FC Bayern U17 – FSV Mainz 05 U17 2:2 (2:1)

An diesem Wochenende wollen wir etwas näher auf unsere U17 eingehen, die als Spitzenreiter den Tabellenzweiten Mainz 05 empfing. Das stark ersatzgeschwächte Team musste sich trotz einer hervorragenden Mannschaftsleistung mit einem 2:2 Unentschieden zufrieden geben

Grundformationen FCB U17 - MainzGrundformationen: FC Bayern U17 – Mainz 05

Ausgerechnet beim Topspiel musste Holger Seitz auf zahlreiche Stammspieler verzichten. Innenverteidiger Julian Höllen erlitt letzte Woche einen Bänderriss im Sprunggelenk, Kapitän Angelo Stiller fiel mit Muskelproblemen aus. Bei Justin Butler und Flavius Daniliuc reichte es nach ihren Verletzungspausen noch nicht für den Kader. Winterneuzugang Louis Poznanski sowie Malik Tillman bissen grippegeschwächt auf die Zähne. Seitz blieb bei seinem gewohnten 4-2-3-1 System. Vor Jakob Mayer im Tor verteidigten Jonas Kehl, Yannick Brugger, Fabian Cavadias und Louis Poznanski. Ryan Johannson und Malik Tillman bildeten die Doppel-6, vor ihnen agierten Marvin Cuni, Jahn Herrmann und Benedict Hollerbach. Ganz vorne in der Spitze sollte Joshua Zirkzee für die Tore sorgen.

Falls Ihr es verpasst habt:

Der junge Bayernmannschaft suchte von Beginn an die Spielkontrolle. Gegen sehr aggressiv pressende Gäste war das nicht immer leicht, gerade die Defensivspieler fanden jedoch stets gute Anspielstationen. Im Offensivspiel agierte das Team immer wieder mit längeren Bällen auf Zirkzee, der das Leder auf die nachrückenden offensiven Mittelfeldspieler ablegen sollte.

Gleich die erste Offensivaktion brachte die Führung. Benedict Hollerbach kam an der Grundlinie im Sechzehner zu Fall, Jahn Herrmann verwandelte sicher zur Führung für den Spitzenreiter. Kurz später hätte die Mannschaft gleich nachlegen können, nach schöner Aktion von Poznanski spielte Cuni aber die Überzahl am gegnerischen Strafraum fahrlässig aus. Die Mainzer versteckten sich in der Folge nicht, nach einem Fehler im Spielaufbau verursachte Jonas Kehl einen gefährlichen Freistoß. Eyibil setzte jedoch den Ball aus 18m zentraler Position über die Querlatte.

Die Mainzer agierten im Spielaufbau immer wieder mit Dreierkette, weil meist der rechte Außenverteidiger weit nach vorne rückte. Seitz reagierte mit Jahn Herrmann als zweiten anlaufenden Offensivspieler. So gelang es der B-Jugend des Rekordmeisters meist, das Mainzer Aufbauspiel lahm zu legen und die Bälle schnell wieder zurückzuerobern. Trotzdem war die Spielstärke der Mainzer Offensive jederzeit spürbar und so nutzten die Gäste auch gleich die erste ernsthafte Chance. Nach einem Pass in den Rücken der Abwehr netzte Bonianga zum etwas überraschenden Ausgleich ein.

Die jungen Bayern benötigten einige Minuten, um sich vom Schock zu erholen und hatten ein wenig Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Ein wunderbares Solo von Tillman war einer der wenigen Lichtblicke in dieser Phase, der Mainzer Keeper war jedoch knapp vor Zirkzee am Ball. Genauso überraschend wie der Ausgleich war dann die erneute Führung für das Team von Holger Seitz. Hollerbach brach am linken Flügel durch und setzte Jahn Herrmann in Szene. Dessen Pass nahm Zirkzee mit einer wunderbaren Körperdrehung an und der junge Holländer versenkte die Kugel eiskalt im Netz.

Der Treffer schien der Mannschaft das Selbstvertrauen zurückzugeben, die Mainzer fanden nun jedoch immer mehr Mittel gegen den Spielaufbau der Hausherren. Holger Seitz monierte vor allem das Verhalten der Mittelfeldspieler, die teilweise viel zu hoch standen. Dadurch waren die Abstände für die Verteidiger im Spielaufbau zu groß. Die Sicherheit im Aufbauspiel fehlte fortan und Louis Poznanski musste zweimal in höchster Not den Ausgleich kurz vor der Pause verhindern.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Es entwickelte sich in der Folge ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams offensive Akzente setzen konnten. Die kleinen Bayern gewannen in der Folge immer mehr die Oberhand und waren näher am 3:1, konnten jedoch ihre guten Offensivaktionen zu selten in zwingende Abschlüsse umwandeln. Die beste Chance vergab der von Jahn Herrmann eingesetzte Marvin Cuni, der freistehend aus 15 Metern verzog. Auf der Gegenseite kamen die Mainzer lange Zeit zu gar keinen Torabschlüssen mehr

Marvin Cuni
Marvin Cuni im Zweikampf mit seinem Mainzer Gegenspieler.

Beiden Mannschaften merkte man zunehmend den Kräfteverschleiß in dieser intensiv geführten Partie an, die Konzentration ließ genauso wie die Passqualität immer mehr nach. Nachdem die kleinen Bayern mehrere Überzahlsituationen fahrlässig ausspielten, gelang den Mainzern in der Nachspielzeit der äußerst schmeichelhafte Ausgleich durch Papela. Aufgrund der überlegenen zweiten Halbzeit wäre ein Sieg für den FC Bayern das verdientere Ergebnis gewesen.

