Fan oder “Fan”, aber braucht es diese Unterscheidung?

»Aha, du warst also noch nie bei einem Spiel der Amateure?« ist ein Satz, den ich vor einiger Zeit in der Halbzeitpause hinter Block 132 aufgeschnappt habe. Als Stefan gestern über die FC Bayern Amateure geschrieben hat fiel er mir wieder ein.

Diese kurze Frage hat eigentlich absolut nichts verwerfliches an sich, aber der verachtende Blick, den sich die zwei Männer am Bierstand daraufhin zuwarfen, spricht Bände. Vielerorts werden die Fans des FC Bayern als Erfolgsfans bezeichnet und auch wenn die mangelnde Stadionstimmung dem öfters beipflichtet, vergisst man die vielen Allesfahrer, Choreobastler, Amateure-Supporter und generell alle diejenigen die nicht nur am Sitzplatz kleben, sondern aufspringen und Emotionen leben.

Mit meiner sehr eingeschränkten Bayerngeschichte schaue ich dann neidisch auf diejenigen, die seit Jahr und Tag Olympiastadion und nun Allianz Arena besuchten. Höhen und Tiefen nicht nur aus der Ferne, sondern live und mit der brutalen Wirklichkeit des Moments erleben durften. Liebend gern hätte ich das auch mitgemacht. Doch bin ich deswegen weniger Fan als manch Anderer?

Wo es keinen Unterschied macht, „was“ du bist. Es sind Amateurefans. Ultra, Kutte, Trikotträger… gibt’s nicht

(FC Bayern Amateure, ihr seid einfach wunderbar)

Warum ist diese Sorglosigkeit der Fußballfanwelt verloren gegangen? Hat man sich durch ständige Institutionalisierung, Gremien, Ausschüsse, Auflagen und Regelwerke davon abbringen lassen den Rasen mit einer gewissen Leichtigkeit zu betrachten? Gibt es das nun leider nur noch bei den Amateuren? Anscheinend ja.
Dieser Beitrag führt jetzt schon in eine andere Richtung als ich einschlagen wollte, aber die Übergänge sind wohl fließend. Für die Zukunft muss ich mir vornehmen das ein oder andere Spiel unserer Amateure zu besuchen. Einfach das Gefühl haben mit Leichtigkeit eine Karte zu bekommen und spontan sein. Nicht nur mit Freunden als anonymer Trikotträger in der Kurve zu stehen und kein Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem großen Ganzen – dem Fanblock an sich – zu haben.

Nüchtern betrachtet werde ich wohl nie die Chance haben im harten Kern der Südkurve zu sein. Mit Freunden und Bekannten stehen wir in der Nord. Deshalb ist man nicht weniger Fan und sollte nur Stolz darauf sein mit den Gedanken weiter als mancher Stadiontourist zu sein. Aber auch die sind (bis auf Ausnahmen) nicht weniger Fan als man selbst. Vielleicht auf andere Art und Weise und sei es nur durch die Bereitschaft höhere Eintrittspreise zu zahlen. Mehr Verständnis, Aufklärung über die eigenen Aktionen und deren Motivation und mehr Miteinander statt verachtende Blicke in die Kurve würden dem Fußball gut tun. Versteht der eine Fan was der andere tut und wieso bestimmte Themen so kritisch sind wie sie diskutiert werden, wieso man nicht mit Klatschpappe in der Hand von der Haupttribüne auf die ruhige Kurve schauen sollte, dann, ja dann würde es uns allen vielleicht besser gehen.

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Leserkommentare
  1. Die Unterscheidung braucht man nicht. Ich persönlich kann es nicht verstehen, wie sehr sich Ultraszenen immer und immer mehr vom Restpublikum abgrenzen, zwar gibt es immer noch positive Beispiele wo alle Leute am selben Strang ziehen – diese sind aber leider selten.

    Ich respektiere und akzeptiere als ehemaliger Allesfahrer jeden im Ruhrstadion. Für mich persönlich soll jeder seine Fankultur ausleben wie er es für richtig hält. Ob derjenige nur zu den Heimspielen fährt oder alles, ist doch scheiß egal – so lange er mein Team unterstützt und sich mit diesem auseinandersetzt.

    Egal ob es der Pöbeloppa aussem’ Block N ist oder der Ostkurven Supporter aus Block O. Alle stehen aus dem selben Grund in der Kurve.

    Ich bin gespannt wie das aktuell weiter geht, ich persönlich befürchte, das der Spalt zwischen Aktiven Fans / Ultras und Normalos immer größer wird. Die Medienhetze in der letzten Zeit hilft in dem Fall beiden nicht weiter.

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