Bayern Munich's forward Thomas Mueller (R) celebrate scoring the 5-1 goal with his teammates during the UEFA Champions League round of sixteen football match between FC Bayern Munich and Arsenal in Munich, southern Germany, on February 15, 2017. / AFP / Odd ANDERSEN (Photo credit should read ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

FC Bayern München – FC Arsenal 5:1 (1:1)

Das Achtelfinale der Champions League markiert für viele Bayern-Fans den Auftakt zur Saison. Dass der Weg dahin nicht immer problemlos verläuft, hat die Gruppenphase gezeigt. Mit zwei Niederlagen zogen die Münchner als Gruppenzweiter in die nächste Runde ein. Somit wartet nun der FC Arsenal.

Nach den zuletzt krampfhaften Siegen gegen Wolfsburg und Ingolstadt und dem allgemein schleppenden Auftakt im Jahr 2017 stieg der Druck auf Trainer Carlo Ancelotti. Nicht nur bei uns im Blog. Auch viele neutrale Zuschauer erwarteten von der Bayern-Mannschaft eine spürbare Leistungssteigerung – und sie sollten recht behalten.

Falls Ihr es verpasst habt:

Carlo Ancelotti beantworte die Frage Müller in der Startaufstellung “Ja” oder “Nein” mit einem “Nein”.

Champions League - Bayern vs. ArsenalChampions League, FC Bayern München – FC Arsenal, 15.02.2017, Grundformationen.

Alle anderen Positionen waren mehr oder weniger klar. Die Viererkette vor Neuer ist mit Alaba, Martinez, Hummels und Lahm zuletzt auch mangels Alternativen im Zentrum gesetzt. Das Mittelfeld mit Alonso, Vidal und Thiago ebenfalls. Daher war nur die Frage, ob Costa oder Müller beginnt. Ancelotti entschied sich für einen echten Flügelspieler und brachte Costa über die linke Seite. Den Konterpart gab Robben. Im Zentrum spielte natürlich Lewandowski.

Arsene Wenger auf der Gegenseite spiegelte die 4-2-3-1 Grundformation von Ancelotti und entschied auch für die erwartete Elf. Ospina stand im Tor für Cech. Eine Abmachung, die vor der Saison für alle Pokalwettbewerbe getroffen wurde. Wenger hielt sein Versprechen. Die Viererkette mit Bellerin, Mustafi, Koscielny und Gibbs war in den letzten Wochen ebenfalls so häufig zu sehen. Im Mittelfeld spielten die ehemaligen Bundesligaspieler Xhaka und Coquelin, auf den Flügeln Oxlade-Chamberlain und Iwobi. Özil spielte hinter der Spitze Sanchez.

Der FC Bayern begann die Partie mit viel Ballbesitz, während Arsenal auf ein 4-4-2-Mittefeldpressing setzte. Für die Hausherren ergaben sich zunächst gerade nach schnellen Ballgewinnen im Mittelfeld durch Alonso und Thiago gute Umschaltmomente, die in den ersten Minuten aber weitestgehend verpufften. Auffällig war, dass Thiago sich sehr weit nach rechts orientierte, um so Überzahlsituationen zu kreieren. Dies gelang auch, weil Lahm weit mit aufrückte. In der 11. Minute nutzte der FC Bayern so eine leichte Unordnung. Gibbs und Koscielny waren sich uneinig, ob Robben angelaufen werden sollte oder nicht. Der Niederländer nutzt den Moment der Unaufmerksamkeit und zieht nach innen und schlenzt den Ball aus 18 Metern in den Winkel. Gefühlt 100 Mal gesehen, aber jedes Tor für sich immer wieder ein Traumtor.

Xhaka und Coquelin interpretierten anfänglich ihr flaches 4-4-2 viel zu passiv, wodurch Alonso und Vidal viel Zeit hatten das Münchner Positionsspiel aufzuziehen. Hummels rückte im Bedarfsfall auf und streute obendrein noch vertikale Pässe ein, die Arsenal weiter unter Druck setzten.

Die frühe Führung gab dem FC Bayern Sicherheit, allerdings nutzte er seine Feldüberlegenheit, die sich auch in 80% Ballbesitz bis weit in die erste Halbzeit ausdrückte, nicht um sich Chancen zu erspielen. Schussmöglichkeiten innerhalb des Strafraums waren Mangelware.

Auf der Gegenseite gab sich Arsenal ab der 25 Minute auffälliger. Nach einem Konter über Sanchez gab es nach einem Hummels-Foul kurz vor der Strafraumkante eine gefährliche Fristoßsszene. Özils Schuss war aber zu unplatziert.

Wenig später gab es Foulelfmeter für Arsenal. Nach einer schnell ausgeführten Ecke hält Koscielny den Fuß gegen Lewandowski drüber bzw. spitzelt den Ball vorher leicht weg. Der Schiedsrichter Mazic entschied sich für den Strafstoßpfiff. Neuer konnte den Schuss zunächst abwehren, doch Sanchez bekam einen Nachschuss. Den Ball traf Sanchez nicht und so legte er sich den Ball mehr oder wenig unfreiwillig nochmals vor. Die Bayernabwehr um Alaba, Martinez und Alonso – halb überrascht, halb unglücklich – verdeckte dabei Neuer noch die Sicht. Sanchez traf im dritten Versuch ins lange Eck (30.).

Im Anschluss an den Ausgleich verloren die Bayern etwas den Faden. Einfache Ballverluste häuften sich. Arsenal kam zum Teil zu gefährlichen Kontern. Die größte Chance vergab Xhaka mit einem Schuss aus 15 Metern (39.). Auf der Gegenseite hatte Lewandowski nach einer Alabaflanke noch eine Abschlussmöglichkeit (43.).

So ging es trotz zunächst großer Feldüberlegenheit der Bayern mit einem Unentschieden in die Kabine.

Kurz nach der Pause musste Wenger verletzungsbedingt wechseln. Koscielny humpelte vom Platz, für ihn kam Gabriel Paulista.

In der 53. Minute ging der FC Bayern wieder in Führung. nach einem schnellen Abschlag von Neuer wurde ein Angriff über die rechte Seite vorgetragen, wie er zuletzt wohl 2006 zu sehen war. Lahm flankt und Lewandowski springt höher als Mustafi.

Nur drei Minuten später passt Alonso von der Mitte aus ins Zentrum. Lewandowski legt den Ball mit der Hacke in den Lauf des gestarteten Thiago. Dieser bleibt vor Ospina cool und schiebt ins lange Eck. Das 3:1 für den FC Bayern (56.).

Die Auswechslung von Koscielny ließ das komplette Arsenal-System zusammenbrechen. Vier Minuten nach der 3:1-Führung traf Lewandowski die Latte, nachdem er den herauseilenden Ospina zwar umkurven kann, aber zu weit abgedrängt wird. Beim anschließenden Eckballfestival hält Ospina zunächst überragend gegen Martinez, bei der folgenden Ecke kommt Thiago aber aus dem Rückraum zum Abschluss. Xhaka fälscht den Schuss unhaltbar für den Torhüter ab (61.).

Innerhalb von 10 Minuten hatte der FC Bayern den Spielverlauf zwar nicht absurdum geführt, aber konsequent die Löcher in Arsenals Defensivverbund ausgenutzt.

In der Folge ergaben sich noch mehrere Halbchancen. Costa, Robben und Kimmich vergaben aber eine noch höhere Führung.

Der FC Bayern presste auch in den Schlussminuten weiter. Die Folge war ein einfacher Ballverlust von Oxlade-Chamberlain. Über Kimmich kam der Ball zu Thiago, der die Aufmerksamkeit beider Innenverteidiger auf sich zog und auf Müller weiterleitete. Dieser behielt die Nerven und überwand Ospina zum 5:1 in der 88. Minute.

Chamberlain nach dem Fehler zum 5:1 (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Chamberlain nach dem Fehler zum 5:1
(Foto: Matthias Hangst / Bongarts / Getty Images)

Der FC Bayern gewinnt nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit am Ende auch in der Höhe verdient mit 5:1. Nahezu alle Bayern-Akteure konnten sich steigern und die Schwäche von Arsenal in der Kette eiskalt bestrafen.

