FC Bayern Nachwuchs: Status quo im März 2017

Nach und nach starteten zuletzt auch die Nachwuchsmannschaften des FC Bayern ins Pflichtspieljahr 2017. Wir geben euch einen Überblick über die Ergebnisse und Entwicklungen der einzelnen Mannschaften!

Bei den Amateuren ist die Luft raus

Es ist schon fast Tradition: Zum dritten Mal in Folge haben die Bayern Amateure ihr erstes Spiel nach der Winterpause verloren. Wie bereits 2015 in Augsburg und 2016 gegen Bayreuth ging auch das erste Saisonspiel 2017 gegen den FC Ingolstadt mit 0:1 verloren. Nach dem anschließenden 1:1-Unentschieden gegen die SpVgg Bayreuth verlor Heiko Vogels Mannschaft auch das dritte Heimspiel innerhalb von 9 Tagen gegen die Löwen mit 0:2.

Gerade das verlorene Derby war sinnbildlich für das Dilemma, in dem die Mannschaft derzeit steckt. Der Zug nach oben zu den weit enteilten Hachingern ist längst abgefahren. Neben dem Abschied des Trainers Heiko Vogel zum Saisonende sind sich auch bereits zahlreiche Spieler über ihren Wechsel im Sommer bewusst. Die drei Routiniers, die die Mannschaft führen sollten, kämpften in der Vorbereitung mit mehreren Erkrankungen und kleineren Blessuren und sind völlig außer Form.

Und die Spieler, die bereits ab und an bei den Profis dabei waren, kämpfen mit dem typischen Problem, sich bereits zu gut für die Regionalliga zu fühlen, obwohl ihre Leistungen dort eine andere Sprache sprechen. Und genau deswegen spielt die Mannschaft auch wie sie spielt. Nämlich ohne Leidenschaft, ohne Biss. Und dann reicht es eben auch in der Regionalliga nicht zu Punkten. Ein Amateurespieler erzählte diesbezüglich bereits in der Hinrunde, dass er erschrocken sei, mit welcher Gleichgültigkeit einige Teamkollegen in Spiele gehen würden, während er von seinem vorherigen Verein gewohnt sei, jedes Spiel mit der Einstellung eines Endspiels zu bestreiten.

Das böse Erwachen kommt für die Spieler dann meist in der Sommerpause, wenn sie plötzlich ohne Verein dastehen oder aber der Name des neuen Vereins nicht ganz so klanghaft und nicht ganz so hochklassig ist wie erwartet. Die Hoffnung bleibt, dass die Spieler erkennen, dass sie nicht nur den FC Bayern mit ihrer Leistung blamieren, sondern auch ihrer eigenen Karriere nachhaltig schaden. Nach dem Abschied von Heiko Vogel wird nun die Trainerposition der Amateure im Sommer neu besetzt. Und tatsächlich ist die Tendenz, dass eine interne Lösung angestrebt wird. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Heiko Vogel wird den FC Bayern am Ende der Saison verlassen.
(Foto: Johannes Simon / Bongarts / Getty Images)

U19 festigt Tabellenführung

Bereits im Saisonendspurt befindet sich unsere A-Jugend. Das Team von Holger Seitz ist fünf Spieltage vor Schluss Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern. Dass es nicht deren sechs sind, ist einer 1:2-Niederlage am vergangenen Wochenende beim 1. FC Nürnberg geschuldet. Vor allem das Zustandekommen dieser Niederlage dürfte Holger Seitz ärgern, hat sich das doch sonst so defensivsichere Team in der Nachspielzeit klassisch auskontern lassen.

Kurz zuvor konnte Christian Früchtl bereits einen Elfmeter der Franken parieren. Der 17-jährige Torhüter, der bereits einen Profivertrag hat, war in der Rückrunde eigentlich bereits für die Amateure eingeplant. Überraschend stellte sich aber heraus, dass es in der Regionalliga Bayern eine von der Bundesliga und UEFA abweichende Regelung bezüglich des Einsatzes von Nachwuchsspielern gibt. So dürfte Christian Früchtl nun seit seinem Geburtstag am 28. Januar zwar Champions League spielen, aber eben nicht Regionalliga Bayern.

