„Der Bayern way of life.“

„Wir müssen unseren eigenen Weg finden. Transfers nicht um jeden Preis. Sondern kluge Transfers. Irgendwann wird sich durchsetzen, dass nicht Geld entscheidet, sondern kluge Strategie.“

Wahre Worte von Uli Hoeneß am 24. Juli 2017 bei einem Pressegespräch. Nicht nur die normalen Fußballfans sind aufgewühlt von dem 220 Millionen Deal mit Neymar, finanziert durch Katar. Der Präsident des FC Bayern ist es auch. Geld aus dem Fenster rauszuwerfen hat den Fußball-Kaufmann der ersten Stunde schon immer angewidert. Egal ob 40.000 DM oder 40 Millionen Euro: Rentieren sollte sich ein Transfer schon. Sei es durch sportlichen Erfolg, erhöhten Merchandising-Absatz oder gewinnbringenden Weiterverkauf.

Am 31. Juli 2017 legt Hoeneß nach: „Wir müssen einen neuen Weg gehen. Weg von diesen 100 Millionen Transfers. Zurück zu den Wurzeln. Wir wollen das ‚Mia-san-Mia‘-Gefühl im Verein stärken.“

Es ist der Tag der Verkündigung des neuen Sportdirektors. Hasan Salihamidzic ist eine Personalentscheidung nach Hoeneß’ Geschmack. Ein verdienter Ex-Spieler mit Stallgeruch, der aus einfachen Verhältnissen kommt, sich „alles hart erarbeiten musste“ und „für gute Stimmung sorgt“. Diese Stellenbeschreibung, die in ein paar Jahren auch auf Franck Ribery, einen anderen Hoeneß-Liebling, passen würde, macht Salihamidzic, das Bürschchen, also zum idealen Sportdirektor mit weitreichenden Befugnissen: „Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer, Mannschaft und Vorstand. Bei allen Transferentscheidungen mit am Tisch. Koordinator der Nachwuchsförderung. Chef von Kaderplaner Reschke.“

Soviel Macht bei einem Newcomer im Haifischbecken Fußballbusiness? Philipp Lahm wird die Pressekonferenz nicht minder erstaunt angeschaut haben als ich.

Der neue Weg, der „Bayern way of life“ wie Hoeneß kurz darauf im Gespräch mit Wontorra formuliert, ist also gar nicht so neu. Back to the roots zu diesem ominösen „mia san mia“, das vom Verein scheinbar immer dann wie ein Joker aus dem Ärmel gezogen wird, wenn die Fanbasis beruhigt und die Heimatseele gestreichelt werden soll. Das einzig konkrete, was Hoeneß bei Wontorra zum “ Bayern way of life“ sagte: „Die Wärme, die Familie – das ist die Antwort des FC Bayern auf die Neymars und Dembélés dieser Welt.“ Aber das kann höchstens ein kleiner Teil der Antwort sein.

Was treibt Hoeneß eigentlich dazu, diesen „neuen Weg“ in die Vergangenheit zu suchen? Ist es wirklich nur der Transferwahnsinn, der ihn stört? Sein unsouveränes Nachtreten gegen Matthias Sammer und die Retro-Personalentscheidungen mit Gerland als NLZ-Chef, Sagnol als Co-Trainer und Brazzo als Sportdirektor können kaum als Reaktion auf durchdrehende Scheichs in Paris und Manchester gesehen werden.

Irgendetwas scheint Hoeneß am FC Bayern der Jahre 2014-2016 gestört zu haben. Das waren die Jahre unter Guardiola, Sammer und Reschke. Und es war die Zeit, in der die Rattanmöbel in Hoeneß’ Büro verwaist waren.

Nur so kann ich mir diese Vehemenz erklären, mit der sich Uli Hoeneß nach dem guten alten FC Bayern sehnt. Als noch ein Anruf von ihm genügte, um Top-Nationalspieler an die Säbener zu holen. Als der Ehrgeiz des FC Bayern sich noch in den Grenzen der Bundesliga hielt und man alljährlich mit dem Viertelfinale der Champions League zufrieden war. Dann wartete ohnehin der AC Milan mit Inzaghi – aber lassen wir das. Die Jahre 1999 und 2001 mit den CL-Finals musste man als Ausrutscher nach oben werten. Europas Elite – das war nicht der Zirkel, in dem der FC Bayern sich bewegte. Schon damals war Hoeneß nicht bereit, mehr als mittlere Wahnsinnssummen (im europäischen Maßstab) zu bezahlen.

Dieses im Rückblick beschauliche Vereinsleben änderte sich nach dem historisch einschneidenden Lahm-Interview in der SZ. Der kritisierte nämlich genau diesen „Bayern way of life“ der philosophielosen und impulsgesteuerten Spieler- wie Trainerauswahl. Damit konnte man zwar meistens die Bundesliga dominieren, aber in der CL nicht wirklich was reißen.

Und in einem lichten Moment der Vereinsgeschichte zeigte Hoeneß sich noch einmal als der Visionär, der er – bis dato vor allem vermarktungsmäßig – war. Mit Louis van Gaal und den in dieser Form unwiederholbaren Transferglücksgriffen Ribery und Robben und den in der Summe unwiederholbaren Eigengewächsen Müller wie Alaba, mit Kroos, Schweinsteiger und Lahm begann die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte. Erstmals gab es den kontinuierlichen, planmäßigen Auf- und Ausbau einer Spielidee. Mit abruptem Erfolg des CL-Finals 2010, in gefestigter Form mit den Finals 2012 und 2013, mit dem Triple. Und dann, auf dem Höhepunkt in 113 Jahren FC Bayern, mit der Verpflichtung von Pep Guardiola. Der es schaffte, eine Triple-Mannschaft spielerisch und taktisch noch einmal weiterzuentwickeln. Auch wenn ihm die Wiederholung des CL-Erfolgs misslang.

War das alles so schlecht, dass man nun „zurück zu den Wurzeln“ muss? Ich verstehe es nicht. Ich verstehe Hoeneß hier nicht. Ich verstehe den FC Bayern nicht.

Der FC Bayern befindet sich mitten im Umbruch. Die oben gelobte Spielergeneration geht nach und nach in den Ruhestand. Dass Hoeneß hier, angesichts der internationalen Preisexplosion, einen „neuen Weg“ propagiert: einverstanden. Sehr.

Doch meiner Meinung darf es auf keinen Fall ein stumpfes „back to the roots“ sein. Sondern eine zukunftsorientierte Neuinterpretation des „mia san mia“.

Mit einem FC Bayern, der sich seiner bayerischen Wurzeln besinnt und mit seiner unverwechselbaren Identität punktet: Eigenständigkeit, Tradition, Innovation, Bauernschläue, Großherzigkeit, Familiensinn, soziale Verantwortung, Laptop und Lederhose – alles das, was die PSGs, Reals und Cities dieser Welt nicht haben und nicht kaufen können.

Mia san mia 2.0

Der neue Weg ergibt sich aus der bayerischen Identität des Clubs. Was ist diese bayerische Identität? „Verwurzelt sein in der Heimat, aufgeschlossen für die Welt. Gleichzeitig eine Großzügigkeit des Herzens, die sich überträgt und ansteckt.“ Wunderbare Worte über die bayerische Mentalität von Wolfgang Hermann, Präsident der TU München. Die 1:1 auf den FC Bayern passen. Könnten.

Dieses frische mia san mia sollte sich auf allen Entscheidungsebenen zeigen:

sportlich, finanziell, sozial, in der Kommunikation und der Personalpolitik.

Sport

Der Weg, auf dem der FC Bayern ab 2010 so richtig Fahrt aufnahm, sollte nach dem Zwischenhalt Ancelotti genauso fortgesetzt werden: Mit Ballbesitzfußball. Mit hohem Pressing. Mit großer taktischer Variabilität. Mit einschüchternder Dominanz. Mit Eigengewächsen aus dem Nachwuchsleistungszentrum, deutschen Nationalspielern, internationalen Spielern zu mittleren Wahnsinnssummen, kurz vor dem Durchbruch zu Top-Stars und einzelnen „fertigen“ Top-Stars, selbstverständlich vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.

