LEVERKUSEN, GERMANY - FEBRUARY 06: Xabi Alonso of FC Bayern Muenchen challenges Julian Brandt of Bayer Leverkusen during the Bundesliga match between Bayer Leverkusen and FC Bayern Muenchen at BayArena on February 6, 2016 in Leverkusen, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Gefährliche Brandtung

Die Saison 2016/17 geht auf die Zielgerade. Im Hintergrund wird bereits nächste Saison vorbereitet. Nach Medienberichten rückt Julian Brandt verstärkt in den Fokus der Münchner.

Mit Philipp Lahm und Xabi Alonso verlassen bereits zwei Altstars den FC Bayern.

Von den älteren Spielern der großen “Generation 2013” stehen 2017/18 nur noch Franck Ribery und Arjen Robben im Kader. Beide haben ihre Verträge jeweils um ein Jahr verlängert, aber schon die vergangene Saison hat gezeigt, dass beide nicht mehr 75% der Spielzeit auf dem Rasen stehen können.

Franck Ribery hat in dieser Saison deutlich unter 50% der möglichen Spielzeit absolviert. Arjen Robben war nicht ganz so oft verletzt, aber selbst er kommt nur knapp über 50%. In der Summe gibt es also deutlich genug Spielzeit auf den Flügeln.

Da Costa und Coman ebenfalls lange verletzt gefehlt haben und sportlich noch Fragezeichen hinterließen, ist es mehr als nachvollziehbar, dass sich der FC Bayern nach zusätzlichen Ergänzungen umsieht. In den Fokus rückt dabei Julian Brandt. Der Leverkusener kam in der Saison 2013/14 aus der A-Jugend vom VfL Wolfsburg nach Leverkusen. Entdeckt hat ihn dort der heutige bayerische technische Direktor Michael Reschke.

In den nunmehr dreieinhalb Jahren Leverkusen war er in 90 Bundesligaspielen an 34 Toren direkt beteiligt. Je 17 Tore und Vorlagen steuerte der 20-Jährige in bisher bei.

In der laufenden Saison sind es zwei Tore und sieben Vorlagen. Die Leverkusener Leistungsschwankungen gehen auch an Brandt nicht komplett vorbei. Sehr gute Partien wechseln sich mit (unter-)durchschnittlichen Leistungen ab. Brandt dafür aber verantwortlich zu machen, ist sicherlich zu kurz gegriffen. Das Kalenderjahr 2016 war führ ihn wohl einfach zu lang.

Im vergangen Sommer war Brandt bei den Olympischen Spielen, nachdem er den Sprung auf den EM-Zug verfehlte. Dort gewann er die Silbermedaille und bereitete neun der 22 deutschen Turniertreffer vor. Gegen Portugal im Viertelfinale gewann er die Auszeichnung “Spieler des Spiels”.

Stärken und Schwächen

Brandt hat für sein junges Alter ein gutes Verständnis für den Raum. Der Rechtsfuß kommt überwiegend über die linke Seite, zieht von dort gerne in die Mitte und sucht auch selbst den Abschluss. 1,5 Abschlüsse pro Partie nimmt sich Brandt und gewinnt 2,3 Dribblings. Dies markiert jeweils den Höchstwert im Team der Leverkusener. Hinzu kommen viele Vorlagen. Mit 1,5 Keypässen pro Partie ist er ebenfalls einer der besseren Leverkusener.

Innerhalb der Bundesliga ist er nach den FCB-Spielern Ribery und Robben derjenige, der die meisten finalen drei Pässe umgerechnet auf 90 Minuten spielt. Bei den gewonnen Zweikämpfen ist er eher im oberen Mittelfeld, allerdings gibt es hier Spieler wie Costa und Dembele, die um ein vielfaches effektiver bzw. erfolgreicher sind.

Brandt im Vergleich.
Brandt im Vergleich.

In der Summe sind seine Dribblingwerte nicht schlecht. Er profitierte dabei natürlich lange Zeit von der sehr aggressiven Spielweise der Leverkusener, die durch hohes Pressing eine möglichst schlecht gestaffelte defensive Reihe provozieren wollten.

Bemerkenswert für sein junges Alter ist sein Abschluss. Im Frühjahr des letzten Jahres traf er in sechs aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen. Rekord für einen U-20 Spieler.

