Doppelpack: Ist der Bayern-Kader stark genug?

Seit Mittwochabend ist das Transferfenster geschlossen. Der FC Bayern München war in dieser Saison früh mit der Kaderplanung fertig und verzichtete so trotz einiger Gerüchte auf eine späte Verpflichtung. Ist der Bayern-Kader so optimal auf die Saison vorbereitet?

Unsere Autoren Steffen und Justin diskutieren genau diese Fragestellung und bewerten wie gut die Münchner auf die neue Saison vorbereitet sind.

Im Miasanrot-Doppelpack nehmen beide Autoren einen Standpunkt ein, um die Komplexität der Situation abzubilden. Das eigentliche Fazit überlassen wir dabei den Lesern.

“Hohe Qualität in der Spitze”

Justin Ich denke, dass der FC Bayern seinen Kader fast perfekt besetzt hat. Mit Sebastian Rode und Mario Götze haben zwei Akteure den Verein Richtung Dortmund verlassen. Doch beide hätten es weiter schwer gehabt einen regelmäßigen Platz im Kader zu finden. Renato Sanches ist nicht nur ein klares Upgrade zu Rode, sondern auch noch extrem jung und lernfähig.

In der Verteidigung sieht es ähnlich aus. Mats Hummels könnte mit seiner sportlichen Qualität, aber auch als Persönlichkeit ein Baustein sein, der dem Rekordmeister in den letzten Jahren fehlte. Außerdem ist er im Vergleich zu Benatia zuletzt weniger verletzt gewesen. Vor Manuel Neuer gibt es mindestens zwei verschiedene Viererketten, die jeweils auf sehr hohem Niveau agieren können. Im Mittelfeld wird Ancelotti vermutlich auf eine Dreierreihe setzen. Dem Italiener stehen auch dort viele Varianten zur Verfügung. Alonso, Vidal, Thiago, Sanches, Kimmich, aber auch die nominellen Verteidiger Lahm, Alaba sowie Martínez sind Spieler, die dem Trainer dort fast auf jeden Gegner und Spielstil eine Antwort liefern können.

Im Angriff könnte es dann zugegeben etwas dünner werden. Robben und Ribéry sind anfällig für Verletzungen, während bei Costa ein Fragezeichen hinter der tatsächlichen Qualität steht. Speziell Ribéry scheint im Moment aber, mit aller Vorsicht, stabiler zu werden. Coman ist zudem ein sehr junger Spieler, von dem nicht konstant zu erwarten ist, dass er Spiele allein entscheidet. Der FC Bayern ist hier in einer schwierigen Situation. Die Übergangsphase wurde bereits eingeleitet und gestandene Akteure wie Robben und Ribéry sind weiterhin in der Lage der Mannschaft zu helfen. Einen oder gar zwei weitere Flügelspieler zu verpflichten würde beiden signalisieren, dass das Vertrauen endgültig weg ist. Der Ehrgeiz beider ist allerdings so hoch, dass ihnen ein letzter Karrierehöhepunkt noch zuzutrauen ist. Mit 5 oder 6 Spielern für 2 Positionen wäre der Konkurrenzkampf so hoch, dass es ganz sicher Probleme im Kader geben würde. Die einzig realisierbare Option wäre die Verpflichtung eines Talents gewesen, doch hier schien den Münchnern kein wirklich sinnvoller Transfer möglich zu sein.

Schlussendlich ist der Kader aber auch hier glänzend besetzt. Bisher sind noch nie alle vier Flügeldribbler gleichzeitig ausgefallen und selbst wenn es mal passieren könnte, wäre es zu viel des Guten sich auf eine solch absurde Situation vorzubereiten. Zumal der Kader nach diesem Prinzip schnell auf eine nicht tragbare Größe anwachsen würde. Im Sturmzentrum dürften die Bayern am dünnsten besetzt sein. Hier vertraut man ganz klar auf die Resistenz von Müller und Lewandowski gegen Verletzungen. Gerade der Pole zeigte sich in der Vergangenheit immer wieder selbstbewusst und verwies darauf, dass es keinen zweiten Stürmer brauche. Dieser Meinung bin ich auch. Welcher Stürmer wäre zudem auf dem Markt gewesen, der die Qualität für den FC Bayern hat und sich freiwillig in fast 80-90% der Spiele auf die Bank setzt? Schwierig.

Ich sehe einen sehr starken, strukturierten und ausbalancierten Kader, der wieder in der Lage ist in allen drei Wettbewerben um Titel zu spielen. Es ist, anders als in Videospielen, nicht so einfach Spieler für eine Position zu verpflichten, auf der sie nur Einsätze bekommen, wenn der Stammspieler sich mal verletzt. In der Spitze sehe ich eine höhere Qualität als in der letzten Saison. Ob ein einziger Spieler einen entscheidenden Unterschied machen könnte, wage ich zu bezweifeln. Zudem auch Panikkäufe keine Lösung gewesen wären.

“Nicht ohne ein paar Fragezeichen”

Steffen

Um eines direkt vorweg zu sagen. Der Kader des FC Bayern ist im Normalfall gut genug, um in allen drei Wettbewerben bis zum Schluss um den Titel mitzuspielen. Es ist grundsätzlich auch gut, dass die Münchner trotz einiger verletzter Spieler nicht in Panik ausbrechen und Spieler kurz vor der Deadline überbezahlen. Auch das spricht für die Qualität der Mannschaft. Doch trägt der Kader den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre und der gehobenen Altersstruktur der Schüsselspieler Rechnung? Nicht zu 100%. Zumal mit Rode, Hojbjerg, Götze und Benatia im Sommer überraschend viel Substanz abgegeben wurde.