Falls Ihr es verpasst habt:

1. 45 Minuten mangelnde Kreativität

Dem FC Bayern mangelte es trotz großer spielerischer Überlegenheit an Kreativität, um Arsenal in den ersten 45 Minuten nachhaltig vor Aufgaben zu stellen. Das großzügige Angebot, welches das Mittelfeld von Arsenal zunächst preisgab, konnte nicht in Chancen umgemünzt werden. Hier lügt man sich vielleicht etwas, trotz früher Führung, in die eigene Tasche. Auch wenn Robben schon häufiger aus dieser Position getroffen hat, eine Garantie gibt es für diese Art der Treffer nicht. Abseits dieses Tores aus über 20 Metern tat sich der FC Bayern schwer in den Strafraum zu kombinieren. Vidal und Alonso können gegenwärtig aus der Mittelfeldzentrale zu wenig kreative Impulse geben. Alaba und Lahm sind durch das taktische Korsett von Ancelotti an die Flügelpositionen gekettet. Ein Einrücken, um das Mittelfeld beim Aufbau zu unterstüzen bzw. Überladungen zu erzeugen, findet nicht statt. Die vermeintlichen Außenbahnspieler Costa und Robben werden förmlich zum Kreieren ihrer Abschlusschancen gezwungen. Das ist im Fußballjahr 2017 zu ausrechenbar. 10 Torschüsse in der ersten Halbzeit Champions League sind insgesamt nicht schlecht, aber die Qualität der Abschlüsse ist ausbaufähig. Das ist das Problem des FC Bayern in der Saison 2016/17. Es gibt weniger Möglichkeiten auf Tore und diese haben überwiegend schlechtere Erfolgschancen als in den vergangen Jahren.

2. 15 Minuten überragende Kreativität

Die Koscielny-Auswechslung half dem FC Bayern, die vermisste Kreativität (siehe Punkt 1) auf die Straße zu bringen. Koscielny hatte in der ersten Halbzeit mit – zum Teil über die Außenmikrofone wahrnehmbaren – Rufen die Abwehr dirigiert. So schob die letzte Reihe immer wieder nach vorne. Diese Steuerung war ab der 48. Minute nicht mehr zu sehen. Die Folge waren große Räume 20 – 25 Meter vor dem Tor von Arsenal. Dies war besonders gut beim 3:1 und 4:1 zu sehen. Die Zwischenlinien wurden deutlich besser und vor allem effektiver gefunden. Gerade die Vorvorlage von Alonso ist sinnbildlich, aber auch in den anderen Szenen verzichtete Arsenal auf Pressing und schob nicht konsequent nach. Der FC Bayern bespielte diese Schwäche mit der ihm zur Verfügung stehenden vollen Klaviatur: Flanken, flache Rückpässe, vertikale Zuspiele, Tempodribblings und Standards. Die 10 nächsten Abschlüsse der Bayern waren drei Tore, ein Lattentreffer und drei sehr gute Chancen – der große Unterschied zwischen den beiden Halbzeiten. Der Gegner half mit, doch Bayern nutzte seine individuellen, aber auch kollektiven Möglichkeiten, um dies auszunutzen.

3. Philipp Lahm ist unersetzbar

Niemand hat den Fußball so sehr verstanden wie Philipp Lahm. Wie sehr er dem FC Bayern fehlen wird, dürfte die nächste Saison zeigen. Mit Arjen Robben bildete Lahm in dieser Partie phasenweise ein Angriffsduo aus längst vergessener Zeit. Die Flanke zum 2:1 öffnete schlussendlich die Tür fürs Viertelfinale, zu einem Zeitpunkt, als der FC Bayern Mühe hatte seine Struktur zu behalten. Auffällig waren zudem eine Passquote von 95% sowie zahlreiche gut erzwungene Pressingsituationen. Entweder Lahm gewann einen Zweikampf direkt oder er forcierte einen Fehlpass. Diese Spielintelligenz zelebrierte der Mannschaftskapitän gerade im zweiten Durchgang zur Perfektion und initiierte nahezu jeden Angriff. Es wird schwer bis unmöglich, diese Qualität im vergleichbaren Maße in der nächsten Saison auf den Rasen zu bekommen. Das hat dieses Spiel nochmals verdeutlicht. Ein Vergleich könnte sich schon im Rückspiel andeuten: dort wird Lahm gesperrt fehlen. Clever holte sich der Bayernkapitän kurz vor Ende der Partie noch die Sperre ab und verhinderte zugleich sinnvoll einen Konter. Typisch Lahm.

FC Bayern – FC Arsenal 5:1 (1:1)
FC BayernNeuer – Lahm, Martínez, Hummels, Alaba – Alonso, Vidal – Robben (87. Rafinha), Thiago, Costa (84. Kimmich) – Lewandowski (86. Müller)
BankUlreich, Bernat, Coman, Sanches
FC ArsenalOspina – Bellerin, Mustafi, Koscielny (49. Gabriel), Gibbs – Coquelin (77. Giroud), Xhaka – Oxlade-Chamberlain, Özil, Iwobi (66. Walcott) – Sanchez
BankCech, Monreal, Welbeck, Elneny
Tore1:0 Robben (11.), 1:1 Alexis Sanchez (30.), 2:1 Lewandowski (53.), 3:1 Thiago (56.), 4:1 Thiago (63.), 5:1 Müller (88.)
KartenHummels, Lahm / Mustafi, Sanchez, Xhaka
besondere VorkommniseNeuer pariert Foulelfmeter von Sanchez (30.).
SchiedsrichterMilorad Mazic (Serbien)
Zuschauer70.000 (ausverkauft)

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Leserkommentare
  1. Systemrelevant

    …die Bayern, die Bayern! :-)

    Da sind sie, wenn sie gebraucht werden. Nach dem schmeichelhaften Ausgleich spürte man die Verunsicherung, die aber nach der Halbzeit wie weggewischt wirkte. Alles in allem eine Leistung wie man sie braucht um ein CL-Viertelfinale zu erreichen.

    PS: Vielleicht hatte ich mich getäuscht, dass Müller mit einem Dreierpack zurückkommt. Vielleicht reicht ein 5 Minuten Einsatz inklusive Tor.

    Auf gehts, ihr Roten! Wir wollen das Ding!

  2. Done

    Zur Pause dachte ich mir noch: klar… was soll man anderes erwarten, wenn man der serbischen Wettmafia eine Pfeife in den Mund steckt.
    Die Reaktion der Mannschaft nach der Pause darauf war aber ein Genuss. Und dazu ein deutliches Zeichen an alle jene, die nicht daran glaubten, dass der “Schalter” rechtzeitig umgelegt werden wird. Wobei diejenigen dann immer noch argumentieren können, dass nicht Bayern so stark, sondern Arsenal ja so schwach war…

    1. Beobachter

      5:1 gegen Arsenal zuhause gab es schon einmal…
      Das heißt erstmal nix. Schalter und so.

      War aber ein natürlich sehr guter Auftritt ;)

  3. Jester

    Ja, wir haben ein Idol – Meist Özil – ja wir haben ein Idol …

    Oder mit einer Spur weniger Ironie: Who the fuck is Mesut Özil.

    Es freut mich, das ich damit nicht komplett ein blinder bin und genau das eingetroffen ist was Marco und ich euch schon vor Wochen vorher gesagt haben.

    Zu Punkt drei 100 Prozent Zustimmung.

    Und leider hat es sanchez überragend gemacht auch wenn versuch Nummer eins nicht drinnen war. Bezeichnend – nebenbei bemerkt – das Özil nicht wie im Vorjahr antreten durfte ….

  4. Michael

    Ich denke, die Zweikampfstärke von Vidal wäre eine Erwähnung wert gewesen. Er hat super viele Bälle erobert und war sehr präsent.
    Schön, im Gegensatz zur ZDF-Berichterstattung, euer Hinweis auf Robbens Tor. Ja, oft gesehen. Aber nur, weil er immer wieder solch geile Tore macht, wird jedes einzelne dadurch nicht schlechter.
    Ich habe diese Saison nicht viele Spiele gesehen, aber was mir noch aufgefallen ist: An die 100 Prozent der knapp 30 Einwürfe kamen beim eigenen Spieler an. Der Ball konnte nach dem Einwurf stets sicher behauptet werden. Viel zu selten ist dies im Fußball m.E. zu sehen. Mag auch am schlechten Zweikampfverhalten von Arsenal gelegen haben. Aber wie gesagt: Mag bei Bayern neuer Standard sein, ich bin da nicht auf Stand.