Die sportliche Perspektive ist naturgemäß eng mit der wirtschaftlichen verknüpft:

Finanzen

Der FC Bayern muss erkennen, dass er im Wettrennen ums große Geld abgeschlagen auf Platz 5 oder 6 liegt.

2011 war der Club 160 Millionen hinter Real. 2016 immer noch 100 Millionen. In den Jahren dazwischen war es nicht viel anders. Das ist ein Abstand, der trotz aller Anstrengungen des FC Bayern, trotz aller Gelder aus Katar und China, nicht schrumpft.

Fernsehgelder, staatliche Unterstützung, erheblich höhere Ticketeinnahmen – wir kennen die Ursachen für die wirtschaftliche Dominanz von Real Madrid. Der einzige Posten, bei dem die Bayern besser abschneiden, sind die Einnahmen aus Sponsorengeldern und Merchandising. Der Unterschied ist hier aber nicht so groß, um den Graben zu Real oder den anderen Global Playern schließen zu können. Machen wir uns nichts vor: Der Zug mit den Waggons voller Geld ist abgefahren. Warum also dennoch so tun, als könnte man durch Verkauf der eigenen Seele etwas daran ändern?

Es ist eine harte Erkenntnis: Unter den Top 6 Europas sind wir wirtschaftlich nicht mal im Halbfinale. Würde nur das Geld zählen, wäre der Henkelpott unerreichbar. Und laut Hoeneß auch unerwünscht: „Wenn der Preis, die Champions League zu gewinnen, Transfers für 200 bis 300 Millionen Euro sind, will ich den Titel nicht.“

Das Geld allein zählt aber nicht. Zumindest nicht immer. Hier hilft ein Vergleich mit der Bundesliga: Lernen wir vom schwarzwälder Weg des SC Freiburg. Wie man dort mit sehr wenig Geld, aber umso mehr Köpfchen, über die erwartbaren Maße erfolgreich ist.

Wie Steffen Meyer von Miasanrot im Focus sagte:

„Der FC Bayern muss andere Wege finden, diese Lücke zu schließen. Er muss in anderen Bereichen besser sein. Im Scouting, im Coaching, in der Spielanalyse, in der Talentförderung, im Fitness-Training, in der Nutzung moderner Technologien und Methoden – aber auch in der ständigen Weiterentwicklung der etablierten Spieler.“

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben gut lachen. Ihre Strategie ist derzeit allerdings undurchsichtig.
(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images)

Alternativlos ist nur der Tod

Einfallsreichtum muss ein entscheidender Teil des bayerischen Weges sein. Auf allen Ebenen. Ohne Denkverbote. Außer einem: Das Wort „alternativlos“ muss ab sofort alternativlos verbannt werden. Alternativlos ist nämlich nur der Tod. Ein Sponsoring durch Katar ist nicht alternativlos. Oder spielen wir ohne das Geld aus Katar in 3 Jahren nur noch EuropaLeague? Einen Airline-Sponsor zu haben, ist nicht alternativlos. Wer sagt, dass man unbedingt die ausscheidende Lufthansa ersetzen muss durch man befürchtet schon wen? Eine Halbzeitshow mit Anastacia ist nicht alternativlos. Das mia san mia braucht keine US-amerikanischen Showelemente. Das ist einfallslos, hat nichts mit dem Club zu tun, geschweige denn mit Fußball.

Für welche Halbzeitshow würden 300 Millionen Chinesen auf ihr Smartphone drücken? Für das, was sie, sorry für das Klischee, immer noch mit Deutschland verbinden – und zufällig ein Teil der Identität des FC Bayern ist: Lederhosen und Blaskapellen.

Zum neuen Weg gehört auch, Anteilseigner und Sponsoren als Partner zu sehen, von denen man mehr verlangen kann als lediglich Geld. Warum also nicht auch soziale Faktoren in die Verträge einbauen?

Mit der Telekom vereinbaren, dass die Brust im DFB-Pokal und bei Freundschaftsspielen für NGOs freigehalten wird? Dann könnte der FC Bayern bei der nächsten China-Reise mit Human Rights Watch auf dem Trikot ein Statement zu den Menschenrechten abgeben. Oder mit Amnesty auf den Trainingsshirts in Katar. Naiv? Undenkbar? Eher eine Frage des Willens und Ausspielens der eigenen Stärke! Was wir dafür bei Vorstand und Präsidium brauchen? Vielleicht nur die vielzitierten Eier des Oliver Kahn.

Warum nicht mit Adidas vereinbaren, dass sämtliches Merchandising fair produziert wird? Also wirklich fair, nachhaltig, zu annehmbaren Löhnen, Ihr wisst schon was ich meine. Unmöglich? Akzeptieren die nie? Wäre ich mir nicht so sicher. Der FC Bayern hat mehr Macht und Strahlkraft als man denkt.

Also:

  • Abkehr vom bloßen Kopieren der spanischen und englischen Großclubs, da finanzieller Abstand zu groß und auch durch Kopieren nicht zu schließen.
  • Internationalisierung mit Erschließung neuer Märkte ja, aber stets unter Wahrung der gesellschaftspolitischen Verantwortung.
  • Sponsorenauswahl nicht nur nach monetären Gesichtspunkten. Dazu Sponsorensuche auch in Bereichen, die zur sportlichen Vorbildfunktion und zu den Werten des Clubs passen: zum Beispiel gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit.

Soziales

Soziales Engagement ist bereits Teil der Identität des FC Bayern – maßgeblich entwickelt durch Uli Hoeneß. Retterspiele, der FC Bayern Hilfe e.V., das Martin-Brunner-Haus zur Betreuung von mehr als 100 Schulkindern aus sozialen Brennpunkten, fortgesetzte Trainingsbetreuung von Flüchtlingskindern, hier ein Scheck, da ein Unter-die-Arme-Greifen. Alles fantastisch. Dieses Engagement müsste jedoch ausgebaut werden. Mit Schwerpunkt auf soziale Aktivitäten in der Münchener Heimat. Es müsste ebenfalls der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ich bin der Meinung, dass man sehr wohl Gutes tun UND darüber reden muss. Der FC Bayern soll weltweit mehr für sein soziales Engagement geschätzt werden. Als für Trainingslager in Wüstenstaaten.

Hat sich überall dieses Bild des FC Bayern verfestigt, könnten daraus neue Einnahmen erzielt werden. Asiaten, Amerikaner, Europäer – sie alle hätten neue gute Gründe dafür, ein Trikot des FC Bayern zu kaufen – unabhängig vom sportlichen Erfolg. Anders gesagt: Warum laufen überall in Deutschland Menschen mit St. Pauli-Shirts herum? Wegen der vielen Titel, die der Club gewonnen hat? Oder weil er für bestimmte Werte und eine Haltung steht? Weil er ein unverwechselbares Profil hat? Eine wirkliche Marke ist?

Es braucht als Teil des bayerischen Weges also endlich eine in den Clubstrukturen verankerte CSR-Abteilung (Corporate Social Responsibility). Experten für verantwortungsbewusstes Unternehmertum, die bei allen Entscheidungen zumindest ein Mitspracherecht haben. Als interne Beratungsgruppe mit Vorschlagsrecht. Die bei jedem Sponsoring, bei jeder Marketingaktion, bei jeder Internationalisierungs-Tour darauf achtet, dass die Werte des Clubs beachtet werden. Eine Abteilung, die nach außen kommuniziert, was der FC Bayern Gutes tut.

Und es braucht die Entwicklung von Leitlinien für die stark gewachsene Belegschaft, die vor allem auf die Beachtung der Werte des FC Bayern abzielen.

Kommunikation

Neben dem sozialen Engagement muss auch sonst Mitgliedern, Fans und Öffentlichkeit viel mehr erklärt werden, was der Club tut und warum er es tut. Eine fünfzeilige Klarstellung zum Abschied eines Publikumslieblings – das kann nicht der zukünftige Weg sein. Nur ein paar dürre Sätze zur lobenswerten Stipendiatenförderung an einer chinesischen Uni – das kann’s ebenfalls nicht sein.