Gewiss kann ein Kader nicht komplett auf einen worst case ausgerichtet werden, wie er in der Rückrunde 2014/2015 eintrat. Damals fielen mit Arjen Robben, Franck Ribéry, David Alaba, Thiago, Javi Martínez, Medhi Benatia und Holger Badstuber gleich sieben Spieler über weite Teile der Rückrunde aus. Dass Mitchell Weiser in den Champions-League-Halbfinals gegen Barcelona ein ernsthafter Kandidat auf die Startelf war spricht, bei allem Respekt vor seiner Entwicklung für die komplizierte Situation damals. Zwar haben die Münchner schon im Vorjahr reagiert und mit Costa und Coman gerade auf den offensiven Außenpositionen nachgelegt, doch auch in diesem Frühjahr kam es durch mehrere Verletzungen erneut zu einem Engpass, der nur durch die guten Leistungen von Joshua Kimmich und David Alaba auf fremder Position in der Abwehrzentrale aufgefangen werden konnte.

Es ist nun einmal so, dass der FC Bayern eine Reihe von vorbelasteten Spielern in seinen Reihen hat. Ribéry, Robben, Badstuber, Martínez, Thiago verpassten in den vergangenen Jahren ganze Halbserien oder mehr mit Verletzungen. Teilweise sogar mehrfach. Dass auch Douglas Costa, Kingsley Coman, Renato Sanches und Jérôme Boateng mit langwierigen Verletzungen aus dem Sommer kamen, verdeutlicht wie schnell es gehen kann. Zudem müssen Coman und Costa noch nachweisen, dass sie dauerhaft auf dem Niveau von Robben und Ribéry agieren können. Denn dieser Spielertyp wird auch unter Ancelotti der entscheidende Faktor für Bayerns Spiel sein.

Ein weiterer hochveranlagter Spieler, beispielsweise ein Offensivallrounder, der auch den kaum abgesicherten Robert Lewandowski ersetzen könnte oder eine Alternative zu Kreativspieler Thiago stünde dem Kader gut zu Gesicht. Vor allem deshalb weil der FC Bayern alles aus dem Karrierefenster der Ausnahmegeneration Ribéry, Robben und Lahm herausholen sollte. Dafür lohnt es sich auch den ein oder anderen unzufriedenen Spieler in Kauf zu nehmen. So ist der Kader gut. Noch dazu mit einer Chance für die Nachwuchsspieler Green, Benko und Dorsch. Aber eben nicht ganz ohne ein paar Fragezeichen und ein wenig Bauchschmerzen.

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Leserkommentare
  1. Jo

    1.) Gottseidank ist dieses Transferfenster endlich zu (ein Stoßseufzer wie jedes Jahr).
    2.) Was für ein überraschendes Ergebnis.

    Zumindest für mich. Ich hätte da wohl etliche Wetten verloren, da ich mit Sicherheit davon ausging, dass der FCB noch etwas in Richtung Kaderergänzung unternehmen würde.
    Klar der Kader ist stark. Klar man kann damit große Ziele erreichen. Aber da das Bessere der Feind auch des Guten ist, hätte ich mir noch sehr gut das eine oder andere Sinnvolle vorstellen können.
    Dass man jedenfalls den Profikader, in Anbetracht der Erfahrungen vieler Jahre, in Anbetracht der Altersstruktur und des physischen Zustands einiger Spieler, um zwei Köpfe ausdünnt? Puh, hätte ich mir ehrlich gesagt nicht im Traum vorstellen können.
    Erfolgreich gezockt oder grob fahrlässig? Wird man ja sehen.

    Wäre es mit einem Sportdirektor oder Sportvorstand im Amt und Würden anders gelaufen? Mich würde mal interessieren wie ein Sammer diese Situation beurteilt hätte. Ggf. fehlte hier auch ein Input von jemanden der die letzten Jahre aktiv mitgestaltet und vor allem -erlebt hat. Vielleicht Pech, dass dieses Jahr Sportvorstand und Trainer gleichzeitig wegfielen.

    Und der neue Trainer? Was wollte Ancelotti? Welche Gespräche bzw. Hintergrundinfos gab es?
    Ich weiß nicht so recht. Manchmal frage ich mich, ob das die vielbeschworene lässige Souveränität oder eher lethargischer Fatalismus ist.

    1. Vor ein paar Wochen war ich mir sicher, dass wir noch nachlegen. Dachte mir aber: okay, smart noch ein paar Wochen mit Ancelotti abzuwarten, denn wo wir nachlegen, wird von schwerpunktmäßiger taktischer Ausrichtung abhängen und der Frage ob er mit drei oder vier “echten” Offensiven spielen lassen würde.

      Im aktuellen 433 sehe ich es wie folgt:

      Tor, 1 Planstelle : perfekt.
      RV, 1 Planstelle: perfekt.
      LV 1 Planstelle: perfekt.
      IV, 2 Planstellen: sehr gut mit Baustelle C
      DM/ZM/OM, 3 Planstellen: 5 Kandidaten für 3 Positionen. Baustelle A
      Winger, 1-2 Planstellen: sehr gut ohne Baustelle. Klar, Verletztungsanfälligkeit von Rib und Rob, aber wie @Justin sehr gut schreibt: hier würde ich nichts tun wollen
      HS, 0-1 Planstelle: perfekt.
      MS, 1-2 Planstellen: gut mit Baustelle B

      Meine drei Baustellen, in absteigender Priorität:

      A) Oben bereits in aller Kürze geschrieben. Bisher spielen wir mit drei “echten” Mittelfeldspielern. Ohne die polyvalenten Lahm, Alaba, Martinez, Müller, Costa (die alle auf anderen Positionen eingeplant sind) bleiben Alonso, Vidal, Thiago, Kimmich und Sanches. Gegeben Alonsos Alter, Kimmichs und Sanches’ Jugend und Thiagos Verletzungshistorie ist mir das zu wenig. Vor allem haben wir nicht alle Kompetenzen innerhalb des MF ausreichend redundant besetzt. Außer Alonso ist hier kein echter “tiefer Spielmacher” dabei, auf den Ancelotti aber sehr gerne setzt (von Pirlo bis Kroos), damit hat Alonso eine zu wichtige Rolle. Thiago ist der einzige dribbelstarke “Zauberer”. Vidal und Sanches sehe ich einander relativ ähnlich, und Kimmich kann alles, aber noch nichts so gut wie die jeweiligen Spezialisten.
      Was hätte also gepasst: Ein Thiago-Ersatz als 8/10 oder ein Alonso-Ersatz mit seiner strategischen Stärke. Priorität: mittel-hoch
      Aber sehen wir es positiv: viel Spielzeit für Kimmich und Sanches (gut für die Entwicklung), vielleicht ein bisschen Spielzeit für Dorsch und Benko (immer schön) und vielleicht wieder Lahm im MF :-)