  5. chicago_bastard

    Wie ich es erwartet habe. Aber laut den ganzen Internet-Trainern ist es ja unmöglich von Liga-Alltag auf CL-Modus zu schalten, die kennen sich nämlich besser aus als der Trainer, der die CL 3 mal gewonnen hat…

    Da merkt man halt, dass die ganzen oberschlauen Taktiknerds 2001 noch nicht bewusst erlebt haben…

    Genug Rundumschlag: Das kann heuer wirklich unser Jahr werden, die alten Recken wie Robben, Lahm und Co sollen sich offensichtlich nicht mehr in jedem unbedeutenden Ligaspiel auspowern, sondern die Kräfte für die Highlight-Spiele sparen. Der größte Unterschied zu den uninspirierten Ligaspielen war heute die Lauf- und Einsatzbereitschaft. Heute sind unsere Spieler mehr Kilometer gelaufen als der Gegner, das ist eine Statistik die wir in Ligaspielen immer deutlich “verlieren”. Die Auftritte in der Liga haben also nix mit Carlos angeblicher Ahnungslosigkeit von Taktik zu tun, sondern schlicht mit der Laufleistung. Und da man die Liga ja auch so deutlich anführt macht Carlo bislang alles richtig.

    1. Michael

      Vielleicht macht er in Sachen Erfolg alles richtig, vielleicht, wir sind erst im Achtelfinale. Aber bei der oft kritisierten Spielweise muss es auch ein Erfolg werden, sonst bleibt von der Saison im Rückblick wenig übrig.
      Trotz des Vielleichts: Ein so oft von den Fans wegen müder, uninspirierter Kicks gescholtener Trainer, der bei Bayerns hohen Altersschnitts talentierte Nachwuchsspieler kaum integriert, der kann nicht alles richtig machen.

      1. chicago_bastard

        @Michael: Die Integration der Nachwuchsspieler kann man kritisieren, aber Carlo wurde eindeutig mit dem Ziel geholt diese große Bayern-Mannschaft zu einem letzten Triumph in der CL zu führen, den sie ja auch mehr als verdient hätte. Robben, Ribery, Lahm haben wohl nur noch diesen einen Versuch (Lahm auf jeden Fall). Die Entwicklung der Jugendspieler hat da nicht oberste Priorität. Gleichwohl hoffe ich natürlich, dass die Jungs in den kommenden englischen Wochen mehr Einsätze kriegen als zuletzt.

        Aber Carlos Vorgänger hat Jugendspieler ja auch nicht groß gefördert. Kimmich hat deutlich mehr Spielanteile als zum gleichen Zeitpunkt letzte Saison (und vor allem auf den richtigen Positionen, nicht als reiner IV-Notnagel), andere gabs nicht, Ausnahme Coman, aber der war diese Saison nun mal größtenteils verletzt womit ein Vergleich unfair erscheint.

        @Groninger: Chancenüberschuss? Auch nur wenn man den Elfmeter plus Nachschuss als zwei separate Chancen zählt. Ansonsten erinnere ich mich lediglich an Chancen von Xhaka und Özil, denen ein Kopfball von Lewy und einer von Hummels gegenüberstehen, also ein Chancengleichstand, der sich auch im Halbzeitstand widerspiegelte. Dass wir einen Handelfmeter hätten bekommen müssen lass ich da mal gönnerhaft unter den Tisch fallen.

        Mit Pep? Ich finde die Jungs haben das in HZ 2 eher gejuppt, ich hab nämlich im Gegensatz zu den letzten 3 Jahren endlich wieder gefährliche eigene Standards gesehen und schnell vorgetragene Angriffe nach Ballgewinn. An Pep erinnerte mich eher das Ballgeschiebe mit zu wenig zwingenden Durchbrüchen in HZ 1.

    2. Der Groninger

      “Da merkt man halt, dass die ganzen oberschlauen Taktiknerds 2001 noch nicht bewusst erlebt haben…” Gscheidhaferl, sagt man dazu in Bayern. Hätte Xhaka das 1-2 vor der Pause gemacht, was angesichts des Chancenüberschusses von Arsenal nicht mal unverdient gewesen wäre, würden wir jetzt hier eine andere Diskussion führen. Immerhin hat sich nach der Pause gezeigt, dass einige Angriffe mit Pep vorgetragen wurden (pun intended). Alle alten Mechanismen hat Carletto ihnen also noch nicht abtrainieren können – beruhigend.

    3. Beobachter

      Aha, Du kennst Dich also aus ^^ Mit dem Verweis auf 2001 willst Du was genau sagen? Mehr kämpfen? Losglück haben? Heute war über weite Strecken ein gutes Spiel, aber den vor den ominösen 10 Minuten mit drei Toren musste der beste Abwehrspieler raus. Und gegen Leipzig – auch ein sehr gutes Spiel – gab es ein paar Minuten Überzahl. Klar gehört das dazu, dass ein Spiel günstig läuft. Also was ist die Quintessenz genau? Glück haben? Allerdings ging das mit dem Umschalten von unwichtig auf wichtig sehr viel öfter in die Hose, als es geklappt hat. Müsste man mit Erfahrungen seit mindestens 2001 eigentlich auch schon mal mitbekommen haben…
      oberschlauer 2001-Recke

      1. chicago_bastard

        Losglück? 2001 war Losglück? Im VF den Sieger von 99 und im HF den Sieger von 2000 zu bekommen ist also Losglück, danke für den Lacher. Besser konntest Du meine Vermutung nicht bestätigen.

        Und beim heutigen Spiel von Glück zu faseln setzt dem die Krone auf. Glück hatte einzig Arsenal, dass sie nicht 8:1 verloren haben, worüber sie sich nicht hätten beschweren können.

      2. Beobachter

        Ich liebe sachliche Kommentare.

        Arsenal hätte 8:1 verlieren können oder vielleicht auch nur 2:1, natürlich lief das Spiel in den ersten 15-20 Minuten der zweiten HZ für uns. Das liegt an der Leistung bei der Mannschaften. und selbstverständlich gab es da eine glückliche Dynamik. Die gibt es bei solchen Ergebnissen zwischen Mannschaften die einigermaßen auf Augenhöhe sind immer. Siehe 7:1 Dtl-Brasilien oder 4:0/3:0 FCB-FCB usw. Ich weiß ja nicht inwiefern das nun irgendetwas die Krone aufsetzt.

        Und Losglück beschränkt sich nicht nur auf einzelne zugeloste Gegner, sondern erstreckt sich auf das Setting insgesamt. Vor dem Hintergrund, welchen Mannschaften man in einem und welchen man vielleicht lieber in zwei Spielen begegnen möchte, fand ich 00/01 Valencia im Finale schon besser als Real oder Manu und 12/13 Dortmund besser als Real. Ist die Auslosung anders, ändert sich auch die Dynamik der Paarungen. Das gehört dazu.

        Insofern ist immer noch nicht klar, was genau du mit 2001 sagen wolltest. Vielleicht erleuchtest du die Ahnungslosen rund um dich herum.

      3. chicago_bastard

        Hätte nicht gedacht, dass es so schwierig sei darauf zu kommen was ich mit dem Vergleich zu 2001 ausdrücken wollte. 2001 spielte man eine grottenschlechte Saison in der Liga, es hagelte peinliche Heimniederlagen wie gegen Rostock, man hatte am Saisonende magere 63 Punkte. Zu den Highlightspielen in der CL konnte man dann aber doch jedes Mal wieder den ominösen “Schalter umlegen” und hat grandiose Spiele gegen Manchester und Madrid hingelegt.

        Vor dem Arsenalspiel haben die großen Ancelotti-Kritiker hingegen behauptet, es sei unmöglich in der Liga schwach zu spielen und dann plötzlich auf Knopfdruck gegen Arsenal eine Top-Leistung abzurufen.

      4. Beobachter

        a) so toll fand ich das damals auch wieder nicht, aber das mag Geschmacksache sein.
        b) ich bezweifle immer noch, dass wir den Schalter umlegen können. Arsenal in der Form ist, wie Bremen zu Beginn der Saison, für mich kein Benchmark
        c) Mein Punkt ist: mal davon ab, ob es den Schalter gibt oder nicht: “Glück” im weitesten Sinne gehört immer dazu.

        …und wenn ich mir das Herthaspiel gerade anschaue…auwei

    4. Mic

      …ganz ehrlich? Wenn Dir Diskussionen im Forum nicht passen, oder Du anderen Teilnehmern einer Diskussion die “Kenntnis” sowieso absprichst, wieso nimmst Du daran Teil? Wieso glaubst Du, es bräuchte einen von dir initiierten “Rundumschlag”? Du kannst weder beurteilen wer wann wie was “bewusst” erlebt hat und es steht Dir im übrigen auch gar nicht zu, eine andere Meinung negativ zu bewerten, oder irgendeine Meinung damit zu kritisieren, das jemand 2001 vielleicht noch nicht “bewusst” war. Weiterhin möchte ich dir sagen, das “Nerd” heute eigentlich keine Beleidigung mehr ist. Das kommt meistens von “Fans”, denen das Verständnis für bestimmte Weiterentwicklungen im Fussball fehlt und die sich immer “auf die guten alten Zeiten” berufen. Und noch eine Frage zu meinem besseren Verständnis: inwiefern ist irgendein Ligaspiel bitte “unbedeutend”?

