FC Bayern – Real Madrid 0:4 (0:3)

FC BayernNeuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Kroos, Schweinsteiger – Robben, Müller (72. Pizarro), Ribéry (72. Götze) – Mandzukic (46. Martínez)
ErsatzRaeder, Van Buyten, Rafinha, Hojbjerg
Real MadridCasillas – Carvajal, Ramos (75. Varane), Pepe, Coentrao – Modric, Xabi Alonso, Di Maria (84. Casemiro) – Bale, Benzema (80. Isco), Ronaldo
ErsatzLopez, Marcelo, Morata, Illarramendi
SchiedsrichterPedro Proenca (Portugal)
Zuschauer68.000 (ausverkauft)
Tore0:1 Ramos (16.), 0:2 Ramos (20.), 0:3 Ronaldo (34.), 0:4 Ronaldo (89.)
Gelbe KartenDante / Xabi Alonso

Aus… Vorbei… Deutlich… Bitter…

Falls Ihr es verpasst habt: Real Madrid steht im Champions League-Finale 2014. 0:4. Klarer als es wohl jeder erwartet hätte. Madrid zieht über zwei Spiele gesehen verdient ins Endspiel ein. Sie waren zwei, vielleicht sogar drei Tore besser. Fünf gewiss nicht. Für die Bayern ist der Traum von der Triple-Verteidigung vorbei. Mit dem extrem schweren Pokalfinale gegen den BVB bleibt die Möglichkeit aus einer guten, eine sehr gute Saison zu machen. Meistertitel und Champions League-Halbfinale sind aller Ehren Wert, auch wenn die Deutlichkeit der Niederlage gegen Real weh tut.

Guardiola begann mit der denkbar offensiv ausgerichteten Ausrichtung mit Lahm auf der rechten Außenverteidiger-Position, Müller auf der 10 und Kroos neben Schweinsteiger in der Zentrale. Bayern begann angetrieben von einer tollen Choreographie im Stadion hochmotiviert und mit hohem Tempo. Madrid wie erwartet abwartend und nur in Phasen mit eigenem hohen Pressing. Der Wille der Münchener den Eindruck der selbstzufriedenen Ballbesitz-Mannschaft zu zerstreuen war spürbar. Nach einem Konter klärte Dante in der 16. Minute etwas unglücklich zur Ecke. Sergio Ramos köpfte die von Modric geschlagene Hereingabe ins Tor. Wenige Minuten später erhöhte erneut Ramos nach einem Freistoß auf 2:0. Das Spiel lief danach weiter. Der Kampf um den Einzug ins Endspiel war jedoch vorbei.

Madrid nutzte in der Folge Bayerns etwas kopfloses Anrennen für einige sehenswerte, schnelle Konter. Ronaldo erhöhte noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem Seitenwechsel war klar, dass es für die Gastgeber nur noch um Gesichtswahrung ging. Das gelang ganz ordentlich auch wenn der Ehrentreffer nicht mehr fiel. Auf der Gegenseite setzte dafür Ronaldo mit einem flachen Freistoß den Schlusspunkt unter ein aus Münchener Sicht denkbar schlechtes Spiel. Das wars.

4 Dinge, die auffielen:

1. Ausgerechnet Standardsituationen

Es ist schon ein wenig absurd. Wohl noch nie wurde in Fußball-Deutschland so viel über Taktik diskutiert wie in den vergangenen zwei Wochen rund um Duell Bayern München gegen Real Madrid. Und dann entscheiden zwei Standardsituationen dieses Spiel. Es ist im Nachhinein völlig wertlos und interessiert verständlicherweise niemanden, aber für 20 Minuten war es im Wesentlichen das Spiel, das die Münchener sich vorgenommen hatten. Die Bayern waren extrem aggressiv, kombinierten recht schnell in Richtung Strafraum und hatten Reals Konter gut im Griff. Natürlich fehlten auch die eigenen großen Chancen, aber das Spiel war bis dahin ok und offen. Vielleicht hat sich Bayern sogar ein wenig anstecken lassen von den Diskussionen, um das angeblich zu langsame Spiel der letzten Wochen. In bestimmten Phasen war mir das Spiel der Münchener fast zu direkt und auf einen offenen Schlagabtausch ausgelegt.

Das 0:1 nach einer Ecke war ein Schock, das 0:2 die Entscheidung. Dass Real die Münchener mit ihren perfekten Kontern danach teilweise bloßstellte, ist ärgerlich, aber für den Spielverlauf nicht mehr entscheidend, beziehungsweise mit Blick auf den 0:2-Rückstand erklärbar. Dass Bayern in der zweiten Hälfte mit Javi Martínez auf dem Feld Madrids Konter viel besser im Griff hatte, als zwischen der 20. und 45. Minute ist kein Zufall und sollte Guardiola mit Blick auf seine Startaufstellungen in beiden Spielen gegen Real zumindest zu denken geben.

Gibt es ein grundsätzliches Problem der Bayern bei Standardsituationen? Nicht unbedingt. Im Hinspiel gegen Manchester United kassierten die Münchener ebenfalls einen Treffer nach einer Ecke. Im Vorjahr traf der FC Arsenal ebenfalls mehrfach nach Ecken. Ein Dauerproblem ist dennoch nicht unbedingt zu erkennen. Bayern verteidigt in der Regel konsequent im Raum, deckt die Pfosten nicht ab – ein echter systemischer Fehler ist auch bei diesen Gegentoren nicht zu erkennen. Das 0:2 mit dem gut getretenen Freistoß und der Kopfball-Verlängerung ist kaum zu verteidigen. Beim 0:1 ist es etwas unerklärlich warum Ramos und vor ihm ein weiterer Madrilene mit hohem Tempo in den Ball hinein gehen dürfen. Ein individueller Fehler von Müller oder Mandzukic – je nach Zuteilung. Auch Manuel Neuer sprach nach dem Spiel davon, dass die Raumdeckung ja gerade dazu führen soll, die Laufwege der Angreifer zu blocken.

Madrid ist in der spanischen Liga die torgefährlichste Mannschaft nach Standardsituationen. Es war eine Ecke und ein Freistoß, die das Champions League-Halbfinale endgültig entschieden. Alles was danach kam, war bitter, aber nicht mehr wirklich relevant.

2. Die Mannschaft mit dem besten Einzelspieler kommt weiter

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In den NBA-Playoffs, die zur Zeit in den USA laufen, gibt es eine Weisheit, die immer wieder wiederholt wird. Die Mannschaft mit dem besten Einzelspieler gewinnt am Ende die Serie. Auf den Fußball ist das nicht unbedingt immer zu übertragen. In den beiden Spielen zwischen Bayern München und Real Madrid schon. Luka Modric war in beiden Spielen der beste Spieler auf dem Feld. Er dominierte assistiert vom Stabilität gebenden Xabi Alonso das Mittelfeldzentrum und war auch im Vergleich zu seinem Pendant Schweinsteiger der klar bessere Spieler. Er ist der Schlüssel für Reals Spiel. Er fand den Weg durch Bayerns Gegenpressing, er macht Reals Spiel so wunderbar vertikal und er ist gleichzeitig ein giftiger Zweikämpfer, der im Rückspiel 11 Bälle in teilweise extrem wichtigen Situationen gewann. Sein Eckstoß vor dem 1:0 war einer der Besten, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Es ist faszinierend diesen Spieler im Zenit seiner Leistungsfähigkeit spielen zu sehen. Er war der Spieler dieses Halbfinal-Duells und hat wesentlichen Anteil an Madrids Weiterkommen. Ich hätte es gern gesehen wie es ausgegangen wäre, wenn die Münchener ihm Thiago hätten entgegen stellen können…

3. Quo vadis Toni Kroos

Ich war vor dem Spiel der Ansicht, dass dieses Spiel gegen Real Madrid sehr entscheidend dafür werden könnte, wie es mit Toni Kroos beim FC Bayern weitergeht. Er ist der einzige Schlüsselspieler, dessen vertragliche Situation in München ungeklärt ist. Guardiola vertraute ihm neben Bastian Schweinsteiger auf der Doppelsechs. Trotz eines gewissen öffentlichen Drucks für Javi Martínez, trotz wechselhafter Ergebnisse dieser Kombination in der jüngeren Vergangenheit. Toni Kroos diese Niederlage oder dieses Ausscheiden anzulasten wäre Quatsch. Aber es bleibt dabei, dass in seiner Vita ganz anders als bei Schweinsteiger oder Philipp Lahm der Nachweis fehlt, dass er die Mannschaft in kritischen Phasen tragen kann. Die Spiele gegen Madrid waren da keine Ausnahme. Er wirkte in bestimmten Phasen des Spiels überfordert mit Reals Tempo und Robustheit. Es gibt Spieler wie Arjen Robben oder Philipp Lahm, die machen individuell gute Spiele, egal ob ihre Mannschaft gut ist oder nicht. Und es gibt Spieler, die sind gut wenn ihre Mannschaft gut ist und eher schwach wenn ihre Mannschaft schwach ist. Toni Kroos gehört in seiner bisherigen Karriere eher in die zweite Kategorie.