      B) Mittelstürmer. Die Diskussion wird ausführlich weiter unten geführt. Deshalb hier nichts weiter. Ich hätte mir einen Backup der Kategorie 10-Mio-Einkauf gewünscht, der bereit ist, sich zunächst hinter Lewi zu setzen und mit 20 Einwechslungen + 10 Startelfeinsätzen happy gewesen wäre. Priorität: mittel

      C) IV: Wir haben mit Boateng, Hummels und Javi drei herausragende IV, deshalb ist es eine sehr kleine Baustelle. Für Badstuber sehe ich leider keine Zukunft mehr. Deshalb fehlt mir eine Nummer 4, entweder ein Talent oder ein van Buyten reloaded. Die Diskussion hatten wir bereits vor einiger Zeit. Priorität: niedrig

      Insgesamt war für mich keine der Baustellen akut/zwingend. Warten wir halt noch ein Jahr auf Verratti, Özil und Brandt.

  2. wipf1953

    Nur zwei Transfers – auch ich hatte mit einem “last-minute-deal” gerechnet.

    Es sind jetzt drei Torhüter, drei Nachwuchskräfte und 19 “etablierte” Feldspieler.

    Ob das viel oder wenig ist, wird von den Verletzungen abhängen. Bayern hatte die letzten Jahre ein krasses Verletztenproblem, das auch zu einem wirtschaftlichen Problem wurde. In der Winterpause 2015/2016 hatte ich so ein wenig den Eindruck, dass man dieses zunehmend in den Griff bekam (dann kam aber die Boateng-Verletzung).

    Drehen wir doch einfach mal den Spiess um: Die Verantwortlichen werden schoni ihre Informationen haben, ob das Verletztenproblem sich auch künftig in dieser krassen Form stellen wird. Dass man sich auf die erwähnten 19 etablierten Feldspieler beschränkt, sehe ich als Indiz für eine Wende zum besseren. Sollte das der Fall sein, wäre das viel wichtiger als jeder “Megatransfer”.

    Zur “Nachwuchssituation” nur eine kleine Anmerkung: Es war großartig, dass in der letzten Saison zwei “Youngster” den Durchbruch geschafft haben (Coman und Kimmich, beide anschließend auch bei der EM überzeugend). Die zwei, und das Supertalent Sanches, sind für CA Aufgabe genug. Wenn er diesen drei Spielern dazu verhilft, ihr vorhandenes Potential auszureizen, hat unser Verein den nächsten großen Schritt in die Zukunft vollzogen. Und das wieder “FC-Bayern-like”. Mit – jedenfalls im Vergleich zu englischen oder spanischen Clubs – überschaubaren finanziellen Engagement Topstars zu formen – so wie es letztlich auch bei Robben und Ribery der Fall war, das ist das, was unseren Club auszeichnet und was unser Club viel besser kann als die Konkurrenz um Europas Spitze.

  3. Minanda

    Ich teile die geäußerten Bedenken.

    Für den kleinen Kader spricht dennoch, dass die Spieler dank Pep enorm vielfältig einsetzbar geworden sind. Ancelotti kann Alaba nicht nur links hinten einsetzen, sondern auch in der Innenverteidigung, als Sechser, als Achter, sogar aushilfsweise als Flügelspieler. Auch Kimmich, Sanches, Martínez, Lahm und viele andere sind vielfältig einsetzbar. Durch geschicktes Umstellen und Rotation in der Bundesliga können in dieser Saison vielleicht Verletzungsmiseren ausbleiben.

    Zudem hat man es in der Vergangenheit nicht gut hinbekommen, das Auf-der-Bank-sitzen von teuren und talentierten Spielern (siehe Götze) zu managen. Trotz Sammer, der sich hier stets bemüht hatte, entgegenzuwirken, entstand Unruhe. Ancelotti bevorzugt einen kleinen Kader, weil hier wirklich jeder (bis auf Ulreich/Starke) auf seine Spielzeiten kommen und die Laune hochgehalten wird.
    Es ist kein schlechtes Modell. Nur im Sturmzentrum hätte man vielleicht überlegen können. Hier gibt es ja auch keinen Nachwuchsstürmer mit Überraschungspotential, den man in einer prekären Lage in der CL mal bringen könnte (Green zähle ich nicht dazu).

  4. Was mich tatsächlich mal interessieren würde: Ich habe in der Vorbereitung, während der letzten Wochen und auch hier einiges an Kritik wahrgenommen. Kritik hinsichtlich der Besetzung im Angriff. Letztendlich sind aber nur wenige konkrete Namen gefallen.

    Grundsätzlich wird ein Spieler gesucht, der Lewy vorne im Ernstfall ersetzen kann, ohne sein Fehlen zu sehr zu bemerken. Da Lewy aber sehr wahrscheinlich immer fit ist, braucht es einen Spieler, der sich trotz seiner Qualität hinten anstellt und stets auf seine Chance wartet ohne sich zu beschweren. Im Idealfall sollte dieser Spieler auch noch einen angemessenen Preis haben. Wer zahlt gerne 30 Mio Euro für einen Bankdrücker? Es kommen Gehälter dazu und, da der Spieler ja die Qualität hat, sicher auch der Wunsch, dass er im Fokus seiner Nationalmannschaft bleibt. Lewandowski möchte man unbedingt halten und ihn möglichst zufrieden stellen. Er selbst hat sich mehrfach dazu geäußert, dass ein weiterer Stürmer nicht notwendig ist und er auf diese Rotationsspielchen wenig Lust hätte. Auch mit ihm müsste man dann also eine Vereinbarung treffen, die für alle Seiten okay ist.