Mia san mia in Sachen Kommunikation:

  • Verständliche Vermittlung strategischer und personalpolitischer Entscheidungen gegenüber Fans, Mitgliedern, Medien.
  • Empathische Kommunikation unter anderem in Pressemitteilungen entsprechend der Werte des FC Bayern.
  • Regelmäßige, anlasslose Gespräche mit Mitglieder- und Fan-Vertretern (Präsidentengespräche, Club Nr. 12, Ultras)
  • Teilnahme an Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen von Fanvereinigungen und NGOs mit Fußballbezug.
  • Unterstützung unabhängiger, seriöser Nachrichtenformate (online und offline) durch Abstellung von Verantwortlichen für Interviews, etc.
  • Keine Bevorteilung von Medien durch lancierte Exklusiv-Meldungen. Transfers und andere wichtige Neuigkeiten werden zuerst durch den FC Bayern veröffentlicht.

Personal

Handeln mit Köpfchen muss wesentlicher Bestandteil des „Bayern way of life“ werden.

David Ogilvy, Gründer einer der größten Werbeagenturen der Welt, sagte einmal: Wenn jeder von uns Leute einstellt, die kleiner sind als wir selbst, werden wir ein Unternehmen von Zwergen. Wenn aber jeder von uns Leute einstellt, die größer sind als wir, werden wir ein Unternehmen von Riesen.

Guter Plan. Der FC Bayern investiert also in Riesen. In die besten Köpfe. Er stellt nicht ein nach Stallgeruch, spontanen Vorschlägen beim Autofahren und Nasenbeinbrüchen pro CL-Saison. Sondern nach Können. Er verpflichtet die besten Scouts, Kaderplaner, Ärzte, Ernährungsberater, Köche, Jugendtrainer, Spielanalytiker, Sportdirektoren. Gibt es diese Leute mit Stallgeruch – bestens. Gibt es diese Leute irgendwo außerhalb des bayerischen Dunstkreises – werden sie auch eingestellt. Denn der Weg des FC Bayern war schon immer ein polyglotter. Erster Trainer war ein Holländer. Zweiter ein Engländer. Da war der FC Bayern schon vor über 100 Jahren anderen deutschen Fußballvereinen viele britische Meilen voraus.

Der neue Weg bedeutet also nicht ein Aufhalten innerhalb des Herrschaftsgebietes der CSU. Sondern schlaues, vorausschauendes Denken und Handeln. Das ist anstrengend. Weil man dann nicht mehr einfach die anderen Großclubs kopieren kann – ohne Chance auf wirtschaftliche Augenhöhe, sondern einen eigenen Weg gehen muss. Pack ma’s!

Christian hat uns diesen Text zur Verfügung gestellt. Das Original findet Ihr hier.

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Leserkommentare
  1. Daniel

    Du bringst sicherlich einige interessante Thesen. Aber mir persönlich wird einfach zu viel schwarz gemalt im Moment. Ich bin Bayern Fan seit wir 1991 gegen Kopenhagen 6:2 im UEFA verloren. Das war mein erstes Bayern Spiel das ich bewusst gesehen habe. Seitdem ging es eigentlich immer nur bergauf. Ich wünsche mir für die nahe Zukunft einen jungen deutschsprachigen Trainer der wieder den Nachwuchs fördert und eine frische SpielIdee mitbringt.

  2. Tschemp

    Ein wunderbarer Gastbeitrag (Ersatz für Steffens bedauernswertem Abgang zu Web.de?), vielen Dank dafür!

    Es entsteht beim Lesen eine richtige Aufbruchstimmung. Dieser Text sollte am besten auch in des Präsidenten Büro verschickt werden – der für so etwas durchaus ein offenes Ohr hat.

    Im nächsten Jahr wird ja im halben Verein ein Neuanfang gestartet. Auf dem Platz – das Ende der Ära Robbery. Neben dem Platz – der wahrscheinliche Beginn der Ära Nagelsmann. Hoffentlich auf der Tribüne – der Antritt von Lahm als Funktionär. Im Stadion selbst – die runderneuerte, rot-weiße Heimat.

    Da würde es doch passen, die Vereinsausrichtung ebenfalls zu modernisieren und optimieren, eventuell auch niedergeschrieben in Anlehnung an die “16 Goldenen FC Bayern Regeln”, den vor einigen Jahren herausgegebenen Leitfaden (Mia san…Familie/Respekt/Vorbild usw.).

    Der FC Bayern kann so viel mehr, auf allen Ebenen, wie man an obigem Kommentar herausragend sehen kann.

    1. Christopher

      Hey Tschemp,

      ich kann dich beruhigen, Steffen wird auch weiterhin hier Analysen liefern. Vorrangig CL-Spiele.

      Viele Grüße
      Chris

    2. Kein Ersatz, sondern eine bis jetzt einmalige Sache. Zumal uns Steffen noch erhalten bleibt, keine Sorge.

  3. M1900

    Muss sagen, stimme den Text im großen und ganzen zu. Auch ein Lob an den Verfasser, der den Text abwechslungsreich geschrieben hat.

  4. pitvonbonn

    Ganz, ganz selten liesst man bei MIASANROT einen nicht so fundierten und gelungenen Beitrag.

    1. Was willst du uns damit sagen?

      1. Lars

        Don’t feed, Justin.

  5. FR7

    Ein ausführlicher und sehr interessanter Artikel, machte großen Spaß ihn zu lesen. In der Theorie ist das alles super nur in der Praxis werden sich mindestens die Hälfte deiner Punkte nicht realisieren lassen und auch nicht müssen. Dein Aufsatz liest sich so als wären wir bis heute ein Top-Team gewesen und nun ist unser Klub von heute auf morgen in sich zusammengestürzt und viele Konkurrenten überholen uns. Dem ist nicht so. Deiner Profilbeschreibung konnte ich entnehmen, dass du Vereinsmitglied bist und viel Einfluss auf den Klub nehmen möchtest. Du solltest analysiert haben, dass unser Klub sich aktuell bereits in riesigen Schritten wandelt und entwickelt. Ob die Richtung dieser Entwicklung nach vorne oder nach hinten geht wird sich zeigen. Gerade hier bei miasanrot fiel mir auf, dass Hoeneß und Rummenigge oft als alte Haudegen dargestellt werden die zwar viel erreicht haben aber nicht mehr aktuell sind somit nicht kompetent genug. Das missfällt mir massiv, Rummenigge und Hoeneß haben selbstverständlich begriffen, dass ein Wechsel der Klubführung nun in Sichtweite ist. Ich sehe gerade Hoeneß hier wie Ancelotti als einen “Moderator des Erfolgs”. Er selbst sagte, dass er auf “jemand passendes” warten, sodass er sich dann in den Ruhestand verabschieden kann aber bis dahin dient er dem FC Bayern mit allem was er hat. Bis ein Lahm oder sonst jemand den Klub übernimmt, moderiert Hoeneß den Klub. Er verändert nicht viel, macht somit nicht vieles richtig – was aber viel wichtiger ist – er macht auch nichts falsch. Rummenigge hat den Klub im Laufe der letzten zehn Jahre auf eine Stufe gehoben, in fast allen Belangen. Der FC Bayern Campus steht, den viel zitierten Umbruch müssen wir lediglich noch auf den Flügeln vollenden. Wir werden 1a vermarktet, stellen auf mehreren Positionen einen der weltbesten oder sogar den jeweils besten Spieler der Welt. Der FC Bayern hat für die Zukunft neue Fundamente gebaut, das mit dem Know-How wird folgen (müssen). Aber eine Art “Öko-Klub” werden mit fair-trade Trikots und Amnesty International Trikot-Badges halte ich für absolut naiv und gefällig. Solche Experimente sind absolut unberechenbar und haben mit dem direkten sportlichen Erfolg maximal indirekt zu tun. Der FC Bayern zeichnet sich dadurch aus, dass er sachlich ist, stolz auf die Wurzeln aber gleichzeitig auch weltoffen. Das was in diesem Artikel gefordert wird, wird bereits authentisch praktiziert und vorgelebt. Was Halbzeit-Shows und dergleichen betrifft stimme ich dem Autor voll und ganz zu. Vielen anderen Punkten widerum nicht. Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, der FC Bayern wird finanziell im Ranking selbstverständlich noch weiter abrutschen. Der Punkt ist aber, dass dieser Prozess nicht aus eigener Kraft aufgehalten werden kann. Wenn überhaupt dann nur durch die FIFA, der UEFA oder sonstigen Gremien/Instituren die diesen Wandel des Fußballs aufhalten und wieder mehr humanisieren. Diese Wandel wird auch dann nicht aufzuhalten sein wenn man den Klub krampfhaft politisiert und man zum “Gutmenschen-Klub” mutiert um finanzielle Schwäche mit Symapthie zu kompensieren. Dabei das Beispiel des FC St. Pauli zu nennen und mit dem FC Bayern München zu vergleichen tat mir in den Augen und in der Seele weh. So ein Vergleich verbietet sich und ist fast schon absurd. St. Pauli vermarktet sich so wie sie sich vermarkten, weil sie nicht anders können. Sie traben seit Jahren auf der Stelle und sind weitesgehend bekannt für ihr Logo. Ist das unser Anspruch? Können wir tatsächlich nicht mehr? Also wir meckern auf verdammt hohem Niveau, kritisieren einen Sportdirektor ohne, dass er sich überhaupt über einen längeren Zeitraum beweisen durfte. Wir fordern neue Wege die der Verein gehen soll ohne dabei zu sehen, dass bereits viele Neue eingeschlagen hat und sich auf dem Weg gemacht hat ihn bis zum Ende zu gehen. Solange bis die nächste Kreuzung erreicht ist an der man abbiegen kann oder eben nicht. Unser Kader ist weltklasse. Unser finanzielles Standing, absolute Weltklasse. Wir schreien nach neuen Köpfen an der Führung und neuen Wegen die diese dann gehen sollen ohne zu sehen, dass die meisten Topklubs für eine Klubführung wie unsere über Leichen gehen würden. Werft mal einen Blick nach Barcelona und schaut was dort so los ist. Nach Mailand oder auch gerne nur nach Gelsenkirchen. Vieles läuft bereits mehr als rund und wenn wir noch an den richtigen Rädchen drehen, sind wir auch für die Zukunft gewappnet. Ja, es muss sich einiges verändern aber das wird es auch. Werdet nicht zittrig, wir spielen nicht um den Klassenerhalt, unsere sportlichen Leistungsträger haben den Klub nicht verlassen, wir sind auch nicht verschuldet und/oder wurden Chinesen oder Kataris gekauft.

