Auslosung: Bayern trifft auf den FC Arsenal

Die Auslosung der UEFA Champions League bot wiedermal relativ wenig überraschendes. Real Madrid bekam eine lösbare Aufgabe, Barcelona darf sich erneut mit PSG duellieren und auch der FC Bayern hat mit Arsenal ein Los bekommen, das es so schon das ein oder andere Mal gab.

Für die Münchner wären mit Juventus und Barcelona noch zwei weitere Teams im Topf gewesen, die vermutlich eine noch höhere Qualität haben als die Elf von Arsene Wenger. Dennoch dürfen sich alle Fußball-Fans auf ein packendes Duell freuen. Zwischen den beiden war es, auch wenn Bayern häufig die Nase vorn hatte, nie langweilig.

Zwischen 2012 und 2016 trafen sie sechs Mal aufeinander. Zwei Spiele gewannen die Gunners, drei der jüngsten Duelle gingen an die Bayern und hinzu kommt ein Unentschieden. Zum vierten Mal begegnen sie sich im Achtelfinale der Königsklasse.

Bisher zog der deutsche Rekordmeister immer in die nächste Runde ein, wenngleich Arsenal mit einer beeindruckenden Aufholjagd 2013 ganz nah dran war, das historische Triple der Bayern zu verhindern.

Die Arsenal-Fans dürfte die Auslosung, wie eigentlich jedes Jahr, sehr begeistert haben. Obwohl sie diesmal ihre Gruppe gewannen, blieb das Losglück aus.

Arsenal ist nicht zu unterschätzen

Bei allen Witzen, die gerade durch das Internet kursieren, ist der zweite der Premier League jedoch stärker einzuschätzen als in den vergangenen Jahren. In 15 Liga-Spielen erzielte die Wenger-Elf 36 Tore (nur Liverpool hat eins mehr).

Für Ancelottis Mannschaft wird es darauf ankommen, die Offensivpower von Alexis Sanchez, Olivier Giroud, aber vor allem auch von Mesut Özil zu unterbinden, der die wichtigste Rolle im System einnimmt. Kann der Nationalspieler die Fäden ziehen und Verbindungen nach vorne kreieren, wird es für die Bayern eng.

Das Achtelfinale ist noch nicht genau terminiert. Die Hinspiele verteilen sich auf den 14. und 15. sowie auf den 21. und 22. Februar. Die Entscheidungen fallen dann im März. Zwischen dem 7. und 15. März finden die Rückspiele statt. Der FC Bayern wird zunächst ein Heimspiel haben, da sie in ihrer Gruppe nur zweiter wurden.

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Leserkommentare
  1. wipf1953

    1. Einer der wenigen “Knaller” einer insgesamt langweiligen Auslosung (die zweite “gute” Begegnung ist Barca / PSG). Wenn man das Los mit dem von Real vergleicht, hätten wir es sicher einfacher bekommen können.
    2. Ich denke, man kann heute noch gar nicht sagen, was im Frühjahr rauskommen wird. England spielt nach wie vor ohne Winterpause. Nach einem so intensiven Jahr wie 2016 könnten man das schon im kommenden Frühjahr spüren.
    3. Ein ganz anderer Punkt, der vielleicht sogar noch intensiv vor den Spielen diskutiert werden wird: Neben dem FC Bayern hatte auch der FC Arsenal eine geradezu gespenstische Verletztenliste. Jedenfalls war das 2015 so. Bei Bayern hat es sich zum besseren gewendet (an sich war die Boateng-Verletzung der letzte wirklich gravierende Dauerausfall). Ich muss mir mal anschauen, wie sich das bei Arsenal entwickelt hat.

  2. Systemrelevant

    Na ja, als Bayern gelost wurde waren in Topf 1 nur noch Barca, Juve, Arsenal und Leicester übrig. Aus dem Artikel geht schon hervor, dass Bayern nun 2 Monate Zeit hat um kräftig an der defensiven Stabilität zu arbeiten, weil ohne die wird es schon im 1/8 richtig schwierig werden.
    Wenn größere Verletzungssorgen ausbleiben ist alles drin.