    Jetzt meine Frage: Welcher Spieler auf dem diesjährigen Markt hätte sich für so eine für ihn aussichtslose Rolle angeboten?
    Und: Ist es dann nicht vielleicht doch besser auf die Verletzungsresistenz Lewys zu setzen und im äußersten Notfall Müller oder gar Robben (der das auch schon auf höchstem Niveau gespielt hat) einzusetzen?

    Ich bin für zweiteres. Es ist nicht einfach sich auf jeden Notfall vorzubereiten und in dem Fall ist es sogar noch viel schwieriger mMn.

    1. Jo

      Ich würde mich jetzt nicht nur auf den Angriff fokussieren sondern eher generell antworten:

      Man könnte ggf. natürlich Weltklassespieler verpflichten. Da kennen wir alle die Namen, die Summen, die Implikationen. Wäre ein Weg. Hätte ich jetzt aber zu diesem Zeitpunkt der Transferperiode auch nicht unbedingt gemacht.
      Mir schweben eher Backups vor, so ab Kaderplatz 18-22, die man einfach als eine Form der Versicherung betrachten könnte. Braucht man sie nicht. Gut, haben wir eben umsonst ne Prämie gezahlt. Braucht man sie doch. Wie schön, dass wir dran gedacht haben.

      Jenseits der absoluten Topebene haben wir da drei eingeübte Modelle, die ihr Funktionieren schon vielfach bewiesen haben.

      1. Der alte Hase. Modell Pizza, van Buyten. Spieler die gegen Ende ihrer Karriere stehen. Die die Dinge schon etwas gelassener sehen können. Die sich dann auch mal gerne auf die Bank setzen.

      2. Junge Toptalente. Modell Kimmich, Coman. Spieler von denen man ggf. Großes erwarte kann, die aber noch nicht so weit sind um sich selbst einen Stammplatz beim FCB auszurechnen. Die aber wissen mit 1,2 Jahren Bayern mache ich mir meine Karriere nicht kaputt. Ich bekomme immer irgendwo einen Anschlußvertrag.

      3. Gestandene BL-Profis mittleren bis gehobenen Niveaus. Modell Rode, Kirchhoff. Das sind Spieler die man immer mal reinwerfen kann. Die sich vielleicht doch irgendwo Chancen auf eine größere Rolle ausrechnen, aber genau wissen dass das eng wird. Schlimmstenfalls nehmen sie ne Menge Kohle, den einen oder anderen Titel und jede Menge Erfahrung mit und gehen nach einiger Zeit zur nächsten Station.

      Und jetzt muss ich fragen: Das sollte dem FC Bayern nicht möglich sein einen Spieler dieser Kategorie zu finden und zu verpflichten? Wirklich? Dann ist seit heute eine andere Fußballwelt.

      Wer sich da in Person angeboten hätte lasse ich mal außen vor. Denn ob das ein Kandidat für diese Position gewesen wäre weißt du erst wenn du die dementsprechenden Gespräche geführt hast. Und die hätte man tunlichst natürlich schon vor einiger Zeit führen sollen, bevor die Spieler weg waren.

      Und wenn wir tatsächlich unterstellen wollten, dass weitere Verpflichtungen daran gescheitert sein sollten, dass Reschke und sein Team nicht fähig gewesen wären auf der weiten Welt Spieler zu finden, dann hätten wir ein Problem ganz anderer Dimension.

      1. Ups, ich war gerade so langsam, dass ich vor deiner Antwort an Justin antworten wollte. Im Prinzip einige Doppelungen bzw. führst du einiges weiter, was ich ähnlich sehe.

    2. Weiterführung von Twitter und früheren Diskussionen. Konkrete Namen? Gerne, gleich. Aber erst noch ein paar Anmerkungen:

      1) Welcher Topstürmer setzt sich hinter Lewy auf die Bank?
      Niemand gerne, niemand freiwillig. Aber so linar funktioniert das nicht, und schon gar nicht im Kopf potentieller Kandidaten. Alle Topspieler sind so von sich überzeugt, dass sie keine Angst vor Konkurrenz haben. Saßen Dzeko, Negredo und Jovetic gerne hinter Aguero auf der Bank? Higuain/Benz bei Real? Wäre Batshuayi dieses Jahr bei Chelsea happy wenn Lukaku doch gekommen wäre? Uswusf. Kombiniert mit zwei drei schönen Worten des FCB Sportvorstands / Trainers (“Lewi geht vielleicht”, “wir können auch mit zwei Stürmern spielen”, “wir haben 50-60 Pflichtspiele pro Saison, selbst Lewi spielt nur 3000 Minuten davon”) ließe sich so ziemlich jeder für den FCB überzeugen.

      2) Muss es ein Topstürmer sein? Meiner Meinung nach übrigens nicht. Ganz klar nein.
      Mein Wunsch wäre ein Rafinha für den Sturm gewesen. Gerne jemand, an den ich vorab genauso wenig gedacht hätte wie damals an Rafinha. Kandidaten s.u.
      Das Ding ist einfach: Jedes Team hat zwei (oder mehr) Mittelstürmer, von denen einer spielt und einer nicht. Der zweite sitzt auf der Bank und wird eingewechselt. Regelmäßig tauscht die Rolle im Laufe der Saison. In Dortmund gibt es Auba und Ramos. Notfalls könnten Götze, Schürrle oder Reus zentral spielen. Die drei sind deren Müller. Einen Ramos haben wir nicht.
      Ein HSV hat Wood und Lasogga.
      Leverkusen Kieß und Chicha, mit Volland sogar drei.
      So ähnlich sieht das überall aus. Nur bei uns müsste man improvisieren, falls Lewi ausfällt. Und im Spiel reagieren (Lewi angeschlagen o.ä.) geht nicht ohne Systemumstellung. Vor allem das im Spiel reagieren fehlt mir.