    1. Axel

      Stimme Dir absolut zu, FR7!

    2. Thueringer1900

      Auch ein sehr guter Standpunkt.

    3. Olorin

      “…kritisieren einen Sportdirektor ohne, dass er sich überhaupt über einen längeren Zeitraum beweisen durfte.”

      Ich würde sagen wir kritisieren einen Sportdirektor (bzw. dessen Ernennung) WEIL er sich noch über keinen längeren Zeitraum beweisen durfte. Der Sportdirektor ist ein Posten mit sehr großem Einfluss und großer Verantwortung, insbesondere beim größten Verein Deutschlands. Üblicherweise werden solche Posten nicht mit Novizen besetzt, weder in der Wirtschaft noch sonstwo. Ein Beispiel: Wenn der nächste Präsident des Bundesverfassungsgerichts nach dem Staatsexamen frisch von der Uni geholt wird, ohne jemals als Richter gearbeitet zu haben, wird das auch zu Stirnrunzeln führen. Ohne dass er sich über einen längeren Zeitraum beweisen durfte.

    4. Jo

      Da würde ich das meiste unterschreiben.

  6. Henri

    Servus Christian! Ich weiß nicht ob du das hier lesen wirst aber falls doch: Bitte erstelle erneut eine Wortmeldung bei der JHV, die richtigen Lösungswege gibst du ja schon an und die richtigen Worte kannst du finden, wie du schon unter Beweis gestellt hast! Ich glaube nicht nur mir hat deine Wortmeldung letztes Jahr sehr gut gefallen und ich war bestimmt nicht der einzige der sich gefreut hat, dass jemand diese Probleme auf der JHV anspricht.
    RWG

  7. Christian

    Wenn ichs zeitlich schaffe, will ich wieder zur JHV. Und dann dort auch wieder sprechen. Danke für Deine Rückmeldung.

  8. Christian

    @FR7

    Danke für Deinen ausführlichen Kommentar.

    Weder will ich den FCB als Öko-Club, noch befürchte ich, dass wir in akuter sportlicher Not sind. Auslöser für den Text war die Aussage von Hoeneß, “zurück zu den Wurzeln” zu wollen. Und das nach derart fantastischen Jahren seit 2009. Was meint er damit? Wo will er wirklich hin? Das beschäftigt mich. Und hab ich zum Anlass genommen, mal zu skizzieren, wo der Weg des FCB denn hinführen könnte. Das ist bewusst utopisch an einigen Stellen. Aber es soll die Richtung aufzeigen. Dabei beziehe ich mich an vielen Stellen auf Aussagen der Clubführung. Dass man nämlich nicht so sein wolle wie Chelsea, PSG, ManCity. Dass man stolz auf seine “Werte” ist und eine einzigartige “Marke” im Weltfußball sein will. Das muss man aber nicht nur ankündigen, sondern auch danach handeln. Und hier haperts. Ich zeige auf, wie der Club handeln könnte, um sich tatsächlich in die gewünschte Richtung zu entwickeln.

    Thema St. Pauli: Niemand will sein wie St. Pauli ;-) Aber unbestritten ist St. Pauli tatsächlich eine “Marke” – und zwar, und das ist mir wichtig, unabhängig vom sportlichen Erfolg. Darum geht es mir: Wer in China kauft denn aus welchen Gründen in 3 Jahren noch Bayerntrikots, wenn Real zum 5. Mal die CL verteidigt hat? Der sportliche Erfolg lässt sich nicht vollends planen. Eine starke, einzigartige Markenidentität zu schaffen, die man dann weltweit vermarkten kann, schon.

    Ich fände es toll, wenn der FCB nicht arrogant nur auf sich schauen würde. Sondern sich von anderen, die in ihrer Nische besser sind, etwas abschaut. Zum Beispiel den überragenden Kosten-Nutzen-Faktor in Freiburg. Oder die perfekte Vermarktung einer Haltung bei St. Pauli. Oder das Umsetzen von CSR-Prinzipien bei Werder Bremen.

    1. Olorin

      “Oder das Umsetzen von CSR-Prinzipien bei Werder Bremen.”
      Meinst du das ironisch? Der Hauptsponsor von Werder Bremen ist Wiesenhof, ein Unternehmen, in dem es nachweislich regelmäßig zu entsetzlicher Tierquälerei kommt. Hier werden sämtliche moralischen Werte, die du in deinem Beitrag einforderst, mit Füßen getreten. Für moralische Verantwortung ist folglich kaum ein Buli-Verein ein so schlechtes Beispiel wie Werder Bremen, da ist der FCB sehr viel weiter.

    2. Jo

      Ein guter Text. Auch und gerade obwohl ich vielleicht die Hälfte anders sehen würde. Aber das ist bei so einer umfangreichen Ausarbeitung auch schwer zu vermeiden.
      Schön dass du auch Alternativen aus deiner Sicht beschreibst und nicht nur alles “bescheiden” findest.

      Nur mal etwas herauszugreifen:

      Absolut recht hast du mit deiner Kritik an der Kommunikation. Jenseits der reinen Marketingkommunikation (Kaufen sie dieses Shirt!) ist das teilweise regelrecht desaströs. Ich weiß nicht wie die verantwortliche Abteilung(en) aufgestellt ist, aber hier sehe ich mit relativ geringem Aufwand großes Optimierungspotential.

      Der St.Pauli Vergleich: Das würde ich eher lassen. Wir sind genauso mit St.Pauli vergleichbar wie Siemens oder BMW mit der Startup-Klitsche von nebenan.
      So ist St.Pauli zwar sicher eine Marke. Aber was bedeutet das für sie? Wie viele Shirts haben sie den in China verkauft, in Amerika, oder auch in Deutschland? Eine Markenbildung ohne sportlichen Erfolg wäre zwar möglich, aber sinnlos.