Schweinsteiger ist in einer Phase seiner Leistungsentwicklung, in der er im Mittelfeldzentrum gerade defensiv Hilfe benötigt, um der Mannschaft insgesamt weiterzuhelfen. Kroos und Schweinsteiger haben ähnliche Stärken und Schwächen. Sie ergänzen sich deshalb nicht ideal. Das habe ich hier im Blog mehrfach ausgeführt. Einen dieser Spielertypen wird Bayern aber auch in den kommenden Jahren dringend benötigen. Für mich ist Kroos im Prinzip der logische Nachfolger für Schweinsteiger. Er hat alle Qualitäten, die den Co-Kapitän auf der Position im zentralen Mittelfeld zur Weltklasse geformt haben. Das Zeitfenster für den Nachweis, dass Kroos diese Rolle mittel- und langfristig in München übernehmen kann, wird jedoch kleiner.

4. Mandzukic und Ribéry verlieren die Nerven

Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich mich in der ersten Hälfte zum ersten Mal seit langer Zeit ein wenig für zwei Spieler des FC Bayern geschämt habe. Mario Mandzukic und Franck Ribéry verloren nach dem Rückstand sichtbar die Nerven. Ribéry ließ sich zu einer Watschn gegen Carvajal hinreißen, Mandzukic hatte mehrere fragwürdige Diskussionen und Schubsereien. Beide wandelten am Rande eines Platzverweises. Ich empfand ihr Verhalten in der ersten Hälfte insgesamt als erbärmlich. Pepe und Sergio Ramos sind wahrscheinlich zwei der schlimmsten Provokateure, die je ein Champions League-Halbfinale erreicht haben, aber das ist bekannt. Die richtige Antwort wäre hartes, nicht überhartes Spiel und ein breites Grinsen gewesen. Es ist verständlich, dass ein solcher Rückstand nach den hohen Erwartungen vor dem Spiel nur schwer zu verkraften ist. Von Profis des FC Bayern erwarte ich aber zumindest auf dem Platz ein souveräneres Auftreten. Auch wenn es der wohl bitterste Moment für diesen Verein sein fast zwei Jahren war.

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Es war das Aus im Halbfinale der Champions League. Es war ein verdientes Aus gegen einen besseren und glücklicheren Gegner. Und es war trotzdem die dritte richtig gute Champions League-Kampagne der Münchener in den letzten vier Jahren. Im nächsten Jahr gibt es international nichts mehr zu verteidigen, aber dafür wieder etwas zu gewinnen.

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Leserkommentare
  1. bligger

    danke für den sehr gelungenen artikel so schnell nach abpfiff. das macht die bittere niederlage etwas erträglicher. real ist verdient weiter, das muss man einfach anerkennen. vor allem modric war überragend, wie sich der junge aus dem gegenpressing befreit hat, sowohl heute als auch schon gegen dortmund…unfassbar! extrem bitter mit den standards, irgendwie hatte ich da auch das gefühl, es soll nicht sein dieses jahr. trotz super stimmung und choreo, motivation der mannschaft, verbesserung gegenüber den letzten wochen (zumindest bis zum ersten gegentor) geht dann gleich die erste ecke rein. letztes jahr war schon extrem, da hat in schwierigen phasen alle geklappt. wenn dortmund im finale eine der chancen in der ersten halben stunde nutzt siehts da vielleicht auch anders aus.

    aber insgesamt trotzdem schönes erstes jahr unter pep, zum teil super fußball wie gegen city oder leverkusen, meisterschaft verteidigt, cl halbfinale, alles ok. vielleicht auch besser heute auszuscheiden als im finale zu verlieren; wäre dann das 3. verlorene in fünf jahren gewesen und die nationalspieler haben alle ne komplette vorbereitung.

  2. Javi

    Real war über beide Spiele zusammen klar besser. Man kann verlieren, ok. Heute war es aber schon eine richtige Abreibung.
    Es war das CL Halbfinale und über die letzten 2 Jahre war es unglaublich was das Team geleistet hat. Dafür gab es auch die Gesänge der Fans als das Spiel schon entschieden war.
    Das Verhalten von Ribery geht überhaupt nicht. Dafür habe ich mich geschämt! Ist nicht das erste Mal, und ob Carvajal was zu ihm gesagt hat oder nicht, das rechtfertigt es auf keinen Fall. Eine nachträgliche Sperre wäre nur konsequent, wird bei ihm aber wohl auch nichts mehr verändern.

  3. Erich_B

    Bittere Nummer heute… fällt schwer objektiv und sachlich zu bleiben.

    Ich hatte vor dem Spiel die Einstellung das Bayern gegen Real ausscheiden kann, aber eine hohe Packung zu Hause ins unverzeihlich.

    Was soll man nach so einen Spiel ansprechen ?
    – Irgendwie hatte kein Spieler Normalform die letzten 3-4 Wochen. Als Bayernfan habe ich so einen Einbruch der Mannschaft noch nicht erlebt. Ursachen ? Mannschaft gesätigt ? Steht ein Umbruch an ? Vertraut die Mannschaft dem System auf höchstem Niveau nicht ?
    – Mir treibt es jedesmal Tränen in die Augen wie ich Martinez in der Startaufstellung nicht sehe. Warum ? Weil er der Schlüsselspieler der letzten Saison war. Heynckes hat 1 Jahr experimentiert mit Kroos als 6er um festzustellen das er für die 6 nicht taugt. Als Konsequenz tätigt man einen 40 Mio Einkauf der diese Saison keine Rolle spielt. Jetzt experimentiert man wieder… Martinez scheint keine Option für Guardiola zu sein.
    – Ausfall Thiago entscheidend ? Hab keinen Bock darüber zu diskutieren. Wer Götze und Martinez auf der Bank hat braucht nicht kommen das entscheidende Spieler fehlen.
    – Gegen den BVB gibts im Finale ebenfalls ne Klatsche. Und jeder der jetzt sagt: Die sind nicht so gut – lasst uns nach dem Finale sprechen. Der BVB ist nicht wenig schlechter als Real.
    – Die Aussagen der Spieler nach dem Rückspiel gegen den BVB stören mich jetzt noch mehr. “Bundesliga ist vorbei”. Wie kann man Profis ein solches Alibi geben ?
    – Am meisten stört mich – die Entwicklung war über Wochen abzusehen:
    3:3 gegen Hoffeneim
    0:1 gegen Ausburg
    0.3 gegen BVB
    Danach kam man nie wieder in die Spur.
    – Das Ultra-Offensive Spiel der Bayern stört mich. Ich sehe die IV – schon seit dem Auftakt gegen Gladbach in der Hinrunde – ständig in 1:1 Situationen, weil es keinen absichernden 6er mehr gibt. Umso höher das Niveau – umso kritischer.
    – Ich will nicht schreiben das Guardiola gescheitert ist, auch er braucht Zeit. Bloß ich hoffe er passt sich an. Der FCB ist kein 2tes Barca. Wir haben auch keinen Messi der Spiele entscheidet wenn diese Spitz auf Knopf stehen. Leider ist jedoch seit 4-5 Wochen eine unerklärliche negative Entwicklung erkennbar… die irgendwie in Summe so unerklärlich wie unnötig ist.

    1. C

      Ich weiss nicht ich tendiere dazu da auch Guardiola Schuld zu geben. Peps Plan B und C sind immernoch mehr als 60% Ballbesitz aber das allein ist zu wenig. Dieses Schwächeln zu den Semifinals war auch bei Barca öfter zu beobachten. Und wie du bereits sagtest er selbst hat Martinez auf der Bank gelassen. Nichtsdestotrotz verlieren wir gegen das italienischste Team seit Jahren, Effizienz pur, Gratulation an Ancelotti.

    2. Hallo Erich, ich bin zu 100% Deiner Meinung, was die Schwächen der IV und die fehlende defensive Absicherung im MF (Martinez!!!) angeht. Kroos und Schweini zusammen, das passt einfach nicht: Ich hatte schon den ersten Frust, als ich die Aufstellung sah.

      Was mich am meisten wurmt ist, dass Pep offensichtlich beratungsresistent ist und die selben Fehler immer wieder macht. Oder ist er am Ende unmotiviert durch die ihn kränkende Medienschelte und Villanovas trauriges Verscheiden? Er wirkt mitunter indisponiert auf seiner Bank… sind er und die Mannschaft verunsichert? Sorgt der Übergang Hoeness – Sammer für ein verändertes Innenklima, das einige wie Frongg und auch Pep nicht schätzen?

      Jedenfalls grausts mir vor dem Spiel gegen den BVB ganz gewaltig… :-(

  4. DasDing

    Rant on:
    Kann man innerhalb eines Monats so abstürzen? In kürzester Zeit ist man ja praktisch auf den Stand der van-Gaal-Ära zurückgefallen! Einfallslos, vorhersehbar, mit offensichtlichen, für den Gegner leicht nutzbaren Schwächen. Da stellt sich schon die Frage, wie es dazu kommen kann, und nur mit einem temporären Formtief ist das nicht völlig zu erklären – eher schon mit einer allgemeinen Fehlentwicklung, zumindest in Teilbereichen.

