Dinamo Zagreb – FC Bayern München 0:2 (0:0)

Der FC Bayern reiste bereits als Gruppensieger zum letzten Champions League Spiel dieses Jahres nach Zagreb. Auch für die Gastgeber ging es um nichts mehr. Schließlich hatten sie am letzten Spieltag mit 3:0 gegen Arsenal verloren, wodurch die Minimalchance Europa League nicht mehr möglich war.

Durch die klare Gemengelage lag der Fokus weniger auf der Partie gegen Zagreb, sondern noch immer wurde die Niederlage gegen Gladbach diskutiert. Pep Guardiola reiste dennoch mit einem schlagkräftigen Kader an und ließ nur einige Stammkräfte, wie zum Beispiel Manuel Neuer, in München. Am Ende fuhr der Trainer seinen 50. Sieg in der Königsklasse ein.

Falls ihr es verpasst habt:

Pep Guardiola riskierte vor den abschließenden drei Saisonspielen wenig und wollte vielen seiner Profis noch eine Verschnaufpause vor dem weihnachtlichen Endspurt geben. Die Folge war die maximal mögliche Rotation. Im Vergleich zum Spiel gegen Gladbach bedeutete dies angesichts der vielen verletzten Spieler fünf Änderungen. Für Vidal, Müller, Coman, Boateng und Neuer spielten Ribery, Rode, Kimmich, Ulreich und Green. Gerade Julian Green dürfte von den vielen Ausfällen in der Offensive profitiert haben. Er kommt zu seinem zweiten Pflichtspieleinsatz für den FC Bayern. Sein letzter Einsatz war am 27.11.2013 ebenfalls in der Champions League. Damals wurde er eingewechselt und spielte die letzten zwei Minuten beim 3:1 Auswärtssieg in Moskau. Alleine diese Aufstellung zeigt, wie Pep Guardiola das Spiel einordnete.

Die Münchner gingen mit einem 4-3-3 Grundsystem in die Partie. Die Rollen waren dabei ziemlich klar verteilt. Rafinha spielte erneut als linker Außenverteidiger.

Dinamo Zagreb - FC Bayern München, GrundformationenDinamo Zagreb – FC Bayern München Grundformationen

Im Mittelfeld gab es eine 1-2 Staffelung, wobei Alonso den defensiveren Part übernahm. Kimmich und Rode spielten offensiver auf den beiden 8er-Positionen. Green versuchte die rechts Außenposition ähnlich zu interpretieren wie Müller, indem er häufig einrückte und zu Lewandowski in die Spitze stieß.

Zagreb versuchte aus einem 4-4-2 bzw. 5-4-1 in gute Konter- bzw. Umschaltsituationen zu kommen. Dabei war auffällig, dass Coric, Soudani und Junior Fernandes phasenweise hohes Pressing spielten und sowohl Benatia und Martinez als auch Ulreich aktiv anliefen. Die dadurch frei werden Räume konnten die Münchner aber nur selten bespielen.

Da beide Teams nur wenig zu verlieren hatten, entwickelte sich in der Anfangsphase eine durchaus muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Die größeren, weil klareren Chancen, hatte aber Zagreb – unter anderem Antolic (7.) und Soudani (26.). Gerade in der zweiten Szenen zeigte Ulreich seine Klasse auf der Linie. Auf Seiten der Bayern vergaben Lewandowski (10.) und Ribery (16.) gute Einschussmöglichkeiten. Spätestens ab der 25. Minute verlor die Partie aber spürbar an Tempo und bekam Freundschaftsspielcharakter. Kurz vor der Pause musste überdies noch Benatia scheinbar mit muskulären Problemen das Feld verlassen. Nach der Halbzzeitpause wurde er von Boateng ersetzt.

In der zweiten Halbzeit kam zudem Müller für Ribery, der nach seiner neunmonatigen Pause langsam aufgebaut werden soll. Die Münchner bestritten das Spiel nun mit mehr Zug zum Tor. Die Mittelfeldachse Alonso, Kimmich und Rode bekam immer mehr Kontrolle über die Partie. Nach mehreren kleineren Möglichkeiten traf in der 61. Minute Robert Lewandowski nach einer Halbfeldflanke von Müller. Das Tor bewies ein mal mehr die individuelle Klasse von Lewandowski, der sich vor seinem Kopfball gut von Sigali löste. Nur drei Minuten später traf erneut Lewandowski, der in den letzten drei Bundesligaspielen nicht treffen konnte. Rode steckte gut auf Lewandowski durch, er löste sich erneut gut von Sigali und konnte und Eduardo im direkten Duell locker überwinden. In der 87. Minute vergabt Müller zum zweiten Mal in einem Pflichtspiel in der laufenden Saison vom Elfmeterpunkt. Er traf nur den Pfosten. Vorher wurde Vidal im Strafraum von Schlussmann Eduardo zu Fall gebracht. Somit blieb das Ergebnis bestehen.

Der FC Bayern gewann letztendlich wenig glanzvoll das letzte Champions League Spiel dieser Saison. Dass Pep Guardiola in der Halbzeit Boateng und Müller brachte unterstrich den Ansatz dieses Spiels: Maximal mögliche Rotation bei größtmöglicher Siegchance. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen ziehen die Münchner dennoch eindrucksvoll und souverän in die Runde der letzten 16 Mannschaften.