  3. FCB_1900

    Freu mich auf Arsenal, wird nicht einfach. Aber der Höhenflug der Gunners ist meistens im neuen Jahr verpufft….

  4. Ju

    Ich empfinde Arsenal als sehr schönes Los. Ein großer Name mit guter Form, bei dem Bayern nicht den Druck hat, “gewinnen” zu müssen. Es dürfte allen klar ist, dass man gegen Arsenal auch nach einer guten Leistung ausscheiden kann. Auf der anderen Seite ist Arsenal sicher schlagbar, ihre altbekannten Probleme im Pressing und der Kompaktheit sind nach wie vor da; von daher könnten sie zu Bayern passen. Die großartigen Kombinationen durch die Halbräume werden dagegen eine Herausforderung, Özil lässt grüßen.

    Ansonsten mein Beileid an alle Auswärtsfahrer.

    1. Sven

      Warum?? London so teuer??

      1. Ju

        Im Emirates war man nun ja auch schon ein paar mal. Ist wie bei den BVBlern, von denen viele dieses Jahr keine Lust mehr auf Madrid hatten. Teuer ist’s eigentlich nicht, der Flug ist ja quasi geschenkt.

  5. Ju

    Achja: Real ist ja so langsam lächerlich.

    1. wipf1953

      Gut dass Du das ansprichst, JU. Real ist für mich einer der Gründe, warum ich das Auslosungssystem in Frage stelle: Real profitiert enorm von der Stärke der spanischen Liga. Und natürlich davon, dass sie so elegant schlussendlich Zweiter wurden (ich hab das Tor nicht gesehen, war es eigentlich vermeidbar?). Real hatte als gefährlichsten potentiellen Gegner Arsenal im Lostopf (die jetzt wir haben). Dann noch Juve .. aber kein BVB (Vorrundengegner), kein Atletico und kein Barcelona (beides spanische Teams). Wenn von acht potentiellen Gegnern drei Topmannschaften nicht ausgelost werden dürften, steigt die Chance auf einen “schwächeren” Gegner.

      Es hätte sich doch von uns keiner beschwert, wenn Real Atletico gezogen hätte ..

  6. Jester

    Im letzten Heimspiel gegen Arsenal (5:1) haben wir den nahezu perfeken Fußball unserer Mannschaft gesehen. Es wäre doch mehr als schön, wenn sich die Geschichte entsprechend wiederholt …

  7. Arsenal, schon wieder.

    Gemischte Gefühle. Arsenal ist gut: In der Premier Leagus überzeugen sie, in der CL-Vorrunde haben sie ebenfalls stark gespielt. Von den aus deutscher Sicht interessanten Neuzugängen überzeugt Mustafi, während Xhaka langsam besser ins Team kommt.
    Sanchez wahrscheinlich in der Form seines Lebens – und das will was heißen. Dazu Özil, wir wissen alle was er kann. Beide spielen für einen neuen Mega-Vertrag bei Arsenal oder welchem Verein auch immer, das bringt vielleicht auch ein paar Extraprozente.

    Aus Fan-Sicht hätte mich ein neuer Gegner (neue Auswärtsfahrt) wie Leicester, Monaco oder Neapel mehr gereizt. Zufällig wären das auch die drei “leichten” Lose gewesen, während Barca und Juve sowohl leistungsmäßig in die Kategorie Arsenal gehören, und auch regelmäßige Gegner der letzten Jahre waren. War also eine 50/50-Situation: Drei “Exoten”, gegen die wir klarer Favorit gewesen wären und drei alte Bekannte, gegen die es eng wird (geworden wäre).

  8. Marco05

    Also doch wieder Arsenal…

    Gut, immerhin scheinen die uns zu liegen. Zumindest die letzten Jahre. Ich denke das ist genau die richtige Mischung aus Anspannung und “ist machbar”. Die Gunners müssen die Form erstmal bis Mitte März kompensieren, da kann man heute keine Schlüsse ziehen.