    Aber zunächst zum Spiel. Schon die Aufstellung verhieß wenig gutes: Wieder Schweinsteiger/Kroos als Doppelsechs (die Probleme dieser Formation wurden ja schon vielfach im Blog angesprochen), wieder kein Martinez, der bei der Antizipation von Kontern Gold wert ist, wieder Nibelungentreue zu Mandzukic statt der Kombination Götze/Müller. Die Rechnung wurde dann auf dem Platz präsentiert, wo man sich insgesamt in einer Art präsentierte, mit welcher gegen dieses Real kein Blumentopf zu gewinnen ist. Dafür, dass die Niederlage 1-2 Tore zu hoch ausfiel, kann man sich dann auch nichts kaufen. Kurzum: ein erschreckender und blutleerer Auftritt.

    Aber wenn man herausfinden will, wie es zu dieser Klatsche kam, kann man sich nicht nur auf die Aufstellung oder Fehler im Spiel konzentrieren, sondern muss auch die Entwicklung des FCB in den letzten 8 Monaten Beleuchten. Es ist unbestritten, dass man in dieser Zeit beeindruckende Spiele abgeliefert hat, etwa gegen ManCity, 2x gegen Schalke, gegen Hertha und auch gegen Levekusen. Ebenso unbestritten ist, dass man die Liga nach Belieben dominiert hat und keine deutsche Mannschaft 2013/14 in die Nähe des FCB kam. Allerdings gibt es da auch eine andere Seite: die Konteranfälligkeit ist zb. nie wirklich überwunden worden, auch wenn sie während der stärkeren Saisonphasen nicht so offen zutage trat wie momentan. Ich hatte bislang gedacht, dass man dies durch Offensivstärke kompensieren könnte, aber leider ist die offensive Spielweise mittlerweile oft so eingeengt und befreit von Tempospiel, dass der Gegner sie problemlos ausrechnen kann. Der FCB erinnert leider ein wenig an Barca 12/13: National ein dominantes Team, aber international werden die Schwächen schonungslos offengelegt. Kreativer wird es nur, wenn Thiago auf dem Platz steht, der in kurzer Zeit zum absoluten Schlüsselspieler wurde. Um es mal bewusst überspitzt zu formulieren: Man hat große Teile der Spielweise auf einen zugekauften, jungen, verletzungsanfälligen Spieler zugeschnitten, und wenn dieser fehlt, wird bockig um den Strafraum herumgeschoben.

    Auch wenn es manchem nicht gefallen wird, aber aus der heutigen Blamage müssen in strategischer Hinsicht Lehren gezogen werden. Ich will hier keinen(!) fußballerischen Totalumsturz propagieren: Ich bin und bleibe Befürworter des konstruktiven Spiels, ich möchte – wie wohl viele andere Fans – eine Mannschaft sehen, die den Ball fordert, besitzt, und nicht nur gegen ihn anrennt. Klopperfußball beim FC Bayern braucht kein Mensch!!
    Allerdings ist es eine Sache, sich zum Ballbesitzfußball zu bekennen, aber eine ganz andere, diesen in einer radikalen und dogmatischen Weise zu praktizieren. Nur Ballbesitz, nur Schönspiel, nur Kurzpass führt in eine Sackgasse, da früher oder später nunmal ein Gegner kommt, gegen den man mit diesem Spiel einfach nichts ausrichten kann. Kennen wir doch alles noch aus der Zeit von LvG. Daher führt kein Weg darum herum, sich eine gewisse Bandbreite an spielerischen Möglichkeiten offenzulassen, auf die man zurückgreifen kann, wenn es erforderlich ist. Die Saison 12/13 war da (natürlich :-D) vorbildlich: Auch damals hatte man viel Ballbesitz, war in dieser Kategorie die (glaube ich) drittstärkste Mannschaft in Europa – aber wenn es nötig war reduzierte man das Ganze auch mal und griff höchst erfolgreich auf alternative Konzepte zurück – und ich denke, dass diese Flexibilität für eine Mannschaft wie die FC Bayern, die ja nicht auf einer Masía fußt, der einzige Weg zu dauerhaftem Erfolg ist.

    Und ja, auch im letzten Jahr brauchte man Glück, so wie jede Mannschaft in der Geschichte des Fußballs (außer Brasilien 1970, die schwebten über Allem). Aber das Wichtigste ist: im Gegensatz zu diesem Jahr hat man nicht nur die Saison beherrscht, sondern diese Dominanz meist auch in den großen Spielen auf den Platz gebracht. Und zu keinem Zeitpunkt lief man auch nur ansatzweise Gefahr, eine solche Klatsche wie heute Abend zu kassieren. Noch NIE zuvor konnte Real in München gewinnen, und jetzt sowas! In 10,20 Jahren wird sich niemand mehr an die frühe Meisterschaft erinnern, aber sicher noch Einige an diese Klatsche. Das war heute offene Rufschädigung, und daraus müssen zwangsläufig Konsequenzen gezogen werden. Natürlich sollte man der gegenwärtigen Entwicklung noch ein Jahr Zeit geben und noch keine ganz drastischen Schritte einleiten, aber wenn die bestehenden Probleme in 12 Monaten nicht behoben sind, muss in Bezug auf den Trainer die Reißleine gezogen werden. Dazu muss es ja nicht kommen, 2012 hat man vorgemacht, wie eine positive Entwicklung aussehen kann.

    Ach ja: Kroos kann man meinetwegen im Sommer die Freigabe erteilen. Er steht ja geradezu Archetypisch für reinen Zirkulationsfußball ohne Zug zum Tor.

    1. C

      Wie schön dass auch andere Leute jetzt diese Meinung haben.

    2. glückwunsch! endlich hat sich die gelegenheit ergeben, diesen stuss auch mal loszuwerden. das glück ist mit den geduldigen!

  5. Daniel B

    Ist ja ganz nett. Aber Schweinsteiger Weltklasse? Das kann nicht sein.

  6. Uli

    “Ribéry ließ sich zu einer Watschn gegen Carvajal hinreißen, Mandzukic hatte mehrere fragwürdige Diskussionen und Schubsereien. Beide wandelten am Rande eines Platzverweises. Ich empfand ihr Verhalten in der ersten Hälfte insgesamt als erbärmlich.”

    Ging mir genauso, man kann verlieren, aber solche Unsportlichkeiten sind völlig daneben. Gerade Ribéry leistet sich gefühlt zwei mal pro Saison solche Aktionen, das sollte er endlich einmal abstellen. Er hat inzwischen so viel erreicht, dass er das nicht mehr nötig haben sollte, auch wenn es sportlich mal nicht so gut läuft. Ich hoffe das hat mannschaftsintern noch Konsequenzen, befürchte aber das Gegenteil.

    Mandzukic wirkt auf mich wie beleidigt seit der Lewandowski Vertrag publik ist. Will er weg, weil er sich nicht mehr genug wertgeschätzt fühlt? Das wäre für mich fatal, ob und wie erfolgreich sich Lewandowski einfügt steht noch in den Sternen. Das Vergraulen von Stürmern scheint langsam unsere Spezilität zu werden…

    Insgesamt eine gruselige Ausgangslage für das Pokalfinale, Dortmund dürfte sich dort nun einiges ausrechnen. Bis dahin sollten wir endlich wieder in die Spur kommen.

  7. Ich sehe schon seit Wochen gewisse Zerfallserscheinungen bei den Bayern. Da wird nicht mehr fuereinander gekaempft und sich zerrissen. Es war gestern erschreckend, wie viele Zweikaempfe verloren gingen, wie haeufig die Bayern einen Schritt zu spaet kamen oder in der Rueckwaertsbewegung einfach laufen liessen. Gefuehlt hat Madrid’s Innenverteidigung jeden Zweikampf in 2 Spielen gewonnen. Auch die Koerpersprache untereinander war lasch – letztes Jahr hat man sich staendig angefeuert und es hing eine Aura von Unbesiegbarheit. Jetzt hat der Kampfgeist gefehlt. Dann fehlt es an allen Ecken und Enden. Der Kopf ist leer. Alle spielen dann 20-30 Prozent unter Normalform. Ich glaube nicht dass das Bayern von 2013 viel Probleme mit diesem Madrid gehabt haette, das war eine gute aber sicherlich keine Uebermannschaft.

    Wenn man Guardiola etwas anrechnen kann, dann ist es dass er den Teamgeist nicht aufrecht erhalten konnte. Die Chemie in der Mannschaft stimmt momentan nicht. Die Saison sollte man abhaken, daraus lernen und die Schuld jetzt nicht an einzelnen (Kroos, Ribery oder wem auch immer) festmachen – keiner war gut. Am System lag das weniger. Spiele so wie bei Manchester City auswaerts haben bewiesen dass das System funktionieren kann.

    Gegen Dortmund wird’s sicher nochmal bitter.

    Positiv sehe ich das aber im Bezug auf die Weltmeisterschaft. Wir werden eine hungrige, ausgeruhte Nationalmannschaft sehen, die sich ungestoert vorbereiten kann.