Auf der Schwächen-Seite steht sicherlich die Geschwindigkeit. Brandt ist nicht der schnellste Spieler.

Gegner zu überrennen, wie es Costa oder Coman tun, sieht man bei Brandt eher selten bis gar nicht. Dies könnte bei den sehr defensiv orientierten Gegnern des FC Bayern ein Problem werden, da er wohl nicht über die Fähigkeit verfügt, aus dem “Nichts” Etwas zu kreieren.

Brandt hat viel Potenzial und passt von der Altersstruktur in die Verjüngskur des FC Bayern. Spieler wie Kimmich, Sanches und Coman sollen die 20er-Jahre der Münchner prägen.

Brandt könnte einer dieser Spieler werden. Stimmen die von der ‘BILD’ kolportierten 30 Millionen Ablösesumme, dann ist dies ein kalkulierbares Risiko. Entgegenkommen dürfte dem FC Bayern die aktuelle Tabellensituation der Leverkusener.

Im Falle einer verpassten Qualifikation für die Europa League, müsste die Werkself wohl den Kader verschlanken. Hinzu kommen immer wieder Gerüchte, die besagen, dass Brandt eine Ausstiegsklausel im vorletzten Vertragsjahr hat: dem Sommer 2018. Diese Klausel könnte Leverkusen schon in diesem Sommer zum Handeln zwingen.

Das erste Jahr könnte für Brandt dennoch schwierig werden. Zumindest wenn Ribery und Robben – aber auch Costa und Coman – weiterhin im Kader der Münchner stehen. Hier streiten dann fünf Spieler, um zwei Positionen.

Vom Profil her passt Brandt natürlich perfekt in das Beuteschema des FC Bayern der 2000er-Jahre. Jung, talentiert und deutscher Nationalspieler.

Mit Süle und dem zugegeben etwas älteren Rudy würde Brandt perfekt in diese Reihe passen.

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Leserkommentare
  1. Gestrandedinberlin

    Bin der Meinung bei Spox Mal ne Bilderserie von den Spielern gesehen zu haben, die letzte Saison die meisten Ballverluste hatten, wo er dann mit bei war.
    Grundsätzlich glaube ich auch, dass es nur extrem wenig junge Spieler bei Bayern direkt schaffen, Alaba und Lahm z.B brauchten ja auch erst eine Leihe. Die Verpflichtungen Süle, Sanches, Kimmich , Coman und ggf. Brandt zeigen ja, dass man denkt, dass Bayern es doch kann – also vielversprechende Talente zur Weltklasse zu bringen. Mein Tipp momentan wäre, dass Sanches der Einzige sein wird, der das schafft…Aber Mal sehen.

    1. Tschemp

      Was stimmt dich bei Sanches so positiv? Ich habe bei ihm (bis auf seine Ballabschirmung) noch nichts gesehen, was seinen Transfer auch nur ansatzweise rechtfertigt. Sein Spielverständnis, Positionsspiel und Passgenauigkeit sind eine Katastrophe, so deutlich muss man das leider sagen.

      1. Aaron

        Saches ist jung und körperlich absoluter Wahnsinn ! Und was war zum Beispiel bei einem Robert Lewandowski? Der war die erste Saison auch nicht überragend bei uns und seht ihn euch jetzt mal an ! Die Spieler brauchen erst mal ein Jahr um sich hinein zu fügen also wird es beim Portugiesen auch so sein !