    Bei Özil weiß man zwar, was er kann, aber auch was nicht. Ancelotti dürfte das auch wissen. Zumindest werden die sich nicht hinten einigeln, verspricht schonmal schöne Spiele. Bis Feb/Mrz ist noch lang, also erstmal freuen, dass es nicht Barca geworden ist und weiter auf die BuLi konzentrieren.

    1. Ju

      Was genau meinst du damit, dass man weiß, was Özil nicht kann?

      1. Jester

        In wichtigen Spielen seinen Stempel aufdrücken zum Beispiel.

        Bei allem Können was man ihm gerne attestiert, möge mir doch bitte jemand ein Beispiel geben, wo er gegen einen _starken_ Gegner einmal geglänzt hat. Völlig egal ob Nationalmanschaft, Champions-League, Classico oder sonst einem Spiel.

        Englischer Pokal jetzt bitte nicht als Referenz. Den lasse ich nicht als “wichtigen” Benchmark gelten.

      2. Jester

        Und nehmen wir beispielsweise die Paarung aus 2015. Hinspiel (kein Druck) macht er ein Tor und ragt durchaus heraus.

        Im Rückspiel mit nem 2:0 Vorsprung hat man ihn einfach nicht gesehen. Er war mal wieder ein Schatten seiner selbst.

        Es wird wieder so passieren. Da würde ich komplett darauf wetten!

      3. Marco05

        Jester hats im Grunde schon beantwortet. Außerdem mag er es nicht, wenn man ihm auf den Füßen steht und permanent stört, da verliert er schnell die Lust. Auch wenn er eine außerordentliche Qualität hat (die aber wie geschildert nur selten in entscheidenden Momenten auf den Rasen bringt), der Tag, an dem ich mir vor einem Özil ins Hemd mache muss erst noch gebacken werden. ;)

      4. Ju

        Ach herrje, das ist jetzt wieder das, was ich noch nie so recht verstanden habe. Was genau soll das sein, jemand der “schwierigen Spielen seinen Stempel aufdrückt?” Es ist doch nun mal so, dass das per se nur bestimmte Spielertypen sein können. Beispielsweise ein Innenverteidiger, mit einer herausragenden Strafraumverteidigung, ein tiefer Spielmacher oder ein Tempodribbler, der Torchancen erzwingt. Aber ein Verbindungsspieler wie Özil? Er kann in großen Spielen regelmäßig aus guten Tagen Großartige machen – was er auch schon oft genug getan hat. Wenn es der Mannschaft allerdings an Struktur und Mechanismen fehlt (“schlechte Tage”), ist Özil der falsche Spielertyp.
        So weit so bekannt – deshalb wollte ich gerne wissen, ob den Kommentatoren eine explizite Schwäche bekannt ist, die man als FC Bayern für sich nutzen könnte. Was ihr sagt ist, dass man Arsenals Struktur schwächen muss. Da bin ich absolut bei euch, sehe allerdings nicht, was das im Speziellen mit Özil zu tun hat.
        Klar mag er es nicht, wenn ihm jemand auf den Füßen steht. Aber erstens: Wer mag das? Und zweitens: Glaubt wirklich jemand, dass Bayern mit einer Manndeckung gegen Özil spielt? Ist ja eigentlich, wenn er in großen Spielen sowieso mies ist, auch gar nicht nötig.

      5. Jester

        Sorry, da muss ich dann nochmal einlenken… Verbindungsspieler? Für mich ist Özil eigentlich ein Spieldesigner. Das hat er aber in keinem KO-Spiel aus meiner Sicht unter Beweis stellen können. Zumindest gegen einen _ebenbürtigen_ Gegner, den man gerne mal Klasse unterstellt – bspw. Italien bei der EM. Auch bei der WM wurde dieser Spieler nur mit durchgezogen. Da lege ich mich mit meiner Meinung deutlich fest.

        Wenn man jetzt Özil wirklich über den grünen Klee lobt und als bockstark emfpindet dürfen wir wirklich keinen David Alaba oder Xabi Alonso kritisieren. Und besonders ersteren sehe ich seit einem Jahr (siehe div. Posts von mir) mehr als kritisch.