    1. Nein, es wird keine Demütigung geben. Es wird eine Trotzreaktion geben. Und Bayern wird defensiv stabiler stehen, davon bin ich überzeugt. In 14 Tagen kann sich einiges bewegen.

      Man muß sich mental stark präsentieren und positiv denken.

  8. Taggerd

    Für mich war gestern, wie auch in den vergangenen Wochen primär die Offensivleistung enttäuschend. Wie man es schafft, vier-fünf Akteure von Weltformat quasi gleichzeitig derart ihrer Form zu berauben ist schon erstaunlich und lässt m. M. nach auch den Trainer in keinem guten Licht erscheinen. Natürlich verteidigen mittlerweile fast alle Mannschaften sehr tief und mit wenig Ballbesitz gegen den FCB, aber genau das wird doch mit Peps System forciert. In der Hinsicht muss ganz einfach mehr kommen, gerade gegen, und das muss man schon so sagen, mittelmäßige Mannschaften wie United. Die eigentliche Erkenntnis des gestrigen abends betrifft aber, was am anderen Ende des Spielfelds passierte. Das Pep wie Jogi ganz offensichtlich nicht viel Zeit für Standards (weder defensiv nich offensiv) über hat – geschenkt. Dass aber das vorhandene Personal einfach nicht gut genug war um Reals Konter auch nur ansatzweise zu kontrollieren war leider auch offensichtlich. Rafinha war der (nicht ganz ungerechtfertigte) Sündenbock im Hinspiel, gestern sahen weder die beiden IVs noch die ZM Land gegen Tempo und Physis des Gegners. Zwischen Kroos und Schweinsteiger wird man sich irgendwann wohl entscheiden müssen, gerade in der Abwehr wird man aber wohl um einen Umbau nicht herumkommen. Zieht man dann noch in Betracht, wie gerade Ribéry sich im fortschreitenden Alter präsentiert sowie Lewandowskis Verpflichtung, dann könnte es durchaus sein, dass uns ein personeller Umbruch bevorsteht.
    In Anbetracht der Tatsache, dass 2014 immer noch Jahr eins nach 2013 ist, tut diese Perspektive auch nicht sonderlich weh. Unterm Strich wäre für die Truppe bei drei erreichten Finals aber doch mehr drin gewesen.

  9. Erich_B

    Was mich stört ist das es mir so vorkam als würde Pep nicht unbedingt das Barca-System kopieren willen… inzwischen habe ich einen anderen Eindruck.

    Kann sich jemand gegen das Hinspiel gegen den BVB erinnern ? Martinez als 10er. Man hat mit vielel langen, hohen Bällen agiert die im Mittfeld gehalten werden sollten.

    Ich bin gespannt wie das weitergeht – das Pep-System steht mehr denn je in der Kritik. An dem Ausfall Thiagos kanns alleine nicht liegen.

  10. hm. is ja schön und gut von kroos zu erwarten, dass er die mannschaft in schwierigen momenten trägt, schließlich ist er von den fussballerischen anlagen und dem taktischen verständnis sicherlich in der lage dazu, aber es nervt doch ein wenig, dass dann ständig die querverweise zu den leadership-qualitäten schweinsteigers gezogen werden, der die wenn ich mich recht erinnere auch erst zeigt, seit er von van gaal ins zentrum versetzt wurde; will sagen seit viereinhalb, fünf jahren. insofern kann man kroos, der mit 24 sechs jahre jünger ist als schweinsteiger, vielleicht doch noch die ein oder andere saison zugestehen. alleine die erwartungshaltung, dass ein 24jähriger die vermeintliche beste klubmannschaft der welt, in der mit schweinsteiger und lahm 100-spiele-nationalspieler, mit robben ein amtierender vizeweltmeister und mit ribery europas fussballer des jahres spielen, im halbfinale der champions league zu tragen habe, ist doch reichlich absurd. nicht zuletzt, weil abgesehen von robben und mit abstrichen lahm und neuer, keiner zur normalform findet. insofern würde mich doch mal sehr interessieren, wann schweinsteiger vor 2009 eine schwache mannschaft durch ein wichtiges spiel trug? oder xavi vor 2005? kroos is 24.

    1. Er muss kein Führungsspieler sein, deshalb schreibe ich ja, dass er langfristig in diese Rolle hineinwachsen könnte. Er soll die Bayern gegen Real auch nicht alleine tragen – ich weiß nicht wo du das gelesen hast. Aber er war für mich schon so ziemlich der schwächste Spieler auf dem Feld.

      Er will im kommenden Jahr den großen Vertrag. Das ist ja die Ausgangslage auf Grund dessen wir überhaupt über seine Zukunft diskutieren. Schweinsteiger war in dem Alter kein zentraler Mittelfeldspieler oder wurde gerade erst dazu. Von daher ist der Vergleich Quatsch. Würdest Du mit Kroos verlängern und ihm mittel- und langfristig das Mittelfeldzentrum anvertrauen? Ich bin immer noch hin und her gerissen.

      1. “Aber es bleibt dabei, dass in seiner Vita ganz anders als bei Schweinsteiger oder Philipp Lahm der Nachweis fehlt, dass er die Mannschaft in kritischen Phasen tragen kann.”
        da steht doch implizit, dass er der führungsspieler-aufgabe nicht gewachsen ist; und: klar, würde ich verlängern, auch inklusive großen vertrags. er ist seit seiner rückkehr stamm, wenn er fit ist. und das in dieser mannschaft. ist im mittelfeld überall einsetzbar, kaum verletzungsanfällig und zu seinem potenzial sehe ich auch nicht, dass er bisher irgendwo in seiner entwicklung großartig stagniert.
        hinzu kommt, dass schweinsteiger körperlich mittlerweile etwas ausgelaugt wirkt und doch hin und wieder verletzt ausfällt und wie robust thiago ist, wird man erst noch sehen.
        und wieso der vergleich zu schweinsteiger quatsch ist, verstehe ich auch nicht? es ging da doch nicht um die position auf dem feld, sondern darum, ob ein spieler seine schwächelnde mannschaft in einer kritischen phase tragen kann. das kann man doch auch auf außen.

      2. Kroos wird seinen Weg gehen. Es waere fatal ihn jetzt aufgrund einer durchwachsenen Saison gehen zu lassen, er hat auch wirklich tolle Spiele gemacht und braucht die grossen Niederlagen fuer seine Entwicklung. Er muss vor allem seinen Zug zum Tor und seine Schussfreudigkeit wiederentdecken. Das wird der naechste Pirlo.

      3. Erich_B

        Kroos ist nach den jetzigen Eindrücken schwer zu bewerten. Als die Mannschaft gut war, war Kroos gut/überragend – z.B.Hinspiel gegen Aresenal. Seine Schüsse von der Strafraumgrenze sind auch oft eine Waffe.
        Díe einzigen die die letzten Wochen Normalform hatten waren Robben und Lahm. (Selbst Neuer war gestern schwach… )

        Kroos würde ich halten, die Frage ist was ist ein großer Vertrag ? Von mir aus das gleiche Niveau wie Lahm/Schweinsteiger/Ribery.

        Aber Götze scheint ja – gerüchtehalber – das Gehaltsniveau durcheinander gebracht zu haben…

        Kann sich jemand an die Reaktionen erinnern nach dem Kroos-Aus gegen Juve ? Kein Problem, den ersetzen wir !

        Kann sich jemand an die Reaktionen nach dem Thiago-Aus erinnern ? Die Reaktionen waren für mich vergleichbar mit denen nach dem Schweinsteiger-Aus 2011/2012.

        Eventuell ist er in der Mannschaftshierachie auch nicht so gefestigt…basierend auf seiner Leistung…

  11. mhm, aber das tripple haste schon auch mitbekommen, oder? 7:0 gegen barcelona gabs auch, die früheste meisterschaft aller zeiten auch, und guardiola hat neben dem erreichen des cl-halbfinals auch schon drei titel (europäischer supercup, klub-weltmeisterschaft und bundesliga) in seiner ersten saison gewonnen; dazu das dfb-pokal finale erreicht. wer hätte das denn bitte vor der saison nicht unterschrieben?

  12. Real Madrid war jedes einzelne Tor besser. Punkt aus. Und deren Mannschaft wirkte so wie der FCB in der vergangenen Saison: Motiviert und bereit das Äußerste zu geben. Wenn ich alleine sehe, wie Ramos gebrannt hat. So viel Feuer hatte keiner unserer Spieler auch nur im Ansatz.

    Toni Kroos hat das gemacht, was er in seiner Karriere in allen wichtigen Spielen gemacht hat: Er ist abgetaucht. Man sehe sich mal den Spielzug der Madrilenen vor der Ecke zum 0:1 an, mit welchem Engagement Kroos nebenher trabt. Und das Foul vor dem 0:4 ist auch leider typisch für ihn. Es dürfte kaum einen anderen Spieler beim FCB geben, dessen Eigenwahrnehmung so weit von dem entfernt ist, was er auf dem Platz als Leistung anbietet. Wobei er unter Heynckes auf der 10 besser gespielt hat. Ein Wechsel nach England könnte tatsächlich für seine Entwicklung besser sein als ein Verbleib beim FCB.