      3) Wer wäre auf dem Markt gewesen?
      Folgend wild gemixt, einige Topstürmer, einige Backupstürmer, die aktuell gewechselt sind oder wechselwillig waren (sein müssten):
      Chicharito, Gomez, Diego Costa, Benz, Paco Alcacer, Muni El Haddadi, Sandro Wagner, Max Kruse, Kießling. Was Talente angeht, kenne ich mich nicht gut aus.

      Wie gesagt, mein Wunsch wäre ein Pizarro reloaded bzw. Rafinha für den Sturm gewesen. Von den genannten also Kruse oder Kießling.
      Oder ein Talent > Green. Die Situation wäre nämlich traumhaft, um ein Talent heranzuführen: ab und zu in der 85. Minute Bundesligaluft schnuppern, alle 5 Spiele mal 30 Minuten, alle 10 Spiele mal von Beginn an.

      Anyway, ohne mich hier weiter auszulassen. Ich kann, gegeben Ancelottis 433, auch mit der aktuellen Besetztung leben und auf Lewis 40-Spiele-Saison hoffen. Vielleicht haben wir auch insofern “Glück”, dass Müller aus der ersten Elf fliegt wenn Robben und Coman fit sind. (Viel Konkurrenz auf dem rechten Flügel.)

      1. So schön das alles klingt: Ich behaupte, dass all diese Namen nicht zu uns gekommen wären. Und wenn, hätten sie uns Probleme gemacht. Habe auch grundsätzlich ein Problem damit für einen Bankdrücker 20-40 Mio auf den Tisch zu legen.

        Ich bin mir ebenso sicher, dass der FCB clever genug ist, sich über die Position Gedanken zu machen. Dementsprechend gab es auch Gerüchte. Es ist eben – und das meinte ich auch im Artikel mit der Videospielandeutung – komplexer, als viele sich das vorstellen. Ein Panikkauf eines Spielers a la Sandro Wagner wäre Schwachsinn, ein Spieler mit zu hoher Qualität macht Probleme und ein Spieler mit mittlerer Qualität macht mMn nichts besser als Müller und kostet zusätzliches Geld.

        Wir haben drei Offensive Positionen zu vergeben. Zwei Flügel, ein zentraler Stürmer. Für mich reichen bei der gegebenen Situation die beiden. Und wenn Müller im Zentrum spielt, bleiben immer noch vier für zwei weitere Positionen. Sehe da keine schwerwiegenden Folgen für andere Positionen wenn er das tun muss. Auch Robben hat bereits Stürmer gespielt. Nicht die Wunschlösung, aber ich traue es ihm und dem ein oder anderen Spieler im Kader zu. Wir reden dann aber von einer absoluten Ausnahmesituation. Sich darauf vorzubereiten ist auf so vielen Ebenen schwierig und ich sehe uns dennoch gut aufgestellt.

      2. Wie gesagt, ich will ja auch gar keinen Bankdrücker für viel Geld.
        Und niemand ist besser als Müller.

        Mir fehlt einfach nur der Kießling, Lasogga oder Schieber (Ersatzstürmer von anderen Buli-Teams), der Alcacer, Iheanacho (Ersatzstürmer zwei unserer größten Konkurrenten in der CL) bzw. der Rafinha, van Buyten, Pizarro, Ulreich (ähnliche FCB-Lösungen auf anderen Positionen / zu anderen Zeiten).

        Also jemand, der auf der Bank (Tribüne) sitzt und ab und zu einspringen kann. Nicht jemand, der eh schon auf dem Platz steht und auf eine andere Position geschoben werden kann.

        By the way, viel zu viel Diskussion für eine viel zu kleine Baustelle. Ursprünglich (bei Twitter) ging es mir ja nur darum zu sagen, dass es bei der Forderung nach einem weiteren Stürmer eben nicht darum ging, dass Müller zu schlecht hierfür sei, sondern dass es um eine andere Stellenbeschreibung geht.

    3. Ju

      Ich hätte keinen Topstürmer gewollt. Erstens aus Stimmungsgründen, zweitens auch aus Gründen der Außendarstellung. Es hätte also ein anderer Spieler sein müssen, der unter Umständen nicht komplett ist, der aber einen Roleplayer geben kann, der in bestimmten Situationen einen Mehrwert bringt. In Anbetracht der vertikaleren Spielweise, wo regelmäßig eine gegnerische Linie überspielt wird und der Ball direkt beim Stürmer landet, wäre es sinnvoll gewesen, einen Spieler zu holen, der stark mit dem Rücken zum Tor, robust, technisch sauber und anschließend in der Lage ist, irgendetwas sinnvolles zu tun. Robert Lewandowski vereint in der Folge Tempo, ein gutes Dribbling und sogar eine gewisse spielmachende Ader. Wenn der potentielle Neuzugang eine diese Eigenschaften mitgebracht hätte, wäre das ja eventuell schon ausreichend gewesen.

      1. Raul Bobadilla. Robuster Dribbler. Dazu ein ausgezeichneter Abschluss. Billig, international erfahren, (Bankerfahren), kann deutsch.
      2. Lucas Perez. Ging für vernünftiges Geld zu Arsenal und scheint kein Problem mit der Bank zu haben, wenn man sich die Konkurrenz anschaut. Spielmachender, technisch starker Stürmer.
      3. Graziano Pelle, Typ teschnisch saubere Kante. Vertrag läuft nächstes Jahr aus. Spezialist für Ablagen, was interessant wäre. Soll aber wohl fürstliche Gehaltsvorstellungen haben …
      4. Dimitar Berbatov. Auch nur noch ein Jahr Vertrag. Alle Spielverlagerungsleser wissen ja, was das für ein geiler Typ ist. Marke Pizarro.

      1. Perez kenne ich nicht. Aber der Rest gefällt. Gute Namen. Die zeigen aber auch: kein Drama dass nichts passiert ist.

      2. Ju

        Solange Lewandowski gesund ist.

  5. Marco05

    Ich war einer derjenigen die in Sachen Angriff Kritik geäußert haben. Genauer: in Sachen Torjägerqualitäten.