        Das mit dem Stempel aufdrücken nehme ich gerne als Phrase. Aber dann frage ich zurück. Nenne mir ein konkretes Beispiel, wo andere Mitspieler in entscheidenen K.O.-Momenten durch ihn glänzen konnten.

      6. Marco05

        Ja, da finde ich mich auch wieder. Özil spielt seit Jahren relativ konstant gute Halbserien im Verein (zumeist die Hinrunde). Die andere Hälfte vom Jahr, wenn dann international was gefragt ist oder große Turniere, kann man ihn meistens vergessen. Im Adler-Trikot gilt letzteres ganzjährig.

        Der taucht doch nicht umsonst in einer frappierenden Konstanz _nicht_ unter irgendwelchen Top-Spielern bei Turnieren, Ballon D’ors und ähnlichem auf. Der rockt wenn dann nur national und das auch eher bedingt. Und wie @Ju richtig schreibt, insbesondere (ich würde fast sagen ausschließlich), wenn das System funktioniert bzw. die Mannschaft. Von daher ist es natürlich der Ansatz, das komplette Londoner Spiel zu zerstören, nicht nur die Kreise von Özil. Aber nochmal: Vor dem habe ich am wenigsten Angst. Die im Artikel genannten anderen Jungs machen mir da schon größere Sorgen.

      7. Ju

        Ich versuche mal in meiner Antwort alles unter einen Hut zu bringen: Erstmal weiß ich nicht genau, was du mit Spieldesigner meinst? Ist für mich jemand, der den Rhythmus bestimmt und vorgibt, in welchen Zonen das Spiel stattfindet. Das ist – anders als vor einigen Jahren – in den heutigen Systemen ein tiefer Spielmacher wie Xabi oder Pirlo. Özil hingegen reagiert eine Linie weiter vorn auf das was um ihn herum passiert und verbindet mit seiner (erstklassigen) Positionierung und den Folgeaktionen mit Ball seine Mitspieler in der Offensive. Das hat – um auf den nächsten Punkt einzugehen – beispielsweise Cristiano Ronaldo dazu veranlasst, Özil als seinen Lieblingsmitspieler zu bezeichnen und Julian Draxler bei der EM in diesem Sommer enorm gepusht. Problematisch für Özil ist, wenn der Ball durch das Aufbauspiel in strategisch unpassende und dazu noch suboptimal besetzte Zonen gerät, wo er durch Dribblings Durchschlagskraft erzeugen müsste, was ihm nur punktuell gelingt. Dann muss man ihn jedoch auch dafür loben, dass er solch unpassende Situationen erkennt und fast nie (!) den Ball verliert. Eine unterschätzte Stärke ist auch die Empathie seines Passspiels: Die Pässe haben stets die passende Gewichtung, kommen auch in hektischen Situationen in den richtigen Fuß und sind einfach zu verarbeiten – was meist dem Passempfänger und nicht dem Passenden angerechnet wird.

        Wenn man sich von Özils Klasse überzeugen möchte: Habe zB im Herbst 2015 ein Spiel gegen ManU gesehen (unter van Gaal nicht unbedingt Laufkundschaft), wo er toll gespielt hat. Allzu oft sehe ich ansonsten keine Spiele von ihm (schaue wenig Nationalmannschaft).

        Mit dem Xabi-Alaba-Vergleich weiß ich nichts so recht anzufangen. Was meinst du damit?

        Marco kann ich zustimmen, dass in einem wilden Spiel, in dem Arsenal seine Organisation nicht anbringen kann Alexis Sanchez und Aaron Ramsey mit ihren durchbruchsorientierten individuellen Aktionen sicherlich gefährlicher sein können.

      8. Ju

        Für mich bleibt – und das ist jetzt kein bisschen unfreundlich gemeint – von alledem am Ende übrig, dass Özil nicht derjenige ist, der in einem Spiel, in dem es sowieso schon nicht läuft, noch am ehesten glänzt.