    Guardiola war, ist und bleibt für mich der überschätzteste Trainer weltweit. Taktisch eindimensional und nicht bereit, auch nur ein Grad von seiner Doktrin Ballbesitz abzuweichen (van Gaal lässt grüßen). Er hat der Mannschaft ihre Stärken der vergangenen Saison genommen, ohne ihr dafür etwas besseres zu geben. Im Gegenteil. Eine komplette Mannschaft dieser Qualität zum Saisonhöhepunkt in ein veritables Formtief (man könnte es auch Sinnkrise nennen) zu führen, muss man erst einmal hinbekommen.

    Im Pokalfinale sehe ich uns erst einmal als Aussenseiter.

    1. seit 2008 hat kein trainer der welt mehr wichtige titel geholt als dieser guardiola – und das trotz sabbatical. nebenbei hat er in barcelona die spielästhetisch beste mannschaft der letzten 20, 30 jahre geformt. er hat aus dem übertalent messi einen der besten spieler der geschichte des sports gemacht, hat xavi und iniesta auf ihre höhepunkte geführt.
      ballbesitz ist auch keine doktrin, sondern eine philosophie. und eine philosophie ändert man nicht, man feilt an ihr. und: ohne ihr dafür etwas besseres zu geben? das 3:1 in manchester gegen city, war das beste spiel, das bayern in jahrzehnten abgeliefert hat.
      “wenn ich allein sehe, wie ramos gebrannt hat”… herrje, wenn das der maßstab ist…

      1. Tiki-Taka kann man als Spielästhetik verstehen, muss man aber nicht. Das 3:1 gegen Manchester City war in weiten Teilen einem zu diesem Zeitpunkt schwachen Gegner geschuldet und war mitnichten das beste Spiel, das der FCB in Jahrzehnten abgeliefert hat.

        Ramos als IV 2 Tore, FCB 0 Tore. Wenn das der Maßstab ist.

      2. DasDing

        Das Spiel in Manchester das Beste seit Jahrzehnten? Vielleicht sollte man nicht so untertreiben, es war das beste Spiel in der Geschichte des Fußballs :P
        Im Ernst, die Leistung gegen City war zwar sehr gut, aber aus den letzten Jahrzehnten fallen mir doch ein paar bessere ein (va auch aus dem letzten Jahr).
        Niemand will ernsthaft, dass man die Ballbesitzstrategie grundlegend ändert, es geht bloß darum, die Art und Weise zu überdenken in der sie gegenwärtig umgesetzt wird. Barcas Erfolge mit striktem Ballbesitz sind nur mit den speziellen Bedingungen dort zu erklären. In la Masía lernen die Xavis, Busquets und Iniestas diese Spielweise von Kindesbeinen an und haben sie als Profis dadurch in höchster Perfektion verinnerlicht. Dazu kam dann noch ein Jahrhunderttalent wie Messi. Sicher war Guardiolas Leistung in Barca absolut bahnbrechend, aber sie wurde erst durch die speziellen Bedingungen in diesem Verein, mit denen Guardiola seit der Jugend vertraut ist, in der Form möglich, die wir 2008-2011 bewundern durften. Das System Barca ist nicht 1:1 kopierbar, und der FC Bayern kann mit diesem System nicht die gleichen Erfolge erzielen wie Barcelona. Das dogmatische Verfolgen einer eng gefassten Spielstrategie ist dem Erfolg im Normalfall eher abträglich, deshalb sollte man beim deutschen FCB die Finger davon lassen.
        Um es reduktionistisch auszudrücken: Ein Durchschnitts-Ballbesitzwert von 55-60% in der CL wäre für den FCB wohl ideal – in der Liga darf es gern mehr sein. 70% oder mehr lassen jedoch keinen Raum für Flexibilität und Tempowechsel.

      3. mag geschmackssache sein, aber ich kann mich an kein besseres bayernspiel erinnern. niemand sagt, guardiola soll barcelona kopieren. auch ich nicht. aber das sich bayern für guardiola entschied (und zuvor für van gaal) war ja schon eine richtungsentscheidung hin zu dominanz beim ballbesitz. und, bei allem respekt, es ist doch etwas unterkomplex das spielideal mit ballbesitzprozentzahlen angeben zu wollen.
        und was heißt denn dogmatisches verfolgen einer spielstrategie? es gibt doch wenige trainer, die soviel experimentieren. nur glaubt er eben an den ballbesitz als fundament – und da sehe ich nichts, was überdacht werden müsste…

      4. DasDing

        “Es ist doch etwas unterkomplex, das Spielideal mit Ballbesitzprozentzahlen auszudrücken”.
        Natürlich ist das eine grobe Vereinfachung, aber ich wollte halt nicht schon wieder einen Riesentext schreiben. Daher hab ich mir die Prozentzahlen herausgepickt, welche ich am ehesten mit einem “flexiblen” Ballbesitzspiel assoziiere, welches Dominant ist, aber den Spielern (auch den eigenen!) Luft zum Atmen lässt. Das heißt nicht, dass ich ein Spiel nur über Prozentzahlen definieren würde.

  13. Hat eventuell der Übergang von Uli zu Sammer / Hopfner das Klima so beeinflusst, dass Pep, Frongg etc. einen Durchhänger haben?

  14. förbay

    Ich hatte, realistisch denkend, auf 2:1 getippt; dann wäre zwar Real immer noch weiter gekommen, aber es wäre irgendwie alles ok gewesen. Dann die Startaufstellung gesehen, und schon war eigentlich jede Hoffnung auf ein erfreuliches Spiel verflogen. Sieht es Guardiola einfach nicht? SIEHT er nicht auf dem Fernseher, im Videoraum, wie seine Mannschaft hoffnungslos den Ball um einen komplett vollgestellten Strafraum hin-und-herspielt? SIEHT er nicht, dass keine einzige Flanke bei Mandzukic, dem angeblich besten Kopfballspieler der Welt, ankommt? Sieht er nicht, dass Martinez der eindeutig bessere 6er als Kroos ist? Sieht er nicht, dass Boateng, der einzige Bayern-Verteidiger, der den nötigen Speed hat, um Ronaldo oder Bale abzufangen, irgendwo im LETZTEN DRITTEL umherirrt während Schweinsteiger oder Martinez den letzten Mann mimen?

    Hier, bei Spielverlagerung und auch anderswo wurde seit einiger Zeit immer wieder Modric als der Schlüsselspieler des neuen Real hervorgehoben, und seine Art, auf das Spiel einzuwirken, wurde ja klar herausgestellt: Starkes Gegenpressing oder cleveres Lösen aus dem Pressing, geniale vertikale Pässe in die Spitze. Darum habe ich mir vor dem Hinspiel auch gewünscht, dass man Martinez quasi als manndeckenden 8er gegen ihn bringt. Aber nein, in keinem der beiden Spiele kommt Martinez von Beginn an. Ein 40 Mio. Spieler, der topfit wirkt. Einer der Schlüsselspieler des Triple. Götze ebenso. Was machen die auf der Bank? 77 Mio. die da einfach rumsitzen.

    Ich bin absolut kein totaler Gegner von Guardiola, aber nach so einer Niederlage ist es glaube ich legitim, auch mal den Frust auszuformulieren… also:

    1. Hat Guardiola ein Problem mit Spielern, die er nicht selber bestellt hat?
    2. Ich sehe bei Guardiola kein Defensivkonzept, dass nicht “Ballbesitz” heißt. Ich finde es auch falsch, die Definition von Ballbesitz als valides Defensivkonzept einfach so zu schlucken. Defensive heißt für mich, dass der Gegner den Ball hat. Rein logisch kann Ballbesitz daher kein Defensivkonzept im engeren Sinne sein, sondern nur im weiteren Sinne; nicht unmittelbar, sondern nur mittelbar. Was aber mache ich, wenn der Gegner den Ball hat? Weiß meine Abwehr, was sie zu tun hat? Vor allem, was mache ich, wenn der Gegner richtig, richtig gut mit dem Ball umgehen kann? Und ihm daher seine 30% oder 20% Ballbesitz schlicht reichen, um mir Tor nach Tor nach Tor nach Tor einzuschenken?
    3. Wird “echte” Defensive überhaupt noch trainiert?
    4. Werden Standards noch trainiert?
    5. Kann es sein, dass die Spieler schlicht und einfach Defensive verlernt haben, weil sie in der Liga, die ja die meisten Spielminuten ausmacht, einfach fast immer den Ball haben bzw. bereits mit halbherzigem (Gegen-)Pressing wieder den Ball zurückbekommen können?
    6. Warum geht Guardiola nach dem Spiel nicht auf das Feld zu seinen Spielern? Sehr befremdlich…

    1. Setzt man Kroos und Mueller auf die Bank dann sitzen da auch 70 Millionen. Geld ist nicht alles. Martinez hat diese Saison schon echte Grottenspiele abgeliefert und tut sich schwer mit schnellen Ballrotationen. Goetze ist ausser Form.

      1. Erich_B

        Aber nicht auf der 6!… wenn dann als IV oder ?

        Das Martinez nicht in das Spielsystem von Guardiola passt ist offensichtlich.

