 40 Spielern, tendenziell sind davon 5-10 verletzt und für jeden Wettbewerb gibt es quasi eine Mannschaft.

        Weiterhin wird der “Profizyklus” eines Fussballers immer weiter reduziert, die spielen zukünftig noch zwischen 20 und 30 und danach ist Karriereende.

        @Oliver: von ein “paar Stunden” mehr lässt sich hier nicht reden, das sind 18 Std. Wer Leistungssport kennt weiß was das für ein Unterschied ist, da gehts teilweise um Stunden.

        Ähnlich zu vergleichen damit das die “Belastungshöhe” aber der 60 Min. sehr stark steigt (darum wird auch oft gerne nach 60 Min gewechselt um Spieler zu “schonen”).

        Ein Schweinsteiger / Lahm spielen seit 10 Jahren permanent den Rythmus Bundesliga/CL und alle 2 Jahre EM/WM.

        Vergleich doch das mit Spielern von früher… Effenberg hatte mit Sicherheit so eine Belastung max. über 4 Jahre. Jeremies hatte nie 10 Jahre so einen Rythmus gespielt. Ich könnte noch einige aufzählen.

        Die Anforderungen an die jungen Spieler werden immer höher (auch das Spiel an sich wird intensiver, schneller), wer denkt das die Verletzungen von “falscher Behandlung” kommen oder einfach nur Pech sind liegt da völlig falsch.

      2. Oliver

        Ein paar Std mehr bezog sich auf das Verhältnis von di-fr zu mi-sa. Bayern hat mehr pause bis zu ihrem Freitagspiel als die Mannschaften die heute und dann wieder ganz normal am Samstag spielen !

      3. bsg

        auf gar keinen Fall will ich sagen, dass die Spielergehälter für irgendetwas der Grund sind. Das ist ein ursächlich falsche Erklärung (nicht offending gemeint). Das tut ja fast so als ob der Spieler irgendetwas bestellt. Aber der richtet doch nicht den Wettbewerb 1. der Vereine und 2. der Sponsoren als werbende Unternehmen und 3. aller anderen anhängigen ein. Im Gegenteil, der Spieler ist der, der es am körperlichsten merkt, was Wettbewerb, der nicht nur um Erfolg, sondern um Existenz (denn das ist marktwirtschaftliche Konkurrenz) geht, anrichtet. Klar, das wird maximiert und konkurriert um vorne dabei zu sein. Die Spieler müssen das mit ihrem Körper machen. Einige wenige werden darüber reich, der Rest… naja, denen gehts vielleicht noch schlimmer als dem Durchschnittsbuckler, der auch bescheiden dran ist btw.

        So und jetzt steht mensch da und darf sich erstmal überlegen, naja woher kommt denn dann diese Prozesse? Also dieser Drive zur Konkurrenz. Nur so als Tipp, schlechte Manieren wohl kaum, denn wie ich schon sagte, ist Konkurrenz immer auch existenziell gemeint.

        puhf

      4. Ibiza

        “Weiterhin wird der “Profizyklus” eines Fussballers immer weiter reduziert, die spielen zukünftig noch zwischen 20 und 30 und danach ist Karriereende.”

        oft gehört, bisher allerdings eher im Zusammenhang mit immer früheren Profieinstiegen der “Megatalente” die dann dementsprechend auch früher ausgelaugt, verbraucht oder sonstwas sein sollen.

        Beiden Argumentation kann ich wenig abgewinnen. Weder die höhere Belastung durch mehr Saisonpflichtspiele noch der frühere Einstieg ins Profigeschäft scheint bisher wirklcih gravierende Auswirkungen zu haben auf die Leistungsfähigkeit im höheren Fußballalter über 30.

        Leute wie Robben oder Ibrahmimovic (die schon ihre ganze Karriere auf dem heutigen Belastungniveau gespielt haben) scheinen mit dem Alter eher noch besser zu werden und ein erstmal als “Alteisen” verunglimpfter Alonso spielt auf wie ein junger Herrgott.

        Ebenso ein Ronaldo, der bereits mit 18 in der Premier league quasi durchgespielt hat und in 2 Monaten auch schon die 30 erreicht hat – nach dem Fabeltorrekord in der CL (trotz Verletzungsproblemen am Ende) ist er heuer auf dem besten Wege einen ebensolchen für die spanische Liga aufzustellen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen dass da der frühe Einstieg bei ihm jetzt auch schon zu einem verfrühten Abstieg führen würde und die hohe Spielbelastung scheint ihm auch nicht zu schaden..