Dort dürfen nur Spieler zum Einsatz kommen, deren Jahrgang bereits zur U19 gehört. Früchtl ist jedoch im Jahr 2000 geboren, dem derzeitigen U17-Jahrgang. Daher wird Früchtl nun in der U19 eingesetzt. Der zweite Neuzugang, Theo Rieg vom VfR Aalen, war vor allem eine Verpflichtung im Hinblick auf die nächste Saison, er wird im Saisonendspurt wohl kaum eine Rolle spielen.

Die große Stärke des Teams liegen zweifellos in der Defensive, das verdeutlichen die nur vier kassierten Tore in den sechs Spielen im Jahr 2017. “Defense wins championships” heißt es oft, ein Motto, auf das Trainer Holger Seitz vertraut. Er investierte sehr viel Trainingsarbeit in die defensive Grundordnung, die sich auch immer mehr auszahlt und natürlich im Kampf um Titel am Ende entscheidend sein kann.

Die Offensive bleibt hingegen auch weiterhin das Manko. Zwar konnte das Team in der gleichen Zeit auch zwölf Tore in sechs Spielen erzielen, sieben davon waren jedoch Treffer, die direkt nach Standardsituationen fielen. Viel zu selten kann sich das die Mannschaft Torchancen erspielen. Leider werden in der U19-Bundesliga nicht die nötigen Statistiken erhoben, um das mit Zahlen zu untermauern.

In der dieses Jahr so ausgeglichenen Staffel, in der kein Team wirklich hervorsticht, hat die U19 des FC Bayern nun gute Chancen, sich zum ersten Mal seit 2013 wieder für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Sollte dies gelingen, trifft unsere A-Jugend im Halbfinale auf den Zweitplatzierten der Staffel West, ein eventuelles Finale würde auswärts stattfinden. Das Restprogramm wirkt machbar, mit dem FC Augsburg wartet nur noch ein Gegner der Top 5.

Die zwei Gesichter der U17

Als “Wintermeister” beendete unsere B-Jugend das Kalenderjahr 2016 und startete mit einem furiosen 3:0-Sieg bei der heimstarken Frankfurter Eintracht ins neue Jahr, bevor vermeintlich leichtere Pflichtaufgaben warteten. Die erste davon stand gegen den 1. FC Kaiserslautern an und ging vollkommen schief. Ähnlich wie bereits phasenweise in der Hinrunde zu sehen, hat die Mannschaft große Probleme damit, nach Rückschlägen zurück zur ihrem Konzept und ins Spiel zu finden.

Gegen die Pfälzer hatte die Mannschaft das hohe Angriffspressing der Gäste bereits überstanden und die 1:0-Führung erzielt, als man durch einen abgefälschten Freistoß aus dem Nichts den Ausgleich kassierte. In der Folge verlor die Mannschaft nahezu jeden Zweikampf und wirkte vollkommen verunsichert. Zwar brachte eine Einzelaktion von Ontuzans nochmal kurz vor Ende den Ausgleichstreffer zum 2:2, aber Lautern traf noch einmal kurz vor Ende zum 2:3.

Die beiden folgenden Spiele bei den Löwen (Tabellenvorletzter, 2:0) und Kickers Offenbach (Tabellenletzter, 4:1) gewann die Mannschaft zwar souverän, allerdings zeigten beide harmlosen Gegner auch, warum sie zurecht ganz am Ende der Tabelle stehen. Dafür haben es die noch ausstehenden Spiele in sich. Mit den Partien in Karlsruhe, Stuttgart und Mainz stehen noch drei Auswärtsspiele bei absoluten Spitzenteams auf dem Programm, zu Hause warten der FC Augsburg (Platz 6), der SV Sandhausen (Platz 12) und die SpVgg Unterhaching (Platz 10).

