Vorschau: Der Bundesliga-Spielplan des FC Bayern 2016/17

Am 26.8.2016 startet der FC Bayern in seine 53. Bundesliga-Saison. Die DFL veröffentlichte am Mittwoch den offiziellen Spielplan, der wiedermal sehr ausgewogen ist. Gegen Dortmund und Schalke muss der Rekordmeister in der Hinrunde zunächst auswärts ran. Dafür sind Gladbach und Leverkusen aber bereits vor dem Jahreswechsel in der Allianz Arena zu Gast.

Die Pflichtspiel-Saison beginnt erneut mit dem DFL-Supercup. Am 14. August müssen die Münchner in Dortmund antreten. Für Ancelotti wird es der erste Auftritt mit dem FC Bayern in einem Pflichtspiel und auch für Neuzugang Mats Hummels ist es ein ganz besonderes Debüt. Vom 19. bis zum 22. August findet die erste Runde im DFB-Pokal statt. Für die Münchner geht es in diesem Zeitraum – das genaue Datum wurde vom DFB noch nicht terminiert – nach Jena. Am Freitag in der darauffolgenden Woche beginnt die Bundesliga-Saison mit dem Duell zwischen Bayern München und Werder Bremen. In der Allianz Arena wird am 26. August um 20:30 Uhr Anstoß sein. Für die Elf von Carlo Ancelotti beginnt dann die Mission Titelverteidigung. Es ist wieder ein historisches Ziel, das sich der FC Bayern gesteckt hat, doch natürlich geht man als vierfacher Serien-Meister als Favorit in diese Spielzeit.

Mit dem Auftakt gegen Werder Bremen erwartet den Favoriten jedenfalls gleich ein Duell mit Tradition. In der letzten Saison trafen die beiden zum 100. Mal aufeinander, als 4. Paarung in die Bundesliga-Geschichte. Werder avancierte in den letzten Jahren allerdings zu einem Lieblingsgegner der Bayern. 13 Pflichtspiele in Folge konnten sie nicht gegen den 26-fachen Meister aus München gewinnen. Historisch gesehen hat die Begegnung aber ein anderes Ausmaß. Über viele Jahre war Werder ein Angstgegner. Gegen kein anderes Team haben die Bayern häufiger in der Bundesliga verloren als gegen Bremen (26 Mal). Die Rollenverteilung ist für den Auftakt in der Allianz Arena dennoch klar.

Glückliche Champions-League-Wochen

Schon nach dem Beginn der Bundesliga-Saison kommt die erste Länderspielpause, ehe am 2. Spieltag gegen Schalke ein schweres Auswärtsspiel wartet. Es folgt die erste englische Woche mit dem 1. Spieltag in der Champions League sowie einem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am 3. Spieltag der Bundesliga. Allerdings haben die Bayern das Glück, dass sie nach allen sechs Champions-League-Spielen in der Liga zu Hause ran dürfen. Nach Ingolstadt absolvieren sie nach Auftritten in der Königsklasse Heimspiele gegen Köln (30.9.-2.10.), Mönchengladbach (21.-23.10.), Hoffenheim (4.-6.11.), Leverkusen (22.-23.11.) und Wolfsburg (9.-11.12.). Zwar sind diese Aufgaben anspruchsvoll, aber der Heimvorteil könnte am Ende wichtig sein. Kontrahent Dortmund spielt fünf der sechs Bundesliga-Spiele nach Champions-League-Spielen auswärts, hat dafür aber das auf dem Papier einfachere Programm.

Komplizierte und wichtige Wochen erwarten den Rekordmeister von Ende Oktober bis rein in den Dezember. Am 8. Spieltag geht es nach dem dritten Spiel in der Königsklasse gegen Gladbach. Anschließend warten die zweite Runde im Pokal (25.-26.10.), das Auswärtsspiel in Augsburg, der vierte Spieltag in der Champions League, Hoffenheim im Heimspiel und eine Länderspielpause, auf die direkt die Top-Duelle in Dortmund und gegen Leverkusen in der Bundesliga folgen. Zwischen diesen beiden Spielen gibt es außerdem noch den 5. Spieltag im Europapokal zu spielen. In dieser Phase könnte bereits eine kleine Vorentscheidung dahingehend fallen, wer den Bayern in dieser Saison Paroli bieten kann.

Trotz der anstrengenden internationalen Turniere wird das Programm hart für die Nationalspieler. Ancelotti wird wohl viel rotieren müssen, um seine Ziele schlussendlich erreichen zu können. Im Oktober und November müssen Spieler, die auch bei Länderspielen regelmäßig nominiert werden, bis zu 15 Pflichtspiele absolvieren. Der neue Trainer des Rekordmeisters wird also seinen ganzen Kader benötigen. Aufgrund der oben geschilderten Wichtigkeit der Duelle muss er jedoch eine gewisse Balance finden.

