Das Brot- und Buttergeschäft – Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim

Nach den beiden Heimsiegen gegen Mainz und Hertha BSC ging es wieder auswärts weiter. Gespielt wurde in Hoffenheim, die vor dem Spieltag mit 25 Toren und 23 Gegentoren die beste Offensive und schwächste Defensive der Liga stellten.

Der FC Bayern in Hoffenheim

Durch die ‚verletzungsbedingten‘ Ausfälle von Robben und Kroos, rückten Martinez und Götze in die Mannschaft. Gerade Martinez sorgte von Beginn an für eine unheimliche Präsenz im defensiven Mittelfeld. Er gewann nahezu jedes Kopfballduell – und von denen gab es viele, weil sich Hoffenheim oftmals nur mit langen Bällen befreien konnte. Die schnellen Balleroberungen konnten aber nicht in zwingende Offensivaktionen umgewandelt werden. Das lag vor allem am fehlenden Tempo und der Genauigkeit im Passspiel. Boten sich mal Räume folgte meist ein Pass in den Rücken des Mitspielers oder direkt ins Aus.

1899 stand defensiv sehr gut gestaffelt und machte vor allem die Mitte dicht. Da von Alaba und Lahm, der wieder als Außenverteidiger auflief, wenig Druck kam und sie die Wege nach vorne nicht bis ins Letzte mitgegangen sind, gab es sehr viele lange Bälle von Dante und Boateng. Kurzum es war der beschwerliche Start, den der FC Bayern in den letzten Wochen oftmals in der Bundesliga hingelegt hat. Bis auf das Bundesligaeröffnungsspiel gegen Borussia Mönchengladbach hat man es nicht geschafft in den ersten 15. Minuten in Führung zu gehen bzw. ein Tor zu erzielen. In der Champions League traf man in den bisherigen drei Auftritten in der 3., 7. und 25. Spielminute. Ein auffälliger Unterschied. In diesem Spiel lag es vor allem an der Chancenverwertung. Nach einer Abtastphase, gab es doch einige Möglichkeiten die Führung zu markieren.

Das rächte sich dann auch mit der ersten Offensivaktion von Hoffenheim. Nach einer Ecke wollte Neuer die Kugel fangen, das ging schief und Süle (34.) staubt zum unverdienten 1:0 für 1899 ab. Im Anschluss hatte Hoffenheim sicherlich seine beste Phase – es folgten weitere Torabschlüsse, die aber von Neuer zum Teil glanzvoll abgewehrt wurden.

Ein erneut langer Ball von Boateng leitete den Ausgleich ein. Abraham konnte Müller wohl nur mit einem Foul stoppen. Der anschließende Freistoß von Ribery wurde von Mandzukic (39.) gekonnt mit dem Oberschenkel zum 1:1 abgefälscht.

Nach der Halbzeit brauchte es erneut 15-20. Minuten bis der FC Bayern ins Laufen kam. Pep versuchte mit mehren Umstellungen Druck aufzubauen. So zog er mal Martinez zurück in die IV, während Boateng den RV markierte und Lahm auf die 6 rückte. Dies brachte aber auch nicht den gewünschten Erfolg. Erst die Einwechslung von Kroos für Mandzukic führte den FC Bayern auf die Siegerstraße. Kroos brachte mehr Sicherheit ins Passspiel und konnte einige Bälle gut behaupten. Dadurch wurden Räume auf den Flügeln frei.

Der Siegtreffer wurde aber durch das gute Pressing und Stellungsspiel erzielt. Süle spielte den Ball  halb-bedrängt zu Martinez, der Götze steil schickte. Der drang in den Strafraum ein und blieb vorerst hängen. Dann aber rollte die Kugel mit schönen Pässen über Martinez und Ribery zu Müller weiter, der den FC Bayern in der 75. Minute auf die Siegerstraße brachte und damit erneut an die Tabellenspitze.

Allerdings muss man sich langsam hinterfragen, weshalb man gerade im Brot & Buttergeschäft Bundesliga so viele Probleme hat. Es war im 11. Bundesliga-Spiel der dritte Rückstand, der gedreht wurde. Hinzu kommen noch zwei ‚verspielte‘ Führungen, die eine bessere Punktausbeute verhinderten. Verwunderlich dabei ist, dass man die besten Spiele ausgerechnet gegen die Champions League Vertreter Leverkusen und Schalke 04 ablieferte. Darüber hinaus gab es ziemlich viel Dienst nach Vorschrift. Von den bisher 9 Siegen in der Bundesliga waren 4 ‚nur‘ mit einem Tor Differenz. Das wird dann kritisch, wenn man weiter mit klaren individuellen Fehlern Gegentore verschenkt. Das ist insbesondere dann ärgerlich, weil die Abwehr ansonsten relativ sattelfest steht. Mehr Sorgen bereitet da eher die Offensive. Viele Chancen werden liegen gelassen. Zu nennen ist hier Thomas Müller, der zwar den Siegtreffer markierte, aber auch in diesem Spiel mindestens ein Tor hätte mehr schießen können oder müssen. Das Gleiche gilt auch für Mario Mandzukic – er traf zwar gekonnt ungewollt zum Ausgleich, ansonsten kam offensiv aber zu wenig.

Dies erkennt auch Pep Guardiola, der überraschend offensiv nach dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim eine ‚Konzeptänderung‘ ankündigte. Die erste Möglichkeit eine Änderung zu beobachten bietet das CL-Auswärtsspiel in Pilsen. Anschließend kommt es zum Duell mit dem FC Augsburg, bevor es zum ersten Aufeinandertreffen mit Borussia Dortmund geht. Spätestens dann muss eine Steigerung her, will man sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

1899 Hoffenheim – FC Bayern München 1:2 (1:1)
1899 HoffenheimCasteels – Beck, Abraham, Süle, Salihovic – Rudy (87. Vestergaard), Strobl – Volland, Herdling (78. Elyounoussi), Firmino – Modeste (81. Schipplock)
BankGrahl (Tor),Thesker,Toljan,Nazario
FC Bayern MünchenNeuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Martínez – Müller, Götze (80. Rafinha), Schweinsteiger, Ribéry – Mandzukic (64. Kroos)
BankStarke, Kirchhoff, Contento, Van Buyten, Weiser
Tore1:0 Süle (34.), 1:1 Mandzukic (39.), 1:2 Müller (75.)
KartenGelb: Abraham, Rudy / –
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