In den schweren Saisonendspurt geht unsere U17 dabei mit vier Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten aus Karlsruhe, bereits am 1. April kommt es dort zum direkten Duell am Wildparkstadion. Ein Duell, das zwar eine Vorentscheidung zu unseren Gunsten bringen kann, aber natürlich auch in die andere Richtung ausgehen könnte.

Ausführlich in den Medien thematisiert wurden im Winter die Abgänge von Sasa Kovacevic (TSG Hoffenheim) und dem in der Öffentlichkeit recht bekannten Toni Trograncic zu Ajax Amsterdam. Beide Spieler kamen in der Hinrunde jedoch über den Status von Ergänzungsspielern nicht hinaus, deshalb hat der FC Bayern dem Wechselwunsch beider Spieler entsprochen.

Keineswegs handelt es sich dabei um den Verlust von großen Talenten, sondern um einen vollkommen normalen Vorgang im Jugendbereich. Mit Josip Stanisic vom SC Fürstenfeldbruch stieß ein neuer Innenverteidiger zum Team, der es ermöglichen sollte, Juniorennationalspieler Alex Nitzl fest als Rechtsverteidiger spielen zu lassen. Stanisic verletzte sich jedoch in der Vorbereitung schwer und wird – wenn überhaupt – erst im Mai wieder eingreifen können.

Aus der U16 rückte zudem Yannick Brugger wieder fest zur U17 hoch. Weitere U16-Spieler wie Flavius Daniliuc oder Benedict Hollerbach könnten situativ zur U17 stoßen, bleiben jedoch grundsätzlich bei der U16.

Torreicher Start der U16 in die Rückrunde

Apropo U16: Der Jahrgang 2001 ist beim FC Bayern der vielleicht am ausgeglichensten besetzte Jahrgang seit sehr vielen Jahren. Die Hinrunde der U17-Bayernliga schloss unsere U16 als bestes bayrisches U16-Team auf Tabellenplatz vier ab. Vor unserer B2-Jugend stehen nur die U17 Teams vom 1. FC Nürnberg, Greuther Fürth und dem FC Ingolstadt. Letztere konnte die Mannschaft von Danny Schwarz mittlerweile wieder überholen.

Mit 12:0 feierte die U16 einen deutlichen Auftaktsieg gegen den Tabellenletzten Viktoria Aschaffenburg, anschließend triumphierte das Team mit 7:0 beim Vorletzten in Deggendorf. Zwar sind beide Gegner die schlechtesten Mannschaften der Liga, für beide war es allerdings auch mit Abstand die höchste Saisonniederlage.

Es wird sehr spannend zu sehen, wie sich das Team nun in den anstehenden Spielen u.a. gegen Ingolstadt und Fürth schlägt. Platz zwei hinter der bisher makellosen Nürnberger U17 (13 Spiele, 13 Siege) ist durchaus drin, wenn die Mannschaft von Danny Schwarz in der Rückrunde konstanter auftritt. Eine bessere Tabellenplatzierung verhinderten in der Vorrunde ärgerliche Punktverluste gegen Deggendorf (1:1) sowie in Regensburg (1:1) und Erlangen-Bruck (1:2).

Personell hat sich bei der U16 recht viel getan: Mit Tidiane M’Baye gab man einen Spieler ab, der abgesehen von seiner Verletzungsanfälligkeit keine Fortschritte in Sachen Technik und Spielverständnis verzeichnete. Yannick Brugger rückte zur U17 auf und Torhüter Niklas Theile wechselte zurück ins DFI Bad Aibling. Den umgekehrten Weg ging Marin Topic, er füllt die vakante dritte Torhüterposition.

