Bastian Schweinsteiger: 5 Fähigkeiten (StatsBomb 2009-2014)

Kennzahlen sind im Fußball der einzige Weg, um die subjektive Beurteilung von Fähigkeiten mit Fakten zu belegen und mehr als nur eine Einschätzung abzugeben. Ted Knutson und Benjamin Pugsley arbeiten als »StatsBomb« mit OptaSports zuammen und erstellen regelmäßig Analysen zu Spielern und Vereinen. Außerdem fördern sie großartig das Verstehen von Spielen auf Basis von Daten. Ihr »GIFOLUTION: Bastian Schweinsteiger 2009-2014« zeigt unseren Mittelfeldakteur und Spiellenker in den Jahren bzw. Saisons 2009/10 bis 2013/14.

5 Fakten der StatsBomb Grafik

  • Mit inzwischen durchschnittlich 90% Passquote gilt Bastian Schweinsteiger als einer der Bundesligaspieler mit höchsten Erfolgsquoten und großer Konstanz. Der heute 29-Jährige steigerte sich zwischen 2009 und 2014 um etwa 4 Prozent und führt oft auch die interne Bestenliste der Passquoten beim FC Bayern. In seiner Rolle als Mittelfeldstabilisator kommt ihm diese Sicherheit natürlich gelegen.
  • Den wohl größten und mit Blick auf seinen Einfluss auf ein Spiel bedeutendsten Sprung machte Schweinsteiger wohl in seiner »Scoring Contribution«, welche den direkten Einfluss auf den Torerfolg durch einen Spieler darstellt. Von eher wenig bedeutenden 0.15 in der Saison 2009/10 zu stabilen 0.4 – fast eine Verdreifachung. Seit 2010 übt er einen derart großen Einfluss auf die Tore aus.
  • Schweinsteiger spielt über fünf Jahre sehr konstant etwa 8 lange Bälle pro Spiel. Ein vermutlich eher unspektakulärer Wert, mit dem er sich auch in etwa im Durchschnitt befindet. Zum Vergleich: Toni Kroos, der oft für seine Fähigkeiten der langen Bälle zur Seitenverlagerung gelobt wird, erreicht eine ähnliche Anzahl. Entscheidend ist selbstverständlich die Qualität dieser Zuspiele – hier liegt der jüngere Kollege wohl vorn.
  • Eindeutig belegbar ist auch die gesteigerte Aggressivität von Schweinsteigers Spiel, die sich zwar nicht sehr deutlich zu mehr Zweikämpfen, aber im zunehmenden Alter zu mehr Foulspielen entwickelt hat.
  • Die durchaus großen Schwankungen zwischen einzelnen Spielzeiten sind durchaus typisch für einen Fußballer und symbolisieren im Fall von Bastian Schweinsteiger auch die Veränderung bzw. Anpassung an das jeweilige Spielsystem. Verletzungen, die er in den letzten Jahren häufiger zu verkraften hatte, üben ebenfalls einen Einfluss auf. Es wird spannend zu beobachten sein, welche Attribute im späten Fußballerabend die prägendsten sind. Seine überragende Passquote ist es wohl definitiv.
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Leserkommentare
  1. Ich halte Bastian Schweinsteiger immer noch für einen guten Spieler. Einen Spieler mit immenser Qualität. Aber ich bekomme Bauchschmerzen, wenn man die Diskussion, um ihn und Toni Kroos immer so extrem zuspitzt, dass es immer lauten muss entweder oder. Wieso denn? Schweinsteiger ist jetzt 29 Jahre alt, zur neuen Saison dann 30 Jahre alt. Klar kein Alter in dem man schon häufig ans Karriereende geht, aber ein Alter in dem man als Verein eher vorsichtig mit Spielern planen sollte. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Schweinsteigers Körper schon relativ stark “verschlissen” ist, im Vergleich mit anderen Spielern in diesem Alter. Man liest immer wieder von Beschwerden in der selben Körperregion. So richtig auskuriert und gesund, scheint er mir schon länger nicht mehr zu sein.
    Deswegen wäre es fatal, jetzt den perfekten Nachfolger, wegen ein paar Millionen ablösefrei ziehen zu lassen, nur um dann in zwei Jahren hohe Millionenbeträge an Ablöse für einen Nachfogler auszugeben.
    Kroos und Schweinsteiger auf dem Platz funktioniert nicht perfekt, aber einer von beiden ist für unser Spiel unverzichtbar. Deswegen Kroos halten.