        Das trifft aber am Ende aber genauso auf Frank Ribery zu wie auf Cristiano Ronaldo (abgesehen Elfmeter und abgefälschte Freistöße) und Paul Pogba. Und auch wenn wir uns wahrscheinlich alle einig sind, dass Modric und Busquets klasse Spieler sind, würde ich auch bei den beiden nicht behaupten, dass die in wichtigen Spielen besonders offensichtlich geglänzt hätten – was wenig an ihrem Wert für die Mannschaft ändert. Wann hat der offensichtlich gefürchtete Sanchez denn in wichtigen Spielen was Besonderes gerissen?

  9. Osrig

    Ok, nun ist es Arsenal geworden! Wie schon von anderen hier gesagt: Schwer, aber durchaus lösbar. Die Londoner sind kein Team, dass sich einmauert, sie wollen selbst spielen, dem Gegner ihr System aufzwingen. Sie haben einige hervorragende Akteure, zu allererst Sanchez, aber keinen Ausnahmekönner, der schon Grund zur Verzweiflung gibt, wenn er noch nicht mal aufgelaufen ist^^ Da die Entwicklung bei unserem FCB mittlerweile in die richtige Richtung zeigt, Ancelotti glücklicher Weise auch noch einige Wochen Zeit hat, diese Entwicklung weiter voranzutreiben, habe ich Anlass, optimistisch in dieses Viertelfinale zu schauen. Erst zuhause, dann auswärts scheint unseren Jungs auch besser zu passen, wenn gleich es sicher aufregende und spannende Spiele werden. Ich freue mich schon.

  10. pitvonbonn

    Bevor ich hier die Texte las, hatte ich mir meine Definition zurecht gelegt.

    Jetzt sind Jester, Marcoo5 und JU schon auf den gleichen Trichter gekommen.

    Wer hat Özil schon mal unter Druck sehr gut erlebt?

    Das wird wieder unser Vorteil sein.

    1. Dann sollte man Mesut Özil mal genauer beobachten. Für mich der (nach Messi) beste Spielmacher der Welt. Fast keiner seiner Pässe ist quer oder zurück, immer sucht der den vertikalen oder diagonalen Weg zwischen die Linien. In jedem Spiel, selbst wenn er mal etwas abtaucht, ist er in der Lage den entscheidenden Pass hinter die Kette zu spielen. Was der mit dem Ball veranstaltet hat man in Deutschland so schon lange nicht mehr gehabt. Mir ist vollkommen bewusst, dass dieser Kommentar sicher von einigen auseinander genommen wird, aber für mich ist Özil zusammen mit Neuer und Boateng der einzigartigste und beste deutsche Spieler seiner Generation. Man sollte aufhören diesen Kreativmann daran zu bemessen wie viel er gegen den Ball arbeitet oder wie viel er läuft, kämpft und ackert (zumal er auch dort enorme Sprünge gemacht hat), sondern schauen, wie viele Assists er gibt, wie viele Schnittstellenpässe er spielt und wie enorm wichtig er für die Struktur seiner Teams ist. Özil wird der Spieler sein, den Bayern herausnehmen muss. Das wird, wie auch in den letzten Partien gegen Arsenal, nicht über 90 Minuten gehen, aber es ist möglich.

      Ich werde nie verstehen wie so ein unfassbar starker Spieler so unterschätzt werden kann und das nur wegen seiner Art. Leider wird mein Traum von Özil bei den Bayern wohl nie Wirklichkeit. Dann würden vermutlich einige Kritiker verstummen und sich wundern, welches Upgrade er unserem Offensivspiel noch geben könnte.

      1. Ju

        Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mein obiger Kommentar hier richtig eingeordnet wird: Ich konnte insofern zustimmen, dass Özil nur in einem intakten System funktioniert und somit das grundsätzliche Ziel gegen Arsenal sein muss, was es auch ansonsten ist: Aufbauspiel behindern, Verbindungen kappen, unangenehme Staffelungen erzwingen. Dann wird auch Özil kein gutes Spiel machen.