      Und wo die ganze stolze Marke St.Pauli ohne den “Weltpokalsiegerbesiegerretter” wäre dürfte eh klar sein. ((-;

      Interessant ist auch der Hinweis auf das Umsetzen der CSR-Prinzipien bei Werder. Ich habe ehrlich gesagt keinerlei Ahnung was damit konkret gemeint ist. Ich will damit nicht sagen, dass das nicht existiert oder nicht gut gemacht wäre. Ich weiß nur nichts davon. Und meiner Meinung nach wüssten dazu ca. 99% der Fußballfans in Deutschland nichts dazu zu sagen.
      D.h. vielleicht machen sie da etwas gut. Aber wenn es keinen Menschen erreicht ist ggf. auch einfach sinnlos.

  9. Olorin

    Auf jeden Fall ein sehr interessanter und polarisierender Beitrag und eine tolle Diskussionsgrundlage. Die Punkte Sport, Kommunikation und Personal seh ich exakt genauso.

    Beim Thema Soziales wird doch schon viel gemacht, was du ja auch selbst aufzählst. Ob man das aufstockt muss man im Einzelfall entscheiden, grundsätzlich find ich aber dass das derzeitige Engagement ausreicht. Der FCB ist noch immer ein Profifußballverein und nicht die Arbeiterwohlfahrt. Der Vergleich mit dem FC St. Pauli ist aus sehr vielen Gründen unsinnig. Mit diesem Verein kann und sollte sich der FCB nicht vergleichen.
    “Warum nicht mit Adidas vereinbaren, dass sämtliches Merchandising fair produziert wird?”
    Weil die Einnahmen aus dem Merchandising das Einzige sind, was wirtschaftlich eine annähernde Augenhöhe zu den Branchengrößen herstellt. Wenn die zu einem Großteil wegfallen (und das würden sie dann) würde der FCB aus der TOP 6 in die TOP 30 oder so fallen. Ich finde das beileibe nicht gut, aber solange alle so handeln muss man da mitspielen.

  10. Bernhard

    Toller Artikel, dem ich voll zustimme!

  11. Olorin

    Wenn du schon zu Recht die Exzesse der Internationalisierung kritisiert, warum machst du sie dann selbst mit? Bei der Sprachkonstruktion “Der Bayern way of life” stellen sich mir sämtliche Haare und Zehen deutlich mehr auf als bei einer Halbzeitshow von Anastacia. Warum nicht “Der bayrische Weg”? Oder dann halt konsequent “The bavarian way of life”. Wenn dieses komische Denglisch-Konstrukt wirklich sein muss ergibt dieser ‘Satz’ aber auch grammatikalisch keinen Sinn.

    Sorry dass ich da jetzt so drauf rumreite, aber hier passt die Überschrift wie ich finde nicht zu den im Text geforderten Werten.

    1. Weil das der Wortlaut von Uli Hoeneß war. Deshalb die Anführungsstriche.

      1. Olorin

        Ups, das hatte ich überlesen. Dann ist das natürlich was anderes…

  12. wipf1953

    Puh, ein sehr langer Artikel mit vielen Gedanken, die es wert sind, über längere Zeit diskutiert zu werden.

    Der Artikel hat irgendwie zwei Teile – Teil 1 befasst sich insb. mit Uli Hoeness und der “neuen = alten Außenwirkung”, die er unserem Club verpassen möchte. Teil 2 sind einige eher lose Ideen, was man ändern könnte.

    Den Teil über Uli Hoeness fand ich hoch interessant und würde mich freuen, wenn wir das in angemessener Zeit – d.h. nicht nur hier und heute abend – vertiefen könnten. Den Teil, was der FC Bayern bitte anders machen soll, bis hin zu sozialem Engagement und Kommunikation, finde ich ehrlich gestanden etwas anmaßend. Wir als “Normalfans” haben viel zu wenige Einblicke, um wirklich fundierte Vorschläge machen zu können. Dessen sollten wir uns bewusst sein.

    Einen “Fehler” muss ich allerdings schon noch ansprechen. Der FC Bayern und seine Fans waren nie, nie, nie zufrieden damit, im CL-Viertelfinale auszuscheiden. In den Jahren 2002 bis 2008, als der Verein nie mehr als dies erreicht hat, war ich bei jedem Ausscheiden kreuzunglücklich (vor allem 2008, gegen Milan, die damals einen tollen Trainer hatten). Und außerdem ist Bayern damals gerade nicht “regelmäßig” im Viertelfinale gescheitert – oft war schon eine Runde eher Schluss.

  13. Beobachter

    Auf den Punkt. Die Fehleranalyse teile ich zu 100%. Wir haben derzeit zu wenig Originalität in Verbindung mit einer Scheu vor Professionalität (sei es, dass man bei bestimmten Sachen strukturell etwas hinterherhinkt(e) und weitergehende Schritte nicht gehen möchte, sei es, dass man bestimmte Sachen meinem Eindruck nach am liebsten wieder zurückfahren möchte).

    Was die vorgeschlagenen Lösungen angeht, bin ich bei einigen Punkten etwas skeptischer – soziale Grundsätze und Menschenrechte finde ich gut – aber man sollte sich auch nicht überschätzen.
    Aber auch ich bemängele schon seit einiger Zeit den Aspekt einer manchmal erratischen, widersprüchlichen Kommunikationspolitik . Die Personalpolitik biegt auch gerade wieder falsch ab. Es kann durchaus sein, dass Brazzo, Sagnol usw. gute Arbeit machen – ich würde es mir wünschen. Aber das hat was von einer Wette. Hat es bei jeder Personalentscheidung, aber hier noch mehr und zwar auf eine ungut systematische, nerlingereske Weise.

  14. Ohne81

    Eigentlich ein sehr schöner Text, indem der Autor viele Punkte integriert hat. Die Aufteilung Alternativlos ist nur der Tod / Soziales / … verschafft dabei wenigstens eine thematische Abgrenzung und ist gut zu lesen.

    Die gewünschten / geforderten Punkte sind, wie schon bereits von Anderen angemerkt, in der Theorie immer schön gut.

    Diesbezüglich mal folgende Nachfragen an den Autor, da mir einige Punkte der Forderungen noch nicht klar sind bzw. ich ggf. einfach einige Beispiele bräuchte:

    „Internationalisierung mit Erschließung neuer Märkte ja, aber stets unter Wahrung der gesellschaftspolitischen Verantwortung.“ –> Kannst Du diesen Punkt bitte noch mal näher erläutern? Vor allem würde mich interessieren, welche Länder / Märkte Dir da vorschweben und welche gesellschaftspolitische Verantwortung dahinter steckt. Also wo genau dürfte der FCB dann noch für sich werben?

    „zum Beispiel gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit“ – Sponsor: Welches Unternehmen aus diesem Bereich hat deiner Meinung nach a: Genug Geld um sich ein Sponsoring beim FCB leisten zu können und will b: Warum genau über die Sportart Fussball und mit dem FCB werben?

    „Ich bin der Meinung, dass man sehr wohl Gutes tun UND darüber reden muss.“  Warum sollen wir das tun? Nur für „[…] soll weltweit mehr für sein soziales Engagement geschätzt werden.“? Ich bin der Meinung, wer Gutes tut und NICHT darüber redet, macht es aus Überzeugung und nicht der Außenwirkung wegen.

  15. Olorin

    Würde mich freuen, wenn du auf der JHV wieder einen Redebeitrag machst…auch wenn wir nicht überall übereinstimmen ist das auf jeden Fall die richtige Richtung :)

    Thema St. Pauli: ja, da wird eine Haltung vermarktet und es ist fraglos eine gewisse Marke. Das ist dort aber beileibe nicht nur der Fußballverein, viel mehr ist der ganze Stadtteil St.Pauli eine Art Sehnsuchtsort der linksalternativen Szene. Der Fußballverein ist da nur ein Teil des großen Ganzen. Welche ‘Haltung’ könnte man beim FCB vermarkten, die zu unserem Heimatort (Schwabing) passen würde? Internationalität wird denk ich bei einem italienischen Trainer, einem französischen Co, einem bosnischen Sportdirektor und einem internationalen Kader schon sehr stark betont. Ansonsten steht Schwabing vor allem für die Künste und die Kunst- und Pressefreiheit-hier könnte man unter Umständen was machen. Das wäre zumindest eine Überlegung wert…

  16. Christian

    @ohne81

    Danke für Deinen Kommentar.