    Stand jetzt haben wir zwei Spieler, die regelmäßig treffen. Da einer von ihnen (Müller) noch Ladehemmung hat – oder lieber als Vorlagengeber glänzt, ist es nur noch Lewandowsky. Sicher werden immer mal andere treffen wie Ribéry (wenn er fit ist), Robben (wenn er fit ist), und vor allem Vidal. Costa (wenn er fit ist) wohl eher weniger und Coman (wenn er fit ist) so wie Ribéry vielleicht.

    Also es fehlt für meine Begriffe noch jemand, der weiß wo das Tor steht aber ansonsten, da gebe ich dir recht @Justin, genau die von dir genannten Kriterien erfüllt. Ich konnte auch keinen Namen vorschlagen, außer Gomez und Volland. Sane wäre deutlich zu teuer geworden für den Zweck, auch wenn der gut gepasst hätte, weil er auch etwas zurückgezogen und auf außen spielen kann. Ansonsten habe ich keine Idee und schon gar keine, die finanziell halbwegs im Rahmen gelegen hätte.

    So mein Statement von neulich. Ich bin mitlerweile allerdings nicht mehr ganz so wehement der Ansicht, dass dort unmittelbar Bedarf besteht. Zum einen ist es die ebenfalsl von dir angesprochene Verletzungsresistenz von Lewy (toitoitoi) und zum anderen die Spielweise von Ancelotti, die sich schon merklich von der von Pep unterscheidet, wenn die wenigen Spiele als Indikator gelten. Es wird sich insgesamt vorne wieder variabler bewegt, die Außen ziehen verstärkt in die Mitte und unterstützen da, Thiago ist wieder mehr Faktor und Vidal direkt zum Start gut drauf.

    Das alles lässt Lewy auch (wie wir schon vermutet haben) in einer etwas anderen Rolle noch mehr glänzen bzw. in Aktion treten als bisher. Andere (Mittelfeld-)Spieler werden präsenter in der roten Zone und die Standards (Ecken) werden auch wieder effizienter.

    Also unterm Strich: sollte Lewy verletzungsfrei bleiben, Haken dran. Wenn nicht, hat man ohnehin Sorgen in einer anderen Größenordnung.

    A propos: Lewandowskis Statement hat mich sehr gefreut. Bei Spielern wie ihm, mit seinem Hintergrund etc., kann man nie davon ausgehen, dass die ewig bleiben. Aber es klingt zumindest nicht nach baldigem Abschied. Passt.

    1. Bin grundsätzlich nicht gegen den u.a. von Steffen geforderten Offensivallrounder, glaube aber, dass das in diesem Sommer nicht realisierbar war. Der FCB wird sich damit arrangiert haben und hat zurecht keinen weiteren Panikkauf gemacht und vertraut auf die Resistenz von Müller und Lewy. Ich bin damit vollkommen einverstanden.

  6. Lukas G.

    @Justin

    Klose

    1. Hm, hätte meine Bedenken ob das funktionieren würde, aber als Name wäre es sicherlich interessant gewesen. Ich glaube aber, dass wir auch mit ihm auf höchstem Niveau Probleme hätten wenn Lewy ausfällt.

      1. Done

        Ich kann deine Bedenken nicht ganz teilen. Gerade für die vorherige Stellenbeschreibung, also hauptsächlich als 10-Minuten-Joker oder als Ruhephasenbeschaffer könnte ich mir den Miro noch ganz gut vorstellen. Mir wäre auch nicht unwohl, wenn er in einem CL-Halbfinale zum Schluss noch käme als zusätzliche Offensivpower, gerade aufgrund seiner immer noch überragenden Kopfballstärke. Und dass sich dieses Modell mit Sicherheit aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten vernünftig würde gestalten lassen, ist denke ich unbestritten.

  7. Rotwild

    In der Vergangenheit hatten wir ja mal Sturmreservisten, Pizza war aber fast jedesmal verletzt wenn er benötigt wurde, also vergesst ältere Herren wie Klose oder Kissling. Mandzukitch hat gekniffen als Lewa kam. Ich denke einfach mal abwarten bis ein Talent gefunden wird, die Bayern sind ja keine Anfänger.

  8. wipf1953

    Und was ist mit Miro Klose?

    Es gab mal vor ein paar Wochen so ein kurz aufflammendes Gerücht, dass er die Pizarro-Rolle übernehmen könnte. Sein Vertrag mit Lazio ist jedenfalls ausgelaufen, und er wurde bis gestern nicht verpflichet. Offiziell beendet hat er seine Karriere noch nicht.

    Als vertragsloser Spieler kann er auch außerhalb der Transferfenster einen neuen Vertrag unterschreiben. Das Einzige, was ich nicht weiß ist, ob er dann auch in der CL spielberechtigt wäre. Müsste aber an sich der Fall sein.

    Ich fand Klose immer gut, und es lag IMHO nicht an ihm, dass er bei uns in seinem ersten Durchgang keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

    1. wipf1953

      uups, ich sehe gerade dass Klose schon diskutiert wurde ..

  9. Hittmer Otzfeld

    Wirklich gute, nüchterne – wenn auch kurze- Analyse. Viel besser als in den gängigen Medien was FCB betrifft und das trotz Bayernbrille. Ich will euch trotzdemnicht um ‘meine wichtigen 2 cent’ bringen :

    Towart – da haben wir noch ein paar Jahre vor uns bevor wir uns Gedanken machen müssen.

    Abwehr – Braucht viel viel Unglück in der IV, das es nicht für absolute Qualität reicht. Auf der rechten Seite hat man es leider verpasst sich perspektivisch zu verpflichten, wobei das auch extrem unfair gegenüber Rafinha und Lahm gewesen wäre. Linke Seite tadellos.

    Mittfeld – im Top 3 der besten der Welt: viele polyvalente Spieler und Alterstruktur auch top. Einzige Schwachstelle m.M.n.: viel Abhängigkeit von Thiago was den kreativen 8er anbelangt.