      1. chicago_bastard

        Ist ja nicht so als würden hier nur Taktik-Nerds (was ich auch nicht als Beleidigung meine, sondern als Beschreibung für Leute, die den taktischen Aspekt maßlos überschätzen) schreiben, gibt auch viele Meinungen die ich gerne lese, vor allem auch einiger Blog-Autoren wie Steffen.

        Ligaspiele sind unbedeutend, wenn man in ihnen auch ohne grandiosen spezifischen Matchplan und ohne, dass die Spieler 90 Minuten Vollgas geben, Ergebnisse einfährt, mit denen man 7 Punkte Vorsprung auf den Zweiten rausspielt. So haben wir aktuell einen fitteren und frischeren Kader als in den letzten Saisons in denen offensichtlich in der Hinrunde schon sämtliche Körner aufgebraucht wurden.

      2. Ju

        Ich hätte jetzt aber noch sehr gerne gewusst – und das meine ich wirklich ehrlich interessiert und freundlich – warum, um alles in der Welt, das Ziel einer nicht maximalen Belastung beziehungsweise deren (auch mentale) Steuerung einem allwöchentlich guten Matchplan entgegensteht?

        Ich verstehe das bis zu einem gewissen Punkt, beispielsweise was mentale Höchstleistung durch anspruchsvolle Ballbesitzsequenzen in hohen Zonen oder Sprinthäufigkeit beim Thema Gegenpressing angeht. Warum das aber daran hindern soll, eine vernünftige Struktur für das Aufbauspiel auf den Platz zu bringen, was man, siehe gestern, zumindest überdurchschnittlich beherrscht, verstehe ich aber wirklich nicht. Im Gegenteil, man spart damit sowohl körperliche Energie als auch psychisch anstrengende, brenzlige Situationen.

  6. Tschemp

    Ja, Arsenal war schwach und ja, wir haben noch Luft nach oben. Aber auch wenn Sammers Erben weiter mahnen werden (sehr löblich, ich kann es nicht mehr), für mich steht nun fest:

    Es gibt den viel zitierten Schalter, und wir können ihn tatsächlich umlegen.

    Eigentlich ist es doch fantastisch, wie unsere Altherrentruppe im Alltag am Motivationsminimum kühl und abgezockt die Punkte einfährt. 90er Jahre Bayern in Reinkultur. Das wird die gleichermaßen unverdienteste und lässigste Meisterschaft aller Zeiten und ich liebe es.

    Dazu sind wir so gut wie im Viertelfinale der Champions League. Ribery und Boateng sind auf dem Weg zurück ins Team und wir nähern uns tatsächlich einem vollständigen und fitten Kader im März (!) an.

    Könnte schlechter laufen..

  7. Tipic

    @ Kalle/Uli: Bitte dringend den Vertrag mit THIAGO bis 2021 verlängern!!!

    1. Systemrelevant

      Inzwischen darf der Vertrag auch bis 2022 verlängert werden *Thiago Trikot bestell*

  8. kurt

    Hammer. Da war sie die Bestia Negra.

    War zwar etwas unsicher vor dem Spiel, aber mit einem Sieg hab ich schon gerechnet. Dass er dann so hoch ausfällt und vor allem durch wirklich dominantes Bossing alter Bayernschule zustande kam, erfreut mich natürlich ungemein.

    Es müllert wieder. Ich bin überzeugt, dass es mit ihm jetzt bergauf geht. Schon gegen Ingolstadt den entscheidenden Assist gemacht. Jetzt ein Jokertor beim 5-Minuteneinsatz. Das gibt Selbstvertrauen.

    PS: Thiago ist ein Übermensch.

    PPS: Javi <3

    1. Ryuss

      Triffst mein Puls ziemlich genau.

      Es rührt mich fast zu Tränen was Thiago spielt..
      weil im Hinterkopf irgendwo, dieses , Er-soll-sich-bidde-bidde-bidde-nicht-verletzten-Gespenst rumspuckt und natürlich nicht verschwindet bei seiner Story.
      Vor der Winterpause spuckte es kurzzeitig wieder (grausam) herum.

  9. Jo

    Endlich. Das Spiel auf das man so lange gewartet hat. Wenn man mal von der Viertelstunde nach dem Gegentor absieht eine gute, teilweise eine sehr gute Leistung. Gegen Schluss war das Ergebnis dann fast noch schmeichelhaft für Arsenal.
    Wie man sich so präsentieren kann wie die in der zweiten Halbzeit??

    Thiago mal wieder im Fußballgott-Modus, Alonso regiert im Mittelfeld wie in besten Tagen, zu Lahm wurde schon alles gesagt.
    Schönes Spiel auch für zwei vielgescholtene. Bei Alaba eine seiner besten Saisonleistungen. Und Müller? Wer hatte bei seinem Tor nicht auch ein breites Grinsen im Gesicht? Es gab ja schon den einen oder anderen Moment in dieser Saison als man dachte der Knoten könnte platzen. Vielleicht bringt ihn jetzt dieses CL-Tor wieder ein Stück näher zur Normalform.

    Fazit: Einfach ein schöner Fußballabend. Ich hoffe das ist der Startschuss für deutlich mehr davon.

    1. Oh ja! Alaba war auch endlich mal wieder stark. Auch taktisch eine gute Variante: Costa ist regelmäßig in die Mitte oder sogar ganz nach rechts geschoben (siehe Robbens Tor), und Alaba hat den resultierenden Platz auf der linken Seite gut genutzt. Viel Dampf nach vorne, einige richtig gute Flanken, einige Male noch Pech, das nicht mehr Zählbares draus wurde. So passt es David!

  10. Hittmer Otzfeld

    Ein ganz ganz bitterer Abend für die Osrig und Co. Fraktion…

    :D

    1. Tipic

      Naja, ich denke, Osrig kann, soll und wird sich über den Sieg freuen wie du, ich und alle anderen Bayern-Fans.
      Dennoch bleibt seine Forderung, vom FCB nicht nur an den CL-Festtagen, sondern auch im Liga-Alltag ansprechende Leistungen zu zeigen, legitim. Herr Robben sieht das im Übrigen ähnlich.
      Womöglich ist Ancelottis Ansatz, Kräfte für die KO-Partien zu sparen, bei einem Kader mit einigen schon älteren und teilweise verletzungsanfälligen Spielern goldrichtig. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Strategie mittel- und langfristig große Probleme für den FCB bedeuten kann.
      Und schließlich: Man darf auch nicht ganz außer acht lassen, dass Arsenal, wie ein Autor von Spielverlagerung.de bemerkt hat, wahrscheinlich das taktisch schwächste Team in der Allianz Arena seit Werder Bremen im August war.

    2. Beobachter

      Nein man freut sich mit und für die Mannschaft. Man ist ja nicht missgünstig – wie mancher hier bei ähnlichen Galaabenden…

      Also wirklich…

  11. pitvonbonn

    ….und wieder grüßt das Murmeltier.
    Warum nur erinnert mich die gestrige Spielweise an die erfolgreichen letzten Jahre?

  12. Ju

    Wie ist das nun einzuordnen? Das Aufbauspiel ohne tiefen Ballverlust durchgebracht, dafür einige hohe Ballgewinne forciert. Druckvolles Spiel im zweiten Drittel, mehrere individuell großartige Leistungen der Spieler… aber was ist es wert? Ich war schon nach der ersten Halbzeit enttäuscht von Arsenal, weil nach wie vor das gleiche gilt, wie bei den letzten Aufeinandertreffen: Die haben eine schlechtere Organisation des Kettenspiels als jedes Bundesligateam. Im hohen Mittelfeldpressing zu große und dann im tiefen Mfp zu kleine Abstände ohne Druck auf den Ball zu haben – das muss man erstmal hinkriegen. Und die zweite Halbzeit war dann eben 1.Spieltag-Bremen-Like.