    Der FC Bayern sollte deshalb stärker sein soziales Engagement kommunizieren, um hier auch zum Vorbild für andere Clubs zu werden. Ich weiß von einem anderen Thema (Mehrwegbecher im Stadion), dass einige Clubs deshalb nicht auf Mehrweg setzen, “weil schließlich der FC Bayern das auch nicht tut”.
    Seit Jahrzehnten handelt der FCB immer wieder wohltätig, ohne das an die große Glocke zu hängen. Aus Überzeugung würde der FCB auch zukünftig dementsprechend handeln. Davon aber zusätzlich in der Außendarstellung zu profitieren, fände ich nicht verwerflich.

    Sponsoring:

    Es muss nicht das kleine Öko-Unternehmen mit Mini-Budget sein, dass mit dem FCB werben will. Ich meine damit auch die großen Nahrungsmittelkonzerne, die aber für “gesunde” Spartenprodukte durchaus ein Sponsoring beim FCB machen könnten. Der Club sollte hier einfach stärker darauf achten. Dann müsste man keinen Nahrungsmittelanbieter ausschließen. ZB könnte man mit Burger King einen “Bio Burger” bewerben. Nur als Idee, um Dir zu verdeutlichen was ich meine.

    Warum Unternehmen mit dem FCB werben wollen sollten, brauch ich glaube ich nicht zu beantworten ;-)

    Internationalisierung:

    Ich will dem FCB überhaupt keinen Markt “verbieten”, das wäre wirklich anmaßend. Und ich akzeptiere auch, dass China einfach zu groß und zu wichtig ist, um hier gar nix zu tun. Aber wenn in solchen Ländern was gemacht wird, dann muss wirklich deutlich werden, für welche Werte der FCB steht. Ob das vor Ort deutlich gemacht wird, oder in der Heimat – die Botschaften würden schon in China ankommen.

    Davon abgesehen gibt es zum Glück noch genügend Regionen, in denen man politisch problemloser “neue Märkte erschließen” könnte: Japan, Indien, Australien, weite Teile Südamerikas zum Beispiel.

    Das sind alles Ideen, die man gut oder schlecht finden kann. Mir geht es ums Prinzip, dass man sich seine Geschäftspartner nicht nur nach dem Geld aussuchen sollte, sondern auch danach, ob das Engagement zur vereinseigenen Identität passt. Und ob man nach der Unterschrift unter den Sponsoringdeal noch guten Gewissens schlafen kann.

    Das Dachthema ist der Fußball mit seiner Vorbildfunktion für die Gesellschaft. So überhöht ist es ja mittlerweile. Der FCB als NR1 in Deutschland muss hier – meiner Meinung nach – besonders vorbildlich vorangehen.

  17. Liza

    Ich wusste gar nicht, dass die Lufthansa als Sponsor ausscheidet. Ist das wirklich fix?

    Wenn ja, dann ist das tatsächlich sehr schade, denn Lufthansa ist ja nicht nur “deutsch”, sondern hat in MUC ihren zweiten Hub neben FRA und ist entsprechend “lokal” angebunden. Gerade im Kontrast BVB=Eurowings=Billig Segment, FCB=Lufthansa=Premium Segment hat das Sponsoring auch immer gut funktioniert, finde ich ;-)

    Zugleich kann die LH sicherlich nicht glücklich darüber sein, dass der FCB für den Flughafen Doha wirbt, daher scheint eine Ablösung durch Qatar Airways plausibel, aber aus oben angeführten Gründen überhaupt nicht wünschenswert.

  18. Mehmet68

    Danke Christian, ein wirklich gut differenzierter, stellenweise zurecht kritischer Beitrag!

    Bei der “sozialen Verantwortung” gehen mir die Ansätze etwas zu weit – Fußball kann und will nicht die Welt verbessern.

    Dennoch empfinde ich das Anbiedern an Katar und Abu Dhabi als einen klaren Bruch mit der früheren Vereinspolitik, sich auf halbwegs integre und solide Partner zu konzentrieren – volle Zustimmung.

    Zustimmung auch, was Hoeneß’ Retro-Politik angeht: Mit Vollgas zurück in die 90er, so wirkt das momentan. Dass Brazzo und Sagnol noch wenig Kompetenz ausstrahlen ist ja offensichtlich. Deine These zu Zwergen und Riesen kann ich so aus eigener Erfahrung nur unterstreichen und da sehe ich momentan viele Zwerge beim FCB. Ich befürchte, das Hoeneß mit seiner Personalpolitik vor allem seine Macht nach der Haftstrafe festigen wollte, möchte aber nichts unterstellen.

    Ich würde mir wünschen, dass Uli und Kalle solche Blogs auch zu sehen bekommen. Allerdings befürchte ich, dass gerade die 2 mittlerweile beratungsresistent sein könnten.

  19. Torpedo

    Vielen Dank für den Beitrag . Er legt doch ziemlich genau den Punkt auf die Wunde des
    FC Bayern .
    In der BULI weit enteilt und in der Champions League auf dem TOP Niveau mit 5 – 6 anderen Vereinen
    misslingt der Spagat einer Identitätsfindung .
    Heimatverbunden , sozial gefestigt und integer mit gehörigem Sebstbewusstsein verkauft man sich im
    deutschsprachigem Raum und im nahen und weit entfernten Ausland verkauft man sich als globaler Erfolgsverein.

    Für uns hier genügt dies vollkommen , aber der internationale Markt wird nur unter Zuhilfenahme der ausserordentliche Strahlkraft von Starspielern gewonnen werden können . Die werden nunmehr von Saison zu Saison teurer . Wenn man die
    nicht in seinen Reihen hat , wird man eben halt international auf lange Sicht nicht ” vermarktungstechnisch ” die Lücke schliessen können. ( Ohne die spielerische Klasse schmälern zu wollen oder in Frage zu stellen ; Mit Robben , Ribery ,
    Schweinsteiger , Lahm , Neuer, Thiago usw. holen wir nicht genug Inder , Amerikaner , Brasilianer , Chinesen , Indonesier an die Smartphones oder an die Fanshopcounter um mehr Gelder und mehr Aufmerksamkeit zu generieren , weil die Jungs einfach nur sehr gute – aber nicht spektakuläre ” YouTube -Kicker” sind ).

    Darum finde ich es sehr gut, dass Christian neue Denkanstösse gibt und zur Diskussion anregt ,
    Mal ” Out of the Box” denken , wie es in jedem Deppenmeeting heisst .
    Doch ich befürchte , dass es unter der derzeitigen Führung keinerlei Neuentwicklung bzw. Weiterentwicklung
    des Vereins geben wird.

    Darum werden wir auch national seitens der Vereiensoberen mantraartige Statements hören , über Transferwahnsinne und dass man so was nicht mitmacht ( wobei es letztendlich doch echt Wurscht ist- ob man portugiesische achtzehnjährige mit ” Potential “für vierzig Millionen kauft oder Megastars für 222 Millionen . ) , über Stallgeruch , über Mia san Mia , über den zukünftigen Giesinger Kicker der in der ersten Mannschaft spielen soll usw.
    und bezüglich der internationalen Ausrichtung des Vereins ,
    ein doch eher planloses Mitschwimmen mit den anderen hinter den drei Grossen
    Megn dad i scho, oba woin dua I ned!

    1. Jo

      Es ist letztendlich Wurscht, ob man einen Spieler für 40 oder 222 Millionen kauft??
      Eine etwas gewagte Aussage!?

      1. Torpedo

        Vielleicht etwas zu flappsig ausgedrückt ,war jedoch bezogen auf Renato Sanches um bei den Bayern konkret zu bleiben .Die Bayern geben 40,00 Mio brutto für einen 18 Jährigen aus und zocken auf die Zukunft , weil er in deren Augen wohl ungeheueres Potential hat ( hat er bislang noch nicht beweisen können oder dürfen ) oder Paris SG gibt für Neymar 222,00 Mio +xy aus , kauft damit den 25 jährigen Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft ,TOP Statistiken, Riesenkicker , absoluter Posterboy und Youtube + InstagramStar, und hat mit diesem Scoop weltweit medial und in der manifestierten Reichweite bereits zu den TOP Vereinen aufgeschlossen , obwohl sie sportlich gesehen, da noch nicht hingehören .
        Renato Sanches mag sich sportlich amortisieren , Neymar wird sich zum einen sportlich amortisieren ( weil er einfach gut ist ) und zudem PSG im Merchandising und in der weltweiten Wahrnehmung auf ein neues Niveau heben . Die beiden grössten Kicker derzeit , sind bereits Ü 30 und deren Karriereende dämmert bereits , so dass Neymar verspricht der kommende alleinige Fussballsuperstar zu werden .
        Darum der Vergleich : 40 für ne Option oder 222 + für ne sichere Bank.