Justin Butler, der die gesamte Hinrunde wegen einer Muskelverletzung verpasste, ist wieder einsatzbereit. Noch nicht ganz so weit ist Jalen Hawkins, der sich nach seinem Kreuzbandriss im Sommer aber zuletzt wieder im Teamtraining befand. Aus der U15 rücken zudem ab sofort Malik Tillman (Bruder von Timothy Tillman) und Moritz Mosandl fest zur U16 auf. Gerade offensiv ist die U16 damit nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite extrem gut besetzt.

U15 verliert Schlüsselspieler

Eine Hiobsbotschaft ereilte die U15 des FC Bayern bereits bei einem Hallenturnier: Stammtorhüter Lukas Brandl brach sich das Bein und musste operiert werden. Mit Manuel Kainz bleibt der C-Jugend somit nur noch ein Torhüter für die restliche Saison, zumal auch der U14-Stammtorhüter derzeit verletzt ausfällt. Die U15 war ein wenig das Sorgenkind zur Winterpause, zeigte sich doch in den Spielen gegen Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart (jeweils 0:3), dass der FC Bayern im Jahrgang 2002 nicht zur süddeutschen Spitze zählt. Etwas überraschend kam daher der furiose Rückrundenstart mi einem 7:0 in Ingolstadt und einem 4:1 gegen Darmstadt.

Trainer Peter Wenninger veränderte die Mannschaft ein wenig. Malik Tillman rückte von der 10 auf die 9, Moritz Mosandl von der 8 auf die 10. Aus der U14 wurden Roman Reinelt als Rechtsverteidiger und der in seinem Jahrgang vollkommen unterforderte Flügelspieler Lasse Günther hochgezogen. Das scheint der Mannschaft zu den so lange vermissten offensiven Impulsen verholfen zu haben, auch wenn das dritte Rückrundenspiel bei den Stuttgarter Kickers – dem offiziellen Spielbericht nach etwas unglücklich – mit 1:3 verloren wurde. Wie sich die Mannschaft jedoch im restlichen Saisonverlauf schlagen wird, ist extrem schwer einzuschätzen, da mit Malik Tillman und Moritz Mosandl die beiden besten Spieler ab sofort bei der U16 zum Einsatz kommen. Hier verfolgt der FC Bayern das klare Prinzip “Individuelle Förderung vor Mannschaftserfolg”, denn am Ende geht es darum, die Spieler weiterzuentwickeln.

Kommentar zur aktuellen Diskussion in der Medienlandschaft

Im Zuge der Schlagzeilen um die Neubesetzung der Nachwuchsleitung mit Jochen Sauer und Hermann Gerland war oftmals in den Medien zu lesen, dass die Nachwuchsarbeit des FC Bayern so schlecht sei und die beiden diese neu aufstellen müssten. Leider zeigte sich wie so oft gerade bei den Artikeln der Boulevardzeitungen, dass Artikel dort in wenigen Minuten zusammengetextet werden, ohne jede Recherche zu betreiben.

Hermann Gerland soll gemeinsam mit Jochen Sauer die Nachwuchsleitung übernehmen.
(Foto: Sascha Steinbach / Bongarts / Getty Images)

Der Erfolg von Konzepten und Maßnahmen in der Nachwuchsarbeit ist nicht kurzfristig innerhalb von ein oder zwei Jahren zu sehen, sondern vielmehr eher nach fünf oder sechs Jahren. Die Rechnung ist einfach, die jüngsten Spieler des FC Bayern sind acht Jahre alt. Der Kern einer Jugendmannschaft entwickelt sich dann hauptsächlich bis zur U15, bis zu diesem können Spieler nicht vertraglich gebunden werden. Bis der erste Jahrgang, der über mehrere Jahre mit dem neuen Scoutingkonzept zusammengestellt wurde und mit den Neuerungen in der Trainingslehre durchgehend groß wurde, also an der Schwelle zum Herrenfußball ankommt, vergeht einige Zeit.