Ausblick auf die heiße Phase

Am 11. beziehungsweise 12. April 2017 beginnen die Champions-League-Viertelfinals. In den letzten Jahren war der FC Bayern dort immer Stammgast und auch in dieser Saison ist es das Ziel weit zu kommen. Zwischen dem Hinspiel und dem Rückspiel (18.-19.4.) haben die Münchner jedoch eine schwere Auswärtsaufgabe in Leverkusen zu lösen. Es folgen ein Heimspiel gegen Mainz (21.-23.4.) und das Halbfinale im DFB-Pokal (25.-26.4.). Anschließend muss Bayern nach Wolfsburg (28.-30.4.), um dann ein mögliches Champions-League-Halbfinale am 2. oder 3. Mai zu spielen. Sollte man dieses erreichen, entscheidet sich am 9. und 10. Mai ob und wenn gegen wen die Bayern im Finale am 3. Juni 2017 in Cardiff spielen müssen. Das DFB-Pokalfinale findet eine Woche zuvor – dem 27. Mai 2017 – in Berlin statt.

Blick auf die Konkurrenz

Die Bundesliga ist das Kerngeschäft der Bayern und ob es Außenstehende glauben, oder nicht, es ist der wichtigste Titel für den Verein. Die Serie aufrecht zu erhalten und die Meisterschaft zum fünften Mal in Folge zu gewinnen wäre eine erneut herausragende Leistung. Der Spielplan stellt dabei einige Fallen. Speziell Hauptkonkurrent Dortmund hat nach den Viertel- und Halbfinals in Champions League und Pokal vermeintlich einfachere Gegner in der Liga. Gladbach ist dabei der einzige größere Gegner. Sollte der BVB im internationalen Wettbewerb früher ausscheiden als die Bayern, könnte es sogar noch komplizierter für sie werden.

Während der amtierende Meister sich auf einen neuen Trainer einstellen muss, sind die Dortmunder in einem erneuten Umbruch. Wie konkurrenzfähig sie sind, wird sich erst noch zeigen. Mit Gündogan und Hummels haben den Verein schon zwei Schlüsselspieler verlassen. Auch Mkhitaryan soll vor dem Absprung stehen. Allerdings hat man auch vielversprechende Talente verpflichtet, wie beispielsweise Dembélé oder Emre Mor. Thomas Tuchel hat schon bei Mainz mehrfach unter Beweis gestellt, dass er mit Abgängen umgehen kann. Auch letztes Jahr, als er die Spielweise der Dortmunder komplett umkrempelte, rechnete niemand mit einer derartig starken Saison. Dortmund sollte man aus Münchner-Sicht deshalb sicher nicht abschreiben. Irgendwann wird auch der FC Bayern in der Bundesliga mal wieder Federn lassen und Dortmund wäre in einer guten Position das zu nutzen, wenn es in der kommenden Saison passiert.

Nach diesen beiden Mannschaften folgt der übliche erweiterte Kreis der Favoriten. Leverkusen zeigte nach dem Ausscheiden im internationalen Wettbewerb, dass sie richtig guten Fußball spielen können. Das alljährliche Problem ist die Konstanz. Sollte es Roger Schmidt gelingen diese aufzubauen und den Kader fit zu halten, zählt auch Leverkusen zu den Mitfavoriten. Komplettiert wird der erweiterte Kreis von Gladbach, Schalke und Wolfsburg, die zwar eine extrem schwache Saison hinter sich haben, aber dadurch keine Belastung im internationalen Wettbewerb haben. Interessant wird zudem, wie weit RB Leipzig schon ist. Der heiß diskutierte Neuling muss sich erstmal in der Bundesliga zurecht finden, hat aber die Mittel, um gute Spieler zu verpflichten. Dank Ralf Rangnick steckt ein sportliches Konzept dahinter und es könnte sein, dass man sie früher in der oberen Tabellenregion sieht, als viele es sich wünschen würden.

Der Spielplan gibt jedenfalls interessante Konstellationen her. Wer sich den kompletten Spielplan inklusive aller Rahmentermine anschauen will, dem sei der Überblick von bundesliga.de empfohlen.

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Leserkommentare
  1. Danke für die Einschätzung. Mit Urteilen zu Spielplänen tue ich mich immer etwas schwer. Mir fehlt hier der philosophische/theoretische Überbau: Was ist denn überhaupt gut oder schlecht? Ist es besser, leichte Heimspiele nach CL-Spielen zu haben?

    1. Soll auch nicht als jammern verstanden werden. Letztendlich gibt es 17 Heim- und Auswärtsspiele und die Reihenfolge ist nicht immer Aussagekräftig. Vorteile und Nachteile gibt es da wohl eher nicht für die einzelnen Klubs. Aber es wird natürlich interessant zu sehen wie Bayern in der von mir beschriebenen heißen Phase abschneidet.

      1. War auch nicht im geringsten als Vorwurf an dich gemeint. (Schon gar nicht als Jammern von dir.)
        Sondern eher was ich heute u.a. auf Twitter lesen konnte, wo u.a. die Dortmunder eine Verschwörung ob der Heimspiele nach den CL-Spielen witterten.

