Bayern Amateure: Zwölf aus Neun

Vermutlich sind noch nicht genug Spiele in der aktuellen Saison der Regionalliga Bayern absolviert, um ein ausführliches Fazit zu den bisherigen Leistungen der Bayern Amateure zu ziehen. Nach neun Partien befindet sich die Mannschaft von Erik ten Hag mit zwölf Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Dennoch lohnt der Blick auf die zurückliegenden Begegnungen und der Vergleich mit der Konkurrenz.

Nicht in die Erfolgsspur gefunden

Dass sich die überragende Quote von 2,19 Punkten pro Spiel in der Saison 2013/14 nicht aufrecht erhalten lässt, war vielen Beobachtern der U23 des FC Bayern schon vor dem Start in die neue Spielzeit klar. Zu groß war die Zahl der Abgänge und zu schwerwiegend der Verlust vieler Leistungsträger der Meistermannschaft, die denkbar knapp den Aufstieg in Liga 3 verpasst hat. Dennoch bestand die Hoffnung mit guter Teamleistung gut zu starten und sich im Anschluss durch den schwierigen August zu kämpfen. Das gut gemischte Programm aus Top-Mannschaften und den vermeintlich leichteren Gegnern, wie Schweinfurt oder Heimstetten, versprach einen recht ausgeglichenen Anfang.

Während sich die Bayern Amateure aber größeren Problemen bei der Neuorientierung und vielen Verletzungsproblemen gegenübersahen, überraschten andere Teams und setzten sich an die Tabellenspitze. Es war anzunehmen, dass die Roten sich leistungstechnisch erneut mit dem blauen Stadtrivalen oder dem in die Regionalliga Bayern gekommenen Absteiger Wacker Burghausen werden messen müssen. Die souveränen Leistungen der Würzburger Kickers oder des FC Ingolstadt können dagegen durchaus als kleine Überraschung gewertet werden. Mit je drei Siegen, Unentschieden und Niederlagen und 12 Punkten stehen die Bayern Amateure derzeit näher an der unteren als der oberen Tabellenhälfte. Auf die Spitzenreiter hat man sieben bzw. acht Zähler Rückstand, während die Abstiegsrelegation nur fünf Punkte hinter der neuformierten FC Bayern-Truppe liegt. Mit einer weiteren Niederlage gegen den FV Illertissen, gegen die das Heimspiel 2:1 gewonnen wurde, wäre es noch enger geworden und der Druck entsprechend weiter gestiegen.

#OrtGegner & SpielberichtErgebnisPlatz aktuellEnde 13/14
1HeimWürzburger Kickers1:2 (0:1)211
2AuswärtsWacker Burghausen0:0 (0:0)5Absteiger Liga 3
3HeimSV Heimstetten2:1 (2:1)1414
4AuswärtsTSV Buchbach1:1 (0:1)45
5AuswärtsTSV 1859+1 München II3:1 (2:1)13
6HeimFC Augsburg II0:2 (0:1)94
7Auswärts1. FC Schweinfurt 050:0 (0:0)1116
8AuswärtsFC Ingolstadt 04 II0:1 (0:0)36
9HeimFV Illertissen2:1 (2:0)62

Die einzige Konstante ist aktuell der Wechsel aus Siegen, Unentschieden und Niederlage, worin sich auch die mitunter großen Leistungsschwankungen im Offensiv- wie Defensivbereich passend widerspiegeln. Nach acht Zählern zwischen Spieltag 2 und 5 – inklusive überragendem Derbysieg – verpasste es die ten Hag-Elf eine Serie zu starten und verlor stattdessen zwei Mal und kam gegen den derzeit elftplatzierten FC Schweinfurt nicht über ein 0:0 Unentschieden hinaus. Mit Seligenporten, Bamberg, Garching und Fürth wartet in den kommenden Partien eine vermeintlich schwächere Gegnergruppe, bei denen gepunktet werden muss.