        Nichtsdestotrotz halte ich ihn für einen herausragenden Spieler und schließe mich da Justin an. Özils Übersicht und Empathie ist herausragend. Pitvonbonn muss ich widersprechen: Ich habe schon einige wichtige Spiele von özil gesehen, in denen ich ihn sehr gut fand. Ein gutes Spiel von Özil kann man auch daran erkennen, dass seine Mitspieler gut aussehen.

      2. Förb

        Ich schließe mich dem Lob für Özil uneingeschränkt an. Er ist ein absoluter Topspieler und jedem, der das nicht sieht, unterstelle ich, mit Verlaub, bestenfalls eine sehr selektive Wahrnehmung, schlimmstenfalls schlichtes Unverständnis.

        Dass er so oft von so vielen Fans schlecht gesehen wird ist ein absolutes Phänomen und liegt mMn einzig mit der Art zusammen, wie er sich auf dem Platz bewegt. Shaqiri z.b. fällt aufgrund seiner kurzen Beine und seines muskulösen Körpers durch einen Laufstil auf, der wuselig, quirlig, dann aber auch wieder brachial ist. Ribery strahlte in seinen Bewegungen immer schon eine Ur-Liebe für Fussball und eine Streetkicker Mentalität aus, die zusammen mit der Weigerung, sein Gebiss für ein paar zig-Tausend EUR, was peanuts sein sollte für ihn, neu machen zu lassen, ihn zum zum fussballerischen Volkstribun erhebt. Er starrt auf den Ball, faszieniert, geradezu besessen von seinen Füßen, denen des Gegners und der Kugel selbst. Lahm wiederum, in seinen besten Zeiten, bezirzte uns mit seiner unbeschwerten, Gentleman-liken Art, den Ball zu gewinnen, ohne den Gegner überhaupt zu berühren. Thomas Müller als liebenswürdiger ADHS-Patient, Lewandowski breitschultrig, sich seiner physischen Überlegenheit bewusst in den Gegner hinein-stemmend, Robben zwar eigensinnig aber unnachgiebig immer wieder den Gegner überwinden, ja ihn fast boshaft dem Gespött preiszugeben wollend… alle diese Spieler fallen auf irgendeine Art für uns positiv auf alleine durch die Art, wie sie sich auf dem Platz bewegen.

        Özil ist nichts von all dem. Er ist vermutlich im Kopf immer schon 2, 3 Aktionen weiter, antizipiert perfekt seinen Gegner und mögliche Optionen für sich selbst, so dass er keine falschen, überflüssigen Schritte macht, sondern jeder einzelne Schritt plus Folgeaktion choreographiert ist. Dadurch wirken seine Bewegungen eben auch mühelos, also so, als müsste er sich nicht anstrengen, als würde er nichts tun für das Spiel, als würden die Bälle eben sowieso in seinen Lauf kullern oder seine Mitspieler zufällig dort stehen, wo er den Ball dann wieder hinspielt. Dazu kommt sein Laufstil im engeren Sinne, mit eher langen Schritten. Auch das wirkt schnell unbemüht oder sogar langsam (!) obwohl man bei genauerem Hinsehen immer wieder sehen kann, dass Özil tatsächlich zu den schnelleren Spielern gehört. Auch sein Defensivverhalten (dass, zugegeben, früher optimierbar, mittlerweile aber hervorragend ist) wirkt optisch schlechter als es ist, auch hier wegen seiner langen, bedächtig anmutenden Schritte mit oft chirurgischen Tackles, die eben wenig Kampf, Aufopferung etc ausdrücken. Und zu guter Letzt sein Positionsspiel. Er begreift, dass er insgesamt der Mannschaft mehr hilft, wenn er nicht immer nur ballnah, sondern auch raumgreifend, Räume suchend und besetzend, kurz, sich freilaufend, agiert. Auch das wirkt dann manchmal auf uns Deutsche, die so eine innige Beziehung zum “Kampf” zu haben scheinen, wie Fahnenflucht.