      2. Alles gut. Wollte es nur klargestellt haben falls jemand es so verstehen sollte.

  2. Osrig

    Ich habe den Artikel erst mal nur überflogen. Vieles ist sicher Spekulation, aber was mir auffällt ist die Aussage:
    “Die Bundesliga ist das Kerngeschäft der Bayern und… der wichtigste Titel für den Verein.”
    Endlich! Eine sehr gute Aussage, die ich zu hundert Prozent unterschreiben kann!
    Wenn ich schon wieder lesen muss, was in den übrigen Medien so alles zur neuen Saison geschrieben wird, wie da schon wieder von der “Mission Triple” die Rede ist, da können wir gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass – so schön ein CL-Triumph auch ist – die Deutsche Meisterschaft der wichtigste zu erringende Titel ist und bleibt!

    1. Vor allem der ehrlichste. Er sagt uns ob wir eine konstant gute Leistung abrufen oder nicht. Die Pokal-Wettbewerbe sind Tagesform. Wichtig, aber nicht annähernd so wie die Bundesliga.

    2. Verstehe ich nicht. Was macht die Bundesliga zum wichtigsten Titel? Justin sagt, es sei der ehrlichste Titel, und da stimme ich auch vollkommen zu. Aber warum der Wichtigste? Wenn es nur nach der Anzahl der Spiele ginge, wäre ja Deutschlands Sieg in der Qualifikationsgruppe zur EM (10 Spiele) wichtiger als der EM-Titel (7 Spiele).
      Fakt ist: der Großteil der Bundesligavereine kann mit der kleinen Topgruppe an der Spitze kaum mithalten. International trifft man dagegen eher auf Gegner, die (mindestens) auf Augenhöhe agieren können. Daher würde ich einen solchen Titel als wichtiger sehen, allein weil er härter zu erkämpfen ist (= ein Fehler und man ist raus, siehe Gegentor durch Atléticos Griezmann).

      Aber: Das Triple als Pflicht anzusehen (bzw. generell Titel als Pflicht anzusehen) ist definitiv der falsche Ansatz, den ich nicht Teile. Jeder Titel ist optional und immer wieder schön, wenn man ihn gewinnt.

      1. Weil die Bundesliga die Basis für alles ist. Dort legst du die Grundsteine für den Erfolg in anderen Wettbewerben. Wenn man mich fragen würde ob ich lieber die CL gewinnen würde oder die Meisterschaft, dann würde ich wahrscheinlich CL sagen, weil sie spezieller ist. Aber die Bundesliga ist das wichtigste und der Verein strebt als erstes immer nach ihr. Holt man diesen Titel, ist die Saison eine gute.

      2. Ich glaube, ihr seid hier im Prinzip einer Meinung. Und ich ebenfalls.
        Vielleicht war “wichtigste” eine unglückliche Wortwahl von Justin, weil nicht eindeutig.

        Wichtig im Sinne von “daran messe ich die Mannschaft, den Trainer, den Vorstand” –> Buli, eben weil ehrlich/fair. Und dies wiederum weil der Zufall eine kleinere Rolle spielt. Sollte bei “La Mannschaft” ähnlich sein wenn man Team/Löw/Bierhoff bewerten will. Ein unglückliches Aus in einem (!) K.O.-Spiel – kann passieren.

        Wichtig im Sinne von “darüber freuen wir uns, wenn wir ehrlich sind, am meisten” und “wichtig für das internationale Renommee des FCB” und “das bleibt auf Jahr(zehnt)e im Kopf”: ganz klar CL und analog EM-/WM-Titel.

      3. Damit gehe ich d’accord! Danke für die Ausführung!

  3. Tanja

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

    Die Meisterschaft hat für mich Priorität und alles was dazu kommt, ist das berühmte Sahnehäubchen :-)

  4. wipf1953

    Ich bin mal so frei und tippe, wie die Saison verlaufen könnte.

    1. Ein Bayerndurchmarsch – den es jetzt viermal hintereinander gab – ist fast ausgeschlossen. Die EM dauert eine Woche länger als früher (so lange wie eine WM), die Liga geht aber relativ bald los, und einige Bayern-Leistungsträger sind schon unfit in die EM gestartet (Th. Müller, Thiago, aber auch Alaba – sie werden die Liga auf dem Zahnfleisch spielen müssen). Dann die vielen Länderspiele (die es 2015/2016 kaum gab). Und viele Gegner werden sich top vorbereiten.

    2. Statt dessen glaube ich an eine sehr spannende Saison. Wobei es fast schon klar ist, dass auch RedBull oben mitmischen wird. Gut so, der Liga tut das gut. Am Ende wird Bayern das Rennen machen – weil Ancelotti ein Coach ist, der aus seinen Spielern Höchtleistungen rauskitzeln kann.

    3. CL und Pokal – in beiden Wettbewerben ist alles möglich. Auch ein früher Tod in einem ko-Spiel.

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