Handfeste Probleme

Der fabelhafte Start in die Spielzeit 2013/14 und die darauf folgenden konstanten Leistungen hatten mehrere Gründe und Ursachen, an die das aktuell bestehende Team nicht anknüpfen kann. Natürlich ist – wie bereits mehrfach hier im Blog und Podcast erläutert – der große Umbruch der wichtigste Grund für die Probleme. Der FC Bayern München musste diesen Schritt mit den Bayern Amateuren gehen, sodass der Blick zurück nur zur Erklärung der Ursachen dienen kann.

Wenige Tore

Nach neun Spielen in der letzten Saison stand der FC Bayern mit neun Siegen aus neun Spielen und schier unglaublichen 32 zu 3 Toren unangefochten mit 27 Punkten an der Tabellenspitze. Derzeit muss sich Erik ten Hag und sein Trainerteam mit einer »ausgeglichenen« 9:9 Torquote begnügen. 23 Treffer weniger als noch vor einem Jahr – woran liegt das? Definitiv am Verlust der drei »Goalgetter« bzw. Vorbereiter Kevin Friesenbichler, Vladimir Rankovic und Julian Green, die als Paradebeispiel für einen großen Teil der Erfolge aus der jüngsten Vergangenheit stehen. Friesenbichler wechselte zu Benfica Lissabon und spielt derzeit auf Leihbasis in Polen, Rankovic in der zweiten Mannschaft von Hannover 96 und Green wurde vor wenigen Tagen für ein Jahr zum Hamburger SV verliehen, um dort Einsatzminuten und Spielpraxis zu sammeln. Rankovic und Green erzielten in den ersten neun Partien 2013/14 neun Tore und bereiteten 13 weitere Treffer vor. Kevin Friesenbichler stieg erst nach überwundener Leistenoperation ein und wurde zur Torgarantie am Saisonende.

Strieder fehlt, Schöpf auch – Andere übernehmen

Leistungsträger, Abwehr- und Spielaufbauorganisator Rico Strieder fehlt Erik ten Hag weiterhin verletzungsbedingt. Der 22-Jährige laboriert an einer Hüftgelenksverletzung und fehlt im Defensivverbund der Bayern Amateure. Angelos Oikonomou, der Strieders Position ab dem ersten Spieltag übernahm, kann noch nicht an die konstanten Leistungen seines Vorgängers anknüpfen.

Ebenso vermisst wird der nach Nürnberg gewechselte Alessandro Schöpf, wobei sich auf seiner Position (8 / 10) derzeit Andere in Stellung bringen und sich beweisen wollen. Namentlich sind hier Steeven Ribéry, Lukas Görtler, Nikola Jelisic und Bastian Fischer zu nennen. Mit mehr Spielpraxis in der Regionalliga wird auch das offensive Mittelfeld zu konstanten Leistungen finden. Überraschend engagiert spielte zuletzt auch Patrick Weihrauch. Nach überstandener Verletzung und Formkrise wirkte er gegen Illertissen sehr bemüht und druckvoll auf der rechten Außenbahn. Weihrauchs gute Leistungen nach seiner Rückkehr sind ein Hoffnungsschimmer. Viel mehr aber nicht. Es spricht einiges dafür, dass sich die wechselhaften Leistungen des Saisonstarts auch in Zukunft fortsetzen. Die Priorität sollte dabei darauf liegen frühzeitig den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern und sich kontinuierlich zu verbessern, um in der nächsten Spielzeit erneut die Tabellenspitze anzugreifen. Voraussetzung dafür wäre den Kader weitestgehend zusammenzuhalten. Beim Trainerwechsel von Mehmet Scholl zu Erik ten Hag hat dies die erwähnten Erfolge gebracht, auf die man in Zukunft wieder aufbauen kann.

Wir arbeiten derzeit an einer ausführlicheren Betrachtung des Kaders sowie den Stärken und Schwächen der Spieler. Die Erstellung dieser Übersicht wird aber noch etwas Zeit beanspruchen, da nicht alle Akteure derzeit ausreichend beobachtet werden konnten.

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