    Ich habe mich gestern sehr über die Leistung unserer Mannschaft gefreut. Schön ist auch, dass sich damit die Fronten der letzten Wochen vielleicht etwas schließen. Bis auf Weiteres kann man Trainer und Mannschaft vertrauen, dass sie starke Spiele zeigen können. Geschafft hat man es mit den Mitteln, deren Fehlen in den letzten Wochen zurecht kritisiert wurde: Struktur im Aufbauspiel, Besetzung der wichtigen Zonen, Schutz für Alonso; und beten, dass Thiago und Robben gute Tage haben.

    Die Dikussion mit diesem ‘Schalter’ nervt. Gegen Leipzig war nichts zum Umlegen, da hatte man schon vorher Aufwärtstrend. Gegen Atletico und BVB war man blass. Gegen Arsenal hat man wieder einiges verändert, ein tolles Spiel gemacht und einen desolaten Gegner abgeschossen. Nichts für ungut, aber ich sehe da keinen verdammten Schalter, noch nichtmal ein wiederkehrendes Muster.

    1. Brian Laudrup

      Einen Schalter gibt es sicher nicht, sehr wohl aber einen psychologischen Effekt. Fussball ist zu einem großen Teil Kopfsache (Draxler!!!) und das Schalter-Gerede kann auch der Mannschaft nicht entgangen sein. Was ich sagen will: sie haben jetzt zweimal in extrem wichtigen Spielen “plötzlich” Leistung gebracht und vor allem starke Ergebnisse erzielt.

      Das ist jetzt in den Köpfen drin und für das nächste wichtige Spiel Gold wert, die Jungs müssten im Viertelfinale (ich ignoriere jetzt mal etwas arrogant das Rückspiel) eigentlich vor Selbstvertrauen platzen. Und das ist bei allen taktischen Mängeln in Kombination mit der individuellen Klasse dann schon ein Pfund.

  13. Marco05

    Ich in oft sehr dankbar für eure Objektivität und Sachlichkeit, heute allerdings ist mir der Spielbericht fast etwas zu nüchtern. ;)

    Ich würde auch aus der 1. HZ nicht die “mangelnde Kreativität” herausheben, sondern die enorme Konzentration mit der der FCB fast unerwartet das Spiel angegangen ist. Ich habe etliche scharfe Flachpässe in der Vertikalen gesehen, die mir so diese Saison noch nicht aufgefallen sind. Außerdem die oft starke Lösung aus dem Pressing von Arsenal und die Zweikampfstärke. Der angesprochene Ballbesitz von 80% spricht Bände. Das es nicht zu mehr Chancen gereicht hat – ok. Aber Arsenal stand defensiv auch (noch) gut.

    Eine Stellungnahme zu dem Elfmeter vermeidet ihr geschickt. Für mich war es ganz klar ein Foul von Koscielny. Ja, er ist eher am Ball bzw. spitzelt ihn weg. Das ändert aber nichts am Foul und dem Drüberhalten der offenen Sohle. Ich weiß es wurden schon Elfer gepfiffen, bei denen der Wegspitzelnde Spieler in der Bewegung umgetreten wird. Von umgetreten kann man hier schwerlich sprechen. Wie man es dreht und wendet, (für mich) bleibt es ein Foul.

    Die Leistung in der zweiten HZ und die Reaktion auf den blöden Ausgleich war einfach nur grandios. Sicher lag es zum Teil an Koscielny bzw. dessen Auswechslung. Aber nicht nur. Die Ballsicherheit, der Wille, der Nachdruck auf noch ein und noch ein Tor waren einfach deutlich größer als in jedem anderen Spiel in diesem Jahr. Koscielny hat auch nicht beeinflusst, dass Lahm auf einmal flanken kann. So eine Flanke auf den Kopf von Lewy habe nicht von ihm nicht viele gesehen.

    Ich gehöre ja auch zu den Kritikern der letzten Wochen. Da gehe ich auch keinen Millimeter von ab. Aber für das gestrige Spiel muss man den Hut ziehen. Ich habe ehrlich gesagt nicht dran geglaubt, dass der berühmte Hebel so “einfach” umegelegt werden kann. Allerdings bestätigt das wieder die Theorie, wie sehr alles Kopfsache ist. Das Viertelfinale ist somit gebucht (bei allem Respekt) und das findet auch ohne Barcelona statt. Könnte interessant werden…

    1. Ju

      Also ich fühle mich bezüglich der fehlenden Euphorie des Artikels eigentlich ganz gut am Abpfiff abgeholt. Das war eben schon echt gut, aber der Gegner auch gnadenlos schlecht. Möglicherweise tut man der Mannschaft unrecht und müsste eigentlich viel euphorischer sein – allerdings liegen mir die miesen Spiele des letzten Monats auch noch auf dem Magen. Es ist für den Moment eben nur ein Ausschlag nach oben, wonach man grundsätzlich, nicht nur auf Fussball bezogen, lieber keine Euphorie aufkommen lassen sollte, weil die Enttäuschung sehr oft auf dem Fuß folgt. Euphorie ist meiner Meinung nach erst Angebracht, wenn das keine Eintagsfliege bleibt.

    2. Marco05

      Ok, kann ich insoweit nachempfinden. Mir liegen ja die letzten Wochen auch noch auf dem Magen. Seltsamerweise hat das der Euphorie gestern keinen Abbruch getan, sondern ich war einfach überrascht, teils überwältigt von der Performance insbesondere der 2. HZ. Dass der Gegner womöglich schwach war – geschenkt. Dafür, dass die versammelten “Experten” bei sky “solche Köddel in der Hose” hatten (100% Meijer), war das Überraschungsmoment einfach zu groß und die Leistung in Summe zu unerwartet.

      Ansonsten gebe ich dir recht und wie gesagt ist es ja auch Teil eurer Stärke, Dinge sachlich (und nüchtern) zu sehen, was der “normale” Fan oft nicht vermag. :)

  14. wipf1953

    Spricht hier keiner die diversen Elfmeterszenen an? Ich bin ja immer dafür, die Sachen im Zweifel laufen zu lassen. Gerade in der CL kann ein “diskutabler” Elfmeter das ganze Spiel auf den Kopf stellen. Was gestern ja auch der Fall war. Die Unordnung der Bayern nach dem Ausgleich dürfte auch im Kopf begründet gewesen sein. Wenn man drückend überlegen ist und dann die ganze Arbeit durch einen blöden Elfer wertlos gemacht wird, will man natürlich zuerst das Spiel beruhigen.

    Trotz meiner eher “liberalen” Haltung war es gestern doch ein wahres Wunder, dass gegen Arsenal in 90 Minuten nicht ein einziger Strafstoß verhängt wurde.

    Es gab mindestens zwei Szenen, in denen Arsenalspieler sehr bewusst die Körperfläche vergrößert haben. Die standen auf beiden Beinen, kein Laufen, bereit, den Ballführenden abzuwehren. Und dann klatschen sie zweimal den Ball mit der Handfläche weg .. da hätte es schon wegen Dummheit Elfer geben dürfen. Dann das Ummähen von Lewandowski in HZ zwo ..

    Aber mir solls recht sein. Sparen wir uns die “günstigen” Elferentscheidungen, wenn wir zum Halbfinalrückspiel in Real antreten dürfen .. [ träum ]

    1. Brian Laudrup

      Wahnsinn was der zusammengepfiffen hat. Den Elfer gegen war möglicherweise regelkonform (war eben eine sehr ungewöhnliche Situation, deshalb kommt einem auch der Pfiff komisch vor), aber vorne muss es mindestens zwei Elfmeter für uns geben. Der Bundesligafluch gilt also offenbar leider auch für die CL…

    2. Ich bin gespannt auf die Analyse der Schiedsrichterleistung z.B. von Collinas Erben.
      Für mich vor dem 1-1 auch ganz klar ein Foul von Koscielny an Lewy, wie Marco05 es beschreibt. Sohle drüber. Freistoß Lewy. Ende.
      Die potentiellen Elfmeter für Bayern, tja, bei diesen Handspielen hab ich einfach den Überblick verloren. Kann man alles geben, muss man nicht. Oder?
      Außerdem noch (auch wenn es im Nachhinein kleinlich klingt) Tätlichkeit von Sanchez an Martinez, Mitte der ersten Halbzeit, als Sanchez unserem Javi mMn bewusst in die **** schlägt.

    3. Done

      “Spricht hier keiner die diversen Elfmeterszenen an?”