        Die Frage ist ob ich das System nicht auf den Spieler anpassen kann.

        Wir haben letzte Saison gesehen, der Spieler ist es Wert !

      2. förbay

        Ich hatte das Gefühl, das mit Götze etwas Schwung reinkam. Aber müßi, zu spekulieren, wie das Spiel mit ihm von Beginn an gelaufen wäre…

        Konkret hätte ich mir folgene Aufstellung gewünscht:
        N
        Alaba-Dante-Boateng-Lahm
        Martinez-Schweinst
        Ribery-Götze-Robben
        Müller

        Ich finde Mandzukic schon gut, hatte aber nach dem Hinspiel keine Hoffnung, dass er effektiv sein würde.

        KROOS:
        Kroos ist in der derzeitigen Phase genau der falsche Spieler in meinen Augen; generell! Er steht sinnbildlich für das gemächliche, horizontale hin-und-her spielen ohne Zug zum Tor. Als das Spiel noch kreativer, schneller und vertikaler war, hat er mit seiner Ballsicherheit der Mannschaft gutgetan, im Moment wie gesagt der falsche Mann.

        Sowieso denke ich seit gestern auch, dass man Kroos durchaus abgeben kann. Stimmt es, dass Manchester United Interesse hat? Soll er machen. Ich bin in erster Linie für guten Fussball und denke, dass er der Mannschaft extrem helfen kann.

        Ich finde es ist jetzt auch der richtige Moment, sich nochmal retrospektiv die Tatsache vor Augen zu führen, dass letztes Jahr in der CL so richtig die Post abging NACHDEM Kroos verletzt ausfiel. Gerade in dieser letzten Phase, OHNE KROOS, war die Mannschaft defensiv super stabil und trotzdem gleichzeitig direkter, schneller, unbarmherziger in der Offensive. Also ich sehe den Zusammenhang…

    2. bei 1.) und 6.) finde ich die fragen eher befremdlich.
      zu 2.) das defensivkonzept heißt gegenpressing. warum das nicht so funktioniert, ist ne andere frage. aber barcelona war ja grade was gegenpressing in dieser extrem hohen und intensiven ausführung der maßstab. das beste beispiel war das champions league viertelfinal-hinspiel 2010 gegen arsenal in london, die ersten 20/ 30min. das war das krasseste pressing, das ich überhaupt je gesehen hab und auch die extrem wirksame defensivstrategie.
      ich würde mal vermuten, dass neben der spielerwahl, martinez wär natürlich n super presser (wobei auch lahm einer is), vor allem körperliche und mentale erschöpfung den ausschlag geben. nach der letzten saison verständlich.
      5.) ich glaube nicht, dass es an der liga-überlegenheit liegt, weil das auf barcelona ja auch immer zutraf und die trotzdem dieses extrem geile pressing hinbekamen.

      1. förbay

        Zu 1.: War nicht 100% ernst gemeint, aber ich finde man darf sich so eine Frage mal stellen. Ich denke, dass Trainer nicht völlig frei von Eitelkeit sind. Natürlich möchte man sich vom Vorgänger abheben. Wenn ein Spieler so eindeutig mit einer bestimmten Ära/einem bestimmten Trainer verknüpft ist wie Martinez mit der Triple Saison/Heynckes, kann ich mir schon vorstellen, dass Entscheidungen vielleicht mal etwas mehr psychologisch und etwas weniger sachlich getroffen werden, als es vielleicht gut wäre..

        Zu 2.: Verstehe ich schon. Ich kenne Barcelona unter Pep zu wenig, um diese Ära in meine Betrachtung mit hineinzunehmen. Aber, das Gegenpressing gegen Barcelona letztes Jahr war der Hammer, und diese Saison haben wir auch schon starkes Gegenpressing gesehen, und auch gegen Real war das nicht so übel… Bloß, was ist bei Kontern/Gegnerischem Ballbesitz? Dagegen habe ich in den letzten Wochen keinerlei vernünftiges Konzept gesehen. Null…

        Zu 6.: Ist es nicht normal, dass ein Trainer nach so einem wichtigen verlorenen Spiel zu seinen Spielern geht? Bitte klärt mich auf, falls ich mir nur einbilde, dass das üblich ist.

        zu 5.: Das Pressing ist eher so halb betroffen. Das reine Defensivverhalten deutlich stärker.

  15. […] Ehrenrettung und zur Forderung einer differenzierteren Betrachtung eingeschaltet. Ihre übliche Spielanalyse hebt sich von den Printmedien einmal mehr durch den stärkeren Fokus auf Einzelspieler hervor. […]

  16. Redwyne

    Der FC Bayern zweifelos völlig verdient ausgeschieden. Deshalb sollte man nun aber nicht die ganze Saison schlecht reden oder gar Pep Guardiola in Frage stellen.

    3 Gedanken:

    1. Offensivstandarts
    Wenn man aus gefühlten 30 Eckbällen in beiden Spielen gegen Madrid keine einzige Torchance kreiert läuft etwas falsch. Real machte durch den ersten Eckball in München das 0:1.
    Standarts kann man trainieren und sind das einfachste Mittel ein Tor zu erzielen. Das sollte der FC Bayern spätestens nach dem vergeigten CL Finale gegen Chelsea wissen.

    2. Defensive
    Martinez kam kaputt vom Confedcup und Schweisteiger war auch fast die komplette Vorrunde außer Gefecht. Wenn beide fit sind, geht an ihnen aber auf der “Doppel6” kein Weg vorbei. Ich behaupte sogar, das sie auf dieser Position das weltbeste Duo bilden.
    Was die Innenverteidigung angeht, hoffe ich auf die Rückkehr von Holger Baadstuber. Boateng ist dem Niveau der CL einfach nicht gewachsen und sogar im Ligaalltag ein ständiges Sicherheitsrisiko.

    3. Toni Kroos
    Es tut mir leid, aber Kroos erinnert mich wahnsinnig an Leute wie Hamann, Frings oder Ballack. Er spielt 90 Minuten seinen Stiefel in einem Tempo runter und ist zudem sehr zweikampfschwach.
    Solange man für ihn noch gutes Geld bekommt, sollte man ihm auf dem Weg nach ManU keine Steine in den Weg legen.

  17. förbay

    PERSPEKTIVE:
    TRAINER:
    Ich wage mich jetzt mal weit aus dem Fenster, aber trotzdem: Ich wäre dafür, dass Guardiola Bayern verlässt. Ich sehe die Saison schon als erfolgreich, trotzdem glaube ich, dass er nicht der richtige für die Mannschaft ist. Dass der FCB so erfolgreich war, OBWOHL Pep ein System forciert hat, dass der Anlage der Mannschaft fast diametral entgegengesetzt ist, spricht mMn FÜR DIE MANNSCHAFT; Aber im Idealfall braucht sie einen Trainer, der weniger dogmatisch ist und den Fokus weniger auf Ballbesitz legt.

    Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Chemie nicht stimmt. Warum? Akkulumierte Eindrücke. TV-Snippets, Mimik von Spieler, wenn er sie coacht. Nuancen in den Aussagen von Spielern. Statement-Snippets (“Saison gelaufen”, “Shakehands”). Nach verlorenem CL-Halbfinale direkt in die Katakomben abtauchen. Sorry…

    EINKAUFSLISTE:
    1. Ein richtig guter LA als Backup für Alaba. Dann könnte Alaba auch mal als linker Offensiver eingesetzt werden.
    2. Ein weltklasse IV! Den Luxus sollte man sich gönnen. Boateng hat mich diese Saison enttäuscht, da seine Entwicklung leider seit geraumer Zeit ziemlich kontinuierlich bergab geht. Meine Hoffnung ist ja, dass das an Guardiola lag. Ich denke der Junge braucht ganz besonders die richtige Anleitung.

    AUFSTELLUNG:
    N
    Alaba/X – Dante/X – Boateng/X – Lahm
    BS31 – Martinez
    Ribery/Shaqiri/Alaba – Götze/Lewandowski/Thiago – Robben/Müller
    Mandzukic/Lewandowski/Müller

    Im Prinzip ist die Mannschaft personell doch super aufgestellt. Ich denke, Lewandowski wird der Mannschaft extrem gut tun, und ich hoffe, er wird nicht nur stur als (pseudo-)Strafraumbrecher bzw. f9 eingesetzt, sondern auch mal als 10er/hängender Stürmer zusätzlich zu einem Strafraumstürmer. Deswegen verstehe ich auch gar nicht (falls das überhaupt stimmt), dass Madzukic angepi**t ist; Er könnte mit Lewandowski ein absolutes Killer-Duo geben! Ich sehe eine torreiche Saison kommen!

    Ich habe mich vor allem zu Beginn der Rückrunde für Lahm’s Verbleib auf der 6 ausgesprochen; Asche auf mein Haupt! Als Option ok, aber grundsätzlich doch wieder als RAV. Martinez auf die 6, dazu wie gesagt 1-2 neue Gesichter in der 4er-Kette, Lewandowski in der Offensive, Thiago wieder fit, Shaqiri wieder fit, fertig ist der Lack.

