Halbzeit­bilanz im Nachwuchs­bereich: U16, U15, U14 und U13-9

Nicht nur die Profis des FC Bayern gehen in die Winterpause, auch beim Nachwuchs ruht der Ball. Jedenfalls in Sachen Pflichtspiele, einige jüngere Teams bestreiten auch um den Jahreswechsel herum noch Hallenturniere.

Wie haben sich die Junior Teams des FC Bayern entwickelt? Martin blickt für Miasanrot auf den Nachwuchsbereich des Rekordmeisters. Teil 1 unseres großen Jahresrückblicks auf die U-Mannschaften.

U16 mit ärgerlichen Punktverlusten

Der Jahrgang 2001 beim FC Bayern musste noch in der Vorbereitung einen herben Rückschlag verkraften. Mit Juniorennationalspieler Jalen Hawkins riss sich der Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels das Kreuzband. Auch Neuzugang Justin Butler vom FC Augsburg fiel die gesamte Hinrunde mit einer Bänderverletzung aus. Doch das Team ist erstaunlich breit besetzt und macht in der U17 Bayernliga eine recht gute Figur. Als bestes bayrisches U16-Team beendet das Team von Trainer Danny Schwarz die Vorrunde auf Platz 4, hinter den U17-Mannschaften vom 1. FC Nürnberg, der SpVgg Greuther Fürth und des FC Ingolstadt.

Dass das Team nicht sogar noch weiter vorne steht, ist ärgerlichen Punktverlusten gegen Kellerkinder wie Jahn Regensburg, Erlangen-Bruck und Deggendorf geschuldet. Auswärts bei den U17-Teams von Nürnberg und Fürth setzte es Niederlagen. Eine tolle Leistung zeigte die Mannschaft jedoch beim klaren 4:0 gegen die U17 vom FC Ingolstadt sowie beim 2:0-Derbysieg gegen den TSV 1860, in dem sich ein deutlicher Klassenunterschied.

Die Gründe für die Punktverluste sind für mich ein wenig schwer zu beurteilen, da ich nur ein Spiel sehen konnte, welches nicht gewonnen wurde (1:1 gegen Deggendorf). Hier verpasste es die Mannschaft, aus ihrer großen Überlegenheit Kapital zu schlagen und sich gegen einen tiefstehenden Gegner ausreichend Chancen zu erspielen. Das klassische Bayernproblem also. Dennoch entspricht der vierte Platz genau dem Saisonziel, wenn das Team jedoch in der Rückrunde etwas cleverer agiert, liegt Platz drei durchaus im Bereich des Möglichen.

Trainer Schwarz lässt die U16 in einem klassischen 4-2-3-1 auflaufen. Eine ganz starke Saison spielt die Sturmspitze Benedict Hollerbach, der nicht nur als Vollstrecker (7 Tore in 11 Spielen), sondern auch als Vorbereiter eine gute Figur macht. Nicht unverdient kam er zuletzt auch bereits bei der U17 zum Einsatz und erzielte sogar gleich im ersten Spiel bei den Stuttgarter Kickers ein Tor.

Mit Yannick Brugger und Tidiane M’Baye sind zwei Spieler von der U17 zum Team gestoßen. Als sich abzeichnete, dass beide Spieler bei der U17 lediglich eine Ergänzungsspielerrolle einnehmen würden, entschied sich die sportliche Leitung dazu, dass es für die persönliche Entwicklung der beiden besser sei, in der U16 Stammspieler zu sein.

Mit dem 2001er Jahrgang scheint der FC Bayern sehr gut aufgestellt, diese Mannschaft wird die nächsten drei Jahre bis zur U19 sicher auch ganz oben mitspielen können. Verbesserungspotential gibt es jedoch noch insbesondere in der Breite auf der Innenverteidigerpostion, auf der Rechtsverteidigerposition sowie auf der zweiten offensiven Flügelposition.

U15 fällt qualitativ ab

Das größte Sorgenkind zwischen den zahlreich durchwegs starken Jahrgängen ist die derzeitige U15 des FC Bayern. Angetreten in der Regionalliga Südwest belegt das Team von Peter Wenninger derzeit Tabellenplatz fünf, knapp als zweitbestes bayrisches Team hinter dem FC Augsburg. Das Team hat seine Qualitäten eindeutig in der Defensive, 11 Gegentore sind hier gemeinsam mit Eintracht Frankfurt Ligabestwert.