    2. DasDing

      Es wird wirklich Zeit dass die Winterpause anfängt, die Mannschaft ist mittlerweile arg üsberspielt. Das Eine Spiel gegen Mainz wird man trotz aller Verletzten dann wohl irgenwie überleben müssen, wäre sehr schade wenn die bisher perfekte Bilanz der Mannschaft jetzt durch höhere Gewalt einen Kratzer bekommen würde.

  5. Oliver

    Tut mir leid aber dem kann ich gar nicht folgen.

    Es gibt schon Ewigkeiten diese Anzahl der Spiele, es ist keine neue, weitere Belastung (neuer Wettbewerb) hinzugekommen und gerade die großen Vereine die besonders betroffen sind haben gigantische Kader das abzufedern.

    Gerade das ist ja der Grund dafür das die Großen so weit weg sind von den Anderen, weil die Nr. 16 und 17 bei Bayern oder Real noch besser sind als die Topspieler der anderen Vereine. Diese Vereine können die Belastung ihrer Spieler sehr gut steuern was auch der Unterschied ist zu den Bayern von 1974. Und da Bayern schon am Dienstag gespielt hat ist der Freitag nun wirklich nicht das Megaproblem hier.

    Das ist gleichzusetzen mit den Mannschaften die heute (am Mittwoch) spielen und dann wieder am Samstag (wobei die Bayern noch ein paar Std. mehr Pause haben da das Freitag Spiel erst Abends ist und die Samstag’s Spiele bereits um 15:30) ran müssen.

    Hierdurch lässt sich auch die Stabilität der Mannschaft erklären und die Grundlage für die zukünftige Langeweile in der Liga. Der Abstand ist einfach zu gross geworden und es geht doch eigentlich nur noch in Richtung einer Europaliga. Es ist doch traurig das man x-mal z.b. gegen Freiburg oder Mainz spielt aber man sich nicht an ein Spiel in den letzten 4 Jahren gegen Barca erinnern kann wo beide Mannschaften mit ihren Topspielern angetreten sind.

    Es ist zu einfach alles nur auf die Kommerzialisierung zu schieben. Viel eher sollte man sich mal Gedanken darüber machen wie lange es wirklich dauert bis Spitzenspieler nach langen Verletzungen wieder voll einsatzfähig sind. Die unzähligen Folgeverletzungen bei Thiago, Badstuber oder Reus müssen ja irgendwo herkommen und so viel Pech wie man hier unterstellt gibt es gar nicht.

    1. Oliver

      ups, der Kommentar sollte eigentlich sich unter den von ERICH_B

    2. bsg

      :-) genau! “und vielleicht ist die Message nach draußen, wird denn woanders auch jeden Tag so akribisch trainiert?”

  6. Johannes

    “Kommt es eigentlich noch jemanden so vor, dass sich vor allem die kleinen Mannschaften in dieser Saison bereits vor dem Spiel gegen Bayern geschlagen geben und kaum Initiative zeigen? Letzte Saison machten viele Gegner auf mich einen übermotivierten Eindruck und spielten ein hohes Pressing, mit dem Bayern immer wieder seine Probleme hatte.”

    @DS

    Ne, denke ist nicht so letzte Saison hat Bayern auch fast jedes Spiel gewonnen.
    Bayern hatte auch kein Problem mit Mannschaften die ein gutes Pressing gespielt haben, es waren eher Teams die sich hinten eingeigelt haben um dann schnell zu Kontern (Real, United)

    Für mich ist das auch nach wie vor so das es vermeintlich die beste “Taktik” ist um Bayern gefährlich zu werden.Diese Saison gibt es zwar die beispiele BvB, B04 und FCA die uns 60min gut in Schach halten denen dann aber hintenraus der Punch fehlt um was zählbares mitzunehmen.
    Das sieht natürlich viel besser aus ist aber auch nicht für jeden Gegner eine Option sehe es deshalb auch nicht als abschenken an, wenn sich ein Gegner nur aufs verteidigen beschränkt.