Dass sich die Änderungen, die Wolfgang Dremmler, Michael Tarnat und Jürgen Jung bereits vor vielen Jahren angestoßen haben, mittlerweile durchaus in positive Resultate umschlagen, zeigen die Tabellenpositionen von U19 und U17. Die Aufgabe von Hermann Gerland und Jochen Sauer wird es also nicht sein, die Nachwuchsabteilung komplett umzukrempeln oder einen Neustart auszurufen.

Vielmehr gilt es, auf der guten Arbeit ihrer Vorgänger aufzubauen und für den Übergangsbereich Konzepte zu entwerfen, wie wir aus unseren mittlerweile wieder zahlreichen großen Talenten im Nachwuchs diejenigen an unsere Profis heranführen können, die die nächste Generation des FC Bayern prägen sollen. Und wenn uns dann in 10 Jahren Talente aus dem eigenen Nachwuchs ähnlich begeistern werden wie heute David Alaba oder Thomas Müller, dann werden die Medien das vielleicht einzig Hermann Gerland zuschreiben. Es wäre aber das Resultat der großartigen Arbeit einer ganzen Abteilung über sehr viele Jahre.

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Leserkommentare
  1. Tschemp

    Wie immer vielen Dank für die einzigartigen Einblicke in die Jugendteams. Wo gibt es sowas sonst, außer bei Miasanrot? Daumen hoch dafür.

    Heute machten die News die Runde, dass Walter/Schweinsteiger die Amateure übernehmen und Hoeneß die neue U19 bekommt. Was ist davon zu halten?

    Und kann man schon absehen, wie wir die ganzen auslaufenden Verträge behandeln? Und wen wir das neue NLZ mitnehmen?

    Laut Transfermarkt laufen sehr viele der relevanten Nachwuchsverträge im Sommer aus, unter anderem Götze, Stingl, Fein, Tarnat, Shabani, Hadzic, Lungwitz, Zylla, Karatas, Evina..

    1. Jo

      “Wie immer vielen Dank für die einzigartigen Einblicke in die Jugendteams. Wo gibt es sowas sonst, außer bei Miasanrot? Daumen hoch dafür.”
      Kann man nur unterstreichen und gilt im übrigen natürlich auch für die Berichterstattung über unsere Damen.

  2. wipf1953

    Bei den auslaufenden Verträgen ist es jedenfalls nicht so, dass Bayern nur mal “schnippen” muss und schon stehen die Spieler Schlange. Die Spieler, ihre Eltern und natürlich ihre Berater wissen ganz genau, wie gering die Chance ist, als U23er mal ein Spiel in der Ersten zu machen.

    Was man so hört ist, dass Bayern bei den jungen Spielern finanziell sagenhafte Angebote macht. Um so mehr muss es einem zu denken geben, wenn dann Spieler doch wo anders hingehen.

    Übrigens: Zum Thema Boulevard, und den hingerotzten Artikeln ohne jedes research. Komplett erfolglos war die Bayernjugend die letzten Jahre ja dann auch nicht. Zählt man Hojbjerg als echten Bayernnachwuchsspieler (er kam als 17jähriger von Bröndby), ist das ebenso ein Profi wie z.B. Julian Green.

    Was mich mal interessieren würde: Bayern will ja dominant spielen, und das schon in der Jugend. Wenn man andererseits bedenkt, wie viele gute Clubs es gibt, die alle auch nicht in Ansätzen “dominant” spielen, ist dann das Bayern-Nachwuchskonzept wirklich der Weisheit letzter Schluss? Der letztes Jahr verstorbene Johan Cruyff war bekanntlich ein strikter Gegner des “ein Spielsystem von der U5 bis zur Profimannschaft”. Und ich denke auch, es wäre besser, wenn sich die Jungs individuell entwickeln könnten. Körperlich kann man bei den Teenagern sowieso keine Aussage treffen, wer mal den Körper für den Profisport entwickelt und wer nur innerhalb seines Jahrgangs gut ist.