    Kroos gerne verkaufen.

    Guardiola MUSS seine Philosophie überdenken… oder gehen. Seien wir mal ehrlich: Er ist jung. Es ist sein zweiter Trainerposten. Kann man da überhaupt schon von “Philosophie” reden? Und is Ballbesitz nicht eigentlich ein viel zu triviales Attribut, um überhaupt als “Philosophie” gelten zu können? Wenn ein Trainer nach 30 Jahren Trainerarbeit eine “Philosophie” hat, dann kaufe ich das. Aber hey, die wird dann auch eher etwas tiefgründiger sein als “Ballbesitz”… komplexer zu erklären. Wenn es so einfach wäre, dann würden alle Mannschaften vor allem Ballbesitz trainieren… und dann würde man auch eine SIGNIFIKANTE Korrelation zwischen Ballbesitz und Erfolg sehen; gerade dies ist nicht der Fall, DEFINITIV nicht.

    Darum kommt es mir nach Verdauung dieser Saison eher so vor:

    Guardiola’s “Ballbesitz” ist keine gereifte Philosophie eines erfahrenen Trainers, der das Rezept seines kontinuierlichen, reproduzierbaren Erfolgs nach jahrzehntelanger Arbeit versucht, auf einen möglichst simplen aber umfassenden Begriff zusammenzukürzen, sondern die dogmatische Besessenheit eines relativ jungen Trainers, der noch viel Erfahrung zu sammeln hat und sich den Trainer-Olymp erst noch erarbeiten muss.

    1. förbay

      Kroos will ja anscheinend selber nicht wirklich im Verein bleiben, weil er eben nicht zu 100% zu ihm steht. Bei seinem Alter und seinen bisher nicht weltbewegenden Leistungen wäre da etwas Demut angebracht. Und so schlecht wird sein derzeitiges Gehalt nicht unbedingt sein. Ich empfehle zur Inspiration den Film “Jerry Maguire”.

      Mehr wollte ich nicht zum Ausdruck bringen. Man gewinnt den Eindruck, dass der Verein sich schon ganz schön beugen müsste, um Kroos zu halten; das finde ich bei Kroos’ derzeitigen Leistungen und seiner Ausrichtung als Spieler unangebracht; that’s it.

      Ich vordere ja nicht wie ein Verrückter den Verkauf oder Einkauf von Spielern! Hallo? LAV, ich denke das Thema hab ich nicht begonnen. IV, ich denke das auch nicht. Und wenn man eins gesehen hat (nicht nur) gegen Real, dann, dass eine Beton-IV in der CL GOLDWERT ist!

      Und nein, ich finde nicht, dass das System wurscht ist bei Standards. Ein Trainer, der ein ausgewogeneres System im Kopf hat läßt vielleicht “akribischer” (sorry) Standards trainieren, sowohl defensiv wie auch offensiv. Herrgott, letztes Jahr waren WIR die, die den anderen die Standard-Tore eingeschenkt haben!

  18. Benderzwilling

    @ forbay
    Ich finde 90% Erfolgsquote sprechen schon auch ein bisschen für eine Mannschaft und ein System und nicht nur dagegen. Insofern ist die signifikante Korrelation zwischen unserer Art zu spielen und Erfolg schon sichtbar, wenn man sie denn sehen möchte.

    ‘Wenn es so einfach wäre, dann würden alle Mannschaften vor allem Ballbesitz trainieren…’
    Genau, alle anderen sind nämlich nicht so dämlich, unseren total erfolglosen Langweilerfussball zu kopieren. Nicht dass es nicht jede Mannschaft ohne weiteres könnte, wenn sie denn wollte, die anderen Vereine sind halt nur so viel schlauer.

  19. förbay

    90% Erfolgsquote… Wie genau und auf welche Daten/Wettbewerbe/Ergebnisse bezogen kommst du zu 90%? Oder ist das jetzt als gefühlter Wert gemeint?

    Bayern vs Rest der BuLi, ja, da ist sicher eine Korrelation. Die ist aber deshalb nicht signifikant, weil Bayern die BuLi total und komplett dominiert. Aufgrund dieser Dominanz könnte sich (vermeintlich) statistisch jegliche krude These belegen lassen.

    Nein, signifikant bitteschön über alle Wettbewerbe und in jeder beliebigen Menge von Mannschaften. Also, wenn man sich bspw. alle Mannschaften ab Platz 3 der BuLi Tabelle ansieht vermute ich mal wird man keinerlei Beleg für eine Überlegenheit von Ballbesitz finden.

    Schaut man sich die CL an, vor allem die K.O.-Phase und die Sieger, denke ich kann man auch keinen Beleg finden.

    Und aus jüngster Zeit eben wirklich die letzten beiden Bayern CL Halbfinals. Hier sehe ich eine signifikante UNTERLEGENHEIT nicht von Mannschaften, die vielleicht geringfügig mehr Ballbesitz haben (möglicherweise einer insgesamt fussballerischen Überlegenheit geschuldet), sondern MASSIV und SYSTEM-DEFINIEREND deutlich mehr Ballbesitz haben/explizit auf Ballbesitz spielen! Das ist für mich der entscheidende Punkt – Ich habe nichts gegen mehr Ballbesitz als die andere Mannschaft, ich denke nur, dass es nicht zur Manie werden sollte und, dass es sich in gewissen Grenzen bewegen sollte.

    1. Genau das soll der Text aussagen. Es ist nicht der Ballbesitz, der das Problem ist. Ein Halbfinale kann mit 30 , 48 oder 70 Prozent Ballbesitz gewonnen werden. Deshalb ist eine Grundsatzkritik an Guardiolas Philosophie falsch. Es geht um Details, die diese Spiele entscheiden.

      1. förbay

        Sorry, aber hier kann ich leider absolut nicht zustimmen. Wieso ist die Grundsatzkritik falsch?

        Fakt ist, dass Guardiola vehement auf Ballbesitz setzt und ihn auch realisiert. Der Spielverlauf in den Spielen der K.O. Runde steht dazu nicht im Widerspruch, sondern zeigt sich als folgerichtig: Hoch auf dem pitch, Gegner in den Strafraum gedrängt, kein Durchkommen, Konteranfälligkeit. Extrem wenige echte Torchancen. Ich rede hier von 6 Spielen CL von denen nur 2 gegen die allererste internationale Garde gingen.

        Mir sind die %-Zahlen egal; der ALLEINIGE Fokus auf ein einzelnes Element ist es, was ich kritisiere.

      2. Das Argument “nur zwei gegen internationale Garde” ist kein gutes. Man hat Arsenal sehr und Manchester United ziemlich souverän ausgeschaltet. Manchester hat mit Ausnahme der Niederlage gegen Piräus die Vorrunde dominiert. Arsenal hat Dortmund auswärts besiegt… Bayern hat in vier Spielen gegen die beiden Premier League-Teams sieben Tore geschossen. Wir sollten nicht so tun, als wäre das Grundprinzip Guardiolas vorher nicht erfolgreich gewesen.

        Das Hinspiel gegen Madrid war aus meiner Sicht keine Katastrophe, sondern ein enges Spiel mit knappem Sieg für die Heimmannschaft. (Wann hat Bayern zuletzt in Madrid ein Spiel gewonnen? 2001) Das Rückspiel war dann deutlich, aber bei dem Spielverlauf und den Gegentoren nach Standards auch erklärbar. Es war ein Spiel in der gesamten Ko-Runde in dem Bayern dem Gegner klar unterlegen war.

        Das Vorjahr und die Auftritte im vorherigen Saisonverlauf haben doch auch dazu geführt, dass Madrid so extrem auf Konter gespielt hat. Juventus, Arsenal, Barcelona wollten im Vorjahr alle gegen Bayern mitspielen. Das war für Bayern leichter.

      3. förbay

        Hm ja, dem stimme ich wiederum zu, und ich hab ja auch schon gesagt, dass die Saison schon erfolgreich gelaufen ist nach meinem Empfinden. ich habe nur genauso die Empfindung, dass das System die Mannschaft in eine Sackgasse manövriert. In der Hinrunde war das noch flexibler, und wir haben Mal um Mal gesehen, dass P.G. andere Mannschaften ausgecoacht hat; wo war das Auscoachen in der CL-K.O.-Phase? Die Mannschaft darf sich nicht auf Ballbesitz reduzieren. Eine Topmannschaft wie Real kann das verteidigen und an einem guten Tag Bayern in die Hölle schicken. Eine Mannschaft wie “Manchester United in der Krise” kann das auch noch verteidigen und mit einem Funken Glück mehr Bayern knapp rauskegeln.

        Sollte Guardiola bleiben, wovon ich ausgehe, und er macht das System flexibler, dann ist doch alles gut. Dann darf auch ruhig 70% Ballbesitz oder wieviel auch immer am Ende des Tages irgendwo in einer Statistik stehen. Interessiert dann ja auch keinen. Aber wenn er seine Philosophie weiterhin so dogmatisch durchzieht, abgesehen davon, dass ich nicht Glaube, dass er Lewandowski dadurch gut integrieren wird, dann wird Bayern schnell in eine schwierige Situation kommen.