      2. Gestrandedinberlin

        Sein Passspiel und seine Zweikämpfe sind in der Tat ausbaufähig…Aber der Kollege ist ja auch noch sehr jung. So schlecht finde ich sein Positionsspiel allerdings nicht. Was mir bei ihm gefällt, dass sein Spiel schnell vertikal geht. Das geht dem Bayernspiel schon manchmal ab, wobei der Punkt auch etwas schwer zu beurteilen ist, da er meist in der 70. Minute reinkommt, wo es dann 2:0 für die Bayern steht. Aber er hatte ja zB gegen Augsburg fast n Tor vorbereitet, wo, ich glaube Lewandowski, dann knapp im Abseits stand. Er ist halt eher vergleichbar mit Vidal.
        Ich mag ja eigentlich Kimmich auch aber ich zB gegen Augsburg habe ich es so gesehen, dass er durch eine nicht so ideale Positionierung und Passspiel Coman auch die Chance genommen hat, sich besser in das Spiel zu integrieren.
        Um nochmal deine Frage zu beantworten, Sanches sehe ich auch deshalb positiver, weil das Schlechte was man von ihm gesehen hat leicht auf Anpassungsfragen zurückzuführen sind, die so n junger Mensch in einem anderen Land nun Mal hat. Kimmich hatte aus meiner Sicht mehr Zeit bei Bayern um nicht deutlich weiter in seinem Impact auf das Spiel zu sein. Coman ist aus meiner Sicht einer der Leidtragenden des Trainerwechsels…Er hat aus meiner Sicht bisher keine richtige Gelegenheit bekommen sich in das Spiel zu integrieren und ich habe keinen wirklichen Anlass zu denken, worum sich das, außer bei einer Verletzung, ändern sollte. Aus meiner Sicht hätte er es aber eigentlich drauf, Mal ganz abgesehen davon, dass er eine der einzigen Bayernspiel ist, bei denen ich nicht gleich n Anfall bekomme, wenn sie zur Flanke ansetzen.

      3. Kurt

        EM verpasst?

      4. Tschemp

        Ist die Frage an mich?

        Ich habe Sanches bei der EM nach dem Transfer zu uns natürlich besonders verfolgt. Und entgegen der EM-Award-Jury fand ich seine Auftritte nicht überzeugend, aus den genannten Gründen Passqualität und Spielverständnis. Der Kicker sieht es analog, seine beste Note im Turnier ist eine 3,0
        (und Portugal hatte einen extrem einfachen Spielplan).

        Davon abgesehen wäre es mir auch egal, falls Sanches bei der EM die Sterne vom Himmel gespielt hätte. Wichtig ist, was ich bei ihm bisher in 9 Monaten bei uns gesehen habe. Und das war leider noch fast gar nichts.

        P.S. Wie antwortet man hier in den Kommentaren auf Beiträge in der 2. oder 3. Reihe?

      5. Kurt

        “Wie antwortet man hier in den Kommentaren auf Beiträge in der 2. oder 3. Reihe?”

        Die Funktion gibt es leider nicht. ^^

      6. Daniel

        @Gestranded
        “Kimmich hatte aus meiner Sicht mehr Zeit bei Bayern um nicht deutlich weiter in seinem Impact auf das Spiel zu sein.”
        Tut mir leid, aber das stimmt einfach überhaupt nicht. Kimmich hat uns in der Hinrunde in einer schwachen Phase mehrfach mit wichtigen Toren den Arsch gerettet. Im vergangenen Jahr musste er unter Guardiola in vollkommen unbekannter Rolle als IV aushelfen und hat das in dieser extrem schwierigen Situation stark gemacht, so dass wir den zwischenzeitlichen Ausfall aller gelernten Innenverteidiger unbeschadet überstehen konnten. Demgegenüber hat Sanches noch nichts gemacht außer in bereits entschiedenen Spielen eingewechselt zu werden. Kimmich hat also bei weitem mehr Impact.

        Ich will Sanches keinesfalls schlecht reden, aber aus der Reihe Süle, Sanches, Kimmich , Coman und ggf. Brandt sehe ich bei ihm die schlechtesten Perspektiven. Kimmich und Coman haben-trotz ihres jungen Alters-bereits nachgewiesen, dass sie uns helfen können. Süle überzeugt als IV in der Buli seit Jahren. Sanches hingegen kommt aus einer deutlich schwächeren Liga, hat eine solide (für sein Alter gute), aber sicher keine spektakuläre EM gespielt und ist bei uns jetzt mit die letzte Wechseloption. Passgenauigkeit und Pressingresistenz finde ich auch für einen Bayernspieler zu schwach. Hoffentlich überzeugt er mich noch vom Gegenteil, aber Stand jetzt ist ein Kimmich da ein ganz anderes Kaliber und vor allem ist er für eine Ballbesitzmannschaft geeigneter.