  3. pitvonbonn

    so ganz am Rande, möchte ich mal kritisieren, dass es im Internet keine aktuellen Bilder über den Baufortschritt des neuen Jugendleistungszentrum gibt.
    Weder das Bauunternehmen, deren Bilder sind mindestens ein halbes Jahr alt, noch der FC Bayern veröffnetlichen aktuelle Baufortschrittsbilder und auch von Privatpersonen sind keine aktuellen Bilder des NJLZ zu finden.
    Glaubt dort eigentlich niemand, dass das uns auswärtige Bayernfans nicht interessiert?
    Oder keennt von uns jemand eine andere Bildquelle?

    1. Napto

      Hallo Pit,

      das würde ich so nicht unterschreiben. So viel ändert sich da gar nicht über wenige Wochen. Meinem Gefühl nach gibt es alle 3-4 Monate neue Bilder und das reicht vollkommen aus. Die letzten gab es ja Mitte Februar:

      https://www.facebook.com/FCBayernJuniorTeam/photos/a.1503130456624922.1073741828.1502268740044427/1860338607570770/?type=3&permPage=1
      https://www.facebook.com/FCBayernJuniorTeam/photos/a.1503130456624922.1073741828.1502268740044427/1860338600904104/?type=3&theater
      https://www.facebook.com/FCBayernJuniorTeam/videos/1860339984237299/

      Soweit ich informiert bin, wird es vrstl. innerhalb der nächsten 4 Wochen wieder einen recht großen Bericht geben.

  4. Rye B

    Etwas Off-Topic:
    Wenn man dem Bericht von Sports u.ä. glauben schenken darf, dann gestaltet es sich ja im Sommer wohl so:

    Gerland und Sauer übernehmen die Gesamtleitung

    U23:
    Mit Tim Walter und Schweinsteiger sind aus meiner Sicht die zwei herausragenden Trainer unserer Jugendabteilung künftig für das Bindeglied zuständig. Die beiden liefern seit sie zusammen in der U17 tätig sind immer sauber und laut Mia-San-Rot und anderen gut informierten Quellen auch in der Mannschafts- und Spielerentwicklung top unterwegs!

    Subjektives Fazit:
    Ganz wichtig, dass man BEIDE halten konnte und Ihnen folgerichtig mehr Verantwortung gibt.
    Von Schweinsteiger bin ich echt beeindruckt und positiv überrascht, macht einen hochmotivierten Guten Eindruck – nicht auszuschließen, dass er in absehbarer Zeit einer der Co-Trainer der 1. Mannschaft wird.
    Natürlich vorausgesetzt er macht seinen Fussballlehrer ähnlich überzeugend wie die A-Lizenz.
    MMn auch einer der Gründe, dass man sie in den Hereenbereich holt, dass Walter und Schweinsteiger zügig ihre Lizenz machen können/dürfen.
    (Seitz hat sie meines Wissens schon)

    U19:
    Bei Hoeneß bin ich gespannt und überrascht, dass man ihm auf “Anhieb” die U19 gibt (und nicht die U17), jetzt dann Seitz zum ersten Mal auch in der U19 die Früchte der letzten 2-3 Jahre erntet.
    Hab Hoeneß bei RBL aber gar nicht verfolgt, vielleicht kann jemand mal was dazu sagen?!
    Subjektive:
    Hoffe er schafft die Umstellung vom Leipziger-Umschaltfussball-“wahnsinn” auf unsere eher dominante Art zu spielen zügig.

    U17:
    Holger Seitz “zurückversetzt” von der A in die B-Jugend…ok, keine Ahnung wie das einzuordnen ist.
    Hoffe er bekommt in der neuen Saison auch ne schlagkräftige Truppe.