3 Dinge, die auffielen:

1. Maximale Rotation – Maximale Chance

Einsatzzeiten beim FC Bayern sind für Spieler ein hohes Gut. Der Kader wurde in den letzten zwei Jahren systematisch verstärkt. Gerade in dieser Saison wurde mit Costa, Coman und Vidal nochmals an Breite gewonnen. Für viele Spieler wird die Einsatzzeit kürzer. Das haben gerade die Jugendspieler Gaudino, Kurt und Green schmerzvoll erfahren müssen. Daher stehen sie in Spielen mit Freundschaftsspielcharakter besonders im Fokus. Können sich die Rodes, Kimmichs, aber auch die Jugendspieler beim FC Bayern beweisen? Zuletzt war das immer seltener der Fall. Gerade das letzte Saisonende zeigte, dass Spieler im zweiten Glied die gegeben Einsatzchancen nicht ausreichend nutzen konnten. Auch in diesem Spiel war es wieder offenkundig. Natürlich fehlen Automatismen. Insbesondere, wenn – wie im Falle von Green – er nicht mal regelmäßig am Training teilnimmt.

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Dennoch sind die Erwartungen höher. Insbesondere beim FC Bayern. Green beispielsweise hat nur 21 Ballaktionen in den ersten 45 Minuten sammeln können, obwohl die Münchner 74% Ballbesitz hatten. Ribery zum Vergleich kam im gleichen Zeitraum auf 46 Aktionen. Die wenigen Ballkontakte von Green wirkten dabei wie Stückwerk und waren im Spielfluss wenig eingebunden. Auch sonst gelang ihm wenig – nicht mal ein erfolgreiches Dribbling konnte Green beisteuern. Und so blieb der Auftritt des jungen Amerikaners blass. Eine verschenkte Chance, die nach 60 Minuten beendet war.

2. Rode als Staubsauger im Mittelfeld

Sebastian Rode konnte seine Chancen besser nutzen als Green und sich stärker in den Fokus spielen. Nachdem der Mittelfeldspieler wegen einer Sehnenreizung lange Zeit pausieren musste, gab es unlängst sogar Wechselgerüchte. Unter anderem Bayer Leverkusen wurde immer wieder als möglicher Interessent genannt. Warum, wurde in diesem Spiel deutlich. Rode gewann 67 % seiner Zweikämpfe und hatte vor allem in der ersten Halbzeit einige schöne Pressingaktionen in Strafraumnähe von Zagreb. Wunderbar war auch die Torvorlage auf Robert Lewandowski zum 2:0. Der Steilpass bediente den Polen mustergültig. Zur Torvorlage kamen noch weitere fünf Key Passes hinzu. Spitzenwert der Münchner an diesem Abend. Defensiv überragten die sechs abgefangen Bälle – ebenfalls der Top-Wert bei den Bayern.

Rode zeigte, dass er durchaus eine gute Rolle im Bayern-Kader spielen kann. Vielleicht nicht als Spieler Nummer 12-15. Dafür fehlt es wohl an zu vielen Kleinigkeiten im Spielaufbau. Für den Kaderplatz 16 bis 18 reicht es dennoch allemal. Gerade in Spielen ohne nennenswerten sportlichen Wert, aber auch gegen Gegner, die ihr Spiel eher über Kampf definieren (in der Bundesliga wäre zum Beispiel Darmstadt zu nennen), ist Rode eine Alternative für Pep Guardiola. Gerade Punkt 1 zeigt, welch ein hohes Gut dies sein kann.

3. Benatias Muskel

Als FC Bayern München Fan ist man Langzeitverletzte durchaus gewohnt. Nicht erst seit der Ribery- und Robben-Ära. Auch davor gab es die Scholls oder Deislers dieser Welt im Trikot des FC Bayern. Mit Benatia verhält es sich ähnlich. Seine Leistungen sind konstant – teilweise sogar konstant gut, allerdings konnte es Benatia aufgrund von diversen muskulären Problem nie wirklich auf die Straße bringen. Auch in diesem Spiel zeigte er sein Talent. In 40 Minuten hatte er 97% Passquote, zwei von zwei langen Bällen an den Mitspieler gebracht und vier Bälle von Zagreb-Spieler abgefangen. Der zweithöchste Wert nach Sebastian Rode.

Das Problem der Verletzungen bleibt dennoch. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass mit Badstuber und Martinez zwei Spieler nach langer Verletzungszeit zurückgekehrt sind. Im Falle von Badstuber sogar schon mehrfach. Und hier liegt auch vielleicht der kleine feine Unterschied. Wenn Scholl damals gespielt hat, war es ein Bonus. Der FC Bayern war nur selten auf ihn angewiesen. Ein Ribery, Robben und angesichts der Alternativen auch ein Benatia ist beim FC Bayern trotz des breiten Kaders fast unersetzbar. Es bleibt zu hoffen, dass die muskulären Probleme in der Winterpause endlich in den Griff zu bekommen sind.

DINAMO ZAGREB – FC BAYERN 0:2 (0:0)
Dinamo ZagrebEduardo – Ivo Pinto, Sigali, Taravel, Pivaric – Rog (81. Pavicic), Goncalo, Antolic – Coric (61. Pjaca) – Soudani, Fernandes (74. Machado)
FC BayernUlreich – Martinez, Benatia (46. Boateng), Rafinha – Alonso – Lahm, Kimmich, Rode – Green (62. Vidal), Lewandowski, Ribéry (46. Müller)
BankStarke, Kirchhoff, Coman, Benko
Tore0:1 Lewandowski (61.), 0:2 Lewandowski (64.)
KartenGoncalo, Pivaric, Eduardo / –
SchiedsrichterMartin Strömbergsson (Schweden)
Zuschauer19.681
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Leserkommentare
  1. […] ein weiteres Mal durfte er in einem Pflichtspiel seitdem für die Profis ran. In der unbedeutenden Champions League-Partie gegen Zagreb 2015. Er blieb damals über 62. Minuten eher […]

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