        Letztlich muss ich fairerweise sagen, dass Özil in den letzten Jahren immer besser geworden (also gewisse Kritik, historisch betrachtet, nicht völlig unbegründet, wenn auch überholt) ist, nicht zuletzt wahrscheinlich auch durch sein Engagement bei den Gunners. Ich sehe da eine gewisse Synergie. Und nicht zuletzt deswegen finde ich das Los Arsenal in diesem Jahr, auch, wenn wir es schon oft hatten, dann doch ziemlich cool und spannend!

      3. GE

        @ Förb
        Tolle Expressionsstudie! Insbesondere:“Thomas Müller als liebenswürdiger ADHS-Patient“
        Und auf den Punkt: „Özil ist nichts von all dem“.

        Genau das ist seine einzigartige Stärke: Ein unsichtbares Gespenst, das aus dem Nichts seine tödliche Pässe schlägt. Buuh!

  11. cj

    Ist schon lustig, wie nach zwei, drei Siegen sofort die Stimmung umschlägt. Ich sehe uns dieses Jahr weiterhin nicht im engsten Favoritenkreis, in etwa auf einer Ebene mit Arsenal. Letztlich könnte entscheidend werden, ob einer der Schlüsselspieler ausfällt: bei uns Robben und Thiago, bei Arsenal Özil und Sanchez. Vielleicht hilft uns auch das Gewicht des Hemdes in die nächste Runde. Eine vage Hoffnung habe ich auf einen psychologischen Ancelotti-Effekt, so eine Art innere Ruhe in wichtigen Momenten, könnte sich aber auch ins Gegenteil verkehren (Phlegma).

  12. chicago_bastard

    Die Kommentare, dass Arsenal sich nicht hinten einigeln werde überraschen mich, schließlich haben sie genau das bei ihren zwei erfolgreichen Spielen in der Allianz Arena getan, während sie beim letzten Mal, als Wenger mitspielen wollte, ein 1:5-Debakel erlebt haben. Daher gehe ich fest davon aus, dass Wenger im Hinspiel wieder so spielen lässt wie beim 1:1 oder beim 2:0-Sieg in München, also den Bus parkt und auf Konter lauert. Schöner fände ich es ja, wenn ihr Recht behalten würdet, allein mir fehlt der Glaube.

    1. Ich finde, dass man da stark unterscheiden muss. Arsenal wurde auch von Bayern hinten reingedrückt. Es ist nicht so einfach gegen uns “mitzuspielen” und Arsenal hat durchaus versucht offensiv zu agieren. Es ist jetzt weder die offensivste Spielweise noch ein “Bus parken”.

      1. chicago_bastard

        Also gerade beim 0:2 damals haben die Bayern nicht zwingend von sich aus versucht sie hinten reinzudrücken, da war Guardiola ja noch nicht Trainer und man war bei dem Spielstand ja weiter, während Arsenal (nach dem frühen 1:0) noch 2 Tore brauchte. Und obwohl Arsenal diese 2 Tore brauchte haben sie dennoch komplett defensiv und rein auf Konter gespielt, was man man auch am Torschussverhältnis von 5:23 aus ihrer Sicht ablesen kann.

        Der Spielbericht des Kicker beschreibt es ähnlich wie ich es erinnere: “Arsenal stand unter Zugzwang, verharrte aber trotzdem weiter beständig auf der eigenen Defensivtaktik und strahlte vorne im Grunde keinerlei Gefahr aus.”

        Btw Kroos gehört mit Sicherheit zu den drei besten deutschen Spielern seiner Generation ;-)

  13. BayernExpat

    Wieso haben wir uns eigentlich nicht um Bellerin als Lahm Nachfolger gekümmert?

  14. Marco05

    Nochmal zum Thema Özil aus aktuellem Anlass: http://m.focus.de/sport/fussball/premierleague/england-oezil-nach-topspiel-in-der-kritik-in-seiner-schale-verschwunden_id_6377150.html

    Ist mir zwar auch etwas zu radikal aber im Kern ist es genau das Problem.

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