    Was die Schreiberei der (Boulevard-)Medien angeht:
    Würde mal gerne einen Vergleich sehen der Top-5 Vereine weltweit, wer wieviele Spieler ausbildet welche später tatsächlich im Profifußball landen (eigener Verein oder nicht). Und wie der Wert bei uns ist im Vergleich!!

    Wenn ich mir als Beispiel Alessandro Schöpf angucke, der sich über U19/U23 und Nürnberg zum guten Bundesligaspieler auf Schalke entwickelt hat…

    Bleibt spannend und Danke ans Mia-san-Rot Team für die regelmäßige Betrachtung der Jugendteams!!

    1. Jo

      “Würde mal gerne einen Vergleich sehen der Top-5 Vereine weltweit, wer wieviele Spieler ausbildet welche später tatsächlich im Profifußball landen (eigener Verein oder nicht). Und wie der Wert bei uns ist im Vergleich!!”

      Mit einem Vergleich kann ich nicht dienen. Ich habe vor ein oder zwei Jahren gelesen, dass aktuell ca. 50 Spieler die mal im FCB-Juniorteam waren als Profis tätig sind. Das erschien mir ziemlich viel und ich hab’s mal überschlägig nachvollzogen. Konnte man damals im groben so bestätigen und dürfte auch heute noch ungefähr zutreffen. Neben den bekannten Topstars und einigen guten Spielern, sind dabei natürlich auch Spieler an die sich vmtl. nur noch eingefleischte Juniorteamexperten erinnern.
      Aber immerhin. Es zeigt, dass die Jugendarbeit des FCB auch in diesem Jahrzehnt noch gut genug ist Profispieler hervorzubringen. Diese Spieler allerdings in die erste Mannschaft zu bringen scheint aktuell fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
      Wir hatten in den letzten 5 überaus erfolgreichen Jahren drei renommierte und teils grundverschiedene Trainer. Was allen allerdings gemein war, dass es unter keinem von ihnen Spieler aus der eigenen Jugend zu nennenswerten Einsätzen brachten. Startelfeinsätze in Pflichtspielen? Da gibt es eine Handvoll für Gaudino und Höjbjerg.
      Zeigt für mich, dass dieser Zustand weniger dem einzelnen Trainer geschuldet ist, als vielmehr der riesigen Kluft die in den letzten Jahren leistungsmäßig zwischen der 1. Mannschaft und dem Nachwuchs entstanden ist.
      Wenn wir mal die namhaftesten Abgänger aus dem Jugendbereich der letzten Jahre nehmen, Can, Höjbjerg, Schöpf. Ggf. nehmen wir noch einige frühere Absolventen wie Wagner, Sansone, Kraft dazu. Alles auf ihre Weise gute Spieler, einige Nationalspieler, aber in der ersten Mannschaft würden sie heute so wie damals nur bedingt eine Rolle spielen können.
      Das wären Spieler gewesen die vor 10 Jahren oder mehr die Rolle der Ottls oder Lells eingenommen hätten.
      Heute, zumindest momentan, haben wir für diese Spieler keine Verwendung, da ihre Plätze einfach schon von Spielern einer anderen Güteklasse besetzt sind.
      Insofern bin ich auch trotz NLZ und verstärkter Bemühungen nicht sehr optimistisch für die Zukunft in Bezug auf viele eigene Nachwuchskräfte in der eigenen Mannschaft.
      Ja ich weiß nicht einmal, ob ich das mir überhaupt wünschen sollte. Erfahrungsgemäß sind diese Phasen in der vermehrt Nachwuchsspieler zum Zuge kommen verbunden mit Krisensituationen. Und das brauche ich jetzt auch nicht unbedingt.

      1. Tschemp

        Sicher braucht es “oben” eine Krisensituation, aber keine komplette sportliche Ergebniskrise. Es “reicht” ja schon, wenn es auf einer Position zu besonders starken Ausfällen durch Verletzungen etc kommen würde. Dann ist die Tür offen für einen Jugendspieler, um die Gunst der Stunde zu nutzen.