  7. Axel

    Ich vermisse diesmal unter “3 Dinge, die auffielen” etwas über die Leistung von Mario Götze. Er ist auch in dieser Partie wieder zeitweise so lustlos über das Feld gegangen (nicht gelaufen), dass ich mich frage, warum ihm kein Mitspieler mal in den HIntern tritt. Wenn man sich anschaut, was hier sonst völlig zurecht zum Diskussionsthema gemacht wird, ist es erstaunlich, dass diese konstant enttäuschende Leistung eines großen Hoffnungsträgers und extrem teuren Spielers nicht stärker betrachtet wird. Ich will mich nicht auf ihn einschießen und vielleicht täusche ich mich, aber Shaqiri hat hier z.B. schon für wesentlich engagiertere Leistungen wesentlich mehr Kritik abbekommen.

    1. DasDing

      Ich denke, dass man Götze (ebenso wie Müller, der auch schon einige ziemlich unauffällige Partien hatte) das lange Jahr einfach anmerkt. Falls die Formkurve nach der Winterpause nicht wieder nach oben geht kann man anfangen Kritik zu üben, aber momentan sollte man mMn noch gnädig sein.

    2. Servus Axel, wir hatten das Thema bereits im Spielbericht zur Partie gegen Leverkusen unter dem Punkt “WM Müdigkeit” aufgegriffen. Du hast sicher recht, dass Götze und Müller derzeit ihrer Form etwas hinterherlaufen, was aber angesichts des langen Jahres und der vielen Spiele in meinen Augen sehr normal ist: http://www.miasanrot.de/fc-bayern-muenchen-bayer-04-leverkusen-41-00/

      Bei Shaqiri ist die Sache für mich etwas anders: Er bekam Chancen, nutzte sie eher mangelhaft und tönt während Nationalelf-Pausen in der Schweizer Presse.

    3. Oliver

      Shaqiri und Götze sind 2 völlig unterschiedliche Spielertypen. Shaqiri kommt über seinen Einsatz und seine Energie, Götze eher über seine Technik und seine Pässe.

      Der Unterschied ist leider das Shaqiri selten wirklich wirkungsvoll war und seine Chancen einfach nicht genutzt hat und dann zu übermotiviert ist. Götze wirkt oftmals zwischendurch lethargisch und taucht ab und zu ab aber ist eben in wichtigen Situationen da und wirkungsvoll.

      Wenn Du also den engagierteren Spieler sucht wirst du ihn immer in Shaqiri finden aber das ist leider nicht erfolgsentscheidend.

      Interessant finde ich eher das Abfallen der Leistungen von Götze/Müller ab dem Moment als Ribery wieder zurück kam und Rib/Rob das Spiel wieder dominierten. Kann mich noch gut an die Diskussionen hier erinnern ob für Ribery überhaupt noch ein Stammplatz da ist oder er nur noch als Jocker kommen soll/wird und Götze das Feld überlässt

    4. Hi Axel, wahrscheinlich ist es genau das, was du anprangerst, nämlich dass er nicht weiter auffiel. Daher fand ich ihn bei den 3 Punkten nicht weiter erwähnenswert. Hätte er ein sehr schlechtes Spiel gemacht, hätte man das natürlich aufgreifen können. Sicherlich eine Frage der Erwartungshaltung an ihn (“Hoffnungsträger”, “extrem teuer”). Aber aus meiner Sicht hat er ein gutes Spiel gemacht, nicht mit den auffälligsten Aktionen (kein Vergleich zu Robben und Bernat), aber er war immer anspielbar – hat das Spiel im Zehnerraum am Laufen gehalten, vor Bürki aufgetaucht mit der Riesenchance. Alles in allem eine gute Leistung. In der Mannschaft kann nicht jeder immer optimal herausstechen. Der Urlaub wird ihm gut tun und dann wird er auch wieder zaubern…

    5. Erich_B

      Die Frage ist doch immer was für eine Rolle Götze hat, was der Trainer erwartet, auf dieser Basis kann man urteilen.

      Seine besten Auftritte bislang hatte Götze als Ribery Ersatz, wenn er im linken Halbraum spielt.

      Seine letzten Auftritte nach meinen Verständnis waren die eines “hohen 6er”, also 8ter wo er einfach eine andere Rolle hat und wie Jolle es beschreibt eher “Verbindungsspieler” ist.

      Im linken Halbraum kann natürlich auffälliger Spielen was Dribblings, Torchancen, Sprints etc angeht.

  8. […] FC Bayern München – SC Freiburg 2:0 (1:0) […]

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