    2. Fabian

      Zu Sanches wurde hier mMn einige Dinge falsch dargestellt.
      Erstmal sollte man nochmals betonen , dass der Junge erst 19 ist, kein deutsch und nur sehr wenig englisch spricht und bisher kaum Spielpraxis sammeln konnte bzw. durfte (438 Minuten in der Buli. Das sind gerade mal 4,8 Spiele). Aber er hat ja auch Leute wie Alonso, Thiago, Vidal und Kimmich vor sich.

      Zu der angesprochenen Passquote: die liest sich mit 89% gar nicht mal so schlecht für einen Spieler mit so einem starken Offensivdrang. Dazu kommen 4 erfolgreiche Tacklings von insgesamt 6 Tacklingversuchen und 0,71 Schüsse pro 90.
      Man sollte diese Saison vllt als Eingewöhnungsphase bezeichnen und darauf hoffen, dass nächste Saison ein paar Einsätze mehr dazu kommen. Zumal er dann eine komplette Saisonvorbereitung wahrnehmen kann.

  2. Tschemp

    Final Third Passes sind nicht die finalen drei Pässe, sondern angekommene Pässe im letzten Drittel. Das Brandt hierbei hinter Robbery und sogar noch vor anderen Bayernspielern wie Costa liegt, ist ein Indiz dafür wie gut er auch bei einem dominanten Ballbesitzteam klar kommen könnte. Er kann den Ball gut verwerten und ist im Zusammenspiel mit Mitspielern top.
    Der Punkt der mangelnden Antrittsschnelligkeit und Dribbelstärke spricht jedoch klar gegen Brandt als Außenspieler beim FCB. Gerade im Vergleich zu Sane und Dembele. Vielleicht ist eine zentralere Rolle für ihn besser. Diese Variante haben wir jedoch mit Götze bereits hinter uns, und damals wie heute ist Müller (und nun Thiago) der große Gegner dieses Spielertyps.

    1. Bei der Übersetzung der “Final Third Passes” hast du recht.
      Bleiben wir bei der Abbildung: Was bedeuten die Take Ons per 90? Versuchte Dribblings? Oder erfolgreiche? Wäre für die Interpretation nicht ganz unwichtig.

      Insgesamt finde ich die Statistik sehr positiv für Brandt. Wenn man von den Bayern-Spielern absieht (per Dominanz und Daueraufenthalt ist hier keine “Chancengleichheit”), sticht er sogar richtig positiv hervor. Aber die entscheidene Frage stellt sich einen Schritt vorher: Sind das die richtigen beiden Kriterien?

      Geschwindigkeit: Auf mich macht er einen spritzigen Eindruck. Gibt es Belege für deine vergleichsweise schwache Bewertung hier?

      Anyway, im Gesamtpaket gilt für mich: machen. Kaufen. Muss ich keine Sekunde drüber nachdenken. Absoluter Wunschtransfer.

      Zum Vergleich mit Sanches, Kimmich und Co. sei gesagt: Brandt ist zwar auch jung, aber anders als diese hat er bereits die Erfahrung von 3,5 Jahren Bundesliga mit rund 100 Spielen. Das ist eine Menge.

      1. Tschemp

        Belege für die Geschwindigkeit habe ich nicht, die Einschätzung beruht nur auf Beobachtung der Spiele.

        Die Take-Ons sollen erfolgreiche Dribblings pro 90 Minuten darstellen. Hier sind die genauen Daten (von Squawka, Spieler mit mindestens 8 Einsätzen in der Saison):

        1. Mor 6,08 erfolgreiche Dribblings pro 90min bei 61% Erfolgsrate
        2. Dembele 4,75 bei 57%
        3. Barkok 4,02 bei 70%
        4. Costa 3,64 bei 62%
        5. Keita 3,45 bei 69%
        6. Pulisic 3,25 bei 57%
        7. Ribery 3,03 bei 56%
        8. Coman 2,76 bei 38%
        9. Weiser 2,69 bei 48%
        10. Bernat 2,68 bei 55%
        11. Brandt 2,55 bei 41%

        15. Robben 2,42 bei 56%

        25. Thiago 2,07 bei 68%

        Es ist der Wahnsinn, was der BVB mit Mor, Dembele und Pulisic für Talente besitzt. Jeden einzelnen von denen würde ich mit der Schubkarre abholen. Ein Brandt oder Gnabry spielen nicht in dieser Liga..