      Doch. Ich habs weiter oben aber eher allgemein formuliert, als ich aufgrund der Offensichtlichkeit der Fehlentscheidungen den Schiri im Dunstkreis südosteuropäischer Ergebnisformer wähnte.
      Ich komme auf zweimal Hand- und zweimal Foul-Elfmeter, die vielleicht nicht unbedingt zwingend, aber doch um einiges gerechtfertigter gewesen wären, als ein Foulspiel von Koscielny gegen Lewa so umzupfeifen. Klar kann man das in der Superzeitlupe so verlangsamen, dass es den Eindruck hat, der Ball wäre schon lange weg. Im Normaltempo ists halt einfach ein Drüberhalten mit erheblicher Verletzungsgefahr für Lewa. Aber der hat sich ja inzwischen wohl dran gewöhnt, dass er nichts gepfiffen bekommt, nicht einmal Ellbogen im Gesicht oder Abräumen von der Seite.

    4. Jo

      Ich hatte mir schon überlegt zur Schiri-Leistung das eine oder andere Wort zu verlieren. Bei genauerem Nachdenken habe ich dann festgestellt, dass ich dazu ein Buch schreiben müsste und es lieber gelassen.
      Dann nur mit einem Wort: Unfassbar!! Und so was begegnet einem in der CL??

      Aber gutgläubig gehe ich mal weiterhin von so einem Karma-Dingens aus. D.h. irgendwann wird sich das doch diese Saison auch mal wieder ausgleichen. Ja und dann am Besten im HF oder Finale. Und dann zurücklehnen und das Wüten der medialen Meute über Bayernbonus und Bayerndusel genießen.

    5. Marco05

      @Jo
      da müsste sich aber viel ausgleichen. Hat es die letzten Jahre auch nicht. Da gibt es wirklich ein Buch zu schreiben. Wenn ich allein an die Handspiele denke und dann was bei Alaba damals gepfiffen wurde gegen Real. Das Schubserchen von Hummels in der Vorrunde vs. die Abräumaktionen bei Lewy. Und worüber ich mich immernoch bis zum Mars aufregen könnte ist diese unsägliche 5-Spiele-Sperre von Ribery für ein Allerweltsfoul. Manchmal denke ich…aber lassen wir das.

      Der Schiedsrichter gestern hatte schon Probleme, klare Ecken zu sehen und war sich mit seinen Assis auch nicht immer einig. Das genau die einzige strittige Aktion von Arsenal zum Elfer gepfiffen wird war die Spitze des Eisbergs. Aber egal, die “ausgleichende Gerechtigkeit” folgte ja in HZ2.

  15. MG

    Wenn man sich hier nochmal den Vorbericht durchliest: http://miasanrot.de/vorschau-bayern-fc-arsenal/3/
    finde ich dieses mal eure Analyse recht blutleer und kurz verglichen mit dem was im Vorfeld des Spiels alles angemerkt wurde.
    Immerhin alle 5 Thesen richtig :-)

  16. Zum Spiel ist ja eigentlich alles gesagt. Ich hatte nach dem Gegentor meine Sorgenfalten schon zurechtgelegt, aber wurde danach dann doch noch begeistert. Nicht abheben, das ist nur der erste Schritt eines noch langen Weges. Ich bin bisher kein Freund von Ancelottis Philosophie, aber wenn sie aufgeht, soll es mir nur recht sein.

    Aber bin ich der einzige, der sich über die Wechsel geärgert hat? Müller, ok. Nach seiner Saison ist ein bisschen Spielpraxis durchaus sinnvoll, gerade wenn man sich den Gegner schon zurechtgelegt hat. Aber dass man bei einem Stand von 4:1 gegen einen völlig überforderten Gegner nicht mal die “Sorgenkinder” und Aufbauspieler Sanches und Coman bringt, um ihnen mal mehr als die Nachspielzeit ein bisschen Spielpraxis zu gönnen, möchte mir einfach nicht einleuchten. Wann, wenn nicht dann? Wie gesagt, Müller geht klar, aber auch den hätte man dann schon früher bringen können. Aber Rafinha und Kimmich für 6 bzw. 9 Minuten inkl. Nachspielzeit auflaufen zu lassen erscheint mir an der Stelle völlig sinnlos, dann kann man die Wechsel auch gleich lassen.

    1. Fabian

      Bei den Wechseln hat mich eigentlich nur ihre Zeit gewundert. 84, 86 und 88 finde ich schon sehr spät. Besonders Robben hätte man früher ersetzen können, damit er sich nicht verletzt.

      Bzgl. Sanches: stell dir vor er kommt rein und sorgt mit seiner (noch) überhasteten Art für das 4:2. Dann hätte man sich vor dem Rückspiel wieder Sorgen machen müssen und für Sanches’ Entwicklung wäre das auch alles andere als hilfreich gewesen. Trotz allem benötigen er und Coman deutlich mehr Spielzeit. Warum nicht einfach mal gegen Berlin oder Hamburg von Beginn an?

      PS: Dieser Abend war echt eine Erleichterung

      1. Done

        “Warum nicht einfach mal gegen Berlin oder Hamburg von Beginn an?”

        Genau so stell ich mir das auch vor. Auch oder gerade deswegen, weil man den Herren Vidal und Alonso, wie die letzten BL-Spieltage gezeigt haben, keinen Gefallen damit tut, sie in jedem Spiel aufzustellen.

      2. Ja, dass so spät gewechselt wurde ist ja auch ein Teil meiner Kritik.

        Warum nicht von Beginn an? Nunja, ich mache mir mehr Sorgen wenn Sanches beim Stand von 0:0 auf dem Platz herumwetzt, da ist der potenzielle Schaden m.E. größer, wenn ein Bock passiert. Zudem will man ihn ja auch nicht nach 15 Minuten wieder auswechseln und das Selbstvertrauen dadurch nachhaltig zerstören. Und natürlich ist ein 4:1 besser als ein 4:2, aber wenn man nach einem 4:2 nicht weiterkommt… Ja, gabs alles schon. Aber dann halt auch verdient. Am besten kann man Selbstvertrauen nunmal gegen desolate Gegner (wie Arsenal gestern einer war) tanken, weiter oben wurde das auch bei Müller so argumentiert, in meinen Augen richtigerweise.

        Und was auch noch dazu kommt: Bei Bundesligapartien würde ich kein Risiko gehen. 7 Punkte Vorsprung sind super, weil man sich dann mental ganz auf CL und Pokal konzentrieren kann. Lieber da auf Nummer sicher gehen, den Vorsprung erhalten bzw. evtl. sogar ausbauen und dann das 4:2 in einer eigentlich sicheren Partie in Kauf riskieren.

      3. “in Kauf nehmen” meinte ich natürlich. Herrje :D

    2. Thomas

      Die Wechsel waren allesamt “Belohnungswechsel”. Der Trainer sagte Müller, Josh und Rafinha, das es ihm leid tue, das da 3 andere vor ihnen sind. Bevor alles gegessen war, wollte Ancelotti gar nicht wechseln, war mein Eindruck.

    3. Mika

      Die letzten Male, als Sanches kurz vor Ende aufs Feld kam, hat er immer durch seinen Abschirmtrick den Ball in gefährlichen Zonen vollkommen dämlich verloren und dem Gegner noch zu einer Chance verholfen. Oder aussichtsreich ohne Druck den Ball 20m neben das Tor gejagt, anstatt den einfachen Pass zu wählen. Sorry, in nem CL Hinspiel hat der nix verloren. Soll sich ab Ende März in der Bundesliga empfehlen. Derzeit ist er ein Sicherheitsrisiko

      1. Das ist genau das, was ich aber meinte: Das letzte mal wurde er auch erst extrem spät eingewechselt. Wenn du nur 5 Minuten auf dem Platz hast, in denen du eh maximal auf eine handvoll Ballkontakte kommst, gehst du vielleicht etwas übermotivierter an die Sache als wenn du mal 20-25 Minuten ran darfst. Natürlich ist ein bisschen Spekulation dabei. Ebenso wie alles gut laufen kann kann natürlich auch der Fall eintreten, dass er wieder einen Bock schießt. Aber ich wiederhole mich: Lieber gegen einen taumelnden Gegner, der total unter Kontrolle ist als von Beginn an in einem Spiel, wo man gar nicht weiß, wie man sich gegen den Gegner schlägt. Ganz ohne Risiko gehts sowieso nie. Bis auf die Szene nach dem Elfmeter sah ich eine solide Viererkette, ich hätte es da probiert. Aber ich bin ja auch nur Hobbytrainer ;)

  17. Ryuss

    Mal was ganz anderes:

    Hat jemand gestern die Szene von Thiago/Sanchez gesehen?
    Das innige umschlingen Thiago’s und flüstern ins Sanchez Ohr ? (Wurde bei Sky/Alle Spiele & Alle Tore kurz eingeblendet)

    Will da ja jetzt die zu viel reininterpretieren,aber maybe sagte Thiago: Komm zu uns! macht Bock hier.. ;D

    Die Atmosphäre, zwischen Ihnen, in diesem Moment erschien mir ziemlich locker. Sanchez wirkte auf eine Art gelöst und kaum ‘traurig’ über die Niederlage.
    Kann mir vorstellen das Sanchez nach gestern Abend umso mehr mit Arsenal abschlossen hat.
    Bin mir ziemlich sicher, dass er wechseln wird, will nicht wissen was jetzt intern, alles bei den Gunners abgeht..