Massive Defizite zeigt das Team hingegen in der Offensive. 22 Tore in 14 Spielen sind viel zu wenig, der Spitzenreiter VfB Stuttgart hat fast dreimal so viele Tore geschossen. Gegen eben jenen VfB Stuttgart setzte es im letzten Spiel vor der Winterpause eine derbe und hochverdiente 0:3 Heimniederlage, die Schwaben waren in allen Belangen überlegen.

Nahezu Alleinunterhalter ist Malik Tillman, Bruder von U19-Spieler Timothy Tillman. Er sticht zweifellos in einer sonst recht harmlosen Offensive heraus, wirkt jedoch in seinen Aktionen des Öfteren zu eigensinnig. Besonders die beiden offensiven Flügelspieler vermögen nur selten Akzente zu setzen. In der Innenverteidigung agiert mit Maximilian Manghofer ein Spieler, der jetzt mit 14 Jahren bereits die Größe 1,80m überschritten haben dürfte.

Der Jahrgang 2002 dürfte dem Scoutingteam von Timon Pauls und dem sportlichen Leiter Peter Wenninger im kommenden Sommer die meisten Hausaufgaben bereiten. Die aktuelle Mannschaft entspricht nicht dem hohen Anspruch des FC Bayern, hier kann man einige personelle Änderungen erwarten.

Das neue Nachwuchsleistungszentrum samt deutlich mehr Internatsplätzen wird seinen Teil dazu beitragen, diese Mannschaft deutlich zu verstärken.

U14 überwintert als Spitzenreiter

In der U14 gehen die bayrischen Spitzenvereine genauso wie in der U13 einen vom normalen Ligenbetrieb abgekoppelten Weg. In der NLZ-Förderliga des BFV mit den Nachwuchsmannschaften der acht bayrischen Spitzenvereine werden die Spiele in drei Dritteln mit einer Dauer von je 30 Minuten absolviert, insgesamt also 90 Minuten Spielzeit.

Altersgenossen im normalen Ligabetrieb der U14 absolvieren 70 Spielminuten (2*35). Nachdem die letztjährige U13 des FC Bayern eine enttäuschende Saison spielte, durften lediglich sieben Spieler bleiben und wurden um satte 16 Neuzugänge ergänzt, darunter alleine sieben Spieler vom FC Augsburg.

Unter dem neuen Trainer Alexander Moj, ebenfalls vom FC Augsburg gekommen, spielte unsere U14 eine fantastische erste Saisonhälfte. Bis in den November hinein behielt das Team seine weiße Weste und gewann alle Spiele. Eine durch ein kuriosen Treffer unglücklich zustande gekommene 4:5 Niederlage beim Tabellenzweiten in Nürnberg beendete diese tolle Serie. Leider versäumte die Mannschaft auch beim letzten Spiel des Jahres in Unterhaching einen Sieg. Nachdem das Team über 90 Minuten Chance um Chance vergab und auch zwei klare Elfmeter verwehrt bekam, kassierte es in der Nachspielzeit den 2:2 Ausgleichstreffer.

Somit überwintert unsere U14 zwar auf dem ersten Tabellenplatz, allerdings mit einem Spiel mehr als die Nürnberger bei nur einem Punkt Vorsprung.

Die Mannschaft ist herausragend breit besetzt und besteht aus zahlreichen sehr interessante Spielern, deren Entwicklung in den nächsten Jahren sehr spannend mit anzusehen sein wird. Die Mischung zwischen kleinen, technisch starken Spielern vor allem im Zentrum und körperlich etwas konkurrenzfähigeren Spielern wirkt stimmig. Einer der Außenstürmer hat einen unglaublichen Antritt bei seinen Dribblings und ist kaum zu stoppen, wenn er mit dem Ball am Fuß losläuft. Ob er diesen Vorteil in zwei oder drei Jahren auch noch in der Form hat?

Man wird sehen. Spannend zu verfolgen ist es in jedem Fall. Im nächsten Jahr in der U15 wird sich die Mannschaft dann überregional mit den Teams aus dem Südwesten duellieren, erst danach ist eine sichere Einschätzung darüber möglich, wie das Team im bundesweiten Vergleich zu bewerten ist.

U13 – 9: FC Bayern, Meister aller Klassen

Abgesehen von der U11, die lediglich Testspiele und Turniere bestreitet, weil sie gegen lokale U11-Mannschaften im normalen Ligabetrieb unterfordert wäre, stehen alle Mannschaften in ihrer Liga auf dem ersten Tabellenplatz. Die U13 in der bayernweiten NLZ-Förderliga (In dieser Jahrgangsstufe mit drei Dritteln á 25 Minuten), die U12 in der oberbayrischen U13-Liga sowie die U10 und U9 in ihren Münchner Ligen.