      2. Daniel

        Naja, also die Dribbelwerte zu nehmen und daraus auf die Qualität der Dortmunder im Vergleich zu anderen zu schließen ist schon ziemlich hanebüchen.
        Wie viele Dribblings ein Spieler hat hängt-neben seiner grundsätzlichen Qualität-von unheimlich vielen Faktoren wie dem eigenen Spielertyp, der Mannschaftstaktik, der Qualität der Mitspieler usw usw ab. In einer Mannschaft mit 57,6 % Ballbesitz (Dortmund) zum Beispiel hast du ja schon aus reinen Zeitgründen mehr Gelegenheit zu erfolgreichen Dribblings als ein Gnabry bei Bremen mit 45,0 %. Zudem greift der BVB mit mehreren Spitzenspielern an, sodass sich der Gegner schlechter auf einen einzelnen fokussieren kann als bei Bremen oder Leverkusen (die grundsätzlich gut sind, aber eine rabenschwarze Saison haben). Außerdem ist ein Dribbling an sich auch noch kein Erfolgskriterium, die Frage wann man wohin dribbelt und was man dann macht ist ja mindestens genauso wichtig (und speziell darin finde ich Brandt hervorragend). Und bei Mor erklärt sich seine sagenhafte Quote wohl zu einem guten Teil schon daraus, dass er meist recht spät eingewechselt wird, wenn der Gegner schon ermüdet und oftmals auch deprimiert ist.

        In der grundlegenden Aussage gebe ich dir aber Recht: Dortmund hat tolle Talente. Nennenswert über Brandt und Gnabry würde ich davon aber derzeit maximal Dembele sehen.

      3. Tschemp

        Aus den von dir genannten Gründen (Wie ist die Spielanlage der Mannschaft, wieviel Ballbesitz haben sie) erfolgt ja auch zusätzlich die Angabe der Erfolgsquote der Dribblings in Prozenten. Dieser qualitative Wert ist mindestens so entscheidend wie der quantitative.

        Und da sieht man, dass Brandt nur 41% seiner Dribblingversuche erfolgreich durchbringt. Das ist 20-30% weniger als die Ligaspitze und nicht auf dem Niveau von Costa, Ribery, und Robben, die bei uns gegen tief stehende Abwehrketten um die 60% erreichen.
        Gnabry liegt mit 38% nochmals darunter, auf demselben Niveau ist auch Coman – diese beiden Spieler leben quasi nur von ihrem Antritt. In Ballbehandlung und Technik haben sie Mängel, dafür hat Gnabry einen tollen Abschluss und Coman Ballsicherheit und Passvermögen.

        Mit Mor(der zugegebenermaßen quasi ausschließlich am Spielende mit dem Ball Richtung nächstem Gegenspieler rennt und tricken will, aber die Quote gibt ihm Recht), Pulisic und Dembele hat der BVB drei Dribbler, die von der Erfolgsquote her bereits auf dem Niveau von Costa, Robben und Ribery liegen. Und das ist mit 18-19 Jahren, in einer Ballbesitzmannschaft, einfach spektakulär. Bei Dembele und Pulisic stimmt auch schon die Entscheidungsfindung sowie Effizienz. Man kann sie nicht genug loben!

      4. chicago_bastard

        Bei Dembele stimmt die Entscheidungsfindung aber mal gar nicht. Selten war der Ausdruck kopfloses Huhn für einen Spieler passender… Der hat schon einige Gegentore direkt eingeleitet weil er am eigenen Strafraum ins Dribbling ging. Wie viele vielversprechende Angriffe er durch falsche Entscheidungen zunichte gemacht hat lässt sich kaum zählen.

        Ist ein junger Spieler und sollte man daher verzeihen aber mich nervt dieses kritiklose Hochjubeln fremder Spieler auf der einen Seite, während man die eigenen Talente überkritisch sieht. In puncto Spielintelligenz ist Coman schon deutlich weiter als Dembele, vom Kirmeskicker Mor ganz zu schweigen. Den überhaupt in die Diskussion zu bringen zeigt schon, dass man sich abseits der Statistiken nicht wirklich mit den Spielern befasst, der spielt beim BVB doch seit Monaten überhaupt keine Rolle mehr.