    Deute ich das vielleicht zu viel rein?
    Denke Sanchez würde uns rein sportlich erstmal gut zu Gesicht stehen.
    Inwieweit er überhaupt in das Mannschaftsgefüge passen würde, aufgrund von Costa und der Robbery Situation ist die Frage.
    Oder ist vielleicht Mr. Reschke insgeheim schon dabei, seit gestern jetzt umso mehr?

    Was meint Ihr dazu?

    1. Tschemp

      Thiago hat 2 Jahre mit Alexis Sanchez zusammengespielt, beziehungsweise oft auf der Bank neben ihm gesessen. Wahrscheinlich hat er ihm nur gesagt, wärst du doch woanders hin gewechselt..

      Sanchez macht für uns aber keinen Sinn, finde ich. Zum einen ist er mit dann 29 Jahren zu alt, um mal eben minimum 50 Millionen auszugeben. Wir haben schon mehr als genug Spieler um die 30.

      Zum anderen ist er zu gut für den Lewandowski-Backup, und als Spielertyp zu unpassend für die Nachfolge von Robbery als Außendribbler.

      1. chicago_bastard

        Mit der Altersstruktur sprichst Du einen guten Punkt an. Wir haben wirklich viele Leistungsträger der Jahrgänge 87-89, was für die kommenden Jahre erstmal kein Problem ist, aber in 4, 5 Jahren einen eventuell noch krasseren Umbruch als jetzt mit dem Wegfall von Lahm+Robbery zur Folge hat, wenn Lewy, Boateng, Hummels, Javi, Müller, Vidal alle fast gleichzeitig wegbrechen.

        Momentan fehlt es im Kader am Mittelbau, also den Jahrgängen 91-93, da sind von den Leistungsträgern nur Thiago und Alaba da. Bei Neuverpflichtungen sollte man für die Ausgewogenheit des Kaders also nach Möglichkeit darauf achten Spieler dieser Jahrgänge zu holen, die ganz jungen Jahrgänge hat man mit Kimmich, Coman, Sanches und Süle jetzt ja auch ganz ordentlich abgedeckt. Umso genialer wäre ja Verratti als Alonso-Nachfolger *träum*

      2. Tschemp

        Verratti ist neben Modric (und Thiago?) der beste Mittelfeldspieler den es gibt. Paris wird den niemals verkaufen und wenn dann nur für 100 Millionen. Leider hat er ja erst seinen Vertrag verlängert. ich würde mich schon sehr über einen Keita freuen, der in ähnliche Leistungsbereiche kommen kann, und als Mischung aus Gattuso und Okocha einfach spektakulär ist. Die biedere aber vertretbare und billigw Lösung wäre etwa Goretzka oder Dahoud.

        Im Zuge der Lewandowski-Verlängerung wurde hier ja schon über den kommenden Mega-Umbruch ab 2020 gefachsimpelt. Es ist einfach irre, dass wir jetzt schon die ältesten Bayern aller Zeiten aufs Feld schicken, und der Großteil der Kernmannschaft noch 4-Jahresverträge haben. Dagegen wird der Lahm/Alonso 2017 und Robbery 2018 Umbruch ein Kinderspiel..

    2. Sehe ich ähnlich wie Tschemp. Klasse Spieler, aber passt zu uns ebenso wenig wie ein Griezmann.

    3. Jo

      Ich glaube tatsächlich, dass das etwas überinterpretiert ist.
      Grundsätzlich würde ich Sanchez mit großer Freude hier begrüßen. Genialer Kicker.
      Aber durch die VV mit Robbery scheint diese Position erst mal dicht zu sein.
      Und noch wichtiger: Die größte Baustelle der weiteren Transferaktivitäten sollte im MF liegen. Hier verlässt uns vmtl. Alonso, der prägende MF-Spieler der letzten Jahre. Lahm den du da jederzeit überall einsetzen konntest ist weg. Kimmich wird wohl auf die RV rücken. Und wie weit und schnell sich Sanches entwickelt ist auch noch nicht abzusehen.
      Wir sollten vsl. noch einen Topstartransfer in der Röhre haben. Wäre absolut sinnvoll den für das MF einzuplanen und nicht für den 7. Angreifer.

  18. pitvonbonn

    Ohne die unbegrenzte Geldquelle England wären sicher de Breuyne?, Draxler und Sane bei uns gelandet.

  19. wipf1953

    1. Ich habe mal interessehalber nachgeschaut, was Arsenal dieses Jahr für Transfers gemacht hat. Xhaka und Mustafi – beide irgendwo im Bereich von 40, 50 Mio. Ablöse. Trotzdem ist da gestern ein Team aufgetreten, das auf einzelnen Positionen eklatant schlecht besetzt ist. Ich fand schon den Torwart nicht berauschend, und den Rest vom Team teilweise richtig schlecht. Und wenn man dann lesen darf, dass die Mannschaft in HZ 2 defensiv kollabiert ist, nur weil ein wichtiger Abwehrspieler rausmusste, muss man das fast belächeln. Wenn ein Philip Lahm bei uns vom Platz müsste, könnten das 50% der Spieler unseres Kaders irgendwie auffangen – jedenfalls ohne dass es zu derartigen Einbrüchen kommt. Ich finde es erschreckend, was Arsenal an Geld in den Kader gesteckt hat und was dann gestern präsentiert wurde. Übrigens kaum ein Engländer und schon gar keine englischen “Leistungsträger”.

    2. Gerade in Bezug auf die Mentalität siedle ich den gestrigen Sieg sehr hoch an. Wenn man so unglücklich ein 1:1 fängt wie gestern Bayern, und dann gegen eine Mannschaft spielt die angeblich diese Saison deutlich besser sein soll als in den Vorjahren (wo sie gerade in München eigentlich immer ganz gut ausgeschaut haben), muss man schon gut drauf sein das Spiel dann nochmal so zu drehen wie Bayern das gestern gelungen ist.

    Hoffentlich hält die Mannschaft diese CL-Form ..

    1. Ju

      Also, erstmal möchte ich dir zustimmen, dass in England recht wenig rumkommt, für den finanziellen Aufwand. Viele Kader sind sehr unausgewogen. Bei Arsenal ist die Besonderheit, dass das auch allgemein so bekannt ist. Man sucht seit Jahren nach einem zentralen Mittelfeldspieler von internationalem Format (Cazorla ist leider sehr selten fit) und findet den nicht. Xhaka kann das aufgrund seiner taktischen Mängel nicht leisten; wäre eher ein Nebenmann für einen solchen.

      Nun ist es aber so, dass es schon sein kann, dass ein sehr fragiles, schwaches Gebilde nur durch die speziellen und herausragenden individuellen Fähigkeiten eines einzelnen Spielers beisammen gehalten werden. Man denke beispielsweise an Diaz in Hamburg oder über viele Jahre Alex Meier in Frankfurt. Koscielny ist nun erstens herausragend darin, mit passendem Timing Kontakt zum Gegenspieler herzustellen oder eben auch mit Blick auf die eigenen Mitspieler zu entscheiden, dies zugunsten einer passiven Haltung zu unterlassen. Dieses Gespür hat er gestern auch dafür eingesetzt, die eigene Mittelfeldkette immer wieder von sich wegzuschieben. Außerdem hat er eine gute Gewichtung gefunden, wann er Gibbs gegen Robben allein lassen und wann er mit seiner Kette im Schlepptau nachschieben musste. Ein anderer Spieler im Kader konnte das so nicht leisten. Man könnte also sagen, dass er aufgrund seiner individuellen Klasse noch eine Strafraumverteidigung organisieren konnte, die nach menschlichen Ermessen eigentlich schon kaum noch möglich war.