Durch das Unentschieden kann der VfB Stuttgart mit Siegen in seinen beiden Nachholspielen bis auf zwei Punkte an unsere U17 heranrücken. Die Mannschaft hat jedoch an diesem Tag wieder gezeigt, dass sie das auch stark ersatzgeschwächt jedes Team in der Liga schlagen kann, obwohl es am Ende nicht ganz gereicht hat.

Dinge, die auffielen:

Angelo Stiller ist nicht zu ersetzen

Es war eine Hiobsbotschaft im Vorfeld. Mit Kapitän Angelo Stiller fiel der wohl unersetzbarste Spieler im Team von Holger Seitz für das Spitzenspiel aus. Der Juniorennationalspieler ist Denker und Lenker der Mannschaft und als Linksfuß ein sehr spannender Spieler auf der Position im defensiven Mittelfeld. Gerade nach dem 1:1, als die Mannschaft ein wenig ins Schwimmen geriet, machte sich Stillers Abwesenheit bemerkbar. Während Johannson und Tillman eher unter die Marke Box-to-Box Spieler fallen, sind es vor allem die Passqualitäten, die ihn so wertvoll für sein Team machen.

Mentalität und Siegeswille

Es war eine der ganz großen Schwächen des Jahrgangs in der vergangenen Saison. Die Mannschaft gewann viele Spiele klar, in den engen Partien jedoch zog die Mannschaft meist den Kürzeren. In unserer Saisonvorschau hatten wir gerade diese Schwäche als Key Fact für die Saison identifiziert.

Die Leistung in diesem Spitzenspiel beweist einmal mehr, dass Holger Seitz es wunderbar geschafft hat, der Mannschaft den Siegeswillen und die Mentalität einzuimpfen, die nötig ist, um solche ausgeglichenen Spiele gegen starke Mannschaften auf seine Seite zu ziehen. Zwar reichte es an diesem Tag nicht ganz für den Sieg, aber die Mannschaft biss sich trotz eines Rückschlags und schwächeren Phasen gegen einen starken Gegner ins Spiel zurück. Ein hervorragendes Vorzeichen für die Spitzenspiele, die noch anstehen, unter anderem gegen den anderen direkten Verfolger aus Stuttgart. Und dann gibt es ja auch noch die Finalrunde um die deutsche Meisterschaft, in der man am Saisonende wieder um den Titel mitspielen möchte.

Hier findet ihr den offiziellen Spielbericht des FC Bayern inklusive einem Statement von Trainer Holger Seitz. Ein Video mit den Toren vom Spiel gibts am Montag ab 11 Uhr bei DFB TV. Am kommenden Wochenende analysieren wir für euch die Partie der Bayern Amateure gegen die U23 des 1. FC Nürnberg

FC Bayern U17 – FSV Mainz 05 2:2 (2:1)
BayernMayer – Kehl, Cavadias, Brugger, Poznanski – Johansson, Tillman – Hollerbach (75. Hawkins), Herrmann, Cuni (78. Lebedev) – Zirkzee
BankSchneller, Waidner, Ezekwem, Lombaya, Topic
MainzRieß – Jung, Ljuca (74. Fuchs), Luisi Robles, Gans – Papela, Tauer – Schneider Sanchez (48. Mansfeld), Eyibil, Schoenfelder – Bonianga (61. Yildiz)
BankEdinger, Jakobi, Jonathans, Sedi
Tore1:0 Herrmann (9., Elfmeter), 1:1 Bonianga (24.), 2:1 Zirkzee (34.), 2:2 Papela (80.)
KartenGelb: Kehl / Papela
Schiedsrichter­Nico Gallus (Nordrach)
Zuschauer210
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Leserkommentare
  1. Clutch

    Vielen Dank für den Bericht Martin.
    Mich würde mal interessieren, was du von Hollerbach hältst?

    1. Martin

      Bene war bis Anfang der Saison eigentlich Mittelstürmer, da hat ihm aber gerade zuletzt die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt. Zwischendurch hatte er deshalb durchaus zurecht seinen Stammplatz an Justin Butler verloren, ihn aber genauso zurecht wieder zurückerkämpft, diesmal aber auf der Außenbahn. Bene ist nicht der schnellste oder der Dribbelstärkste, aber er zeigt oft ein gutes Spielverständnis und kann dadurch seine Mitspieler aussichtsreich in Szene setzen oder auch selbst zum Abschluss kommen. Arbeiten muss er vor allem noch ein wenig an seiner Mentalität. Wenn es nicht so gut läuft, lässt er zu schnell den Kopf hängen oder wirkt unkonzentriert.

      Seine Entwicklung ist auf jeden Fall eine der vielen spannenden Geschichten in dieser U17-Saison.

  2. Andreas

    Was hälst du von lebedev?

    1. Martin

      Im Gegensatz zum Bene Hollerbach, den ich seit 2 oder 3 Jahren spielen sehe, kann ich zu ihm kaum was sagen. Weil er erst diese Saison kam und recht selten spielt. Habe grade zusammengezählt, ich habe nur 106 Pflichtspielminuten von ihm gesehen. Hinter Louis Poznanski, der bei seinen ersten Einsätzen einen brutal guten Eindruck macht, wird er vermutlich vorerst auch die klare Nummer 2 auf der Linksverteidigerposition bleiben.

  3. Peter

    Was hälst du von stiller?

  4. Martin

    Angelo ist ein fantastischer Spieler, den ich sehr gerne spielen sehe. Linksfüße auf der Sechs sieht man nicht so oft. Sehr starkes Passspiel, unumstrittener Kapitän. Bin sehr gespannt auf seine Entwicklung in den nächsten Jahren.

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