Wichtig ist natürlich auch immer der Vergleich mit dem blauen Lokalrivalen, der im selben Einzugsgebiet wie der FC Bayern scoutet. Dieser Vergleich fällt teils mit deutlichem Abstand zu unseren Gunsten aus. Die U12 ist das einzige Team in der gesamten bisherigen Saison über alle Altersstufen von U23 bis U9, die ein Derby verloren hat. Dass folglich auch der FC Bayern über alle Jahrgänge hinweg in der Tabelle vor dem Lokalrivalen steht, zeigt, welch gute Arbeit in den letzten Jahren vor allem im lokalen Scoutingbereich gemacht wurde.

Darauf darf das Team von Scoutingchef Timon Pauls zurecht stolz sein. Es ist aber auch das Ergebnis hervorragender Arbeit der vor einem knappen Jahr zurückgetretenen Michael Tarnat und Jürgen Jung, die in den letzten Jahren viele dieser Jahrgänge geprägt haben.

Die Bilanz des Junior Teams fällt also überwiegend sehr positiv aus. Mit der U15 macht derzeit lediglich ein einziger Jahrgang qualitativ Sorgen. Gerade das Handeln im vergangenen Sommer bei der U14 lässt aber hoffen, dass man bei der U15 ebenso personell kompromisslos durchgreifen wird. In unserem zweiten Artikel, der ebenfalls zwischen zwischen Weihnachten und Neujahr erscheinen wird, wagen wir dann einen Blick in die Zukunft. Denn 2017 wird das wichtigste Jahr in der Geschichte der Nachwuchsabteilung des FC Bayern.

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Leserkommentare
  1. Tschemp

    Vielen Dank für diese einmaligen Einblicke, sowas gibt es echt nur bei Miasanrot.
    Schön dass auf einzelne Spieler eingegangen wurde, wirklich interessant zu verfolgen wie die hoffnungsvollsten Talente sich so machen. Darum geht es ja ‘am Ende des Tages’ in der Jugendarbeit. Um Spieler für den Profifussball zu schaffen und am besten auf FC Bayern Niveau.

    Ich bin schon gespannt auf die weiteren Teile und ob von der U19 oder U17 vielleicht sogar kurzfristig Spieler oben interessant werden können. So wie es aussieht, entsteht in den nächsten 1-2 Jahren so ein Fenster, in dem Jugendspieler eine Bewährungschance bekommen könnten.

  2. pitvonbonn

    Vielleicht habt Ihr eine Idee, wie mir und anderen interessierten Fans in Bezug auf neuere Bilder des neuen Jugendleistungszentrums geholfen werden kann.
    Vergeblich habe ich die Bayern und auch die Baufirma Leitner angeschrieben, endlich neuere Bilder des entstehenden Leistungszentrum zu veröffendlichen.
    Die Bilder des FC Bayern, sowie die Bilder der Fa. Leitner sind über ein halbes Jahr alt. Antworten erhielt ich keine und auch die Bilder blieben die selben.
    Blamabel bei der Bausumme und intollerant den interessierten Fans gegenüber.
    Sieht aus wie ein Baustopp.
    Wenn ich in München wohnen würde, hätte ich schon längst Bilder – nach Baufortschritt – ins Netz gestellt.
    Habt ihr eine Idee oder eine Kamera?

    1. Napto

      Servus Pit,

      die letzten offiziellen Fotos vom FC Bayern sind ja vom Baustellenfest Mitte Oktober, das ist erst gut zwei Monate her: https://fcbayern.com/de/news/2016/10/baustellenfest-auf-neuem-sportgelande-mit-nlz

      Zwei Wochen später bin ich auch nochmal kurz außen rumgelaufen: https://twitter.com/NaptoFCB/status/793129459251576832

      Prinzipiell finden ja die Bauarbeiten jetzt mehr im Inneren statt, von außen wirkt ja schon alles recht fertig. Du kannst aber sicher sein, dass es regelmäßig weiter Berichte darüber geben wird, ich finde jetzt aber zwei Monate seit dem letzten Bericht noch nicht zu viel.

  3. Win Frey

    Vielen Dank für die interessanten Einblicke und Schilderungen. Man merkt sofort, dass hier interne Kenntnisse und eigene Anschauung (nicht nur Hörensagen), gepaart mit viel fußballerischem Sachverstand zugrunde liegen. Auch die nötige Klarheit in kritischen Aussagen liegt vor. Sehr gut – Bitte weiter so

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