        Als wir vor zwei Jahren plötzlich komplett ohne dribbelstarker Offensivreihe da standen, das war so ein Moment. Da hatten wir aber kein Talent, welches man hätte bringen können. Als wir letztes Jahr einmal komplett ohne gelernte Innenverteidigung da standen, war es ähnlich. Nur hatten wir bei den Amateuren weder einen dribbelstarken Offensivspieler, noch einen Innenverteidiger, den wir hätten bringen können.

        Man braucht das Glück des richtigen Timings, dass wir auf der richtigen Position zum richtigen Moment Bedarf haben, und einen passenden Jugendspieler mit Format.

        Mit der U17/19 kommen vielleicht wieder solche Spieler. Dann muss nur noch das Timing oben für einen Evina, Tillman oder Mai passen.

  5. Moosburger

    Der Fehler ist trotzdem 2012 passiert. Himmels entlassen und Dremler ernannt. Der man hat 17 Jahre als Südamerika Scout gezeigt dass er nix kann. Das ging jetzt nahtlos weiter. Stures festhalten an einem verdienten Spieler bringt nix wenn dieser nur Schaden anrichtet.

  6. pitvonbonn

    Wann leitet endlich mal wieder ein neutraler Schiedsrichter ein Bayernspiel?

  7. MrNico274

    Erst einmal vielen Dank an die Redaktion für eine so ausführliche und gute Standpunktaufnahme der aktuellen Situation im Nachwuchsbereich.
    Das größte Problem, wie von den Schreibern schon oben beleuchtet, sehe ich ebenfalls in der U23. Ich glaube jedoch das das Motivationsproblem, für einige Spieler die denken, das auch mit 90% Leistung gute resultate in der Regionalliga erzielt werden können, für jeden Verein der Regionalliga gilt, egal ob U21, U23 oder erste Mannschaft (spreche hier aus Erfahrung, spiele selbst in der zweiten Mannschaft eines Regionalliga Teams).
    Umso wichtige ist es hier eine neue Führung zu installieren, hier wäre die Kombi Walter/Schweinsteiger denke ich die beste Lösung, um das Schiff wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.
    Insgesamt gesehen glaube ich das aus unserer aktuellen U17 die größte Chance, mal abgesehen von Früchtl, besteht einen künftigen Akteuer im Trickot des FCB zu sehen, z.B. Evina oder auch Heiland.

    Zur künftigen Situation der U19 mit Sebastian Hoeneß:
    Ich bin mir unsicher ob er ein dominantes und ballbesitzlasstiges oder ein Umschalt-Pressing “Spektakel” ala RB bevorzugt. Was ich auf jeden Fall sagen kann das er in Leipzig gute Arbeit geleistet hat, hab seine damalige U16, welche nun zum großen Teil in der U17 spielt, bei einem Hallenturnier gesehen, und ich glaube so einen Teamgeist und Entschlossenheit hab ich bei einem Jugendteam schon lange nicht mehr gesehen.

    Bin auch gespannt ob sich unser FCB durch die nun schon zwei RB Neuzugänge in wichtigen Führungspositionen des Nachwuchses verändern wird. Ich blicke der Zukunft unseres Junior Teams auf jeden Fall positiver als zuletzt entgegen.

  8. wipf1953

    So. Der glücklose Heiko Vogel ist ab sofort nicht mehr Trainer des FCB II. Fast schon irritierend – auf Profiniveau haben wir absolute Konstanz auf dem Trainerstuhl, entwickeln die Mannschaft strategisch und Schritt für Schritt – und im Nachwuchsbereich geht es drunter und drüber.

  9. […] wir bereits letzte Woche ein aktuelles Update zur Lage der Junioren-Mannschaften des FC Bayern veröffentlicht haben, soll es auch heute im […]

  10. […] FC Bayern Nachwuchs: Status Quo im März 2017 | Martin […]

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