      2. wipf1953

        Also bei aller gebotenen Zurückhaltung, aber das rückt hier in die Nähe einer Milchmädchenrechnung. Neymar hat keine 222 Mio. gekostet, Neymar hat mehr gekostet als die Allianz Arena – also mehr als die (offiziellen) 340 Mio. Denn man muss bei einem Transfer auch die Handgelder, Provisionen etc. mit einberechnen. Hinzu kommt dann noch das Gehalt. Spieler von Real Madrid, dem FC Barcelona, den Manchesters, Chelsea und PSG erzielen einfach ein nochmal höheres Gehalt als Bayernspieler.

        Sicherlich könnte Bayern einen Coutinho, Dembele oder Mbappe finanziell “stemmen”. Aber was dann? Weder ein Lewandowski, noch ein Manuel Neuer oder ein Thiago werden es akzeptieren, wenn diese Spieler ein ihrer Ablöse entsprechendes Gehalt kassieren und sie nicht.

        Sicherlich weiß man h_e_u_t_e, also “im Rückblick”, dass ein Wechsel auf einen eher traditionellen Trainertypen wie Ancelotti und der gleichzeitige Transfer von Sanches (einem ausländischen, jungen Spieler, der sich nicht “quasi automatisch” einfügt), problematisch ist. Vielleicht hätte man das auch schon bei seiner Verpflichtung wissen können. Aber zu sagen, statt Sanches hätte man besser einen 100 Mio. Mann geholt, ist Quatsch.

  20. Torpedo

    Danke für die gebotene Zurückhaltung .
    Welche Handgelder , Provisionen usw. kalkulieren Sie dann bei dem Sanches Transfer noch hinzu ?

    Denken Sie nicht , das Spieler wie Lewandowski , Neuer oder Thiago noch viel weniger bereit sind zu akzeptieren ,
    wenn Spieler für hohe Ablösesummen geholt und demnach bestimmt auch ganz gut bezahlt werden , aber letztendlich doch
    die Mannschaft insgesamt nicht nach vorne bringen oder das eigene Potential nicht ausschöpfen .
    Das weckt doch bei den arrivierten Spielern mit Leistung und deren Spielerberatern viel eher Begehrlichkeiten und bringt sie in weitaus bessere (Nach,-)Verhandlungspositionen gegenüber dem Verein , wenn einer ” viel kostet , nix bringt und viel verdient” ( sehr überspitzt formuliert ) ,als wenn der Verein einen Überflieger holt und diesen entsprechend honoriert .

    1. Jo

      Der Neymar-Transfer ist hier ein schlechtes Beispiel weil er wirklich jeden Rahmen sprengt. Das Gesamtvolumen soll über die Vertragslaufzeit ca. 700 Mio € betragen. Eine Summe die man aufgrund der diversen Quellen, Leaks und Quervergleiche für durchaus realistisch halten kann.
      Ich sehe nicht im Ansatz wie das refinanzierbar wäre.
      Natürlich sind sicher auch bei dem Sanches-Transfer die üblichen “Nebengeräusche” einzuberechnen. Genau wie bei der reinen Transfersumme dürften das imVergleich zu Neymar aber geradezu Peanuts sein. Zu erklären aus der völlig unterschiedlichen Wertigkeit der Spieler am Transfermarkt und der jeweiligen Verhandlungsposition.

      Man kann natürlich diskutieren, ob das Geld im Falle Sanches gut angelegt war, oder ob man nicht doch besser den Spieler X verpflichtet hätte. Aber als X kann man hier m.E. keinesfalls Neymar einsetzen. Da muss man einfach eingestehen, dass diese Nummer zu groß gewesen wäre.

      1. wipf1953

        Genau so war mein Beitrag gemeint.

  21. Marco05

    Interessant ja, aber mir viel zu kritisch und schwarz/weiß, was nicht wundert, wenn man den Autor etwas “kennt”.

    Es mögen die meisten Punkte überdenkenswert sein, keine Frage. Nur schwingt hier der Unterton mit, dass das der einzig wahre Weg wäre. Das sehe ich bei weitem nicht. Was mir außerdem zu kurz kommt ist das Wesentliche bzw. das, weshalb wir alle überhaupt hier sind: der Fußball. Weiterhin ist die Frage: was soll denn das Endziel sein? Sportlich jetzt.

    Es kann ja kaum um die 6., 7., 8. Meisterschaft in Folge gehen? Es muss ja im Grunde das Ziel sein, alle 10 Jahre die CL zu gewinnen. Mehr ist sowieso illusorisch. Oder geht es einfach um die Entwicklung des Vereins nach deinen Wünschen, unabhängig vom sportlichen Erfolg, Hauptsache auch “sauberer”, moralisch einwandfreier und ethisch vertretbarer Basis?

    Dem sportlichen Bereich widmest du satte 5 Zeilen (oder waren es 6?). Vielmehr geht es dir um die Rahmenbedingungen. Es liest sich so, als ob bis zum Ende der Zeit von Guardiola alles gut gewesen wäre und danach schlecht. In welcher Hinsicht? Spielerisch? Gut möglich, aber unterm Strich ist kein Abfall zu erkennen. Natürlich war die Verpflichtung von Ancelotti nicht der logische nächste Schritt, aber welcher wäre das gewesen? Es muss ja auch nicht heißen, dass man von nun an den Ballbesitzfußball ad acta legt. Vielleicht aber kehrt wieder der (international) erfolgreiche Fußball zurück? Sollte das kurzfristig der Fall sein, würde das die meisten hier aufgeführten Punkte ad absurdum führen. Dann wäre (zumindest sportlich) auf einmal nicht alles so schlecht.

    Und bitte nicht falsch verstehen, aber Sätze wie “Der neue Weg ergibt sich aus der bayerischen Identität des Clubs. Was ist diese bayerische Identität? „Verwurzelt sein in der Heimat, aufgeschlossen für die Welt. Gleichzeitig eine Großzügigkeit des Herzens, die sich überträgt und ansteckt.“, auch wenn es ein (meines Erachtens nicht zitierenswertes) Zitat ist, sind doch nicht mehr als Stammtischparolen? Was soll denn bitte dahinterstecken? Im Gegenteil: was beinhalteten “aufgeschlossen für die Welt sein”? Reisen nach China? Sponsoring von Kataris?

    Für mich klingt das in Summe alles etwas zu naiv. Die Frage ist, was will man? Internationalen Erfolg oder (subjektiv) top-moralisches, vereinsphilosophisch vertretbares Vorgehen? Oder einen Weg dazwischen? Den haben wir aktuell und daran sehe ich nicht sooo viel Verwerfliches.