        Für mich etwas desillusionierend ist folgende Beobachtung: Ich glaube es war nach dem Hinspiel gegen Arsenal (ich kann mich täuschen). Guardiola war nicht zufrieden und begründete seine Unzufriedenheit mit “wir hatten zuwenig Ballbesitz”. An sich schon ein “interessantes” Statement, aber geschenkt. Nun spielt man gegen Real mit 65%-80% Ballbesitz… und verliert 0:5. Sieht sonst keiner, dass da irgendwas nicht stimmt? Entweder was G. da am Mikro gesagt hat ist einfach nur Grütze für die Medien (kann ja sein), oder er hat im Grunde mit diesem einen Statement gleichzeitig sein System und auch seine Autorität in Frage gestellt.

        Mir hat man ein Pokerspieler mal etwas, wie ich finde sehr schlaues, gesagt: Manchmal ist es besser, früh ein bisschen zu verlieren, als spät viel. Zu erkennen, dass man mit seinem Blatt nix holen kann, ist klug. Ich habe keine Ahnung von Poker und keine Ahnung voon Fussball… aber ich erkenne Wahrheiten, wenn ich sie sehe.

    2. Erich_B

      Ich verfolge heute den ganzen Tag die Meinungen im Netz – und finde es einfach nur Wahnsinn – diese Grundsatzdiskussion im Fussball.
      Das Real 0:4 gewonnen hat, hat über eine erfolgreiche bzw. nicht funktionierende Taktik erstmal nix auszusagen. Genauso wenig wie 80% Ballbesitz.

      Weil man 0:4 verloren hat heisst nicht das die Taktik total versagt hat. Noch heist 80% Ballbesitzt die Taktik greift perfekt.

      Ich denke in diesem Blog wurde es geschrieben. Auf die Details kommt es nun an… die restlichen 1-5% auf diesem Niveau. Da gehört auch der BVB dazu, ein perfekter Gradmesser!

      Bloß eines sollte die Saison 2011/12 gelehrt haben – Ein Gegentor ist oft ein Gegentor zu viel ! (0:1 bzw 1:0 gegen BVB, 1:1 gegen Chelsea). Ich hoffe das verinnerlichen die Verantwortlichen. Und auch Guardiola lernt. Sein Barca war auch oft in Spielen auf hohem Niveau anfällig für Gegentore.

      1. förbay

        Bezüglich deines letzten Absatzes… wie ist der letzte Satz Beleg für die Richtigkeit des vorletzten??

  20. Leni

    Wie schon hier von jedem geschrieben, war die Niederlage gestern und das Ausscheiden nach 180 Minuten mehr als verdient.
    Es war gestern auffallend, das die Defensive längst nicht so gut funktionierte wie noch in der Hinrunde oder unter Jupp.
    Wie häufig war zu sehen, dass nach Ballgewinn durch Real die offensiven Spieler wie Ribery, KROOS und Mandzukic in gefälligem Tempo hinterhertrabten. Das war mal anders, als diese in höchsten Tempo bis an den eigenen 16 er mitarbeiteten.
    Dadurch gab es viel zu viele freie Räume, die eine Spitzenmannschaft dankend annimmt.
    Man hatte nicht das Gefühl gestern, dass Pep in seine Taktik Erkenntnisse aus dem Hinspiel hat einfliessen lassen.
    Es schreit geradezu nach Bestrafung, gegen eine Mannschaft mit extrem starken Umschaltspiel und dazu den wohl besten weil schnellsten Flügelspielern ( Ronaldo und Bale) die AV nach innen ins Zentrum kippen zu lassen und so wahnsinnige Räume anzubieten.
    Ebenso fatal war es, Modric als Schaltzentrale gewähren zu lassen. Im Hinspiel war es noch zu verzeihen, im Rückspiel gab es die Erkenntnisse aus dem Hinspiel.
    Im Endeffekt sehe ich an der Niederlage für die Zukunft sehr viel heilsames.
    Es sollte nun auch die Frage geklärt werden, ob wir uns in Zukunft es weiterhin erlauben können bei Ballgewinn auf “einfache” Tore durch Umschaltspiel zu verzichten. Denn Peps System sollte darauf nicht verzichten, es zumimdestens als Option beinhalten.
    In der Offensive sollten wieder Laufwege angeboten werden, kurze Doppelpässe wirken manchmal Wunder, die gab es schon seit Wochen nicht mehr.

  21. Ein historisches Debakel.

    Daraus muß man nun die richtigen Lehren ziehen und die Saison sauber zu Ende zu spielen und die Enttäuschung im Olympiastadion umwandeln in Antrieb und Willen. Dann gewinnt man auch gegen Dortmund. Es gibt keinen Grund, alles in Frage zu stellen. —

    Ergänzen möchte ich noch: Arjen Robben hat gebrannt. Er war absolut motiviert.

    Einige Kommentatoren schrieben davon, man sei unmotiviert gewesen, keiner habe Normalform gehabt. Das ist Quatsch mit Soße – alles pauschal und undifferenziert. Es gab einige, die schlechter gespielt haben, richtig. Es gab andere, wie Robben, die hochmotiviert und besser waren.

    Nur waren sie nach einer Viertelstunde geschockt.

  22. bootsmann

    Was ich mal sagen muss: Das hier ist eine insgesamt sehr erfreuliche Diskussion. VOr allem konstruktiv. Es wäre zu wünschen, dass der Verein all’ die erwähnten Dinge auch so diskutiert und seine Lehren daraus zieht.
    Um bei den vier Punkten des Ausgangsartikels zu bleiben:
    – Ausgerechnet Standard-Situationen: Ich frage mich auch, warum die so grottenschlecht und uninspiriert durchgeführt wurden bzw. werden. Das ist doch schon seit längerer Zeit zu beobachten. Und man muss es schlicht so sagen: Außer bei 11Metern oder Kontern gibt es wohl keine Situation, wo man derart einfach ein Tor erzielen kann, als bei Standards.
    – Einzelspieler: Ich will gar nicht von Bale, Benzema oder diesem Pomadenkönig schreiben. Modric hat uns in der Tat gekillt. Es ist ja nicht so, dass der FC Bayern keine guten Einzelspieler hat. Aber bis auf Robben, Lahm und später Martinez war der Rest von der Normalform (von der Bestform wage ich gar nicht zu schreiben) ganz schön weit weg. Leider war quasi die komplette Verteidigung bei der Berufsberatung und auch Neuer war erschreckend fahrig.
    – Auch ich war schockiert über die Aufstellung. Auch ich denke, dass die Kombi Schweinsteiger/Kroos nicht funktioniert. Da muss Herr Martinez hin. Auch ich bin der Meinung, dass Toni Kroos nur gut spielt, wenn die Mannschaft einen guten Tag hat. Und auch ich bekomme blutigen Achselschweiß, wenn ich dieses langsame Horizontalgekicke von Herrn Kroos sehe.
    – Riberys und MM’s Rangeleien bzw. Ohrfeigen gehen schlicht gar nicht. Kommt da noch was nach von der UEFA was Franks Watschn anbelangt?
    – Ich bin heilfroh, dass das Spiel Nullvier ausging und die Bayern nicht mit einem 2:1-Sieg ausgeschieden sind. Vielleicht birgt das die Chance, dass (ich zahl auch 5 Euro ins Phrasenschwein) “jeder Stein umgedreht wird”, aus der Suche nach dem Strang an dem jetzt alle ziehen sollten.

    1. >> Kommt da noch was nach von der UEFA was Franks Watschn anbelangt? <<
      Ja, es kann eine Sperre von einem oder zwei Spielen geben. Wenn der Schiri in seinem Bericht schreibt, daß er (oder seine Assistenten) diese Situation nicht gesehen haben. Dann kann die Unsportlichkeit nachträglich geahndet werden.

      Dann würde Ribery im bzw. in den ersten Spiel(en) der Gruppenphase 14/15 fehlen …

  23. Man muß nicht jeden Stein umdrehen! Man muß an den Feinheiten arbeiten. Bessere Verteidigung bei Standards, Vermeidung von Standards, bessere Unterstützung der Innenverteidigung.

    Jerome Boateng nämlich wurde oft allein gelassen. Ihm werden Fehler angelastet (als alleiniger Hauptschuldige), obwohl er höchstens 50% daran trägt (siehe 1:2 gegen Bremen). Jerome ist auch kein “Sicherheitsrisiko”, wie gar jemand schrieb! Er wurde oft allein gelassen. In der Telekom-Spieltag-Analyse bei Thomas Helmer sah man das im Bremen-Spiel sehr gut auf dem “grünen Reißbrett”.

    Zuguterletzt muß Bayern wieder bessere Standards schlagen! In der Bundesliga klappt es mit Schweinsteiger-Kopfbällen; in der CL sah man davon nichts. In der BL sah ich direkt verwandelte Freistöße; in der CL nicht.

    Und auf den Trainer muß man schon gar nicht einschlagen. Der hat bewiesen, daß er in den Spielen umstellen kann und lernen kann aus Fehlern. Es ist sein erstes Jahr und Pep wird aus den Niederlagen gegen Real lernen.

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