Die U19 des FC Bayern im Umbruch

Es waren harte Wochen für die U19 des FC Bayern München. Die Youth League hat spürbar an den Kräften gezerrt. War man zu Beginn nur ein Ping Pong Ball der Gegner in der Youth League (0:2 gegen Moskau und 0:6 gegen Manchester City) konnte man sich Stück für Stück steigern. Mit zwei Pflichtsiegen gegen Pilsen und einem Auswärtserfolg in Moskau hatte man zu Hause gegen Manchester City sogar das Weiterkommen in der Hand. Das Spiel endete 0:0 – und man war raus.

FC Bayern U19 in der UEFA Youth League gegen Manchester City

In der Liga, die Bundesliga Süd/Südwest kämpft man derweil gegen den Abstieg. Wobei die Ergebnisse sich abwechseln wie Tag und Nacht. Da gewinnt man ein Spiel souverän 7:0 um im Anschluss daran das nächste Bundesligaspiel 2:5 (nach 2:0 Führung) zu verlieren. Immerhin ist die Anzahl der Tore konstant. Die Konstanz fehlte zuletzt aber auf der Trainerposition. Marc Kienle ließ man wohl freiwillig zu Wehen Wiesbaden ziehen. Es passte nicht mit dem Trainer der vorher lange Zeit in der viel gelobten Stuttgarter VfB-Jugend arbeitete. Auf der Bank nahm ein alter Bekannter Platz – Heiko Vogel. Dieser hat schon einigen Jungspielern des FC Bayern nach oben geholfen. Namentlich Philipp Lahm, Diego Contento, Mehmet Ekici, Mats Hummels und Thomas Müller – Die Konstanz bei den Ergebnissen konnte er aber noch nicht verbessern. Zuletzt verlor man das Stadtderby mit 4:2.

Dabei liest sich die Aufstellung der Mannschaft wie das Who-is-Who der Bundesligageschichte. Die Söhne und Brüder bekannter Profis kicken aktuell gemeinsam in der U19. In der Mannschaft spielen unter anderem Gaudino, Ribery und Scholl. Im Spiel gegen die Blauen blieben die ersten beiden allerdings ziemlich blass. Lucas Scholl kam zur Pause rein und sorgte zumindest mit ein paar schönen Dribblings, Pässen und schlussendlich einem Tor dafür, dass das Ergebnis noch erträglich aussah. De facto ist der von vielen Münchnern Medien bereits oft erwähnte Sohn von Mehmet Scholl, Lucas Scholl “nur” Ersatzspieler. Natürlich ist er mit seinen 17 Lenzen noch zu jung für die Altersklasse U19. Ihn wie von vielen Medien bereits getan auf eine Stufe zu heben – wie seinen berühmten Vater – kommt eindeutig zu früh. Gegenwärtig steht er bei 11 (von 17 möglichen) Spielen, davon 9 Ein- und 2 Auswechslungen. Ein klarer Fingerzeig – es braucht noch Zeit.

Die Ergebnis- und Spielkrise der letzten Wochen und Monate ist wohl hausgemacht. Zumindest wenn man den Worten von Heiko Vogel glaubt, die er nach dem Derby resigniert in die Mikrofone sprach: “Die Jungs in den blauen Trikots hatten heute den unbedingten Siegeswillen. Meiner Mannschaft hat es heute nicht an der Qualität gefehlt, sondern es ist eine Frage des Charakters”. Nur zu Erinnerung: Im letzten Jahr spielte man noch um die deutsche Meisterschaft. Das Halbfinalhinspiel gegen Rostock fand sogar in der Allianz Arena statt. Übrigens auch mit Spielern die noch jetzt die Stützen des Kaders sind. Unter anderem Oikonomou und Markoutz. Von Außen sind die jetzigen Ergebnissen daher nicht ganz nachvollziehbar, schließlich ermöglicht Pep Guardiola einigen U19 Spielern die Teilnahme am Profitraining (Markoutz, Gaudino und Scholl).

Besonders zu beachten ist natürlich auch die Rolle einer starken U19-Nachwuchsmannschaft für die Bayern Amateure, denn aus ihren Reihen rücken die Talente in den Spielbetrieb der Regionalliga Bayern und in Zukunft hoffentlich der dritten Liga auf. Wir haben mehrfach über Talente geschrieben, die auch bei der U23 gebraucht werden würden. Mit dem Abgang von Vladimir Rankovic und Benno Schmitz gilt es zum Beispiel im Sommer die komplette rechte Außenbahn neu zu besetzen. Hier liegen Chancen für die jungen Roten, um sich schneller im höheren Spielbetrieb weiterzuentwickeln. Jugendentwicklung ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert. Es gilt sehr genau abzuwägen, wann man jemandem den Sprung erlaubt ohne ihn auf der einen Seite zu überfordern oder andererseits die Entwicklung zu verzögern. Der FC Bayern sollte in Zukunft viele kluge Entscheidungen treffen. Hoffen wir also, dass es unserem Verein gelingt sich gut zu Positionieren.

Vielleicht ergibt sich auch durch den Bau des neuen Jugendleistungszentrums die Chance Spieler nachhaltig zu fördern und zu entwickeln. Aktuell befindet sich der Bauplan aber noch im Anfangsstadium. Wann die Talente umziehen, steht noch nicht fest. Es dürfte mindestens noch 3-4 Jahre dauern. Zumindest durch den Einstieg der Allianz ist die Finanzierung des Millionenprojektes gesichert. Wie es bis dahin weiter geht ist ungewiss. Es liegt jetzt in der Hand von Matthias Sammer und den Trainern den Umbruch sinnvoll und nachhaltig zu gestalten, sodass wir in naher Zukunft einen weiteren Alaba, Müller oder Badstuber im Kader des FC Bayern haben.

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