      5. Daniel

        Mea culpa, die Erfolgsquote hatte ich übersehen (war schon spät gestern ;) ) das ist natürlich schon etwas aussagekräftiger. Allzu viel würde ich da aber auch nicht drauf geben, das ist vielleicht ein kleiner Indikator, aber daraus zu schließen, dass Gnabry und Brandt nicht in einer Liga mit Mor spielen ist schon harter Tobak. Hab mir jetzt mal die Daten der vergangenen Saison besorgt, ein Leroy Sané (der bei City soviel ich weiß meist überzeugt) hat grad mal 46 % Erfolgsquote bei Take-Ons (genauso viel hatte übrigens Brandt). Choupo-Moting und Clemens Fritz andererseits haben 62 bzw. sogar ganz starke 67 %. Das bestärkt mich jetzt eigentlich auch darin, dass dieser Wert mit ganz viel Vorsicht zu genießen ist.

        Zum Thema Spielintelligenz hat Chicago unten schon was geschrieben. Das ist vielleicht etwas hart (mMn hat sich Dembele in dieser Beziehung schon ein wenig verbessert), geht aber in meinen Augen schon in die richtige Richtung

      6. Daniel

        Ach ja, und letzte Saison hat Coman 54 % seiner Dribblings durchgebracht. Ihn nur auf Schnelligkeit zu reduzieren wird ihm finde ich auch nicht gerecht.

  3. Jo

    Brandt sehr gerne. Aber bitte erst 2018.

    Wahrscheinlich bin ich da ausnahmsweise mal ganz der Meinung von Rudi Völler. Es lässt sich geradezu mit Händen greifen, wie gut ihm noch ein Jahr in Leverkusen tun würde.
    Da in der nächsten Saison mit seinen vier potentiellen Konkurrenten (mal unterstellt das bleibt so) in den Wettbewerb zu gehen?
    Ich hätte Zweifel, ob er spielerisch, körperlich und vor allem mental schon bereit dazu wäre. Wäre schade ihn nächste Saison vorzugsweise auf unserer Bank zu sehen.

    Aber ein Jahr später und weiter, für einen unterstellten Spottpreis, Robbery zumindest ein Jahr weiter in ihrer Ruhestandsplanung, CoCo besser einschätzbar? Das könnte eine feine, risikolose Sache werden.

    Btw. ich weiß nicht warum ihm immer wieder mangelnde Schnelligkeit unterstellt wird. Sieht bei jemanden mit einer größeren Übersetzung vielleicht so aus. Im Antritt haben dann Leute wie CoCo natürlich körperliche Vorteile. Aber langsam ist denn doch was anderes. Stand heute ist er sicher nicht langsamer als die Robbery der Gegenwart. Das sollte ausreichen.

    1. Warum erst 2018?
      Ich verstehe es, wenn man grundsätzlich junge Spieler spielen lassen will. Und hier und da ist ein potentieller Wechsel auch mal zu früh. Bei Brandt sehe ich das aber nicht. Wie im Artikel beschrieben spielt er seit bald 3,5 Jahren in Leverkusen. Ich wüsste nicht, was ihm ein weiteres Jahr in Leverkusen – zumal nächstes Jahr ohne CL – noch bringen sollte. Nee, er muss genau jetzt raus aus Leverkusen.

      Und ein Lehrjahr als Ribery-Nachfolger in Ribs Abschiedsjahr finde ich auch ideal – besser als eine Nachfolge im Jahre 1 nach Ribery.

      PS: Bei Sané gab es vor/nach seinem Wechsel zu City genau die gleiche Diskussion. Aktuell sind diese Mahner wohl verstummt…

  4. Marco05

    Bitte nicht. Vor allem nicht für das Geld. Ich bin zugegeben überhaupt kein Freund von Brandt. Seitdem die Diskussion um eine mögliche Verpflichtung aufkommen habe ich ihn mal genauer beobachtet. Vielleicht war der Zeitpunkt dafür schlecht gewählt aber bezeichnend ist dennoch dass er kaum mehr von Beginn an spielt und dann zumeist auch noch bestenfalls unauffällig.

    Gegen Atletico hatte er unglaublich viele (einfache) Ballverluste und keinen Biss nachzusetzen. Heute war er in den 15 Minutenen gefühlt nicht einmal am Ball. Nur 2 Beispiele die sich aber mit anderen Beobachtungen in letzter Zeit decken.