    Flügel – Was können Ribery und Robben? Ich sage immer; durch die beiden Verpflichtung ist man erst zum Neo-FCB geworden (aka die große Zäsur in der neueren Geschichte des FCBs) aber aber aber bestenfalls werden beide nicht mehr besser. Coman halte ich für ein schlafenden Riesen und Costa wird in einem weniger statischen System evt. auch effektiver werden, dennoch braucht es gefühlt noch ein Leistungsträger auf den Flügel.

    Sturm – Schwierig. Lewandowski steht wie eine polnische Eiche, ausfallen sollter er allerdings nicht. Müller ist eine Alternative, kann aber niemals das spielen und bringen, was Lewandowski macht. Auch hier fehlt es perspektivisch etwas imho.

    UNBEGREIFLICH ist für allerding wie man Höjbjerg abgibt und wieso Dorsch und Benko im erweiterten Kader sind. Höjbjerg abzugeben kommt zurück wie ein Boomerang, da geb ich Brief und Siegel drauf.

    1. Jo

      Dorsch und Benko sind auch wohl schon aufgrund ihrer Deutscheneigenschaft im offiziellen Kader. Viel Auswahl gibt es da sonst ja nicht.

      Und Höjbjerg weine ich auf eine kleine Träne nach. Das hätte ich mir gerne noch so ein oder zwei Jahre angeschaut. Allerdings waren die Konditionen ziemlich top und vielleicht, wer weiß, waren wir so clever eine interessante Rückkaufvariante in den Vertrag einzubauen.
      Hinzu kommt, dass Höjbjerg wohl auch ziemlich ungeduldig war/ist. Nicht nur den Vereinen fehlt manchmal die Geduld bei der Nachwuchsentwicklung. Bei den Spielern ist es oft nicht anders.

  10. Christoph

    Ich hätte im Prinzip noch auf 2 Position Bedarf gesehen:
    – Einen Innenverteidiger. Da war es in den letzten Jahren immer dünn: Alle sind nicht verletzungsunanfällig. Da hätte ich 2 Möglichkeiten gesehen:
    – Einen soliden IV, möglicherweise älteren IV, der sich mit einer Rolle als Ergänzungsspieler abfindet. Mir wäre da so jemand wie Marvin Matip von Ingolstadt in den Sinn gekommen: Der bringt eine gewisse Spielintelligenz mit und hat 30 jetzt Wahrscheinlich keine riesigen Karriereziele mehr.
    – Einen Jungen IV mit Potential: Da geistert ja schon lange Laporte herum, auch wenn ich glaube, dass das Thema mittlerweile durch ist. Ich sähe da vor allem Tah oder Christensen oder auch Süle. Allerdings wäre da die Gefahr, dass sich dieser hinten Anstellen müsste und dadurch unzufrieden würde. Das ist evtl. eher eine Baustelle für den nächsten Sommer.

    In der Offensive hätte ich noch gerne einen jungen Allrounder gesehen. Fussballerisch wäre da Sane mein No. 1 Kandidat gewesen. Brandt möglicherweise auch – eher Sane, weil er glaube ich auf Dauer Durchsetzungsstärker sein wird und imho noch etwas mehr Potential hat. Wenn Robben/Ribery ausfallen, dann wird es vorne durchaus dünn. Und ein zusätzlicher Spieler hätte mit Sicherheit genügent Einsatzzeiten bekommen: Müller mal eine Pause gönnen, Ribery/Robben fallen oft aus.
    Und an Green kann ich noch nicht glauben.

    Ansonsten: Ancelotti sagte ja mehrfach, dass er keine weiteren Spieler will. Und im Gegensatz Pep hat er ja in den Themenbereichen Mannschaftsklima/Spielerzufriedenheit einen fantastischen Ruf. Insofern: Ich traue Ancelotti da soweit mal.

    Noch ein letzter Punkt: Wenn ich mir den Bayern Kader im internationalen Vergleich ansehe, dann halte ich im Prinzip nur Real für stärker besetzt. Barca finde ich abseits der 3 vorne und Busquets wenig beeindruckend. In England gibt es keinen Kader, der mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Und PSG ist sicher nicht stärker als letztes Jahr. Somit: Ich blicke optimistisch in die Saison.

    1. Ju

      Mal zum Vergleich Brandt Sané: Laut Goalimpact ist Brandt das größte Talent im Weltfussball. Und ich kenne keine bessere Art, die Klasse eines Fussballspielers zu beziffern. Persönlich möchte ich mich nicht so absolut äußern, allerdings würde ich Brandt Sané stets vorziehen – einfach aufgrund der unfassbaren Durchschlagskraft.

      1. Wenn Brandt nicht kommt, halte ich die Welt nicht aus. Perfekter Spieler, perfektes Timing (Nachfolge von Rib/Rob), gutes Verhältnis zwischen den Vereinen, Reschke. Dass muss reichen. Hoffentlich spielt er keine 100-Mio-CL-Saion (oder wir schließen vorher ab…).

      2. Marco05

        Weiß gar nicht was alle mit Brandt haben. Ich halte überhaupt nicht viel von ihm. Wirkt mir irgendwie nicht gut genug für den FCB. Spielt auch bei Leverhausen nicht regelmäßig. Der müsste dort erstmal eine Zeit Leistungsträger sein, dann kann man drüber nachdenken. Davon ist er aber weit entfernt. Außerdem grenauso pausbackig wie Götze, da ist Sané deutlich drahtiger und spritziger gewesen. Also wenns nach mir geht könnten wir da gerne verzichten.

      3. Ju

        Julian Brandt ist in Leverkusen Stammspieler, vielleicht hast du im KJ16 kein Spiel von denen gesehen?

        Zum Thema “pausbackig” .. erinner dich mal an Messi in dem Alter. Der sah aus wie ein Schlumpf.

      4. Ju

        Es ist aber gut, dass du Götze ansprichst. Der hatte nämlich mit 20 einen höheren Impact als Messi. Da sieht man mal, was eine schlechte Einbindung, Verletzungen und eventuelle persönliche Probleme bewirken können. Da kann man Brandt, Sané und den Bayern-Youngsters nur die Daumen drücken.