  22. pitvonbonn

    Wer schreibt mal was Positives über den Bayernvorstand?
    Die Bayern Führung, die Bayern zum mitgliederstärksten Verein der Welt gemacht hat mit den weltweit meisten Fan Clubs, den besten Sponsoren und dem hervorragenden Merchandising, der auch gleichzeitig der sozialste- und familierste Club ist. Ich verzichte bewusst auf Beispiele, weil ich keinen ellenlangen Beitrag schreiben will. Der Club, der diese großartige Allianz Arena. den Campus und das Gelände an der Säbener Straße sein bezahltes Eigentum nennen darf. Dessen ehemalige- und jetzige Spieler sowie Trainer, die einzigartige familiere und menschliche Atmosphäre im Club immer wieder loben. Der Club mit dem bezahlbaren mit Weltklasse Spielern gespickten Kader, der seit etlichen Jahren zu den 3 besten Clubs der Welt zählt, ohne je mehr als 41 Millionen € Ablöse für einen Spieler gezahlt zu haben, der gleichzeitig ein großes Guthabenkonto aufweist. Welcher Weltklasse Club hat denn sonst hat denn ein eigenen erwirtschaftetes Guthabenkonto ohne Oligarchen, Scheichs und Hedgefonds?
    Der Club, der trotz dieser Voraussetzungen nicht größenwahnsinnig und unkontrolliert mit den Millionen um sich wirft, sondern den sportlich und wirtschaftlich eigenen Weg sucht und findet. Dabei hat Bayern den in der Weltspitze einmaligen Nachteil durch die bewusst gewollte gemeinsame solidarische Fernsehgebühren Verwaltung. Hierin haben unsere Bayern den wirtschaftlichen 100.000.000 € Nachteil, denn sonst wären sie auch umsatzmäßig der stärkste Club der Welt, trotz der sozial niedrigen Eintrittspreise. (vergleiche England, Spanien und Italien) Wer spielt für die Bayern? Die 10 Weltklassespieler Neuer, Boateng, Hummels, Martinez, Alaba, Thiago, Robben, Müller, Ribery und Lewandowski, dazu für den Generationenwechsel die 9 Spieler: Früchtl, Kimmich, Bernat, Süle, Rudi, Tolisso, James, Coman und Gnabry) Nächstes Jahr werden weitere Talente folgen.
    Ein Kader der bedacht ausgewählt wurde ohne den Zusammenhalt durch zu große Rivalitäten um verdiente Spieler im Laufe der Saison zu gefährden. Denn auch das muss bedacht werden
    Bei aller angebrachten Kritik, vergesst das Lob nicht, der weltweit erfolgreichsten Vereinsführung, die aus Ex Bayern Spielern besteht. Mit Totalkritik erreicht man nichts, kein Nachdenken, keine Diskussion, keine Weiterentwicklung und keine Nähe zu den Fans. Aber Lob über das Erreichte und anregende Vorschläge öffnen Türen und Herzen. Guten Morgen PitvonBonn

  23. Christian

    Hallo Marco05,

    “kennen” wir uns? ;-)

    Ich will selbstverständlich nicht suggerieren, dass mein vorgeschlagener Weg der einzig richtige ist. Es ist eine Bestandsaufnahme der Vereinspolitik mit einigen Vorschlägen, was der Verein in Zukunft besser machen könnte. Stichwort “Vereinspolitik”:
    Bewusst nimmt der rein sportliche Teil nur wenige Zeilen ein. Ich konzentriere mich eben auf die Vereinspolitik. Für das sportliche gibts auf miasanrot deutlich geeignetere Autoren als mich ;-)

    Allerdings hängt das sportliche doch sehr eng mit den Rahmenbedingungen zusammen. Um die es mir in meinem Text geht.

    Die bayerische Identität ist alles andere als eine Stammtischparole, sondern der Markenkern des FC Bayern. Wie sie neu mit Leben gefüllt werden kann, beschreibe ich ziemlich ausführlich. Dachte ich zumindest.

    1. Marco05

      Nein, wir “kennen” uns nicht. Ich folge dir gelegentlich auf Twitter solange mir die Kritik bzgl. der Rahmenbedingungen nicht im Missverhältnis zum sportlichen Hauptgeschäft steht. Vom Grundsatz her finde ich viele deiner Anregungen gut aber wie gesagt, mir geht es im Wesentlichen um das sportliche.

      Im sozialen und Marketingbereich machst du einige Vorschläge. Allerdings darf man auch hier nicht vergessen dass es sich um einen Fußballverein handelt. Der FCB unternimmt viel im sozialen Bereich, aber das reicht dir nicht. Darüber kann man sicher streiten, aber wer soll zB die gewünschten Fair-Trade Trikots bezahlen? Ich würde auch sehr sehr gerne in einer idealen Welt leben in der alles gerecht und fair zugeht. Aber dahingehend sehe ich andere deutlich mehr in der Verantwortung als einen Fußballclub.

  24. chicago_bastard

    Sehe es ähnlich wie Marco05. Zu Beginn des Artikels wird noch der sportliche Niedergang an die Wand gemalt, was dann folgt sind jedoch ausschließlich Vorschläge, das Image des Vereins zu verbessern. Passt dann auch nicht zusammen, dass der Abgang von Guardiola als großer Einschnitt zum Negativen bezeichnet wird, wenn dann später klar wird, dass der Aspekt, der den Autor offenbar am meisten stört, das Sponsoring durch Katar ist. Wer ist nochmal Image-Botschafter für Katar?

  25. Systemrelevant

    In dem Artikel werden natürlich viel umfassende Punkte angesprochen, denen nicht mal groß widersprochen werden kann wenn es um die Umsetzung geht. In diesem veränderten Umfeld muss sich der Verein als Marke positionieren. Absolute Superstars, wenn sie verpflichtet werden müssen, wird es nicht geben und das zählt wohl in allererster Linie wenn es um die weltweite Vermarktung geht, also speziell in Gegenden wie Asien oder Amerika.
    Dass Bayern aber auch in der Lage ist solche Superstars herauszubringen haben sie mit Kahn oder Müller aber auch schon das ein oder andere Mal bewiesen.

    Deswegen finde ich der Bayern Way of Life muss sich in erster Linie auf den sportlichen Bereich konzentrieren. Mit einer herausragenden Ausbildung junger Spieler wird es auf Dauer leichter fallen auch mit superreichen Klubs auf Augenhöhe zu bleiben. Die finanzielle Situation ermöglicht es den Verein auf lange Sicht seine Spieler zu halten und punktuell wie in den vergangenen Jahren den ein oder anderen Superstar wie Robben oder James zu holen, die unumstritten Qualität besitzen, trotzdem auf das Abstellgleis gerieten.

    Das Konzept wie junge Spieler an den Profikader herangeführt werden muss dann aber verfeinert werden. Wenn Bayern wie in den vergangenen 2 Jahren mit nur 18, 19 Spieler in die Saison geht sollten 3, 4 Plätze für Jugendspieler freigehalten werden, die dann auch regelmäßig Spielzeit über mehrere Spiele hinweg bekommen um sich beweisen zu können.

    Grundsätzlich muss sich vielleicht eine andere Herangehensweise überlegt werden. Da haben die Bayern nun das Nachwuchsleistungszentrum gebaut, haben auch inzwischen einige gute junge Spieler in ihren Reiehen. Aber übertragen auf das Berufsleben nutzt dir die beste Ausbildungswerkstatt nichts wenn nicht die besten Ausbilder für dich arbeiten. Auch in Sachen Philosophie ist von jung bis Profis keine klare Handschrift zu erkennen.

    Deswegen schwirrt mir da ein Gedanke durch den Kopf: So etwas wie eine FC Bayern Trainerausbildung, natürlich basierend auf den höchsten Ansprüchen in Taktik, Technik und Wissenschaft wie auch sozialen Kompetenzen. Im Grunde müssen sich die Vereine nicht nur nach unseren Spielern die Finger lecken sondern auch nach unseren Trainern. Das würde, wenn es erfolgreich umgesetzt werden könnte, den Vorteil bringen, dass alle Jungendspieler bei uns spielen wollen und nicht in Leipzig oder Hoffenheim und dass man, wenn man alle paar Jahre auf der Suche nach einem Trainer ist, nicht lange suchen muss um einen würdigen Nachfolger zu finden. Momentan sind wir da abhängig vom Markt und jeder Trainerwechsel bringt einen gewissen Bruch mit sich, sei es in Spielidee, in Trainingsart oder sonstwas.

    Ich respektiere natürlich die anderen Punkte, die in dem Artikel alle angesprochen wurden aber in wie fern es sinnvoll ist die moralischen Aspekte in das alles mit einfließen zu lassen halte ich für fraglich. Muss man, wenn man diesen Weg dann konsequent gehen will, nicht auch Länder wie die USA boykottieren, die auch regelmäßig das Völkerrecht brechen oder manchmal auch bei geistig behinderten die Todesstrafe durchführt, von Unschuldigen gar nicht erst angefangen. Dass die aktuelle Sponsorenwahl kritisch zu betrachten ist steht dabei aber nicht zur Debatte. Aber nüchtern betrachtet stellt sich eben die Frage ob das auf dem globalen Markt überhaupt jemanden interessiert oder ob man sich da speziell in Deutschland als Fan mit solchen moralischen Ansprüchen auf einer einsamen Insel befindet?

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