    Man kann die Gesamtleistung von Leverkusen als Entschuldigung anführen, aber wenn ich zB einen Bellarabi anschaue: bei dem klappt auch längst nicht alles, aber der ackert wie ein Gaul, ist schnell und wendig. Dazu gut im Abschluss und in der Vorbereitung. Also wenn es einer von Leverkusen sein soll, dann bitte den.

    1. Kurt

      Bellarabi *lachender Emoji mit Tränen*

    2. Daniel

      Naja, aus der verunsicherten Chaostruppe, die Leverkusen derzeit ist, kann man als junger Spieler kaum positiv hervorstechen. Um dir einen Eindruck von dem Spieler Brandt in einer funktionierenden Mannschaft (wie es der FC Bayern ist) zu machen, schau vielleicht mal ein Spiel aus der letzten Rückrunde.

      1. Marco05

        Doch könnte man. Gnabry hat das ja schließlich auch geschafft, als Bremen noch Chaos-Truppe war. Außerdem erwarte ich neben dem Hervorstechen einfach den unbedingten Willen und das Zerreißen auf dem Platz. Das fehlt mir bei Brandt vollkommen. Wie beschrieben ist nach dem Ballverlust für ihn die Szene vorbei, da gibts kein Nachsetzen nichts. Das ist mir in der Form deutlich zu wenig. Mir schleierhaft, wie man der Meinung sein kann, dass er a) uns weiterhilft und b) 30 Millionen wert sein soll.

      2. Daniel

        Gemessen an den Erwartungen (und dieser psychologische Faktor spielt bei jungen Spielern durchaus auch mit rein) war Bremen mMn auch in der Hinrunde schon weniger enttäuschend als Leverkusen (die manche vor der Saison sogar als Meisterschaftskandidat gehandelt haben). Außerdem war Gnabry bei Bremen der “Stareinkauf”, der quasi eine Stammplatzgarantie hatte und einige Freiheiten in der Offensive. Brandt hingegen steht bei Leverkusen noch etwas im Schatten von Chicharito, Calhanoglu oder auch Bellarabi, die schon wegen ihres Alters weiter sind. Zudem ist Gnabry fast ein ganzes Jahr älter. Und Gnabry hat diese Saison 13 Torbeteiligungen, Brandt 9. Das ist jetzt auch kein himmelweiter Unterschied…

        Ich will aber Gnabry sicher nicht schlecht reden, das ist schon ohne Frage ein toller Spieler.

  5. wipf1953

    Ich würde die Sache von den Mittelstürmern her andenken. Lewa ist 28, hat noch Vertrag bis 2012, d.h. er wird entweder sehr bald für sehr sehr viel Geld wechseln (unwahrscheinlich), oder sehr lange bei Bayern bleiben. Gleiches gilt für Müller, der hat auch Vertrag bis 2021 und wird seine Karriere voraussichtlich beim FC Bayern beenden.

    Die letzte Saison hat gezeigt, dass Bayern das dominanten Spiel über die Flügel weiterentwickelt und mit Costa und Coman auf Spieler gesetzt hat, die auch Flanken schlagen können (etwas, was Ribery und Robben nicht tun und wo auch die beiden AVs Lahm und Alaba nicht ihre Stärken haben). Irgendwie kann ich Brandt nicht in dieses System einbinden (Rechtsfuß ist er obendrein, dass grad er es sich antut, Ribery auch noch auf dessen Position zu beerben ist kaum vorstellbar). Robben und Ribery werden noch ein, vielleicht zwei Jahre spielen. Am wahrscheinlichsten ist es für mich, dass ihre Nachfolger aus dem schier unermesslichen Fundus französischer Sturmtalente kommen werden (irgendwann könnte auch Christian Pulisic im Bayerntrikot auflaufen, den halte ich für einen absoluten Riesen).

    1. Doch, genau als Ribery-Nachfolger ist er ideal.
      Ribery hat – Stand nach Augsburg – diese Saison 41,1% der möglichen Spielzeit absolviert. Glaubt irgendjemand dass dieser Wert nächstes Jahr nochmal nach oben geht? Meiner Meinung nach eher in die andere Richtung. Bleiben also 60% + X Spielzeit für einen LA.
      Und in Carlos System mit “klassischen” Außenverteidigern und offensiv auf der linken Bahn klebenden Linksfüßen Alaba und Bernat passt er als Rechtsfuß gut dahin.