      5. Jo

        Zeigt für mich vor allem wie wenig der GI offensichtlich zu bedeuten hat. Ich kann gar nix damit anfangen.

        Bei dem Vergleich Brandt/Sane wäre es nach dem heutigen Leistungsstand schwierig zu entscheiden. Mit Hinblick auf die Zukunft würde ich Brandt bevorzugen. Da scheint mir das Entwicklungspotential noch deutlich höher.

        Ganz so klar, also im Sinne von Brandt wird DER neue Stürmerstar bei Bayern, sehe ich das allerdings noch nicht. Die angesprochenen Pausbacken sind mir da eher egal. Wenn es danach ginge hätten wir unseren neuen Supergeheimtransfer Gnabry auch nicht machen dürfen.
        Aber das führt schon zu der richtigen Fragestellung. Wie fit, wie trainiert, wie professionell ist Brandt und wie kann er sich da noch entwickeln.
        Lassen wir mal die Pausbacken weg, bleibt immer noch, dass er körperlich nicht den austrainiertesten Eindruck macht. Ich würde da noch deutliches Steigerungspotential sehen.
        Was mich dann, zu diesem Eindruck passend, fast schon erschüttert hat ist sein Auftreten bei der Olympiade. Ich rede dabei nicht von dem fußballerischen Eindruck. Da hat er wieder ein paar wunderschöne Talentproben abgeliefert. Was mich vor allem fasziniert ist seine überragende vertikale Passgenauigkeit im Angriffsmodus im letzten Drittel. Zum Beispiel auch der große Vorteil gegenüber Sane.
        Was mich jetzt aber erschüttert hat ist der physische Zustand in dem er sich dort präsentiert hat. Vor allem in den ersten Spielen als er noch eine deutlich sichtbare Wohlstandswampe zeigte, was sich dann logischerweise im Turnierverlauf etwas besserte. Was blieb war sein durchgängig erbärmliches konditionelles Niveau das ihn regelmäßig als ersten im Team abbauen ließ. Im Allgemeinen war er nach einer Stunde fix und fertig und zu nicht mehr viel zu gebrauchen.
        Klar die Umstände der Vorbereitung waren schwierig. Aber das gilt schließlich für alle und sich dann so zu präsentieren ist eigentlich Trainer und Mannschaftskollegen gegenüber eine Unverschämtheit.

        Das sind dann diese Erfahrungen die mich bei Brandt etwas zweifeln lassen, ob er den Biss und die Power für Bayern mitbringt. Positiv daran ist natürlich, dass sich solche körperlichen Defizite leichter als fußballerische ausmerzen lassen.
        Wird jedenfalls ein spannendes Jahr für/mit Brandt. Schafft er es über eine ganze Saison bei Bayer einen Stammplatz zu haben und zu überzeugen? Dann ist das, bei der Konkurrenz, absolut ein Fingerzeig.
        Schafft er das dort nicht? Tja, dann müssen wir uns vielleicht wieder was anderes überlegen.

      6. Marco05

        @JU
        Ich hab nicht alles im Kopf, müsste mal nachschauen, aber er kam doch meistens von der Bank (wie letzte Woche zum Beispiel in Minute 64). Außerdem sprach ich nicht von Stammspieler sondern von Leistungsträger, was ein großer Unterschied ist und auch von Nöten, wenn man beim FCB eine gute Rolle spielen will (wie die Vergangenheit zeigt).

        Messi sah in dem Alter auch irgendwie komisch aus, was womöglich mit seinem Aufholwachstum oder ähnlichem zu tun hatte. Außerdem hat er mit 20 Jahren schon in einer ganz anderen Liga gespielt. Pausbacken werden erst zum Problem, wenn es nicht läuft. A propos, neulich hatten sie mal Götze aktuell mit 2002 verglichen. Das ist schon ein gravierender Unterschied. Da stellst sich schon die Frage nach Ernährung etc. Anderes Thema.

        Wie auch immer, Brandt wird für meine Begriffe noch einen Sprung machen müssen.

      7. @JU/Jo: Mit dem GI ist das so eine Sache. Ich mag den GI, verstehe aber auch jeglichen Skeptizismus. Klar dürfte sein, dass man die Zahl (insbes. die prognostizierte “Peak”) nicht überbewerten sollte. Hat hier aber auch keiner getan.

        Bezüglich Fitness: Ich habe wenig von Rio gesehen, aber bei den Phasen, die ich gesehen habe, kam es mir so vor (Brandt-Fanbrille , zugegeben), dass er auch einfach mehr Tempo geht als die anderen. Der sprintet ja fast durchgängig. Immer. Eben das Schmidtsche Vollgaspressing und Umschalten.

        @Marco05: Wie definierst du Leistungsträger? Für mich war er der beste Spieler von Leverkusen im Kalenderjahr 2016, also in der Rückrunde. 7 Tore und 5 Vorlagen in der Rückrunde sprechen auch eine klare Sprache. Was fehlt noch zum Leistungsträger? Mehr Konstanz? Er war in der Rückrunde 19, ist gerade 20 geworden. Konstanz wird automatisch kommen. Dieses Jahr. Wie gesagt: Hoffentlich wird er nicht zu teuer.

        Wie gesagt, ganz klar, er ist nicht der Messias, der garantiert und sofort RibRob ersetzen kann. Dafür müsste man einen Hazard kaufen. Wird nicht passieren. Aber mit Brandt und Coman hätte man einen dermaßen bockstarken Flügel mit zwei krass jungen Spielern… Wenn es dann nur einer von beiden in die absolute Weltspitze schafft, wunderbar.

        Noch ein kleiner Vorteil von Brandt: Er kommt ideal über die linke Seite, anders als Sane. Während wir rechts im Moment Robben, Coman und Müller haben, und auch Costa und Sanches hier aushelfen könnten, sind wir links deutlich dünner besetzt: Ribery und Costa. That’s it. Verletzt sich Ribery und/oder geht nach der Saison, muss hier nachgelegt werden. Ganz klar. Ein gemeinsames Übergangsjahr der beiden, hach, das wäre was.

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