    1. Und gleichzeitig könntest du das “Alter”-Argument auch umdrehen und Toni Kroos in jungen Jahren noch Entwicklungspotential in einigen Bereichen zuschreiben. Speziell wohl in seiner Zweikampfführung bzw. dem Defensivverhalten generell.

      Für mich ist die Frage um einen Verbleib von Toni Kroos gerade folgende: Hat Bastian Schweinsteiger noch zwei richtig starke Jahre im Tank? Und kann / will Toni Kroos so lange warten und sich hinten anstellen, wenn es um die Sechserposition geht, weil Schweinsteiger da die Nase vorn hat und Toni ja eher 10er/8er ist – mit hoher (vllt. sogar besserer) Konkurrenz in München. Denke seine Gehaltsforderungen zeigen diese Denkweise etwas. Er will aufsteigen, aber in meinen Augen rechtfertigt das kein Leistungsprinzip.

      1. Schweinsteiger war in Kroos Alter auch noch nicht der Leader und Topspieler, der er heute ist, da darf man Kroos auch mal noch ein paar kleinere Schwächen zugestehen, dafür bringt er Qualitäten mit, die man nur für Unsummen kaufen kann.
        Außerdem ist das Argument mit dem Leistungsprinzip doch auch nur noch bedingt anwendbar. Götze verdient 10 bis 12 Mio. bei uns und Thiago auch seine 8 Mio, genau wie Müller. Für mich stehen diese Spieler von den Leistungen nicht vor einem Kroos. Und Toni war diese Saison unumstrittener Stammspieler und dann will man ihm sein Gehalt nicht auf eine Stufe mit den anderen Stammspielern anheben? Das halte ich für grundsätzlich schwachsinnig. Wir können nicht jeden externen Neuzugang mit hohen Millionengehalt vollpumpen und die Eigengewächse versuchen an der unteren Grenze zu halten. Im Gesamtpaket wäre eine VVL. immer noch deutlich billiger, als ein neuer Spieler von außerhalb.
        Außerdem verhält Toni sich schon sehr wie ein Musterprofi. Kein kokettieren mit irgendwelchen Wechseln oder öffentliche höhere Gehaltsforderungen, so ein Verhalten darf man dann auch mal löblich anerkennen.

  2. drschnell

    Ich kann Sebastian nur zustimmen. Toni Kroos ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Er spielt seit zwei Jahren auf absolutem Topniveau und ist unumstrittener Stammspieler. Trotzdem wird er regelmäßig in Frage gestellt. Ein ganz entscheidender Punkt in der Vertragsangelegenheit ist meiner Meinung nach die fehlende Wertschätzung die ihm von Teilen der Fans und der Vereinsspitze (Rummenigge und früher Hoeness) verweigert (zumindest teilweise) wird. Ein Punkt hierbei ist sicherlich das Gehalt. Ich bin der Überzeugung, dass Kroos verlängern würde, wenn ihm nicht nur von der sportlichen Führung (Guardiola und Sammer) signalisiert würde welchen Wert er für den FC Bayern hat. Er und Thiago sind die Spieler um die herum unsere Mannschaft in der Zukunft aufgebaut werden könnte. Sein Wert für die Mannschaft ist umso höher einzuschätzen, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass Schweinsteiger aufgrund seines Alters und seiner Verletzungen, in Zukunft die Form der Saison 2012/2013 dauerhaft halten kann.
    Daher wäre es sinnvoll sich gehaltstechnisch irgendwo in der Mitte zu treffen, so dass beide Seiten das “Gesicht wahren” können. Ich hoffe immer noch, dass er bleibt

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