  6. Kurt

    Es gibt nur eine handvoll interessanter Spieler in der Bundesliga.

    Dembele, Pulisic, Keita, Werner, Brandt, Goretzka. Die Dortmunder sind nicht zu haben, Keita wird zumindest schwierig, aber sollte ein Pflichtkauf sein. Muss man natürlich schauen, ob ein weiterer ZM so dringend benötigt wird, aber das wär eigentlich einfach unverantwortlich den nicht zu holen.

    Nachdem man Sane nicht bekommen hat, sehe ich Brandt auch als logische Alternative. Der bringt alles mit und ist von den Anlagen her auch viel passender. Dann hat man auf Links den spielmachenden in die MItte ziehenden Winger (Ribery, Brandt, Costa?) und auf Rechts den an der Linie “klebenden” (Robben, Coman). Diese Asymmetrie. die wohl Carlos Vision ist, kann man mMn schon in den letzten Spielen ganz gut beobachten.

    Die schwankenden Leistungen von Brandt kann man nicht nur aufs Alter, sondern auch auf Leverkusen zurückführen. Man muss sich nur mal Draxler anschauen, was kritisch gesehene Spieler abliefern können, wenn die Mannschaft und die Form stimmt.

    1. wipf1953

      Warum soll ein US-Amerikaner, der mit 16 aus den Staaten zum BVB gewechselt ist, nicht zu haben sein, Kurt? Er hat Vertrag bis 2021, d.h. in zwei bis drei Jahren wird er für uns sehr interessant.

      1. Tschemp

        Meiner Meinung nach sind die Zeiten, Dortmunder zu verpflichten, für uns leider vorbei. Und ein Pulisic wird wenn dann bestimmt zu Real Madrid/Barcelona wechseln, oder in die Premier League. Alleine der Werbewert für den US-Markt rechtfertigt dann eine 100 Millionen Ablöse.

      2. Kurt

        Vertrag bis 2021, das heißt, dass Dortmund den spätestens 2020 ins Ausland transferiert. Es sei denn man schafft es bis dahin ein paar Titel einzufahren und den/die Spieler vom Bleiben zu Überzeugen.. In Deutschland wird das jedenfalls schwer werden *grins*.

        Es gibt ja auch immer ein Fenster, für bestimmte Spieler. Selbst wenn Interesse des Vereins vorhanden ist, ist das vielleicht genau im benötigten Jahr nicht auf, weil er entweder noch nicht zu haben, oder eben schon weg ist.

      3. wipf1953

        Spieler sind ja keine Ware, die irgendwo hin verscherbelt werden., Kurt. Wenn ein Spieler gut ist, entscheidet er immer noch selbst ob er seinen aktuellen Verein verlässt und wo er dann hinwechselt. Ich denke mal, dass der FC Bayern als professionell geführter Club für einen Top-Bundesligaspieler immer in Betracht kommt.

        Was gegen ihn spricht ist, dass für einen US-Amerikaner natürlich die PL immer auch eine Überlegung sein wird, schon von der Sprache her. Und dann hat er als Sponsor auch noch Nike ..

  7. R3F

    Hab den das erste mal 2012 bei der U17 EM gegen Georgien gesehen und bin seitdem ein Riesen Fan von ihm.Da war er schon einer der besten Spieler des Tuniers für mich obwohl er sogar noch U16 hätte spielen können.Hab ihn natürlich auch weiter verfolgt und finde er hat sich immer weiterentwickelt ähnlich wie Meyer, Süle die damals auch im Aufgebot waren.
    Was sich geändert hat ist seine Statur damals dacht ich noch das wird so ein kleiner Flitzer wie Ribery, jetzt kommt er eher daher wie ein Ronaldo find ihn aber nicht zu langsam für den Flügel.Denke aber für ihn wäre es besser in Leverkusen zu bleiben Bayern ist einfach kein Verein für so junge Spieler.

  8. […] der Schüsse und Key Passes weg. Doch hier könnte sich, laut Medienberichten, schon eine neue brandtgefährliche Offensiv-Waffe im Anflug auf München […]

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