      Auf der anderen Seite kann man sich die Bayern Rückrunde 2016 anschauen. Das hätte kaum eine andere Mannschaft kompensieren können, auch die Mannschaft der Rückrunde 2017 nicht. Möglich war dies nur durch dieses eisern durchgezogene Konstrukt, welches die Innenverteidigung maximal entlastete. Du hast also am Ende recht: So bricht man aufgrund des Fehlens eines Spielers nur zusammen, wenn gewaltig was im Argen liegt. Verständlich ist’s aber trotzdem und nicht mit Geld, sondern besserem Training zu ändern.

  20. Axel

    Mir bereitet es viel Genugtuung, dass ein in Geld schwimmendes englisches Team, dass in der Premier League auf Platz vier, punktgleich mit dem Dritten und nur zwei Punkte hinter Peps ManC steht, so gegen uns untergeht. Und wie schon öfters in der Vergangenheit frage ich mich, wie schwach / stark diese Vereine eigentlich wirklich sind und wie sie in der BL abschneiden würden. Die versenken Kohle mit sehr bescheidenem Erfolg, scheint mir. Und über Özil kann ich nur noch den Kopf schütteln. Justin, vielleicht bewerten wir den auf der Grundlage alternativer Fakten ? Just kidding ;).

    1. Tipic

      Dass viele Premier League-Teams wenig aus dem vielen Geld machen, das ihnen zur Verfügung steht, ist natürlich richtig. Aber das beginnt sich zu ändern, weil neben guten Spielern inzwischen auch gute Trainer verpflichtet werden und man sich von dem traditionellen Manager (der oft mehr Sportdirektor-Aufgaben wahrnimmt als mit der Mannschaft zu trainieren) langsam verabschiedet. Mit der Verpflichtung von Fußballsachverstand meine ich Pep, Kloppo und Conte, und Mou und Pocchetino darf man natürlich auch nicht außer acht lassen.
      In den nächsten Jahren werden die PL-Teams eine bessere Rolle in der CL spielen, denke ich. Contes Chelsea z.B. dürfte ein sehr unangenehmer Gegner werden.

  21. Osrig

    Oh ha, schon 50 Beiträge hier, das ist ja eine wahre Freude! Gefällt mir!^^
    Aber das ich jetzt zum Namensgeber der Fraktion von Bayern-Fans geworden bin, denen Taktik beim Fußball wichtig ist und die Freude daran haben, darüber zu diskutieren, ist dann doch Zuviel der Ehre ;-)

    Ja klar, @Tipic, Du liegst richtig: Ich freue mich sehr über diesen Sieg, den ich so nicht erwartet hatte! Die Leistung hinter diesem Sieg, sowohl von der Mannschaft, als auch vom Trainer, kann ich auf jeden Fall anerkennen!
    Es ändert aber eben auch nichts an meiner Forderung, auch im Liga-Alltag ähnliche Dynamik und Einsatzbereitschaft zu bringen. Was aber auch nicht zwangsläufig heißt, das jedes BL-Spiel eine Gala werden muss!

    Nur so nebenbei: Ich als “Taktik-Nerd”? Ein wenig! “Internet-Trainer”? Du liebe Güte, nein! Ich bin ganz sicher kein Sofa-Trainer, der meint, alles besser zu wissen! Wie übrigens die allermeisten der FCB-Freunde hier auch! :-)
    2001 habe ich allerdings schon “bewusst” miterlebt, wenn gleich ich dem FCB damals vorwiegend international die Daumen gedrückt habe. Meine heutige tiefe Zuneigung zum FC Bayern entwickelte sich erst etwas später auf Umwegen. `
    Damals war mein Lieblingsverein ein Hamburger Stadtteil-Club im Herzen der Hansestadt, der sich die alten Tugenden auf die Fahnen geschrieben hatte und wo auf dem Platz geackert wurde. Jede Grätsche wurde im Stadion bejubelt, jeder gewonne Zweikampf führte zu Begeisterungsstürmen und bei den selten genug erzielten Toren wackelte das alte, ehrwürdige Millerntor-Stadion bedenklich. Wie oft habe ich glückselig trotz einer Bierdusche meine damaligen Helden gefeiert? Ja, es war etwas Besonderes, diesen Kampf und diese Leidenschaft zu erleben, auf dem Platz und auf den Rängen.
    Ich kann also gut verstehen, wenn Ancelotti von Willen, Charakter und “Opferbereitschaft” spricht und darauf hinweist, dass es mehr gibt als Schönspielerei!

    Ich kann aber auch verstehen, dass es Fans gibt, die sich an schönem, taktisch gut gespielten Fußball erfreuen, die sich daran begeistern können, wenn der Ball läuft, geniale Pässe gespielt werden, die gegnerische Abwehr durch klug organisiertes Spiel auseinander gerissen wird und eine tolle Mannschaftsleistung zum Torerfolg führt. Ich zähle mich jetzt selbst zu dieser “Fraktion”.
    Denn mich hat der unsägliche “Rumpelfußball” der Mannen vom Millerntor irgendwann so sehr verärgert, dass meine Begeisterung für den FC St. Pauli verschwand.
    Mehr und mehr hingegen konnte ich mich für den Fußball erwärmen, den der FCB spielte, schon damals um Welten ansprechender als die Magerkost vom Millerntor. Und so wurde mir eben auch bewusst, wie wichtig Taktik im modernen Fußball ist.

    Natürlich spielen die “alten Tugenden” noch eine wichtige Rolle, und oft gelingt es, über den Kampf zum eigenen Spiel zu finden. Aber ein guter “Matchplan”, eine klare Spielidee, ist entscheidend! Gerade auf höchstem internationalem Niveau!
    Und bei der Taktik geht es eben um mehr als nur die Aufstellung und die Frage, in welcher Formation läuft das Team auf. Es geht um Laufwege und Positionen, um Pass-Wege und Entscheidungen, wann welche Aktionen und Bewegungsmuster auf den Platz gebracht werden – und zwar nicht nur von einzelnen Spielern, sondern synchron von ganzen Mannschaftsteilen, ja sogar der ganzen Mannschaft. Dafür braucht es Vorgaben und Ideen – “geht’s raus und spuit’s Fußball” reicht da schon lange nicht mehr. Und diese Strukturen müssen – ohne das auf eine vernünftige Belastungssteuerung verzichtet werden braucht – in jedem Spiel zu sehen sein, da bin ich ganz bei @JU weiter oben!

    Bei Ancelotti habe ich diese Strukturen viel zu selten gesehen, auch jetzt wirkt sie sehr einfach! Aber es ist – endlich – eine Entwicklung zu sehen, eine Entwicklung, die vielversprechend ist und durchaus das schnelle Spiel nach außen und in die Spitze mit dem Positionsspiel um den gegnerischen Strafraum herum verknüpfen könnte. Kreativität und Dynamik, aber auch Laufbereitschaft und Einsatzwille braucht es auf jeden Fall. Gerade jetzt, wo es in die entscheidende Phase der Saison geht.

    1. wipf1953

      Jetzt ist alles klar, OSRIG. Du bist zum “Retter”gewechselt ..

      1. Osrig

        Jepp! @WIPF! Ganz ehrlich, dass hat mich damals echt beeindruckt, die Retteraktion. Seitdem habe ich mich gehütet, die Bayern als überheblich zu bezeichnen. Das war im Grunde der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ^^ Und jeder Sieg über den HSV hat dann dazu beigetragen^^ Ich sage wohl nichts Überraschendes, wenn ich erzähle, dass mein erstes Bayern-Spiel ein Spiel gegen die “Stellinger” war *g*

    2. Mic

      Toll! Ich bin also nicht der einzige Fussballbegeisterte, der die erklärungsbedürftige Kombination “Pauli-Fan-und-trotzdem-Bayern-Mitglied” immer wieder rechtfertigen muss ;-)

  22. pitvonbonn

    Wenn ich wählen müsste zwischen Özil und Kroos, würde ich Thiago wählen.

    1. chicago_bastard

      Nur dass Thiago und Kroos einander nicht ausschließen, im Gegenteil, die würden sich prima ergänzen. Aber mei, den Riesenbock haben unsere Bosse nun mal geschossen, jetzt heißt es hoffen, dass sie im Sommer da eine gute Lösung ausgraben.

    2. Marco05

      sehr geil :)

    3. wipf1953

      Und ich würde bei der Wahl auf Götze verzichten und Kroos und Thiago behalten …

      Wobei wir mit Kimmich einen jungen Kroos bereits haben – und bei unserem “Hoflieferanten” aus Lüdenscheid spielt ja auch ein patentes Kerlchen .. der vielleicht mal nach München zurückwill ..

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